DE19903193A1 - Klingenspannvorrichtung - Google Patents
KlingenspannvorrichtungInfo
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Abstract
Eine Vorrichtung (10) zum Anstellen einer ein flächiges Element (14) umfassenden Anordnung (12) gegen einen laufenden Untergrund (16), vorzugsweise in einer Maschine zur Herstellung oder/und Veredelung einer Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, umfaßt eine Spannvorrichtung (24), welche das flächige Element (14) in Richtung der Breite (B) des laufenden Untergrunds (16) spannt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Anstellen einer ein flächiges
Element umfassenden Vorrichtung gegen einen laufenden Untergrund.
Derartige Vorrichtungen werden beispielsweise in Maschinen zur Herstellung
oder/und Veredelung einer Materialbahn, insbesondere aus Papier oder
Karton eingesetzt, um das flächige Element oder ein mit diesem verbun
denes Teil in einem vorbestimmten Abstand von dem laufenden Untergrund
anzuordnen oder mit einem vorbestimmten Druck gegen den Untergrund
oder eine auf diesem abgelagerten Schicht, beispielsweise aus flüssigem
oder pastösem Auftragsmedium, anzupressen. Bei dem flächigen Element
kann es sich dabei um eine Klinge handeln, welche beispielsweise als
Rakelklinge zum Egalisieren oder/und Dosieren, vorzugsweise Fertigdosieren,
einer auf den laufenden Untergrund aufgetragenen Auftragsmediumschicht
oder aber als Reinigungsklinge zum Entfernen von Schmutzpartikeln von
dem laufenden Untergrund eingesetzt wird. Im letztgenannten Fall kann der
laufende Untergrund insbesondere die Oberfläche einer Maschinenwalze
sein, beispielsweise eines Trockenzylinders, einer Glättwalze, und
dergleichen. Das flächige Element kann jedoch auch zum flexiblen Halten
eines in Breitenrichtung des Untergrunds langgestreckten, gegen den
Untergrund anzustellenden Elements sein, das beispielsweise zum Vor
glätten einer Materialbahn eingesetzt wird. Schließlich kann es sich bei dem
flächigen Element auch um ein Messer, ein Strömungsblech, Trennlamellen,
beispielsweise im Stoffauflauf einer Papiermaschine mit Mehrschichten-
Stoffauflauf, und dergleichen mehr handeln.
Wie aus der gattungsgemäßen DE 297 09 301 U bekannt ist, die auf eine
Anmeldung aus dem Konzern der Anmelderin zurückgeht, kann es bei
derartigen Vorrichtungen infolge von Temperaturdifferenzen, wie sie
insbesondere während der Anfahrphase der Maschine auftreten, zu
unerwünschten Deformationen oder Verspannungen des flächigen Elements
kommen. Dies ist beispielsweise in Fig. 2 in stark übertriebenem Maßstab
dargestellt. Gemäß dieser Fig. 2 ist eine in einer Halterung 1 fest
eingespannte Rakelklinge 2 gegen die Oberfläche 3a einer sich um die
Achse A in Richtung des Pfeils P drehenden Walze 3 angestellt. Man
erkennt in Fig. 2, daß die Rakelklinge 2 infolge thermischer Verformung
lediglich an den Stellen 2a an der Mantelfläche 3a der Walze 3 anliegt,
während sie dazwischen von dieser Mantelfläche 3a im Abstand verläuft,
wie insbesondere bei den Bezugszeichen 2b dargestellt ist. Infolge dieser
"Mikrowelligkeit" der Kante 2c der Rakelklinge 2 kann diese ihre Funktion,
nämlich eine auf die Walzenoberfläche 3a aufgetragene Schicht an flüssi
gem oder pastösem Auftragsmedium zu egalisieren oder/und zu dosieren,
nicht ordnungsgemäß erfüllen. Zur Lösung dieses Problems schlägt die
DE 297 09 301 U vor, die Rakelklinge 2 in der Halterung 1 in Breiten
richtung B der Walzenoberfläche 3a nicht fest, sondern beweglich
einzuspannen. Hierdurch soll eine Ausgleichsbewegung der Rakelklinge 2
in der Halterung 1 ermöglicht werden.
