DE19913432A1 - Fahrzeugsitz mit freischwenkbarer Rückenlehne - Google Patents
Fahrzeugsitz mit freischwenkbarer RückenlehneInfo
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Abstract
Bei einem Fahrzeugsitz, insbesondere einem Kraftfahrzeugsitz, ist die Rückenlehne (6) zwischen wenigstens einer Gebrauchsstellung und einer freigeschwenkten Stellung schwenkbar und in der freigeschwenkten Stellung kraftschlüssig festlegbar.
Description
Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugsitz, insbesondere einen Kraftfahrzeugsitz, mit
den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruches 1.
Bei einem bekannter Fahrzeugsitz dieser Art, welcher in einem zweitürigen Kraft
fahrzeug eingesetzt wird, ist die Rückenlehne sowohl in ihrer Neigung einstellbar
als auch freischwenkbar, d. h. aus einer Gebrauchsstellung heraus nach vorne in eine
freigeschwenkte Stellung schwenkbar, um den Zugang zur Rücksitzbank zu ermög
lichen. Um den Zugang zu verbessern, wird mit Beginn des Freischwenkvorgangs
die aktuelle Längsposition des Fahrzeugsitzes gespeichert, der Längseinsteller ent
riegelt und der Fahrzeugsitz beim Freischwenken nach vorne geschoben. Beim Zu
rückschwenken der Rückenlehne in die Gebrauchsstellung wird der Fahrzeugsitz
wieder nach hinten geschoben und die gespeicherte Längsposition wieder einge
nommen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Fahrzeugsitz der eingangs ge
nannten Art zu verbessern. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Fahr
zeugsitz mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind Gegenstand der Unteransprüche.
Dadurch, daß die Rückenlehne in der freigeschwenkten Stellung festlegbar ist, be
steht nicht mehr die Gefahr, daß die Rückenlehne aufgrund einer federnden Wir
kung des Polsters aus der freigeschwenkten Stellung unerwünschterweise wieder
zurückschwenkt. Der Benutzer muß somit die Rückenlehne nicht von Hand in der
freigeschwenkten Stellung halten. Außerdem sind in der freigeschwenkten Stellung
die Befestigungsmittel, mit denen der Fahrzeugsitz mit der Fahrzeugstruktur ver
bunden ist, gut zugänglich. Durch das Festlegen der Rückenlehne ist es daher mög
lich, den Fahrzeugsitz leicht ein- und/oder auszubauen. Durch das kraftschlüssige
Festlegen muß kein Entriegelungsmechanismus mit für den Benutzer leicht zugäng
lichen Bedienhebeln vorgesehen werden. Dies verringert die Anzahl der notwendi
gen Bauteile, so daß die Herstellung vereinfacht wird und kostengünstiger ist.
Bei einem bevorzugten Fahrzeugsitz ist die Rückenlehne über wenigstens einen Be
schlag mit einem Sitzteil des Fahrzeugsitzes verbunden, damit die Neigung der
Rückenlehne einstellbar ist. Um mit dem Beschlag sowohl die Neigung der Rücken
lehne einstellen als auch die Rückenlehne freischwenken zu können, weist der Be
schlag vorzugsweise wenigstens eine erste Gruppe von Bauteilen und eine zweite
Gruppe von Bauteilen auf, wobei beide Gruppen bei einer Einstellung der Neigung
der Rückenlehne miteinander verbunden sind und sich die erste Gruppe von Bautei
len beim Freischwenken der Rückenlehne relativ zur zweiten Gruppe von Bauteilen
bewegt. Das Festlegen der Rückenlehne in ihrer freigeschwenkten Stellung erfolgt
vorzugsweise durch das Zusammenwirken eines Bauteils der ersten Gruppe mit ei
nem Bauteil der zweiten Gruppe.
Vorzugsweise umfaßt ein Bauteil der ersten Gruppe wenigstens eine Rolle, die beim
Freischwenken der Rückenlehne an einem Bauteil der zweiten Gruppe entlang ab
rollt, so daß auch bei einer guten und sicheren Führung mit hohen Anpreßkräften
möglichst wenig Reibung anfällt.
