DE19901567A1 - Weichenantrieb - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung löst die Aufgabe, einen Weichenantrieb anzugeben, bei dem sich eine Störung möglichst wenig auf den Eisenbahnbetrieb auswirkt. Hierzu ist ein Weichenantrieb mit einem Speichermittel (F; HS) zum Speichern potentieller Energie und mit Rückstellmitteln (RO, D1, D2, FG; TS, V1, V2, V3, H1, H2) vorgesehen, die, wenn ein Stellvorgang an beliebiger Stelle entlang des Stellweges gehemmt wird, ein Zurückstellen der Eisenbahnweiche in ihre Ausgangslage mit Hilfe der gespeicherten potentiellen Energie bewirken. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß auch dann, wenn während des Stellvorgangs eine Hemmung auftritt, die Weichenzungen ihre ursprüngliche Lage wieder einnehmen. Dies bringt insbesondere bei stark befahrenen Eisenbahnstrecken betriebliche Vorteile mit sich. Die Rückstellmittel können mechanischer oder im wesentlichen hydraulischer Art sein.
Description
Die Erfindung betrifft einen Weichenantrieb nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein derartiger Weichenantrieb ist bekannt aus der DE-A1-38 25 182. Der bekannte
Weichenantrieb hat zusätzlich zum hydraulischen Linearantrieb einen Federantrieb,
der aus Schraubenfedern und einem am Linearantrieb angelenkten Gestänge besteht.
Das Gestänge ist so ausgelegt, daß während des Zurücklegens der ersten Hälfte des
Stellweges die Federn gespannt werden. Auf der zweiten Hälfte des Stellweges wer
den die Federn wieder entspannt. Der Federantrieb ermöglicht somit, den hydrauli
schen Linearantrieb auszuschalten, sobald die Hälfte des Stellweges überwunden
worden ist. Die für das Zurücklegen der zweiten Hälfte des Stellweges benötigte
Energie wird den vorgespannten Federn entnommen.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Weichenantrieb anzugeben, bei dem sich eine
Störung möglichst wenig auf den Eisenbahnbetrieb auswirkt.
Diese Aufgabe wird von einem Weichenantrieb nach Anspruch 1 gelöst. Erfindungs
gemäß sind neben einem Speichermittel zum Speichern potentieller Energie Rück
stellmittel vorgesehen, die, wenn ein Stellvorgang an beliebiger Stelle entlang des
Stellweges gehemmt wird, ein Zurückstellen der Eisenbahnweiche in ihre Ausgangs
lage mit Hilfe der gespeicherten potentiellen Energie bewirken.
Auf diese Weise ist sichergestellt, daß auch dann, wenn während des Stellvorgangs
eine Hemmung auftritt, die Weichenzungen ihre ursprüngliche Lage wieder einneh
men. Als Ursache für eine solche Hemmung kommt beispielsweise der Ausfall des
Weichenmotors oder eine Unterbrechung der Stromversorgung während des Stell
vorgangs in Betracht. Die Weichenzungen verharren dann irgendwo zwischen den
beiden möglichen Endlagen. Ein andere Ursache für eine Hemmung kann ein
(Schotter-)Stein oder ein Eisklumpen sein, der zwischen Backenschiene und Wei
chenzunge geraten ist. Die Weichenzunge klemmt den Stein oder Eisklumpen ein
und erreicht ihre Endlage nicht.
