DE19804662C2 - Vorrichtung zur Sicherung von Deichen - Google Patents
Vorrichtung zur Sicherung von DeichenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Sicherung von Deichen gemäß Oberbegriff
des Anspruches 1.
Die Sicherung von Deichen gegen Hochwasserfluten ist altbekannt und die dabei
auftretenden Probleme sind durch verschiedene alternative Sicherungseinrichtungen
teilweise gelöst. Deiche bestehen in ihrem Grundaufbau aus einer vorwiegend ent
lang einer Gewässerkante, beispielsweise der Strömungsrichtung eines Flusses
oder entlang einer Brandungskante z. B. eines Sees bzw. eines Meeres, verlaufen
den Erhöhung, die vorwiegend aus Sand und/oder Lehm besteht. Hierbei wird ein
Deich in seiner Querschnittsform so ausgebildet, daß er im Bereich des sog. Deich
fußes eine große Aufstandsfläche auf dem Untergrund hat und sich im wesentlichen
kegelförmig bzw. hügelförmig geböscht nach oben hin verjüngt. Die diese kegelige
Querschnittsform bildenden Oberflächen des Deiches sind dabei vorzugsweise mit
einem Bewuchs z. B. durch ein dichtes Gras, Schilf oder dgl. befestigt, so daß die mit
dem Wasser bei einem Hochwasser oder einer Flut beaufschlagten Bereiche des
Deiches durch die Wurzeln des Bewuchses in sich befestigt sind.
Im Falle eines ggf. auch längerdauernden Hochwassers unterliegt ein Deich ver
schiedenen Einflüssen, die die Standfestigkeit des Deiches und damit seine Schutz
funktion wesentlich beeinträchtigen können.
In einem ersten Fall kann der Deich von dem an seinen wasserseitigen Begrenzun
gen anstehenden Wasser durchsickert werden, indem sich der Deich langsam mit
Wasser vollsaugt. Dieses Vollsaugen wird durch den von der Fluthöhe abhängenden
Druck des Wassers auf den Deich befördert. Als Folge dieser Durchsickerung droht
die nicht mit einem Wasserdruck beaufschlagte Wallseite des Deiches abzurutschen,
wodurch der Deich entscheidend geschwächt werden kann. Bei einer drohenden
Durchsickerung des Deiches wird vornehmlich die landseitige Böschung des Deiches
mit Planen belegt und mit Sandsäcken beschwert, um eine weitere Durchsickerung
zu stoppen und das Abrutschen der landseitigen Böschung zu verhindern.
Weiterhin kann der Deich durch einen sogenannten Grundbruch bedroht werden, der
in einer Untersickerung des Deichkörpers durch das Wasser besteht und zu einem
Aufschwimmen des Deiches führen kann. Erkennbar wird ein solcher Grundbruch
daran, daß auf der Landseite des Deiches auch noch in größerem Abstand zur
Deichlinie Wasser aus dem Boden tritt und der Bodenbewuchs insgesamt aufzu
schwimmen beginnt. Bei einem drohenden Grundbruch wird im Bereich des landsei
tigen Deichfußes und auch noch in einigem Abstand davon der Boden mit Sandsäc
ken beschwert, um dessen Aufschwimmen und damit einen Verlust der mechani
schen Stabilität des Deiches zu verhindern.
Eine Abtragung des Deiches z. B. durch die Fließgeschwindigkeit des Wasser eines
Flusses oder auflaufende Brandung führt dazu, daß durch die mitgerissenen Deich
bestandteile die Wasserseite stark geschwächt wird und dadurch die mechanische
Stabilität des Deichquerschnittes gegenüber der vom Wasser ausgehenden Druck
belastung nicht mehr gewährleistet wird. Einer Abtragung des Deiches auf der Was
serseite kann dadurch entgegengewirkt werden, daß auf der wasserseitigen Bö
schung auch unterhalb der Wasserkante Planen zur Befestigung des Deiches bei
gleichzeitiger Beschwerung dieser Planen mittels Sandsäcken ausgelegt werden.
Durch eine Überströmung des Deiches wird zwar die Stabilität des Deiches nicht
unmittelbar bedroht, doch wird die Schutzfunktion des Deiches gegenüber dem
Hochwasser zumindest um das über den Deich hinweg flutende Wasser vermindert.
Eine Überspülung des Deiches kann dadurch verhindert werden, daß zur Erhöhung
der Deichkrone Sandsäcke, Wasserschutzwände oder dgl. auf der Deichkrone auf
gesetzt werden und daher die Deichkrone entlang der Deichlinie neben der Befesti
gung durch die zusätzlichen Lasten erhöht wird.
Zentrale Gegenmaßnahme gegen Deichschäden durch Hochwasser ist also vor
nehmlich die gezielte Beschwerung einzelner oder mehrerer Partien des Deiches
durch im Bedarfsfall aufgebrachte Lasten. Hierzu sind eine Vielzahl von Einrichtun
gen bekannt geworden, die bei sich abzeichnender Hochwassersituation oder auch
erst im Falle eines unmittelbar drohenden Schadens eingesetzt werden können.
Von alters her werden vorwiegend Sandsäcke zur Beschwerung eingesetzt, die aus
aufwendig herangebrachten Sandmassen an oder in der Nähe der bedrohten Deich
stelle von einer großen Zahl von Helfern gefüllt und auf die bedrohten Stellen des
Deiches aufgelegt werden. Dieser nahezu ausschließlich in Handarbeit vorzuneh
mende Schutz ist durch die große Zahl benötigter Helfer äußerst kostenintensiv.
Darüber hinaus besteht nach dem Abebben der Flut das Problem, die großen Mas
sen aufgebrachter Sandsäcke nachträglich wieder abzutragen, zu entleeren und den
Sand abzufahren, da er in der Regel für eine dauerhafte Befestigung des Deiches
unmittelbar so nicht verwendet werden kann.
Weiterhin ist es zum Beispiel aus der DE-OS 27 28 476 bekannt, flexible, sackähnli
che und wasserdichte Einzelelemente zur Deichsicherung zu verwenden, die mit
fließfähigen Stoffen, insbesondere auch mit Wasser z. B. aus dem das Hochwasser
führenden Gewässer, gefüllt werden. Das Füllen dieser Körper erfolgt dabei an oder
nahe der Stelle, an der der Deich befestigt werden muß. Je nach Größe des flexiblen
Behälters ist es auch möglich, z. B. die Füllung des Körpers im Bereich der Deichkro
ne vorzunehmen und dann die Körper in den Bereich des gefährdeten Deichfußes
zu verbringen.
