DE10242481C1 - Keramisches Kochsystem und Verfahren zur Herstellung derselben - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein keramisches Kochsystem mit einer großflächigen, monolitischen, die gesamte Kochmulde abdeckenden Kochfläche mit einzelnen ausgewiesenen Kochzonen. Ist nach der Erfindung vorgesehen, dass die Kochfläche aus einer niedrig dehnenden Sinterglaskeramik besteht, die mindestens 90%, vorzugsweise mindestens 92% der Hauptkristallphase Cordierit enthält, dann wird eine Kochfläche auf einfache Weise herstellbar, die eine geringe Wärmeausdehnung und gleichzeitig eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweist und alle gestellten Anforderungen erfüllt. Aufgrund der zusätzlichen hohen elektrischen Isolation der Sinterglaskeramik ist die Kochfläche auch direkt beheizbar, wobei auf eine zusätzliche Isolationsschicht zwischen Kochfläche und Heizleitern verzichtet werden kann.
Description
Die Erfindung betrifft ein keramisches Kochsystem mit einer großflächigen,
monolithischen, die gesamte Kochmulde abdeckenden Kochfläche mit einzeln
ausgewiesenen Kochzone und ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen
keramischen Kochsystems.
Konventionelle keramische Kochsysteme bestehen aus einer planen Kochfläche,
auf deren Oberseite das Kochgefäß aufgestellt und von unter der Kochfläche
befindlichen Beheizungssystemen, z. B. Strahlungs- oder Halogenheizkörpern,
erwärmt wird. Die Kochfläche besteht dabei aus niedrig dehnenden Materialien,
z. B. Glaskeramik vom Typ Ceran.
Neben diesen konventionellen keramischen Kochsystemen mit konventioneller
Beheizungsart sind auch direkt beheizte keramische Kochsysteme bekannt. Bei
diesen bekannten Kochsystemen ist anstelle der konventionellen Heizkörper
unmittelbar auf der Unterseite der Kochfläche eine elektrisch leitende Behei
zungsschicht aufgetragen, die fest mit der Kochfläche verbunden ist. Die Vortei
le der direkt beheizten Kochsysteme gegenüber konventionell beheizten Koch
systemen bestehen in der Regel in der erforderlichen, niedrigeren Betriebs
temperatur, der besseren Regelung der Heizleistung und damit der Temperatur
auf der Oberseite der Kochfläche, d. h. den Kochzonen. Zudem haben diese
direkt beheizten Kochsysteme kürzere Ankochzeiten und damit einen höheren
Wirkungsgrad bei geringerer Bauhöhe des Kochsystems.
Die Materialien für die Kochfläche direkt beheizter Kochsysteme müssen neben
einer niedrigen thermischen Ausdehnung eine hohe elektrische Isolation sowie
eine gute Wärmeleitung aufweisen. Für direkt beheizte Kochsysteme kommen
daher allenfalls Glaskeramiken zum Einsatz, wie die WO 00/15005 A1 zeigt. Dane
ben wird auch die Verwendung von vorzugsweise nicht-oxidischen Keramiken,
wie z. B. Si3N4, nach der EP 0 853 444 A2 oder SiC nach der DE 198 35 378 A1
oder AlN, vorgesehen.
Hinsichtlich der für die direkt beheizten Kochsysteme erforderlichen Eigen
schaften des Materials der Kochfläche ist es bekannt, dass sich der spezifische
elektrische Widerstand mit zunehmender Temperatur verringert. Dies gilt ins
besondere für LAS-Glaskeramiken, wie Ceran. Bei Betriebstemperaturen direkt
beheizter Kochsysteme von maximal 450°C beträgt er nicht mehr als 106 Ωcm.