Die bekannte Vorrichtung hat ihre Einsatztauglichkeit in der Praxis für eine
Vielzahl von Anwendungsfällen bewiesen. Es hat sich jedoch gezeigt, daß
in bestimmten Fällen auch die bewegliche Lagerung der Rakelklinge in der
Halterung nicht ausreicht, um die Mikrowelligkeit der gegen den Untergrund
angestellten Kante der Rakelklinge vollständig zu beseitigen. Ein Beispiel
hierfür ist eine thermische Verformung, die sich aufgrund eines Temperatur
gradienten von dem gegen die Walze angestellten Rand der Rakelklinge zu
dem in der Halterung aufgenommenen Rand einstellt. Infolge eines derarti
gen Temperaturgradienten dehnt sich die Rakelklinge an ihrem der Walze
zugewandten Rand stärker aus als an dem in der Halterung aufgenommenen
Rand, so daß auch durch eine bewegliche Aufnahme der Rakelklinge in der
Halterung die Verformungsunterschiede nicht vollständig aufgehoben
werden können.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung der
gattungsgemäßen Art bereitzustellen, mit welcher zusätzlich oder alternativ
zu der in der DE 297 09 301 U vorgestellten Lösung einer Mikrowelligkeit
des flächigen Elements entgegengewirkt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art gelöst, bei welcher eine Spannvorrichtung vorgesehen ist,
welche das flächige Element in Richtung der Breite des laufenden Unter
grunds spannt. Vereinfachend könnte man sagen, daß das flächige Element
mittels der in Breitenrichtung wirkenden Spannvorrichtung glattgezogen
wird, so daß die Amplitude der im Bereich des dem Untergrund zuge
wandten Rands des flächigen Elements abnimmt. Ist das flächige Element
beispielsweise eine Rakelklinge, so kann hierdurch die Qualität der durch
diese Rakelklinge egalisierten oder/und (fertig)dosierten Auftragsmedium
schicht verbessert werden.
Läßt man die Spannvorrichtung an dem flächigen Element an dessen beiden
in Breitenrichtung des laufenden Untergrunds einander entgegengesetzten
Seitenrändern im Bereich deren dem Untergrund benachbarten Ende
angreifen, so kann hierdurch der Mikrowelligkeit des dem Untergrund
benachbarten Rands des flächigen Elements besonders effektiv entgegen
gewirkt werden. Das flächige Element wird in diesem Fall nämlich im
Bereich dieses Rands wie eine Gitarrensaite gespannt, was einen lineareren
Verlauf der Begrenzungskante dieses Rands zur Folge hat. Hierdurch werden
die Verspannungen des flächigen Elements zwar nicht eliminiert. Sie können
jedoch von der für die Auftragsqualität besonders wichtigen Begrenzungs
kante des flächigen Elements ferngehalten werden.
Die Spannvorrichtung kann wenigstens zwei Hebeleinheiten umfassen, von
denen jede jeweils einem der beiden Seitenränder des flächigen Elements
zugeordnet ist. Hierdurch kann eine bezüglich einer Halterung des flächigen
Elements im wesentlichen symmetrische glättende Verformung des flächi
gen Elements erzielt werden, was sich günstig auf eine gleichmäßige
Anstellung der das flächige Element umfassenden Anordnung gegen den
laufenden Untergrund auswirkt.
Die Spannvorrichtung kann an einer Halterung des flächigen Elements
angeordnet sein. Dies hat den Vorteil, daß die Relativanordnung von
Spannvorrichtung und flächigem Element stets gewahrt ist, insbesondere
auch dann, wenn die das flächige Element umfassende Anordnung relativ
zum laufenden Untergrund bewegt wird, wie dies beispielsweise beim Hin-
oder Wegschwenken einer Rakelvorrichtung gegen eine Walzenoberfläche
der Fall ist. Bei der vorstehend angesprochenen Ausführung der Spannvor
richtung mit Hebeleinheiten können beispielsweise diese Hebeleinheiten an
einer Halterung des flächigen Elements schwenkbar gelagert sein.
