DE19835110A1 - Umlenkverfahren und Umlenkeinrichtung für ein Band, insbesondere ein Metallband - Google Patents
Umlenkverfahren und Umlenkeinrichtung für ein Band, insbesondere ein MetallbandInfo
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Abstract
Die vorstehende Erfindung betrifft ein Umlenkverfahren für ein Band (3, 8), insbesondere ein Metallband (3, 8), von einem Anfangsführungskanal (5) in einen neben dem Anfangsführungskanal (5) verlaufenden Endführungskanal (9), wobei das Band (3, 8) beim Durchlaufen des Anfangsführungskanals (5) eine vom Endführungskanal (9) abgewandte Unterseite (II) und eine dem Endführungskanal (9) zugewandte Oberseite (I) aufweist. Um das Umlenken des Metallbandes (3, 8) vom Anfangsführungskanal (5) in den Endführungskanal (9) zu unterstützen, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß das Band (3, 8) beim Umlenken auf der Unterseite (II) mit einem Medium (12) beaufschlagt wird. Die Erfindung betrifft ferner eine korrespondierende Umlenkeinrichtung.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Umlenkverfahren für ein Band,
insbesondere ein Metallband, von einem Anfangsführungskanal in einen
neben dem Anfangsführungskanal verlaufenden Endführungskanal, wobei
das Band beim Durchlaufen des Anfangsführungskanals eine dem Endfüh
rungskanal zugewandte Oberseite und eine vom Endführungskanal
abgewandte Unterseite aufweist, sowie eine hiermit korrespondierende
Umlenkeinrichtung.
Beim kontinuierlichen Aufhaspeln von Bändern, insbesondere von
Metallbändern, muß der Anfang eines nachfolgenden Bandes einem
anderen Haspel zugeführt werden als das Ende des vorausgehenden
Bandes. Das Band muß somit von einem Anfangsführungskanal in einen
Endführungskanal umgelenkt werden. Ob bei einem weiteren Bandwechsel
dann - wie in Mehrhaspelanlagen - zurück zum Anfangsführungskanal
gewechselt oder ob - wie bei einem Rotor- oder Wendehaspel - erneut
vom Anfangsführungskanal in den Endführungskanal gewechselt werden
muß, ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung ohne Belang.
Die bekannten Umlenkeinrichtungen arbeiten recht zufriedenstellend,
sind aber noch verbesserungsfähig.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die bestehen
den Umlenkverfahren bzw. die bestehenden Umlenkeinrichtungen zu
verbessern.
Die Aufgabe wird für das Verfahren gemäß Anspruch 1 dadurch gelöst,
daß das Band beim Umlenken zum nächsten Haspel auf der Unterseite
mit einem Medium beaufschlagt wird.
Hiermit korrespondierend weist die Umlenkeinrichtung eine untere
Beaufschlagungseinrichtung zum Beaufschlagen der Unterseite des
Bandes mit einem Medium auf.
Das Medium kann bspw. Druckluft oder unter Druck stehendes Wasser
sein.
Wenn die Umlenkeinrichtung eine Treibeinrichtung mit einer oberen
Treibrolle und einer unteren Treibrolle aufweist, wobei die obere
Treibrolle auf die Oberseite und die untere Treibrolle auf die
Unterseite wirkt, und der unteren Treibrolle ein unterer Abstreifer
zum Abstreifen des Bandes von der unteren Treibrolle zugeordnet ist,
ist die erste Beaufschlagungseinrichtung vorzugsweise am unteren
Abstreifer angeordnet.
Bei einem Rotorhaspel ist das Vorhandensein der oberen Beaufschla
gungseinrichtung ausreichend. Bei einer Mehrhaspelanlage hingegen
sollte die Umlenkeinrichtung auch eine zweite Beaufschlagungsein
richtung zum Beaufschlagen der Unterseite des Bandes mit dem Medium
aufweisen, damit auch die Rückführung des Bandes vom Endführungs
kanal in den Anfangsführungskanal durch die Medienbeaufschlagung
unterstützt werden kann.
Auch die obere Beaufschlagungseinrichtung ist vorzugsweise an einem
oberen Abstreifer zum Abstreifen des Bandes von der oberen Treibrol
le angeordnet, falls ein solcher vorhanden ist.
