DE19822505A1 - Beschichtungsverfahren - Google Patents
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Abstract
Bei einem Streichverfahren können die von dem Auftragswerk (16) pro Zeiteinheit an die Materialbahn abgegebene Menge an Auftragsmedium (18) und die auf ein Dosierelement (22) zum Erhalt einer Auftragsschicht (32) eines gewünschten Strichgewichts ausgeübte Stellkraft unabhängig voneinander verändert werden. In einem Entspannungs-Betriebsmodus wird dann, wenn das Strichgewicht einen Sollwert übersteigt, die Auftragsmenge vermindert, und dann, wenn das Strichgewicht den Sollwert unterschreitet, die auf das Dosierelement (22) ausgeübte Stellkraft vermindert. In einem anpreßkraft-orientierten Betriebsmodus wird dann, wenn das Strichgewicht einen Sollwert übersteigt, die Auftragsmenge vermindert und die auf das Dosierelement (22) ausgeübte Stellkraft erhöht, während dann, wenn das Strichgewicht den Sollwert unterschreitet, die Auftragsmenge erhöht und die auf das Dosierelement (22) ausgeübte Stellkraft vermindert wird, und zwar jeweils im Sinne der Konstanthaltung einer Anpreßkraft, mit welcher das Dosierelement (22) gegen den Untergrund (12a) angestellt ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auftragen eines flüssigen oder
pastösen Auftragsmediums auf einen laufenden Untergrund, wobei der
Untergrund bei direktem Auftrag die Oberfläche einer Materialbahn,
insbesondere aus Papier oder Karton, und bei indirektem Auftrag die
Oberfläche eines Übertragselements, vorzugsweise einer Übertragswalze,
ist, welche das Auftragsmedium dann an die Materialbahn überträgt, wobei
weiter das Auftragsmedium mittels eines Auftragswerks auf den laufenden
Untergrund aufgebracht wird, bei welchem die pro Zeiteinheit abgegebene
Menge an Auftragsmedium einstellbar ist, wobei weiter dem Auftragswerk
in Laufrichtung des Untergrunds eine Dosiervorrichtung mit einem Dosier
element nachgeordnet ist, auf welches zur Anstellung gegen den Unter
grund eine einstellbare Stellkraft ausgeübt wird, und wobei das
aufgetragene Strichgewicht erfaßt wird.
Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise aus der DE 196 05 183 A1
bekannt. Bei dem bekannten Verfahren wird das Strichgewichts-Erfassungs
signal einer Frequenzanalyse unterzogen und dabei in einen hochfrequenten
bzw. kurzwelligen Signalanteil und einen niederfrequenten bzw. langwelligen
Signalanteil aufgeteilt. Der hochfrequente bzw. kurzwellige Signalanteil wird
einer Stellvorrichtung zur Veränderung der auf das Dosierelement ausge
übten Stellkraft zugeführt, während der niederfrequente bzw. langweilige
Signalanteil einer Stellvorrichtung zur Veränderung der vom Auftragswerk
pro Zeiteinheit abgegebenen Menge an Auftragsmedium zugeführt wird.
Aus der DE 196 37 164 A1 ist ein Auftragsverfahren bekannt, bei welchem
das Strichgewicht ebenfalls sowohl unter Beeinflussung der auf das Dosier
element ausgeübten Stellkraft als auch unter Beeinflussung der pro Zeit
einheit vom Auftragswerk abgegebenen Menge an Auftragsmedium be
stimmt wird. Dabei übernimmt entweder das Auftragswerk oder die Dosier
einrichtung die Längsprofilierung der auf den Untergrund aufgebrachten
Auftragsschicht, während die jeweils andere Einheit, Dosiereinrichtung oder
Auftragswerk, deren Querprofilierung übernimmt.
