DE19927822C1 - Elektromagnetischer Aktuator und Verfahren zur Ermittlung der Gleichgewichtslage seines Ankers - Google Patents
Elektromagnetischer Aktuator und Verfahren zur Ermittlung der Gleichgewichtslage seines AnkersInfo
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Abstract
Ein bekannter Aktuator weist zwei Elektromagnete, zwei gegeneinander wirkende Federn und einen mit einem Gaswechselventil einer Brennkraftmaschine in Wirkverbindung stehenden Anker auf, der gegen die Federkraft der beiden Federn zwischen den Elektromagneten hin- und herbewegbar ist. Bei stromlosen Elektromagneten wird der Anker in einer Gleichgewichtslage festgehalten. Diese einen wesentlichen Betriebsparameter darstellende Gleichgewichtslage wird durch Messung und Vergleich der von der Ankerposition abhängigen Induktivität der beiden Elektromagneten ermittelt. Der neue Aktuator soll die Ermittlung von Betriebsparametern mit hoher Genauigkeit ermöglichen. DOLLAR A Der Aktuator weist Meßmittel zur Ermittlung der den Zusammenhang zwischen Ankerposition und Federkraft der jeweiligen Feder darstellenden Federkraftkennlinie der einen Feder oder der Federkraftkennlinien der beiden Federn auf. Anhand der ermittelten Federkraftkennlinien lassen sich bestimmte Betriebsparameter, beispielsweise die Gleichgewichtslage des Ankers, während der Montage des Aktuators und während des Betriebs ermitteln und über Stellmittel auf vorgegebene Werte einstellen oder regeln. DOLLAR A Ermittlung der Gleichgewichtslage des Ankers.
Description
Die Erfindung betrifft einen elektromagnetischen Aktuator gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 sowie Verfahren zur Ermittlung der Gleichgewichtslage sei
nes Ankers.
Aus der DE 196 31 909 A1 ist ein elektromagnetischer Aktuator zur Betätigung ei
nes Gaswechselventils in einer Brennkraftmaschine bekannt. Der bekannte Aktuator
weist einen auf das Gaswechselventil wirkenden Anker, zwei voneinander beabstan
dete Elektromagnete und eine Federanordnung mit zwei gegeneinander wirkenden
Federn auf. Der Anker ist zwischen zwei durch die Elektromagnete vorgegebenen
Anker-Endlagen durch Magnetkraft gegen die Kraft der beiden Federn hin- und her
bewegbar und er wird bei nicht bestromten Elektromagneten durch die Federn in
einer Gleichgewichtslage zwischen den beiden Anker-Endlagen festgehalten. Die
Gleichgewichtslage des Ankers, die einen für den Betrieb wesentlichen Betriebspa
rameter darstellt, wird durch Messung der Induktivitäten der beiden Elektromagnete
und durch Vergleichen der Induktivitätswerte ermittelt und mit Einstellmitteln ju
stiert. Als nachteilig erweist sich, daß diese Art der Ermittlung der Gleichgewichtsla
ge ungenau ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen elektromagnetischen Aktuator ge
mäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 anzugeben, der die genaue Ermittlung
von Betriebsparametern während der Montage und während des Betriebs ermög
licht, und Verfahren zur Ermittlung der Gleichgewichtslage des Ankers dieses Aktua
tors bereitzustellen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 bzw.
der Patentansprüche 3, 4 oder 6 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbil
dungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß sind im Aktuator Meßmittel zur Ermittlung des von der Ankerposi
tion abhängigen Verlaufs der Federkraft der einen oder beider Federn, d. h. der Fe
derkraftkennlinie der einen Feder oder der Federkraftkennlinien der beiden Federn
vorgesehen.