Eine Hemmung in diesem Sinne ist also jede Störung, die dazu führt, daß die Wei
chenzungen bei einem Stellvorgangs nicht eine ihrer Endlagen erreichen. Eine Wei
che, deren Zungen sich nicht in einer End-, sondern in einer Zwischenlage befinden,
stellt eine unmittelbare Betriebsgefährdung dar, da ein diese Weiche spitz befahren
des Schienenfahrzeug sofort entgleist. Um dies zu verhindern, wird mit Beginn des
Stellvorgangs die betreffende Weiche oder der Streckenabschnitt, in dem die Weiche
sich befindet, für den Schienenverkehr gesperrt. Die Sperrung wird erst aufgehoben,
wenn eine Verschlußprüfung an der Weiche ergeben hat, daß die Zungen ihre Endla
ge erreicht haben. Im störungsfreien Fall liegt die Dauer dieses Vorgangs in der Grö
ßenordnung von etwa 5-10 Sekunden. Während dieser Zeit, ggf. mit zusätzlichen
Sicherheitszuschlägen, ist die Weiche unter keinen Umständen befahrbar.
Falls jedoch eine der angesprochenen Hemmungen auftritt, wird die Sperrung solan
ge aufrecht erhalten, bis die Hemmung behoben ist. Dies kann u. U. sehr lange dau
ern, da meist Wartungspersonal die Weiche vor Ort inspizieren muß. Wenn sich ein
Schienenfahrzeug einer Weiche nähert, die gerade oder demnächst umgestellt wird,
so kann es folglich nicht davon ausgehen, daß die Sperrung der Weiche nach einer
definierten Zeitspanne aufgehoben wird. Es muß vielmehr damit rechnen, daß die
Sperrung sich wegen einer Störung um unbestimmte Zeit verlängert. Dies hat ent
scheidende Konsequenzen insbesondere für stark befahrene Strecken, auf denen im
absoluten oder sogar im relativen Bremswegabstand gefahren wird. Dies wird anhand
der Fig. 1 näher erläutert.
Fig. 1 zeigt ein Weg-Geschwindigkeitsdiagramm für ein Schienenfahrzeug SFZ, wel
ches sich einer herkömmlichen Weiche W nähert. Das Schienenfahrzeug fährt zu
nächst mit der zulässigen Maximalgeschwindigkeit vmax auf die Weiche W zu. Es sei
nun angenommen, daß die Weiche W umgestellt wird. Die Bremskurve des Schie
nenfahrzeugs SFZ muß so berechnet werden, daß sie vor dem Beginn der Weiche
endet, mithin also das Schienenfahrzeug noch vor der Weiche zum Stehen kommt.
Am Ort O1 beginnt das Schienenfahrzeug mit dem Bremsvorgang. Tritt keine Stö
rung während des Stellvorgangs auf, so ist die Weiche bereits umgestellt und in der
neuen Endlage verriegelt, wenn das Schienenfahrzeug SFZ den Ort O2 erreicht hat.
Da die Weiche nun nicht mehr gesperrt ist, beschleunigt das Schienenfahrzeug wie
der, bis es die für diesen Streckenabschnitt vorgesehene Geschwindigkeit vmax er
reicht hat. Ein in dichtem Abstand folgendes, in Fig. 1 nicht dargestelltes Schienen
fahrzeug muß ebenfalls abbremsen, um den absoluten Bremswegabstand zum Schie
nenfahrzeug SFZ nicht zu unterschreiten. Dadurch kommt es insbesondere dann,
wenn die Strecke stark befahren ist, zu einer erheblichen Behinderung des Betriebs.
Wie man an diesem Beispiel erkennt, ist das Abbremsen des Schienenfahrzeugs SFZ
nur deswegen erforderlich, weil nicht sicher davon ausgegangen werden kann, daß
der Stellvorgang in einer definierten Zeitspanne abgeschlossen ist. Die Erfindung
schafft hier Abhilfe, da garantiert wird, daß die Weiche auch bei Auftreten einer Stö
rung mit Hilfe gespeicherter potentieller Energie ihre Ausgangslage erreicht. Für das
in Fig. 1 dargestellte Beispiel bedeutet dies, daß das Schienenfahrzeug SFZ nicht
abbremsen muß, sondern unverändert mit der zulässigen Maximalgeschwindigkeit
vmax die Weiche W passieren kann. Eine länger andauernde Zwischenlage der Wei
chenzungen ist erfindungsgemäß ausgeschlossen. Die erfindungsgemäße Ausgestal
tung des Weichenantriebs führt somit zu kürzeren Fahrzeiten und zu einer höheren
Kapazität von Eisenbahnstrecken.
