DE19845102A1 - Kontaktwärmeübertragendes elektrisches Kochsystem - Google Patents
Kontaktwärmeübertragendes elektrisches KochsystemInfo
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Abstract
Bekannt ist ein kontaktwärmeübertragendes elektrisches Kochsystem mit einem metallischen Kochplattenkörper, der an seiner Oberseite mit einer Schutzschicht bedeckt ist, zur Erwärmung eines auf der Schutzschicht abstellbaren Kochgefäßes, mit zumindest einem an dessen Unterseite gehalterten Heizelement, und mit einer Steuereinheit, die mit dem Heizelement und zur Steuerung der Heizleistung des Kochsystems verbunden ist. Um gute Gebrauchseigenschaften bei einer einfachen Fertigung des Kochsystems erreichen zu können, ist die Schutzschicht als Sol-Gel-Schicht realisiert.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein kontaktwärmeübertragendes elektrisches Kochsy
stem mit einem Kochplattenkörper nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Ein derartiges Kochsystem ist bekannt aus der Druckschrift DE 41 09 569 A1 wobei die
Heizplatte eine Deckschicht aus gut wärmeleitendem, elektrisch nicht oder nur schlecht
leitendem Material besitzt, vorzugsweise Glaskeramik oder Keramik, die nur wenige mm
Wandstärke aufweist, insbesondere eine Stärke im Bereich von 6 bis 10 mm. Die als
Heizplatte dienende Metallplatte ist vorzugsweise aus Stahl, weist eine Stärke vorzugs
weise im Bereich von 4 bis 8 mm auf, und ist an ihrer Unterseite mit einer Emailleschicht
bedeckt, deren Wandstärke sich im µm-Bereich bewegt. Die Emailleschicht ist mit einer
Heizleiteranordnung bedruckt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Kochsystem nach dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1 bereitzustellen, das bei einfacher Fertigung gute Gebrauchseigen
schaften aufweist.
Erfindungsgemäß ist dies bei einem Kochsystem mit den Merkmalen des Patentanspru
ches 1 erreicht. Es ist zum einen ein Schutz gegen das Anlaufen von Kochplattenkörpern
aus Edelstahl oder ein Verkratzen oder sonstiges Verschmutzen verhindert. Zum anderen
können extrem dünne Schutzschichten verfahrenstechnisch einfach in der Sol-Gel-Tech
nik realisiert sein. Dabei ist die Sol-Gel-Schicht beispielsweise in einem einfachen
Tauchverfahren auf den Kochplattenkörper aufbringbar. Insbesondere sind bei der Sol-
Gel-Technik die im Vergleich zur Emaillierungstechnik niedrigen Einbrenntemperaturen
von etwa 450 bis 500°C besonders günstig. Auch sind die aufgebrachten Sol-Gel-Schich
ten für die bei derartigen Kochsystemen typischen Temperaturen geeignet. Die
Schichtstärken betragen dabei nur wenige µm. Aufgrund der Sol-Gel-Technik verfügen
die aufgebrachten Schichten trotz ihrer geringen Stärke sowohl im Falle einer Mehr
schichttechnik aufeinander als auch auf dem Substratmaterial selbst, insbesondere
Metall, über eine große Stabilität und ein großes Anhaftvermögen.
Vorteilhafterweise ist auch eine elektrische Isolationsschicht an der Unterseite des Koch
plattenkörpers in Sol-Gel-Technik aufgebracht. So können die Deckschicht und die Iso
lationsschicht in einer Technologie und gegebenenfalls sogar im selben Fertigungsschritt
aufgebracht werden. Falls die Isolationseigenschaften der Sol-Gel-Schicht nicht ausrei
chend sind, kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform auf die Sol-Gel-Isolations
schicht eine Emaille-Zusatzisolationsschicht aufgebracht sein. Dieses Zusatzemaille
könnte dann ein Glasemaille sein, das im Unterschied zu keramischen Emailles bereits
bei etwa 550°C eingebrannt werden könnte. Gegebenenfalls kann in herstellungsgünstiger
Weise das Einbrennen des Zusatzemailles zusammen mit in Dickschichttechnik auf das
Zusatzemaille aufgebrachten Heizelementen, Sensoren sowie elektronischen Schaltungs
elementen erfolgen.