Weiterhin ist beispielsweise aus der DE 44 03 204 A1 ein starres stapelfähiges Bau
element für Wasserschutzbauten bekannt, bei dem H-förmige stapelbare Körper mit
einander verzahnt aufgestapelt werden und somit eine Deicherhöhung bewirken.
Ebenfalls ist es aus einer Reihe von Vorschlägen bekannt, flexibel ausgebildete
Sperrelemente zu verwenden, die eine Hülle für das Einfüllen einer auch fließfähigen
Füllung bilden und im gefüllten Zustand an dem gefährdeten Deichabschnitt aufge
stapelt werden. So wird bei der EP 0 721 028 A2 eine Anzahl flexibler Schläuche im
Bereich der Deichkrone in einer öffenbaren Vertiefung bevorratet und im Bedarfsfalle
nach Öffnung eines Deckels mit einem Fluidum gefüllt. Die Schläuche liegen im ge
füllten Zustand aufeinander gestapelt übereinander und erhöhen dadurch die Deich
krone. Auch in der DE 44 17 672 wird eine Vorrichtung beschrieben, bei der einzel
ne, entlang des Deichverlaufes verlegte Schläuche mit einer Sandmasse im wesent
lichen ohne große Handarbeit gefüllt werden können.
Problematisch an allen vorgeschlagenen Systemen zur Deichsicherung ist, daß die
Flexibilität bezüglich der Anbringung der Beschwerungsmassen an den gefährdeten
Stellen des Deiches nicht besonders hoch oder nur sehr aufwendig möglich ist, daß
die verwendete Füllung extra an die gefährdete Deichstelle verbracht werden muß
und daß der Verband von die Beschwerungsmassen sichernden Körpern gegenüber
der mechanischen Belastung durch den Wasserdruck nicht gesichert ist. Darüber
hinaus erfordern entsprechende stationäre Lösungen hohe Investitionen, die sich nur
an immer wieder gefährdeten Deichabschnitten rechtfertigen lassen und im Falle
einer akuten Überschwemmungsgefahr bautechnisch nicht mehr rechtzeitig fertigge
stellt werden können.
Es ist weiterhin aus der GB 2299606A eine Sicherung im Küstenbereich unter Was
ser bekannt, bei der etwa wurstartig ausgebildete, strangförmige flexible Elemente in
Reihen wallartig übereinander geschichtet werden können. Diese wurstähnlichen
Stränge dienen beispielsweise zum Zurückhalten von Sandmengen im küstennahen
Bereich, wobei diese Elemente unterhalb der Wasserlinie angeordnet werden kön
nen. Die wurstartig gebildeten Stränge werden dabei Unterwasser, ggf. auch entfernt
von der Einsatzstelle vorweg mit einem Wasser-Sand-Gemisch geflutet, wobei Per
forationen in der Hülle der wurstartigen Elemente vorgesehen sind, durch die das
Wasser nach dem Einspülen des Wasser-Sand-Gemisches wieder austreten kann
und der Sand innerhalb des Elementes verbleibt. Durch die Formgebung und die
Aufschichtung der wurstartigen Elemente bedarf ein derart aufgeschichteter Wall
zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen, um ein Herunterrollen oben liegender wurstar
tiger Elemente zu verhindern und den Wall insgesamt auf den Untergrund festzule
gen. Diese Elemente sind daher nicht zum Einsatz für die Deichsicherung oder in
nicht unter Wasser liegenden Bereichen geeignet, auch ist der Aufbau und das Be
füllen dieser Elemente aufwendig und kostenintensiv. Eine sichere Abdichtung ge
genüber anstehendem Wasser kann mit derartigen Elementen aufgrund ihrer Perfo
ration nicht erreicht werden.
Aus der DE 35 00 560 A1 ist ein Schutzschlauch gegen Öl, Chemikalien und Hoch
wasser bekannt, der etwa einen Doppel-T-artigen Querschnitt aufweist und in Längs
richtung in verschiedene Kammern unterteilt ist. Derartige Schutzschläuche können
wallartig aufgeschichtet werden, wobei der verjüngte Mittelbereich des Doppel-T-
Querschnittes mit darunter angeordneten, den Querschnitten des Doppel-T entspre
chenden Bereichen gleichgeformter Schläuche aneinanderliegend aufgestapelt wer
den kann. Eine derartige Stapelung dieser Schutzschläuche weist jedoch im Aufla
gebereich auf den Untergrund eine nur geringe Aufstandsfläche auf, da auch dort die
Verjüngungen der Doppel-T-Form jedes einzelnen Schlauches nur im Bereich der
Querstriche des doppel T aufliegen, zum anderen ist die Befestigung der Schutz
schläuche aneinander durch das Ineinandergreifen der Außenquerschnitte nur von
geringer Festigkeit.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Deichsicherungselement zur
Verfügung zu stellen, daß mit einfachen Mitteln alle für die vielfältigen Aufgaben von
Deichsicherungsmitteln notwendigen Eigenschaften bei verschiedenen Gefährdun
gen eines Deiches bereitstellen kann, insbesondere mit am Einsatzort ohnehin ver
fügbaren Medien füllbar und transportierbar ist und einen starken Widerstand auch
gegenüber den mechanischen Belastungen auf das Deichschutzelement bietet.