Anhand der Federkraftkennlinien lassen sich bestimmte Betriebsparameter während
der Montage des Aktuators und während des Betrieb ermitteln und über Stellmittel
auf vorgegebene Werte einstellen oder regeln. Derartige Betriebsparameter sind
beispielsweise die Gleichgewichtslage des Ankers, in der die Federn mit gleicher
Federkraft auf den Anker wirken, die energetische Mittenlage des Ankers, in der in
beiden Federn die gleiche potentielle Energie gespeichert ist, die erforderlichen Ma
gnetkräfte zum Festhalten des Ankers in seinen Anker-Endlagen, und der Hub eines
ggf. vorhandenen Ventilspielausgleichselements.
Vorzugsweise wird die Federkraftkennlinie einer oder jeder der beiden Federn da
durch ermittelt, daß durch Messung der Federkraft der jeweiligen Feder bei sich in
der einen und der anderen Anker-Endlage befindlichem Anker zwei Arbeitspunkte
ermittelt werden, und daß, im Falle einer linearen Federkraftkennlinie, die Gleichung
der durch diese Arbeitspunkte hindurchgehenden Geraden als Federkraftkennlinie
ermittelt wird, oder daß aus einem in einem Speicher abgelegten zweidimensionalen
Kennlinienfeld, welches für die jeweilige Feder eine Vielzahl von Federkraftkennlini
en in Abhängigkeit der Federvorspannung und eines weiteren Betriebsparameters,
beispielsweise der Temperatur und/oder Alterung, enthält, die Federkraftkennlinie
mit dem geringsten Abstand zu den ermittelten Arbeitspunkten ausgewählt wird.
Das Kennlinienfeld kann auch ein eindimensionales Feld mit von der Federvorspan
nung abhängigen Federkraftkennlinien sein; in diesem Fall reicht es aus, einen Ar
beitspunkt in einer der Anker-Endlagen zu ermitteln und anhand dieses Arbeitspunk
tes die gültige Federkraftkennlinie auszuwählen.
Zur Ermittlung der Gleichgewichtslage des Ankers wird entweder die Federkraft der
einen Feder bei stromlosen Elektromagneten, d. h. bei ruhendem Anker, gemessen
und die dieser Federkraft entsprechende Ankerposition aus der ermittelten Feder
kraftkennlinie dieser Feder bestimmt oder es wird die Ankerposition im Schnittpunkt
der ermittelten Federkraftkennlinien der beiden Federn bestimmt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden unter Bezug
nahme auf die Figuren näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1: einen elektromagnetischen Aktuator zur Betätigung eines Gaswech
selventils in einer Brennkraftmaschine,
Fig. 2: ein Kraft-Weg-Diagramm für die in dem Aktuator aus Fig. 1 wirken
den Federkräfte.
Gemäß Fig. 1 umfaßt der Aktuator einen mit einem Gaswechselventil 5 in Kraftwir
kung stehenden Stößel 4, einen mit dem Stößel 4 quer zur Stößel-Längsachse befe
stigten Anker 1, einen als Schließmagnet wirkenden Elektromagneten 3 sowie einen
als Öffnungsmagnet wirkenden weiteren Elektromagneten 2, der vom Schließma
gnet 3 Richtung der Stößel-Längsachse beabstandet angeordnet ist. Die Elektroma
gnete 2, 3 weisen jeweils eine Erregerspule 20 bzw. 30 und einander gegenüberlie
gende Polflächen 21 bzw. 31 auf, zwischen denen der Anker 1 durch abwechselnde
Bestromung der beiden Elektromagnete 2, 3, d. h. der Erregerspulen 20 bzw. 30,
hin- und herbewegt wird. Eine Federanordnung mit zwei gegensinnig wirkenden Fe
dern 60, 63, die über jeweils einen Federteller 61, 62 auf den Anker 1 wirken, be
wirken, daß der Anker 1 im stromlosen Zustand der Erregerspulen 20, 30 in einer
Gleichgewichtslage l0 zwischen den Polflächen 21, 31 der Elektromagnete 2, 3 fest
gehalten wird. Zwischen der oberen Feder 60 und einer unbewegten Abstützfläche
72 am oberen Gehäuseteil 9 des Aktuators sind Drucksensoren 70, 71 als Meßmit
tel vorgesehen. Mit diesen, beispielsweise als Piezokristalle ausgeführten Druck
sensoren 70, 71 wird die Federkraft der oberen Feder 60 gemessen. Zwischen der
unteren Feder 63 und einer unteren unbewegten Abstützfläche 82 sind weitere
Drucksensoren 80, 81 vorgesehen, mit denen die Federkraft der unteren Feder 63
gemessen wird. Der Aktuator weist ferner zwischen dem Stößel 4 und dem Feder
teller 62 ein auf die Federanordnung 60, 63 wirkendes Ausgleichselement 8 zum
Ausgleich eines herstellungsbedingten oder aufgrund des Verschleißes auftretenden
Ventilspiels auf. Die Dicke lH des Ausgleichselements 8 - dieses kann beispielswei
se in bekannter Weise als hydraulisches Ventilspielausgleichselement ausgeführt sein
- läßt sich variieren, was zu einer Änderung der Gleichgewichtslage l0 des Ankers 1
führt. Der Aktuator kann zudem auf die Federn 60, 63 wirkende Stellmittel zur Ein
stellung der Vorspannungen der Federn 60, 63 aufweisen.
