DE19850224A1 - Anordnung zur Punktion von Gefäßen, inneren Organen und raumfordernden Prozessen - Google Patents
Anordnung zur Punktion von Gefäßen, inneren Organen und raumfordernden ProzessenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Punktionstechnik von Gefäßen, inneren Organen und körpereigenen raumfordernden Prozessen als Ultraschall-geführte Ein-Personen-Punktionstechnik. Das Wesen der Erfindung liegt in einem mehrgelenkigen Schwenkarm oder biegsamen Spiralarm, die in Verbindung mit einem Ultraschallgerät zur Erzeugung eines Echoschnittbildes und herkömmlicher Punktionstechnik Anordnungen zur Ein-Personen-Ultraschalltechnik ergeben.
Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Punktionstechnik von Gefäßen, inneren Organen
und körpereigenen raumfordernden Prozessen, die auf eine ultraschall-geführte Ein-
Personen-Punktionstechnik hinausläuft. Das Wesen der Erfindung liegt in einem
mehrgelenkigen Schwenkarm bzw. biegsamen Spiralarm, die zusammen mit einem
Ultraschallgerät zur Erzeugung eines Echoschnittbildes und herkömmlicher
Punktionstechnik Anordnungen zur Ein-Personen-Ultraschalltechnik ergeben.
Die Punktion von Gefäßen, z. B. der Vena jugularis interna, ist ein klinisch wichtiger und
häufig verwendeter zentralvenöser Zugangsweg. Die konventionelle anatomisch orientierte
Punktionstechnik ermöglicht einen schnellen und einfachen zentralvenösen Zugang. Bei der
konventionellen Methode ist die Erfahrung des Arztes eine wichtige Derterminante für die
Erfolgsrate der Punktion. Typische Komplikationen bei der Punktion der Vena jugularis
interna sind die Punktion der Arteria carotis, die Plexusirritation und das Halshämatom
(Denys BG u. a., N Engl J Med 1991, 324 : 566). Seltene, aber schwerwiegende
Komplikationen sind die Ruptur der Arteria carotis oder die Perforation des rechten Vorhofs.
Durch eine ultraschall-geführte Punktion von zentralvenösen Gefäßen kann die
Komplikationshäufigkeit verringert werden. Die Ergebnisse von Studien zeigen, daß
insbesondere bei Risikopatienten (Thrombozytopenie, Koagulopathien) durch den Einsatz
einer ultraschall-geführten Punktionstechnik ein sicherer zentralvenöser Zugang
gewährleistet werden kann. (Galieni M u. a., Int Artif Organs 1995, 18: 117-121). Die
Ultraschallführung zeigt eine signifikant höhere Erfolgsrate bei der Punktion, verringerte
Punktionszeit und eine reduzierte Komplikationsrate. Unter Ultraschallkontrolle wird das zu
punktierende zentralvenöse Gefäß in der Regel mit der ersten Punktion erfolgreich getroffen.
Bei der anatomisch orientierten Technik müssen häufig mehrere Versuche in Abhängig von
der Erfahrung des Arztes in Kauf genommen werden (Teichgräber UK, Benter T u. a., AJR
1997, 169: 731-733).
Bei 6% der Patienten bestehen anatomische Variationen im Gefäßverlauf der Vena jugularis
interna. Insbesondere durch anatomische Variationen besteht eine erhöhte
Wahrscheinlichkeit zu Komplikationen bei der Blindpunktion. Hier zeigt sich eine große
Überlegenheit der ultraschall-geführten Punktionstechnik.
Die perkutane Punktion von Neugeborenen und Kleinkindern ist besonders für den
Ungeübten schwierig. Auch hier zeigt sich eine große Überlegenheit der ultraschall-
geführten Punktionstechnik. Speziell die zentralvenöse Punktion der Vena jugularis interna
stellt wegen des geringen Gefäßdurchmessers und der besonderen anatomischen Verhältnisse
eine Herausforderung dar.
