DE19851888C1 - Bohrhammer - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Bohrhammer mit einem Luftposterschlagwerk, bei welchem eine Erregerhülse (24), die einen das Luftpolster aufnehmenden Raum (26) bildet und in der ein Schlagkolben (28) hin- und herbewegbar ist, konzentrisch zur Bohrwerkzeugachse (10) angeordnet ist, und mit einer die Erregerhülse (24) in Richtung der Bohrwerkzeugachse (10) hin- und herbewegenden Taumeltriebvorrichtung (34), deren die Taumelscheibe (42) antreibendes Rotationselement (36) auf einer parallel zur Bohrwerkzeugachse (10) jedoch in einem Abstand neben dieser rotierend antreibbar vorgesehen ist; um die Laufunruhe des Bohrhammers zu reduzieren, ist auf der Erregerhülse (24) vorgesehen, dass die diametral gegenüberliegende Seite der Taumelscheibe (42) ein Gewichtskörper (50) zwangsgeführt linear und parallel zur Bohrwerkzeugachse (10) unter der Wirkung der Taumelscheibe (42) hin- und herverschiebbar vorgesehen ist.
Description
Die Erfindung betrifft einen Bohrhammer mit einem
Luftpolsterschlagwerk, bei welchem eine Erregerhülse, die
einen das Luftpolster aufnehmenden Raum bildet und in der ein
Schlagkolben hin- und herbewegbar ist, konzentrisch zur
Bohrwerkzeugachse angeordnet ist, und mit einer die
Erregerhülse in Richtung der Bohrwerkzeugachse hin- und
herbewegenden Taumeltriebvorrichtung, deren die Taumelscheibe
antreibendes Rotationselement auf einer parallel zur
Bohrwerkzeugachse angeordneten Zwischenwelle rotierend
antreibbar vorgesehen ist.
Unter der Bezeichnung Taumeltriebvorrichtung wird eine
Rotations/Translationswandler-Vorrichtung verstanden, bei der
die Rotationsbewegung eines antriebsseitigen Elements in eine
lineare Translationsbewegung eines abtriebsseitigen Elements
umgesetzt wird. Hierbei wirkt ein Rotationselement derart auf
ein im folgenden als Taumelscheibe bezeichnetes Taumelelement
ein, dass dieses hin und her kippend angetrieben wird und
dabei ein weiteres Element in lineare Translationsbewegung
versetzen kann.
Ein Bohrhammer der vorstehend beschriebenen Art ist aus der DE
196 51 828 A1 (Bosch) bekannt.
Die DE 196 46 622 A1 befasst sich bereits mit der Kompensation
von Vibrationsbewegungen bei einem Bohrhammer, wobei eine
Schwingungsdämpfung nicht durch entgegengesetzt bewegte
Ausgleichsmassen, sondern durch nicht näher beschriebene aktiv
gesteuerte oder geregelte Kompensationsglieder zwischen
Handgriff und Maschinengehäuse erreicht werden soll, die eine
die Vibration kompensierende Bewegung oder Kraft erzeugen.
Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zugrunde, die infolge der Massenbeschleunigungen bzw.
Verzögerungen auftretende Vibrationsunruhe bei einem
Bohrhammer der eingangs beschriebenen Art und die damit
verbundenen Handhabungsschwierigkeiten zu reduzieren.
Diese Aufgabe wird bei einem Bohrhammer der genannten Art
erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass auf der der Erregerhülse
diametral gegenüberliegenden Seite der Taumelscheibe ein
Gewichtskörper zwangsgeführt linear und parallel zur
Bohrwerkzeugachse unter der Wirkung der Taumelscheibe hin- und
herverschiebbar vorgesehen ist.
Dieser Gewichtskörper bildet quasi ein Gegengewicht und
erzeugt Gegenmomente zu den infolge der Erregerhülsenbewegung
auftretenden bewegten Massen und Momenten. Es wurde mit der
Erfindung festgestellt, dass eine wesentliche Erhöhung der
Laufruhe durch den linear beweglichen Gewichtskörper erreicht
wird, und zwar in einem solchen Maße, wie es durch eine
Massenanreicherung der Taumelscheibe auf der entsprechenden
Seite nicht erzielt werden kann. Dies liegt darin begründet,
dass eine optimale Austarierung in diesem Fall nicht erreicht
werden kann, da die lokale Massenanreicherung an der
Taumelscheibe keine lineare sondern eine mit der Taumelscheibe
pendelnde Bewegung ausführen würde im Unterschied zu den
Verhältnissen auf der Schlagwerkseite, wo die Erregerhülse
ebenfalls linear bewegbar vorgesehen ist.