Zum Starten des Aktuators wird einer der Elektromagnete 2, 3 durch Anlegen einer
Erregerspannung an die entsprechende Erregerspule 20 bzw. 30 bestromt, d. h.
eingeschaltet, oder es wird eine Anschwingroutine initiiert, durch die der Anker 1
zunächst durch wechselweises Bestromen der Elektromagnete 2, 3 in Schwingung
versetzt wird, um nach einer Einschwingzeit auf die Polfläche 21 des Schließmagne
ten 2 oder die Polfläche 31 des Öffnungsmagneten 3 aufzutreffen.
Bei geschlossenem Gaswechselventil 5 liegt der Anker 1 an der Polfläche 31 des
Schließmagneten 3 an und er wird solange in dieser Position - der oberen Anker-
Endlage - festgehalten, solange der Schließmagnet 3 bestromt wird. Um das Gas
wechselventil 5 zu öffnen wird der Schließmagnet 3 abgeschaltet und anschließend
der Öffnungsmagnet 2 eingeschaltet. Die in Öffnungsrichtung wirkende Feder 60
beschleunigt den Anker 1 über die Gleichgewichtslage l0 hinaus. Durch den nun
bestromten Öffnungsmagneten 2 wird dem Anker 1 zusätzlich kinetische Energie
zugeführt, so daß dieser trotz etwaiger Reibungsverluste die Polfläche 21 des Öff
nungsmagneten 2 erreicht und dort - an der unteren Anker-Endlage - bis zur Ab
schaltung des Öffnungsmagneten 2 festgehalten wird. Zum erneuten Schließen des
Gaswechselventils 5 wird der Öffnungsmagnet 2 ausgeschaltet und der Schließma
gnet 3 anschließend wieder eingeschaltet. Hierdurch wird der Anker 1 zur Polfläche
31 des Schließmagnets 3 bewegt und dort festgehalten.
Die Energie, die von den Elektromagneten 2, 3 benötigt wird, um den Anker 1 von
einem bestimmten Abstand aus anzuziehen, nimmt mit dem Abstand exponentiell
zu. Infolgedessen ist der Gesamtenergieverbrauch am geringsten, wenn die Gleichge
wichtslage l0 mit der energetischen Mittenlage des Ankers übereinstimmt. Die ener
getische Mittenlage ist dabei diejenige Lage, bei der in beiden Federn 60, 63 die
gleiche potentielle Energie gespeichert ist oder bei der die potentielle Energie der
Federanordnung 60, 63 null ist und sie stimmt bei symmetrischer Befederung, d. h.
bei Federn 60, 63 mit gleicher Federsteifigkeit und gleicher Vorspannung mit der
geometrischen Mitte zwischen den Anker-Endlagen überein. Bei einer von der ener
getischen Mittenlage abweichenden Gleichgewichtslage l0 ist der Energiebedarf der
beiden Elektromagnete unterschiedlich groß. Wird in einem solchen Fall beiden
Elektromagneten 2, 3 dennoch die gleiche Energiemenge zugeführt, dann prallt der
Anker 1 auf einen der Elektromagnete mit zu hoher Kraft auf, was zu unerwünschten
Abnutzungs- oder Ausfallerscheinungen führen kann.
