Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Kerntechnik.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auswechseln von
Brennelementen im Reaktorkern eines Kernkraftwerks, wobei we
nigstens zwei Brennelemente eine Gruppe bildend gemeinsam be
wegt werden.
Im Laufe der Betriebszeit eines Kernreaktors wird der in den
Brennelementen enthaltene Kernbrennstoff durch Abbrennen ver
braucht, mit der Folge, daß die Brennelemente von Zeit zu
Zeit ausgewechselt werden müssen. Hierzu müssen abgebrannte
Brennelemente aus dem Reaktorkern in das Brennelement-Lager
becken und frische, unverbrauchte oder nur zum Teil ver
brauchte Brennelemente aus dem Brennelement-Lagerbecken in
den Reaktorkern bewegt werden.
Während des Betriebs weist der Reaktorkern eine Vielzahl von
Brennelementen auf, die im wesentlichen langgestreckt-quader
förmig geformt sind und dicht nebeneinander benachbart, geo
dätisch vertikal orientiert sind. Zur Steuerung der Kernreak
tion weist eine Mehrzahl dieser Brennelemente Steuerelemente,
sogenannte Steuerstäbe oder Regelstäbe, auf, die durch in den
Brennelementen enthaltene Steuerstabführungsrohre in die
Brennelemente eingebracht sind. In denjenigen Brennelementen,
die keine Steuerstäbe aufweisen, sind die Steuerstabführungs
rohre von sogenannten Drosselkörpern verschlossen. Diese wer
den benötigt, um den Kühlmitteldurchsatz gleichmäßig über den
Reaktorkern zu verteilen.
Der Austausch von Brennelementen erfolgt in der Regel nach
einem Betriebszyklus des Kernkraftwerks von mehreren, insbe
sondere 12 bis 18 Monaten. Hierzu muß das Kernkraftwerk ab
geschaltet und der Reaktorkern drucklos gemacht werden. Durch
Demontage des Druckbehälterdeckels und Ausbau verschiedener
Einbauten wird der Reaktorkern von oben zugänglich. Dies ge
schieht bei geflutetem Reaktorbecken, um die Wasserabschir
mung für den freiliegenden Reaktorkern zu erhalten. Über dem
gefluteten Brennelement-Lagerbecken und dem Reaktorbecken
kann dann eine Manipulierbrücke mit einem in einem Führungs
mast hängenden Greifer verfahren werden, wobei jede Position
im Brennelement-Lagergestell und im Reaktorkern mit Hilfe ei
nes nach Koordinaten justierten Positionierungssystems ange
fahren werden kann.
Zum Austausch des Kernbrennstoffs eines Kernkraftwerks ist es
beispielsweise aus der DE
26 23 103 A1 bekannt, mehrere Stäbe ein und desselben Brennele
ments, insbesondere Brenn-, Brut-, Absorber- oder Giftstäbe,
zugleich zu ziehen bzw. einzusetzen.
Zum Austausch des Kernbrennstoffs werden jedoch in der Regel
die einzelnen Brennelemente jeweils als Ganzes ausgetauscht.
Zur Handhabung von Brennelementen und Steuerstäben sowie von
Drosselkörpern kann beispielsweise ein sogenannter Doppel
greifer eingesetzt werden, wie er in der
DE-AS 17 64 176 beschrieben ist. Dieser Doppelgreifer
ist ausgestattet mit einem selbständig bedienbaren Steuer
stabgreifer und einem selbständig bedienbaren Brennelement
greifer, so daß es möglich ist, sowohl einen Steuerstab als
auch ein Brennelement für sich allein zu transportieren und
umzusetzen als auch das Brennelement mit dem noch darin be
findlichen Steuerstab zu verfahren.
Eine ähnliche Vorrichtung ist als "Handhabemechanismus für
Brennelementbündel und Kontrollelementgruppen" in der
DE-OS 22 55 852 beschrieben.
Aus der US 5,473,645 ist eine Vorrichtung zum Aufbewahren ei
nes Brennstoffsupports und zweier zugehöriger Steuerstäbe be
kannt. Damit können in einem Siedewasserreaktor ein Brenn
stoffsupport und die zugehörigen Steuerstäbe simultan gezogen
werden.
In der DE 31 10 582 C2 ist ein Verfahren zum Manipulieren
und/oder Lagern eines Kernreaktorbrennelements beschrieben,
bei dem mittels eines speziellen Kuppelteils gewährleistet
ist, daß ausschließlich hin Brennelement mit einem Zusatzkör
per aus neutronenabsorbierendem Werkstoff manipulierbar oder
lagerbar ist. Der Zusatzkörper wird neben den Brennstäben,
insbesondere in für Absorberstäbe eines Steuerelements vorge
sehene Zwischenräume zwischen den Brennstäben, lösbar ange
bracht.
Die beschriebenen Verfahren und Vorrichtungen haben den ge
meinsamen Nachteil, daß jeweils nur ein einziges Brennele
ment, gegebenenfalls mit zugehörigem Steuerstab, handhabbar
ist. Da während des Brennelement-Austauschs das Kernkraftwerk
abgeschaltet ist, stellt die Dauer des Brennelement-Wechsels
einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Außerdem ist das Bedien
personal während eines Brennelement-Wechsels einer Strahlen
belastung ausgesetzt. Es besteht deshalb ein Bedarf, die für
weinen Brennelement-Wechsel erforderliche Zeit zu verkürzen.