Die Zwangsführung des Gewichtskörpers ist vorteilhafterweise
durch ein im Betrieb gehäusefestes Bauteil des Bohrhammers
gebildet. Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
ist die Zwangsführung durch wenigstens einen linear
erstreckten Stab gebildet, welcher an einem gehäusefesten
Bauteil gehalten ist und in eine in Bewegungsrichtung linear
erstreckte Führungsausnehmung in dem Gewichtskörper eingreift.
Diese linear erstreckte Führungsausnehmung könnte bspw. eine
Durchgangsöffnung in dem Gewichtskörper sein. Demgegenüber
erweist es sich jedoch als vorteilhaft, wenn die
Führungsausnehmung in dem Gewichtskörper als randoffene
Ausnehmung ausgebildet ist, da solchenfalls die Zwangsführung
an den Aussenseiten des Gewichtskörpers verwirklicht werden
kann. Dies schafft Bauraum im Inneren des Gewichtskörpers, der
zur Ausbildung der Kopplung an die Taumelscheibe zur Verfügung
steht.
In weiterer Ausbildung der Erfindung ist der die Zwangsführung
bildende Stab vorteilhafterweise ein Rundstab. Die Länge des
Stabs könnte gegenüber der Längserstreckung des
Gewichtskörpers kürzer ausgebildet sein und bspw. nur in einem
mittleren Bereich des Gewichtskörpers angeordnet sein.
Indessen erweist es sich als vorteilhaft, wenn die Länge des
Stabs größer ist als die des Gewichtskörpers und dass der Stab
an seinen Enden an einem gehäusefesten Bauteil gehalten ist.
Hierdurch läßt sich einerseits eine größere Führungslänge und
andererseits eine einfachere Montierbarkeit des
Gewichtskörpers erreichen.
Es erweist sich desweiteren als vorteilhaft, wenn der
Gewichtskörper im Wesentlichen quaderförmig ausgebildet ist.
Er läßt sich solchenfalls in einem im Wesentlichen
quaderförmigen, vorzugsweise unterhalb des Schlagwerks
vorgesehenen Bereich anordnen. Gerade in diesem Bereich ist
die Schaffung zusätzlichen Bauraums für den Gewichtskörper
unproblematisch und nicht störend. Die Ankopplung des
Gewichtskörpers an die Taumelscheibe kann in an sich
beliebiger Weise verwirklicht sein, so dass die pendelnde
Bewegung der Taumelscheibe in eine lineare Hin- und
Herbewegung des Gewichtskörpers gewandelt werden kann. Hierfür
hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der Gewichtskörper
eine Öffnung zur Aufnahme eines radialen Fortsatzes der
Taumelscheibe aufweist. Der radiale Fortsatz kann dabei
einstückig mit der Taumelscheibe ausgebildet sein, oder es
kann sich hierbei um einen in an sich beliebiger Weise
anbringbaren Ansatz handeln. Selbstverständlich könnte
anstelle der Öffnungen im Gewichtskörper auch ein
kalottenförmiges Kupplungsansatzstück an dem Gewichtskörper
vorgesehen sein. Indessen erweist sich die Ausbildung einer
Öffnung als herstellungstechnisch einfacher und vor allem
bauraumsparender. Der radiale Kupplungsfortsatz an der
Taumelscheibe ist vorteilhafterweise kugelkopfartig
ausgebildet und umfasst somit eine Verschlankung zur
Taumelscheibe hin. Dies erleichtert die Kupplung zu dem
Gewichtskörper.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung
ergeben sich aus der zeichnerischen Darstellung und
nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Bohrhammers. In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines
erfindungsgemäß ausgebildeten Bohrhammers;
Fig. 2 eine ausschnittsweise Darstellung des Bereichs
"X" aus Fig. 1;
Fig. 3 eine Schnittansicht des Bohrhammers nach Fig.
1 gesehen in Richtung der Pfeile III-III.
Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäß ausgebildeten Bohrhammer.
Von einem Elektromotor 2 erstreckt sich eine Antriebswelle 4
in der Figur vertikal nach oben. Über ein Winkelgetriebe 6
wird eine Antriebsumlenkung um 90° erreicht, die zu einem
Ritzel 8 führt. Die Rotationsachse des Ritzels 8 ist parallel
zur Bohrwerkzeugachse 10 eines im vorderen Bereich in einen
Futterkörper 12 einsetzbaren in der Figur jedoch nicht
dargestellten Werkzeugs, bei dem es sich um ein Bohrwerkzeug
aber auch um ein reines Schlagwerkzeug, etwa einen Meißel,
handeln kann.
