DE19811085A1 - Vorrichtung und Verfahren zum Auftragen von elektrostatisch aufgeladenem Pulver auf einen geerdeten, elektrisch leitfähigen Gegenstand - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zum Auftragen von elektrostatisch aufgeladenem Pulver auf einen geerdeten, elektrisch leitfähigen GegenstandInfo
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Abstract
Eine Vorrichtung zum Auftragen von elektrisch aufgeladenem Pulver auf einen geerdeten elektrisch leitfähigen Gegenstand hat einen Auftragkopf mit einem Hohlraum, der eine Pulveraustrittsöffnung aufweist. In den Hohlraum münden eine Speiseleitung zum Zuführen eines Pulverluftgemisches und eine Absaugleitung für das Pulverluftgemisch. Wird die Vorrichtung nahe genug an eine zu beschichtende Oberfläche eines Gegenstandes gebracht, so tritt aufgrund der elektrostatischen Anziehungskraft zwischen dem geerdeten, elektrisch leitfähigen Gegenstand und den elektrostatisch aufgeladenen Pulverpartikeln Pulver aus der Pulveraustrittsöffnung aus und gelangt auf die Oberfläche. Bei Vergrößern des Abstandes der Pulveraustrittsöffnung von der Oberfläche nimmt die elektrostatische Anziehungskraft mit dem Quadrat des Abstandes ab. Die Absaugleistung ist so bemessen, daß nach Überschreiten eines Sicherheitsabstandes von der Oberfläche überhaupt kein Pulver mehr aus der Pulveraustrittsöffnung austritt, sondern das über die Speiseleitung zugeführte Pulver vollständig abgesaugt wird.
Description
Es sind elektrostatische Sprühvorrichtungen, wie Sprühpi
stolen, seit langem bekannt und im Einsatz.
Bei Arbeiten mit Sprühpistolen, bei denen das elektrosta
tisch aufgeladene Pulver über eine Düse mit oder ohne
Druckluftunterstützung auf eine Werkstückoberfläche ge
sprüht wird, ist praktisch nicht möglich, Pulver ohne den
Einsatz von Schablonen oder dergleichen scharfkonturiert
wie mit einem Pinsel aufzutragen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und
eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen,
mit denen ein exakter scharfkonturierter Pulverauftrag frei
von Verwirbelungen auf einen Gegenstand, wie ein Werkstück,
ermöglicht ist. Zur Lösung dieser Aufgabe dienen eine Vor
richtung gemäß Patentanspruch 1 und ein Verfahren gemäß
Patentanspruch 8.
Die Erfindung nutzt die umgekehrt proportional zum Quadrat
des Abstandes a zwischen Werkstückoberfläche und Pulveraus
trittsöffnung der Vorrichtung sich verändernde elektrosta
tische Anziehungskraft F aus. Da diese Kraft auch beidsei
tig von der Austrittsöffnung quadratisch mit dem Abstand
abnimmt, läßt sich durch Einstellen des Abstandes von der
Austrittsöffnung Pulver auf einen seitlich scharf begrenz
ten Bereich auftragen, wenn die Vorrichtung relativ zu der
mit Pulver zu besprühenden Oberfläche des Gegenstandes un
ter Einhaltung eines "Auftragabstandes" bewegt wird.
Ist eine genügend dicke Pulverschicht auf dem Gegenstand
gebildet, wird eine elektrostatische Abstoßkraft zwischen
gleich geladenen Teilchen wirksam, so daß keine weiteren
Pulverpartikel aus der Pulveraustrittsöffnung der Vorrich
tung gezogen werden. Der Pulveraustritt wird also selbst
tätig eingestellt, wobei die entstehende Pulverschichtdicke
auf dem Gegenstand allein vom Auftragabstand abhängt.