Aus der US 5,687,207 ist ein Verfahren zum Brennelement-Wech
sel bekannt, bei dem zwei Brennelemente gleichzeitig gehand
habt werden. Hierzu wird eine Lademaschine zunächst über ei
nem ersten Brennelement positioniert. Nachdem das erste
Brennelement gezogen wurde, wird die Lademaschine über einem
zweiten Brennelement positioniert und dieses ebenfalls gezo
gen. Die beiden Brennelemente werden in ein gemeinsames Füh
rungsrohr eingebracht.
Bei diesem Verfahren kann nicht sicher ausgeschlossen werden,
daß mit den beiden unmittelbar nebeneinander angeordneten
Brennelementen eine unzulässige Kritikalität erreicht wird.
Kritikalität liegt an einer Stelle dann vor, falls dort die
Anzahl der pro Zeiteinheit produzierten Neutronen gleich groß
ist wie die Anzahl der pro Zeiteinheit durch Absorption und
Leckverluste verlorengegangenen Neutronen. Der sogenannte ef
fektive Multiplikationsfaktor, der durch das Verhältnis aus
der Produktionsrate einerseits und zu der Summe aus Absorpti
ons- und Leckverlustrate andererseits gebildet ist, ist dann
eins. Neben einer Reihe von internationalen Vorschriften gibt
es auch eine Reihe von nationalen Vorschriften, in denen ge
regelt ist, welcher maximale effektive Multiplikationsfaktor
bei abgeschaltetem (Druckwasser-)Reaktor, z. B. beim Brennele
ment-Wechsel, noch zulässig ist. Beispielsweise ist in der
sicherheitstechnischen Regel KTA 3602 des deutschen kerntech
nischen Ausschusses (KTA) maximal ein effektiver Multiplika
tionsfaktor von 0,95 erlaubt. Dieser Wert darf schon unter
der Annahme nicht überschritten werden, daß das Kühlmittel im
Reaktorbecken und/oder Brennelement-Lagerbecken reines unbo
riertes Wasser ist. Mit anderen Worten: Eine zusätzliche, aus
einer Borkonzentration im Kühlmittel folgende Sicherheit darf
bei der Handhabung von Brennelementen nicht berücksichtigt
werden, und es muß bereits ohne diese zusätzliche Sicherheit
gewährleistet sein, daß der effektive Multiplikationsfaktor
den Wert 0,95 nicht übersteigt. Dies ist bei dem Verfahren
der US 5,687,207 nicht sicher gewährleistet.
Der Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zugrunde, ein Ver
fahren zum Auswechseln von Brennelementen im Reaktorkern ei
nes Kernkraftwerks anzugeben, mit dem der Brennelement-Wech
sel in kurzer Zeit möglich ist, und bei dem eine unzulässige
Kritikalität sicher vermieden wird.
Diese Aufgabe wird bezogen auf das eingangs genannte Verfah
ren gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß wenigstens ein
Brennelement der Gruppe ein Brennelement mit einem Steuerele
ment ist.
Dadurch, daß eines der bewegten Brennelemente ein (eingefah
renes) Steuerelement enthält, ist es auf einfache Weise mög
lich, den effektiven Multiplikationsfaktor auf einen Wert un
terhalb von 0,95 zu bringen. Es ist hierzu nicht zwingend er
forderlich, einen entsprechend großen Abstand und/oder neu
tronenabsorbierende Zwischenwände - vorzugsweise aus Borstahl
- zwischen den gemeinsam bewegten Brennelementen vorzusehen,
obgleich dies je nach Anforderungsfall zusätzlich möglich
ist. Beide Vorkehrungen, sowohl der große Abstand als auch
die Zwischenwände, sind in der Regel im Lagergestell des
Brennelement-Lagerbeckens verwirklicht. Diese Vorkehrungen
können jedoch für einen zeitsparenden Brennelement-Wechsel,
bei dem mehrere Brennelemente gleichzeitig aus dem Reaktor
kern gezogen und/oder gleichzeitig wieder in diesen einge
setzt werden, nicht in einfacher Weise realisiert werden, da
die Brennelemente im Reaktorkern ohne nennenswerten Abstand
direkt nebeneinander stehend angeordnet sind.
Vorzugsweise umfaßt die Gruppe mindestens drei Brennelemente.
Beispielsweise werden vier Brennelemente gemeinsam bewegt,
wovon wenigstens zwei Brennelemente ein eingefahrenes Steuer
element aufweisen.
Nach einer besonders bevorzugten Ausgestaltung werden die
Brennelemente der Gruppe gleichzeitig, insbesondere synchron,
angehoben oder abgesenkt. Dies ist insbesondere deshalb mög
lich, weil - wie oben bereits dargelegt - ein die Kritikali
tät verhindernder großer Abstand zwischen den Brennelementen
oder eine neutronenabsorbierende Zwischenwand zwischen den
Brennelementen nicht zwingend erforderlich ist, da das Unter
schreiten der Kritikalität erfindungsgemäß dadurch erreicht
wird, daß wenigstens ein bewegtes Brennelement mit einem
Steuerelement ausgestattet ist. Deshalb muß zwischen zwei An
hebevorgängen (Ziehen zweier Brennelemente) oder zwischen
zwei Absenkungsvorgängen nicht notwendigerweise eine Neuposi
tionierung einer entsprechenden Lademaschine erfolgen. Es ist
deshalb mit der bevorzugten Ausgestaltung in besonders vor
teilhafter Weise möglich, den Brennelement-Wechsel in sehr
kurzer Zeit durchzuführen.