Das Ritzel 8 steht in kämmendem Eingriff mit einem Zahnrad 14,
welches drehfest auf einer Zwischenwelle 16 angeordnet ist,
die sich wiederum parallel zur Bohrwerkzeugachse 10 nach vorn
erstreckt. In einem vorderen Abschnitt der Zwischenwelle 16
ist wiederum drehfest ein Zahnrad 18 vorgesehen. Neben der
Zwischenwelle 16 und konzentrisch zur Bohrwerkzeugachse 10 ist
eine mit dem Werkzeug drehfest verbundene Außenhülse 20
vorgesehen, welche mittels eines in Richtung der Werkzeugachse
10 hin und her verschiebbaren Kupplungselements 22 durch
kämmenden Eingriff mit dem Zahnrad 18 in Antriebsverbindung
oder außer Antriebsverbindung gebracht werden kann.
Innerhalb der Außenhülse 20 ist eine Erregerhülse 24 in
Richtung der Bohrwerkzeugachse 10 hin und her verschiebbar
vorgesehen. Die Erregerhülse 24 definiert einen Raum 26, der
ein Luftpolster begrenzt und einen Schlagkolben 28 wiederum in
Längsrichtung der Bohrwerkzeugachse 10 verschieblich aufnimmt.
Durch Hin- und Herbewegen der Erregerhülse 24 wird das
Luftpolster in an sich bekannter Weise entspannt bzw.
komprimiert und hierdurch eine Hin- und Herbewegung des
Schlagkolbens 28 hervorgerufen. Hierbei übt der Schlagkolben
28 mit seiner vorderen Stirnseite 30 eine Schlagwirkung auf
einen Zwischenstößel 32 aus, der auf das nicht dargestellte
Bohrwerkzeug übertragen wird.
Die Hin- und Herbewegung der Erregerhülse 24 wird durch eine
Taumeltriebvorrichtung 34 bewirkt, die nachfolgend beschrieben
wird. Die Taumeltriebvorrichtung 34 umfasst ein
Rotationselement 36 welches auf der Zwischenwelle 16 gelagert
und gegenüber dieser drehbar ist. Das Rotationselement 36 kann
durch Verschieben einer Kopplungshülse 38, die drehfest auf
der Zwischenwelle 15 vorgesehen ist, über eine Klauenkupplung
40 an ihrer der Kopplungshülse 38 zugewandten Seite drehfest
mit der Zwischenwelle 15 verbunden werden (Schlagbetrieb). Das
Rotationselement 36 ist von einem Taumelscheibenelement 42
umgeben, wobei zwischen ihnen Wälzkörper 44 vorgesehen sind,
derart dass das Rotationselement 36 die Innenschale und die
Taumelscheibe 42 die Außenschale des dadurch gebildeten Lagers
darstellt. Die Taumelscheibe 42 umfasst an ihrer der
Erregerhülse 24 zugewandten Seite einen stiftförmigen Ansatz
46, der gegebenenfalls unter Zwischenschaltung eines
Kalottenlagers in eine Öffnung 48 der Erregerhülse eingreift.
Bei drehfester Kopplung des Rotationselements 36 mit der
Zwischenwelle 16 führt die Taumelscheibe 42 eine pendelnde
oder kippende Bewegung durch. Dabei bewegt sich der
stiftförmige Ansatz 46 pendelnd in der Zeichnungsebene der
Fig. 1, so wie dies durch doppelte Darstellung angedeutet
ist. Dabei folgt die Erregerhülse 24 durch entsprechende Hin-
und Herbewegung. Das Luftpolster in dem Raum 26 wird
komprimiert und dekomprimiert, sodurch der Schlagkolben 28 hin
und her bewegt wird.
Auf der der Erregerhülse 24 diametral gegenüberliegenden Seite
der Taumelscheibe 42 ist ein Gewichtskörper 50 derart
vorgesehen, dass er sich durch die Taumelscheibe 42
angetrieben in einer Zwangsführung linear und parallel zur
Bohrwerkzeugachse 10 hin und her bewegen lässt. Die
Zwangsführung wird dadurch erreicht, dass an den beiden
Längsseiten 52, 54 des quaderförmigen Gewichtskörpers 50
randoffene Führungsausnehmungen 56, 58 ausgebildet sind, die
Teilkreisform aufweisen und je einen parallel zur
Werkzeugachse 10 erstreckten Stab 60, 62 als
Längsführungsmittel aufnehmen. Die Stäbe 60, 62 sind mit ihren
Längsenden 64, 66 an einem im Betrieb gehäusefesten Bauteil
68, 70 gehalten.