Selbstverständlich ist es möglich jeder der Hebeleinheiten eine gesonderte
Stellvorrichtung zuzuordnen. Im Hinblick auf den vorstehend angespro
chenen Wunsch nach einer möglichst symmetrischen Einwirkung der Spann
vorrichtung auf das flächige Element wird jedoch in Weiterbildung der
Erfindung vorgeschlagen, daß die Hebeleinheiten mittels einer gemeinsamen
Stellvorrichtung betätigbar sind, die vorzugsweise an einer Halterung des
flächigen Elements angeordnet ist. Hierdurch können darüber hinaus die
Kosten für die Spannvorrichtung niedrig gehalten werden.
Wie vorstehend bereits mehrfach erwähnt, kann das flächige Element eine
Klinge sein, beispielsweise eine Rakelklinge, eine Schaberklinge oder
dergleichen.
Darüber hinaus kann die Anordnung beispielsweise eine Einrichtung zum
Egalisieren oder/und Dosieren einer Schicht von auf den laufenden
Untergrund aufgebrachtem, flüssigem oder pastösem Auftragsmedium oder
auch eine Einrichtung zum Reinigen des laufenden Untergrunds sein, um nur
einige Anwendungsgebiete zu nennen.
Die Erfindung wird im folgenden an einem Ausführungsbeispiels anhand der
beiliegenden Zeichnung näher erläutert werden. Es stellt dar:
Fig. 1 eine perspektivische Teilansicht einer den Erfindungsgedanken
einsetzenden Rakelvorrichtung; und
Fig. 2 eine Darstellung zur Erläuterung der Nachteile des Stands der
Technik.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung ist in Fig. 1 allgemein mit 10
bezeichnet. Sie umfaßt eine Rakelvorrichtung 12 mit einer Rakelklinge 14,
welche mit einer Klingenkante 14a gegen die Oberfläche 16a einer Walze
16 angestellt ist. Die Walze 16 ist dabei derart drehangetrieben, daß sich
die Oberfläche 16a bezüglich der Rakelklinge 14 in Richtung des Pfeils L
bewegt. Die Rakelklinge 14 liegt zum Egalisieren oder/und (Fertig)dosieren
einer Schicht 18 von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium, die zuvor
mittels eines (nicht dargestellten) Auftragswerks auf die Walzenfläche 16a
oder die Oberfläche einer an der Walzenfläche 16a anliegenden Material
bahn, insbesondere aus Papier oder Karton, aufgebracht worden ist, in
Breitenrichtung B des Untergrunds 16a im wesentlichen linear an.
Die Rakelklinge 14 ist mit einem der Rakelkante 14a entgegengesetzten
Rand 14b in einer Halterung 20 aufgenommen, und zwar entweder starr
gehalten, wie dies am Beispiel des Stands der Technik gemäß Fig. 2
erläutert wurde, oder gemäß dem Vorschlag der DE 297 09 301 U in
Breitenrichtung B beweglich gehalten. Ferner ist eine Anstellvorrichtung 22
vorgesehen, mittels derer die Rakelklinge 14, insbesondere deren Rakelkante
14a gegen den Untergrund 16a angedrückt werden kann. Auch die lediglich
schematisch dargestellte Anstellvorrichtung 22 ist an der Halterung 20
angeordnet, so daß sie zusammen mit dieser Halterung und der Rakelklinge
vom Untergrund 16a wahlweise entfernt oder an diesen angenähert werden
kann.
Zur Sicherstellung bzw. Erhöhung des linearen Verlaufs der Rakelkante 14a
in Breitenrichtung B umfaßt die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 ferner
eine an der Rakelklinge 14 angreifende Spannvorrichtung 24. Diese Spann
vorrichtung 24 umfaßt zwei Schwenkhebel 26a und 26b welche mittels
Lagerschalen 28a und 28b auf Kugelköpfen schwenkbar gelagert sind, von
denen in Fig. 1 lediglich einer, nämlich der Kugelkopf 30b, zu sehen ist. Die
Kugelköpfe sind über Stangenelemente 32a und 32b an der Halterung 20
befestigt. Die oberen Enden der Hebelarme 26a und 26b greifen über Seil
züge, vorzugsweise Drahtseile 34a und 34b, der Rakelkante 14a benachbart
an den Seitenrändern 14c und 14d der Rakelklinge 14a an.