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zur Sicherung von Deichen, gebildet
aus einer Anzahl flexibler Behälter, die mit einer der Beschwerung dienenden Sub
stanz, insbesondere mit Wasser oder einem Wasser-Sand-Gemisch füllbar und in
dem mit der fließfähigen Substanz gefüllten Zustand zum gegenüber einem anste
hendem Fluid formschlüssig abdichtenden Stapeln aufeinander legbar sind. In erfin
dungsgemäßer Weise wird diese Vorrichtung dadurch weitergebildet, daß die Vor
richtung aus mindestens zwei Grundformen von flexiblen Behältern gebildet ist, von
denen eine Grundform als Bodenelement für die direkte Auflagerung auf den Unter
grund, insbesondere auf den zu sichernden Deich, eine im wesentlichen ebene
Grundfläche und an ihrer Oberseite im wesentlichen einen verzahnungsartig ausge
bildeten Bereich aufweist und die andere Grundform als Hauptelement zum Stapeln
auf das Bodenelement oder andere Hauptelemente sowohl an der Oberseite als
auch an der Unterseite im wesentlichen einen verzahnungsartig ausgebildeten Be
reich aufweist, und daß die verzahnungsartig ausgebildeten Bereiche von Bo
denelementen und Hauptelementen derart ausgebildet sind, daß die aufeinander
gelegten Behälter nach dem Stapeln zu einem Verband durch das Zusammenwirken
der verzahnungsartig ineinandergreifenden Bereichen gegen Belastungen und dem
Druck von anstehendem Fluid gesichert sind. Hierdurch läßt sich eine besonders
gute Anpassung der aus den Behältern gebildeten Vorrichtung bzw. der Funktionen
der mindestens zwei Grundformen an die Aufgaben bei der Sicherung von Deichen
erreichen, da die Bodenelemente eine besonders gute Lastabtragung bei gleichzeitig
hoher Standsicherheit und Belastbarkeit der zur Vorrichtung aufgeschichteten Be
hälter an dem jeweiligen Einsatzort erreichen. Die einander zugeordneten verzah
nungsartigen Bereiche von Bodenelementen und Hauptelementen bzw. Hauptele
menten und darüber angeordneten weiteren Hauptelementen sorgt dabei für die Bil
dung eines besonders starken Verbandes, da sowohl die Abmessungen der Verzah
nung als auch die Geometrie der Verzahnung so gewählt werden kann, daß die
Lastübertragung zwischen Bodenelementen und Hauptelementen bzw. Hauptele
menten und anderen Hauptelementen optimal einstellbar ist. Auch bilden sich durch
die verzahnungsartigen Bereiche große Auflageflächen zwischen Bodenelementen
und/oder Hauptelementen, die eine besonders gute Abdichtung in diesen aufeinan
derliegenden Dichtfugen ergeben. Durch das Vorsehen von speziell zur Auflagerung
auf den Untergrund vorgesehenen Grundelementen ist eine zuverlässige Abdichtung
der Vorrichtung auch gegen Unterspülung durch ein anstehendes Fluid erzielbar,
wobei die beidseitig mit den verzahnungsartig ausgebildeten Bereichen versehenen
Hauptelemente eine beliebige Stapelhöhe mit nur einer Grundelementform erlauben
und gleichzeitig der Übergang von Bodenelement auf Hauptelement gewährleistet
ist. Durch ein stapelndes Aufschichten der mit den Bodenelementen und/oder weite
ren Hauptelementen gegenüber einem anstehenden Fluid formschlüssig abdichtend
geformten Hauptelemente wird weiterhin erreicht, daß sich die Form und Höhe der
Vorrichtung an die jeweiligen Einsatzfälle einfach und gleichzeitig den Verbund der
Behälter gut absichernd anpassen läßt. Damit läßt sich allein durch das Aufstapeln
der mit der fließfähigen Substanz gefüllten flexiblen Behälter eine durch anstehendes
Fluid hoch belastbare, einen Deich sichernde Schutzwand od. dgl. errichten, die oh
ne zusätzliche Sicherungsmaßnahmen, wie beispielsweise Seilverspannungen od. dgl., die ein Höchstmaß an Sicherheit gegenüber Fluiddurchtritt bei gleichzeitig ho
her mechanischer Belastbarkeit und damit Sicherung für den Deich bietet. Auch
werden durch die Formgebung die Lasten aufgrund der Füllung der Behälter mit der
fließfähigen Substanz direkt und zuverlässig auf darunterliegende Behälter übertra
gen, wobei insbesondere eine gegenseitige Abstützung der Elemente aneinander
erzielbar ist. Auch wird durch den Formschluß die räumliche Zuordnung von Bo
denelementen und Hauptelementen durch die verzahnungsartig ausgebildeten Be
reiche eindeutig und einfach festgelegt und ergibt sich für die das Aufstapeln be
werkstelligenden Personen nahezu von selbst. Fehler beim Aufstapeln und daraus
resultierende Undichtigkeiten der Vorrichtung lassen sich dadurch ohne besonderen
Prüfungsaufwand sicher vermeiden.
Eine besonders bevorzugte Weiterbildung sieht vor, daß das Bodenelement mehrere
aneinandergereihte, mit benachbart anzuordnenden Behältern zum formschlüssigen
Abdichten gegenüber anstehenden Fluid bestimmte Abschnitte aufweist, die ab
schnittsweise miteinander verbunden sind und einen verzahnungsartig ausgebilde
ten Bereich bilden und jeder Abschnitt prismatisch mit im wesentlichen dreiecksför
migem Querschnitt ist. Durch die Aneinanderreihung mehrerer dieser Abschnitte des
Bodenelementes, wobei jeder Abschnitt prismatisch etwa dreiecksförmigen Quer
schnitt aufweist, ergibt sich eine einfache, sich wiederholende Gestaltung und eine
mechanische Kopplung derartiger einzelner Abschnitte zu den verzahnungsartig
ausgebildeten Bereich der Hauptelemente. Der etwa dreiecksförmige prismatische
Querschnitt läßt eine besonders gute Lastabtragung und gleichzeitig eine hohe
Dichtfläche zwischen aufeinandergestapelten Elementen zu.
Eine andere Weiterbildung sieht vor, daß das Hauptelemente mehrere aneinander
gereihte, mit benachbart anzuordnenden Behältern zum formschlüssigen Abdichten
gegenüber anstehendem Fluid bestimmte Abschnitte aufweist, die abschnittsweise
miteinander verbunden sind und einen verzahnungsartig ausgebildeten Bereich bil
den, wobei jeder Abschnitt prismatisch mit im wesentlichen rautenförmigem Quer
schnitt ist. Die etwa rautenförmige Querschnittsgestaltung der Hauptelemente paßt
dabei entsprechend zu der etwa dreiecksförmigen Querschnittsgestaltung der Ab
schnitte der Bodenelemente, so daß in den verzahnungsartig ausgebildeten Berei
chen eine besonders gute Abdichtung zwischen Haupt- und Bodenelementen und
Hauptelementen und weiteren Hauptelementen erreicht wird. Besonders vorteilhaft
ist es, wenn der rautenförmige Querschnitt der Hauptelemente im wesentlichen aus
zwei mit ihren Grundseiten gegeneinandergelegten Dreiecksformen passend zum
dreiecksförmigen Querschnitt der Abschnitte der Bodenelemente gebildet ist.