Der Gewichtskörper 50 umfasst eine als Bohrung ausgebildete
Öffnung 72, in welche ein Kopplungsmittel 74 in Form eines
einstückig an die Taumelscheibe 42 angeformten
kugelkopfförmigen Fortsatzes 76 bei Bedarf unter
Zwischenordnung eines Kalottenlagers eingreift.
Wenn im Schlagbetrieb die Erregerhülse 24 durch die taumelnde
oder hin und her kippende Bewegung der Taumelscheibe 42 bzw.
des Ansatzes 46 in Richtung der Bohrwerkzeugachse 10 nach
hinten bewegt wird, so wird gleichzeitig und parallel zur
Bohrwerkzeugachse 10 der Gewichtskörper 50 nach vorn bewegt.
Hierdurch kann die Laufunruhe im Schlagbetrieb oder
Schlagbohrbetrieb wesentlich reduziert werden. Der linear hin
und her bewegbare Gewichtskörper 50 ist in einem
quaderförmigen Gehäuseabschnitt 78 des Maschinengehäuses
untergebracht.
Claims (11)
1. Bohrhammer mit einem Luftpolsterschlagwerk, bei welchem
eine Erregerhülse (24), die einen das Luftpolster
aufnehmenden Raum (26) bildet und in der ein Schlagkolben
(28) hin- und herbewegbar ist, konzentrisch zur
Bohrwerkzeugachse (10) angeordnet ist, und mit einer die
Erregerhülse (24) in Richtung der Bohrwerkzeugachse (10)
hin- und herbewegenden Taumeltriebvorrichtung (34), deren
die Taumelscheibe (42) antreibendes Rotationselement (36)
auf einer parallel zur Bohrwerkzeugachse (10)
angeordneten Zwischenwelle rotierend antreibbar
vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass auf der der
Erregerhülse (24) diametral gegenüberliegenden Seite der
Taumelscheibe (42) ein Gewichtskörper (50) zwangsgeführt
linear und parallel zur Bohrwerkzeugachse (10) unter der
Wirkung der Taumelscheibe (42) hin- und herverschiebbar
vorgesehen ist.
2. Bohrhammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zwangsführung des Gewichtskörpers (50) durch ein im
Betrieb gehäusefestes Bauteil gebildet ist.
3. Bohrhammer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die Zwangsführung durch wenigstens
einen linear erstreckten Stab (60, 62) gebildet ist,
welcher an einem gehäusefesten Bauteil (68, 70) gehalten
ist und in eine in Bewegungsrichtung linear erstreckte
Führungsausnehmung (56, 58) in dem Gewichtskörper (50)
eingreift.
4. Bohrhammer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Führungsausnehmung (56, 58) randoffen ausgebildet
ist.
5. Bohrhammer nach Anspruch 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, dass der Stab (60, 62) ein Rundstab ist.
6. Bohrhammer nach einem der Ansprüche 3, 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, dass die Länge des Stabs (60, 62) größer
ist als die bei der Hin- und Herbewegung des
Gewichtskörpers (50) überstrichene Strecke und dass der
Stab (60, 62) an seinen Enden (64, 66) an einem
gehäusefesten Bauteil (68, 70) gehalten ist.
7. Bohrhammer nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass der Gewichtskörper (50) quaderförmig
ist.
8. Bohrhammer nach einem oder mehreren der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der
Gewichtskörper (50) in einem im wesentlichen
quaderförmigen Gehäuseabschnitt (78) untergebracht ist.
9. Bohrhammer nach einem oder mehreren der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der
Gewichtskörper (50) eine Öffnung (72) zur Aufnahme eines
radialen Fortsatzes (76) der Taumelscheibe (42) oder für
ein Kalottenlager aufweist.
10. Bohrhammer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass
die Öffnung (72) eine Bohrung ist.
11. Bohrhammer nach einem oder mehreren der vorstehenden
Ansprüche gekennzeichnet durch einen radialen Fortsatz
(76) der Taumelscheibe, der kugelkopfartig geformt ist.
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