DE19829375A1 - Umrüstbare Steh- und Sitzplatztribüne - Google Patents
Umrüstbare Steh- und SitzplatztribüneInfo
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Abstract
Um eine Tribüne (1), insbesondere eine teleskopartig ausziehbare Tribüne (1), schnell von einer Steh- in eine Sitzplatztribüne und umgekehrt umrüsten zu können, wird vorgeschlagen, sie mit längsverfahrbaren Sitzen (13) an Schlittensystemen (18) auszurüsten, mittels denen die Sitze (13) unter die Stufenböden (9, 10) der Stufenelemente (3, 4) eingeschoben werden können, und die hinteren Stufenbodenteile (9b, 10b) mit einer Hubvorrichtung (31) anhebbar zu gestalten.
Description
Die Erfindung betrifft eine Tribüne mit Stufenelementen,
die wahlweise in Steh- oder Sitzplätze umrüstbar sind und
horizontale, begehbare Stufenböden tragen, die in einer
Gebrauchslage der Tribüne unterschiedliche Stufenhöhen
über einem Boden aufweisen.
Sportliche oder kulturelle Veranstaltungen finden häufig
in großen Veranstaltungsorten wie Hallen und Stadien
statt. Um allen Besuchern eine gute Sicht auf den Ort des
Geschehens zu ermöglichen, werden eine oder mehrere Tri
bünen mit ansteigenden Stufen aufgebaut. Tribünen können
unterschiedlich konstruiert sein.
Zur Erhöhung des Komforts für die Besucher sind die Tri
bünen häufig mindestens teilweise mit Sitzgelegenheiten
ausgestattet. Einfache Sitzmöglichkeiten bieten an einer
Stufe der Tribünenkonstruktion angebrachte Bänke. Komfor
tabler ausgestattete Tribünen haben Sitzeinheiten, die
jeweils einen Einzelsitz oder eine Sitzhalterung aufwei
sen. Um Vandalismusschäden vorzubeugen, sind die Sitze
durch ihre Sitzhalterungen an der Tribünenkonstruktion
möglichst entwendungssicher befestigt. Sie können von den
Besuchern ohne Spezialwerkzeug oder überaus große Gewalt
nicht von der Tribüne gelöst werden.
Die Veranstaltungsorte werden häufig für mehrere Zwecke,
d. h. für unterschiedliche Veranstaltungsarten genutzt.
Beispielsweise finden in Stadien, in denen für Sport
ereignisse ein Spielfeld benötigt wird, auch bühnenorien
tierte Ereignisse wie Musikveranstaltungen und Theater
aufführungen statt. Hieraus resultiert häufig die Forde
rung, eine umrüstbare Tribüne zu verwenden, bei der Steh
in Sitzplätze oder umgekehrt umgerüstet werden können, um
sie wahlweise dem jeweiligen Bedarf anpassen zu können.
Ferner sind insbesondere in Mehrzweckhallen Tribünen an
zutreffen, die teleskopartig ausziehbar sind, um sie
wahlweise in einer Gebrauchslage aufzubauen oder platz
sparend in einer Stapellage zu lagern. Auch bei telesko
pierbaren Tribünen ist es bekannt, sie wahlweise mit
Steh- oder Sitzplätzen aufzubauen.
In dem Dokument DE 36 14 983 A1 ist eine Tribüne mit hori
zontal teleskopartig verschiebbaren Stufenelementen be
schrieben, die zur Vermeidung eines Montage- oder Demon
tageaufwands für Sitz- oder Podestteile beim Umrüsten
einer Stehlplatztribüne in eine Sitzplatztribüne mit
Sitzelementen versehen ist. Die Sitze sind bei einem Auf
bau als Stehplatztribüne zusammengeklappt und auf die
Stufenböden umgelegt, so daß jeweils die Rückseite eines
umgeklappten Sitzes ein erhöhtes Stehpodest für eine
Stehreihe bildet. Nachteilig bei dieser Konstruktion ist,
neben dem relativ hohen konstruktiven Aufwand für die be
lastbare Lagerung zur Gewährleistung einer hinreichend
sicheren Stabilität der umgelegten Sitze, die Verschmut
zungsanfälligkeit der umgeklappten Sitze durch seitlich
eindringenden Schmutz von den Füßen der Benutzer. Ferner
weist die Tribüne eine relativ hohe Umrüstzeit für die
Umrüstung von Sitz- in Stehreihen auf.