Verwirbelungen der Pulverschicht, wie sie beispielsweise
bei zu nahe der Oberfläche des Gegenstandes positioniertem
Auftragkopf entstehen, werden durch die erfindungsgemäße
Absaugung des Pulvers aus dem Hohlraum des Auftragkopfes
verhindert. Somit ermöglicht die Vorrichtung nach der Er
findung eine elektrostatische Pulverbeschichtung bei sehr
kleinem Auftragabstand, wie er beispielsweise bei der In
nenbeschichtung von Hohlkörpern zweckmäßig ist. Dabei wird
der bei Pulversprühpistolen unerwünschte Effekt eines über
mäßigen Pulveraustrittes, das sogenannte "Overspraying",
vollständig vermieden.
Die Erfindung schafft also eine Vorrichtung, die das kon
turenscharfe Auftragen von Pulver auf die Oberfläche eines
Werkstückes so exakt wie mit einem für den flüssigen Farb
auftrag einzusetzenden Pinsel ermöglicht. Die neue Vorrich
tung kann deshalb auch als "Pulverpinsel" bezeichnet wer
den.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Un
teransprüchen angegeben.
Die Erfindung ist im folgenden anhand schematischer Zeich
nungen an Ausführungsbeispielen mit weiteren Einzelheiten
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Vertikalschnitt durch
eine Vorrichtung nach der Erfindung im Auf
tragabstand von der Oberfläche eines mit
Pulver zu beschichtenden Gegenstandes;
Fig. 2 einen schematischen Schnitt durch eine abge
wandelte Vorrichtung nach der Erfindung in
um 90° gegenüber Fig. 1 gedrehter Position,
wobei die Schnittebene parallel zur Pulver
austrittsrichtung aus einer hier nicht ge
zeigten Pulveraustrittsöffnung verläuft.
Die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung hat einen Auftragkopf
10, der einen Hohlraum 1 enthält. In den Hohlraum 1 wird
über eine Pulverspeiseleitung 2 mit einer Düse 20 am freien
Ende ein Pulverluftgemisch in Pfeilrichtung 3 eingeblasen.
Eine parallel zur Speiseleitung 2 in den Hohlraum einge
führte Absaugleitung 4 dient zum Absaugen von Pulverluftge
misch. Die Speiseleitung 2 kommuniziert mit einem nicht
gezeigten Pulvertank, während die Absaugleitung das Pulver
in Richtung des Pfeiles 5 zu einer nicht gezeigten Rückge
winnungseinheit führt, welche ein Filter und/oder einen
Zyklon bekannter Bauart umfassen kann.
An seinem unteren Ende hat der Auftragkopf 10 eine Pulver
austrittsöffnung 6, die in Richtung des Pfeiles 11 auf die
Oberfläche 12 eines bei 13 geerdeten, elektrisch leitfähi
gen Gegenstandes oder Werkstückes 8 gerichtet ist und über
ihre gesamte Öffnungsfläche gleichen Auftragabstand a von
der Oberfläche 12 hat. Der Auftragkopf 10 ist in dem kon
stanten Auftragabstand a in Richtung des Doppelpfeiles 14
parallel zur Oberfläche 12 beweglich. Die Bewegung des Auf
tragkopfes 10 kann manuell oder motorisch erzeugt werden.
In die Wand des Auftragkopfes 10 ist eine Hochspannungs
elektrode 7 zum Aufladen des über die Düse 20 in den Hohl
raum 1 eingeblasenen Pulvers eingebaut. Alternativ kann das
Pulver auch in oder vor der Speiseleitung 2 elektrostatisch
aufgeladen werden.
Bei dem im Betrieb konstant zu haltenden Auftragabstand a
wird Pulver aus dem Hohlraum 1 durch die der Pulveraus
trittsöffnung 6 des Auftragkopfes 10 aufgrund der elektro
statischen Anziehungskraft F zur Oberfläche 12 gesaugt.