Infolge der geringen Schichtstärke der Sol-Gel-Schicht treten in dem Kontaktheizkörper
nur geringe Spannungen auf. Weiterhin ist eine sehr gute Wärmeleitung von den Heiz
elementen zum Topf sichergestellt, und es ist eine geringe Rißanfälligkeit der Schutz
schicht und/oder der Isolationsschicht bzw. eine geringe Wahrscheinlichkeit von Ab
platzern realisiert. Diese dünne Schutzschicht stellt einen ausreichenden Korrosions- und
Oxidationsschutz sowie einen harten Oberflächenschutz für das Metall dar.
Ein besonders guter Wärmeübergang vom Kochplattenkörper bzw. zum Topf und eine
diesbezüglich hervorragende Wärmeverteilung ist dadurch erreichbar, daß der Koch
plattenkörper eine isolierende Schutzschicht im µm-Bereich aufweist, auf die das Heiz
element mittels Dickschichttechnik direkt aufgebracht ist. Gegebenenfalls kann das Heiz
element auch mit aufwendigeren Beschichtungsverfahren, beispielsweise der Dünn
schichttechnik, realisiert sein.
Aufgrund der dünnen Schutzschichten treten beim Aufheizen des Kontaktheizkörpers
trotz der unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten der Sol-Gel-Schutzschicht
und der Metallplatte lediglich geringe Spannungen im Kochsystem auf.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Kochplattenkörper bei etwa 20°C ka
lottenförmig vertieft ausgebildet. Diese Wölbung von der Topfbodenunterseite weg kann
insbesondere durch eine Bombierung einer als Kochplattenkörper dienenden Metallplatte
realisiert sein. Dadurch ist sichergestellt, daß Töpfe mit kalottenförmig nach unten ge
wölbten Topfböden auf dem Kochsystem stabil abgestellt werden können und zugleich
ein großflächiger Wärmekontakt zwischen dem Kochplattenkörper und dem Topfboden
möglich ist.
Aus umfangreichen Versuchsreihen hat sich ergeben, daß die Tiefe der Kalotte bzw. des
schalenförmig gestalteten Kochplattenkörpers maximal etwa 0,1 mm beträgt. Dadurch ist
zum einen sichergestellt, daß nahezu alle am Markt erhältlichen Kochgefäße problemlos
auf dem Kochsystem abgestellt werden können, und daß zum anderen die Steuerung der
Wölbung des Kochplattenkörpers auch in Richtung nach oben gewölbter Kochgefäß
böden realisierbar ist.
Vorteilhafterweise ist das Material des Kochplattenkörpers Edelstahl oder auch Alumi
nium. Metall besitzt gegenüber beispielsweise Silitiumnitrid insbesondere die besseren
Wärmeleitungseigenschaften und ebenso Kostenvorteile. Einerseits aus Stabilitäts
gründen und andererseits aus Kostengründen bewegt sich die Stärke der Metallplatte vor
teilhafterweise etwa zwischen 2 und 5 mm. Das Aufbringen der Schutzschicht in Sol-Gel-Tech
nik auf eine Edelstahlplatte ist im Vergleich zur Emaillierungstechnik fertigungs
technisch wesentlich einfacher.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist im wesentlichen im Zentralbereich des
Kochplattenkörpers eine Ausdehnungsplatte gehaltert, deren Temperaturlängenausdeh
nungskoeffizient von dem des Kochplattenkörpers abweicht. Bei einer Erwärmung des
Kochplattenkörpers kommt es aufgrund der unterschiedlichen Längenausdehnungskoeffi
zienten zur Wölbung des Kochplattenkörpers in Richtung Topfboden bzw. nach oben.