Kommt es tatsächlich zu einer Störung, so sorgt der erfindungsgemäße Weichenan
trieb dafür, daß die Ausgangslage wieder eingenommen wird. Das Schienenfahrzeug
wird daher auf eine andere als die eigentlich vorgesehen Strecke geleitet. Dies stellt
natürlich ebenfalls eine Beeinträchtigung des Betriebs dar; ein Sicherheitsrisiko ist
damit jedoch nicht verbunden. Es ist lediglich sicherzustellen, daß das Schienenfahr
zeug die unerwartet eingetretene Betriebssituation rasch erkennt und sofort seine
Bremskurve daran anpaßt. Da in aller Regel keine Störungen auftreten, überwiegen
die Fahrzeitverkürzung und der Gewinn an Streckenkapazität bei weitem die Be
triebbeeinträchtigungen, die in seltenen Einzelfällen möglich sind.
Da der erfindungsgemäße Weichenantrieb die erforderliche Energie zum Zurückstel
len der Weiche einem Speicher für potentielle Energie entnimmt, ist das Zurückstel
len auch dann garantiert, wenn die Stromversorgung der Weiche unterbrochen ist.
Ein Zurückstellen ist lediglich dann nicht möglich, wenn der Stellvorgang gehemmt
wird und zusätzlich während des Zurückstellens eine weitere Störung auftritt, die die
Weichenzungen nicht in ihre Ausgangslage zurückkehren läßt. Eine derartiges Zu
sammentreffen von seltenen Fehlern wird, wie üblich in der Eisenbahnsignaltechnik,
nicht angenommen, da die Wahrscheinlichkeit hierfür über alle Maßen gering ist.
Bei einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist dem Speichermittel während des
Stellvorgangs soviel potentielle Energie zuführbar, wie für das Zurückstellen der
Eisenbahnweiche benötigt wird. Gegenüber einer externen Energiezuführung, etwa
mit Hilfe einer Batterie, hat dies den Vorteil, daß stets genügend Energie vorhanden
ist, um das Zurückstellen zu bewirken.
Eine mechanische Realisierung des erfindungsgemäßen Weichenantriebs ist Gegen
stand der Ansprüche 3 bis 5; eine hydraulische Realisierung Gegenstand der Ansprü
che 6 bis 10.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Ausführungsbeispiele und der Zeich
nungen eingehend erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 Ein Weg-Geschwindigkeitsdiagramm für ein Schienenfahrzeug SFZ, welches
sich einer Weiche W nähert;
Fig. 2 Ein erstes Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Weichenantrieb
in einer mechanischen Realisierung (Aufsicht und seitliche Sicht (A)) zu Beginn
eines Stellvorgangs;
Fig. 3 Der in Fig. 2 dargestellte Weichenantrieb bei Erreichen der Endposition;
Fig. 4 Der in Fig. 2 dargestellte Weichenantrieb nach Abschluß eines ungestörten
Stellvorgangs;
Fig. 5 Schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Weichenantriebs in einer
im wesentlichen hydraulischen Realisierung.
Fig. 2 zeigt oben rechts in Aufsicht einen nicht maßstäblichen Ausschnitt aus einer
Weiche W mit Weichenzungen WZ. Die Weichenzungen WZ sind mit einer Stell
stange SS verbunden, die in eine Zahnstange ZS übergeht. Die Zahnstange ZS ist in
Längsrichtung durch Drehung des Ritzels RI bewegbar. Das Ritzel selbst wird von
einem Motor M angetrieben.