Um einen optimalen Energieverbrauch zu gewährleisten ist es daher erforderlich, die
Abweichung der Gleichgewichtslage l0 von der energetischen Mittenlage zu ermit
teln - eine derartige Abweichung kann beispielsweise aufgrund von Fertigungstole
ranzen, Alterungserscheinungen oder betriebsbedingter Änderung von Größen auf
treten - und die Elektromagnete 2, 3 entsprechend anzusteuern und/oder die Ab
weichung durch entsprechende Einstellung der Dicke lH des Ausgleichselements 8
oder eines Stellglieds zur Einstellung der Federvorspannung zu minimieren.
Die Gleichgewichtslage l0 läßt sich mit der Gleichung F = c . l berechnet, wobei mit F
die Federkraft der Feder 60 bzw. 63 mit c die Federsteifigkeit der Feder 60 bzw. 63
und mit l die Auslenkung des Ankers 1 oder die Komprimierung der Feder 60 bzw.
63 bezeichnet wird. Die Federkraft F ist dabei eine Funktion des Widerstandes der
Drucksensoren 70, 71 bzw. 80, 81 und die Federsteifigkeit c eine Funktion der
Temperatur und der Zeit. Die Federsteifigkeit c kann zudem, falls der Zusammen
hang zwischen Federkraft F und Auslenkung l nicht linear ist, eine Funktion der Fe
derkraft sein.
Vor dem Starten des Aktuators wird das Ausgleichselement 8 deaktiviert, d. h. die
Dicke lH des Ausgleichselements 8 wird auf den minimalen Wert eingestellt, und es
wird mit den Drucksensoren 80, 81 die sich bei ruhendem Anker 1 ergebende Fe
derkraft der unteren Feder 63 gemessen. Diese Federkraft ist in Fig. 2 mit F0 be
zeichnet. Danach wird der Aktuator gestartet und es werden die Federkräfte gemes
sen, die sich dann ergeben, wenn der Anker 1 sich in seiner oberen Anker-Endlage l3
und in seiner unteren Anker-Endlage l2 befindet. Im folgenden wird die Federkraft,
die in der oberen Anker-Endlage l3, d. h. die bei am Schließmagneten 3 anliegendem
Anker 1 gemessen wird, mit F3 bezeichnet und die Federkraft, die in der unteren
Anker-Endlage l2, d. h. bei am Öffnungsmagneten 2 anliegendem Anker 1 gemessen
wird, mit F2 bezeichnet. Für die Federkräfte F0, F2, F3 gelten somit folgende Glei
chungen:
F0 = c1 . l0 (1)
F2 = c1 . l2 (2)
F3 = c1 . l3 (3)
F2 = c1 . l2 (2)
F3 = c1 . l3 (3)
Hierbei steht l0 für die Gleichgewichtslage und c1 für die Federsteifigkeit der unteren
Feder 63, welche im vorliegenden Fall eine lineare Federkraftkennlinie aufweist. Die
beiden Anker-Endlagen sind durch die Abmessungen des Aktuators vorgegeben und
daher bekannt. Durch Subtraktion der Gleichung (2) von Gleichung (3) und Auflö
sung nach der Federsteifigkeit c1 erhält man:
Mit der so ermittelten Federsteifigkeit c1 ist aus Gleichung (1) die Gleichgewichtsla
ge beim Startvorgang berechenbar:
Falls beide Federn 60, 63 lineare Federkraftkennlinien aufweisen, dann lassen sich
für jede Feder durch Messung der in den Anker-Endlagen l2, l3 wirkenden Federkräf
te zwei Arbeitspunkte und eine durch diese Punkte hindurchgehende Gleichung als
Federkraftkennlinie berechnen. Die Gleichgewichtslage l0 erhält man dann, indem
die Ankerposition am Schnittpunkt der Federkraftkennlinien der beiden Federn 60,
63 ermittelt wird. Auf diese Weise ist die Gleichgewichtslage auch während des Be
triebs ermittelbar.