Alternativ dazu weist der Kochplattenkörper an dessen Unterseite im Zentralbereich eine
flächige Aussparung auf. Dies ist fertigungstechnisch einfacher als das Haltern des
Einsetzteils im Kochplattenkörper. Infolge der zentrischen beispielsweise kugelkalotten
förmigen Aussparung an der Unterseite des Kochplattenkörpers in dessen Zentralbereich
kommt es aufgrund des Beheizungsvorgangs zu tangentialen und radialen Zugspannun
gen. Diese verursachen eine Wölbung des Kochplattenkörpers nach oben bzw. auf die
Unterseite des Kochgefäßbodens zu.
Um das Ausmaß der Wölbung des Kochplattenkörpers steuern zu können, ist bevor
zugter Weise eine Sensorik zur Erkennung des großflächigen Kontaktes zwischen dem
Kochgefäßboden und der Oberseite des Kochplattenkörpers vorgesehen. Dies kann
beispielsweise durch eine kapazitive Sensoranordnung realisiert sein. Dabei wird die sich
mit veränderndem Abstand zwischen der Oberseite des Kochplattenkörpers und der
Unterseite des Topfbodens verändernde Kapazität zwischen den beiden Platten in an sich
bekannter Weise als Meßsignal verwendet. Eine weitere Alternative besteht darin, daß
die Steuereinheit die Änderungsrate der Temperatur des Kochplattenkörpers mit der Zeit
während des Aufheizvorganges auswertet. Dabei wird ausgenutzt, daß sich bei bekannter
zugeführter Heizleistung der Temperaturanstieg des Kochplattenkörpers deutlich verrin
gert, wenn ein ausreichender Wärmeleistungskontakt zwischen dem Topfboden und dem
Kochplattenkörper hergestellt ist. Weiterhin wäre es auch möglich, daß von den Kochge
fäßherstellern die Ebenheit bzw. der Wölbungsgrad des Topfbodens jeweils bekanntge
geben wird, und über eine Eingabeeinheit von der Bedienperson beim Beginn des
jeweiligen Kochvorganges dem Kochsystem vorgebbar ist. Die Steuereinheit berechnet
sich dann aus der vorgegebenen Wölbung und der gewünschten bzw. eingestellten
Heizleistung die entsprechenden Heizleistungen bzw. Heizleistungsprofile des ersten und
zweiten Heizkörpers.
Um den Wärmekontakt zwischen dem Topfboden und der Oberseite des Koch
plattenkörpers nicht unnötig zu verschlechtern, hält die Steuereinheit ab der Detektion
eines ausreichenden Wärmekontaktes zwischen beiden den Temperaturunterschied
zwischen dem Zentralbereich und dem Peripherbereich des Kochplattenkörpers und
damit dessen Wölbung im wesentlichen konstant. Weiterhin garantiert die Steuereinheit
durch eine entsprechend angepaßte Heizleistung der beiden Heizelemente ein Erreichen
der über die Bedieneinheit von einer Bedienperson vorgegebenen Heizleistung.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform steuert die Steuereinheit zunächst für eine
bestimmte Zeit das zweite, im Peripherbereich des Kochplattenkörpers angeordnete Heiz
element. Dadurch wird der Peripherbereich relativ zum Zentralbereich des Kochplatten
körpers erwärmt. Es werden tangentiale und radiale Zugspannungen im Peripherbereich
des Kochplattenkörpers hervorgerufen. Als Folge dieser Zugspannungen vergrößert sich
der Umfang des Heizkörpers und es wird ausgezeichnete Ebenheit der Oberfläche des
Kochplattenkörpers erreicht.
Nachfolgend sind anhand schematischer Darstellungen drei Ausführungsbeispiele des
erfindungsgemäßen Kochsystems und des entsprechenden Verfahrens zum Betreiben
der Kochsysteme beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 stark vereinfacht in einer Seitenansicht zum Teil in Schnittdarstellung
das Kochsystem mit darauf abgestelltem Topf gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel,
Fig. 2 ein Diagramm stark vereinfacht mit dem zeitlichen Verlauf der Heiz
leistungen des Kochsystems,
Fig. 3 den Kochplattenkörper des Kochsystems gemäß dem zweiten Ausfüh
rungsbeispiel,
Fig. 4 den Kochplattenkörper des Kochsystems gemäß dem dritten Ausfüh
rungsbeispiel, und
Fig. 5 stark schematisiert drei Phasen des Heizvorganges bei einem Koch
plattenkörper gemäß dem zweiten oder dritten Ausführungsbeispiel.