Dieser Widerstand reicht jedoch nicht aus, um die Anforderungen bezüglich der
Durchschlagfestigkeiten von 3750 V (EU-Norm) bzw. 1000 V (US-Norm) zu ge
währleisten. Um diese Anforderungen zu erfüllen, wird zwischen der Glaskera
mik-Kochfläche und der aufgetragenen Heizleiterschicht eine zusätzliche elek
trisch isolierende Schicht erforderlich. Derartige Isolationsschichten können z. B.
aus Al2O3 (DE 198 17 194 A1) oder aus Glasemaille (DE 198 45 102 A1) be
stehen. Aus der DE 198 35 378 A1 sind Schichten aus BN oder keramischen
Klebern bekannt. Darüber hinaus sind auch schon Materialien wie Mullit oder
Cordierit bekannt. Je nach eigenem spezifischem elektrischen Widerstand dieser
Materialien besitzen die elektrisch isolierenden Schichten Dicken bis zu einigen
100 µm.
Diese erforderlichen Isolationsschichten bringen beim Einsatz in einem direkt
beheizten Kochsystem jedoch wieder eine Reihe neuer Nachteile. Da die Mate
rialien für die Isolationsschichten in der Regel nur eine verhältnismäßig geringe
Wärmeleitfähigkeit besitzen, vermindert sich der Wirkungsgrad des Kochsy
stems mit zunehmender Dicke der Isolationsschicht. Des Weiteren entstehen
aufgrund der Unterschiede der thermischen Ausdehnungs-Koeffizienten von
Glaskeramik und Isolationsmaterial Wärmespannungen, die einen mechanisch
stabilen Verbund nur schwer realisieren lassen. Auch lässt sich oft nicht vermei
den, dass diese Schichten Unebenheiten oder oberflächennahe Porositäten
aufweisen, die das gleichmäßige Aufbringen von dünnen Heizleiterbahnen von
nur einigen µm Dicke erschweren. Schließlich erfordert die Herstellung der
Schichten, also das Auftragen der Schichtmaterialien für die Isolation in der
erforderlichen Schichtdicke auf die Glaskeramik-Kochfläche sowie das anschlie
ßende Einbrennen dieser Schichten einen nicht unerheblichen zusätzlichen
technischen Aufwand, insbsondere Herstellungsaufwand.
Das Problem der thermischen Fehlanpassung von Glaskeramik und Isolations
material kann durch das Aufbringen einer duktilen, metallischen Schicht zwi
schen der Kochfläche und der Isolationsschicht reduziert werden. Infolge der
zusätzlichen Schichten können die durch die Fehlanpassung aufgebauten Span
nungen relaxiert werden (DE 31 05 065 C2). Wird diese metallische Schicht
noch geerdet, kann damit ein weiterer Vorteil erreicht werden, da diese als
Schutzelektrode gegen Spannungsdurchschläge zwischen dem Kochgefäß auf
der Kochzone und dem Heizleiter dienen. Hieraus ergibt sich möglicherweise
eine Verringerung der elektrischen Anforderungen an die Isolationsschicht, so
dass diese beispielsweise in der Dicke reduziert werden kann. Zu berücksichti
gen bleibt jedoch auch bei der Verwendung einer derartigen metallischen Zwi
schenschicht der zusätzliche Aufwand für die Herstellung der Schichten.
Ein wesentlicher Vorteil bei der Verwendung der oben erwähnten nicht-oxidi
schen Keramiken, wie Si3N4, SiC und AlN, für eine Kochfläche gegenüber einer
Kochfläche aus Glaskeramik besteht darin, dass diese Keramiken sehr hohe
spezifische elektrische Widerstände aufweisen. Infolge dieser Eigenschaft
können hier in der Regel die beschriebenen, zusätzlichen elektrisch isolierenden
Schichten zwischen der Kochfläche und den Heizleitern entfallen, ohne die
geforderte Durchschlagfestigkeit zu unterschreiten.