Die Federn 60, 63 werden anhand von Herstellerspezifikationen ausgewählt und
weisen somit bekannte Federkraftkennlinien auf. Daher kann für jede Feder 60 bzw.
63 ein Kennlinienfeld in einen Speicher abgelegt werden, das, wie in Fig. 2 darge
stellt, eine Vielzahl von Federkraftkennlinien m1 . . . m4 bzw. n1 . . . n4 mit der Feder
vorspannung der jeweiligen Feder 60 bzw. 63 als Parameter enthält. Durch Messung
der Federkraft der oberen und der unteren Feder 60, 63 bei sich in der oberen oder
unteren Anker-Endlage l2, l3 befindlichem Anker 1 wird für jede der Federn 60, 63
ein Arbeitspunkt A2 oder A3 und A4 oder A5 bestimmt. Aus den Kennlinienfeldern der
beiden Federn 60, 63 wird dann nach Maßgabe des Arbeitspunktes A2 oder A3 bzw.
A4 oder A5 der jeweiligen Feder 60 bzw. 63 jeweils eine Federkraftkennlinie m2 bzw.
n2 als Betriebskennlinie ausgewählt und durch Ermittlung des Schnittpunktes A0 der
Betriebskennlinien m2, n2 erhält man schließlich die dem Schnittpunkt A0 entspre
chende Gleichgewichtslage l0.
Wenn zusätzlich der Einfluß der Wärme und/oder Alterung auf die Federkraftkennli
nien bekannt ist, dann kann das Kennlinienfeld der jeweiligen Feder 60, 63 als zwei
dimensionales Feld vorgegeben werden. Ein derartiges Kennlinienfeld enthält dann
eine Vielzahl von Federkraftkennlinien, die sowohl von der Federvorspannung als
auch von einem weiteren Betriebsparameter abhängig ist, wobei der weitere Be
triebsparameter ein Maß des Wärme- und/oder Alterungseinflusses auf die Feder
kraftkennlinien ist. In diesem Fall werden die Federkräfte F2, F3, F4, F5 der beiden
Federn 60, 63 sowohl bei sich in der oberen Anker-Endlage l3 als auch in der unte
ren Anker-Endlage l2 befindlichem Anker 1 gemessen. Man erhält somit für jede der
Federn 60, 63 zwei Arbeitspunkte A2 und A3 bzw. A4 und A5. Aus den Kennlinienfel
dern der beiden Federn 60, 63 wird nunmehr nach Maßgabe der beiden Ar
beitspunkte A2, A3 bzw. A4, A5 der jeweiligen Feder 60 bzw. 63 jeweils eine Feder
kraftkennlinie m2 bzw. n2 als Betriebskennlinie ausgewählt und die Gleichgewichts
lage l0 wird wiederum durch Bestimmung des Schnittpunktes A0 der Betriebskennli
nien m2, n2 der beiden Federn 60, 63 ermittelt.
Weicht die Gleichgewichtslage l1 von einem vorgegebenen Sollwert zu stark ab,
dann kann der Benutzer durch ein Fehlersignal auf einen erforderlichen Werkstatt
besuch zur Nachjustierung des Aktuators hingewiesen werden.
Anhand der Betriebskennlinien m2, n2 läßt sich auch die energetische Mittenlage
des Ankers 1 berechnen. Eine Ankerposition lE ist dabei dann die energetische Mit
tenlage, wenn die Fläche unter der Betriebskennlinie m2 zwischen der unteren An
ker-Endlage l2 und der Ankerposition lE und die Fläche unter der Betriebskennlinie
n2 zwischen der Ankerposition lE und der oberen Anker-Endlage l3 gleich sind, d. h.
wenn folgende Gleichung gilt:
wobei m2(l) und n2(l) den Betriebskennlinien m2 bzw. n2 entsprechende Funktionen
der Ankerposition l darstellen.
