DE10006784A1 - Elektromagnet zur Betätigung des Stellglieds eines Ventils - Google Patents
Elektromagnet zur Betätigung des Stellglieds eines VentilsInfo
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Abstract
Es wird ein Elektromagnet zur Betätigung eines Wegeventils (11) vorgeschlagen, bei dem der Steuerschieber (35) von einem Doppelhubmagneten (10) in wenigstens drei Schaltstellungen verstellbar ist. Der mit dem Steuerschieber (35) gekoppelte Anker (23) ist in einem Druckrohr (13) angeordnet. Um Schaltschläge zu vermeiden und gleichzeitig eine geringe Schaltzeit zu ermöglichen, sind in dem Anker (23) Axsialbohrungen (45, 46) und Radialbohrungen (48, 49) und in dem Druckrohr (13) eine Ringnut (42) ausgebildet, die eine von der Ankerstellung abhängige Verbindung zwischen zwei mit Druckmittel befüllten Druckräumen (43, 44) ermöglichen.
Description
Die Erfindung betrifft einen Elektromagneten zur Betätigung
des Stellglieds eines Ventils nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1, wie er aus der DE 197 16 540 A1 bekannt ist.
Bei dem bekannten Elektromagneten weist der in einem
Druckrohr angeordnete Anker eine in der Bewegungsrichtung
des Ankers verlaufende Durchgangsbohrung auf. Mit dieser
Durchgangsbohrung werden die beiden auf den
entgegengesetzten Stirnseiten des Ankers angeordneten
Druckräume miteinander verbunden. Die Verbindung bewirkt,
dass bei einer Bewegung des Ankers das Druckmittel von dem
einen in den anderen Druckraum gezielt überströmen kann, so
daß die Stellgeschwindigkeit und Stellzeit des Ventils über
die Größe bzw. den Durchmesser der Durchgangsbohrung
beeinflußt werden kann. Dadurch lassen sich insbesondere
Schaltschläge vermeiden. Nachteilig dabei ist, dass die
Drosselwirkung der Verbindung über den gesamten Hubweg des
Elektromagneten, also auch außerhalb der Anfahrstellung des
Ankers bzw. des Ventilgliedes gleich ist, und somit
insbesondere die Schaltzeit des Elektromagneten verlängert
wird, wenn im Bereich der Anfahrstellung eine hohe
Drosselwirkung und daher ein geringer Durchmesser der
Durchgangsbohrung erforderlich ist.
Weiterhin ist es bekannt, zur Verringerung der Schaltschläge
an dem Ventil selbst eine sogenannte Feinsteuergeometrie
auszubilden, die zu einer Verlangsamung der Schaltbewegung
beim Bewegen des Ventils führt. Nachteilig dabei ist jedoch
der zusätzliche fertigungstechnische Aufwand am Ventil.
Außerdem sind derartige Feinsteuergeometrien oftmals bei
Ventilen kleiner Nenngröße mit vertretbarem
Fertigungsaufwand nicht mehr herzustellen.
Der erfindungsgemäße Elektromagnet zur Betätigung des
Stellglieds eines Ventils mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, dass die
Stellgeschwindigkeit über dem Stellhub variabel ist. Dies
wird dadurch erreicht, daß die Verbindung in Abhängigkeit
der Ankerbewegung gesteuert wird. So läßt sich bewirken, daß
die Verbindung um die Anfahr- bzw. Mittelstellung des Ankers
gedrosselt ist und erst nach Verlassen dieser Anfahr- bzw.
Mittelstellung aufgesteuert wird.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Elektromagneten ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Eine fertigungstechnisch relativ einfach erstellbare
Ausbildung der Verbindung zwischen den beiden Druckräumen
ist in Anspruch 2 angegeben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und wird nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen Doppelhubmagneten mit
angebautem Wegeventil in vereinfachter Darstellung und
Fig. 2 einen Ausschnitt aus der Fig. 1 im Bereich des
Ankers.
Die Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen Doppelhub
magneten 10 in vereinfachter Darstellung, der an ein üb
liches 4/3-Wegeventil 11 angebaut ist. Der Doppelhubmagnet
10 ist hier als ein Tauchanker-Elektromagnet ausgeführt,
dessen Gehäuse 12 ein Druckrohr 13 aufweist, das stirnseitig
in das Ventilgehäuse 14 des Wegeventils 11 eingeschraubt
ist.
