DE19836843A1 - Vorrichtung zum hydraulischen Anstellen der Rollen von Strangführungssegmenten einer Stranggießanlage - Google Patents
Vorrichtung zum hydraulischen Anstellen der Rollen von Strangführungssegmenten einer StranggießanlageInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum hydraulischen Anstellen von Bauteilen, insbesondere der Rollen von Strangführungssegmenten einer Stranggießanlage mit Hydraulikzylindern (2), die durch je einen Kolben (12) mit Kolbenstange (13) in einen Zylinderraum (9) und einen Ringzylinderraum (11) unterteilt sind, wobei die Zylinderräume (9, 11) durch Steuerorgane abwechselnd und gegensinnig sowie gleichzeitig mit einer Druckquelle (7) und einer Drucksenke (5) verbindbar sind. Die Nachteile der bisher als Steuerorgane verwendeten Stetigventile, vor allem große Empfindlichkeit bezüglich Reinheit und Schmierfähigkeit der Arbeitsflüssigkeit, werden dadurch vermieden, dass als Steuerorgane Schaltventile vorgesehen sind. Diese sind unempfindlich bezüglich Reinheit und der Verwendung von Wasser-Öl-Emulsion als Arbeitsflüssigkeit.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum hydraulischen
Anstellen von Bauteilen, insbesondere der Rollen von
Strangführungssegmenten einer Stranggießanlage, mit
Hydraulikzylindern, die durch je einen Kolben mit Kolbenstange
in einen Zylinderraum und einen Ringzylinderraum unterteilt
sind, wobei die Zylinderräume durch Steuerorgane abwechselnd
und gegensinnig sowie gleichzeitig mit einer Druckquelle und
einer Drucksenke verbindbar sind.
Bei Stranggießanlagen beginnt der Gießprozess in einer
Kokille. Aus dieser tritt der oberflächlich erstarrte
Gussstrang vertikal aus und wird in Strangführungssegmenten
min einem bestimmten Radius um 90° umgelenkt und zu einem
anschließenden horizontal angeordneten Richttreiber geleitet.
Die Führung des Gussstranges geschieht mittels Führungsrollen,
die durch Hydraulikzylinder anstellbar sind. Dadurch können
unter anderem Rollenverschleiß und geänderte Gießparameter
berücksichtigt werden. Zur Steuerung der Hydraulikzylinder
werden im allgemeinen Stetigventile verwendet; diese erfordern
aufgrund ihrer genauen Passungen feinst gefiltertes
Hydrauliköl. Der mit der ölfilterung verbundene Aufwand ist
beträchtlich. Außerdem besteht bei Hydrauliköl im
Gießmaschinen- und Walzwerksbereich immer Brandgefahr.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hydrauliksystem
zur Verstellung von Strangführungssegmenten zu schaffen, das
einen vergleichsweise geringen Anspruch an die Sauberkeit der
Betriebsflüssigkeit und eine geringe Brandgefahr aufweist.
Die gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, dass als
Steuerorgane Schaltventile vorgesehen sind. Schaltventile sind
entweder geschlossen oder geöffnet, während Stetigventile auch
jede Zwischenstellung einnehmen können. Deswegen vertragen
Schaltventile auch gröbere Schmutzpartikel, ohne zu
verstopfen, während die mögliche Spaltöffnung eines
Stetigventils auf sauberes Arbeitsmedium angewiesen ist, um
eine Sitzverschmutzung zu verhindern. Außerdem benötigen die
Ventilkolben der Schaltventile in Gegensatz zu den
Stetigventilen keine enge Passung, da sie sich im geöffneten
Zustand am Anschlag und bei geschlossenem Zustand im Sitz
selbst zentrieren. Auch dadurch ist der Anspruch an die
Sauberkeit und darüber hinaus an die Schmierfähigkeit der
Arbeitsflüssigkeit bei Schaltventilen deutlich niedriger als
bei Stetigventilen. Das bedeutet weniger Aufwand bei der
Filterung und die problemlose Verwendung von Wasser
ölemulsionen als Arbeitsflüssigkeit. Neben dem geringeren
Aufwand für die Schaltventile und für die Art sowie die
Reinhaltung der Arbeitsflüssigkeit ist die Brandsicherheit ein
entscheidender Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung.
Durch die Anordnung von vier Schaltventilen in
Vollbrückenschaltung wird eine einfache Führung und geringe
Länge der Hydraulikleitungen mit entsprechend geringen -
Installationsaufwand erreicht.
Von Vorteil ist auch, dass die Schaltventile über einen
Dreipunktregler ansteuerbar sind. Der Dreipunktregler arbeitet
nur mit den Stellungen Plus, Minus und Null. Bei Plus ist das
eine Schaltventilpaar erregt, bei Minus das andere, während
bei Null beide Schaltventilpaare stromlos und somit
geschlossen sind. Dadurch ergibt sich ein einfacher
Regleraufbau.