Die Farbdopplersonographie ist eine zuverlässige Methode zur Diagnostik von ZVK
(zentraler Venenkatheter) bedingten Thrombosen. Sie ist jedoch keine Voraussetzung für die
ultraschall-geführte Punktionstechnik (Koksoy C u. a., 1995, 50: 687-689). Die Verwendung
des B-Modes ohne Farbdoppler ist ausreichend, um das Lumen der Vena jugularis interna zu
lokalisieren und unter Sicht zu punktieren. Durch leichte Kompression des Schallkopfes ist
es einfach möglich, die Vena jugularis interna von der Arteria carotis zu unterscheiden: Die
Jugularvene ist komprimierbar, die Arteria carotis hingegen nicht. Ein wesentlicher Nachteil
der ultraschall-geführten Punktionstechnik besteht darin, daß eine zweite Person zum
Einstellen und Halten des Schallkopfes nötig ist, um die Vorteile der Ultraschallmethode voll
zu nutzen.
Aus der Patentliteratur sind Punktionsgeräte für Blutgefäße bekannt, die eine
Ultraschallsonde aufweisen und die Ortung der Gefäße mit Hilfe des Dopplereffektes
ermöglichen sollen (Dardel E: EP 516582; WO 94/15532). In der US-Patentschrift 4058114
(Soldner, R) wird eine auf der Ultraschalltechnik beruhende Anordnung beschrieben, die auf
eine Punktion von Gefäßen oder inneren Organen gerichtet ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zu entwickeln, mit der sich die
Katheterisierung von Gefäßen sowie die Punktion innerer Organe und körpereigener
raumfordernder Prozesse vereinfachen läßt. Die Aufgabe wurde durch eine anatomisch
orientierte Technik gelöst, die in einer ultraschall-geführten Ein-Personen-Punktionstechnik
mit Hilfe eines mehrgelenkigen Schwenkarms oder biegsamen Spiralarms, z. B. eines
Metallschwenkarms, besteht. Es handelt sich bei dem erfindungsgemäßen Schwenkarm um
ein Stativ (z. B. mit 300-mm-Säule und 700-mm-Schwenkbereich), das an einem
diagnostischen Ultraschallgerät fixiert ist. Das Wesentliche der Erfindung liegt in der
Kombination eines Schwenkarms mit einem diagnostischen Ultraschallgerät zur Erzeugung
eines Echoschnittbildes der entsprechenden Gefäß- oder Organsituation und herkömmlicher
Technik zur Punktion von inneren Organen zur Gewebs- oder Zellgewinnung, woraus sich
eine Anordnung zur Ein-Personen-Ultraschallpunktionstechnik ergibt.
Der erfindungsgemäße Schwenkarm oder biegsame Spiralarm ist mit dem Ultraschallgerät
oder einem statischen Objekt - Patientenbett oder Patientennachttisch - fest verbunden und
erreicht über mehrere Gelenke eine Beweglichkeit, die eine optimale Einstellung des
Ultraschallapplikators am Patienten ermöglicht.
In den Fig. 1 und 2 wird die erfindungsgemäße ultraschall-geführte Ein-Personentechnik
für die Anlage von zentralen Venenkathetern schematisch aufgezeigt. In einer klinisch
kontrollierten Studie konnte gezeigt werden, daß die benötigte Zeit bei der Ein-Personen-
Ultraschalltechnik deutlich kürzer als bei der Standardtechnik war. Überraschenderweise hat
sich herausgestellt, daß bei 95% der Patienten ultraschall-geführt die Jugularvene beim
ersten Versuch getroffen werden konnte. In der Standardtechnik gelang dies nur bei 52%.
Darüber hinaus erwies sich die Ultraschalltechnik als wesentlich weniger risikoträchtig:
Lokale Hämatome: 5% vs. 10%, Plexusirritationen 0% vs. 6%, Karotispunktionen 0% vs.