In Stadien besteht das zunehmende Erfordernis, Stehplatz
tribünen in Sitzplatztribünen umzurüsten. Diese Umrüstung
ist mit herkömmlichen Mitteln nur äußerst aufwendig und
kostenintensiv durchzuführen, da sich die Treppenstruktur
von Sitzplatztribünen von der von Stehplatztribünen un
terscheidet. Eine Tribünenstufe eines Sitzplatzbereichs
ist im allgemeinen doppelt so hoch und breit wie eine
entsprechende Tribünenstufe eines Stehplatzbereichs, so
daß eine permanente Umrüstung von Steh- in Sitzplätze
sehr aufwendig ist. Dies ist auch nicht gewünscht, da die
Stadien sowohl mit Steh- als auch mit Sitzplätzen benutz
bar bleiben sollen. Zur Lösung dieses Problems wird in
dem Dokument EP 0 635 229 A1 eine Barrierenvorrichtung vor
geschlagen, die an einer Stufe zwischen zwei Stehplätzen
befestigt wird und eine klappbare Sitzfläche aufweist,
die bedarfsweise zur Schaffung von Sitzplätzen herunter
geklappt werden kann. Nachteilig bei dieser Variante ist,
daß die querverlaufende Barriere bei dem Aufbau als Sitz
platztribüne die Sicht stört. Diese Konstruktion ist
nicht bei einer teleskopierbaren Tribüne verwendbar.
Der Erfindung liegt unter Berücksichtigung dieses Standes
der Technik die Aufgabe zugrunde, eine umrüstbare Steh- und
Sitzplatztribüne zu schaffen, die mit einem geringen
Umrüstaufwand schnell von einer Steh- in eine Sitzplatz
tribüne und umgekehrt umrüstbar ist und den Benutzern
einen guten Komfort bietet.
Die erfindungsgemäße Lösung bei einer Tribüne mit Stufen
elementen, die wahlweise in Steh- oder Sitzplätze umrüst
bar sind und horizontale, begehbare Stufenböden tragen,
die in einer Gebrauchslage der Tribüne unterschiedliche
Stufenhöhen über einem Boden aufweisen, besteht darin,
daß mindestens ein Stufenelement einen an einem Schlit
tensystem längsverfahrbaren Sitz aufweist, der wahlweise
bei einem Sitzplatzaufbau nach vorne aus dem Stufenele
ment ausziehbar und bei einem Stehplatzaufbau nach hinten
unter den Stufenboden des Stufenelements einschiebbar
ist. Dabei hat das zu dem mindestens einen Stufenelemen
ten benachbarte, niedrigere Stufenelement einen in Quer
richtung geteilten Stufenboden, dessen hinterer Stufen
bodenteil mittels einer Hubvorrichtung wahlweise bei ei
nem Sitzplatzaufbau auf eine erste Höhe absenkbar und bei
einem Stehplatzaufbau auf eine zweite Höhe anhebbar ist.
Im Rahmen der Beschreibung der vorliegenden Erfindung be
deutet "vorne" im Bereich niedriger Stufenelemente, "hin
ten" im Bereich höherer Stufenelemente; die Längsrichtung
verläuft von vorne nach hinten, d. h. in Richtung der an
steigenden Stufen, und die Querrichtung senkrecht zur
Längsrichtung.
Im Rahmen der Erfindung wurde gefunden, daß sich durch
die vorstehend erläuterten Maßnahmen eine umrüstbare
Steh- und Sitzplatztribüne realisieren läßt, die den an
sie gestellten Forderungen gerecht wird. Die Erfindung
kann sowohl an einer fest aufgebauten Tribüne mit orts
festen Stufenelementen realisiert als auch bei teleskop
artig ausziehbaren Tribünen eingesetzt werden. Die Sitze
können aus Einzelsitzen, verbundenen Einzelsitzen oder
Reihensitzen gebildet sein und sowohl einfache Bänke, die
nur eine Sitzfläche aufweisen, als auch Sitze mit Rücken
lehne umfassen.