Als wesentlicher Nachteil der genannten Keramiken gegenüber den Glaskerami
ken ergibt sich jedoch aus deren deutlich größeren Ausdehnungskoeffizienten
von < 3.10-6.K-1. Bei der Verwendung von großen, monolithischen Kochplat
ten aus diesen Materialien, die ähnlich wie im Falle der Glaskeramik-Kochflächen
die gesamte Kochmulde abdecken, treten aufgrund der Temperaturunterschiede
zwischen den einzelnen erhitzten Kochzonen und den unbeheizten Randberei
chen um die Kochzonen sehr starke mechanische Spannungen auf. Dies kann
zum einen zu nicht der Norm entsprechenden Verwölbung der Kochzonen füh
ren, so dass ein planes Aufliegen des Kochgefäßbodens auf der Kochzone nicht
mehr gewährleistet ist und damit der Wirkungsgrad des Kochsystems deutlich
reduziert wird. Zum anderen ist auch die Gefahr sehr groß, dass die sich er
gebenden Wärmespannungen die Festigkeit des jeweiligen Kochflächenmaterials
übersteigen, was zu Brüchen, Rissen und dgl. in der Kochfläche führt.
Von weiterem Nachteil sind auch die hohen Wärmeleitfähigkeiten dieser kera
mischen Materialien von < 30 W/mK für Si3N4 bzw. < 100 W/mK für SiC und
AlN, die dazu führen, dass sich die Randbereiche großflächiger, monolithischer
Kochflächen zu sehr erhitzen, was die Einbaumöglichkeiten und die Betriebs
sicherheit beeinträchtigt. Dies führt zudem zu Energieverlusten, da sich die
Bereiche außerhalb der Kochzonen stark erwärmen.
Aus all diesen Gründen können aus den genannten Keramiken nicht großflächi
ge, monolithische Kochflächen hergestellt werden, ohne wesentliche Nachteile
in Kauf nehmen zu müssen. Die einzelnen Kochflächen dürfen im Wesentlichen
nur die Größe der gewünschten Kochzone aufweisen und werden in entspre
chende Aussparungen der die Kochmulde abdeckenden Platte eingesetzt und
mittels organischer Dichtungsmassen im Randbereich zwischen der Kochplatte
und der Abdeckplatte fixiert.
Dieser konstruktive Aufbau eines Kochsystems hat gegenüber großflächigen,
monolithischen Kochflächen aus Glaskeramik mehrere Nachteile. Zum einen
geht der ästhetische Eindruck der einheitlichen, großen monolithischen Koch
fläche verloren. Zum anderen wird durch das Einfügen einzelner Kochplatten in
die Abdeckplatte eine gleichmäßige Höhe zwischen den Kochplatten und der
diese umgebenden und aufnehmenden Abdeckplatte nicht mehr einzuhalten
sein. Und schließlich leidet aufgrund der vorhandenen Fügezonen zwischen den
einzelnen Kochplatten und der Abdeckplatte die Reinigungsfreundlichkeit der
Kochfläche ganz wesentlich.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein keramisches Kochsystem der eingangs er
wähnten Art zu schaffen, bei der die aus keramischem Material bestehende
Kochfläche die Kochmulde zumindest teilweise überdeckt und eine niedrige
Wärmeleitfähigkeit sowie eine geringe Wärmeausdehnung aufweist.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, dass die Kochfläche
aus einer niedrig dehnenden Sinterglaskeramik besteht, die mindestens 90%,
vorzugsweise mindestens 92% der Hauptkristallphase Cordierit enthält.
Bei diesem keramischen Kochsystem kommt eine Sinterglaskeramik zum Ein
satz, die eine Hauptkristallphase aus Cordierit aufweist. Diese Sinterglaskeramik
weist eine genügend geringe thermische Ausdehnung von < 1,5.10-6.K-1,
vorzugsweise < 1.10-6.K-1 im Temperaturbereich von 20 bis 500°C auf. Da
dieses Material auch eine Wärmeleitfähigkeit von 2-4 W/mK aufweist, ist die
Herstellung einer großflächigen, monolithischen Kochfläche mit einzelnen,
ausgewiesenen Kochzonen möglich.
Nach einer bevorzugten Ausgestaltung enthält die Sinterglaskeramik TiO2 und/
oder ZrO2 und/oder ZrSiO4 als kristalline Nebenbestandteile und besitzt eine
Wärmeleitfähigkeit von 4 bis 4,5 W/mK bei Raumtemperatur und von 2 bis 3 W/mK
bei einer Temperatur von 450°C.