Da die Schaltventile eine Drossel aufweisen, kann trotz voll
geöffneter Schaltventile eine überschwingfreie Einstellung der
Kolbenposition verwirklicht werden.
Vorteilhaft ist auch, wenn die Schaltventile über
Pulsweitenmodulation ansteuerbar sind. Während bei der
Dreipunktregelung das öffnungszeitintervall der Schaltventile
als Ganzes variiert wird, ist bei der Pulsweitenmodulation die
Zahl der konstanten, kurzen Öffnungsintervalle variabel
(variables Tastverhältnis). Dies geschieht ähnlich wie beim
Dreipunktregler mittels diskreter Schaltsignale einer
separaten Elektronik-Hardware oder mittels Software eines
Rechners. Diese optimiert das Tastverhältnis in Richtung
Schalthäufigkeitreduktion. Bei der Pulsweitenmodulation werden
wie bei der Dreipunktregelung immer zugleich ein Aus- und
Einlassschaltventil angesteuert, da dem Zuflussvolumen eines
Zylinderraumes immer das gleiche Abflussvolumen des anderen
entspricht.
Es ist ferner von Vorteil, dass jeder Kolben über eine
Verbindungsstange mit einem Positionsgeber verbunden ist, der
nach Überschreiten eines oberen oder unteren Grenzwertes der
Kolbenstellung die Regelung auslöst. Die Positionsgeber
ermöglichen einen geschlossenen Regelkreis für die Kolbenlage.
Dabei ergibt sich aus der Festlegung einer Hysterese der
zulässigen Kolbenlage durch einen oberen und unteren Grenzwert
derselben ein einfacher Aufbau und ein einfaches
Inbetriebsetzen des Dreipunktreglers.
Dadurch, dass die vier Schaltventile zu einem
Schaltventilblock zusammengefasst sind, ergibt sich ein
platzsparender, kostengünstiger Aufbau der Schaltventile.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den
Ansprüchen, der folgenden Figurenbeschreibung und den
Zeichnungen, in denen Ausführungbeispiele der Erfindung
schematisch dargestellt sind.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Schaltschema der Brückenschaltung des
Hydraulikölkreislaufs eines Hydraulikzylinders,
Fig. 2 ein Schaltschema des Hydraulikölkreislaufs und
der Ansteuerung der Schaltventile eines
Hydraulikzylinders,
Fig. 3 ein vereinfachtes Schaltschema des
Hydraulikölkreislaufs und der Ansteuerung der
Schaltventile der vier Hydraulikzylinder eines
Strangführungssegmentes,
Fig. 4 wie Fig. 3, jedoch mit perspektivischer
Darstellung eines Strangführungselementes.
Fig. 1 zeigt die in Brückenschaltung zusammengeschalteten
Schaltventile (1a, b, c, d) des Hydraulikkreislaufs eines
Hydraulikzylinders (2), die zu einem Ventilblock (3)
zusammengefasst sind. Die Schaltventile (1a, b) sind über
einen ersten Verknüpfungspunkt (4) mit einer Drucksenke (5),
die Schaltventile (1c, d) über einen zweiten Verknüpfungspunkt
(6) mit einer Druckquelle (7) verbindbar. Die Schaltventile
(1a, c) sind außerdem über einen dritten Verknüpfungspunkt (8)
mit einem Zylinderraum (9), die Schaltventile (1b, d) über
einen vierten Verknüpfungspunkt (10) mit einem
Ringzylinderraum (11) des Hydraulikzylinder (2) verbunden. Der
Zylinderraum (9) und der Ringzylinderraum (11) sind durch
einen Kolben (12) dichtend geteilt, der eine aus dem
Ringzylinderraum (11) austretende Kolbenstange (13) aufweist.
Aus Fig. 1 geht die sehr kompakte und mit geringem
Leitungsaufwand verwirklichte Anordnung des Ventilblocks (3)
hervor.
In Fig. 2 ist ein Ventilblock mit einem Hydraulikzylinder (2)
und einer vereinfachten Darstellung der elektrischen
Ansteuerung der Schaltventile (1a, b, c, d) dargestellt. Fig.
2 zeigt auch die Verknüpfungspunkte (4, 6, 8, 10) zur
Verbindung der Schaltventile (1a, b, c, d) mit der Drucksenke
(5) und der Druckquelle (7), dem Zylinderraum (9) und dem
Ringzylinderraum (11) auf. Der Kolben (12) ist durch eine
Verbindungsstange (14) mit einem Positionsgeber (15)
verbunden, der die jeweilige Lage des Kolbens (12) gegenüber
dem Hydraulikzylinder (2) angibt. Die Schaltventile (1a, b, c,
d) besitzen je einen Elektromagneten (16), der über
elektrische Leitungen (17a, b, c, d) mit einem Dreipunktregler
(18) oder einem Pulsweitenmodulator (19) verbunden ist.