Gegenüber dem vorstehend diskutierten Stand der Technik ist es Aufgabe
der Erfindung, ein Verfahren der eingangs genannten Art anzugeben, bei
welchem sich der am Dosierelement auftretende Verschleiß weiter vermin
dern läßt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein gattungsgemäßes Verfahren
gelöst, bei welchem man dann, wenn das erfaßte Strichgewicht einen vor
bestimmten Sollwert übersteigt, die von dem Auftragswerk pro Zeiteinheit
abgegebene Menge an Auftragsmedium vermindert, und daß man dann,
wenn das erfaßte Strichgewicht den vorbestimmten Sollwert unterschreitet,
die auf das Dosierelement ausgeübte Stellkraft vermindert.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß die Anpreßkraft, mit welcher
das Dosierelement unter dem Einfluß einerseits der Stellkraft und anderer
seits des an ihm anstehenden Auftragsmediums gegen den Untergrund
angestellt ist - also im Falle einer Rakelklinge die auf die Klingenspitze
ausgeübte Kraft - sowohl bei einer Reduzierung der auf das Dosierelement
ausgeübten Stellkraft als auch bei einer Reduzierung der vom Auftragswerk
pro Zeiteinheit abgegebenen Menge an Auftragsmedium abnimmt. Der Ver
schleiß des Dosierelements hängt aber unter anderem von der Höhe des
Werts dieser Anpreßkraft ab. Reagiert man nun auf ein zu hohes Strichge
wicht ausschließlich mit einer Reduzierung der vom Auftragswerk pro Zeit
einheit abgegebenen Menge an Auftragsmedium, d. h. bei gleichbleibender
bzw. im wesentlichen gleichbleibender Stellkraft, so kann hierdurch zum
einen das Strichgewicht auf den vorbestimmten Sollwert zurückgeführt
werden und zum anderen nimmt dabei die Anpreßkraft des Dosierelements
gegen den Untergrund ab. Reagiert man ferner auf ein zu niedriges Strich
gewicht ausschließlich mit einer Reduzierung der auf das Dosierelement
ausgeübten Stellkraft, d. h. bei gleichbleibender bzw. im wesentlicher
gleichbleibender vom Auftragswerk pro Zeiteinheit abgegebener Auftrags
menge, so kann hierdurch das Strichgewicht wieder auf den vorbestimmten
Sollwert erhöht werden, wobei die Anpreßkraft, mit der das Dosierelement
gegen den Untergrund angestellt ist, ebenfalls abnimmt. Somit kann sowohl
auf ein zu hohes als auch auf ein zu niedriges Strichgewicht in einer Art und
Weise reagiert werden, die sich auf den Verschleiß des Dosierelements
günstig, d. h. verschleißmindernd, auswirkt.
Es versteht sich, daß sowohl die auf das Dosierelement ausgeübte Stellkraft
als auch die vom Auftragswerk pro Zeiteinheit abgegebene Menge an Auf
tragsmedium, deren Wert jeweils in Abhängigkeit von der Laufgeschwindig
keit der Materialbahn bzw. des Untergrunds zu wählen ist, nur im Rahmen
vorbestimmter Grenzen vermindert werden können, ohne die Glätte und die
Gleichmäßigkeit der mit dem erfindungsgemäßen Auftragsverfahren erzielten
Auftragsschicht und somit die Qualität des Auftragsergebnisses zu beein
trächtigen. Dennoch stellt das erfindungsgemäße Auftragsverfahren eine
einfache Möglichkeit dar, die Betriebsparameter bei laufendem Beschich
tungsbetrieb im Rahmen eines "Entspannungs-Modus" auf Werte zurückzu
führen, die einerseits ein gutes Auftragsergebnis sicherstellen und
andererseits geringen Verschleiß des Dosierelements gewährleisten. Wird
ein unterer Grenzwert für die auf das Dosierelement ausgeübte Stellkraft
oder/und ein unterer Grenzwert für die vom Auftragswerk pro Zeiteinheit
abgegebene Menge an Auftragsmedium erreicht oder/und unterschritten, so
kann von dem erfindungsgemäßen "Entspannungs-Modus" wieder auf einen
normalen Betriebsmodus übergegangen werden.
Nach einem weiteren Gesichtspunkt der Erfindung kann der am Dosier
element auftretende Verschleiß dadurch gemindert werden, daß man dann,
wenn das erfaßte Strichgewicht einen vorbestimmten Sollwert übersteigt,
die von dem Auftragswerk pro Zeiteinheit abgegebene Menge an Auftrags
medium vermindert und die auf das Dosierelement ausgeübte Stellkraft
erhöht, und daß man dann, wenn das erfaßte Strichgewicht einen vorbe
stimmten Sollwert unterschreitet, die von dem Auftragswerk pro Zeiteinheit
abgegebene Menge an Auftragsmedium erhöht und die auf das Dosierele
ment ausgeübte Stellkraft vermindert, und zwar jeweils im Sinne der
Konstanthaltung entweder einer Anpreßkraft, mit welcher das Dosier
element unter dem Einfluß einerseits der Stellkraft und andererseits des an
ihm anstehenden Auftragsmediums gegen den Untergrund angestellt ist,
oder eines Anstellwinkels des Dosierelements gegen den Untergrund.