Diese Anziehungskraft F ist umgekehrt proportional zum Qua
drat des Abstandes a von der Oberfläche gemäß der folgenden
Beziehung: F ∼ 1/a2. Die Anziehungskraft F nimmt selbstver
ständlich auch in seitlicher Richtung, d. h. in Richtung
senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 1 zu beiden Seiten des
Auftragkopfes hin, im Quadrat des zunehmenden Abstandes ab,
so daß ein abhängig von der Dimensionierung der Pulveraus
trittsöffnung 6 seitlich exakt begrenzter Bereich der Pul
verablagerung auf der Oberfläche entsteht. Wird der Auf
tragkopf 10 von der Oberfläche 12 entfernt, so daß der Ab
stand a größer wird, nimmt die elektrostatische Anzie
hungskraft mit dem Quadrat des zunehmenden Abstandes ab, so
daß weniger Pulver entsprechend der oben genannten Bezie
hung aus der Pulveraustrittsöffnung 6 austritt. Vorteilhaf
terweise ist die Pulveraustrittsöffnung 6 so bemessen, daß
bei Überschreiten eines vorgegebenen Sicherheitsabstandes
von der Oberfläche 12 überhaupt kein Pulver mehr austritt,
sondern vielmehr die gesamte, aus der Düse 20 in den Hohl
raum 1 austretende Pulvermenge über die Absaugleitung 4
wieder abgesaugt wird. So geht kein Pulver verloren.
Wenn eine Schicht gewünscht er Dicke auf der Oberfläche 12
des Gegenstandes 8 ausgebildet ist, werden die elektrosta
tischen Abstoßkräfte zwischen gleich geladenen Pulverparti
keln so groß, daß keine weiteren Pulverpartikel aus der
Pulveraustrittsöffnung 6 gezogen werden. Dann tritt also
auch bei unverändert eingehaltenem Abstand a kein Pulver
mehr aus der Pulveraustrittsöffnung aus.
Fig. 2 zeigt eine Abwandlung, bei der der Auftragkopf 10
mit einem Abstandhalter 30 versehen ist, der beispielweise
die Form einer Führung 30 annehmen kann. Die Führung 30
umfaßt bei dem gezeigten Beispiel ortsfeste Schienen und an
einer mit dem Auftragkopf 10 festen Aufhängung 32 montierte
Führungsräder oder Gleitkufen 9, so daß der Auftragkopf 10
unter konstantem Abstand a zum Werkstück verfahrbar ist.
Selbstverständlich sind anstelle einer hier gezeigten Füh
rung auf Schienen und Gleitkufen/Rädern auch beliebige an
dere, dem Fachmann bekannte Ausführungen von Abstandhaltern
einsetzbar, sofern diese nur eine Bewegung des Auftragkop
fes über die Oberfläche 12 mit konstantem Abstand a ermög
lichen. Diese Bewegung kann auch eine "freie" Bewegung,
d. h. eine gradlinige oder gekrümmte oder abrupt abgewinkel
te Bewegung in beliebigen Richtungen in einer zur Oberflä
che im Auftragabstand a parallelen Ebene sein.
Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und
den Zeichnungen offenbarten Merkmale können sowohl einzeln
als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung
der Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen von
Bedeutung sein.
Claims (10)
1. Vorrichtung zum Auftragen von elektrostatisch
aufgeladenem Pulver auf einen geerdeten, elektrisch
leitfähigen Gegenstand (8), gekennzeichnet
durch
einen Auftragkopf (10) mit einem Hohlraum (1), der eine Pulveraustrittsöffnung (6) aufweist,
eine in den Hohlraum (1) mündende Pulverspeiselei tung (2) und
eine in den Hohlraum mündende Absaugleitung (4).