12%. Mit der erfindungsgemäßen Technik lassen sich zentralvenöse Punktionen schneller,
risikoärmer und angenehmer durchführen.
Das Wesen der Erfindung besteht in einer Kombination bekannter - herkömmliche
Punktionstechnik, Katheterisierungsmaterial, Ultraschallgerät - und neuer Elemente -
mehrgelenkiger Schwenkarm - und neuer Lösungswege - ultraschall-geführte Ein-
Personentechnik - die sich gegenseitig beeinflussen und in ihrer neuen Gesamtwirkung einen
Gebrauchsvorteil und den erstrebten Erfolg ergeben, der darin liegt, daß sich nunmehr
zentralvenöse Punktionen schneller und mit verringertem Risiko durchführen lassen.
Die Erfindung soll anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden, ohne auf diese
Beispiele beschränkt zu sein.
Ultraschall-gesteuerte Ein-Personen Technik zur Punktion von Gefäßen und inneren Organen
bzw. körpereigenen raumfordernden Prozessen:
Die Ein-Personen Methode zur Punktion von Gefäßen, körperinternen Organen oder raumfordernden Prozessen oder dgl. unter Verwendung eines mehrgelenkigen Schwenkarms und eines diagnostischen Ultraschallgeräts zur Erzeugung eines Echoschnittbildes der entsprechenden Gefäß- oder Organsituation beruht auf drei funktionellen Einheiten:
(1) Einem Metallschwenkarm, (2) einem Ultraschallgerät und (3) einer herkömmlichen Punktionstechnik, z. B. nach Seldinger (Seldinger SI. Acta Radiol 1953; 39: 368-689) mit Führungsdraht für Gefäßpunktionen bzw. Punktionen von inneren Organen zur Gewebs- oder Zellgewinnung.
Die Ein-Personen Methode zur Punktion von Gefäßen, körperinternen Organen oder raumfordernden Prozessen oder dgl. unter Verwendung eines mehrgelenkigen Schwenkarms und eines diagnostischen Ultraschallgeräts zur Erzeugung eines Echoschnittbildes der entsprechenden Gefäß- oder Organsituation beruht auf drei funktionellen Einheiten:
(1) Einem Metallschwenkarm, (2) einem Ultraschallgerät und (3) einer herkömmlichen Punktionstechnik, z. B. nach Seldinger (Seldinger SI. Acta Radiol 1953; 39: 368-689) mit Führungsdraht für Gefäßpunktionen bzw. Punktionen von inneren Organen zur Gewebs- oder Zellgewinnung.
Der erfindungsgemäße Schwenkarm ist mit dem Ultraschallgerät, dem Patientenbett,
Patientennachttisch oder festen bzw. beweglichen Objekten über eine Schraubzwinge oder
ähnlichem verbunden und erreicht über mindestens drei Gelenke eine Beweglichkeit, die
eine optimale Einstellung des Ultraschallapplikators am Patienten ermöglicht. Die Gelenke
des Metallschwenkarms sind mit einer oder mit mehreren Schrauben fixiert. Der Kopf des
Arms ist über eine Klammer mit dem Ultraschallapplikator verbunden. Dies erlaubt eine
statische Positionierung des Ultraschallapplikators auf der Haut des Patienten unter einem
ausreichenden Druck, der einer manuellen Positionierung entspricht.
Zur Ultraschall-Schnittbilderzeugung in Ein-Personen Technik wird ein beliebiges
Ultraschallgerät verwendet, das mit einem geeigneten Ultraschallapplikator ausgestattet ist,
um Gefäße oder innere Organe und raumfordernde Prozesse darzustellen. Für die
Punktionstechnik in Ein-Personen Technik können sowohl Linearscanner als auch curved
arrays, Punktionsschallköpfe oder Sektorscanner zur Anwendung kommen.