Dieses erfindungsgemäße Verfahren beruht auf der Erkenntnis, daß man
eine Strichgewichtsreduzierung sowohl durch eine Erhöhung der auf das
Dosierelement ausgeübten Stellkraft erreichen kann, mit welcher eine
Erhöhung der Anpreßkraft einhergeht, als auch durch eine Verringerung der
vom Auftragswerk pro Zeiteinheit abgegebenen Menge an Auftragsmedium
erreichen kann, mit welcher eine Verminderung der Anpreßkraft einhergeht.
Es beruht ferner auf der Erkenntnis, daß man eine Strichgewichtserhöhung
erhalten kann, indem man entweder die auf das Dosierelement ausgeübte
Stellkraft reduziert, womit eine entsprechende Verminderung der Anpreß
kraft einhergeht, oder indem man die vom Auftragswerk pro Zeiteinheit
abgegebene Menge an Auftragsmedium erhöht, womit ein entsprechender
Anstieg der Anpreßkraft einhergeht. Es ist also sowohl dann, wenn eine
Strichgewichtsreduzierung gewünscht ist, als auch dann, wenn eine Strich
gewichtserhöhung gewünscht ist, möglich, durch entsprechende kombinier
te Ansteuerung von Auftragswerk und Dosiereinrichtung zu erreichen, daß
die Anpreßkraft, mit welcher das Dosierelement gegen den Untergrund
angestellt ist, bei der Strichgewichtserhöhung bzw. Strichgewichtsredu
zierung im wesentlichen konstant gehalten wird.
Dies ist insbesondere bei der Querprofilierung der Auftragsschicht von
Vorteil, da es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich ist, die zur
Erzielung des gewünschten Querprofils erforderlichen Anstellbedingungen
des Dosierelements gegen den Untergrund so zu wählen, daß die Anpreß
kraft, mit der das Dosierelement gegen den Untergrund angestellt ist, über
die gesamte Arbeitsbreite im wesentlichen den gleichen Wert aufweist, so
daß sich ein gleichmäßiger Verschleiß des Dosierelements ergibt. Dies ist
insbesondere deshalb von Vorteil, weil herkömmlich die Standzeit von
Dosierelementen durch einen an einigen wenigen Stellen erhöhten Ver
schleiß begrenzt ist, und das Dosierelement bereits dann ausgetauscht
werden muß, wenn es auf einem Großteil der Arbeitsbreite eigentlich noch
funktionsfähig wäre.
Entsprechende Überlegungen gelten auch für eine Änderung des Anstell
winkels des Dosierelements gegen den Untergrund: Aus einer Erhöhung der
auf das Dosierelement ausgeübten Anstellkraft resultiert eine stärkere
Durchbiegung des Dosierelement bzw. dessen Halterung und somit eine
Verkleinerung des Anstellwinkel des Dosierelements. Analog ergibt sich
auch aus einer Erhöhung der vom Auftragswerk pro Zeiteinheit an den
Untergrund abgegeben Auftragsmenge eine stärkere Durchbiegung des
Dosierelement bzw. dessen Halterung und somit eine Verkleinerung des
Anstellwinkel des Dosierelements. Entsprechende Aussagen lassen sich
auch zu einer Reduzierung der Anstellkraft und der Auftragsmenge treffen.
Es ist daher sowohl bei der Erhöhung als auch bei der Verringerung des
Strichgewichts möglich, durch eine kombinierte Ansteuerung von Auf
tragswerk und Dosiereinrichtung zu erreichen, daß der Anstellwinkel des
Dosierelements gegen den Untergrund im wesentlichen konstant bleibt. Dies
wirkt sich insbesondere auf das Auftragsergebnis vorteilhaft aus. Vor allem
wird aber das recht schwierige Neueinstellen des Anstellwinkels vermieden.
Dabei ist stets zu bedenken, daß die aus einer Variation der Anstellkraft
resultierenden Bewegungen des Dosierelements in der Praxis in der Größen
ordnung "Millimeter" liegen, während die aus einer Variation der Auftrags
menge resultierenden Bewegungen des Dosierlements in der Größenord
nung "Mikrometer" liegen.
