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Die
Erfindung betrifft ein Trainingsgerät für einen Sportler zum Trainieren
von Kraft, Koordination und Ausdauer durch mehrere aufeinander folgende Schläge oder
Tritte gegen mehrere um den Sportler herum angeordnete Polster und
Stangen, die mit in Einbaulage unteren Enden an einem Untergrund
befestigbar sind und an deren oberem Ende die Polster befestigbar
sind, wobei zumindest an einem Polster oder einer Stange ein Druck- oder Erschütterungssensor
angeordnet ist, der mit einer Messvorrichtung zur Erfassung der
zwischen zwei Aufschlägen
bestehenden Zeitdifferenz verbindbar ist, und wobei eine Vorrichtung
zur Auswertung der Zeitdifferenz zwischen den Schlägen oder
Tritten vorgesehen ist und eine Signalvorrichtung zur Darstellung,
ob die gemessene Zeitdifferenz einen Referenzwert überschreitet.
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Derartige
Vorrichtungen werden insbesondere zum Trainieren von Kampfsportarten
eingesetzt, bei denen mehrere Tritttechniken in Reihenfolge geübt werden
können.
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Tritttechniken
in Reihenfolge werden entweder an mehreren Sandsäcken ausgeübt oder an Trittpolstern und
Pratzen, die von Trainern oder Trainingspartnern gehalten werden.
Bei letzterem ist der Nachteil ersichtlich, der darin besteht, auf
die Anwesenheit mehrerer Personen beim Training angewiesen zu sein.
Sandsäcke
sind für
verschiedene Tritttechniken nicht gut geeignet, da deren runde Form das
Abrutschen des Trittfußes
leicht zulässt.
Außerdem
bieten Sandsäcke
meist zuviel Widerstand und der Sportler bekommt das demotivierende
Gefühl, keine
Wirkung mit seinem Tritt ausgeübt
zu haben.
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Der
Sportler muss sich eine solche Trainingssituation, in der er es
mit mehreren Gegnern zu tun hat, entweder mit Hilfe von Sandsäcken oder
der Bereitschaft von Trainern oder Trainingspartnern, die Trittpolster
oder Pratzen halten, selbst erschaffen. Natürlich ist demnach auch die
Zeitabnahme, zur Bestimmung des Zeitabstandes vom ersten bis zum letzten
ausgeführten
Tritt, bei den gebräuchlichen Trittpolstern,
Pratzen oder Sandsäcken,
nur mit Hilfe einer weiteren Person und dem Vorhandensein einer Stoppuhr
möglich.
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Aus
der
DE 94 18 368 U1 ist
beispielsweise ein Trainingsgerät
bekannt, bei dem an einem Polster ein Drucksensor angeordnet und
mit einer Messvorrichtung zur Erfassung einer zwischen zwei Aufschlägen bestehenden
Zeitdifferenz verbunden ist.
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In
der
DE 76 11 815 U ist
beispielsweise ein Trainingsgerät
mit einer auf dem Untergrund befestigbaren Haltevorrichtung, mit
der die unteren Enden von an Stangen angeordneten Polstern lösbar verbindbar
sind, beschrieben.
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Durch
die
US 5,503,606 A ist
ein Trainingsgerät
zum Trainieren von Kraft, Koordination und Ausdauer von mehreren
aufeinander folgenden Schlägen
oder Tritten gegen mehrere um den Sportler herum angeordnete Polster
bekannt, wobei das Trainingsgerät
Stangen aufweist, die mit einem in Einbaulage unteren Ende an einem
Untergrund befestigbar sind und an deren oberem Ende die Polster befestigbar
sind, wobei zumindest an einem Polster oder einer Stange ein Druck-
oder Erschütterungssensor
angeordnet ist, der mit einer Messvorrichtung zur Erfassung der
zwischen zwei Aufschlägen
bestehenden Zeitdifferenz verbindbar ist, und wobei eine Vorrichtung
zur Auswertung der Zeitdifferenz zwischen den Schlägen oder
Tritten vorgesehen ist und eine Signalvorrichtung zur Darstellung,
ob die gemessene Zeitdifferenz einen Referenzwert überschreitet.
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Die
in der
US 5,503,606
A beschriebene Vorrichtung erlaubt jedoch nur das Einüben einer
Situation, in der es der Kampfsportler mit nur einem Gegner zu tun
hat.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung vorzusehen,
an der Tritttechniken in Reihenfolge zur Simulation mehrerer Gegner
trainiert werden können.