An der Zahnstange ZS ist rechtwinklig eine Führung FG für eine Rolle RO ange
bracht, die beide die Längsbewegung der Zahnstange mitvollziehen. In der Führung
FG befindet sich eine Feder F, deren eines Ende am Fuße der Führung FG und deren
anderes Ende an der Rolle RO befestigt ist. Die zu beiden Seiten über die Führung
hinausragenden Teile der Rolle liegen den Schenkeln zweier Führungskörper D1 und
D2 auf. Wenn sich die Zahnstange bewegt, so wird über die Führung FG diese Be
wegung auf die Rolle RO übertragen. Aufgrund der geneigten Schenkel gleitet oder
rollt die Rolle RO auf den Schenkeln der Führungskörper D1 und D2 je nach Rich
tung der Zahnstangenbewegung auf oder ab. Dabei wird der Spannungszustand der
Feder F verändert.
Die Führungskörper D1 und D2 sind ebenfalls verschiebbar gelagert. Dazu dienen
Führungsstifte FS1 und FS2, die in geeignet geformte Ausnehmungen der Führungs
körper D1 und D2 eingreifen. Die Ausnehmungen sind so angeordnet, daß die Füh
rungskörper eine Bewegung parallel zur Bewegung der Zahnstange ausführen kön
nen. Der Bewegungsspielraum ist allerdings begrenzt auf den maximalen Bewe
gungsspielraum der Zahnstange.
Aufgrund der soeben beschriebenen konstruktiven Anordnung wird die Weiche zu
rückgestellt, wenn der Stellvorgang an beliebiger Stelle entlang des Stellweges durch
ein Hindernis gehemmt wird. Zunächst wird nachfolgend die Funktion der Anord
nung beschrieben, wenn der Steilvorgang nicht gehemmt wird. Fig. 2 stellt den erfin
dungsgemäßen Weichenantrieb unmittelbar vor Beginn eines Stellvorgangs dar.
Durch Drehen des Ritzels R1 wird die Zahnstange ZS zusammen mit der damit ver
bundenen Stellstange SS in Richtung des Pfeils P1 bewegt. Die Führung FG mit der
darin verschiebbar gelagerten Rolle RO vollzieht diese Bewegung mit. Durch das
Aufliegen auf den Schenkeln der Führungskörper D1 und D2 überlagert sich der Be
wegung der Rolle RO zusätzlich eine Bewegung in Richtung des Pfeils P2. Dadurch
wird die Feder F gespannt. Die Führungskörper D 1 und D2 können der durch die
Feder F über die Rolle RO ausgeübten Kraft nicht ausweichen, da die Ausnehmun
gen der Führungskörper D1 und D2 bereits an den Führungsstiften FS1 und FS2 an
schlagen.
Am Ende des Stellvorgangs erreichen die Weichenzungen WZ ihre neue Lage. Die
Geometrie der Anordnung ist nun so bemessen, daß die Rolle RO in diesem Moment
knapp die durch das Zusammentreffen der Schenkel gebildete Kante der Führungs
körper D1 und D2 überwindet. Dieser Zustand ist in Fig. 3 dargestellt. Die Rolle liegt
jetzt auf den gegenüberliegenden Schenkeln der Führungskörper D1 und D2 auf. Die
Feder F, die nun maximal gespannt ist, übt über die Rolle RO eine Zugkraft auf die
Führungskörper D1 und D2 aus, die diese zu einer Bewegung parallel zur Zahnstange
ZS veranlaßt.
Wie in Fig. 4 erkennbar, rutschen die Führungskörper D1 und D2 in der durch den
Pfeil P3 angedeuteten Richtung in ihre neue Endlage. Die Rolle RO bewegt sich da
bei in der durch Pfeil P4 angedeuteten Richtung, wobei sich die Feder F entspannt.
Der schließlich resultierende Endzustand ist in Fig. 4 dargestellt. Man erkennt, daß
dieser Zustand symmetrisch ist zu dem in Fig. 2 dargestellten Zustand. Bei jedem
Stellvorgang vollziehen sich folglich die gleichen soeben erläuterten Schritte.