Weiterhin ist es von Vorteil, daß die aneinandergereihten Abschnitte 4, 5 der flexi
blen Behälter im nicht mit der fließfähigen Substanz gefüllten Zustand zieharmoni
kaartig faltbar sind. Das zieharmonikaartige Zusammenlegen läßt sich aufgrund der
Querschnittsformen und Hauptelementen und Bodenelementen besonders einfach
gestalten und konstruktiv umsetzen.
Von besonderem Vorteil ist es, daß die flexiblen Behälter im nicht mit der fließfähi
gen Substanz gefüllten, zieharmonikaartig gefalteten Zustand mit einem geringen
Packvolumen Lagerbar und wiederverwendbar sind. Hierdurch können beispielsweise
in häufiger von Hochwasser oder dgl. bedrohten Gebieten erfindungsgemäße Be
hälter mit nur geringem Platzbedarf bevorratet werden, die für einen Einsatz schnell
und ohne großen Aufwand auch über größere Strecken transportierbar sind sowie
nach einem Einsatz einfach entleert und wieder eingelagert werden können.
In einer Ausgestaltung sind in den mehreren Abschnitten der Behälter jeweils Teil
volumina der fließfähigen Substanz voneinander abgetrennt und die einzelnen Ab
schnitte jeweils getrennt zu befüllen. Hierdurch wird in Form eines Mehrkammersy
stems eine besonders gute Sicherheit gegenüber Verletzungen von Behältern der
Vorrichtung erreicht, wenn z. B. ein Behälter undicht oder seine Außenhaut verletzt
wird. Die anderen Kammern des Behälters bleiben dabei stabil, so daß nur geringe
Undichtigkeiten der Vorrichtung resultieren.
In einer anderen Weiterbildung sind die aneinandergereihten, mit angrenzenden Be
hältern zum formschlüssigen Abdichten gegenüber anstehendem Fluid bestimmten
Abschnitte miteinander an jeweils zugeordneten Kanten verbunden. Hierdurch läßt
sich gewährleisten, daß die Behälter einfach herzustellen sind, da sie beispielsweise
aus einem rollen- oder bahnförmigen Material hergestellt werden können, aus dem
z. B. durch Fügeoperationen die kammerartigen Bereiche gebildet werden.
In einer bevorzugten Ausgestaltung stehen die aneinandergereihten Abschnitte mit
einander in von der eingefüllten fließfähigen Substanz durchtretbarer Verbindung.
Insbesondere sind an den Verbindungen der Abschnitte der Behälter Öffnungen an
den verbindenden Kanten ausbildbar, so daß ein einfaches Befüllen eines ganzen
Behälters durch nur eine Einfüllöffnung möglich ist.
Insbesondere bei der Herstellung der flexiblen Behälter aus Rollen- oder Bahnen
material können zwischen den im Bereich der Kanten gegenüberliegenden Wandun
gen der Behälter Verstrebungen vorgesehen sein, die die Wandungen der Behälter
in diesem Abschnitt zusammenhalten und damit die Form eines Behälters mitbe
stimmen.
Weiterhin können die flexiblen Behälter mindestens zwei verschließbare Öffnungen
aufweisen, von denen die eine Öffnung zum Befüllen mit der fließfähigen Substanz
und die andere Öffnung zum Entweichen der vor dem Füllen in dem Behälter befind
lichen Luft vorgesehen ist. Hierdurch ist eine Verbesserung, insbesondere ein be
schleunigtes Befüllen der Behälter erzielbar.
Bezüglich der Dimensionierung der flexiblen Behälter weisen diese eine derartige
Anzahl von mit der fließfähigen Substanz füllbaren Abschnitten auf, daß bezüglich
des Gewichtes eines Behälters im mit der fließfähigen Substanz gefüllten Zustand
ein einfacher Transport mindestens eines flexiblen Behälters durch eine Person
möglich ist. Dies vereinfacht das Handling der Behälter beim Befüllen sowie beim
Aufstapeln der Behälter zu der erfindungsgemäßen Vorrichtung, da hierdurch für das
Handling der Behälter nur jeweils eine Person benötigt wird.
Das Handling weiter verbessernd kann mindestens ein beweglich an jedem Behälter
angelenkter Handgriff vorgesehen werden, der einen Transport des Behälters insbe
sondere durch Personen vereinfacht.
Die zum formschlüssigen Abdichten gegenüber anstehendem Fluid bestimmten Ab
schnitte können aufgrund ihrer Flexibilität auch im mit der fließfähigen Substanz ge
füllten Zustand eine Anpassung der aus den gestapelten Behältern gebildeten Vor
richtung an am Einsatzort vorhandene Gelände- bzw. Deichformen ermöglichen.
Hierdurch sind auch ohne notwendige Erdarbeiten beispielsweise der Kontur von
Deichen oder Geländeformationen folgende Abdichtungen und sonstige Siche
rungsmaßnahmen mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung einfach herstellbar.
Vorteilhaft werden die Behälter aus einem dünnwandigen, flexiblen und flüssigkeits
dichten Werkstoff gebildet, wobei in einer Ausgestaltung die flexiblen Behälter zu
mindest teilweise aus Kunststoffolie gebildet sind, vorzugsweise einer PVC-Folie
oder dgl. Hierdurch läßt sich mit einfachen Herstellungsverfahren und aus verarbei
tungstechnisch günstigen Materialien eine auch für den Langzeitbetrieb oder wieder
holten Einsatz besonders geeignete Form der aus Behältern gebildeten Vorrichtung
erreichen.
