DE19860675C1 - Lagerung im Bereich der Trennebene geteilter Rücksitzlehnen in Kraftfahrzeugen - Google Patents
Lagerung im Bereich der Trennebene geteilter Rücksitzlehnen in KraftfahrzeugenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Lagerung für einzeln umlegbare Rücksitzlehnen (2, 3) in Kraftfahrzeugen mit einem an der Fahrzeugkarosserie (8) festlegbaren Lagerbock (9). Dieser nimmt ein Drehgelenk (10) auf, in dem die Rücksitzlehnen (2, 3) drehbeweglich gehalten sind. Das Drehgelenk (10) ist verriegelbar, wobei die Verriegelung (16) durch eine Entriegelungsmechanik (20) aufhebbar ist. Das Drehgelenk (10) weist eine in eine Ausnehmung des Lagerbocks (9) eingegliederte Lagerhülse (12) auf, die mit der Rücksitzlehne (2) gekoppelt ist. Die Lagerhülse (12) nimmt einen Lagerbolzen (14) auf, der mit der anderen Rücksitzlehne (3) verbunden ist. Die Verriegelung (16) umfasst einen Verriegelungsbolzen (17), der federbelastet in eine die Lagerhülse (14) und den Lagerbock (9) schneidende parallel zur Drechachse (6) verlaufende Bohrung eingreift.
Description
Die Erfindung betrifft eine Lagerung im Bereich der
Trennebene einzeln umlegbarer Rücksitzlehnen von Kraft
fahrzeugen gemäß den Merkmalen im Oberbegriff des An
spruchs 1.
Einzeln umlegbare Rücksitzlehnen sind im praktischen Ge
brauch eines Kraftfahrzeugs vorteilhaft. Üblich ist es
heute, eine Teilung des Rücksitzes im Verhältnis von 2/3
zu 1/3 vorzunehmen. Im Bereich der Lehnenteilung benöti
gen die Rücksitzlehnen eine stabile bodenseitige Lage
rung. Diese Lagerung, aufgrund ihrer Anordnung zwischen
den Rücksitzlehnen auch als Mittellager bezeichnet, ver
hindert translatorische Bewegungen der einzelnen Rück
sitzlehnen. Die Lagerung gewährleistet eine Fesselung der
Rücksitzlehnen in horizontaler bzw. vertikaler Ebene.
Drehbewegungen der Sitzlehnen werden durch eine Schließ
mechanik am oberen Ende der Rücksitzlehnen unterbunden.
Diese kann manuell gelöst werden, um die Rücksitzlehnen
im Bedarfsfall manuell umzulegen.
An die Lagerung werden hohe sicherheitstechnische Anfor
derungen gestellt. Dies gilt insbesondere dann, wenn auch
der mittlere Sitzplatz des Rücksitzes mit einem Drei
punktgurt ausgerüstet ist. Mindestens zwei der drei Ver
ankerungspunkte des Sicherheitsgurts sind dann in die
Rücksitzlehne integriert. Im Verzögerungsfall werden da
her hohe Kräfte in die Rücksitzlehne eingeleitet, die als
Torsionskräfte auf die Lagerung wirken. Zudem kann es im
Crashfall bei ungünstigem Aufprallverlauf zu einem Öffnen
der Schließmechanik der Rücksitzlehnen kommen, so dass
die Rücksitzlehnen um die Lagerung drehend nach vorne be
wegt werden.
Aus der DE 44 05 698 A1 geht eine Lagerung hervor für
Kraftfahrzeug-Hintersitze mit einzeln umlegbaren Rück
sitzlehnen. Die Lagerung umfasst zwei Scharnierbauteile,
von denen jedes ein rücklehnenseitiges und ein karosse
rieseitiges Beschlagteil aufweist. Zur Erhöhung der
Sicherheit der Insassen sind die Scharniere mit einer
Verriegelungsvorrichtung vorgesehen, die einen Verriege
lungshebel in Form eines verschiebbar gelagerten Bolzens
aufweist, der in verriegelter Stellung eine am karosse
rieseitigen Beschlagteil angeordnete Bohrung durchsetzt.
Der Bolzen ist durch eine Feder in Verriegelungsrichtung
vorgespannt.
Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zu
grunde, eine verriegelbare Lagerung zum Einsatz im Be
reich der Trennebene zwischen einzeln umlegbaren Rück
sitzlehnen sicherheitstechnisch zu verbessern und kon
struktiv einfacher zu gestalten.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in
einer Lagerung gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1.
Kernpunkt der Erfindung bilden die Maßnahmen, das Drehge
lenk der Lagerung verriegelbar auszulegen und eine Dreh
bewegung einer oder beider Rücksitzlehnen im Drehgelenk
gezielt zu sperren. Im Bedarfsfall kann die Verriegelung
durch eine Entriegelungsmechanik aufgehoben werden.
Das Drehgelenk weist eine in eine Ausnehmung des Lager
bocks eingegliederte Lagerhülse auf, die mit einer
Rücksitzlehne gekoppelt ist, wobei die Lagerhülse einen
Lagerbolzen aufnimmt, der mit der anderen Rücksitzlehne
verbunden ist. Die Verriegelung besitzt einen Verriege
lungsbolzen, der unter dem Einfluss einer Federkraft in
eine die Lagerhülse und den Lagerbock schneidende, paral
lel zur Drehachse verlaufende Bohrung eingreift.
Diese Ausführungsform ermöglicht eine zuverlässige Ver
riegelung der mit der Lagerhülse gekoppelten Rücksitz
lehne. Hierbei handelt es sich vorzugsweise um die brei
tere der beiden Rücksitzlehnen, die sogenannte 2/3-Lehne.
Die Ausführungsform trägt gezielt dem Umstand Rechnung,
dass durch den Einsatz eines Dreipunktgurts auf dem mitt
leren Sitzplatz hohe Kräfte in die Lagerung geleitet wer
den.
Die Lagerung ist mechanisch zuverlässig und technisch gut
in alle üblichen Modelle von Kraftfahrzeugen zu integrie
ren. Selbstverständlich ist der Einsatz der erfindungsge
mäßen Lagerung nicht begrenzt auf Rücksitze mit einer
Teilung im Verhältnis von 2/3 zu 1/3. Auch andere Tei
lungsverhältnisse, beispielsweise 60/40 oder 50/50 sind
denkbar.
Die erfindungsgemäße Lagerung ermöglicht eine Arretierung
der Drehachse der in der Lagerung drehbeweglich angelenk
ten Rücksitzlehnen. Hierdurch können Torsionskräfte im
Lager aufgenommen werden. Dies führt zu einer zusätzli
chen Fesselung der Rücksitzlehnen in der Lagerung und zu
einer Steigerung der Festigkeit im Bereich der Lehnenan
bindung an der Fahrzeugkarosserie - und zwar bei unverän
derter Dimensionierung der Lagerung. Hierdurch können die
sicherheitskriterischen Anforderungen zuverlässig erfüllt
werden, wobei in Abhängigkeit von fahrzeugspezifischen
Gegebenheiten unter Umständen weniger sicherheitsrele
vante Bauteile schwächer ausgelegt werden können.
Wesentliches Merkmal ist das durch die Verriegelung
sperrbare Drehgelenk. Der Verriegelungsbolzen unterbindet
die Relativbewegung der zueinander drehbaren Teile der
Lagerung. Die Entriegelungsmechanik ermöglicht dann im
Bedarfsfall eine manuelle Freigabe. Die Dreh- bzw.
Schwenkbewegung der Rücksitzlehnen ist dann möglich, so
dass diese problemlos umgelegt werden können.
Grundsätzlich kann in der erfindungsgemäßen Lagerung die
Drehbewegung beider Rücksitzlehnen oder auch nur von ei
ner Rücksitzlehne verriegelt werden.
In gleichartiger Weise kann durch einen Verriegelungsbol
zen eine Relativbewegung des Lagerbolzens in der Lager
hülse gesperrt werden (Anspruch 2). Der Verriegelungsbol
zen greift hierzu federbelastet in eine die Lagerhülse
und den Lagerbolzen schneidende parallel zur Drehachse
verlaufende Bohrung ein. Hierdurch kann die Drehung der
anderen Rücksitzlehne im Drehgelenk verriegelt werden.
Gemäß den Merkmalen des Anspruchs 3 ist ein Verriege
lungsbolzen gegen die Federkraft manuell aus der Bohrung
ausrückbar.