Das folgende Ausführungsbeispiel der Erfindung läßt wei
tere vorteilhafte Merkmale und Besonderheiten erkennen,
die anhand der Darstellung in den Zeichnungen im folgen
den näher beschrieben und erläutert werden. Es zeigen
Fig. 1 eine längsgeschnittene Ausschnittsansicht einer
erfindungsgemäßen Tribüne in einem Sitzplatz
aufbau,
Fig. 2 die Tribüne aus Fig. 1 beim Umrüsten,
Fig. 3 die Tribüne von Fig. 1 in einem Stehplatzauf
bau,
Fig. 4 eine Einzelheit zu Fig. 2,
Fig. 5 eine Aufsicht zu Fig. 4,
Fig. 6 eine Einzelheit zu Fig. 3,
Fig. 7 in einer Ansicht A zu Fig. 6 eine Einzelheit
der Hebevorrichtung und
Fig. 8 eine quergeschnittene Seitenansicht der Tribüne
in der Stapellage.
Die Erfindung wird anhand der Fig. 1 bis 8 für den
Fall einer Tribüne 1 erläutert, deren Stufenelemente 2,
3, 4 teleskopartig in einer horizontalen Auszugsrichtung
ausziehbar und entgegen der Auszugsrichtung in eine Sta
pellage zusammenschiebbar sind. Die Stufenelemente 2, 3,
4 umfassen dabei jeweils Stützen 5, 6, 7, an denen in
verschiedenen Höhen Tragkonstruktionen angebracht sind,
die begehbare, waagrecht angeordnete Stufenböden 8, 9, 10
tragen.
Die Stützen 5, 6, 7 sind auf dem Boden 11 abgestützt und,
beispielsweise jeweils mittels eines Laufwagens 12, ver
fahrbar gelagert. Auf diese Weise kann die Tribüne 1 ein
fach und komfortabel ohne Beschädigung des Bodenbelags in
die Gebrauchslage mit stufenförmig ansteigenden Reihen
ausgefahren bzw. bei Nichtgebrauch in die Stapellage, in
der die zusammengeschobenen Stufenelemente 2, 3, 4 über
einander angeordnet sind, eingeschoben werden. Die vorde
ren Enden der Stufenelemente 3, 4 sind mittels weiterer
Stützen, die nicht in der Ebene der Zeichnungen liegen
und daher nicht dargestellt sind, auf den jeweils dar
unter liegenden Stufenböden 8, 9 abgestützt. Bei einer
stationären, nicht teleskopierbaren Tribüne entfallen die
Laufwagen 12.
Die Fig. 1 zeigt eine Tribüne 1 in einem Sitzplatzaufbau.
Dargestellt sind nur die drei niedrigsten Stufenelemente
2, 3, 4, an die sich weitere Stufenelemente anschließen.
Die Stufenböden 8, 9, 10 sind in Querrichtung geteilt,
wobei die hinteren Stufenbodenteile 8b, 9b, 10b gegenüber
den vorderen Stufenbodenteilen 8a, 9a, 10a mittels einer
Hubvorrichtung höhenverstellbar sind. Bei einem Sitz
platzaufbau befinden sich die hinteren Stufenbodenteile
8b, 9b, 10b vorzugsweise in einer ersten, vom Boden 11
aus zu messenden Stufenhöhe, die in etwa so groß wie die
jenige des benachbarten, vorderen Stufenbodenteils 8a,
9a, 10a ist, so daß jeweils benachbarte Stufenbodenteile
8a/8b, 9a/9b und 10a/10b eine gemeinsame Fläche bilden,
die am Übergang keinen oder nur einen geringen Höhen
unterschied aufweist.