Das kraftschlüssige Festlegen der Rückenlehne in ihrer freigeschwenkten Stellung
erfolgt vorzugsweise durch einen Federmechanismus mit einer starken Feder, der
eine sichere Festlegung ermöglicht und einem versehentlichen Öffnen starke Kräfte
entgegensetzt. Der Federmechanismus kann auf einfach herzustellende Weise bei
spielsweise so ausgebildet sein, daß bei Erreichen der freigeschwenkten Stellung der
Rückenlehne die Rolle, vorzugsweise kurz nach Überwindung der maximalen Kraft
der Feder, in einer Aussparung einer Rastplatte zu liegen kommt, wobei die Rast
platte das Bauteil der zweiten Gruppe ist, an dem die Rolle abrollt.
Im folgenden ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausfüh
rungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Teilansicht des Ausführungsbeispiels im Bereich der Innenseite des
rechten Beschlags nach einem Schnitt entlang der Linie I-I in Fig. 2, wobei
sich die Rückenlehne in ihrer Gebrauchsstellung befindet,
Fig. 2 eine schematische Vorderansicht des Ausführungsbeispiels,
Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III in Fig. 1,
Fig. 4 einen Teilansicht entsprechend zu Fig. 1, wobei sich die Rückenlehne in
ihrer freigeschwenkten Stellung befindet.
Ein als Ganzes mit 1 bezeichneter Fahrzeugsitz für ein zweitüriges Kraftfahrzeug
weist ein Sitzteil 3 auf, an dem über zwei jeweils seitlich vorgesehene Beschläge 5,
welche als Taumelbeschläge ausgebildet sind, eine Rückenlehne 6 angebracht ist.
Jeder Beschlag 5 besteht aus einem Beschlagunterteil 9, welches am Sitzteil 3 ange
bracht ist, und einem Beschlagoberteil 10, welches an der Rückenlehne 6 befestigt
ist. In der Gebrauchsstellung der Rückenlehne 6 ist deren Neigung einstellbar. Hier
zu ist das Beschlagoberteil 10 gelenkig im Beschlagunterteil 9 gelagert und relativ
zu diesem verdrehbar. Die Bewegung des Beschlagoberteils 10 wird durch eine mit
dem Beschlagoberteil 10 in Getriebeverbindung stehende Welle 14 von dem Be
schlag 5 auf der einen Fahrzeugsitzseite zum Beschlag 5 auf der anderen Seite
übertragen. Dabei ist an dem in der normalen Fahrtrichtung gesehen linken Be
schlag 5 ein Elektromotor zum Antrieb vorgesehen.
Bei dem Beschlag 5 auf der rechten Fahrzeugsitzseite ist auf der Fahrzeugsitz-
Innenseite eine längliche Rastplatte 16 angebracht, die mit ihren flachen Seiten
parallel zum Beschlagoberteil 10 und senkrecht zur Welle 14 ausgerichtet ist und
die mit ihrem einen Ende die Welle 14 umschließt. An dem von der Welle 14 abge
wandten Ende weist die Rastplatte 16 auf ihrem Rand nacheinander eine Anlauf
schräge 18, einen Scheitelbereich 20 und eine Aussparung 22 auf. Die Aussparung
22 öffnet sich zu der von der Welle 14 abgewandten Außenseite der Rastplatte 16
hin.
Am Beschlagoberteil 10 ist über einen Bolzen 24 ein Rastarm 26 angelenkt. Der
Rastarm 26 weist eine Rolle 28 auf, die axial zwischen einer etwas längeren ersten
Gehäuseplatte 32 und einer etwas kürzeren zweiten Gehäuseplatte 34 angeordnet ist
und die mittels stirnseitig an der Rolle 28 vorgesehener Lagerzapfen in den Gehäu
seplatten 32 und 34 drehbar gelagert sind. Die Rolle 28 ist parallel zur Welle 14 an
geordnet und liegt ständig am Rand der Rastplatte 16 an.