Das Druckrohr 13 ist in an sich bekannter Weise einstückig
ausgebildet und besteht aus einem ein Befestigungsgewinde 15
tragenden, zylindrischen Innenjochteil 16, an den nachein
ander ein erster Zwischenring 17, ein mittlerer Rohrab
schnitt 18, ein zweiter Zwischenring 19 und ein äußerer
Rohrabschnitt 20 anschließen. Während die beiden Zwischen
ringe 17, 19 aus nicht magnetischem Material bestehen, sind
die übrigen Teile des Druckrohrs 13 aus magnetisch leitendem
Material hergestellt. Im Bereich des äußeren Rohrabschnitts
20 ist das Druckrohr 13 durch ein zylindrisches Außenjoch 21
verschlossen, wodurch im Druckrohr 13 ein Innenraum 22 ge
bildet ist, der einen Anker 23 aufnimmt. Der Anker 23 ist
über einen Querstift 24 auf einem axial verlaufenden Stößel
25 fixiert, der im Innenjochteil 16 und im Außenjochteil 21
beweglich gelagert ist.
Auf dem Außenumfang des Druckrohrs 13 sind hintereinander
eine erste Spule 26 sowie eine zweite Spule 27 des Elektro
magneten angeordnet, wobei die räumlich eng beieinanderlie
genden Spulen 26, 27 durch eine ringförmige Flußleitscheibe
28 voneinander getrennt sind. Auf der dem Wegeventil 11 zu
gewandten Stirnseite der ersten Spule 26 ist als Teil des
Gehäuses 12 eine erste, ringförmige Abschlußplatte 29 ange
ordnet, während auf der entgegengesetzt liegenden Stirnseite
der zweiten Spule 27, die nach außen gewandt ist, eine
zweite Abschlußplatte 31 anliegt. Beide Spulen 26, 27 sowie
beide Abschlußplatten 29, 31 sowie die Flußleitscheibe 28
sind von einem zylindrischen Rohrteil 32 umgeben, das eben
falls ein. Teil des Gehäuses 12 darstellt und aus magnetisch
leitendem Material besteht, um die Magnetkreise für die
beiden Spulen 26 und 27 zu schließen.
Das Außenjochteil 21 ist in nicht näher gezeichneter Weise
im Druckrohr 13 befestigt und trägt eine Ringmutter 33,
welche das freie Ende des Druckrohrs 13 übergreift und die
beiden Spulen 26, 27 des Elektromagneten am Ventilgehäuse
14 anliegend hält.
In der radialen Ebene der Flußleitscheibe 28 ist an deren
Innendurchmesser eine Aussparung ausgebildet, in der ein
Sensorelement 34 liegt. Das Sensorelement 34 liegt unmittel
bar am Außendurchmesser des Druckrohrs 13, insbesondere des
mittleren Rohrabschnitts 18 an und liegt somit in einer
Stelle, die den Magnetkreisen beider Spulen 26 bzw. 27 zuge
ordnet ist. Aas Sensorelement 34, mit dem der Magnetfluß an
einer für beide Magnetkreise repräsentativen Stelle gemessen
wird, läßt sich vorzugsweise als Hall-Generator ausführen.
Das vom Doppelhubmagnet 10 bestätigte Wegeventil 11 ist ein
an sich bekanntes Ventil für vier Wege und drei Stellungen,
dessen als Stellglied dienender Steuerschieber 35 durch eine
mechanische Rückstelleinrichtung 36 mit zwei entgegengesetzt
zueinander wirkenden Federn 37, 38 in der gezeichneten
Mittelstellung zentriert wird. Der den Anker 23 tragende
Stößel 25 durchdringt das Innenjochteil 16 und liegt mit
seinem Ende 39 stirnseitig am Steuerschieber 35 an.
Am Gehäuse 12 des Doppelhubmagneten 10 ist am Außenumfang
des Rohrteils 32 ein Anschlussstecker 41 angebaut, in dem
die Ansteuerelektronik für das Sensorelement 34 und die
beiden Spulen 26, 27 einfach, kompakt und kostengünstig
untergebracht werden kann.
Die Wirkungsweise eines üblichen Doppelhubmagneten ist
herkömmlich bekannt und wird deshalb hier nicht näher
erläutert. Bei einem Drei-Stellungs-Wegeventil wird zur
Auslenkung des Steuerschiebers 35 aus seiner Mittelstellung
nach beiden Seiten in Arbeitsstellungen jeweils eine der
Spulen 26 bzw. 27 bestromt, während die andere Spule
unbestromt bleibt.
Zur Beeinflussung der Schaltzeiten des Steuerschiebers 35
und zur Vermeidung von Schaltschlägen bzw. unerwünscht hohen
Beschleunigungen beim Anfahren ist der mit dem
Steuerschieber 35 gekoppelte Anker 23 sowie der mittlere
Rohrabschnitt 18 des Druckrohrs 13 besonders ausgebildet,
wie insbesondere aus der Fig. 2 ersichtlich ist. Im
mittleren Rohrabschnitt 18 ist im Bereich der Mittelstellung
des Ankers 23, das heißt im Bereich der Flussleitscheibe 28,
eine umlaufende Ringnut 42 am Innenumfang des Druckrohrs 13
ausgebildet. Ferner geht von jeder Stirnseite des Ankers 23,
welcher den Innenraum 22 in zwei mit Druckmittel befüllte
Druckräume 43, 44 unterteilt, je eine Achsialbohrung 45, 46
aus, die parallel zum Stößel 25 verlaufen. Die beiden
Achsialbohrungen 45, 46 überdecken in der Mittelstellung des
Ankers 23 die Ringnut 42 derart, dass jeweils zwei, von dem
Außenumfang des Ankers 23 ausgehende und in den
Achsialbohrungen 45, 46 mündende Radialbohrungen 48, 49
beidseitig symmetrisch und außerhalb der Ringnut 42
angeordnet sind.