Zur Vergrößerung der zu erzielenden Belastung von Deichen im Hochwasserfall
können an den flexiblen Behältern Beschwerungselemente vorgesehen werden, die
eine Erhöhung des Gewichtes der Vorrichtung bewirken. Insbesondere können die
Beschwerungselemente in Form von schweren stabförmigen Elementen, vorzugs
weise aus Blei oder dgl. gebildet sein, die in an den flexiblen Behältern vorsehbaren,
vorzugsweise köcherförmigen Taschen einsteckbar sind.
Eine besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrich
tung zeigt die Zeichnung.
Es zeigen:
Fig. 1 - eine erfindungsgemäße Vorrichtung aus Bodenelement und Haupt
element in einer aufgestapelten Konfiguration, dargestellt als Explo
sionsdarstellung,
Fig. 2 - Detailansicht eines Endbereiches eines Hauptelementes,
Fig. 3 - teilweise zusammengefaltetes Hauptelement,
Fig. 4 - Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung an einem durch
Durchsickerungsbereiche bedrohten Deich,
Fig. 5 - Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung an einem durch
Grundbruch hervorgerufenen, durch Untersickerungsbereiche be
drohten Deich,
Fig. 6 - Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Erhöhung eines
bedrohten Deiches.
In der Fig. 1 ist prinzipienhaft eine typische Anordnung von zwei erfindungsgemä
ßen flexiblen Behältern dargestellt, wobei ein Bodenelement 1 auf einem nur ange
deuteten Untergrund 8, z. B. einem Deichabschnitt oder dgl., aufliegt und ein Haupt
element 2 in bestimmungsgemäßer Zuordnung zu dem Bodenelement 1, aber verti
kal bezogen auf die Stapelrichtung 7 abgehoben von dem Bodenelement 1 noch
über dem Bodenelement 1 schwebt. In dieser Darstellung ist die prinzipielle Funkti
onsweise einer aus derartigen flexiblen Behältern 1, 2 hergestellten erfindungsge
mäßen Vorrichtung besonders gut erkennbar, die aus einer Reihung einer Anzahl
oder Vielzahl von derartigen Behältern 1, 2 in Reihungsrichtung 22 an beiden Enden
der Behälter 1, 2 bestehen kann. Ebenfalls läßt sich durch Aufstapeln zumindest von
einer Anzahl von Hauptelementen 2 in Stapelrichtung 7 eine Vorrichtung entspre
chend den Bedürfnissen am Einsatzort beispielsweise bei Hochwasser aufbauen. In
der Darstellung gemäß Fig. 1 sind Bodenelement 1 und Hauptelement 2 so darge
stellt, daß sie mit einer nicht weiter erläuterten fließfähigen Substanz, z. B. Wasser
aus dem Hochwasser führenden Gewässer oder dgl., gefüllt und daher auf ihre Ge
brauchsform gebracht sind.
Das Bodenelement 1 weist eine im wesentlichen ebene Aufstandsfläche 6 auf, mit
der das Bodenelement 1 abdichtend und vom Gewicht darüber angeordneter Haupt
elemente 2 satt auf den Untergrund 8 gedrückt wird. Die im wesentlichen ebene Auf
standsfläche 6 erlaubt hierbei eine gute Anpassung an den Untergrund 8, der bei
spielsweise durch kleine Bodenwellen, Bodenbeläge oder Steine in sich nicht ganz
eben sein kann. Unterstützt wird die gute Anpassung an den Untergrund 8 durch die
später noch näher erläuterte Flexibilität des Materials, aus dem das Bodenelement 1,
aber auch die Hauptelemente 2 gefertigt werden können. Angrenzend an das Bo
denelement 1 und dem darüber angeordneten Hauptelement 2 zugewandt sind Ab
schnitte 5 an dem Bodenelement 1 angeordnet, die mit einer fließfähigen Substanz
gefüllt werden können. Diese Abschnitte 5 des Bodenelementes 1 sind im wesentli
chen prismatisch und weisen einen etwa dreiecksförmigen Querschnitt auf. Bildlich
gesprochen bilden diese Bereiche 5 eine verzahnungsartige Oberseite des Bo
denelementes 1, auf denen Hauptelemente 2 aufgestapelt werden können. Das Bo
denelement 1 weist in der dargestellten Ausführungsform vier solcher Abschnitte 5
auf, die an den durch die verzahnungsartige Gestalt gebildeten Überströmbereichen
23 miteinander verbunden sind und wobei die fließfähige Substanz an diesen Über
strömbereichen 23 von einem Abschnitt 5 in einen benachbarten Abschnitt 5 über
strömen kann. Es ist selbstverständlich auch denkbar, daß die hier offen dargestell
ten Überströmbereiche 23 z. B. als geschlossene Nähte ausgeführt sind und die Ab
schnitte 5 flüssigkeitsdicht gegeneinander abdichten, gleichwohl aber die Abschnitte
5 aneinander befestigt sind. Es versteht sich weiterhin von selbst, daß die in Figur dargestellte Anzahl der Abschnitte 5 pro Bodenelement 1 bzw. Hauptelement 2 sich
verändern läßt, wobei die Anzahl im wesentlichen von dem Gewicht des gefüllten
Bodenelementes 1 insbesondere bezüglich seiner Transportierbarkeit und seiner
Handhabbarkeit abhängt.
Das über dem Bodenelement 1 abgehoben aufgestapelt dargestellte Hauptelement
2 weist eine dem Bodenelement 1 entsprechende Ausbildung von Abschnitten 4 auf,
die durch ein Einfüllen einer fließfähigen Substanz ausgefüllt werden können. Diese
Abschnitte 4 weisen eine im wesentlichen prismatische, im Querschnitt rautenförmi
ge Form auf, wobei insbesondere die dem Bodenelement 1 bzw. benachbart ange
ordneten Hauptelementen 2 zugewandten Zonen so ausgebildet sind, daß die drei
ecksförmigen Abschnitte 5 des Bodenelementes 1 und die rautenförmigen Ab
schnitte 4 der Hauptelemente 2 möglichst in bestimmungsgemäßer Weise vollflächig
aufeinander zu liegen kommen. Am einfachsten läßt sich dies erreichen, wenn die
Flankenwinkel der dreiecksförmigen Abschnitte 5 des Bodenelementes 1 und die
Flankenwinkel der rautenförmigen Abschnitte 4 des Hauptelementes 2 gleiche Win
kel einschließen. Das dargestellte Hauptelement 2 ist bezüglich seiner Mittelebene
symmetrisch aufgebaut, so daß auf seiner Oberseite in Stapelrichtung 7 weitere
Hauptelemente 2 in einer dem Stapeln von Hauptelement 2 auf Bodenelement 1
entsprechenden Weise eingelegt werden können.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird also durch ein aufgrund der Außenformen
von Bodenelement 1 und Hauptelement 2 formschlüssiges Aufstapeln von flexiblen
Behältern gebildet, wobei insbesondere durch die mittels der Abschnitte 4 bzw. 5
bewirkte Verzahnung der Behälter 1, 2 eine besonders gute Abdichtung der Auflage
flächen gegenüber einem nicht dargestellten, anstehenden Fluid erreichbar ist.