Wenn nun ein Steilvorgang an beliebiger Stelle entlang des Stellweges durch ein
Hindernis gehemmt wird, so führt die bis zu diesem Punkt aufgebaute Federspan
nung dazu, daß sich die Rolle mit der Führung FG und der damit verbundenen Zahn
stange ZS zurückbewegen. Voraussetzung ist lediglich, daß der Motor dieses Zu
rückstellen nicht durch Ausüben einer im Gegensinn wirkenden Kraft behindert.
Vorzugsweise ist deswegen eine Zeitschaltuhr vorgesehen, die den Motor strom- und
damit momentlos macht, sobald nach Beginn des Stellvorgangs eine vorgegebene
Zeitspanne verstrichen ist. Besteht die Störung in einem Ausfall des Motors oder
einer Unterbrechung der Stromversorgung, so erfolgt das Zurückstellen der Weiche
mit Hilfe der in der Feder gespeicherten potentiellen Energie unverzüglich.
Es versteht sich, daß die oben beschriebene Konstruktion auf vielfältige Weise ab
wandelbar ist. Die Rolle RO kann beispielsweise auch als Stab mit einem anderen als
kreisförmigen Querschnitt ausgeführt sein. Auch die Form der Führungskörper D1
und D2 ist in weiten Bereichen beliebig und kann auch gekrümmte Flächen umfas
sen.
Die in den Fig. 2 bis 4 dargestellte Schraubenfeder steht hier lediglich für ein Mittel
zum Speichern potentieller Energie. Denkbar sind alle Arten von Feder, Gasfedern
oder hydraulischen Druckspeichern. Auch ein Energiespeicher unter Ausnutzung der
Gravitation ist möglich. Vorzugs Weise wird die Energie dem Speichermittel - wie bei
dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel - während des Stellvorgangs zuge
führt. Alternativ dazu kann dem Speichermittel jedoch auch zu anderen Zeiten Ener
gie zugeführt werden.
Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Weichenantrieb,
bei dem die Rückstellmittel im wesentlichen hydraulischer Art sind. Unten in Fig. 5
ist eine Weiche W mit Weichenzungen WZ zu erkennen. Eine Stellstange SS stellt
eine Verbindung her zwischen den Weichenzungen WZ und einer hydraulisch betä
tigbaren Teleskopstange TS. Die andere Seite der Teleskopstange TS ist verbunden
mit einer Schubstange SCH, die von einer an sich bekannten Antriebseinheit AE be
wegbar ist. Die Kammern in der Teleskopstange TS zu beiden Seiten des Kolbens K
stehen über Hydraulikleitungen mit einem Vierwegeventil V3 in Verbindung. Wenn
das Vierwegeventil V3 geschlossen ist, so ist der Kolben K in der Teleskopstange TS
nicht bewegbar. Folglich wird eine von der Antriebseinheit AE ausgeübte Bewegung
über die Schubstange SCH, den Kolben K und die Hydraulikflüssigkeit auf die Tele
skopstange TS übertragen und führen schließlich zum Umlegen der Weichenzungen
WZ.
Kommt es während des Stellvorgangs in der durch den Pfeil P5 angedeuteten Rich
tung zu einer der oben angesprochenen Hemmungen, so erreichen die Weichenzun
gen WZ ihre vorgesehene Endlage nicht. Der Teleskopstab wird nun in diesem Fall
so von einer Ventilsteuerung angesteuert, daß der Kolben K im Teleskopstab eben
falls in Richtung des Pfeils P5 verschoben wird. Dadurch verkürzt sich die Länge des
Teleskopstabs TS, da die Schubstange SCH ihre Lage beibehält. Durch diese Verkür
zung wird die mit der Teleskopstange TS verbundene Stellstange SS zurück in ihre
Ausgangslage bewegt. Dadurch kehren auch die Weichenzungen WZ in ihre Aus
gangslage zurück.