Gemäß Fig. 1 weist ein Kochfeld eine Glaskeramikplatte 1 auf, in bzw. unterhalb der
ein Kochsystem 3 gehaltert ist. Dabei ist in eine kreisförmige Öffnung der Glaskera
mikplatte 1 von oben ein kreisförmiger Kochplattenkörper 5 aus Edelstahl gesetzt. Auf
der Oberseite des Kochplattenkörpers 5 ist ein an sich bekannter Topf 6 mit einer nach
oben gewölbten Topfbodenunterseite gestellt (in unterbrochenen Linien gezeigt).
Dadurch ist gemäß Fig. 1 bei Raumtemperatur zwischen der Oberseite des Koch
plattenkörpers 5 und der Unterseite des Topfbodens 6 ein unerwünschter Luftspalt
ausgebildet, der die Wärmeübertragung vom Kochplattenkörper 5 zum Topfboden 6
beeinträchtigt. Der Kochplattenkörper 5 ist als 4 mm starke Scheibe ausgebildet, deren
Oberseite mit einer etwa 5 µm starken transparenten, in Sol-Gel-Technik aufgebrach
ten Schutzschicht 13 versehen ist.
Dabei wird aus einer Lösung (Sol) durch kontrollierte Kondensationsmethoden ein
kolloides System im Mikrometer-Maßstab (Gel) erzeugt und auf das Substrat aufge
bracht. Dieses Gel wird durch Trocknen infolge Lösungsmittelentzug verdichtet und
anschließend in geeigneter Weise ausgehärtet bzw. bei einer Temperatur von etwa
450 bis 500°C eingebrannt. Während dieses Prozesses wird die Sol-Gel-Schicht über
chemische Verbindungen mit dem Untergrund besonders fest verbunden. Die dabei
entstehende Sol-Gel-Schicht bildet insbesondere einen Anlauf- und Oxidationsschutz
für das Edelstahl. Die Schutzschicht 13 schützt das Edelstahl weiterhin vor dem Ver
kratzen. Alternativ ist es auch möglich die Schutzschicht einzufärben und/oder un
durchsichtig zu gestalten. An der dem Topf 6 zugewandten Oberseite des Koch
plattenkörpers 5 weist dieser eine sich umfangsseitig erstreckende Schulter 7 auf, mit
der der Kochplattenkörper 5 auf dem Randbereich der Öffnung der Glaskeramikplatte
1 liegt. Um eine radiale Ausdehnung des Kochplattenkörpers 5 bei dessen betriebs
gemäßer Erwärmung im Heizvorgang zu ermöglichen, ist umfangsseitig zwischen der
Seitenwand des Kochplattenkörpers 5 und der Wand der Öffnung der Glaskeramik
platte 1 ein ausreichender Spalt 9 gebildet. Zur Befestigung und Abdichtung der An
ordnung ist zumindest der Spalt 9 zum Teil mit Silikonkleber 11 gefüllt. Weiterhin kann
der Kochplattenkörper 5 durch nicht näher gezeigte Haltevorrichtungen in der Öffnung
der Glaskeramikplatte 1 gehaltert sein.
