DE19915512A1 - Fall-Rettungsmodul - Google Patents
Fall-RettungsmodulInfo
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Abstract
Bei dichter Rauchbildung während einer Branderstehung oder eines Brandes in Gebäuden und Tunneln wurden in der Vergangenheit insbesonders deshalb flüchtende Menschen Opfer eines solchen Zustandes, weil absolute Orientierungslosigkeit das Erreichen von Fluchttüren oder Ausgängen unmöglich machte. DOLLAR A Basierend auf einem solchen Zustand wird in dem vorliegenden Patentanspruch die Konstruktion eines deckenmontierbaren Rettungsmoduls mit einer Rettungs-Falleinrichtung und einer Installation zur gleichzeitigen Auslösung mehrerer optischer und akustischer Signale zur Fluchtrichtung, sowie einer Stopanzeige zum Betreten oder Befahren beschrieben, wobei einem rauchdichten Raumzustand durch die Kombinationsverwendung der optischen und akustischen Signale besonders Rechnung getragen wird. Einsatzziel dieser Entwicklung ist die erhebliche Erweiterung einer Fluchtchance im vorbenannten, eventuellen Katastrophenfall.
Description
Brandkatastrophen in der Vergangenheit, wie z. B. am Flughafen Düsseldorf oder im Ärmelka
naltunel, oder aktueller im Mont-Blanc-Tunnel, haben gezeigt; daß durch dichte Rauchbildung eine
absolute Orientierungslosigkeit der dort eingeschlossenen Personen besteht. Bestehende Flucht
räume und Fluchttüren sind nach Stand der Technik und Auflage der Behörden allgemein zwar
vorhanden; können jedoch auf Grund der durch dichte Rauchbildung entstehenden Orientierungs
losigkeit nicht immer rechtzeitig von flüchtenden Personen erreicht werden. Auch hat sich gezeigt,
daß installierte, optische Richtungsweisungen je nach Rauchdichte überhaupt nicht mehr wahr
nehmbar sind.
Der im Patentanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt der Zustand eines rauchverdichteten und/oder
durch Brand temperaturerhöhten Gebäude- oder Tunnelbereichs zugrunde und soll mit den Patent
ansprüchen 1-16 das Problem der Orientierungslosigkeit lösen.
Mit der Erfindung soll erreicht werden, daß durch sensorische Erfassung erhöhter Temperatur auf zu
definierende Alarm-Temperatur und/oder der Erfassung einer erhöhten Rauchdichte auf zu definier
ende Alarm-Rauchdichte über die in das Fallmodul integrierten Rauch- und Temperatursensoren,
und/oder der Kombination beider, im und am Fallmodul folgende Funktionen gleichzeitig ausgelöst
werden:
- 1. Es wird ein Schallgeber aktiviert, welcher dann einen akustischen, sich ständig wiederholenden Doppelton unterschiedlicher Frequenz und gleichbleibender Lautstärke aussendet, wobei ge bäudespezifische Eigenschaften des Nachhalls durch jeweilige Messung der Nachhallzeit be sondere Berücksichtigung bei der Festlegung der Schallfrequenzen findet, damit durch diese Auswahl eine Richtungsorientierung überhaupt möglich wird.
- 2. Es wird ein am Fallgreifmodul installiertes Lauflicht aktiviert, welches in definierte Richtung aufblitzend abläuft.
- 3. Es werden die elektromagnetischen Sperren entriegelt, welche die Fallseite des Fallmoduls einseitig halten, wodurch die Fallseite um 90° nach unten schwenkt und das Fallgreifmodul freigibt.
- 4. Es wird ein Greifkontakt aktiviert, welcher in Form eines Kontaktdrahtes und/oder einer Kontaktfolie, integriert über die gesamte Länge des Fallgreifmoduls, eine automatische, sich wiederholende Lautsprecherdurchsage zur Richtungsweisung auslöst.
- 5. Es wird ein optisches Stopsignal aktiviert, welches vor Betreten oder Befahren warnt und/oder durch Auslösung einer mechanischen Sperre verhindert.
- 6. Durch die Entriegelung der Fallseite des Kanals rollt sich das Fallgreifmodul von der kugel gelagerten Abrollstange ab und bleibt mit dem/den insgesamt integrierten Lauflicht, Greif kontakt, Richtungsgriffteilen und Fluchtmasken in zu definierender Höhe über dem Boden hängen.