Nach dem Startvorgang wird das Ausgleichselement 8 aktiviert und seine Dicke lH
erhöht, indem es beispielsweise mit Öl oder einer anderen Flüssigkeit aufgepumpt
wird, was eine Verschiebung der Federkraftkennlinie der oberen Feder 63 nach
oben und eine Verschiebung der Gleichgewichtslage l0 in Richtung der oberen An
ker-Endlage l3 zur Folge hat. Die auf diese Weise abgeänderte Gleichgewichtslage ist
in den Fig. 1 und 2 mit l1 bezeichnet; sie läßt sich in der oben beschriebenen
Weise durch Ermittlung der nunmehr geltenden Federkraftkennlinien m2, n1 und
Bestimmung des Schnittpunktes A1 dieser Federkraftkennlinien ermitteln durch ent
sprechende Ansteuerung des Ausgleichselements 8 weiter verschieben und auf ei
nen vorgegebenen Wert einstellen.
Etwaige Änderungen der Gleichgewichtslage l1 aufgrund von betriebsbedingten Än
derungen der Federkraftkennlinien werden dadurch berücksichtigt, daß die Gleich
gewichtslage l1 während des Betriebs wiederholt neu ermittelt wird. Die Änderungen
der in den Anker-Endlagen l2, l3 wirkenden Federkräfte F2, F3 sind ein Maß der Än
derung der Federkraftkennlinien und somit ein Maß des Verschleißes des Aktuators
und der Setzung (Alterung) der Federanordnung 60, 63, so daß ausgehend von die
ser Änderung eine Verschleiß- und/oder Setzungsmessung durchführbar ist.
Bei Kenntnis der Gleichgewichtslage l1 und der energetischen Mittenlage lE ist es
möglich, die Abweichung der Gleichgewichtslage l1 von der energetischen Mittenla
ge lE zu ermitteln und diese Abweichung mit geeigneten Stellmitteln durch Variation
der Vorspannung einer oder beider Federn 60, 63 zu minimieren, d. h. die Gleichge
wichtslage l1 auf die energetische Mittenlage lE zu regeln.
Mit dem beschriebenen Verfahren läßt sich auch der Hub ΔlH des Ausgleichsele
ments 8, d. h. die Differenz zwischen dem aktuellen Wert der Dicke lH des Aus
gleichselements 8 und dem minimalen Wert dieser Dicke lH berechnen. Die Berech
nung erfolgt gemäß der Gleichung
in der l1 den aktuellen Wert der Gleichgewichtslage darstellt, l0 den Startwert der
Gleichgewichtslage bei deaktiviertem Ausgleichselement 8 darstellt, c1 die Steilheit
der geltenden Federkraftkennlinie n1 der unteren Feder 63 in der Gleichgewichtsla
ge l1 darstellt und c2 die Steilheit der geltenden Federkraftkennlinie m2 der oberen
Feder 60 in der Gleichgewichtslage l1 darstellt.
Anhand der Federkraftkennlinien der beiden Federn 60, 63 läßt sich auch der Ver
lauf der auf den Anker 1 wirkenden resultierenden Federkraft berechnen und aus
diesem Verlauf der Bewegungsverlauf des Ankers 1 ermitteln. Aus dem Bewegungs
verlauf des Ankers 1 läßt sich beispielsweise die Auftreffgeschwindigkeit des Ankers
1 auf die Polflächen 21, 31 der Elektromagnete 2, 3 berechnen, so daß die Möglich
keit besteht, die Auftreffgeschwindigkeit zur Reduzierung von übermäßigem Ver
schleiß durch Steuerung der Energiezufuhr zu den Elektromagneten 2, 3 zu regeln.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind entlang der oberen Abstützfläche 73 und
entlang der unteren Abstützfläche jeweils mehrere Drucksensoren 70, 71 bzw. 80,
81 vorgesehen, es reicht jedoch aus, wenn an der oberen und der unteren Abstütz
fläche 73, 83 jeweils ein Drucksensor als Meßmittel vorgesehen ist.