An den Stufenelementen 3, 4 sind Klappsitze 13 befestigt,
die jeweils eine klappbare Sitzfläche 14 und eine Rücken
lehne 15 aufweisen. Zwischen der Sitzfläche 14 und der
Rückenlehne wirkt jeweils eine nicht dargestellte Klapp
feder, mittels der bei Nichtbenutzung des Sitzes die
Sitzfläche 14 selbsttätig auf die Rückenlehne 15 in der
durch einen Pfeil dargestellten Richtung klappt. Die
Sitzfläche 14 ist um eine erste Schwenkachse 16 und die
Rückenlehne 15 um eine zweite Schwenkachse 17 schwenkbar,
wobei die Rückenlehne 15 mittels Federkraft in eine
Grundstellung, die vorzugsweise eine senkrechte Stellung
ist, gezogen wird. Auf diese Weise kann ein Benutzer des
Klappsitzes 13 beim Anlehnen an die Rückenlehne 15 ein
federndes Nachgeben der Rückenlehne 15 bewirken.
Die Klappsitze 13 sind an einem Schlittensystem 18 befes
tigt, mittels dessen sie wahlweise bei einem Sitzplatz
aufbau nach vorne aus dem Stufenelement 8, 9, 10 auszieh
bar sind. Einem Benutzer eines Klappsitzes 13 steht zum
Abstellen der Füße der Stufenboden 8, 9, 10, insbesondere
der vordere Stufenbodenteil 8a, 9a, 10a, zur Verfügung.
In Fig. 2 ist das Umrüsten der Tribüne 1 aus Fig. 1 von
einem Sitzplatz- in einem Stehplatzaufbau dargestellt. In
einem ersten Schritt, der an den Stufenelementen 2, 3
dargestellt ist, wird der Klappsitz 13 von einer Posi
tion, in der die Rückenlehne 15 in einer etwa senkrechten
Lage ist, mittels einer Schwenkkonsole 19 in eine etwa
waagrechte Lage gebracht. In der Ausgangslage ist dabei
durch die wirkenden Federkräfte die Sitzfläche 14 an die
Rückenlehne 15 selbsttätig angelehnt, so daß keine Hand
habungsschritte für das zum Zusammenklappen des Sitzes
notwendig sind. In einem zweiten, an den Stufenelementen
3, 4 dargestellten Schritt wird der umgelegte Klappsitz
13 dann nach hinten unter den Stufenboden 10 des Stufen
elements 4 eingeschoben, bis die Vorderkante des Klapp
sitzes 13 hinter der Vorderkante des Stufenbodens 10 oder
bündig zu dieser liegt. Beim Umrüsten einer Stehplatz- in
eine Sitzplatztribüne werden die vorgenannten Schritte in
umgekehrter Reihenfolge durchlaufen.
In dieser Position kann die Tribüne 1 bereits als Steh
platztribüne genutzt werden, wobei die Länge L eines Stu
fenbodens 8, 9 aufgrund der Tatsache, daß die Länge eines
Sitzplatzes etwa doppelt so groß wie die eines Stehplat
zes ist, zur Bildung von zwei hintereinander angeordneten
Stehreihen auf jeweils einem Stufenboden 8, 9 ausreicht.
Eine Benutzung in dieser Lage hätte jedoch zur Folge, daß
die jeweils hintere Stehreihe eines Stufenbodens 8, 9 in
der Sicht behindert wäre.
Um dies zu vermeiden, weisen die Stufenelemente 2, 3, 4
einen in Querrichtung geteilten Stufenboden 8, 9, 10 auf,
dessen hinterer Stufenbodenteil 8b, 9b, 10b mittels einer
Hubvorrichtung 31 anhebbar ist. Beim Anheben der hinteren
Stufenbodenteile 8b, 9b, 10b resultiert ein Stehplatzauf
bau gemäß Fig. 3. Die Länge des hinteren, anhebbaren Stu
fenbodenteils 8b, 9b, 10b ist vorzugsweise in etwa so
groß wie die Länge des benachbarten, vorderen Stufenbo
denteils 8a, 9a, 10a, wobei die Länge in Längsrichtung
der Tribüne, d. h. von vorne nach hinten, gemessen wird.