Selbstverständlich ist es ferner möglich, die beiden vorstehend geschilderten
Betriebsmodi, d. h. den anpreßkraft-orientierten Betriebsmodus und den
anstellwinkel-orientierten Betriebsmodus, miteinander zu kombinieren,
beispielsweise indem man die Steilsignale für Auftragswerk und Dosier
einrichtung anteilsmäßig von einer anpreßkraft-orientierten Steuerung und
einer anstellwinkel-orientierten Steuerung bestimmen läßt.
Darüber hinaus sind auch Betriebsmodi denkbar, bei denen beispielsweise
zur gleichzeitigen Korrektur einerseits des Strichgewichts und andererseits
der Anpreßkraft, mit welcher das Dosierelement gegen den Untergrund ange
stellt ist, die Auftragsmenge (oder die Anstellkraft) in einer die Abweichung
der Anpreßkraft von einem gewünschten Sollwert weiter erhöhenden
Richtung beeinflußt wird, und diese zusätzliche Abweichung mittels einer
entsprechenden Veränderung der Anstellkraft (bzw. der Auftragsmenge)
überkompensiert wird.
Zur Erhöhung der Erfassungspräzision wird vorgeschlagen, daß man das
Strichgewicht mittels einer Sensoreinrichtung erfaßt. Beispielsweise kann
die Sensoreinrichtung wenigstens einen ersten Flächengewichts-Sensor
umfassen, der das Flächengewicht der Materialbahn vor dem Auftrag erfaßt,
wenigstens einen zweiten Flächengewichts-Sensor umfassen, der das
Flächengewicht der Materialbahn nach dem Auftrag erfaßt, sowie eine
Differenzbildungseinheit umfassen, welche das Strichgewicht aus der
Differenz der von den zweiten und ersten Flächengewichts-Sensoren
erfaßten Flächengewichte bestimmt.
Im Hinblick auf eine Querprofilierung des Strichauftrags ist es ferner von
Vorteil, wenn die Sensoreinrichtung das Strichgewicht ortsaufgelöst erfaßt,
d. h. sie für eine Mehrzahl von in Querrichtung des Untergrunds benachbarte
Abschnitten jeweils einen gesonderten Flächengewichtswerts bestimmt.
Zur Automatisierung der vorstehend geschilderten Verfahren kann eine
Steuereinheit vorgesehen sein, welche in Abhängigkeit des erfaßten Strich
gewichts Stellgrößen zur Veränderung der auf das Dosierelement ausge
übten Stellkraft sowie zur Veränderung der von dem Auftragswerk pro Zeit
einheit abgegebenen Menge an Auftragsmedium bestimmt. Dieser Steuerein
heit kann beispielsweise eine Eingabeeinheit zugeordnet sein, mittels derer
eine Bedienungsperson, die eine Abweichung des Strichgewichts von einem
gewünschten Sollwert erfaßt hat, eingeben kann, ob das Strichgewicht
vergrößert oder verringert werden soll. Die Steuereinheit kann aber auch als
Regeleinheit ausgebildet sein, der von der Sensoreinrichtung ein Strich
gewichtssignal zugeführt wird und die dann aufgrund eines in einem Daten
speicher abgelegten Sollwerts bzw. Sollwert-Profils selbsttätig gegebenen
falls erforderliche Stellkorrekturen an Auftragswerk und Dosiereinrichtung
vornimmt und anhand der ihr erneut zugeführten Strichgewichtssignale den
Erfolg der von ihr eingeleiteten Maßnahmen überprüft.
Das Dosierelement kann beispielsweise eine Rakelklinge sein. Es ist jedoch
ebenso möglich einen glatten oder profilierten Rakelstab zu verwenden.
Ferner lassen sich sämtliche erfindungsgemäßen Verfahren sowohl zur
Beeinflussung des Querprofils als auch zur Beeinflussung des Längsprofils
der Auftragsschicht einsetzen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen näher
erläutert werden. Es stellt dar:
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer Auftragsvorrichtung
zur Durchführung der erfindungsgemäßen Auftrags
verfahren; und
Fig. 2 und 3 Prinzipdarstellungen zur Erläuterung der Auswirkungen
einer Veränderung der auf das Dosierelement ausge
übten Anstellkraft bzw. der vom Auftragswerk abge
gebenen Auftragsmenge auf ein Dosierelement am
Beispiel einer Rakelklinge.