Der E-Modul der Sinterglaskeramik ist < als 120 GPa, vorzugsweise < 140 GPa
und besitzt bei tk100 von über 650°C, vorzugsweise über 850°C eine
hohe elektrische Isolationswirkung.
Die Grundmaterialien für die Sinterglaskeramik sind in Gew.% 14-16 MgO, 32-
35 Al2O3, 48-57 SiO2, 0-2 K2O, 0-2 B2O3 sowie 0-8 TiO2 und/oder ZrO2.
Die mechanischen, elektrischen, wärmespezifischen und geometrischen Eigen
schaften dieses keramischen Kochsystems genügen den genormten Anforderun
gen.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltungsform der Erfindung ist es vorgesehen,
dass die Kochzonen der Kochfläche durch direkt auf der Unterseite der Koch
fläche aufgetragenen Heizleiterbahnen direkt beheizbar sind. Bei dieser An
ordnung kann man aufgrund der guten elektrischen Isolation des Kochflächen
materials insbesondere auf eine Isolierschicht zwischen der Kochfläche und den
Heizleiterschichten verzichten. Von besonderem Vorteil ist es dabei dann, wenn
die Kochfläche als großflächiger, monolitischer, die gesamte Kochmulde über
deckender Körper gestaltet ist. Dann werden die eingangs auf Seite 5 der
Beschreibung angegebenenen Nachteile des Standes der Technik auf einfache
Weise behoben.
Das keramische Kochsystem stellt ein für eine lange Zeit beständiges Produkt
dar, das gegenüber den konventionellen Kochsystemen eine signifikant ver
besserte Temperaturregelbarkeit und einen erhöhten Wirkungsgrad aufweist.
Dazu kommt die Reduzierung des Material- und Herstellungsaufwandes durch
den Wegfall der Isolationsschicht.
Insbesondere ist aufgrund der erwähnten thermischen Ausdehnung, der gerin
gen Wärmeleitfähigkeit und des hohen E-Moduls der Sinterglaskeramik die
Verwölbungen der Kochzonen bei einer Betriebstemperatur der Oberseite der
Kochzone von 420°C < 0,1 mm.
Bei der Herstellung des keramischen Kochsystems wird für die Sinterglaskera
mik ein Pulver verwendet, das aus einer Mischung von Pulvern eines kristalli
sierten Grundglases und mindestens einer weiteren oxidischen Komponente be
steht. Dabei beträgt der Anteil der weiteren oxidischen Komponente 2 bis 8 Gew.%
der Pulvermischung und als weitere oxidische Komponente wird TiO2
und/oder ZrO2 und/oder ZrSiO4 verwendet. Die Grundbasis des verwendeten
kristallisierten Glaspulvers besteht in Gew.% aus 14-16 MgO, 32-35 Al2O3, 48-
57 SiO2, 0-2 B2O3, 0-2 K2O. Dieses kristallisierte Grundglaspulver wird dadurch
erhalten, dass das erschmolzene Grundglas der vorstehenden Zusammenset
zung einer Temperaturbehandlung bei Temperaturen < 900°C unterworfen
wird, wobei sich als Hauptkristallphase Cordierit bildet.
Dann wird das kristallisierte Grundglas mit den weiteren oxidischen Kompo
nenten von 2-8 Gew.% der Pulvermischung aus TiO2 und/oder ZrO2 und/oder
ZrSiO4 zu einem Pulver mit einer Korngröße von 1-3 µm vermahlen.
Die gemahlene Pulvermischung der vorstehenden Korngröße wird dann zu Plat
ten in der Größe der Kochfläche gepresst, die bei Temperaturen zwischen 1250
und 1400°C, vorzugsweise zwischen 1320 und 1360°C zu festen Körpern
versintert werden.
Die so hergestellten Kochflächen können als Koch- und Bratflächen in Koch
systemen sowie Warmhalteplatten in Warmhaltevorrichtungen dienen.