Das genannte Anheben kann beim Ziehen der Brennelemente aus
dem Reaktorkern und/oder aus dem Brennelement-Lagergestell
stattfinden. Gleiches gilt für das Absenken.
Nach einer bevorzugten Weiterbildung werden die Brennelemente
der Gruppe gleichzeitig in geodätisch horizontaler Richtung
transportiert. Dadurch wird die Zeit für einen Brennelement-
Wechsel in vorteilhafter Weise weiter reduziert.
Vorzugsweise sind die Brennelemente einer Gruppe, die gemein
sam bewegt werden, solche Brennelemente, die im Reaktorkern
benachbart angeordnet waren oder werden.
Zum Auswechseln zahlreicher oder aller Brennelemente des Re
aktorkerns ist es zweckmäßig, nacheinander mehrere Gruppen zu
bewegen, wobei den Gruppen unterschiedliche Brennelementpo
sitionen im Reaktorkern zugeordnet sind.
Nach einer bevorzugten Ausgestaltung sind im Reaktorkern die
Gruppen mosaikartig, insbesondere lückenlos, aneinandergren
zend angeordnet. Dadurch ist es möglich, einen Großteil aller
Brennelemente im Reaktorkern gruppenweise auszutauschen, ohne
daß eine sehr große Zahl einzelner Brennelemente übrigbliebe,
die einzeln bewegt werden müßten. Dadurch wird die notwendige
Zeit für einen Brennelement-Wechsel für den gesamten Reaktor
kern in vorteilhafter Weise weiter reduziert.
Nach einer ganz besonders bevorzugten Ausgestaltung wird in
einem Brennelement an die Stelle eines Drosselkörpers wenig
stens ein Ersatz-Steuerelement eingebaut. Beispielsweise ist
das Ersatz-Steuerelement das (eine) Steuerelement, welches in
der Gruppe mitbewegt wird. Das Ersatz-Steuerelement kann aber
auch in der Gruppe zusätzlich zu einem bereits während des
Betriebs in einem Brennelement vorhandenen Steuerelement
(sog. Betriebs-Steuerelement) in einem anderen Brennelement
an die Stelle des dortigen Drosselkörpers eingebaut sein.
Durch die Verwendung des Ersatz-Steuerelements ist es in vor
teilhafter Weise möglich, auch in denjenigen Bereichen im Re
aktorkern Brennelemente gruppenweise zu bewegen, in denen
nicht zu jedem Brennelement ohne Steuerelement ein benachbar
tes Brennelement mit Steuerelement vorhanden ist. Dies ist
häufig insbesondere in der Nähe der Kernmitte der Fall, wo
eine Mehrzahl von Brennelementen anstelle von Steuerelementen
Drosselkörper aufweist. Durch die Verwendung des Ersatz-
Steuerelements ist es möglich, auch diese Brennelemente im
Bereich der Kernmitte gruppen- oder paarweise zu bewegen,
insbesondere gruppen- oder paarweise zu ziehen und gruppen-
oder paarweise in Richtung des Brennelement-Lagerbeckens zu
transportieren.
Bevorzugt wird zum Auswechseln aller oder einer Vielzahl der
Brennelemente des Reaktorkerns ein einziges Ersatz-Steuerele
ment verwendet. Dieses Ersatz-Steuerelement kann nacheinander
zum Einbau an verschiedenen Positionen im Reaktorkern an die
Stelle des jeweils dort vorhandenen Drosselkörpers verwendet
werden.
Insbesondere wird bei einem ersten Brennelement einer ersten
Gruppe im Reaktorkern ein erster Drosselkörper entfernt und
durch das Ersatz-Steuerelement ersetzt, und es wird dann die
erste Gruppe zum Brennelement-Lagerbecken transportiert.
Vorzugsweise wird nach dem Absetzen aller Brennelemente der
ersten Gruppe im Brennelement-Lagerbecken das Ersatz-Steuer
element aus dem ersten Brennelement gezogen und zum Einsetzen
in ein zweites Brennelement einer zweiten Gruppe im Reaktor
kern verwendet, aus dem ein zweiter Drosselkörper entfernt
wurde, und es wird die zweite Gruppe zum Brennelement-Lager
becken transportiert.
Nach einer anderen bevorzugten Weiterbildung wird das Ersatz-
Steuerelement nacheinander derart in Brennelemente an unter
schiedlichen Brennelementpositionen im Reaktorkern einge
setzt, daß diese Brennelementpositionen zusammen mit den Po
sitionen von Brennelementen, die im Reaktorbetrieb ein Steu
erelement aufweisen, ein schachbrettartiges Muster aus Posi
tionen mit bzw. ohne Steuerelement ergeben. Dadurch ist es
auf besonders einfache Weise möglich, Brennelemente z. B.
paarweise oder in Vierergruppen zu wechseln, wobei keine oder
nur eine sehr geringe Anzahl an einzelnen Brennelementen üb
rig bleibt, aus denen keine Gruppe gebildet werden kann und
die entsprechend der bislang üblichen Vorgehensweise - ein
zeln - gewechselt werden müssen.