In Fig. 1 ist eine Auftragsvorrichtung zur Durchführung der erfindungs
gemäßen Auftragsverfahren allgemein mit 10 bezeichnet. Eine sich in Lauf
richtung L bewegende Materialbahn 12 ist im Bereich der Auftragsvorrich
tung 10 um eine Gegenwalze 14 herumgeführt, welche sich um ihre Achse
X in Richtung des Pfeils P dreht. Mittels eines Freistrahl-Düsenauftragswerks
16 wird flüssiges oder pastöses Auftragsmedium 18 auf die Oberfläche 12a
der Materialbahn 12 im Überschuß aufgebracht. Eine Dosiereinrichtung 20
mit einem Dosierelement 22 dosiert das vom Auftragswerk 16 auf die Mate
rialbahnoberfläche 12a aufgebrachte Auftragsmedium 18, d. h. trägt über
schüssiges Auftragsmedium 18 wieder ab, und glättet die so gebildete
Auftragsschicht 32. Bei der Dosierung von der Materialbahnoberfläche 12a
abgetragenes überschüssiges Auftragsmedium 18 wird aufgefangen und
einem Auftragsmediumvorrat zur erneuten Abgabe durch die Auftrags
vorrichtung 16 zugeführt. Ferner sind Bahnumlenkwalzen 24 dargestellt.
In Laufrichtung L vor der Auftragsvorrichtung 10 ist eine Flächengewichts-
Sensoranordnung 26 vorgesehen, welche das einlaufseitige Flächengewicht
der Materialbahn 12 bestimmt. Ferner ist in Laufrichtung L nach der Auf
tragsvorrichtung 10 eine Flächengewichts-Sensoranordung 28 vorgesehen,
welche in analoger Weise das auslaufseitige Flächengewicht erfaßt. Die
jeweiligen Sensorsignale dieser Flächengewichts-Sensoranordnungen 26 und
28 werden über Signalleitungen 26a bzw. 28a einer Differenzbildungseinheit
30 zugeführt, in welcher das Flächengewicht der in dieser Auftragsvorrich
tung 10 auf die Materialbahn 12 aufgebrachten Auftragsschicht 32, d. h.
das Strichgewicht, aus der Differenz des von der Sensoranordnung 28
bestimmten auslaufseitigen Flächengewichts und des von der Sensor
anordnung 26 bestimmten einlaufseitigen Flächengewicht ermittelt.
Ein entsprechendes Strichgewichts-Signal wird einer Regeleinheit 34 zuge
führt, die das ihr von der Differenzbildungseinheit 30 zugeführte Ist-
Strichgewicht mit einem in einem Datenspeicher abgelegten Soll-Strich
gewicht vergleicht. Kommt die Regeleinheit zu dem Schluß, daß das Ist-
Strichgewicht zu hoch oder zu niedrig ist, so gibt sie über Signalleitungen
34a und 34b entsprechende Stellsignale an eine dem Auftragswerk 16 zuge
ordnete Stelleinheit 36 und eine der Dosiereinrichtung 20 zugeordnete
Stelleinheit 38 aus. Mit Hilfe der Stelleinheit 36 kann in an sich bekannter
Weise die vom Auftragswerk 16 pro Zeiteinheit abgegebene Menge an Auf
tragsmedium 18 verändert werden, und mit Hilfe der Stelleinheit 38 kann
die auf das Dosierelement 22 ausgeübte Stellkraft verändert werden. Beide
Stelleinheiten 36 und 38 können somit auf das Strichgewicht der Auftrags
schicht 32 Einfluß nehmen.
Festzuhalten ist, daß die Sensoranordnungen 26, 28 das Flächengewicht
der Materialbahn 12 auch ortsaufgelöst bestimmen können, d. h. für eine
Mehrzahl von in Querrichtung Q der Materialbahn 12 benachbarten
Abschnitten jeweils einen gesonderten Flächengewichtswerts bestimmen
können. Entsprechend kann auch die Differenzbildungseinheit 30 das Strich
gewicht ortsaufgelöst bestimmen, d. h. ein Strichgewichtsprofil an die
Regeleinheit 34 ausgeben. Schließlich können auch die Stelleinheiten 36
und 38 zur ortsaufgelösten Beeinflussung der auf das Dosierelement 22
ausgeübten Stellkraft bzw. der von Auftragswerk 16 pro Zeiteinheit
abgegebenen Menge an Auftragsmedium 18 ausgebildet sein und entspre
chend von der Regeleinheit 34 angesteuert werden.