Gemäß Fig. 1 ist an der Unterseite der Edelstahlplatte 5 im Zentralbereich eine
kalottenförmige Aussparung 15 ausgebildet. Diese erstreckt sich etwa über die Hälfte
des Durchmessers des Kochplattenkörpers 5 und erreicht ihre maximale Tiefe im
Mittelpunkt bzw. Zentrum der Kreisscheibe 5. Auf die Unterseite des Kochplattenkörpers
5 ist eine elektrische Isolationsschicht 16 in Sol-Gel-Technik in der selben Stärke wie
die der Schutzschicht 13 aufgebracht. Um die Isolationseigenschaften der Isolations
schicht 16 zu verbessern, können auf diese weitere Sol-Gel-Schichten oder eine Glas
emailleschicht aufgebracht sein (nicht gezeigt). Auf die Isolationsschicht 16 ist im Be
reich der Aussparung 15, also im Zentralbereich des Kochplattenkörpers 5, ins
besondere in Dickschichttechnik mit einer geeigneten Paste, großflächig ein erstes
Heizelement 17 aufgedruckt. Das erste Heizelement 17 kann beispielsweise spiral
förmig verlaufen und mehrere seriell und/oder parallel geschaltete Unterheizkreise
aufweisen (nicht gezeigt). Weiterhin ist im Bereich der Aussparung 15 ein ebenfalls in
Dickschichttechnik aufgebrachter erster Temperatursensor 19 vorgesehen. Dieser ist
geeignet angeordnet, um die Temperatur im Bereich der Aussparung 15 des Koch
plattenkörpers 5 erfassen zu können. Entsprechend dem ersten Heizelement 17 und
dem ersten Temperatursensor 19 sind im ringförmigen Peripherbereich des Koch
plattenkörpers 5 außerhalb der Aussparung 15 großflächig ein zweites Heizelement 21
und ein zweiter Temperatursensor 23 aufgedruckt. Die Heizelemente 17, 21 und
Sensoren 19, 23 können wiederum mit einer Schutzschicht bedeckt sein (nicht
gezeigt). Weiterhin ist unterhalb der Heizelemente 17, 21 eine thermische Isolations
schicht vorgesehen, um die Energieverluste des Kochsystems 3 unterhalb der Glas
keramikplatte 1 zu verringern (nicht gezeigt).
Das Kochsystem 3 weist eine elektronische Steuereinheit 25 auf, die über Verbin
dungsleitungen 27 mit dem ersten und zweiten Heizelement 17, 21 und dem ersten
und zweiten Temperatursensor 19, 23 verbunden ist. Weiterhin ist die Steuereinheit 25
über Steuerleitungen 29 mit nicht näher dargestellten Leistungsschaltern verbunden,
die zur Steuerung der Heizleistung der Heizelemente 17, 21 dienen. Um die Leistungs
steuerung besonders feinfühlig zu gestalten, kann diese durch eine Schwingungs- bzw.
Impulspaketsteuerung oder eine geeignete Phasenanschnittssteuerung realisiert
sein. Dabei ist durch das geeignete Schalten oder Ansteuern von Netzhalbwellen
sichergestellt, daß die vorgeschriebenen Flickerraten eingehalten werden. Weiterhin
ist mit der Steuereinheit 25 eine Eingabeeinheit 31 verbunden. Über diese können bei
spielsweise die gewünschte Heizleistung und gegebenenfalls auch die Beschaffenheit,
insbesondere das Wölbungsmaß des Topfbodens von einer Bedienperson vorgegeben
werden.
Die Funktionsweise des Kochsystems gemäß dem in Fig. 1 gezeigten ersten Ausfüh
rungsbeispiel kann beispielsweise die folgende sein: Die Bedienperson gibt einen
Leistungswunsch und zugleich den ihr bekannten Wölbungsgrad des verwendeten
Topfbodens in die Eingabeeinheit 31 vor. Über in einer Tabelle der Steuereinheit 25
abgespeicherte Parameter steuert diese den zeitlichen Ablauf und die Werte der
Heizleistungen der beiden Heizelemente 17 und 21 auf das bekannte Wölbungsmaß,
wie nachfolgend noch ausführlicher erläutert ist.