Zwischen einer an der langen Gehäuseplatte 32 vorgesehenen Aufhängung und ei
ner an der Rastplatte 16 im Bereich der Welle 14 vorgesehenen Aufhängung ist eine
Zugfeder 36 mit Vorspannung eingehängt. Die Zugfeder 36 ist nicht ganz im rech
ten Winkel zum Rastarm 26 orientiert. Die Zugfeder 36 zieht die Rolle 28 an die
Rastplatte 16 heran. Der Scheitelbereich 20 der Rastplatte 16 ist der am weitesten
von der Aufhängung der Zugfeder 36 an der Rastplatte 16 entfernt gelegene Bereich
der Rastplatte 16.
Die Rastplatte 16 ist über eine Verriegelungsvorrichtung mit dem Beschlagoberteil
10 verbunden. Wenn in der Gebrauchsstellung der Rückenlehne 6 der Benutzer die
Neigung der Rückenlehne 6 mittels einer nicht näher dargestellten Vorrichtung ein
stellt, so ist diese Verriegelungsvorrichtung geschlossen und die Rastplatte 16 be
wegt sich mit dem Beschlagoberteil 10 beim Verdrehen gegenüber dem Beschlagun
terteil 9 mit.
Zum Freischwenken der Rückenlehne 6 wird mittels eines seitlich an der Rücken
lehne 6 angebrachten Hebels die Verriegelung zwischen Beschlagoberteil 10 und
Rastplatte 16 bei beiden Beschlägen 5 gelöst. Das Beschlagoberteil 10 ist nunmehr
relativ zur Rastplatte 16 verdrehbar, und die Rastplatte 16 bleibt in der durch die
Neigungseinstellung festgelegten Position relativ zum Beschlagunterteil 9. Beim
Vorschwenken der Rückenlehne 6 bewegt sich daher der am Beschlagoberteil 10
befestigte Rastarm 26 an der Rastplatte 16 entlang. Die Rolle 28 rollt sich am Rand
der Rastplatte 16 ab, und zwar zunächst im Bereich der Anlaufschräge 18, die erst
etwas steiler und dann etwas flacher ansteigt. Dabei wird die Zugfeder 36 weiter
gespannt, wirkt also der Bewegung entgegen.
Bei der Auslösung des Freischwenkvorgangs der Rückenlehne 6 wird auch die ak
tuelle Sitzposition des Fahrzeugsitzes 1 in Längsrichtung von einer Gedächtnisvor
richtung aufgenommen und der Längseinsteller des Fahrzeugsitzes 1 gelöst. Der
Benutzer bewegt beim Vorschwenken der Rückenlehne 6 zugleich den Fahrzeugsitz
1 nach vorne.
Die Rückenlehne 6 hat die freigeschwenkte Stellung erreicht, wenn die Rolle 28 den
Scheitelbereich 20, in welchem sie der maximal auftretenden Kraft der Zugfeder 36
unterliegt und eine labile Lage aufweist, verläßt und in die Aussparung 22 hinein
gleitet, wobei sich die Zugfeder 36 wieder verkürzt, also das Hineingleiten unter
stützt. Die Rolle 28 wird von der starken Kraft der Zugfeder 36 in dieser stabilen
Lage gehalten, so daß eine weitere Bewegung des Rastarms 26 und damit des Be
schlagoberteils 10 unterbleibt. Die Rückenlehne 6 ist dadurch in der freigeschwenk
ten Stellung festgelegt. Der Zugang zur Rücksitzbank ist nunmehr frei. Der Fahr
zeugsitz 1 kann auch ausgebaut und in dieser Stellung auch eingebaut werden.