Cordierit-Materialien auf der Basis des Dreistoffsystems MgO-Al2O3-SiO2 sind
aufgrund ihrer niedrigen thermischen Ausdehnungen von 1 bis 3.10-6.K-1 und
ihrer zugleich sehr hohen spezifischen elektrischen Widerstände von deutlich
größer als 1014 Ωcm besonders in der Elektronik vielfach eingesetzte Werk
stoffe.
Besonders niedrige thermische Ausdehnungskoeffizienten < 1,5.10-6.K-1
(Bereich von 20 bis 500°C) lassen sich dadurch erzielen, dass einerseits die
Verunreinigung des Materials gering gehalten wird und andererseits dafür
gesorgt wird, dass ein hoher Gehalt an Cordierit-Kristallphase im Material
vorliegt. Beide Bedingungen lassen sich gut erfüllen, wenn das Material nicht
über den zumeist großtechnisch eingesetzten keramischen Herstellweg aus zum
Teil natürlichen Rohstoffen sondern als Sinterglaskeramik gefertigt wird. In
diesem Fall werden in der Regel vergleichsweise reine Rohstoffe über den
Schmelzweg in ein Glasgranulat überführt, das anschließend gemahlen wird.
Aus dem Pulver werden mittels konventioneller keramischer Fertigungsverfahren
Formteile hergestellt werden, die gesintert werden. Während des Sintervorgan
ges erfolgt die Auskristallisierung der Cordierit-Kristallphase. Neben der niedri
gen thermischen Ausdehnung und der hohen elektrischen Widerstände besitzen
Cordierit-Materialien auch vergleichsweise hohe Festigkeit (E-Modul < 120 GPa)
sowie Wärmeleitfähigkeiten zwischen 2 und 5 W/mK. Alle diese genann
ten Eigenschaften machen die Cordierit-Materialien, insbesondere in Form von
Sinterglaskeramiken, für die Anwendung von Kochflächen geeignet und inter
essant.
Der Einsatz von Cordierit-Sinterglaskeramiken als Materialen für beispielsweise
Füllstoffe, Substrate sowie Gießformen ist längst bekannt. Die Zusammenset
zungen der Cordierit-Sinterglaskeramiken liegen in der Regel mit Gew.% von
13-18 MgO, 30-38 Al2O3 und 48-54 SiO2 nicht weit von der stöchiometrischen
Synthese der reinen Cordierit-Kristallphase entfernt. Oftmals werden weitere
oxidische Komponenten wie z. B. B2O3 oder K2O als Sinterhilfen in Mengen von
wenigen Gew.% hinzugefügt. Dies begünstigt insbesondere die Verfestigung
von durch Pressen oder Schlickergießen hergestellten Formkörper beim an
schließenden Sintervorgang.
Wie erwähnt, ist die Voraussetzung für das Erzielen eines möglichst niedrigen
thermischen Ausdehnungskoeffizienten des Materials ein hoher Bestandteil an
Cordierit-Kristallphase in der Sinterglaskeramik. Um dies zu erreichen, ist es von
Vorteil, das Ausgangsglas einer mehrfachen Kristallisationsbehandlung zu un
terziehen. Ein erster Kristallisationsvorgang kann in diesem Fall bereits am
Glasgranulat oder am gemahlenen Pulver erfolgen. Im Fall von zu sinternden
Formkörpern findet dann eine weitere Kristallisation während des Sintervor
ganges statt.
In Tabelle 1 sind als Ausführungsbeispiele einige im Rahmen der Erfindung
untersuchte Zusammensetzungen von Cordierit-Sinterglaskeramiken aufgeführt.
Die Gemenge wurden verschmolzen (1550°C, 2 h) und zu Glasgranulaten abge
schreckt. Die Granulate wurden zu Glaspulver aufgemahlen (mittlere Korngröße
ca. 6 µm) und dieses einer Kristallisationsbehandlung bei Temperaturen zwi
schen 1020 und 1080°C 4 bis 8 h lang unterzogen.
Die für Kochflächenanwendungen wichtigsten Eigenschaften dieser Pulvermate
rialien wurden an uniaxial gepressten und bei einheitlich 1350°C 5 h lang
gesinterten Probekörnern (aus den Pulvern A bis E) ermittelt (Tabelle 1).