Die genannte schachbrettmusterartige Verteilung ist insbeson
dere bei einem Druckwasserreaktor, z. B. vom Typ KONVOI, von
Vorteil. Bei anderen Anlagen kann das Ersatz-Steuerelement
nacheinander derart in Brennelemente an unterschiedlichen
Brennelementpositionen im Reaktorkern eingesetzt werden, daß
je zwei benachbarten Brennelementen ohne Betriebssteuerele
ment zeitweise das Ersatz-Steuerelement zugeordnet wird.
Falls beispielsweise im Reaktorkern während des Reaktorbe
triebs die Brennelemente ohne Steuerelement, d. h. diejenigen
mit Drosselkörper, eine geradlinige Reihe bilden, wird bei
spielsweise jede zweite Position dieser Brennelemente ohne
Betriebs-Steuerelement vorübergehend mit dem Ersatz-Steuer
element versehen. Das Ersatz-Steuerelement wird vor dem Zie
hen einer Brennelementgruppe oder eines Brennelementpaars in
die entsprechende Brennelementposition eingesetzt.
Nach einer anderen bevorzugten Weiterbildung werden zum Aus
wechseln aller oder einer Vielzahl der Brennelemente des Re
aktorkerns
- a) zunächst alle zu ersetzenden Drosselkörper aus den Brenn
elementen entfernt,
- b) dann Brennelemente in mehreren Gruppen jeweils mit Ersatz-
Steuerelement zum Brennelement-Lagerbecken transportiert,
- c) dann weitere Brennelemente in mehreren Gruppen jeweils mit
einem Brennelement, das im Reaktorbetrieb ein Steuerele
ment aufweist, zum Brennelement-Lagerbecken transportiert
und
- d) anschließend gegebenenfalls verbleibende Brennelemente
einzeln zum Brennelement-Lagerbecken transportiert.
Vorzugsweise wird hierbei nur ein einziges Ersatz-Steuerele
ment in der oben angegebenen Weise mehrfach verwendet. Bei
einer Vorgehensweise entlang der Schritte a) bis d) läßt sich
eine äußerst große zeitliche Einsparung erzielen.
Das Verfahren mit seinen Ausgestaltungen findet bevorzugt
auch beim Transport unverbrauchter und/oder teilweise ver
brauchter Brennelemente vom Brennelement-Lagerbecken zum Re
aktorkern Verwendung. Insbesondere wird der Transport unver
brauchter und/oder teilweise verbrauchter Brennelemente vom
Brennelement-Lagerbecken zum Reaktorkern unter Verwendung des
Ersatz-Steuerelements in umgekehrter Reihenfolge der be
schriebenen Vorgehensweisen analog durchgeführt. Dadurch ist
die Zeitersparnis vorteilhaft weiter erhöht.
Das Ersatz-Steuerelement, das an die Stelle eines Drosselkör
pers eingebaut wird, kann ein noch nicht im Reaktorbetrieb
eingesetztes Steuerelement oder ein bereits im Reaktorbetrieb
benutztes Steuerelement sein. Im letztgenannten Fall wird
vorzugsweise ein Steuerelement verwendet, das noch nicht
vollständig verbraucht ist.
Das Verfahren nach der Erfindung sowie eine zu seiner Durch
führung geeignete Lademaschine werden anhand der Fig. 1
bis 6 näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt (Vertikalschnitt)
durch die Lademaschine in einer Gesamtansicht,
Fig. 2 eine Draufsicht auf einen Führungsmast der Ladema
schine und zwei Brennelemente in (Horizontal-)
Schnittdarstellung,
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Doppelgreifers
der Lademaschine,
Fig. 4 eine schematische Darstellung des Umsetzens von
zwei Brennelementen zwischen dem Reaktorkern und
dem Brennelement-Lagergestell,
Fig. 5 eine Vorgehensweise zum Austausch aller Brennele
mente eines Reaktorkerns gemäß einem ersten Ausfüh
rungsbeispiel des Verfahrens nach der Erfindung,
bei dem Brennelemente paarweise bewegt werden, und
Fig. 6 ein zweites Ausführungsbeispiel eines Verfahrens
nach der Erfindung, bei dem Brennelemente in
Vierergruppen bewegt werden.
Fig. 1 gibt schematisch die Darstellung einer Lademaschine
für die Handhabung von Brennelementen wieder. Die Ladema
schine weist eine verfahrbare Brücke 1 auf, wie sie in Reak
torgebäuden installiert ist. Die Brücke 1 ist senkrecht zur
Blattebene bewegbar. Auf der Brücke 1 befindet sich eine
Laufkatze 2, die geodätisch horizontal im rechten Winkel zur
Brücke 1 verfahrbar ist. Auf der Laufkatze 2 ist ein Füh
rungsmast 3 um seine Mittelachse drehbar gelagert. Im Füh
rungsmast 3 befindet sich eine Zentrierglocke 4. Innerhalb
dieser Zentrierglocke 4 sind zwei Doppelgreifer vorhanden,
von denen in Fig. 1 nur einer ersichtlich ist. Jeder der
Doppelgreifer weist einen äußeren Brennelementgreifer 5 und
einen inneren Steuerstabgreifer 6 auf. Oberhalb eines Rah
mens 2.1 der Laufkatze 2 befinden sich Hubwerke 7, die auf
einem mit dem Führungsmast 3 verbundenen Hubwerksgestänge 7.1
angeordnet sind.