Der Anfangsführungskanal und der Endführungskanal sind in der Regel
durch eine Weiche voneinander getrennt. Die Weiche kann eine spitz
zulaufende Spitze aufweisen. Vorzugsweise ist die Spitze aber
abgerundet. Besonders vorteilhaft ist eine abgerundete Spitze, die
drehbar gelagert ist.
Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus den übrigen
Ansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungs
beispiels. Dabei zeigen in Prinzipdarstellung
Fig. 1 eine Umlenkeinrichtung in einem ersten Betriebszustand,
Fig. 2 die Umlenkeinrichtung von Fig. 1 in einem zweiten Be
triebszustand,
Fig. 3 die Umlenkeinrichtung von Fig. 1 in einem dritten Be
triebszustand,
Fig. 4 die Umlenkeinrichtung von Fig. 1 in einem vierten Be
triebszustand,
Fig. 5 eine weitere Umlenkeinrichtung in einem Rotorhaspel und
Fig. 6 eine Weiche.
Gemäß Fig. 1 weist eine Umlenkeinrichtung eine Treibeinrichtung
1, 2 mit einer oberen Treibrolle 1 und einer unteren Treibrolle 2
auf. Die Treibrollen 1, 2 wirken auf ein Metallband 3 mit einer
Oberseite I und einer Unterseite II, ziehen dieses aus einem Roll
gang 4 aus und fördern es weiter in einen Anfangsführungskanal 5.
Das Metallband 3 ist ein dünnes Metallband mit einer Banddicke d
von maximal ca. 3 mm. Da das Metallband 3 heiß ist, besteht die
Gefahr, daß es an einer der Treibrollen 1, 2 hängen bleibt, wenn
es nicht unter Zug steht. Um ein derartiges Hängenbleiben an einer
der Treibrollen 1, 2 zu verhindern, ist der oberen Treibrolle 1 ein
oberer Abstreifer 6 und der unteren Treibrolle 2 ein unterer Ab
streifer 7 zugeordnet. Mittels der Abstreifer 6, 7 wird das Band
3 von der jeweiligen Treibrolle 1, 2 abgestreift, falls es an dieser
hängenbleibt.
Die Gefahr des Hängenbleibens des Bandes 3 besteht nur, wenn das
Metallband 3 zugfrei von den Treibrollen 1, 2 geschoben wird. Die
Abstreifer 6, 7 sind daher vorzugsweise an ihre jeweilige Treibrolle
1, 2 anstellbar, um das verschleißträchtige Abstreifen nur dann zu
bewirken, wenn das Metallband 3 geschoben wird. Sobald im Metallband
3 hinter den Treibrollen 1, 2 ein Zug aufgebaut wird, werden die
Abstreifer 6, 7 von ihren Treibrollen 1, 2 abgeschwenkt.
Das Metallband 3 wird, wie bereits erwähnt, mittels der Treibein
richtung 1, 2 aus dem Rollgang 4 ausgefördert und in einen Anfangs
führungskanal 5 weitergefördert. An dessen Ende ist bspw. ein -
nicht dargestellter - Haspel angeordnet, mittels dessen das Metall
band 3 aufgehaspelt wird.
Das Metallband 3 weist eine endliche Länge und somit auch ein
Bandende 3' auf. Unmittelbar hinter dem Bandende 3' läuft aber
bereits der Bandanfang 8' eines nachfolgenden Metallbandes 8 in den
Rollengang 4 ein. Dieses nachfolgende Metallband 8 - bzw. bereits
sein Bandanfang 8' - muß in einen Endführungskanal 9 umgelenkt
werden, der neben dem Anfangsführungskanal 5 verläuft. Ersichtlich
ist der Endführungskanal 9 derart neben dem Anfangsführungskanal
5 angeordnet, daß die Oberseiten I der Metallbänder 3, 8 dem Endfüh
rungskanal 9 zugewandt und die Unterseiten II der Metallbänder 3,
8 vom Endführungskanal 9 abgewandt sind, solange das Metallband 3
den Anfangsführungskanal 5 durchläuft.