Auf diese Weise ergibt sich eine gleichmäßige Staffelung
in der Länge der Stufenbodenteile 8a, 8b, 9a, 9b, 10a,
10b. Andere Teilungen sind aber ebenfalls möglich. Die
Länge der festen Stufenbodenteile 8a, 9a, 10a und/oder
die Länge der anhebbaren Stufenbodenteile 8b, 9b, 10b
kann auch weniger als die Hälfte der Länge L des gesamten
Stufenbodens 8, 9, 10 sein.
Ein weiteres vorteilhaftes Merkmal, das ebenfalls in Fig.
3 dargestellt ist, besteht darin, daß die zweite Stufen
höhe der hinteren, anhebbaren Stufenbodenteile 8b, 9b,
10b, jeweils gemessen vom Boden 11 aus, in der angeho
benen, in Fig. 3 dargestellten Position in etwa die halbe
Höhe zwischen derjenigen des benachbarten, vorderen Stu
fenbodenteils 8a, 9a, 10a und derjenigen des benachbar
ten, höheren Stufenbodens 9, 10 bzw. Stufenbodenteils 9a,
10a ist. In diesem Fall ergibt sich auch hinsichtlich der
Höhenstaffelung der Stufenbodenteile 8a, 8b, 9a, 9b, 10a,
10b eine gleichmäßige Abfolge. Andere Abstufungen sind
ebenfalls möglich.
Da in dem Stehplatzaufbau die Klappsitze 13 unter den
Stufenböden 9, 10 angeordnet sind, sind sie sehr gut ge
gen Verschmutzung geschützt.
In Fig. 4 sind Einzelheiten des Schlittensystems 18 dar
gestellt. Es umfaßt eine längsverlaufende Führungsschiene
20, in der eine mit Rollen 21 gelagerte Seitenwange 22,
die über eine Querverbindung 38 mit anderen Seitenwangen
in Verbindung steht, verschiebbar ist. In der Seitenwange
22 ist eine Schwenkkonsole 19 gelagert, an der der Sitz
13 befestigt ist. Zwischen der Schwenkkonsole 19 und der
Seitenwange 22 kann eine nicht dargestellte Sitzfeder
wirken, mittels der der Klappsitz 13 beim Ausziehen aus
dem Stufenelement 3 selbsttätig hochschwenkt oder die das
manuelle Hochschwenken unterstützt.
In der hochgeschwenkten Stellung wird der Klappsitz 13
selbsttätig arretiert. Hierzu dient eine Sperrvorrich
tung, die einen Sperrhebel 23 umfaßt, der in der hochge
schwenkten Stellung des Sitzes 13 in eine Aussparung 24
der Schwenkkonsole 19 eingreift. Der Sperrhebel 23 ist um
eine Sperrhebelachse 25 schwenkbar gelagert und wird mit
tels einer Druckfeder 26, die auf eine Haltelasche 27
wirkt, nach oben gedrückt. Zum Auslösen der Arretierung
wird der Sperrhebel 23 mit dem Fuß nach unten gegen die
Kraft der Druckfeder 26 gedrückt, wodurch er die Ausspa
rung 24 freigibt und der Klappsitz 13 heruntergeklappt
werden kann.
Die Druckfeder 26 wirkt gleichzeitig auf einen bewegli
chen Stift 28, der über eine Verlängerung an dem oberen
Ende der umgeklappten Schwenkkonsole 19 angreift und auf
diese Weise beim Herunterklappen der Klappsitze 13 von
der senkrechten in die waagrechten Position die Fallbewe
gung des Klappsitzes 13 dämpft.