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch den Führungsmast 3 mit
sich im Führungsmast 3 befindlicher Zentrierglocke 4 und zwei
Brennelementen 8a, 8b. Der Führungsmast 3 ist an den Stel
len 3.1 in vertikaler Richtung geteilt. Mit anderen Worten:
Er setzt sich aus zwei Hälften 3a, 3b eines in axialer Rich
tung geteilten Rohrs zusammen. Die Zentrierglocke 4 weist ei
nen rechteckigen Querschnitt auf und ist entsprechend der
Teilung des Führungsmasts 3 an den Stellen 4.1 vertikal ge
teilt. Jede der Hälften oder jedes der Teilstücke 4a, 4b der
Zentrierglocke 4 ist so bemessen, daß darin ein Brennele
ment 8a bzw. 8b aufgenommen werden kann. Zur stabilen Führung
der Zentrierglocke 4 im Führungsmast 3 weist der Letztgenann
te entlang seiner Längsrichtung Winkeleisen 3.2 auf. An dia
gonal gegenüberliegenden Winkeleisen 3.2 tragen diese eine
Rollenführung 3.3. In die Rollenführungen 3.3 greifen mit
hinreichendem Schlupf als Rollen ausgebildete Führungsrä
der 4.3 ein, deren Drehachsen senkrecht auf der die Rollen
führung 3.3 tragenden Fläche der Winkeleisen 3.2 stehen. Die
Führungsrollen 4.3 sind an einem nahezu trapezför
migen Anbau 4.2 der Zentrierglocke 4 angebracht, der die räumliche Ent
fernung zwischen der Zentrierglockenwand und dem Winkelei
sen 3.2 weitgehend überwindet.
Diesen nahezu trapezförmigen Anbauten 4.2 gegenüber liegen
weitere trapezförmige Anbauten 4.4 der Zentrierglocke 4. An
ihrer dem Winkeleisen 3.2 benachbarten Seite weisen diese An
bauten 4.4 Laufrollen 4.5 auf, deren Drehachse parallel zu
der benachbarten Fläche des Winkeleisens 3.2 orientiert ist.
An den beiden verbleibenden freien Außenseiten der Zentrier
glocke 4 ist an die Außenwand der Zentrierglocke 4 jeweils
eine Laufrolle 4.6 angebracht, die direkt an der Innenwand
des Führungsmasts 3 abrollt.
Die Aufnahme der Brennelemente 8a, 8b in die Teile 4a bzw. 4b
der Zentrierglocke 4 erfolgt durch die in Fig. 2 nicht näher
dargestellten Brennelementgreifer 5.
Dabei ist jede der beiden Zentrierglockenhälften mit einem
Brennelementgreifer 5 versehen, wie er in Fig. 3 gezeigt
ist. Jeder dieser Brennelementgreifer 5 ist um einen im Inne
ren des Brennelementgreifers 5 angeordneten Steuerstabgrei
fer 6 ergänzt zu einem sogenannten Doppelgreifer, insbeson
dere nach DE-AS 17 64 176, insbesondere darin Spalte 3, Zeile
42, bis Spalte 7, Zeile 5. Bezüglich Einzelheiten des Doppel
greifers wird auf DE-AS 17 64 176 verwiesen.
Gemäß Fig. 3 weist jeder der beiden Doppelgreifer im wesent
lichen zwei funktionelle Elemente auf, nämlich den Brennele
mentgreifer 5 und den in diesem konzentrisch angeordneten
Steuerelementgreifer 6. Um ein erstes Brennelement 8a und ein
weiteres Brennelement 8b aus dem Reaktorkern oder einem
Brennelement-Lagergestell zu entnehmen, oder auch um Drossel
körper aus Brennelementen zu entfernen, wird zunächst die ge
samte Greifanordnung mit Hilfe der Brücke 1 und der Lauf
katze 2 in eine Position oberhalb der zu wechselnden Brenn
elemente 8a, 8b gebracht. Daraufhin wird die Zentrierglocke 4
soweit abgesenkt, daß sie mit ihrer Unterkante eine Position
knapp oberhalb des ersten Brennelements 8a einnimmt. Wird das
Brennelement 8a dem Reaktorkern entnommen, so greifen die
Zentrierbolzen 4.7 der Zentrierglocke 4 in korrespondierende
Bohrungen in den Brennelement-Köpfen der den betreffenden
Brennelementen 8a, 8b benachbarten Brennelemente ein. Auf
diese Weise wird eine exakte Positionierung der Brennelement
greifer 5 und der Steuerstabgreifer 6 bewirkt. Dabei ist die
Zentrierglocke 4 in ihrer Position so im Führungsmast 3 ge
halten, daß sie nicht mit ihrer Gewichtskraft auf die Brenn
elemente 8a, 8b einwirkt, die sich unter ihr befinden. An
schließend werden die Brennelementgreifer 5 soweit abgesenkt,
bis sie sich mit ihren Greifklinken 5.1 in die Brennelement-
Köpfe der Brennelemente 8a, 8b einklinken können. Mit Hilfe
eines Hubwerks 7 und eines Doppelseils 7.2 werden die von den
Brennelementgreifern 5 gehaltenen Brennelemente 8a, 8b simul
tan nach oben gehoben und in die Zentrierglocke 4 eingefah
ren. Anschließend wird die Zentrierglocke 4 selbst nach oben
gezogen und in den Führungsmast 3 eingefahren. In dieser
Transportstellung sind die Brennelemente 8a, 8b dann im Reak
torraum horizontal verfahrbar, d. h. insbesondere werden die
Brennelemente 8a, 8b in Richtung zum Brennelement-Lagerbecken
transportiert.