Gleichzeitig wird der die Vorrichtung bildende Verband von Behältern 1, 2 durch die
Verzahnung mechanisch besonders gut aneinander festgelegt, wodurch mechani
sche Belastungen z. B. durch ein strömendes Fluid und die aufgrund eines anste
henden Fluides aufgebrachten statischen Drücke besonders gut aufgenommen und
in den Untergrund 8 abgeleitet werden.
Es sind auch weitere, hier nicht genauer dargestellte Formen von Behältern 1, 2
denkbar, die aufgrund von Einsatzanforderungen bei der Deichsicherung bestimmte
Aufgaben übernehmen können, beispielsweise Abschlußelemente in Reihungsrich
tung oder an der Oberseite der Vorrichtung oder dgl.
Die Behälter 1, 2 sind vorteilhaft aus einer dünnen, reißfesten und flexiblen Folie,
beispielsweise einer Kunststoffolie gebildet. Eine derartige fluiddichte Folie läßt sich
leicht herstellen und verarbeiten, wozu aus anderen Anwendungsbereichen derarti
ger Folien bekannte Verfahren für eine kostengünstige Fertigung herangezogen
werden können. Durch die mechanische Flexibilität einer derartigen Folie läßt sich
insbesondere eine gute Abdichtung in den Fügezonen zwischen den Behältern 1, 2
erreichen, die beim Aufstapeln auch ohne hohen Kontrollaufwand erreichbar ist.
Die Behälter 1, 2 lassen sich weiterhin in ihrer Wirkung verbessern, wenn zusätzlich
zu der Beschwerung durch das Einfüllen einer fließfähigen Substanz separate Be
schwerungselemente 3 an den Behältern 1, 2 angebracht werden können, die zu
sätzliches Gewicht z. B. auf einen Deich 16 aufbringen und damit die Deichsicherung
verbessern. Beispielsweise können derartige Beschwerungselemente 3 in Form von
Stangen ausgebildet sein, die beispielsweise aus Blei oder einem anderen Material
mit hohem spezifischen Gewicht hergestellt sind. Selbstverständlich können auch
andere Werkstoffe oder andere Formen für die Beschwerungselemente 3 Verwen
dung finden. Die in Fig. 1 dargestellten Stangen 3 werden in an den Behältern 1, 2
vorgesehene Taschen 9 eingesteckt, die im wesentlichen über die ganze Länge der
Behälter 1, 2 verlaufen und eine köcherförmige Aufnahme für die Stangen 3 bilden.
Insbesondere zur Seite des anstehenden Fluides 15 sind diese Taschen 9 in Ein
steckrichtung geschlossen, so daß durch die Taschen 9 keine Undichtigkeiten in der
Vorrichtung 19 geschaffen werden. Die Beschwerungselemente 3 verhindern insbe
sondere auch ein Aufschwimmen der Behälter 1, 2 in einem nur teilweise gefüllten
Zustand und können auch noch nach dem Befüllen der Behälter 1, 2 mit der fließfä
higen Substanz in die köcherförmigen Taschen 9 eingesteckt werden.
In der Fig. 2 sind einige Konstruktionsdetails eines Hauptelementes 2 dargestellt,
die selbstverständlich auch für andere Formen der Behälter 1, 2 wie beispielsweise
die Bodenelemente 1 gelten können.
Zum Befüllen der Behälter 1, 2 mit der fließfähigen Substanz sind zwei Öffnungen,
eine Einfüllöffnung 10 und eine Luftaustrittsöffnung 11 vorgesehen, mit denen die
Behälter 1, 2 beispielsweise mit dem Wasser eines Hochwasser führenden Gewäs
sers befüllt werden können. Hierbei wird beispielsweise ein Schlauch in die Einfüll
öffnung 10 gesteckt, der Wasser aus dem Gewässer in den Behälter 1, 2 leitet, wo
bei gleichzeitig die durch das eingefüllte Wasser verdrängte Luft an der Luftaustritts
öffnung 11 entweichen kann. Hierdurch läßt sich das Befüllen gleichzeitig vereinfa
chen und beschleunigen. Nach Abschluß des Befüllvorganges werden beide Öff
nungen 10, 11 beispielweise durch nicht weiter dargestellte Verschlußkörper abge
dichtet.
Weiterhin ist an der Kopfseite des Behälters 2 ein Handgriff 12 vorgesehen, der ein
bequemes Tragen des Behälters 2 allein durch eine Person ermöglicht, wenn etwa
nach dem Befüllen des Behälters 2 nahe der Deichkrone der Behälter 2 in den Be
reich des Deichfußes verbracht werden muß. Wird der Handgriff 12, wie etwa beim
Stapeln der Behälter 2, nicht mehr benötigt oder stört er sogar durch sein Hervorste
hen, so kann er in eine in dem Behälter 2 ausgebildete Griffmulde 14 eingeklappt
werden, so daß er nach außen bündig abschließt. Der Handgriff 12 kann beispiels
weise über ein Folienscharnier mit dem Behälter 2 verbunden oder einstückig aus
diesen ausgeformt sein.