In Fig. 5 ist in einer Aufsicht zu Fig. 4 ein bevorzugtes
Schlittensystem 18 dargestellt. Es umfaßt zwei seitlich
offene U-Profile, die als Führungsschienen 20 dienen, in
denen jeweils eine Seitenwange 22 geführt ist. Die Sei
tenwangen 22 werden mittels der Querverbindung 38 in
einem festen Abstand zueinander gehalten. Diese Bauein
heit kann komplett in die Führungsschienen 20 eingesetzt
werden. Danach wird die Seitenführung 29 montiert, die in
einem Seitenführungsprofil 30 läuft und verhindert, daß
das Schlittensystem 18 aus den Führungsschienen 20
springt. An der Schwenkkonsole 19 sind zwei nebeneinander
liegende Klappsitze 13 angeordnet, so daß mittels einer
einzigen Betätigung des Sperrhebels 23 das Hochklappen
der Klappsitze 13 ausgelöst werden kann. Diese zeitspa
rende Bauweise kann auch für mehr als zwei nebeneinander
angeordnete Klappsitze 13, die jeweils auf einer gemein
samen Schwenkkonsole 19 zum gemeinsamen Schwenken ange
ordnet werden, realisiert werden.
In den Fig. 6 und 7 ist beispielhaft eine bevorzugte
Hubvorrichtung 31 dargestellt. Sie umfaßt ein Hubgestänge
32, das einen Schwenkfuß 33 betätigt. Das Hubgestänge 32
ist mittels eines an seinem Ende 34 ansetzbaren Drehhe
bels drehbar und weist einen zu der Achse beabstandeten
Anlenkpunkt 35 auf, der in einer Längsführung 36 des hin
teren, anhebbaren Stufenbodenteils 9b, 10b geführt ist.
Durch das Drehen des Hubgestänges 32 kann damit der hin
tere Stufenbodenteil 10b wie in Fig. 7 dargestellt ange
hoben bzw. abgesenkt werden.
Dabei ist vorteilhafterweise die Hubvorrichtung 31 so
ausgebildet, daß sie arretierend oder selbsthemmend ist.
Dies ist, wie in Fig. 7 dargestellt ist, im vorliegenden
Fall dadurch gewährleistet, daß der Anlenkpunkt 35 in der
angehobenen Stellung nicht über der Achse des Hubgestän
ges 32 liegt, sondern darüber hinaus verschwenkt wurde;
bei Belastung des angehobenen Stufenbodenteils 10b hat
dies somit eine Kraftkomponente zur Folge, die den An
lenkpunkt 35 weiter nach außen gegen einen dort befindli
chen Anschlag 37 drückt, so daß gewährleistet ist, daß
der hintere, angehobene Stufenbodenteil 10b nicht ohne
Betätigung des Hubgestänges 32 mit dem Drehhebel in die
im unteren Teil von Fig. 7 dargestellte abgesenkte Stel
lung zurückkehren kann.
Die Hubvorrichtung 31 ist vorzugsweise manuell betätig
bar, ggf. unter Zuhilfenahme eines (Spezial-) Werkzeugs.
Es kann vorteilhaft sein, wenn sie derart ausgebildet
ist, daß sie nur von autorisierten Personen betätigt wer
den kann. Aus diesem Grund ist in der in Fig. 6 darge
stellten Ausführung der Drehhebel von dem Ende 34 des
Hubgestänges 32, das mit einem Innen- oder Außenmehrkant
oder einer besonderen Aufnahme versehen ist, abnehmbar.
In Fig. 8 ist die Tribüne 1 in der Stapellage darge
stellt. Die insgesamt sieben Stufenelemente sind überein
ander angeordnet und bilden eine kompakte Stapeleinheit,
die mittels der Laufwagen 12 verfahren werden kann. Um
die Tribüne 1 in die in Fig. 1 oder Fig. 3 dargestellten
Gebrauchslage zu bringen, werden die Stufenelemente nach
vorne mittels ihrer Laufwagen 12 ausgezogen.