Mit der beschriebenen Lademaschine ist es auch möglich, ein
Steuerelement, insbesondere ein Ersatz-Steuerelement 9 (Fig.
3), in ein Brennelement 8a einzubauen oder aus diesem zu ent
nehmen. Zum Entnehmen des Ersatz-Steuerelements 9 aus dem
Brennelement 8a wird nach Herabfahren der Zentrierglocke 4
der Brennelementgreifer 5 mit gegriffenem Brennelement 8a
ebenfalls abgesenkt, bis dieses seine Endposition im Brenn
element-Lagergestell erreicht hat. Dann wird der Brennele
mentgreifer 5 geöffnet. Mittig durch den Körper des Brennele
mentgreifers 5 wird der Steuerelementgreifer 6 abgesenkt, bis
er seine Greifposition erreicht hat. Er wird geschlossen und
hat hierbei das Ersatz-Steuerelement 9 gegriffen. Durch die
anschließende Aufwärtshubbewegung des Einzelhubwerks 7a des
Hubwerks 7 wird zunächst das Ersatz-Steuerelement 9 vollstän
dig in den Körper des Brennelementgreifers 5 gezogen. An
schließend wird durch die weitere Bewegung des Hubwerks 7
auch der Brennelementgreifer 5 - ohne Brennelement 8a - in
die Zentrierglocke 4 bewegt.
Das Hubwerk 7 arbeitet kontinuierlich weiter, so daß als
nächstes auch die Zentrierglocke 4 in den Führungsmast 3 ein
gefahren wird, womit letztlich eine Verfahrstellung für die
Lademaschine erreicht ist. Das Verfahren der Lademaschine be
ginnt, nachdem die beiden Hälften 3a, 3b, des Führungsmastes
3 geschlossen wurden.
Der Einbau des Ersatz-Steuerelements 9 in ein Brennele
ment 8a, aus dem der Drosselkörper entfernt wurde, geschieht
in umgekehrter Reihenfolge.
Mit der beschriebenen Lademaschine ist es auch in einfacher
Weise möglich, mindestens zwei Drosselkörper aus unterschied
lichen Brennelementen, nämlich z. B. aus dem ersten Brennele
ment 8a und einem zweiten Brennelement 30a, gleichzeitig zu
ziehen, auch dann, falls zwischen diesen beiden Brennelemen
ten 8a, 30a ein weiteres Brennelement 8b angeordnet ist, aus
dem der Drosselkörper nicht entfernt werden soll (siehe Fig.
5). Die beiden Greifereinheiten der Lademaschine mit je einem
Brennelementgreifer 5 und einem Steuerstabgreifer 6 sind näm
lich parallel zur Brücke 1 voneinander entfernbar. Auch um
eine relative Positionsänderung entnommener Brennelemente 8a,
8b zum Einbau in das Brennelement-Lagergestell zu ermögli
chen, ist der Führungsmast 3 an den Stellen 3.1 und ebenso
die Zentrierglocke 4 an den Stellen 4.1 vertikal geteilt (siehe Fig. 2). Je
der Masthälfte 3a, 3b und jedem entsprechenden Teilstück 4a,
4b der Zentrierglocke 4 ist ein gesondertes Einzelhubwerk 7a
des Hubwerks 7 zugeordnet. Die Führungsmasthälften 3a, 3b
sind mitsamt ihren Einbauten, wie Zentrierglocken-Teil
stücken 4a, 4b, Greifern und ihren zugehörigen Einzelhubwer
ken 7a, auf der Laufkatze 2 horizontal verfahrbar.
In Fig. 4 ist der Brennelement-Wechsel gemäß dem Verfahren
nach der Erfindung schematisch dargestellt. Ein Reaktorbec
ken 10 ist über einen Kanal 11 mit einem Brennelement-Lager
becken 12 verbunden. Das Reaktorbecken 10, der Kanal 11 und
das Brennelement-Lagerbecken 12 sind bis zu einem gemeinsamen
Wasserspiegel 13 mit - vorzugsweise boriertem - Wasser ge
füllt. Im Reaktorbecken 10 ist der Reaktordruckbehälter 14
angeordnet, in dem sich der Reaktorkern 20 befindet. Im
Brennelement-Lagerbecken 12 befindet sich ein Brennelement-
Lagergestell 16 zur Aufnahme abgebrannter und zur Bevorratung
frischer Brennelemente. Über dem Reaktorkern 20 ist die Lade
maschine 19 mit je einem Doppelgreifer 17a, 17b für die
Brennelemente 8a, 8b schematisch angedeutet. Die Ladema
schine 19 bewegt sich auf einem Traggestell 18, das sich vom
Reaktorbecken 10 zum Brennelement-Lagerbecken 12 erstreckt.
Abgebrannte Brennelemente 8a, 8b werden mit Hilfe der Ladema
schine 19 zunächst im Reaktorbecken 10 angehoben (Pfeil 21),
dann in horizontaler Richtung 22 durch den Kanal 11 zum
Brennelement-Lagerbecken 12 transportiert und dort entlang
der Pfeilrichtung 23 in das Brennelement-Lagergestell 16 ab
gesenkt. In umgekehrter Reihenfolge findet der Transport fri
scher oder nur zum Teil abgebrannter Brennelemente in den Re
aktorkern 20 statt.