Durch die besondere Ausbildung des Druckrohrs 13 und des
Ankers 23 wird erreicht, dass zum Beispiel bei einer
Bestromung der Spule 27 der Anker 23 aus seiner in den
Figuren dargestellten Mittelstellung heraus in Richtung des
einen Druckraums 44 bewegt wird. Das in dem Druckraum 44
befindliche Druckmittel kann dabei, solange der Anker 23 nur
geringfügig ausgelenkt ist, nur über den Ringspalt 50
zwischen dem Ankeraußenumfang und der Druckrohrinnenwand und
der Ringnut 42 in Richtung des anderen Druckraums 43
überströmen. Dadurch weist der Anker 23 und der
Steuerschieber 35 nur eine sehr geringe Beschleunigung bzw.
Geschwindigkeit aus der Mittel- bzw. Anfahrstellung des
Ankers 23 heraus auf. Erst wenn die beiden Radialbohrungen
48 in Überdeckung mit der Ringnut 42 gelangen wird eine
durchgängige Verbindung für das im Druckraum 44 befindliche
Druckmittel über die Achsialbohrung 46, die eine
Radialbohrung 48, die Ringnut 42, die andere Radialbohrung
48 und die andere Achsialbohrung 45 in den Druckraum 43
geschaffen. Diese Verbindung mit einem relativ geringen
Strömungswiderstand für das Druckmittel erhöht die
Stellgeschwindigkeit des Ankers 23 und des Steuerschiebers
35 außerhalb der Anfahrstellung und dient daher der
Schaltzeitverkürzung des Wegeventils 11.
Bei einer Bestromung der Spule 26, bei der sich der Anker 23
in Richtung des Druckraums 43 bewegt gilt Entsprechendes,
wobei in diesem Fall die Radialbohrungen 49 für die
Verbindung zwischen den Druckräumen 43, 44 sorgen.
Ergänzend wird erwähnt, dass die Erfindung nicht auf den
Einsatz bei einem Doppelhubmagneten 10 beschränkt ist.
Vielmehr kann sie auch bei einem einseitig wirkenden
Magneten Verwendung finden. In diesem Fall genügt in der
Regel jeweils eine von der jeweiligen Achsialbohrung
ausgehende. Radialbohrung. Weiterhin kann das Sensorelement
34 selbstverständlich durch eine andere Einrichtung zur
Erkennung der Lage des Ankers 23 bzw. zur Steuerung der
beiden Spulen 26, 27 ersetzt werden.
Claims (5)
1. Elektromagnet (10) zur Betätigung des Stellglieds (35)
eines Ventils (11), mit einem von wenigstens einer
Magnetspule (26, 27) bewegbaren Anker (23), der mit dem
Stellglied (35) gekoppelt ist, und mit einer Verbindung
(42, 45, 46, 48, 49) zwischen zwei, auf den jeweiligen
Ankerseiten angeordneten und mit Druckmittel befüllten
Räumen (43, 44), wobei bei einer Bewegung des Ankers (23)
über die Verbindung (42, 45, 46, 48, 49) Druckmittel
zwischen den beiden Räumen (43, 44) überströmen kann,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung (42, 45, 46,
48, 49) durch die Ankerbewegung gesteuert ist.
2. Elektromagnet nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass der Anker (23) in einem Ankerrohr (13) gleitend
geführt ist und dass die Verbindung eine an der
Innenseite des Ankerrohrs (13) ausgebildete Nut (42)
aufweist, die zwei, jeweils von einer Stirnseite des
Ankers (23) ausgehende Achsialbohrungen (45, 46) über
Radialbohrungen (48, 49) miteinander verbindet.
3. Elektromagnet nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Nut als Ringnut (42) ausgebildet ist.
4. Elektromagnet nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
dass von den Achsialbohrungen (45, 46) jeweils wenigstens
eine Radialbohrung (48, 49) ausgeht, die abhängig von der
Ankerstellung in der Ringnut (42) mündet.
5. Elektromagnet nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Magnetspulen (26, 27) vorhanden sind, die bei
einer Bestromung den Anker (23) aus der Anfahrstellung in
jeweils entgegengesetzte Richtung auslenken und dass jede
Achsialbohrung (45, 46) zwei Radialbohrungen (48, 49)
aufweist, die in der Anfahrlage symmetrisch zur Ringnut
(42) angeordnet sind.
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