Außerdem
soll die Vorrichtung dem Sportler die Möglichkeit bieten, seine eigene
Leistung zu messen und so den im Sport wichtigen Anreiz zu liefern,
Rekorde zu brechen.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Trainingsgerät
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterentwicklungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Ein
wichtiger Vorteil der Erfindung liegt in dem Angebot an den Sportler,
seine Leistung zu messen. Es gilt die Trittreihenfolge exakt, aber
auch schnell auszuführen.
An dem Gerät
setzt der Sportler bei jedem Training seine eigenen Rekorde, die
er innerhalb der Trainingseinheit brechen muß. Trainingsgeräte für Trittreihenfolgen
und Zeitabnahme sind bislang nicht bekannt.
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Oben
beschriebene und weitere Vorteile der Erfindung werden im folgenden
Text und der beiliegenden Zeichnung erläutert, die eine bevorzugte Ausführungsform
darstellt.
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Eine
als gebogene Stange 1 ausgebildete Haltevorrichtung wird
vorzugsweise mit Schrauben 2 und Dübeln 3 auf dem Boden
des Trainingsraums fest angebracht.
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Auf
der in Einbaulage oberen Seite der Stange 1 befinden sich
Bohrungen 4, in die elastische Stangen 5 eingeschraubt
werden können.
Die Stangen 5 sind vorzugsweise aus relativ dickem, dehnbarem
Kunststoff gefertigt und besitzen am unteren Ende ein Gewinde zum
einschrauben in ein an der Stange 1 vorgesehenes Innengewinde.
Die Stangen 5 sind konisch ausgebildet und verjüngen sich
nach oben. Ferner sind sie teleskopartig in der Höhe verstellbar.
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In
der Stange 1 sind mehrere Bohrungen 4 vorgesehen,
so daß die
Stangen 5 je nach Wunsch weit voneinander oder auch nah
beieinander angebracht werden können.
Auf der Oberfläche
der Stange 1 ist eine Skalierung 6 vorgesehen,
an Hand derer der Sportler sich von Trainingseinheit zu Trainingseinheit
orientieren kann. Möchte
er die Stangen gegebenenfalls an der gleichen Stelle wie beim letzten Training
plazieren, kann er die Skalierung 6 nutzen.
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An
den Stangen 5 werden im oberen Bereich Trittpolster 7 oder Pratzen 8 angebracht.
Die Trittpolster 7 sowie die Pratzen 8 sind von
hinten mit einer relativ dicken Platte verstärkt. In der Mitte der Platten
befinden sich bevorzugt Schellen 9, die mit Clipverschlüssen versehen
sind, mittels derer Trittpolster 7 oder Pratzen 8 an
den Stangen 5 befestigt werden. Es können mehrere Stangen 5 mit
beliebig vielen Trittpolstern 7 oder Pratzen 8 auf
der Stange 1 angebracht werden.
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Die
Erfindung bietet dem Sportler die Möglichkeit, zum Beispiel den
sogenannten Sidekick gegen das Trittpolster 7 auszuführen und
sofort im Anschluss den sogenannten Spinning Roundkick gegen die
sich in kurzem Abstand befindliche Pratze 8 zu führen. Eine
dritte Stange, an der zum Beispiel wieder ein Trittpolster 7 angebracht
worden ist, bietet dann im sofortigen Anschluß die Möglichkeit, zum Beispiel einen
sogenannten Roundhousekick anzubringen.
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Die
erfindungsgemäße Ausgestaltung
erlaubt es dem Sportler, Situationen nach eigener Wahl zu konstruieren.
Möchte
er sich auf eine Situation einstellen, in der er es mit zwei imaginären Gegnern zu
tun hat, dann montiert er zwei Stangen 5 mit jeweils einem
Trittpolster 7 und einer Pratze 8. Dabei bleibt
es dem Sportler überlassen,
welche Tritte er für eine
Gegenwehr für
am sinnvollsten hält
und einstudieren möchte.
Denkt er zum Beispiel, daß beide imaginäre Gegner
mit einem sogenannten Sidekick angegriffen werden sollen, wird er
zwei Trittpolster 7 an den Stangen 5 montieren,
weil Trittpolster 5 sich weitaus eher für den Sidekick eignen als Pratzen 8. Andererseits
möchte
er vielleicht lieber zwei sogenannte Spinning Roundkicks in Folge
einüben.