Andererseits kann der Heizvorgang voll automatisiert auch gemäß Fig. 2 ablaufen,
wenn die Wölbung des Topfbodens 6 unbekannt ist. Zunächst schaltet dabei zum
Zeitpunkt t1 die Steuereinheit 25 eine begrenzte Heizleistung auf das zweite Heiz
element 21, das im Peripherbereich des Kochplattenkörpers 5 angeordnet ist. Dadurch
werden tangentiale und radiale Zugspannung im Peripherbereich verursacht, was eine
Vergrößerung des Umfangs bzw. eine Streckung des Kochplattenkörpers 5 zur Folge
hat. In diesem ersten Schritt kann eine völlige Ebenheit der Oberseite des Koch
plattenkörpers 5 erreicht werden. Diese erste Phase kann nach einigen Sekunden, bei
spielsweise 15 bis 30 Sekunden, abgeschlossen sein. Falls ein Topf 6 mit einer
ebenfalls völlig ebenen Topfbodenunterseite auf dem Kochplattenkörper 5 abgestellt
ist, kann unmittelbar im Anschluß daran der eigentliche Heizvorgang gestartet werden.
Falls jedoch ein Topf mit nach oben gewölbtem Topfboden auf dem Kochplattenkörper
5 abgestellt ist, wird zum Zeitpunkt t2 gemäß Fig. 2 die Heizleistung des ersten
Heizelementes 17 erhöht. Infolge der zentrischen, kugelkalottenförmigen Aussparung
15 in der Unterseite des Kochplattenkörpers 5 setzt sich die Plattenverformung
aufgrund der durch die Erwärmung des Zentralbereiches hervorgerufenen mechani
schen Spannungen in Richtung auf den Boden des Topfes 6 fort, d. h. die
Edelstahlplatte 5 wölbt sich nach oben. Zum Zeitpunkt t3 erkennt die Steuereinheit 25,
daß der Wärmekontakt zwischen dem Boden des Topfes 6 und der Oberseite des
Kochplattenkörpers 5 ausreichend groß ist, d. h. daß der dazwischen ursprünglich
vorhandene Luftspalt auf ein Minimum reduziert ist. Diese Kontakterkennung basiert
darauf, daß ab dem Zeitpunkt des ausreichenden Wärmekontaktes zwischen dem
Topfboden und der Oberseite des Kochplattenkörpers 5 der Temperaturanstieg je
Zeiteinheit im Zentral- und im Peripherbereich deutlich abnimmt. Dies ist dadurch ver
ursacht, daß infolge des gut wärmeleitenden Kontaktes zwischen dem Topf 6 und dem
Kochplattenkörper 5 dem Gesamtsystem deutlich mehr Wärme entzogen wird. Typi
sche Werte für das Zeitinterval vom Zeitpunkt t2 zum Zeitpunkt t3 können 30 bis 60
Sekunden sein.
Zum Zeitpunkt des Kontaktes (t3) zwischen dem Topfboden 6 und dem Kochplatten
körper 5 liegt zwischen dem Zentralbereich und dem Peripherbereich des Koch
plattenkörpers 5 ein definierter Temperaturunterschied vor. Aufgrund der gegebenen
geometrischen Ausgestaltung des Kochplattenkörpers 5 ist jedem derartigen Tempe
raturgradienten ein bestimmtes Wölbungsmaß des Kochplattenkörpers 5 zugeordnet.
Damit bei einmal hergestelltem Kontakt das Ausmaß der Wölbung des Kochplatten
körpers 5 erhalten bleibt, werden nun zum Einstellen der von der Bedienperson ge
wünschten Heizleistung die Einzelheizleistungen der beiden Heizelemente 17 und 21
entsprechend aufeinander abgestimmt erhöht. Ziel dabei ist es, den im Zeitpunkt der
Kontakterkennung gemessenen Temperaturunterschied zwischen dem Zentral- und
dem Peripherbereich etwa konstant zu halten. Zum Zeitpunkt t4 ist dann die ge
wünschte Heizleistung eingestellt und zugleich das erforderliche Ausmaß der Wölbung
des Kochplattenkörpers 5 zur Herstellung eines wärmeleitenden Kontaktes zur Unter
seite des Topfbodens 6 sichergestellt. Falls beim Erreichen der gewünschten Heiz
leistung festgestellt wird, daß sich der Abstand zwischen der Oberseite des Koch
plattenkörpers 5 und der Unterseite des Topfbodens 6 unerwünschter Weise ver
größert hat, wird durch die Steuereinheit 25 der besagte Temperaturgradient neu ein
gestellt.