Dreipunktregler (18) und Pulsweitenmodulator (19) sind als
Elektronikhardware verwirklicht oder als Software in einem
Rechner (20) integriert. Die Schaltventile (1a, b, c, d)
weisen Federn (21) auf, die sie bei stromlosen Elektromagneten
(16) schließen. Die Kolbenstangen (13) sind durch Stopfbüchsen
(22) abgedichtet, die auch zur Abstützung der
Hydraulikzylinder (2) auf einer Hälfte der
Strangführungssegmente (35, Fig. 4) dienen. Sie tragen an
ihrem freien Ende einen Gelenkkopf (23) zu ihrer Verbindung
mit der anderen Hälfte der Strangführungssegmente (35).
Fig. 3 zeigt ein vereinfachtes Schaltschema des
Hydraulikölkreislaufs und der Ansteuerung der Ventilblöcke (3)
für die vier Hydraulikzylinder (2) eines
Strangführungssegmentes (35, Fig. 4). In gleicher Weise können
auch Richtmaschinen und Sägen angestellt werden. Ein
Schaltschrank (24) ist mit einem Rechner (25) verbunden, durch
dessen Software die Schaltventilblöcke (3) mittels
Dreipunktregler oder Pulsweitenmodulation angesteuert werden.
Der Schaltschrank (24) weist unter anderem eine Netzwerk-Karte
(26), eine zentrale Prozessoreinheit (CPU) (27), einen
Speicher (28), eine Schnittstelle (29), beispielsweise eine
SSI-Schnittstelle zur Verbindung mit den Positionsgebern (15),
einen Digital/Analog-Wandler bzw. Schaltverstärker (30) für
die Schaltventilsignale, einen digitalen Ein/Ausgang (31) für
eine Steuertafel (32) vor Ort und für eine Klemmleiste (33)
zum Anschluss der Signale der Anlage auf; hinzu kommt ferner
ein Netzteil (34).
Fig. 4 zeigt grundsätzlich das Gleiche wie Fig. 3, jedoch mit
einem Strangführungssegment (35) in perspektivischer
Darstellung. Dieses weist Rollen (36) auf, zwischen denen sich
der zu führende Gussstrang (37) befindet und die Abstützungen
(38) aufweisen. Letztere werden durch die Hydraulikzylinder
(2) und durch die Kolben (12) mittels der Kolbenstange (13)
angestellt. In den Hydraulikleitungen zwischen den
Schaltventilblöcken (3) und den Hydraulikzylindern (2) sind
Druckgeber (39) zur Überwachung des Prozesses eingebaut. Ihre
Signale werden zusammen mit denen des Schaltventilblocks (3)
in einer Eingang/Ausgang Baugruppe (40) gesammelt und an die
Digital/Analog-Wandler (30) weitergegeben. Die Signale der
Positionsgeber (15) werden zur Schnittstelle (29) geleitet.
Die erfindungsgemäße Anlage funktioniert folgendermaßen: Wenn
die Positionsgeber (15) eine Abweichung der Solllage der
Rollen (36) anzeigen, wird nach Überschreiten eines bestimmten
oberen oder unteren Grenzwertes mittels Dreipunktregelung oder
Pulsweitenmodulation durch Ansteuern der entsprechenden
Schaltventile (1a, b, c, d) die Solllage wieder hergestellt.
Durch die Verwendung von Schaltventilen anstelle von
Stetigventilen kann als Arbeitsflüssigkeit eine
Wasser-Öl-Emulsion verwendet werden, wodurch die Brandgefahr
bei Leckage entscheidend verringert wird. Außerdem kann auf
eine Feinstfilterung der Arbeitsflüssigkeit verzichtet werden,
wodurch die erfindungsgemäße Anlage in Anschaffung und Betrieb
verbilligt wird.
Claims (7)
1 Vorrichtung zum hydraulischen Anstellen von Bauteilen,
insbesondere der Rollen (36) von Strangführungssegmenten (35)
einer Stranggießanlage, mit Hydraulikzylindern (2), die durch
je einen Kolben (12) mit Kolbenstange (13) in einen
Zylinderraum (9) und einen Ringzylinderraum (11) unterteilt
sind, wobei die Zylinderräume (9, 11) durch Steuerorgane
abwechselnd und gegensinnig sowie gleichzeitig mit einer
Druckquelle (7) und einer Drucksenke (5) verbindbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass als Steuerorgane Schaltventile
(1a, b, c, d) vorgesehen sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
jeder Hydraulikzylinder (2) vier Schaltventile (1a, b, c, d)
in Vollbrückenschaltung aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Schaltventile (1a, b, c, d) über einen
Dreipunktregler ansteuerbar sind.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegangenen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltventile (1a,
b, c, d) eine Drossel aufweisen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Schaltventile (1a, b, c, d) über Pulsweitenmodulation
ansteuerbar sind.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass jeder Kolben (12) über eine
Verbindungsstange (14) mit einem Positionsgeber (15) verbunden
ist, der nach Überschreiten eines oberen oder unteren
Grenzwertes der Kolbenstellung die Regelung auslost.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die vier Schaltventile (1a, b, c,
d) zu einem Schaltventilblock (3) zusammengefasst sind
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