Die Ansteuerung der Stelleinheiten 36 und 38 durch die Regeleinheit 34
erfolgt zum einen in Abhängigkeit von der bestimmten Strichgewichts
abweichung und zum anderen in Abhängigkeit von dem jeweils gewählten
Betriebsmodus. Dabei kann erfindungsgemäß einer der drei eingangs
erläuterten Betriebsmodi oder auch eine Kombination dieser Betriebsmodi
zum Einsatz kommen, nämlich der Entspannungs-Modus oder/und der
anpreßkraft-orientierte Modus oder/und der anstellwinkel-orientierte
Betriebsmodus.
In Fig. 2 ist der Bereich der Dosiervorrichtung 20 vergrößert und, was die
Schichtdicken und Verbiegung der Rakelklinge 22 anbelangt, nicht maßstäb
lich und übertrieben dargestellt. Die Rakelklinge 22 ist mit ihrem freien Ende
22a gegen die um die Walze 14 herumgeführte Materialbahn 12 angestellt,
um das vom Auftragswerk 16 auf die Materialbahn 12 aufgebrachte Auf
tragsmedium 18 zum Erhalt einer Auftragsschicht 32 eines gewünschten
Strichgewichts zu dosieren und zu glätten. Dabei ist die Rakelklinge 22 mit
ihrem freien Ende 22a gegen die Materialbahn 12 mit einer Anpreßkraft F
angestellt.
Soll nun das Strichgewicht erhöht werden, was in Fig. 2 durch die Pfeile G
angedeutet ist, so kann dies zum einen dadurch erreicht werden, daß man
ausgehend von der in Fig. 2 durchgezogen gezeichneten Stellung der Rakel
klinge 22 die im Angriffspunkt 22b auf die Rakelklinge 22 ausgeübte Stell
kraft vermindert, was in Fig. 2 durch den Pfeil S angedeutet ist. Hierdurch
wird die Rakelklinge 22 aus der durchgezogen gezeichneten Stellung in die
gestrichelt gezeichnete Stellung übergeführt. Mit der Verringerung der Stell
kraft S geht gleichzeitig auch eine Verringerung der Anpreßkraft F einher,
welche die Klingenspitze 22a auf die Materialbahn 12 bzw. das Auftrags
medium 18 ausübt. Die entsprechende Veränderung des Verlaufs des Auf
tragsmediums 18 bzw. der an der Rakelklinge 22 ablaufenden Überschuß
menge 18a ist in Fig. 2 ebenfalls gestrichelt dargestellt.
Zum anderen kann die Erhöhung des Strichgewichts G auch durch eine
Erhöhung der vom Auftragswerk 16 pro Zeiteinheit abgegebenen Menge an
Auftragsmedium 18 erreicht werden, was in Fig. 2 durch den Pfeil M
angedeutet ist. Die Erhöhung der Auftragsmenge M führt bei gleich
bleibender Einwirkung der Stellvorrichtung 38 im Angriffspunkt 22b der
Rakelklinge 22 zu einer stärkeren Verbiegung der Rakelklinge 22 in die in
Fig. 2 strichpunktiert gezeichnete Stellung 22". Mit der Erhöhung der
Auftragsmenge M geht gleichzeitig eine Erhöhung der Anpreßkraft F einher.
Ist man auf eine möglichst geringe Belastung der Rakelklinge 22 bedacht,
so wird man in dem vorstehend angesprochenen Entspannungs-Modus
dann, wenn eine Erhöhung des Strichgewichts G erwünscht ist, diese
Strichgewichtserhöhung allein durch eine Absenkung der Stellkraft S zu
erreichen suchen. Steht hingegen eine möglichst gleichmäßige Abnutzung
der Rakelklinge 22 im Vordergrund, so wird man auf den Wunsch nach
Erhöhung des Strichgewichts G durch eine Kombination aus einer anpreß
kraft-senkenden Stellkrafterniedrigung und einer anpreßkraft-erhöhenden
Auftragsmengenerhöhung reagieren.
Fig. 3 ist eine Fig. 2 analoge Darstellung der Verhältnisse, wie sie vorliegen,
wenn eine Verringerung des Strichgewichts der Auftragsschicht 32
gewünscht ist. Eine derartige Strichgewichtsverringerung kann zum einen
dadurch erreicht werden, daß man ausgehend von der in Fig. 3 durchgezo
gen gezeichneten Stellung der Rakelklinge 22 die im Angriffspunkt 22b auf
die Rakelklinge 22 ausgeübte Stellkraft S erhöht und somit die Rakelklinge
in die in Fig. 3 gestrichelt gezeigte Stellung 22' überführt. Mit dieser
Stellkrafterhöhung geht auch eine Erhöhung der von der Klingenspitze 22a
auf die Materialbahn 12 bzw. die Auftragsschicht 32 ausgeübten Kraft F
einher.