einen Auftragkopf (10) mit einem Hohlraum (1), der eine Pulveraustrittsöffnung (6) aufweist,
eine in den Hohlraum (1) mündende Pulverspeiselei tung (2) und
eine in den Hohlraum mündende Absaugleitung (4).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Hochspannungselektrode (7)
in den Hohlraum (1) eingebaut ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Pulverspeiseleitung (2)
elektrostatisch aufgeladenes Pulver fördert.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß die Pulver
speiseleitung (2) an ihrem hohlraumseitigen Ende
eine Düse (20) zum Einblasen des Pulvers in den
Hohlraum (1) hat.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß der Auftrag
kopf (10) relativ zu einer zu beschichtenden Ober
fläche (12) des Gegenstandes (8) in einem vorgegebe
nen Abstand (a) der Pulveraustrittsöffnung (6) von
der Oberfläche (12) beweglich ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Auftragkopf (10) mittels
eines Abstandhalters (30) zum Konstanthalten des
vorgegebenen Auftragabstandes (a) beweglich geführt
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der Auftragkopf (10)
manuell oder mit Hilfskraft längs einer gewünschten
Bahn (31) relativ zur Oberfläche (12) beweglich ge
führt ist.
8. Verfahren zum Auftragen von elektrisch aufgeladenem
Pulver auf einen geerdeten, elektrisch leitfähigen
Gegenstand (8), gekennzeichnet durch
Einspeisen von Pulver mit einer vorgegebenen Pulver speiseleistung in einen Hohlraum (1) eines Auftrag kopfes (10), der eine Pulveraustrittsöffnung (6) auf weist,
Absaugen von Pulver aus dem Hohlraum (1) mit einer so auf die Speiseleistung abgestimmten Absauglei stung, daß bei ausreichend bemessenem Sicherheits abstand der Pulveraustrittsöffnung (6) von dem Ge genstand (8) kein Pulver austritt,
Einstellen des Abstandes der Pulveraustrittsöffnung (6) von dem Gegenstand (8) auf einen Auftragabstand (a), der kleiner als der Sicherheitsabstand ist, und Bewegen des Auftragkopfes (10) relativ zum Gegen stand (8) im Auftragabstand (a).
Einspeisen von Pulver mit einer vorgegebenen Pulver speiseleistung in einen Hohlraum (1) eines Auftrag kopfes (10), der eine Pulveraustrittsöffnung (6) auf weist,
Absaugen von Pulver aus dem Hohlraum (1) mit einer so auf die Speiseleistung abgestimmten Absauglei stung, daß bei ausreichend bemessenem Sicherheits abstand der Pulveraustrittsöffnung (6) von dem Ge genstand (8) kein Pulver austritt,
Einstellen des Abstandes der Pulveraustrittsöffnung (6) von dem Gegenstand (8) auf einen Auftragabstand (a), der kleiner als der Sicherheitsabstand ist, und Bewegen des Auftragkopfes (10) relativ zum Gegen stand (8) im Auftragabstand (a).
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bewegung des Auftragkopfes
(10) manuell oder motorisch erzeugt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bewegung des Auftragkopfes
geführt ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19811085A DE19811085A1 (de) | 1998-03-13 | 1998-03-13 | Vorrichtung und Verfahren zum Auftragen von elektrostatisch aufgeladenem Pulver auf einen geerdeten, elektrisch leitfähigen Gegenstand |
| EP99101633A EP0941768A3 (de) | 1998-03-13 | 1999-02-04 | Vorrichtung und Verfahren zum Auftragen von elektrostatisch aufgeladenem Pulver auf einen geerdeten, elektrisch leitfähigen Gegenstand |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19811085A DE19811085A1 (de) | 1998-03-13 | 1998-03-13 | Vorrichtung und Verfahren zum Auftragen von elektrostatisch aufgeladenem Pulver auf einen geerdeten, elektrisch leitfähigen Gegenstand |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19811085A1 true DE19811085A1 (de) | 1999-09-23 |
Family
ID=7860882
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19811085A Withdrawn DE19811085A1 (de) | 1998-03-13 | 1998-03-13 | Vorrichtung und Verfahren zum Auftragen von elektrostatisch aufgeladenem Pulver auf einen geerdeten, elektrisch leitfähigen Gegenstand |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| EP (1) | EP0941768A3 (de) |
| DE (1) | DE19811085A1 (de) |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| EP0941768A2 (de) | 1999-09-15 |
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