Die Steuerung der Teleskopstange TS durch die Ventilsteuerung wird nachfolgend
näher erläutert. Oben in Fig. 5 ist eine an sich bekannte Hydraulikeinrichtung sym
bolisch dargestellt, die einen Motor M, eine davon angetriebene Hydraulikpumpe P
und einen Hydraulikbehälter HB umfaßt. Die Hydraulikpumpe P pumpt Hydraulik
flüssigkeit vom Hydraulikbehälter HB in einen Hydraulikspeicher HS. Ein Rück
schlagventil RV verhindert, daß Hydraulikflüssigkeit vom Hydraulikspeicher HS in
den Hydraulikbehälter zurückläuft. Ein Druckbegrenzungsventil DBV sorgt dafür,
daß der zulässige Höchstdruck nicht überschritten wird.
In der Mitte von Fig. 5 sind zwei Riegel R1 und R2 zum Prüfen der Zungenendlage
schematisch dargestellt. Diese als solche bekannten Riegel prüfen, ob die Weichen
zungen tatsächlich ihre Endlage erreicht haben. Die genaue Ausführung der Riegel ist
hier nicht wesentlich, da sie auf vielfältige Weise mechanisch realisiert sein können.
Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, jede Weichenzunge mit einer eigenen
Prüferstange zu verbinden, die in den Weichenantrieb zurückführt. Nur wenn beide
Weichenzungen eine Endlage erreichen, gelangen die beiden Prüferstangen in eine
Lage, in der in den Prüferstangen vorgesehene Ausnehmungen korrespondieren und
einer der Riegel in beide Ausnehmungen eingreifen kann. Durch das Eingreifen in
die Ausnehmungen kommt es zu eine Bewegung des Riegels, der sich zur mechani
schen Ansteuerung von Ventilen nutzen läßt.
Bei dem in Fig. 5 gezeigten Zustand (Linkslage der Weiche) ist der Riegel R1 in
Überwachungslage und der Riegel R2 in ausgehobener Lage. Dies bedeutet, daß die
linke Weichenzunge an der Backenschiene anliegt, während die rechte Weichenzun
ge frei ist. Zwischen den beiden Riegeln ist ein Verbindungshebel H1 angelenkt, der
mechanisch ein Zweiwegeventil V1 betätigt. Wenn beide Weichenzungen in einer
Endlage sind, ist, wie in Fig. 5 dargestellt, ein Riegel in Überwachungslage und der
andere Riegel in ausgehobener Lage. Das Ventil V1 befindet sich dann in Sperrstel
lung.
Falls aufgrund einer Hemmung keine Weichenzunge eine Endlage erreicht, so ge
langt keiner der Riegel R1 und R2 in eine Überwachungslage. Dieser Zustand, in
dem sich beide Riegel in ausgehobener Lage befinden, ist rechts in Fig. 5 in einem
gestrichelt eingerahmten Ausschnitt dargestellt. Der Verbindungshebel H1 gelangt
nun in eine Stellung, die zu einem Öffnen des Ventils V1 führt. Die Vierwegeventile
V2 und V3 sind ebenfalls geöffnet, so daß die Verbindung zwischen dem Hydaulik
speicher HS und der linken Kammer in der Teleskopstange TS offen ist. Hydraulik
flüssigkeit aus dem Hydraulikspeicher HS drückt in diese linke Kammer und führt,
wie oben bereits erläutert, zu einer Verkürzung der Teleskopstange TS und damit zu
einem Zurückstellen der Weichenzungen in ihre Ausgangslage.