Nach Endstellung des Fallgreifmoduls mit seinen integrierten Komponenten und den beschriebenen,
ausgelösten und aktivierten Funktionen sind für den Flüchtenden je nach Entfernung zunächst nur
die Richtungstöne zur Richtungsorientierung wahrnehmbar. Diesen gefolgt, wird bei Annäherung
und Greifen des Fallgreifmoduls das blitzende Lauflicht zur Fluchtrichtungskennzeichnung sichtbar
und gleichzeitig durch den Greifkontakt auch die Lautsprecherdurchsage zur Richtungsweisung
ausgelöst. Diese doppelte, wenn auch unterschiedliche Sicherheitsfunktion als optische und akust
ische Richtungsweisung wird noch unterstützt durch eine weitere, in das Fallgreifmodul integrierte
Richtungsweisung. Hierbei wirken die auf das Fallgreifmodul in definierten Abständen installierten
Richtungsgriffteile als Fluchtrichtungshilfsmittel ohne akustische Unterstützung. Die Richtungs
griffteile bestehen aus einem handfüllenden Kugelkörper, welcher sich in eine Richtung auf der
Längsachse des Fallgreifmoduls hin, stark verjüngt. Die Position der Verjüngung soll hier Richt
ungsweisend sein.
Das Rettungsmodul ist auf jede gewünschte Länge durch Einhängen von weiteren Modulen mit
gleichen Funktionen erweiterbar.
Das Ausführungsbeispiel eines Rettungsmoduls wird anhand der Fig. 1-19 erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 Kanal zur Aufnahme der Fig. 2-15 (in der vorliegenden 3D-Darstellung ohne Kanaloberteil
und rechtem Seitenteil).
Fig. 2 Scharniere zum einseitigen Halt der Fallseite.
Fig. 3 Fallseite des Kanals.
Fig. 4 Kugellagerbock zur Befestigung an der inneren, oberen Kanalseite.
Fig. 5 Kugellager im Kugellagerbock.
Fig. 6 Abrollstange in den Kugellagern.
Fig. 7 Fallgreifmodul mit den integrierten Komponenten Fig. 9-12.
Fig. 8 Halterungen zur Aufnahme von Fallgreifmodul und Fallgreifmodul-Seilaufhängungen.
Fig. 9 Lauflicht, auf das Fallgreifmodul installiert.
Fig. 10 Greifkontakteinrichtung zur Auslösung einer Lautsprecherdurchsage.
Fig. 11 Richtungsgriffteile.
Fig. 12 Fluchtmasken, abreißfähig an jeder Seilaufhängung installiert (in der 3D-Darstellung als
abgerundeter Körper dargestellt).
Fig. 13 Schallgeber, auf der Kanalaußenseite montiert.
Fig. 14 und Fig. 15 Temperatur- und Rauchsensor und/oder der Kombination beider.
Fig. 16 bis Fig. 18 Öffnungs- und Falldarstellung des Fallgreifmoduls bei geschlossenem, halb geöffneten und
voll geöffneten Kanal
Fig. 19 Gesamtdarstellung des Fallmoduls in 3D-Ansicht (dimensioniert als Konstruktionszeich
nung in darstellbarer Aufsicht).
Claims (16)
1. Deckenmontierbares Rettungsmodul zur Richtungsorientierung in verrauchten und/oder bren
nenden Gebäuden und Tunneln als definiert gelängtes, durch Steckkontakteinrichtung auf jede
notwendige Länge erweiterbares Kanalsystem in Rechteckform mit bodenseitiger Fallöff
nung, und dem/den integrierten Komponenten - elektromagnetischen Sperren, Temperatur
und Rauchsensoren und/oder der Kombination beider, Schallgeber, Fallgreifmodul in Rohr
form mit schwer entflammbarer Ummantelung, Fallgreifmodul-Seilaufhängungen, Lauflicht,
Greifkontakteinrichtung für die Ansteuerung einer Lautsprecherdurchsage, Stopanzeigeaus
lösung, Richtungsgriffteilen und Atemmasken,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch Erfassung erhöhter Temperatur und/oder Rauchdichte durch die in das Rettungsmo
dul integrierten Temperatur- und Rauchsensoren und/oder der Kombination beider Signale an
ein Schaltmodul innerhalb eines Schaltschrankes erfolgt, wodurch folgende, in den und am
Kanal integrierte Funktionen gleichzeitig aktiviert, bzw. ausgelöst werden:
- a) die Einschaltung des Schallgebers, welcher einen akustischen, sich ständig wiederholen den Doppelton unterschiedlicher Frequenz und gleichbleibender Lautstärke aussendet;
- b) die Zuschaltung eines aufblitzenden Lauflichtes, welches am Fallgreifmodul installiert ist;
- c) die Entriegelung der elektromagnetischen Sperren am Kanal zur Öffnung der Fallseite;
- d) die Aktivierung eines Greifkontaktes, integriert über die gesamte Länge des Fallgreif moduls zur Ansteuerung einer sich wiederholenden Lautsprecherdurchsage zur Rich tungsweisung;
- e) das Abrollen der Fallgreifmodul-Seilaufhängungen von der durch die Installation von Kugellagerböcken und Kugellagern installierten Abrollstange in der inneren, oberen Kanalseite mit dem Fallgreifmodul und der in dieses integrierte Lauflicht, den inte grierten Richtungsgriffteilen, dem integrierten Greifkontakt und den integrierten Fluchtmasken.