Claims (7)
1. Elektromagnetischer Aktuator mit zwei voneinander beabstandeten Elektroma
gneten (2, 3), zwei gegeneinander wirkenden Federn (60, 63) und einem Anker (1),
der durch Magnetkraft der Elektromagnete (2, 3) zwischen zwei durch die Elektro
magnete (2, 3) vorgegebenen Anker-Endlagen (l2, l3) gegen die Federkraft der Fe
dern (60, 63) hin- und herbewegbar ist, wobei die Federkraft jeder Feder (60, 63)
gemäß einer von der Ankerposition abhängigen Federkraftkennlinie (m2, n2) der je
weiligen Feder (60, 63) vorgegeben ist, dadurch gekennzeichnet, daß Meßmittel (70,
71, 80, 81) zur Ermittlung der Federkraftkennlinie (m2) der einen Feder (60) oder der
Federkraftkennlinien (m2, n2) der beiden Federn (60, 63) vorgesehen sind.
2. Aktuator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßmittel (70, 71,
80, 81) mindestens einen an einer unbewegten Abstützfläche (72, 82) vorgesehe
nen Drucksensor aufweisen.
3. Verfahren zur Ermittlung der Gleichgewichtslage (l0) eines Ankers (1) eines elek
tromagnetischen Aktuators nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Federkraftkennlinie (n2) der einen der beiden Federn (60, 63) linear ist, daß die
Federkraft dieser einen Feder (63) bei ruhendem Anker (1) und bei sich in den An
ker Endlagen (l2, l3) befindlichem Anker (1) gemessen wird, daß aus den in den An
ker-Endlagen (l2, l3) gemessenen Federkräften (F2, F3) die Federkraftkennlinie (n2)
dieser einen Feder (60) ermittelt wird und daß aus der ermittelten Federkraftkennli
nie (n2) und der bei ruhendem Anker (1) gemessenen Federkraft (F0) die Gleichge
wichtslage (l0) des Ankers (1) berechnet wird.
4. Verfahren zur Ermittlung der Gleichgewichtslage (l0) eines Ankers (1) eines elek
tromagnetischen Aktuators nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
- - daß für die eine Feder (60) ein Kennlinienfeld mit von der Federvorspannung abhängigen Federkraftkennlinien (m1 . . . m4) vorgegeben wird,
- - daß die Federkraft der einen Feder (60) bei ruhendem Anker (1) und bei sich in der einen Anker-Endlage (l2) befindlichem Anker (1) gemessen wird,
- - daß aus dem Kennlinienfeld eine Federkraftkennlinie nach Maßgabe der der einen Anker-Endlage (l2) entsprechenden gemessenen Federkraft (F4) als Be triebskennlinie (m2) ausgewählt wird,
- - und daß anhand der Betriebskennlinie (m2) und der bei ruhendem Anker (1) ge messenen Federkraft (F0) die Gleichgewichtslage (l0) des Ankers (1) ermittelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Kennlinienfeld der
einen Feder (60) ein zweidimensionales Feld ist und von einem Betriebsparameter
abhängige Federkraftkennlinien (m1 . . . m4) enthält, daß die Federkraft der einen Fe
der (60) bei sich in beiden Anker-Endlagen (l2, l3) befindlichem Anker (1) gemessen
wird, und daß die Betriebskennlinie (m2, n2) nach Maßgabe der beiden den Anker-
Endlagen (l2, l3) entsprechenden gemessenen Federkräfte (F4, F5) ausgewählt wird.