Vorzugsweise wird das Vierwegeventil V2 von einem zweiten Verbindungshebel H2
betätigt, welcher ebenfalls an die Riegel R1 und R2 angelenkt ist. Dieser Hebel ist so
angelenkt, daß er nur dann umgelegt wird, wenn die Weichenzungen eine neue End
lage erreichen. Wenn also die Weichenzungen in Fig. 5 nach einem Stellvorgang in
Richtung des Pfeils PS die Rechtslage erreichen, so gelangen der Riegel R1 nach
oben in eine ausgehobene und der Riegel R2 nach unten in Überwachungslage. Das
Vierwegeventil V2 wird dann durch den Hebel H2 in eine Kreuzstellung gebracht.
Sollte bei einem folgenden Stellvorgang eine Hemmung auftreten, so wird dank der
Kreuzstellung Hydraulikflüssigkeit nun in die rechte und nicht mehr in die linke
Kammer in der Teleskopstange TS gedrückt. Dies führt zu einer Verlängerung der
Teleskopstange TS und damit zu einer Rückkehr in die Rechtslage (= Ausgangslage).
Bei einem besonders vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist zusätzlich noch ein Vier
wegeventil V3 vorgesehen, welches elektromagnetisch betätigt wird. Im Normalzu
stand ist der Elektromagnet stromdurchflossen und das Ventil V3 geschlossen. Falls
die Stromversorgung unterbrochen wird, so wird der Elektromagnet stromlos und das
Ventil V3 fällt von selbst in den offenen Zustand. Wenn also die Hemmung auf eine
Unterbrechung der Stromversorgung zurückgeht, so ist stets sichergestellt, daß das
Ventil V3 geöffnet ist. Zusätzlich wird das Ventil V3 von einer Zeitschaltuhr UHR
angesteuert. Die Zeitschaltuhr wird mit Beginn eines jeden Stellvorgangs gestartet
und bei erfolgreichen Abschluß eines Stellvorgangs zurückgesetzt. Läuft nach Be
ginn eines Stellvorgangs eine festgelegte Zeitspanne, z. B. 15 Sekunden, ab, ohne daß
die Zeitschaltuhr zurückgesetzt worden ist, so fällt das Ventil V3 von selbst in den
offenen Zustand. Dadurch wird das Zurückstellen erst nach Ablauf einer vorbe
stimmbaren Zeitspanne nach Beginn des Stellvorgangs wirksam. Dies ist vor allem
deswegen bedeutsam, als auch während eines ungehemmten Stellvorgangs die beiden
Riegel R1 und R2 die meiste Zeit im ausgehobenen Zustand und somit die Ventile
V1 und V2 geöffnet sind. Ohne die Zeitschaltuhr UHR würde daher bereits ein Zu
rückstellen eingeleitet, obwohl möglicherweise gar keine Hemmung aufgetreten ist.
Außerdem läßt sich mit Hilfe der Zeitschaltuhr ein zeitlich definiertes Verhalten des
Weichenantriebs erzielen, woraus sich insbesondere aus betrieblicher Sicht Vorteile
ergeben.
Die üblicherweise verwendeten Antriebseinheiten AE werden meist in der Ansteue
rung auf ihre Laufzeit überwacht und die Antriebseinheit automatisch abgeschaltet,
wenn eine vorgesehene Zeitspanne seit dem Beginn des Stellvorgangs verstrichen ist.
Die dabei verwendete Zeitschaltuhr kann natürlich mit der das Ventil V3 ansteuern
den Zeitschaltuhr UHR zusammengelegt werden.
Es versteht sich, daß auch diese im wesentlichen hydraulische Realisierung auf viel
fältige Weise abwandelbar ist. So kann beispielsweise die Teleskopstange TS nicht
nur im Falle einer Hemmung, sondern auch grundsätzlich zum Stellen der Weichen
zungen verwendet werden. Die Schubstange SCH ist dann fest am Gehäuse des Wei
chenantriebs befestigt. In den beiden Kammern zu beiden Seiten des Kolbens K sind
zusätzliche Ventile vorzusehen, durch die Hydraulikflüssigkeit zu- oder abführbar ist.