1
Tribüne
2
erstes Stufenelement
3
zweites Stufenelement
4
drittes Stufenelement
5
Stütze zu
2
6
Stütze zu
3
7
Stütze zu
4
8
Stufenboden zu
2
8
a vorderes Stufenbodenteil zu
2
8
b hinteres Stufenbodenteil zu
2
9
Stufenboden zu
3
9
a vorderes Stufenbodenteil zu
3
9
b hinteres Stufenbodenteil zu
3
10
Stufenboden zu
4
10
a vorderes Stufenbodenteil zu
4
10
b hinteres Stufenbodenteil zu
4
11
Boden
12
Laufwagen
13
Klappsitz
14
Sitzfläche
15
Rückenlehne
16
Schwenkachse zu
14
17
Schwenkachse zu
15
18
Schlittensystem
19
Schwenkkonsole
20
Führungsschiene
21
Rolle
22
Seitenwange
23
Sperrhebel
24
Aussparung
25
Sperrhebelachse
26
Druckfeder
27
Haltelasche
28
Stift
29
Seitenführung
30
Seitenführungsprofil
31
Hubvorrichtung
32
Hubgestänge
33
Schwenkfuß
34
Ende zu
32
35
Anlenkpunkt
36
Längsführung
37
Anschlag
38
Querverbindung
L Länge zu
L Länge zu
8
,
9
H Höhe
Claims (13)
1. Tribüne (1) mit Stufenelementen (2, 3, 4), die wahl
weise in Steh- oder Sitzplätze umrüstbar sind und
horizontale, begehbare Stufenböden (8, 9, 10) tragen,
die in einer Gebrauchslage der Tribüne unterschiedli
che Stufenhöhen über einem Boden (11) aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens ein Stufenelement (3, 4) einen an einem Schlittensystem (18) längsverfahrbaren Sitz aufweist, der wahlweise bei einem Sitzplatzaufbau nach vorne aus dem Stufenelement (3, 4) ausziehbar und bei einem Stehplatzaufbau nach hinten unter den Stufenboden (9, 10) des Stufenelements (3, 4) einschiebbar ist,
und das zu dem mindestens einen Stufenelement (3, 4) benachbarte, niedrigere Stufenelement (2, 3) einen in Querrichtung geteilten Stufenboden (8, 9) hat, dessen hinterer Stufenbodenteil (8b, 9b) mittels einer Hubvorrichtung (31) wahlweise bei einem Sitz platzaufbau auf eine erste Höhe absenkbar und bei einem Stehplatzaufbau auf eine zweite Höhe anhebbar ist.
mindestens ein Stufenelement (3, 4) einen an einem Schlittensystem (18) längsverfahrbaren Sitz aufweist, der wahlweise bei einem Sitzplatzaufbau nach vorne aus dem Stufenelement (3, 4) ausziehbar und bei einem Stehplatzaufbau nach hinten unter den Stufenboden (9, 10) des Stufenelements (3, 4) einschiebbar ist,
und das zu dem mindestens einen Stufenelement (3, 4) benachbarte, niedrigere Stufenelement (2, 3) einen in Querrichtung geteilten Stufenboden (8, 9) hat, dessen hinterer Stufenbodenteil (8b, 9b) mittels einer Hubvorrichtung (31) wahlweise bei einem Sitz platzaufbau auf eine erste Höhe absenkbar und bei einem Stehplatzaufbau auf eine zweite Höhe anhebbar ist.
2. Tribüne (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Stufenhöhe des hinteren, anhebbaren
Stufenbodenteils (8b, 9b) in etwa so groß wie dieje
nige des benachbarten, vorderen Stufenbodenteils (8a,
9a) ist.
3. Tribüne (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Stufenhöhe des
hinteren, anhebbaren Stufenbodenteils (8b, 9b) in
etwa die halbe Höhe zwischen derjenigen des benach
barten, vorderen Stufenbodenteils (8a, 9a) und derje
nigen des benachbarten, höheren Stufenbodens (9, 10)
bzw. Stufenbodenteils (9a, 10a) ist.
4. Tribüne (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Länge des anhebbaren,
hinteren Stufenbodenteils (8b, 9b) in etwa so groß
wie die Länge des benachbarten, vorderen Stufenboden
teils (8a, 9a) ist.
5. Tribüne (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sitze Klappsitze (13)
mit einer Sitzfläche (14) und einer Rückenlehne (15)
umfassen.
6. Tribüne (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Klappsitze (13) eine Klappfeder aufweisen,
mittels der bei Nichtbenutzung des Sitzes (13) die
Sitzfläche (14) selbsttätig auf die Rückenlehne (15)
klappt.