Wenn nun das nachfolgende Metallband 8 in den Endführungskanal 9
umgelenkt werden soll, wird zunächst eine Weiche 10, welche die
Kanäle 5, 9 voneinander trennt, derart verstellt, daß der offene
Querschnitt des Anfangsführungskanals 5 minimal wird, der des
Endführungskanals 9 maximal. Ferner liegt der Endführungskanal 9
in der erwarteten Austrittrichtung x des nachfolgenden Metallbandes
8. Bereits aufgrund dieser Maßnahmen wird das nachfolgende Metall
band 8 in der Mehrzahl der Fälle durch die Treibeinrichtung 1, 2
in den Endführungskanal 9 umgelenkt. Um jedoch mit letzter Sicher
heit ein Umlenken des nachfolgenden Metallbandes 8 in den Endfüh
rungskanal 9 zu bewirken, weist die Umlenkeinrichtung eine Rück
beaufschlagungseinrichtung 11 auf. Mittels dieser Rückbeaufschla
gungseinrichtung 11 werden die Metallbänder 3, 8 auf der Unterseite
II unter Druck mit einem Medium 12 beaufschlagt. Das Medium 12 kann
dabei bspw. Druckluft oder unter Druck stehendes Wasser sein.
Mit dem Beaufschlagen der Unterseite II der Metallbänder 3, 8 mit
dem Medium 12 wird bereits begonnen, während noch das Metallband
3 die Treibeinrichtung 1, 2 durchläuft. Bezüglich des Metallbandes
3 und dessen Bandende 3' ist dies unkritisch, da daß Metallband 3
unter Zug in den Anfangsführungskanal 5 eingezogen wird. Bezüglich
des Bandanfangs 8' des nachfolgenden Metallbandes 8 aber wird durch
die Beaufschlagung mit dem Medium der Wechsel in den Endführungs
kanal 9 mit größerer Sicherheit bewerkstelligt. Diese Situation,
nämlich das Umlenken des Bandanfangs 8' des nachfolgenden Metall
bandes 8, ist in Fig. 2 dargestellt.
Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, ist die untere Beauf
schlagungseinrichtung 11 am unteren Abstreifer 7 angeordnet.
Die in Verbindung mit den Fig. 1 und 2 beschriebene Beaufschla
gung der Metallbänder 3, 8 mit dem Medium 12 sollte in umgekehrter
Richtung auch dann erfolgen, wenn umgekehrt von dem Endführungskanal
9 in den Anfangführungskanal 5 rückgewechselt werden soll. Hierzu
weist die Umlenkeinrichtung auch eine obere Beaufschlagungsein
richtung 13 auf, mittels derer die Oberseite I der Metallbänder 3,
8 mit dem Medium 12 beaufschlagbar ist. Auch hier ist die obere
Beaufschlagungseinrichtung 13 am korrespondierenden oberen Abstrei
fer 6 angeordnet. Im übrigen erfolgt die in den Fig. 3 und 4
dargestellte Umlenkung des nachfolgenden Metallbandes 8 analog zu
der zuvor in Verbindung mit den Fig. 1 und 2 beschriebenen
Umlenkung vom Anfangsführungskanal 5 in den Endführungskanal 9.
Die in Verbindung mit den Fig. 1 bis 4 beschriebene Umlenkein
richtung findet bspw. bei einer Mehrhaspelanlage Verwendung. Bei
einer Mehrhaspelanlage wird abwechselnd auf je einen von zwei
stationär angeordneten Haspeln aufgehaspelt. Bei einer Rotorhaspel
anlage hingegen, wie sie in Fig. 5 dargestellt ist, beginnt das
Aufhaspeln stets an der gleichen Stelle, in Fig. 5 mit A bezeich
net. Nach dem Anhaspeln der ersten Windungen wird der Haspelrotor
mit den beiden Haspeldornen A und B zur Stelle B verschwenkt. Dort
wird dann der Großteil des Metallbandes 3 aufgehaspelt. Während des
Schwenkvorgangs wird der zweite, leere Haspeldorn B zur Stelle A
geschwenkt, um wieder das Folgeband 8 anwickeln zu können. Beim
Haspeln selbst durchläuft das Metallband 3 daher stets den Anfangs
führungskanal 5. Lediglich zum Beginn des Anhaspelns muß das nach
folgende Metallband 8 in den Endführungskanal 9 umgelenkt werden.
Die Rückumlenkung in den Anfangsführungskanal 5 erfolgt zu einem
Zeitpunkt, zu dem das Metallband 3 bzw. 8 unter Zug steht, so daß
keine Umlenkeinrichtung hierzu erforderlich ist. Bei einem Rotorhas
pel ist es daher hinreichend, wenn die Umlenkeinrichtung lediglich
die obere Beaufschlagungseinrichtung 11 aufweist.