Beim zweiten und dritten Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 3 und 4 ist lediglich
der Kochplattenkörper 5 jeweils geringfügig von dem des ersten Ausführungsbeispiels
abgewandelt. Um auch nach unten gewölbte Kochgefäßböden 6 mit dem Kochsystem
3 mit dem gewünschten Wirkungsgrad beheizen zu können, ist der Kochplattenkörper
5 jeweils mit einer Bombierung von etwa 0,1 mm versehen. Dadurch ist der Koch
plattenkörper 5 insgesamt als nach unten, im Zentralbereich vom Topfboden weg ge
wölbte Kalotte ausgebildet. Alternativ zum zweiten Ausführungsbeispiel kann gemäß
dem dritten Ausführungsbeispiel in Fig. 4 auch in eine entsprechend gestaltete kreis
flächenförmige Aussparung in der Unterseite des Kochplattenkörpers 5 ein rundes
plattenförmiges Einsetzteil 43 eingesetzt sein. Dieses weist einen im Vergleich zum
Kochplattenkörper 5 größeren Temperaturlängenausdehnungskoeffizienten auf. Die
Funktion des Kochplattenkörpers 5 gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel entspricht
der des ersten und zweiten Ausführungsbeispiels, wobei die mechanischen Spannun
gen im Kochplattenkörper 5 insbesondere durch die unterschiedlichen Materialeigen
schaften bzw. Koeffizienten hervorgerufen sind.
In Fig. 5 sind drei wesentliche Phasen (a, b, c) der durch die Steuereinheit 25 ge
steuerten, gezielten Verformung des Kochplattenkörpers 5 nach dem zweiten oder
dritten Ausführungsbeispiel dargestellt. Im unbeheizten Zustand (Phase a) weist der
Kochplattenkörper 5 eine kalottenförmig nach unten gewölbte Kontur auf. Zur Ände
rung dieser wird über das zweite Heizelement 21 dem Peripherbereich des
Kochplattenkörpers 5 Wärme zugeführt. Dies führt in einer Phase b aufgrund der
entstehenden mechanischen Spannungen, wie oben erläutert ist, zur völligen Ebenheit
des Kochplattenkörpers 5. In Phase c wird zunächst das erste Heizelement 17 im Be
reich der Aussparung 15 mit Heizleistung beaufschlagt, um eine Wölbung des Koch
plattenkörpers 5 auf den Boden des Topfes 6 zu erreichen. Aufgrund des in dem
Kochplattenkörper 5 vorliegenden Temperaturgradienten wölbt sich der Kochplatten
körper 5 in den nach oben gewölbten Topfboden 6, bis ein ausreichender Wärme
kontakt zwischen dem Topfboden 6 und dem Kochplattenkörper 5 hergestellt ist.
Claims (7)
1. Kontaktwärmeübertragendes elektrisches Kochsystem zum Beheizen von
Gargefäßen mit einem metallischen Kochplattenkörper, der an seiner Ober
seite mit einer Schutzschicht bedeckt ist, mit zumindest einem an dessen
Unterseite gehalterten Heizelement, und mit einer Steuereinheit, die mit dem
Heizelement zur Steuerung der Heizleistung des Kochsystems verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschicht (13) als
Sol-Gel-Schicht realisiert ist.
2. Kochsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stärke der
Schutzschicht (13) in Sol-Gel-Technik höchstens etwa 5 bis 10 µm beträgt.
3. Kochsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine
elektrische Isolationsschicht (16) an der Unterseite des Kochplattenkörpers
(5) als Sol-Gel-Schicht realisiert ist.
4. Kochsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schutzschicht (13) und die Isolationsschicht (16) im
wesentlichen die gleiche Stärke aufweisen.
5. Kochsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Material des Kochplattenkörpers (5) Metall, insbesondere
Edelstahl ist.
6. Kochsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Metall
platte (5) etwa 2 bis 5 mm stark ist.
7. Kochsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß auf die Isolationsschicht (16) eine Emaille-Zusatzisolations
schicht aufgebracht ist.
Priority Applications (7)
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