Zum Zurückschwenken der Rückenlehne 6 drückt der Benutzer gegen diese und
schiebt dabei zunächst den Fahrzeugsitz 1 wieder nach hinten. Die Gedächtnisvor
richtung findet die zuvor eingestellte Sitzposition in Längsrichtung wieder und hält
den Fahrzeugsitz 1 in dieser Sitzposition fest. Der Benutzer spürt dann einen Wi
derstand. Aufgrund des Schwungs des Fahrzeugsitzes 1 und der Kraft des Benutzers
auf die Rückenlehne 6 bewegt sich nunmehr die Rückenlehne 6 zurück. Die über
das Beschlagoberteil 10 auf den Rastarm 26 wirkende, durch die Hebelwirkung
verstärkte Kraft hebt die Rolle 28 aus der Aussparung 22 heraus. Die Rolle 28 rollt
nun über den Scheitelbereich 20 in Richtung der Anlaufschräge 18 ab, unterstützt
durch die Kraft der Zugfeder 36, die sich wieder verkürzt.
Wenn die Rückenlehne 6 wieder ihre Gebrauchsstellung erreicht hat, wird die
Rastplatte 16 wieder mit dem Beschlagoberteil 10 verriegelt. Die Bauteile der Be
schläge 5 nehmen dann wieder ihre oben beschriebene Stellung zueinander ein.
1
Fahrzeugsitz
3
Sitzteil
5
Beschlag
6
Rückenlehne
9
Beschlagunterteil
10
Beschlagoberteil
14
Welle
16
Rastplatte
18
Anlaufschräge
20
Scheitelbereich
22
Aussparung
24
Bolzen
26
Rastarm
28
Rolle
32
erste Gehäuseplatte
34
zweite Gehäuseplatte
36
Zugfeder
Claims (9)
1. Fahrzeugsitz, insbesondere Kraftfahrzeugsitz, mit einer Rückenlehne (6), die
zwischen wenigstens einer Gebrauchsstellung und einer freigeschwenkten
Stellung schwenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückenlehne (6) in
der freigeschwenkten Stellung kraftschlüssig festlegbar ist.
2. Fahrzeugsitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückenlehne
(6) über wenigstens einen Beschlag (5) mit einem Sitzteil (3) des Fahrzeugsit
zes (1) verbunden ist.
3. Fahrzeugsitz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Beschlag (5)
wenigstens eine erste Gruppe von Bauteilen (10, 26) und eine zweite Gruppe
von Bauteilen (16) aufweist, wobei beide Gruppen von Bauteilen (10, 26; 16)
bei einer Einstellung der Neigung der Rückenlehne (6) miteinander verbunden
sind und sich die ersten Gruppe von Bauteilen (10, 26) beim Freischwenken
der Rückenlehne (6) relativ zur zweiten Gruppe von Bauteilen (16) bewegt.
4. Fahrzeugsitz nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Festlegen der
Rückenlehne (6) in ihrer freigeschwenkten Stellung durch das Zusammenwir
ken eines Bauteils (26) der ersten Gruppe mit einem Bauteil (16) der zweiten
Gruppe erfolgt.
5. Fahrzeugsitz nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bauteil
(26) der ersten Gruppe wenigstens eine Rolle (28) umfaßt, die beim Frei
schwenken der Rückenlehne (6) an einem Bauteil (16) der zweiten Gruppe
entlang abrollt.
6. Fahrzeugsitz nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei Errei
chen der freigeschwenkten Stellung der Rückenlehne (6) die Rolle (28) in ei
ner Aussparung (22) einer Rastplatte (16) zu liegen kommt.
7. Fahrzeugsitz nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Feder (36) die Festlegung der Rückenlehne (6) in ihrer freigeschwenkten
Stellung kraftschlüssig sichert.
8. Fahrzeugsitz nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Bauteil
(26) der ersten Gruppe mit der Rolle (28) vor Erreichen der Aussparung (22)
einen Bereich (20) der Rastplatte (16) bei maximaler Kraft der Feder (36)
überwindet.
9. Fahrzeugsitz nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Sitzlänge des Fahrzeugsitzes (1) einstellbar ist und der Fahrzeugsitz (1)
beim Freischwenken der Rückenlehne (6) nach vorne schiebbar ist, wobei eine
Gedächtnisvorrichtung die eingestellte Sitzlänge speichert.
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1999
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