Die oben beschriebenen, vorkristallisierten und deshalb bereits Cordierit-Kristall
phase enthaltenden Pulver können nun direkt zur Herstellung von Formkörpern
in Kochflächenformaten verwendet werden. Es wurde jedoch herausgefunden,
dass eine Zumischung weiterer oxidischer Komponenten in Pulverform, ins
besondere TiO2, ZrO2 und/oder ZrSiO4, zu den oben erwähnten Pulvern in
Mengen bis zu 10 Gew.% zu einer Verbesserung der elektrischen Eigenschaf
ten, insbesondere einer Erhöhung des spezifischen elektrischen Widerstands,
sowie einer Erhöhung der Festigkeiten des gesinterten Materials führt, ohne
dass andere wichtige Eigenschaften, wie insbesondere der thermische Ausdeh
nungskoeffizient sowie das Sinterverhalten der aus den Pulvern hergestellten
Formkörper, darunter leiden. Verschiedene untersuchte Pulvermischungen (Kom
posite) aus den Cordierit-Kristallphase erhaltenden Pulvern und einigen oxi
dischen Zusatzkomponenten in Pulverform sind aus Tabelle 2 ersichtlich (Anga
ben in Gew.%).
Die Pulvermischungen wurden in Kugelmühlen 5 Stunden lang gemischt. Bezüg
lich einer optimalen Korngrößenverteilung dieser Pulvermischungen hatte sich
gezeigt, dass mittlere Korngrößen zwischen 1 und 3 µm für die anschließende
Verarbeitung der Pulver von Vorteil sind. Zur Bestimmung der Materialeigen
schaften wurden aus den Pulvermischungen durch uniaxiales Pressen Probekör
per hergestellt und diese anschließend gesintert (1350°C/5 h). Die Material
eigenschaften der untersuchten Sinterglaskeramiken zeigt die Tabelle 3.
Zur Herstellung von Formkörpern aus den oben bschriebenen Pulverkomposi
tionen in den Geometrien konventioneller Kochflächen hat sich das Heißpress
verfahren bewährt. Hier wird das in eine entsprechende Form eingefüllte Pulver
uniaxial verdichtet und dabei gleichzeitig der jeweiligen Temperaturbehandlung
zur Versinterung unterzogen. Dieses Verfahren bietet bei der Herstellung groß
formatiger Platten gegenüber konventionellen Formgebungs- und Sinterverfah
ren erhebliche Vorteile insbesondere in Bezug auf die Maßhaltigkeit der Form
körper sowie dem Oberflächengüte.
Die gesinterten Platten werden anschließend zur Herstellung der gewünschten
Endgeometrien oder entsprechender Oberflächenqualitäten konventionellen Kalt
bearbeitungsprozessen unterzogen.
Die in der oben beschriebenen Weise hergestellten Platten aus Cordierit-Sinter
glaskeramik können unmitelbar als Kochflächen für konventionell beheizte Koch
systeme oder als Warmhalteflächen in Warmhaltevorrichtungen verwendet wer
den.
Für den Einsatz in direkt beheizten Kochsystemen werden in einem weiteren
Schritt auf der Unterseite der Platte an den für die Kochzonen vorgesehenen
Bereichen entsprechende Heizleiterbahnen aufgebracht. Dies erfolgt durch be
kannte Verfahren wie beispielsweise Aufdrucken oder thermisches Spritzen. Ge
mäß der Erfindung ist ein vorheriges Aufbringen einer elektrischen Isolations
schicht nicht erforderlich. Nach entsprechender elektrischer Kontaktierung der
Heizleiterbahnen, gegebenenfalls einschließlich der Integrierung von Thermo
elementen, was zu einer besseren Temperaturregelbarkeit führt, wird die direkt
beheizbare Kochfläche in den Rahmen der Kochvorrichtung eingesetzt.