Zum anderen kann eine Strichgewichtsverringerung durch eine Senkung der
vom Auftragswerk 16 auf die Materialbahn 12 aufgebrachten Menge M an
Auftragsmedium 18 bewirkt werden. Hierbei geht die Rakelklinge 22 von
der in Fig. 3 durchgezogen gezeichneten Stellung in die strichpunktiert
gezeichnete Stellung 22" über. Ferner geht mit der Reduzierung der
Auftragsmenge M eine Reduzierung der Anpreßkraft F einher.
Im Entspannungs-Modus wird man daher auf den Wunsch nach einer Redu
zierung des Strichgewichts G mit einer Verringerung der Auftragsmenge M
reagieren. Im anpreßkraft-orientierten Betriebsmodus wird man hingegen
wiederum mit einer Kombination aus Stellkrafterhöhung und Auftragsmen
genverringerung reagieren. Entsprechendes gilt für den anstellwinkel
orientierten Betriebsmodus.
Obgleich vorstehend stets auf eine Rakelklinge als Dosierelement 22 Bezug
genommen wurde, sei darauf hingewiesen, daß analoge Überlegungen auch
beim Einsatz anderer Dosierelemente gelten, beispielsweise beim Einsatz
von glatten oder profilierten Rakelstäben. Ferner können im Rahmen der
Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren nicht nur Freistrahl-Düsen
auftragswerke eingesetzt werden, sondern auch jede andere Art von Auf
tragswerk, bei der sich die pro Zeiteinheit abgegebene Menge an Auftrags
medium variieren läßt.
Claims (10)
1. Verfahren zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Auftrags
mediums (18) auf einen laufenden Untergrund,
wobei der Untergrund bei direktem Auftrag die Oberfläche (12a) einer Materialbahn (12), insbesondere aus Papier oder Karton, und bei indirektem Auftrag die Oberfläche eines Übertragselements, vorzugsweise einer Übertragswalze, ist, welche das Auftragsmedium dann an die Materialbahn überträgt,
wobei das Auftragsmedium (18) mittels eines Auftragswerks (16) auf den laufenden Untergrund (12a) aufgebracht wird, bei wel chem die pro Zeiteinheit abgegebene Menge (M) an Auftragsmedium (18) einstellbar ist,
wobei dem Auftragswerk (16) in Laufrichtung (L) des Unter grunds (12a) eine Dosiervorrichtung (20) mit einem Dosierelement (22) nachgeordnet ist, auf welches zur Anstellung gegen den Untergrund (12a) eine einstellbare Stellkraft (S) ausgeübt wird, und wobei das aufgetragene Strichgewicht (G) erfaßt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß man dann, wenn das erfaßte Strichge wicht (G) einen vorbestimmten Sollwert übersteigt, die von dem Auftragswerk (16) pro Zeiteinheit abgegebene Menge an Auftrags medium (18) vermindert, und daß man dann, wenn das erfaßte Strichgewicht (G) den vorbestimmten Sollwert unterschreitet, die auf das Dosierelement (22) ausgeübte Stellkraft (S) vermindert.
wobei der Untergrund bei direktem Auftrag die Oberfläche (12a) einer Materialbahn (12), insbesondere aus Papier oder Karton, und bei indirektem Auftrag die Oberfläche eines Übertragselements, vorzugsweise einer Übertragswalze, ist, welche das Auftragsmedium dann an die Materialbahn überträgt,
wobei das Auftragsmedium (18) mittels eines Auftragswerks (16) auf den laufenden Untergrund (12a) aufgebracht wird, bei wel chem die pro Zeiteinheit abgegebene Menge (M) an Auftragsmedium (18) einstellbar ist,
wobei dem Auftragswerk (16) in Laufrichtung (L) des Unter grunds (12a) eine Dosiervorrichtung (20) mit einem Dosierelement (22) nachgeordnet ist, auf welches zur Anstellung gegen den Untergrund (12a) eine einstellbare Stellkraft (S) ausgeübt wird, und wobei das aufgetragene Strichgewicht (G) erfaßt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß man dann, wenn das erfaßte Strichge wicht (G) einen vorbestimmten Sollwert übersteigt, die von dem Auftragswerk (16) pro Zeiteinheit abgegebene Menge an Auftrags medium (18) vermindert, und daß man dann, wenn das erfaßte Strichgewicht (G) den vorbestimmten Sollwert unterschreitet, die auf das Dosierelement (22) ausgeübte Stellkraft (S) vermindert.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es beendet wird, wenn die von dem
Auftragswerk (16) pro Zeiteinheit abgegebene Menge (M) an Auf
tragsmedium (18) einen unteren Grenzwert oder/und die auf das
Dosierelement (22) ausgeübte Stellkraft (S) einen unteren Grenzwert
erreicht oder/und unterschreitet.
3. Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man dann, wenn das erfaßte Strichgewicht (G) einen vor bestimmten Sollwert übersteigt, die von dem Auftragswerk (16) pro Zeiteinheit abgegebene Menge (M) an Auftragsmedium (18) vermin dert und die auf das Dosierelement (22) ausgeübte Stellkraft (S) erhöht, und
daß man dann, wenn das erfaßte Strichgewicht (G) einen vorbestimmten Sollwert unterschreitet, die von dem Auftragswerk (16) pro Zeiteinheit abgegebene Menge (M) an Auftragsmedium (18) erhöht und die auf das Dosierelement (22) ausgeübte Stellkraft (S) vermindert,
und zwar jeweils im Sinne der Konstanthaltung entweder einer Anpreßkraft (F), mit welcher das Dosierelement (22) unter dem Ein fluß einerseits der Stellkraft (S) und andererseits des an ihm anste henden Auftragsmediums (18) gegen den Untergrund (12a) angestellt ist, oder eines Anstellwinkels des Dosierelements gegen den Untergrund.
daß man dann, wenn das erfaßte Strichgewicht (G) einen vor bestimmten Sollwert übersteigt, die von dem Auftragswerk (16) pro Zeiteinheit abgegebene Menge (M) an Auftragsmedium (18) vermin dert und die auf das Dosierelement (22) ausgeübte Stellkraft (S) erhöht, und
daß man dann, wenn das erfaßte Strichgewicht (G) einen vorbestimmten Sollwert unterschreitet, die von dem Auftragswerk (16) pro Zeiteinheit abgegebene Menge (M) an Auftragsmedium (18) erhöht und die auf das Dosierelement (22) ausgeübte Stellkraft (S) vermindert,
und zwar jeweils im Sinne der Konstanthaltung entweder einer Anpreßkraft (F), mit welcher das Dosierelement (22) unter dem Ein fluß einerseits der Stellkraft (S) und andererseits des an ihm anste henden Auftragsmediums (18) gegen den Untergrund (12a) angestellt ist, oder eines Anstellwinkels des Dosierelements gegen den Untergrund.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß man das Strichgewicht (G) mittels einer
Sensoreinrichtung (26/28/30) erfaßt.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoreinrichtung wenigstens einen
ersten Flächengewichts-Sensor (26) umfaßt, der das Flächengewicht
der Materialbahn (12) vor dem Auftrag erfaßt, und wenigstens einen
zweiten Flächengewichts-Sensor (28) umfaßt, der das Flächen
gewicht der Materialbahn (12) nach dem Auftrag erfaßt, sowie eine
Differenzbildungseinheit (30) umfaßt, welche das Strichgewicht aus
der Differenz der von den zweiten und ersten Flächengewichts-
Sensoren (26, 28) erfaßten Flächengewichte bestimmt.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoreinrichtung (26/28/30) das
Strichgewicht (G) ortsaufgelöst erfaßt, d. h. sie für eine Mehrzahl von
in Querrichtung (Q) des Untergrunds (12a) benachbarte Abschnitten
jeweils einen gesonderten Flächengewichtswerts bestimmt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinheit (34) vorgesehen ist,
welche in Abhängigkeit des erfaßten Strichgewichts (G) Stellgrößen
zur Veränderung der auf das Dosierelement (22) ausgeübten Stell
kraft (S) sowie zur Veränderung der von dem Auftragswerk (16) pro
Zeiteinheit abgegebenen Menge (M) an Auftragsmedium (18) be
stimmt, und das Verfahren gewünschtenfalls bei Erreichen vorge
gebener Grenzwerte unterbricht.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Dosierelement eine Rakelklinge (22)
ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Dosierelement ein Rakelstab ist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß man das Querprofil oder/und das
Längsprofil der Auftragsschicht (32) beeinflußt.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
| DE19822505A DE19822505A1 (de) | 1998-05-19 | 1998-05-19 | Beschichtungsverfahren |
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|---|---|---|---|
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
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