Weiterhin ist erkennbar, wie im Bereich der Überströmöffnungen 23 mit Hilfe von
vorteilhaft ebenfalls aus Folienmaterial gebildeten Verstrebungen 13 die zum Füllen
mit der fließfähigen Substanz bestimmten Abschnitte 4 ausgebildet sind. Es kann
etwa ein Materiallappen senkrecht zur Mittelebene des Behälters 2 derart mit der die
Außenhülle bildenden Folie verschweißt sein, daß sich eine Art Traverse ergibt, die
die beiden Deckseiten der Außenhülle aneinander festlegt und dadurch die Veren
gung des Behälters 2 im Bereich der Überströmöffnung 23 bedingt. Zwischen den
Verstrebungen 13 kann die fließfähige Substanz frei zwischen den Abschnitten 4
zirkulieren, insbesondere sich auch beim Einfüllen an nur einer Stelle des Behälters
2 gleichmäßig im gesamten Behälter 2 verteilen.
Darüber hinaus erkennt man die Ausbildung der köcherförmigen Taschen 9 zur Auf
nahme der Beschwerungselemente 3, die in Form einer Einrollung des Folienmateri
als bzw. eines rollenförmig ausgebildeten, vorteilhafterweise angeschweißten Foli
enstückes hergestellt sind.
In der Fig. 3 ist ein weiterer besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Behälter 2
bzw. 1 erkennbar, der sich aus der Zusammenlegbarkeit im nicht befüllten Zustand
ergibt. Nach Gebrauch der Behälter 1, 2 lassen sich diese durch die Formgebung im
entleerten Zustand zieharmonikaartig zusammenlegen oder -falten, so daß sie nur
geringen Stauraum bei einer Lagerung oder z. B. beim Transport benötigen. Hierzu
wird, wie in der Fig. 3 in einem Zwischenstadium dargestellt, jeder Abschnitt 4 zwi
schen den Überströmbereichen 23 durch Einschlagen beispielsweise an vorgegebe
nen Falzstellen zusammengelegt, so daß der gesamte Behälter im wesentlichen
flach nur noch eine geringe Höhe aufweist. Es kann in diesem Zustand eine große
Anzahl von Behältern aufeinander gestapelt und zu Bündeln zusammengefaßt gela
gert werden.
In den Fig. 4 bis 6 sind typische Einsatzfälle von erfindungsgemäßen Vorrichtun
gen 19 bei verschiedenen Belastungen eines Deiches 16 dargestellt. Der Deich 16
steht mit seinem Deichfuß 17 auf einem nicht weiter dargestellten Untergrund, wobei
an seiner Wasserseite ein Fluid 15 ansteht. Auf der Landseite verläuft parallel zum
Deich 16 ein landseitiger Graben 18 zur Abführung von auf diese Seite gelangten
Fluids 15.
Dieses Fluid 15 belastet den Deich 16 in Fig. 4 etwa durch Durchsickerungsberei
che 20, durch die der Deich 16 aufgeweicht wird. Zur Befestigung der durch die
Durchsickerungsbereiche 20 aufgeweichten bzw. aufgeschwemmten Landseite des
Deiches 16 wird hier eine erfindungsgemäße Vorrichtung 19 aus einer großen Zahl
von Behältern 1, 2 aufgestapelt, die mit ihrem Gewicht eine Aufweichung der Land
seite des Deiches 16 verhindern. Man kann erkennen, daß aufgrund der Formge
bung und der Flexibilität der Behälter 1, 2 eine einfache Anpassung der Vorrichtung
19 an die landseitige Querschnittsform des Deiches 16 erreichbar ist.
In der Fig. 5 ist entsprechend Fig. 4 ein aufgrund eines Grundbruches durch Un
tersickerungsbereiche 21 bedrohter Deich 16 dargestellt, bei dem ebenfalls auf der
Landseite im Bereich des Deichfußes 17 und etwa bis hin zum landseitigen Graben
18 eine Beschwerung der Landseite mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung 19 aus
Behältern 1, 2 vorgenommen worden ist.
In der Fig. 6 ist schließlich ein Einsatz der erfindungsgemäße Vorrichtung 19 zur
Erhöhung einer Deichkrone sowie zur Beschwerung der kronennahen Bereiche des
Deiches 16 dargestellt. Durch ein Anstehen des Fluides 15 über die ursprüngliche
Höhe der Deichkrone droht der Deich 16 überspült zu werden. Hierzu wurde eine
erfindungsgemäße Vorrichtung 19 so im Bereich der Deichkrone aufgestapelt, daß
die wasserseitige und die landseitige Deichböschung mit einer dünnen Lage von Be
hältern 1, 2 belegt worden ist und im Bereich der Deichkrone eine Erhöhung des
Deiches 16 durch einen höheren Stapel von Behältern 1, 2 vorliegt. Man erkennt gut,
daß durch die unterschiedlichen Stapelhöhen der Behälter 1, 2 eine belastungsge
rechte Ausbildung der Vorrichtung 19 erreichen läßt, wobei insbesondere durch die
sanft ansteigende Rampe der dreicksförmigen Berandung der Behälter 1, 2 die hy
drostatische Belastung der Behälter 1, 2 zu einer zusätzlichen Beschwerung des
Deiches 16 und nicht zu einem Wegdrücken der Behälter 1, 2 von deren Auflage
rungsort führt.
1
- Bodenelement
2
- Hauptelement
3
- Beschwerungsstab
4
- Füllungsabschnitt Hauptelement
5
- Füllungsabschnitt Bodenelement
6
- ebene Aufstandsfläche
7
- Stapelrichtung
8
- Untergrund
9
- köcherförmige Tasche
10
- Einfüllöffnung
11
- Luftaustrittsöffnung
12
- Handgriff
13
- Verstrebung
14
- vertiefte Mulde
15
- anstehendes Fluid
16
- Deich
17
- Deichfuß
18
- landseitiger Graben
19
- Vorrichtung
20
- Durchsickerungsbereiche
21
- Untersickerungsbereiche
22
- Reihungsrichtung
23
- Überströmbereiche
Claims (18)
1. Vorrichtung (19) zur Sicherung von Deichen (16), gebildet aus einer Anzahl
flexibler Behälter (1, 2), die mit einer der Beschwerung dienenden Substanz,
insbesondere mit Wasser oder einem Wasser-Sand-Gemisch füllbar und in
dem mit der fließfähigen Substanz gefüllten Zustand zum gegenüber einem an
stehendem Fluid (15) formschlüssig abdichtenden Stapeln aufeinander legbar
sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Vorrichtung (19) aus mindestens zwei Grundformen von flexiblen Behältern
(1, 2) gebildet ist, von denen eine Grundform als Bodenelement (1) für die di
rekte Auflagerung auf den Untergrund, insbesondere auf den zu sichernden
Deich (16), eine im wesentlichen ebene Grundfläche und an ihrer Oberseite im
wesentlichen einen verzahnungsartig ausgebildeten Bereich aufweist und die
andere Grundform als Hauptelement (2) zum Stapeln auf das Bodenelement
(1) und/oder andere Hauptelemente (2) sowohl an der Oberseite als auch an
der Unterseite im wesentlichen einen verzahnungsartig ausgebildeten Bereich
aufweist, und daß die verzahnungsartig ausgebildeten Bereiche von Bo
denelementen (1) und Hauptelementen (2) derart ausgebildet sind, daß die
aufeinander gelegten Behälter (1, 2) nach dem Stapeln zu einem Verband
durch das Zusammenwirken der verzahnungsartig ineinandergreifenden Berei
che gegen Belastungen und dem Druck von anstehendem Fluid (15) gesichert
sind.