Bei Aufheizversuchen mit den vorstehend beschriebenen und hergestellten, di
rekt beheizten Kochflächen aus Cordierit-Sinterglaskeramik wurden im Bereich
der Kochzonen bei Temperaturen der Kochflächenoberseite von 420°C Verwöl
bungen der Kochzonenfläche (∅ 180 mm) von < 0,1 mm gemessen.
Claims (16)
1. Keramisches Kochsystem mit einer großflächigen, monolitischen, die
Kochmulde zumindest teilweise abdeckenden Kochfläche mit wenigstens
einer ausgewiesenen Kochzone,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kochfläche aus einer niedrig dehnenden Sinterglaskeramik be
steht, die mindestens 90%, vorzugsweise mindestens 92% der Haupt
kristallphase Cordierit enthält.
2. Keramisches Kochsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sinterglaskeramik TiO2 und/oder ZrO2 und/oder ZrSiO4 als kri
stalline Nebenbestandteile enthält.
3. Keramisches Kochsystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sinterglaskeramik eine thermische Ausdehnung kleiner als 1,5.
10-6.K-1, vorzugsweise kleiner als 1.10-6.K-1 im Temperaturbereich
zwischen 20 und 500°C besitzt.
4. Keramisches Kochsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sinterglaskeramik eine Wärmeleitfähigkeit von 4 bis 4,5 W/mK
bei Raumtemperatur sowie von 2 bis 3 W/mK bei einer Temperatur von
450°C aufweist.
5. Keramisches Kochsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der E-Modul der Sinterglaskeramik größer als 120 GPa, vorzugs
weise größer als 140 GPa ist.
6. Keramisches Kochsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sinterglaskeramik mit einem tk100-Wert von über 650°C, vor
zugsweise über 800°C, eine hohe elektrische Isolationswirkung besitzt.
7. Keramisches Kochsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sinterglaskeramik in Gew.% 14-16 MgO, 32-35 Al2O3.48-57
SiO2, 0-2 K2O, 0-2 B2O3 sowie 0-8 TiO2 und/oder ZrO2 enthält.
8. Keramisches Kochsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kochzonen der Kochfläche durch direkt auf der Unterseite der
Kochfläche aufgetragenen Heizleiterbahnen direkt beheizbar sind.
9. Keramisches Kochsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verwölbung der Kochzonenbereiche bei einer Betriebstemperatur
der Oberseite der Kochzone von 420°C kleiner als 0,1 mm beträgt.
10. Verfahren zum Herstellen eines keramischen Kochsystems nach einem
der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sinterglaskeramik aus einem Pulver hergestellt wird, das aus
einer Mischung von Pulvern eines kristallisierten Grundglases sowie
mindestens einer weiteren oxidischen Komponente besteht.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Anteil der weiteren oxidischen Komponente 2 bis 8 Gew.% der
Pulvermischung beträgt.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass als oxidische Komponente TiO2 und/oder ZrO2 und/oder ZrSiO4 ver
wendet wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein kristallisiertes Glaspulver mit Gew.% 14-16 MgO, 32-35 Al2O3,
48-57 SiO2, 0-2 B2O3 und 0-2 K2O verwendet wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass aus dem Glaspulver bei einer Temperatur größer als 980°C als
Hauptkristallphase Cordierit gebildet wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das kristallisierte Grundglas mit den weiteren oxidischen Kompo
nenten zu einem Pulver mit der mittleren Korngröße von 1-3 µm vermah
len wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass aus der gemahlenen Pulvermischung Platten in Kochflächengröße gepresst werden und
dass diese Platten bei Temperaturen zwischen 1250 und 1400°C, vor zugsweise zwischen 1320 und 1360°C, zu festen Körpern versintert werden.
dass aus der gemahlenen Pulvermischung Platten in Kochflächengröße gepresst werden und
dass diese Platten bei Temperaturen zwischen 1250 und 1400°C, vor zugsweise zwischen 1320 und 1360°C, zu festen Körpern versintert werden.
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| DE2002142481 DE10242481C1 (de) | 2002-09-13 | 2002-09-13 | Keramisches Kochsystem und Verfahren zur Herstellung derselben |
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Applications Claiming Priority (1)
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