Fig. 5 zeigt in schematischer Weise ein erstes Ausführungs
beispiel des Verfahrens nach der Erfindung. Dargestellt ist
die Anordnung der insgesamt 193 Brennelemente 8 im Reaktor
kern 20 einer KONVOI-Anlage in einer horizontalen Quer
schnittsdarstellung. Die Brennelemente 8 sind in Zeilen und
Spalten schachbrettmusterartig angeordnet, wobei die Spalten
mit den Buchstaben A bis P und die Zeilen mit den Zahlen 1
bis 15 benannt sind. Jedes der insgesamt 193 Quadrate stellt
ein Brennelement dar. Die sieben Brennelemente der ersten
Zeile beispielsweise werden in der beschriebenen Zeilen-Spal
ten Notation mit E1 bis L1 bezeichnet.
In der Querschnittsdarstellung der Fig. 5 sind vier orthogo
nale Raumrichtungen mit 0°/360°, 90°, 180° sowie 270° be
zeichnet. Die Brücke 1 ist entlang der Achse 0°-180° verfahr
bar, die Laufkatze 2 senkrecht dazu, also entlang der Achse
90°-270°. Das Brennelement-Lagerbecken 12 befindet sich in
Richtung 0°/360°.
Die Brennelemente, die mit einem ausgefüllten schwarzen Kreis
gekennzeichnet sind (z. B. F2, H2, K2, . . . F14, H14, K14), ent
halten während des Reaktorbetriebs ein (Betriebs-) Steuerele
ment 41. Das sind insgesamt etwa ein Drittel aller Brennele
mente, hier genau 61. Alle übrigen Brennelemente (z. B. E1 bis
L1, C2, D2, E2, G2, J2, L2, ...) enthalten während des Reak
torbetriebs einen nicht näher dargestellten Drosselkörper.
Zum Auswechseln aller oder einer Vielzahl der Brennelemente 8
des Reaktorkerns 20 werden zunächst an den mit einem unausge
füllten Kreis gekennzeichneten Brennelementen (z. B. F1, H1,
K1, D2, M2, . . . E9, G9, J9, L9, . . ., E15, G15, J15) die Drossel
körper entfernt. Dabei werden die insgesamt 28 Drosselkörper
aus solchen Brennelementen entfernt (hohler Kreis), daß zu
sammen mit den Brennelementen mit Betriebs-Steuerelement 41
(voller Kreis) ein schachbrettartiges Muster gebildet ist.
Bei in Reihe angeordneten Brennelementen ohne Betriebs-Steu
erelement wird hierbei aus jedem zweiten Brennelement der
Drosselkörper entfernt. In einer Zeile oder Spalte angeord
nete Drosselkörper werden mit der anhand der Fig. 3 be
schriebenen Lademaschine - soweit möglich - paarweise und be
vorzugt simultan entnommen (F1-H1, G5-J5, E7-G7, J7-L7,
usw.).
Anschließend werden die Brennelemente 8a (E15), 8b (F15), 30a
(G15), 30b (H15), 40a (F14), 40b (G14) . . . gruppenweise zum
Brennelement-Lagerbecken 12 transportiert. Dabei werden Grup
pen G-1, G-2 . . . G-28 und H-1, H-2 ... H-61 derartig gebil
det, daß der Reaktorkern (20) mosaikartig und lückenlos abge
deckt wird. Jede Gruppe umfaßt zwei Brennelemente und ist so
mit mittels der anhand der Fig. 1 bis 4 beschriebenen La
demaschine handhabbar. Während des Bewegens oder Transportie
rens wird jede Gruppe ein Brennelement ohne Steuerelement
(kein Kreis) sowie ein Brennelement mit Steuerelement enthal
ten, wobei dieses Steuerelement entweder ein Betriebs-Steuer
element 41 (voller Kreis) oder das Ersatz-Steuerelement 9
(hohler Kreis) ist.
Nach dem Entfernen aller zu ersetzenden Drosselkörper werden
zunächst alle Gruppen G-1 . . . G-28 zum Brennelement-Lagerbec
ken 12 transportiert, aus denen der Drosselkörper entfernt
wurde und in die später nacheinander jeweils das Ersatz-Steu
erelement 9 eingesetzt wird. Im dargestellten Beispiel wird
mit der Gruppe G-1 begonnen, die aus dem ersten Brennele
ment 8a (E15) und dem weiteren Brennelement 8b (F15) gebildet
ist. Die Lademaschine holt hierzu aus dem Brennelement-Lager
becken 12 das Ersatz-Steuerelement 9 mit seiner nach 90° zei
genden (in Fig. 5 linken) Greifereinheit, steuert die Posi
tionen F15 und E15 an und senkt die Zentrierglocke 4 (Fig.
1) bis kurz über den Brennelementköpfen ab. Nach dem Zentrie
ren der Zentrierglocke 4 wird die linke Greifereinheit abge
senkt und das Ersatz-Steuerelement 9 in das darunterliegende
erste Brennelement 8a (anstelle des dort entfernten Drossel
körpers) eingeführt. Der weitere Arbeitsablauf ergibt sich
aus der Beschreibung zu Fig. 3. Die beiden Brennelemente 8a,
8b der ersten Gruppe G-1 werden simultan aus dem Reaktor
kern 20 gezogen und dann zum Brennelement-Lagerbecken 12
transportiert.