In diesem Fall wird er zwei Pratzen 8 an den Stangen 5 anbringen.
Möchte
der Kampfsportler zum Beispiel die Situation einüben, in der zwei Angreifer
aus gesetzter entgegen Richtung auf ihn zukommen, so wird er die Stangen 5 in
den Bohrungen 4 an gesetzten entgegen äußeren Enden der Stange 1 anbringen.
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Die
Kombinationsmöglichkeiten
des Sportlers sind sehr vielfältig.
Er kann die Trittechniken gegen imaginäre Gegner beliebig wählen und
sich die Vorrichtung nach seinem Anliegen vor dem Training ausrichten.
Die Anzahl der imaginären
Gegner ist jedoch auf den Zwischenabstand begrenzt, in dem die Stangen 5 auf
der Stange 1 montiert werden können und noch Bewegungsraum
für die
Trittechnik bieten. Dieser Umstand hängt von der Größe und der
Geschicklichkeit des Sportlers ab. Die halbkreisförmige Ausbildung
der Stange 1 bietet die Möglichkeit, mit einer zweiten
Stange 1 den Halbkreis zu einem Kreis zu ergänzen. Somit
kann der Sportler in fortgeschrittenem Stadium Tritte gegen imaginäre Angreifer
ausführen,
die von allen Seiten auf ihn zukommen. Die Kombinationsmöglichkeiten
beim Anbringen von Tritten können
also durch das Montieren einer zweiten halbkreisförmigen Stange 1 erweitert
werden.
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Die
Leistungsmessung an der Vorrichtung erfolgt vorzugsweise mit Hilfe
einer Stoppuhr 10, die an der Stange 5 angebracht
ist, gegen die der erste Tritt oder Schlag in der Trittreihenfolge
geführt
wird. Durch die Erschütterung,
die durch den ersten Tritt verursacht wird, wird die Stoppuhr 10 in
Gang gesetzt. Der Sportler beendet seine Trittreihenfolge, indem
er nochmals gegen die Stange tritt, gegen die er zuerst getreten
hat. Durch die erneute Erschütterung wird
die Zeit gestoppt, die der Sportler für seinen Durchgang gebraucht
hat. Der erste Tritt setzt die Stoppuhr 10 in Gang, der
letzte Tritt stoppt sie. Die Stoppuhr 10 wird die genommene
Zeit programmieren und als ersten Leistungsrekord des Sportlers
sehen. Jetzt gilt es für
den Sportler, die nächste
Trittreihenfolge mindestens eine Sekunde schneller auszuführen. Schafft
er dies nicht, ertönt
ein akustisches Signal, das ihm eine Verschlechterung in seiner
Leistung aufzeigt. Der Einsatz eines optischen Signals ist ebenfalls
möglich.
Schafft er es, die programmierte Zeit zu unterbieten, programmiert
die Stoppuhr 10 automatisch den neuen Rekord und verwendet
diesen als Referenzwert für
das weitere Training.
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Übt der Sportler
zum Beispiel seinen ersten Durchlauf in 45 Sekunden aus,
so muß er
die nächste Trittreihenfolge
in mindestens 44 Sekunden absolvieren. Ansonsten wird ihm
ein akustisches Signal den Mißerfolg
seines Versuches mitteilen. Hat er zum Beispiel beim zweiten Durchlauf 44 Sekunden
gebraucht, dann muß er
die folgenden Tritte in mindestens 43 Sekunden erledigen,
weil die Stoppuhr 10 die letzte beste Zeit automatisch
als Rekord programmiert hat, auf den sie beim Überschreiten durch ein akustisches
Signal hinweist.
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Der
Sportler wird also beim Training unaufhörlich seine eigene Leistung
verbessern müssen. Oben
beschriebene Vorrichtung kann natürlich auch mit ausgeschalteter
Stoppuhr 10 benutzt werden, was vielleicht für Kampfsportanfänger zuerst
mal empfehlenswert ist.
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- 1
- Stange
- 2
- Schraube
- 3
- Dübel
- 4
- Bohrung
- 5
- Stange
- 6
- Skalierung
- 7
- Trittpolster
- 8
- Pratz
- 9
- Schelle
- 10
- Stoppuhr