6. Verfahren zur Ermittlung der Gleichgewichtslage (l0) eines Ankers (1) eines elek
tromagnetischen Aktuators nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
- - daß für beide Federn (60, 63) jeweils ein Kennlinienfeld mit von der Federvor spannung abhängigen Federkraftkennlinien (m1 . . . m4, n1 . . . n4) vorgegeben wird,
- - daß die Federkraft (F4) der einen Feder (60) bei sich in der einen Anker-Endlage (l2) befindlichem Anker (1) gemessen wird,
- - daß die Federkraft (F2, F3) der anderen Feder (63) bei sich in einer der beiden Anker-Endlagen (l2, l3) befindlichem Anker (1) gemessen wird,
- - daß aus den Kennlinienfeldern der Federn (60, 63) jeweils eine Federkraftkenn linie nach Maßgabe der gemessenen Federkraft der jeweiligen Feder (60, 63) als Betriebskennlinie (m2, n2) ausgewählt wird,
- - und daß die Gleichgewichtslage (l0) des Ankers (1) durch Bestimmung des Schnittpunktes (A0) der Betriebskennlinien (m2, n2) der beiden Federn (60, 63) ermittelt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kennlinienfelder
zweidimensionale Felder sind und von einem Betriebsparameter abhängige Feder
kraftkennlinien (m1 . . . m4, n1 . . . n4) enthalten, daß die Federkräfte (F2, F3, F4, F5) der
beiden Federn (60, 63) bei sich in beiden Anker-Endlagen (l2, l3) befindlichem Anker
(1) gemessen werden, und daß die Betriebskennlinien (m2, n2) jeweils nach Maßga
be der den Anker-Endlagen (l2, l3) entsprechenden gemessenen Federkräfte (F2, F3,
F4, F5) der jeweiligen Feder (60, 63) ausgewählt wird.
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| DE19927822A DE19927822C1 (de) | 1999-06-18 | 1999-06-18 | Elektromagnetischer Aktuator und Verfahren zur Ermittlung der Gleichgewichtslage seines Ankers |
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| DE19927822A DE19927822C1 (de) | 1999-06-18 | 1999-06-18 | Elektromagnetischer Aktuator und Verfahren zur Ermittlung der Gleichgewichtslage seines Ankers |
Publications (1)
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| DE19927822C1 true DE19927822C1 (de) | 2000-10-12 |
Family
ID=7911668
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19927822A Expired - Lifetime DE19927822C1 (de) | 1999-06-18 | 1999-06-18 | Elektromagnetischer Aktuator und Verfahren zur Ermittlung der Gleichgewichtslage seines Ankers |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19927822C1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19927823B4 (de) * | 1999-06-18 | 2004-08-12 | Daimlerchrysler Ag | Elektromagnetischer Aktuator und Verfahren zur Justierung des elektromagnetischen Aktuators |
| DE10308057A1 (de) * | 2003-02-26 | 2004-09-09 | Daimlerchrysler Ag | Vorrichtung mit einer Sensoreinheit und einer Auswerteeinheit zur Erfassung einer Gleichgewichtslage eines Ankers |
| EP1344903A3 (de) * | 2002-03-14 | 2007-01-17 | Ford Global Technologies, Inc. | Vorrichtung und Verfahren zum weichen Absetzen einer Elektromagnetischer Aktor |
| CN103003893A (zh) * | 2010-06-30 | 2013-03-27 | 利滕斯汽车合伙公司 | 机电装置和相关的组装方法 |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19631909A1 (de) * | 1995-08-08 | 1997-02-13 | Fev Motorentech Gmbh & Co Kg | Verfahren zur Justierung der Ruhelage des Ankers an einem elektromganetischen Aktuator |
-
1999
- 1999-06-18 DE DE19927822A patent/DE19927822C1/de not_active Expired - Lifetime
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE19631909A1 (de) * | 1995-08-08 | 1997-02-13 | Fev Motorentech Gmbh & Co Kg | Verfahren zur Justierung der Ruhelage des Ankers an einem elektromganetischen Aktuator |
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| US9105386B2 (en) | 2010-06-30 | 2015-08-11 | Litens Automotive Partnership | Electro-mechanical device and associated method of assembly |
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