Im Brennelement-Lagerbecken 12 werden die beiden Brennele
mente 8a, 8b im Brennelement-Lagergestell abgesetzt, nachdem
die beiden Masthälften 3a, 3b um eine Distanz voneinander
entfernt wurden, die ungefähr der Dicke der Lagergestell-
Zwischenwände entspricht. Nach erfolgtem Absenkvorgang werden
die beiden Brennelementgreifer 5 geöffnet. Mittig durch einen
der beiden Brennelementgreifer 5 wird der dort angeordnete
Steuerstabgreifer 6 abgesenkt, bis er seine Greifposition er
reicht hat (nicht explizit dargestellt). Er wird geschlossen
und hat hierbei das Ersatz-Steuerelement 9 gegriffen. Dieses
wird bei der anschließenden Aufwärtsbewegung beider Doppel
greifer 17a, 17b in die Teilstücke 4a, 4b der Zentriergloc
ke 4 gezogen. Nach Erreichen einer Transportstellung werden
die beiden Hälften 3a, 3b des Führungsmasts 3 geschlossen
und die Lademaschine 19 wird in Richtung zum Reaktorbec
ken 10 in Bewegung gesetzt.
Dort wird das Ersatz-Steuerelement 9 dann in ein zweites
Brennelement 30a (G15) eingesetzt, das zusammen mit einem
weiteren Brennelement 30b (H15) eine zweite Gruppe G-2 bil
det. Diese zweite Gruppe G-2 wird wie die erste Gruppe ins
Brennelement-Lagerbecken 12 transportiert und das von dort
wieder mittels der Lademaschine 19 zurückgebrachte Ersatz-
Steuerelement 9 wird dann in ein anderes Brennelement J15
eingesetzt, das zusammen mit einem benachbarten Brennele
ment K15 eine dritte Gruppe G-3 bildet. Auf diese Weise wer
den alle 28 Gruppen in der Reihenfolge G-1 (E15, F15), G-2
(G15, H15), G-3 (J15, K15), G-4 (D14, E14), G-5 (M14, N14),
G-6 (C12, D12), ... G-28 (K1, L1) jeweils mit dem Ersatz-Steu
erelement 9 zum Brennelement-Lagerbecken transportiert. All
diese 28 Gruppen weisen zumindest ein Brennelement auf, aus
dem zuvor der Drosselkörper entfernt wurde, so daß nacheinan
der das Ersatz-Steuerelement 9 eingesetzt werden kann. In den
anderen Brennelementen der Gruppe bleibt der Drosselkörper
eingebaut.
Anschließend beginnt der Abtransport von Brennelementen 40a
(F14), 40b (G14), ... in mehreren - insgesamt 61 - Gruppen in
der Reihenfolge H-1 (F14, G14), H-2 (H14, J14), H-3 (K14,
L14) ... H-61 (K2, L2). Diese Gruppen enthalten jeweils ein
Brennelement (z. B. 40a), das bereits im Reaktorbetrieb ein
Steuerelement 41, nämlich ein sogenanntes Betriebs-Steuerele
ment 41, aufweist. Begonnen wird hierbei mit der Gruppe H-1,
die aus einem dritten Brennelement 40a mit Betriebs-Steuer
element 41 und einem weiteren Brennelement 40b gebildet ist.
Nachdem auch diese Brennelementgruppen H-1 ... H-61 zum
Brennelement-Lagerbecken transportiert wurden, verbleiben
noch 15 Einzelbrennelemente E1, C2, B3, O4, ... (markiert in
Fig. 5 mit diagonalem Kreuz), die keiner Gruppenbildung un
terzogen werden können und deshalb einzeln zum Brennelement-
Lagerbecken 12 transportiert werden.
Nachdem alle Brennelemente zum Brennelement-Lagerbecken 12
transportiert wurden, findet der Wiederbeladevorgang des Re
aktorkerns mit frischen Brennelementen unter Verwendung des
Ersatz-Steuerelements 9 in umgekehrter Reihenfolge analog
statt.
Eine Fahrt der Lademaschine zwischen Reaktorbecken 10 und
Brennelement-Lagerbecken 12 dauert incl. Ziehen und Absenken
der Brennelemente im Mittel 10 min. Von den 193 Brennelemen
ten werden 178 paarweise transportiert, wozu 89 Fahrten, also
890 min erforderlich sind. Zusätzlich werden für 28mal Absen
ken des Ersatz-Steuerelements 9 in die Brennelemente im Reak
torkern 20 und Ziehen dieses Ersatz-Steuerelements 9 aus den
Brennelementen im Brennelement-Lagerbecken 12 56 min benö
tigt. Zusammen mit dem Zeitbedarf von 150 min für den Trans
port der 15 Einzelbrennelemente E1, C2, ... ergibt sich für
den eigentlichen Brennelementwechsel ein Zeitbedarf von 1096 min.
Hinzu kommt eine Zeit von 160 min für den Ausbau der 28
Drosselkörper, so daß der Zeitbedarf für den gesamten Brenn
element-Wechsel bei 1256 min (= 20,9 h) liegt. Das sind 35%
weniger als bei der bislang praktizierten Einzelentladung nö
tig sind.
Fig. 6 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel gemäß der Er
findung, bei dem insgesamt vier Brennelemente 50, 51, 52, 53
eine Gruppe I bildend gemeinsam bewegt werden. Die Gruppe um
faßt Brennelemente 50, 53 mit Drosselkörper, d. h. ohne Be
triebs-Steuerelement, und Brennelemente 51, 52 mit Betriebs-
Steuerelementen 41 bzw. 55.