7. Tribüne (1) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Klappsitze (13) an einer Schwenk
konsole (19) des Schlittensystems (18) derart gela
gert sind, daß die Rückenlehnen (15) bei einem Steh
platzaufbau in eine etwa waagrechte Lage und bei
einem Sitzplatzaufbau in eine etwa senkrechte Lage
bringbar sind, wobei die Klappsitze (13) in dem Sitz
platzaufbau arretierbar sind.
8. Tribüne (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwenkkonsole (19) eine Sitzfeder umfaßt,
mittels der der Klappsitz (13) beim Ausziehen aus dem
Stufenelement (3, 4) selbsttätig hochschwenkt oder
die das manuelle Hochschwenken unterstützt.
9. Tribüne (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schwenkkonsole (19) eine den hoch
geschwenkten Sitz (13) selbsttätig arretierende
Sperrvorrichtung umfaßt.
10. Tribüne (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hubvorrichtung (31)
ein Hubgestänge (32) umfaßt, das mittels eines Dreh
hebels um eine Achse drehbar ist und das in einem zu
der Achse beabstandeten Anlenkpunkt (35) in einer
Längsführung (36) des hinteren, anhebbaren Stufenbo
denteils (8b, 9b) geführt ist.
11. Tribüne (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hubvorrichtung (31)
arretierend oder selbsthemmend ausgebildet ist.
12. Tribüne (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hubvorrichtung (31)
manuell betätigbar ist.
13. Tribüne (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stufenelemente (2, 3,
4) teleskopartig in einer horizontalen Auszugsrich
tung ausziehbar und entgegen der Auszugsrichtung in
eine Stapellage zusammenschiebbar sind.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29812381U DE29812381U1 (de) | 1998-07-01 | 1998-07-01 | Umrüstbare Steh- und Sitzplatztribüne |
| DE19829375A DE19829375A1 (de) | 1998-07-01 | 1998-07-01 | Umrüstbare Steh- und Sitzplatztribüne |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29812381U DE29812381U1 (de) | 1998-07-01 | 1998-07-01 | Umrüstbare Steh- und Sitzplatztribüne |
| DE19829375A DE19829375A1 (de) | 1998-07-01 | 1998-07-01 | Umrüstbare Steh- und Sitzplatztribüne |
Publications (1)
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|---|---|
| DE19829375A1 true DE19829375A1 (de) | 2000-01-05 |
Family
ID=49447871
Family Applications (2)
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| DE19829375A Withdrawn DE19829375A1 (de) | 1998-07-01 | 1998-07-01 | Umrüstbare Steh- und Sitzplatztribüne |
| DE29812381U Expired - Lifetime DE29812381U1 (de) | 1998-07-01 | 1998-07-01 | Umrüstbare Steh- und Sitzplatztribüne |
Family Applications After (1)
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|---|---|---|---|
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|---|---|
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Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3614983A1 (de) * | 1986-05-02 | 1987-11-05 | Max Maier Metallbau Gmbh | Tribuene |
| EP0369094A1 (de) * | 1988-11-18 | 1990-05-23 | Okamura Corporation | Vorrichtung zum Aufrichten der Sitze in jeder Reihe eines ausziehbaren Sitzsystems |
| DE4135841A1 (de) * | 1991-10-31 | 1993-05-06 | Werner 7516 Karlsbad De Hansal | Klappsitzelement |
| EP0635229A1 (de) * | 1993-07-24 | 1995-01-25 | Werner Hansal | Barrierenvorrichtung, insbesondere für Stadiontribünen und Veranstaltungshallen |
-
1998
- 1998-07-01 DE DE19829375A patent/DE19829375A1/de not_active Withdrawn
- 1998-07-01 DE DE29812381U patent/DE29812381U1/de not_active Expired - Lifetime
Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3614983A1 (de) * | 1986-05-02 | 1987-11-05 | Max Maier Metallbau Gmbh | Tribuene |
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE29812381U1 (de) | 1998-10-29 |
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|---|---|---|---|
| OM8 | Search report available as to paragraph 43 lit. 1 sentence 1 patent law | ||
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