2. Vorrichtung (19) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bo
denelement (1) mehrere aneinandergereihte, mit benachbart anzuordnenden
Behältern (1, 2) zum formschlüssigen Abdichten gegenüber anstehenden Fluid
(15) bestimmte Abschnitte (4, 5) aufweist, die abschnittsweise (23) miteinander
verbunden sind und einen verzahnungsartig ausgebildeten Bereich bilden und
jeder Abschnitt (4, 5) prismatisch mit im wesentlichen dreiecksförmigem Quer
schnitt ist.
3. Vorrichtung (19) nach einem der Ansprüche 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Hauptelemente mehrere aneinandergereihte, mit benachbart anzuordnen
den Behältern (1, 2) zum formschlüssigen Abdichten gegenüber anstehendem
Fluid bestimmte Abschnitte (4, 5) aufweist, die abschnittsweise (23) miteinan
der verbunden sind und einen verzahnungsartig ausgebildeten Bereich bilden,
wobei jeder Abschnitt (4, 5) prismatisch mit im wesentlichen rautenförmigem
Querschnitt ist.
4. Vorrichtung (19) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die aneinandergereihten Abschnitte (4, 5) der flexiblen Behälter (1, 2)
im nicht mit der fließfähigen Substanz gefüllten Zustand zieharmonikaartig falt
bar sind.
5. Vorrichtung (19) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die flexiblen
Behälter (1, 2) im nicht mit der fließfähigen Substanz gefüllten, ziehamonikaar
tig gefalteten Zustand mit einem geringen Packvolumen lagerbar und wieder
verwendbar sind.
6. Vorrichtung (19) nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeich
net, daß in den mehreren Abschnitten (4, 5) der Behälter (1, 2) jeweils Teilvo
lumina der fließfähigen Substanz voneinander abgetrennt und die einzelnen
Abschnitte (4, 5) jeweils getrennt zu befüllen sind.
7. Vorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die aneinandergereihten, mit angrenzenden Behältern (1, 2) zum
formschlüssigen Abdichten gegenüber anstehendem Fluid (15) bestimmten Ab
schnitte (4, 5) miteinander an jeweils zugeordneten Kanten (23) verbunden
sind.
8. Vorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die aneinandergereihten Abschnitte (4, 5) miteinander in von der
eingefüllten fließfähigen Substanz durchtretbarer Verbindung (13) stehen.
9. Vorrichtung (19) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß an der Ver
bindung der Abschnitte (4, 5) der Behälter (1, 2) Öffnungen an den verbinden
den Kanten (23) gebildet sind, durch die ein einfaches Befüllen eines ganzen
Behälters (1, 2) durch nur eine Einfüllöffnung (10) möglich ist.
10. Vorrichtung (19) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeich
net, daß nahe den verbindenden Kanten (23) der Behälter (1, 2) Verstrebun
gen (13) zwischen den im Bereich der Kanten (23) gegenüberliegenden Wan
dungen der Behälter (1, 2) vorgesehen sind.
11. Vorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die flexiblen Behälter (1, 2) mindestens zwei verschließbare Öff
nungen (10, 11) aufweisen, von denen eine Öffnung (10) zum Befüllen mit der
fließfähigen Substanz und die andere Öffnung (11) zum Entweichen der vor
dem Füllen in dem Behälter (1, 2) befindlichen Luft vorgesehen ist.
12. Vorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die flexiblen Behälter (1, 2) eine derartige Anzahl von mit der
fließfähigen Substanz füllbaren Abschnitten (4, 5) aufweisen, daß bezüglich
des Gewichtes eines Behälters (1, 2) im mit der fließfähigen Substanz gefüllten
Zustand ein einfacher Transport mindestens eines flexiblen Behälters (1, 2)
durch eine Person möglich ist.
13. Vorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß mindestens ein beweglich an jedem Behälter (1, 2) angelenkter
Handgriff (12) vorgesehen ist, der einen Transport des Behälters (1, 2) insbe
sondere durch Personen vereinfacht.
14. Vorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die zum formschlüssigen Abdichten gegenüber anstehendem
Fluid (15) bestimmten Abschnitte aufgrund ihrer Flexibilität auch im mit der
fließfähigen Substanz gefüllten Zustand eine Anpassung der aus den gesta
pelten Behältern (1, 2) gebildeten Vorrichtung (19) an am Einsatzort vorhande
ne Gelände- bzw. Deichformen ermöglichen.
15. Vorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Behälter (1, 2) aus einem dünnwandigen, flexiblen und flüs
sigkeitsdichten Werkstoff gebildet sind.
16. Vorrichtung (19) nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die flexi
blen Behälter (1, 2) zumindest teilweise aus Kunststoffolie gebildet sind, vor
zugsweise einer PVC-Folie oder dgl.
17. Vorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß an den flexiblen Behältern (1, 2) Beschwerungselemente (3)
vorsehbar sind, die eine Erhöhung des Gewichtes der Vorrichtung (19) bewir
ken.
18. Vorrichtung (19) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Be
schwerungselemente (3) in Form von schweren stabförmigen Elementen, vor
zugsweise aus Blei oder dgl. gebildet sind, die in an den flexiblen Behältern (1,
2) vorsehbaren, vorzugsweise köcherförmigen Taschen (9) einsteckbar sind.
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