Wie ferner aus Fig. 5 ersichtlich ist, weist die Weiche 10 eine
runde Spitze 15 auf. Bereits durch die Abrundung der Spitze 15
werden mit großer Sicherheit Beschädigungen des Bandendes 3' ver
mieden. Die Gefahr von Beschädigungen des Bandendes 3' ist aber noch
geringer, wenn die Weichenspitze 15, wie in Fig. 6 dargestellt,
in der Weiche 10 drehbar gelagert ist.
1
obere Treibrolle
2
untere Treibrolle
3
,
8
Metallbänder
3
'Bandende
4
Rollengang
5
Anfangsführungskanal
6
oberer Abstreifer
7
unterer Abstreifer
8
'Bandanfang
9
Endführungskanal
10
Weiche
11
untere Beaufschlagungseinrichtung
12
Medium
13
obere Beaufschlagungseinrichtung
14
Haspel
15
Spitze
A, BStellen, Haspeldorne
dDicke
IOberseite
IIUnterseite
xAustrittsrichtung
A, BStellen, Haspeldorne
dDicke
IOberseite
IIUnterseite
xAustrittsrichtung
Claims (11)
1. Umlenkverfahren für ein Band (3, 8), insbesondere ein Metall
band (3, 8), von einem Anfangsführungskanal (5) in einen neben
dem Anfangsführungskanal (5) verlaufenden Endführungskanal (9),
wobei das Band (3, 8) beim Durchlaufen des Anfangführungskanals
(5) eine vom Endführungskanal (9) abgewandte Unterseite (II)
und eine dem Endführungskanal (9) zugewandte Oberseite (I) auf
weist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Band (3, 8) beim Umlenken zum nächsten Haspel auf der
Unterseite (II) mit einem Medium (12) beaufschlagt wird.
2. Umlenkverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Medium (12) Druckluft oder unter Druck stehendes Wasser
ist.
3. Umlenkeinrichtung zum Umlenken eines Bandes (3, 8), insbesonde
re eines Metallbandes (3, 8) von einem Anfangsführungskanal
(5) in einen neben dem Anfangsführungskanal (5) verlaufenden
Endführungskanal (9), wobei das Band (3, 8) beim Durchlaufen
des Anfangsführungskanals (5) eine vom Endführungskanal (9)
abgewandte Unterseite (II) und eine dem Endführungskanal (9)
zugewandte Oberseite (I) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Umlenkeinrichtung eine untere Beaufschlagungseinrich
tung (11) zum Beaufschlagen der Unterseite (II) des Bandes (3,
8) mit einem Medium (12) aufweist.
4. Umlenkeinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Medium (12) Druckluft oder unter Druck stehendes Wasser
ist.
5. Umlenkeinrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine Treibeinrichtung (1, 2) mit einer oberen Treibrol
le (1) und einer unteren Treibrolle (2) aufweist, wobei die
obere Treibrolle (1) auf die Oberseite (I) und die untere
Treibrolle (2) auf die Unterseite (II) wirkt, daß der unteren
Treibrolle (2) ein unterer Abstreifer (7) zum Abstreifen des
Bandes (3, 8) von der unteren Treibrolle (2) zugeordnet ist
und daß die untere Beaufschlagungseinrichtung (11) am unteren
Abstreifer (7) angeordnet ist.
6. Umlenkeinrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der untere Abstreifer (7) an die untere Treibrolle (2) an
stellbar ist.
7. Umlenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine obere Beaufschlagungseinrichtung (13) zum Beauf
schlagen der Oberseite (I) des Bandes (3, 8) mit dem Medium
(12) aufweist.
8. Umlenkeinrichtung nach Anspruch 7 und einem der Ansprüche 5
und 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der oberen Treibrolle (1) ein oberer Abstreifer (6) zum
Abstreifen des Bandes (3, 8) von der oberen Treibrolle (1)
zugeordnet ist und daß die obere Beaufschlagungseinrichtung
(13) am oberen Abstreifer (6) angeordnet ist.
9. Umlenkeinrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der obere Abstreifer (6) an die obere Treibrolle (1)
anstellbar ist.
10. Umlenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anfangsführungskanal (5) und der Endführungskanal (9)
durch eine Weiche (10) voneinander getrennt sind und daß die
Weiche (10) eine abgerundete Spitze (15) aufweist.
11. Umlenkeinrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spitze (15) drehbar gelagert ist.
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