Die ultraschall-gesteuerte Ein-Personen Technik zur Punktion von Gefäßen, inneren Organen
und raumfordernden Prozessen ähnelt sich prinzipiell. Zunächst wird nach Desinfektion der
Hautoberfläche das Gefäß bzw. die inneren Organstrukturen mit dem Ultraschallapplikator
bei in den Gelenken gelockertem Metallschwenkarm aufgesucht. Erscheint das optimale
Schnittbild auf dem Monitor des Ultraschallgeräts, werden die Feststellschrauben der
Gelenke des Metallschwenkarms so fixiert, daß ein leichter Druck auf die Hautoberfläche
des Patienten ausgeübt wird. Nach örtlicher Anästhesie der Haut des Patienten wird nun die
Punktions- oder Biopsienadel unter sonographischer Sicht in das Zielgebiet vorgeschoben,
um einen Führungsdraht bei der Gefäßpunktion im Gefäßlumen zu plazieren bzw. um
Gewebe bei der Biopsie zu entnehmen. Bei der Gefäßpunktion folgt nach der
Führungsdrahtanlage das Vorschieben des Katheters in das Gefäßlumen; alternativ können
auch Katheter direkt durch die Punktionsnadel in das Gefäßlumen oder in präformierte oder
pathologische Körperhöhlen eingeführt werden.
Claims (8)
1. Anordnung zur Punktion von Gefäßen, inneren Organen und raumfordernden Prozessen,
bestehend aus einem Schwenkarm, einem Ultraschallgerät und einer herkömmlichen
Punktionstechnik sowie herkömmlichem Katheterisierungsmaterial.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkarm mit mehreren
Gelenken ausgerüstet und auch als biegsamer Spiralarm ausgestaltet ist.
3. Anordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkarm
oder biegsame Spiralarm mit dem Ultraschallgerät zur Erzeugung eines Echoschnittbildes
und einem Patienten-Objekt - wie Patientenbett oder Patientennachttisch - oder dem
Ultraschallgerät fest verbunden ist.
4. Anordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenke des
Schwenkarms mit einer oder mit mehreren Schrauben fixiert sind und der Kopf des
Metallschwenkarms über eine Klammer mit dem Ultraschallapplikator verbunden ist.
5. Anordnung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkarm
oder biegsame Spiralarm ein Stativ mit einer Säule und einem Schwenkbereich, das an einem
diagnostischen Ultraschallgerät fixiert ist, darstellt.
6. Anordnung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem
Schwenkarm um einen Metallschwenkarm oder biegsamen Spiralarm handelt, der ein Stativ,
z. B. mit 300-mm-Säule und 700-mm-Schwenkbereich, darstellt.
7. Verwendung der Anordnung nach den Ansprüchen 1 bis 6 zur Ein-Personen-Ultraschall-
Punktionstechnik.
8. Verwendung der Anordnung nach Anspruch 7 zur Punktion von Gefäßen, inneren
Organen und raumfordernden Prozessen.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998150224 DE19850224A1 (de) | 1998-10-26 | 1998-10-26 | Anordnung zur Punktion von Gefäßen, inneren Organen und raumfordernden Prozessen |
| PCT/DE1999/003440 WO2000024317A1 (de) | 1998-10-26 | 1999-10-25 | Anordnung zur punktion von gefässen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998150224 DE19850224A1 (de) | 1998-10-26 | 1998-10-26 | Anordnung zur Punktion von Gefäßen, inneren Organen und raumfordernden Prozessen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19850224A1 true DE19850224A1 (de) | 2000-05-31 |
Family
ID=7886254
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998150224 Withdrawn DE19850224A1 (de) | 1998-10-26 | 1998-10-26 | Anordnung zur Punktion von Gefäßen, inneren Organen und raumfordernden Prozessen |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19850224A1 (de) |
| WO (1) | WO2000024317A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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- 1998-10-26 DE DE1998150224 patent/DE19850224A1/de not_active Withdrawn
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Also Published As
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| WO2000024317A1 (de) | 2000-05-04 |
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