Für die Praxis bietet sich die Verwendung eines Bowden
zugs an, welcher dergestalt umgelenkt ist, dass er den
Verriegelungsbolzen bei Betätigung eines Auslöshebels aus
der Bohrung heraus zieht. Selbstverständlich sind auch
andere Freigabemechanismen für den Verriegelungsbolzen
möglich.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeich
nungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher beschrie
ben. Es zeigen:
Fig. 1 im vertikalen Längsschnitt einen Ausschnitt
eines Rücksitzes mit der Darstellung der La
gerung im Bereich der Trennebene zwischen den
einzeln umlegbaren Rücksitzlehnen in der ver
riegelten Stellung der Lagerung;
Fig. 2 die Darstellung gemäß Fig. 1 mit geöffneter
Verriegelung und
Fig. 3 einen Schnitt durch die Darstellung der Fig.
1 entlang der Linie III-III.
Die Fig. 1 bis 3 zeigen schematisch einen Ausschnitt
aus einem Rücksitz 1 in einem Kraftfahrzeug mit einzeln
umlegbaren Rücksitzlehnen 2, 3, wobei die Lehnenteilung
im Verhältnis von 2/3 zu 1/3 erfolgt. Man spricht daher
bei der Rücksitzlehne 2 auch von der 2/3-Lehne und bei
der Rücksitzlehne 3 von der 1/3-Lehne.
Im Bereich der Trennebene 4 stützen sich die Rücksitzleh
nen 2 bzw. 3 drehbeweglich an einer Lagerung 5 ab. Auf
grund ihrer Position zwischen den beiden Rücksitzlehnen
2, 3 wird die Lagerung 5 auch als Mittellager bezeichnet.
Die gemeinsame Drehachse der Rücksitzlehnen 2, 3 ist mit
6 gekennzeichnet.
Die Lagerung 5 weist einen durch einen Bodenflansch 7 an
der Fahrzeugkarosserie 8 festlegbaren Lagerbock 9 auf.
Der Lagerbock 9 nimmt ein Drehgelenk 10 auf, in dem die
Rücksitzlehnen 2, 3 drehbeweglich gehalten sind. Das
Drehgelenk 10 besitzt eine in eine Ausnehmung 11 des La
gerbocks 9 eingegliederte Lagerhülse 12, die mit dem Rah
men 13 der Rücksitzlehne 2 gekoppelt ist. Die Lagerhülse
12 wiederum nimmt einen Lagerbolzen 14 auf, der mit dem
Rahmen 15 der anderen Rücksitzlehne 3 verbunden ist.
Die Drehbewegung der Lagerhülse 12 des Drehgelenks 10 ist
durch eine Verriegelung 16 sperrbar. Hierdurch wird der
Freiheitsgrad bzw. die Bewegung der Rücksitzlehne 2 (2/3-
Lehne) um die Drehachse 6 gefesselt. Die Verriegelung 16
besitzt einen Verriegelungsbolzen 17, der unter dem Ein
fluss der Federkraft F einer Druckfeder 18 in eine die
Lagerhülse 12 und den Lagerbock 9 schneidende, parallel
zur Drehachse 6 verlaufende Bohrung 19 eingreift. In die
ser Sperrposition (Fig. 1) verhindert der Verriegelungs
bolzen 17 eine Relativbewegung der Lagerhülse 12 im La
gerbock 9. Hierdurch können zusätzlich Torsionskräfte in
der Lagerung 5 aufgenommen werden, wodurch deren Bela
stungsverhalten verbessert wird.
Um die Rücksitzlehne 2 im Bedarfsfall umlegen zu können,
ist der Verriegelungsbolzen 17 gegen die Federkraft F ma
nuell aus der Bohrung 19 ausrückbar (Fig. 2). Hierzu ist
eine Entriegelungsmechanik 20 vorgesehen. Diese umfasst
einen Draht- oder Bowdenzug 21, mit dem eine Zugkraft zur
Entriegelung des Drehgelenks auf den Verriegelungsbolzen
17 übertragen werden kann. In der Offenstellung des Ver
riegelungsbolzens 17 kann die Rücksitzlehne 2 um die
Drehachse 6 geschwenkt werden.