- f) die Aktivierung einer Stopanzeige zum Begehen oder Befahren des gefährdeten Bereichs.
2. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Rechteckkanal mit einer Öffnungsfläche (Fallseite) versehen wird, welche einseitig
über die Längsachse des Kanals durch Gelenke schwenkbar verbunden ist. Als Werkstoff soll
vorzugsweise Polypropylen schwer entflammbar (PPs nach DIN 16774) Verwendung finden.
3. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die einseitig durch Gelenke befestigte Fallseite auf der gegenüberliegenden, nicht
befestigten Fallseite mit in definierten Abstanden installierten elektromagnetischen
Verriegelungen versehen wird.
4. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß in den inneren, oberen Teil des Kanals in definierten Abständen Kugellagerböcke zur
Aufnahme von Kugellagern installiert werden. Als Werkstoff oll vorzugsweise Edelstahl
(V2A nach DIN 1.4305) Verwendung finden.
5. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die, im inneren, oberen Teil des Kanals in definierten Abständen installierten Kugel
lagerböcke, Kugellager installiert werden. Als Werkstoff soll vorzugsweise Edelstahl (V2A
nach DIN 1.4305) Verwendung finden.
6. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die, im inneren, oberen Teil des Kanals in definierten Abständen installierten Kugel
lager eine Abrollstange mit definiertem Querschnitt installiert wird. Als Werkstoff soll vor
zugsweise Edelstahl (V2A nach DIN 1.4305) Verwendung finden.
7. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf die, im inneren, oberen Teil des Kanals in die Kugellager installierte Abrollstange in
definierten Abständen die Anfänge von biegeweiche Fallgreifmodul-Seilaufhängungen mit
definiertem Querschnitt installiert werden.
8. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß an die Enden der Fallgreifmodul-Seilaufhängungen in definierten Abständen Halterungen
zur Aufnahme des Fallgreifmoduls installiert werden.
9. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß an die Halterungen der Fallgreifmodul-Seilaufhängungen ein Fallgreifmodul in Rohrform
mit schwer entflammbarer Ummantelung installiert wird.
10. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß an das Fallgreifmodul über die Länge des Fallgreifmoduls ein Lauflicht zur Fluchtrich
tungsanzeige installiert wird.
11. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß an das Fallgreifmodul über die Länge des Fallgreifmoduls ein Greifkontakt zur Auslö
sung einer sich wiederholenden Lautsprecherdurchsage mit Fluchtrichtungsangabe installiert
wird.
12. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß an das Fallgreifmodul in definierten Abständen über die Länge des Fallgreifmoduls
Richtungsgriffteile installiert werden. Als Werkstoff soll vorzugsweise Polypropylen, schwer
entflammbar (PPs nach DIN 16774) Verwendung finden.
13. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß an jede Fallgreifmodul-Seilaufhängung am Ende dieser eine Fluchtmaske abreißbar
angehängt ist.
14. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß an den Kanal, auf der Kanalaußenseite, ein Rauch- und ein Temperatursensor und/oder
die Kombination beider zur Erfassung von Temperatur und Rauchdichte installiert wird.
15. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß an den Kanal, auf der Kanalaußenseite, ein Schallgeber installiert wird, welcher einen
akustischen, sich ständig wiederholenden Doppelton unterschiedlicher Frequenz und
gleichbleibender Lautstärke aussendet.
16. Rettungsmodul nach Patentanspruch 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei erhöhter Temperatur und/oder Rauchdichte durch das Auslöse- und Aktivierungs
signal gleichzeitig ein optisches Stopsignal zum Begehen oder Betreten des gefährdeten
Bereichs warnt und/oder durch Auslösung einer mechanischen Sperre verhindert.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999115512 DE19915512A1 (de) | 1999-04-07 | 1999-04-07 | Fall-Rettungsmodul |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999115512 DE19915512A1 (de) | 1999-04-07 | 1999-04-07 | Fall-Rettungsmodul |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19915512A1 true DE19915512A1 (de) | 2000-11-16 |
Family
ID=7903678
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999115512 Ceased DE19915512A1 (de) | 1999-04-07 | 1999-04-07 | Fall-Rettungsmodul |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19915512A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE20112972U1 (de) | 2001-08-11 | 2002-01-10 | Schwarz, Rainer, 33442 Herzebrock-Clarholz | Vorrichtung zur Erhöhung der Sichtweite u. -weise von Hinweis- und Gefahrenschildern |
-
1999
- 1999-04-07 DE DE1999115512 patent/DE19915512A1/de not_active Ceased
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE20112972U1 (de) | 2001-08-11 | 2002-01-10 | Schwarz, Rainer, 33442 Herzebrock-Clarholz | Vorrichtung zur Erhöhung der Sichtweite u. -weise von Hinweis- und Gefahrenschildern |
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