Gegebenenfalls ist die Hydraulikeinrichtung so auszulegen, daß ein Zurückstellen der
Weiche selbst dann bewirkt wird, wenn bei einer Hemmung die Antriebseinheit AE
nicht abschaltet und weiterhin Kraft auf die Schubstange SCH ausübt.
Claims (8)
1. Weichenantrieb für eine Eisenbahnweiche (W) mit einem Speichermittel (F; HS)
zum Speichern potentieller Energie,
dadurch gekennzeichnet,
daß Rückstellmittel (RO, D1, D2, FG; TS, V1, V2, V3, H1, H2) vorhanden sind,
die, wenn ein Steilvorgang an beliebiger Stelle entlang des Stellweges gehemmt
wird, ein Zurückstellen der Eisenbahnweiche in ihre Ausgangslage mit Hilfe der
gespeicherten potentiellen Energie bewirken.
2. Weichenantrieb nach Anspruch 1, bei dem dem Speichermittel während des
Stellvorgangs soviel potentielle Energie zuführbar ist, wie für das Zurückstellen
der Eisenbahnweiche benötigt wird.
3. Weichenantrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Spei
chermittel eine Feder (E) ist und bei dem Spannmittel (D1, D2, RO, FG) vorge
sehen sind, die so ausgelegt sind, daß die Feder über den gesamten Verlauf eines
Stellvorgangs zunehmend gespannt wird und nach Abschluß eines erfolgreichen
Stellvorgangs entspannt wird.
4. Weichenantrieb nach Anspruch 3, bei dem die Spannmittel einen zwei Schenkel
aufweisenden Führungskörper (D1, D2) und einen Stab (RO) umfassen, der auf
den Schenkeln aufliegt und so mit einer Stellstange (SS) der Eisenbahnweiche
und der Feder verbunden ist, daß bei einer Bewegung der Stellstange sich der
Stab auf den Schenkeln des Führungskörpers auf- oder abbewegt und dabei den
Spannungszustand der Feder verändert, und bei dem der Führungskörper so ver
schiebbar angeordnet ist, daß nach Abschluß eines erfolgreichen Stellvorgangs
der Führungskörper ebenfalls eine neue Endlage erreicht.
5. Weichenantrieb nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei dem die Rückstellmittel
eine hydraulisch betätigbare Teleskopstange (TS), die mit einer Stellstange (SS)
verbunden ist, und eine Ventilsteuerung (V1, V2, V3) zur Steuerung der Länge
der Teleskopstange umfassen, wobei durch die Ventilsteuerung eine Verände
rung der Länge der Teleskopstange herbeiführbar ist, wenn ein Stellvorgang an
beliebiger Stelle entlang des Stellweges gehemmt wird.
6. Weichenantrieb nach Anspruch 5, bei dem die Ventilsteuerung mechanisch mit
Riegeln (R1, R2) zum Prüfen der Zungenendlage verbunden ist.
7. Weichenantrieb nach einem der Ansprüche 5 oder 6, bei dem die Teleskopstange
mit einer Antriebseinheit (AE) verbunden ist, und bei dem die Ventilsteuerung so
ausgelegt ist, daß nur bei einer Hemmung des Stellvorgangs die Länge der Tele
skopstange verändert wird.
8. Weichenantrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche, der eine Zeitschal
tuhr (UHR) umfaßt, die ein Wirksamwerden der Rückstellmittel erst nach Ablauf
einer vorbestimmbaren Zeitspanne nach Beginn des Stellvorgangs zuläßt.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19901567A DE19901567A1 (de) | 1999-01-16 | 1999-01-16 | Weichenantrieb |
| AT99440375T ATE258864T1 (de) | 1999-01-16 | 1999-12-27 | Weichenantrieb |
| EP99440375A EP1022207B1 (de) | 1999-01-16 | 1999-12-27 | Weichenantrieb |
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