Grundsätzlich kann auch die Drehbewegung des Lagerbolzens
14 in der Lagerhülse 12 in gleicher Weise durch einen ma
nuell freigebbaren Verriegelungsbolzen blockiert werden.
1
- Rücksitz
2
- Rücksitzlehne
3
- Rücksitzlehne
4
- Trennebene
5
- Lagerung
6
- Drehachse
7
- Bodenflansch
8
- Fahrzeugkarosserie
9
- Lagerbock
10
- Drehgelenk
11
- Ausnehmung
12
- Lagerhülse
13
- Rahmen v.
2
14
- Lagerbolzen
15
- Rahmen v.
3
16
- Verriegelung
17
- Verriegelungsbolzen
18
- Druckfeder
19
- Bohrung
20
- Entriegelungsmechanik
21
- Bowdenzug
F - Federkraft
F - Federkraft
Claims (3)
1. Lagerung im Bereich der Trennebene (4) einzeln umleg
barer Rücksitzlehnen (2, 3) in Kraftfahrzeugen mit
einem an der Fahrzeugkarosserie festlegbaren Lager
bock (9), welcher ein Drehgelenk (10) aufnimmt, in
dem die Rücksitzlehnen (2, 3) drehbeweglich gehalten
sind, wobei das Drehgelenk (10) verriegelbar ist und
die Verriegelung (16) durch eine
Entriegelungsmechanik (20) aufhebbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das
Drehgelenk (10) eine in eine Ausnehmung (11) des
Lagerbocks (9) eingegliederte Lagerhülse (12)
aufweist, die mit der einen Rücksitzlehne (2)
gekoppelt ist und die Lagerhülse (12) einen
Lagerbolzen (14) aufnimmt, der mit der anderen
Rücksitzlehne (3) verbunden ist, wobei die
Verriegelung (16) einen Verriegelungsbolzen (17)
besitzt, der unter dem Einfluss einer Federkraft (F)
in eine die Lagerhülse (12) und den Lagerbock (9)
schneidende, parallel zur Drehachse (6) verlaufende
Bohrung (19) eingreift.
2. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, dass die Verriegelung (16) einen
Verriegelungsbolzen (17) aufweist, der federbelastet in
eine die Lagerhülse (12) und den Lagerbolzen (14) schneidende,
parallel zur Drehachse verlaufende Bohrung eingreift.
3. Lagerung nach Anspruch 2, dadurch ge
kennzeichnet, dass der Verriegelungsbolzen
(17) gegen die Federkraft (F) manuell aus der Bohrung
(19) ausrückbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998160675 DE19860675C1 (de) | 1998-12-29 | 1998-12-29 | Lagerung im Bereich der Trennebene geteilter Rücksitzlehnen in Kraftfahrzeugen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998160675 DE19860675C1 (de) | 1998-12-29 | 1998-12-29 | Lagerung im Bereich der Trennebene geteilter Rücksitzlehnen in Kraftfahrzeugen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19860675C1 true DE19860675C1 (de) | 2000-05-25 |
Family
ID=7893089
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998160675 Expired - Fee Related DE19860675C1 (de) | 1998-12-29 | 1998-12-29 | Lagerung im Bereich der Trennebene geteilter Rücksitzlehnen in Kraftfahrzeugen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19860675C1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102004014495B4 (de) * | 2004-03-24 | 2009-01-02 | Johnson Controls Gmbh | Fahrzeugsitzbank mit geteilter Rückenlehne |
| DE102015205100A1 (de) * | 2015-03-20 | 2016-09-22 | Brose Fahrzeugteile Gmbh & Co. Kg, Coburg | Sitzbank für ein Fahrzeug |
| DE102020106027A1 (de) | 2020-03-05 | 2021-09-09 | Zim Flugsitz Gmbh | Fluggastsitz mit Umhausung |
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| DE4405698A1 (de) * | 1994-02-24 | 1995-08-31 | Opel Adam Ag | Kraftfahrzeug-Hintersitz mit einer geteilten Rückenlehne |
-
1998
- 1998-12-29 DE DE1998160675 patent/DE19860675C1/de not_active Expired - Fee Related
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| US11731765B2 (en) | 2020-03-05 | 2023-08-22 | Zim Aircraft Seating Gmbh | Aircraft passenger seat with enclosure |
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