Die unteren Enden der Hebelarme 26a und 26b sind mit einem gemein
samen Stellantrieb 36 verbunden, und zwar vorzugsweise wiederum über
Seilzüge 38a und 38b. Holt der Stellantrieb die Seilzüge 38a und 38b im
Sinne einer Annäherung der unteren Enden der Hebelarme 26a und 26b ein,
so hat dies unter Vermittlung der Kugelgelenke 28a und 28b ein Abrücken
sowohl des oberen Endes des Hebelarms 26a als auch des oberen Endes
des Hebelarms 26b von der Rakelklinge 14 zur Folge. Unter Vermittlung der
Seilzüge 34a und 34b führt dies dazu, daß die Rakelklinge 24 zumindest in
dem der Rakelkante 14a benachbarten Randbereich unter Zugspannung
gesetzt wird, was eine Linearisierung bzw. Glättung des Verlaufs der
Rakelkante 14a nach sich zieht bzw. deren linearen Verlauf sicherstellt.
Hierdurch kann ein entsprechend glatterer Verlauf der Oberfläche der
Auftragsschicht 18 und somit ein entsprechend qualitativ hochwertigeres
Auftragsergebnis erzielt werden.
Festzuhalten ist, daß anstelle der Seilzüge 34a, 34b und 38a, 38b selbst
verständlich auch Stellstangen verwendet werden können, welche mit den
Schwenkhebeln 26a und 26b und der Klinge 14 gelenkig verbunden sind.
Claims (10)
1. Vorrichtung (10) zum Anstellen einer ein flächiges Element (14)
umfassenden Anordnung (12) gegen einen laufenden Untergrund
(16), vorzugsweise in einer Maschine zur Herstellung oder/und
Veredelung einer Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Spannvorrichtung (24) vorgesehen
ist, welche das flächige Element (14) in Richtung der Breite (B) des
laufenden Untergrunds (16) spannt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spannvorrichtung (24) an dem
flächigen Element (14) an dessen beiden in Breitenrichtung (B) des
laufenden Untergrunds (16) einander entgegengesetzten Seiten
rändern (14c, 14d) im Bereich deren dem Untergrund (16) benach
barten Ende (14a) angreift.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spannvorrichtung (24) wenigstens
zwei Hebeleinheiten (26a, 26b) umfaßt, von denen jede jeweils einem
der beiden Seitenränder (14c, 14d) des flächigen Elements (14)
zugeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spannvorrichtung (24) an einer
Halterung (20) des flächigen Elements (14) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hebeleinheiten (26a, 26b) an einer
Halterung (20) des flächigen Elements (14) schwenkbar gelagert sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hebeleinheiten (26a, 26b) mittels
einer gemeinsamen Stellvorrichtung (36) betätigbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stellvorrichtung (36) an einer
Halterung (20) des flächigen Elements (14) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das flächige Element (14) eine Klinge
ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung (12) eine Einrichtung
zum Egalisieren oder/und Dosieren einer Schicht (18) von auf den
laufenden Untergrund (16) aufgebrachtem, flüssigem oder pastösem
Auftragsmedium ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung eine Einrichtung zum
Reinigen des laufenden Untergrunds ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999103193 DE19903193A1 (de) | 1999-01-27 | 1999-01-27 | Klingenspannvorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1999103193 DE19903193A1 (de) | 1999-01-27 | 1999-01-27 | Klingenspannvorrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19903193A1 true DE19903193A1 (de) | 2000-08-03 |
Family
ID=7895544
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999103193 Withdrawn DE19903193A1 (de) | 1999-01-27 | 1999-01-27 | Klingenspannvorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19903193A1 (de) |
Cited By (2)
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| DE102012111047A1 (de) | 2012-11-16 | 2014-05-22 | Ott-Jakob Spanntechnik Gmbh | Mikrowellen-Positionssensor |
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1999
- 1999-01-27 DE DE1999103193 patent/DE19903193A1/de not_active Withdrawn
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