Die Erfindung betrifft einen Teststreifen zur Analyse einer Körperflüssigkeits
probe und zum Auswerten in einem Testinstrument
gemäß dem Patentanspruch 1.
Der Bedarf an einfachen Verfahren zum Bestimmen der che
mischen und biologischen Bestandteile in Körperflüssigkeiten
ist mit zunehmendem Einsatz von medizinischen Tests vor Ort
gestiegen. Verbreitet ist die Selbstüberwachung von Blutzuc
kerkonzentrationen durch Patienten mit Diabetes. Auf der
Grundlage der Testergebnisse verabreichen sich diese Patien
ten häufig Insulin oder ergreifen andere therapeutische Maß
nahmen. Da Tests allgemein mehrmals täglich empfohlen sind
und umgebungsunabhängig erfolgen können, ist ein leicht ein
zusetzendes und relativ billiges Verfahren zur Realisierung
dieser Aufgabe erforderlich. Für viele Diabetespatienten sind
die Testkosten erheblich, insbesondere für ältere Patienten
mit Festeinkommen und jene, denen die Kosten nicht von Kran
kenkassen erstattet werden.
Zusätzlich zur Überwachung chronischer Erkrankungen gibt
es weitere Anwendungen, bei denen einfache, billige Tests vor
Ort gewünscht sein können. Beispielsweise sind viele Ärzte
der Ansicht, daß bestimmte Medikationen aus Sicht der medizi
nischen Resultate wie auch der Kosten viel wirksamer verab
reicht werden könnten, wenn der zirkulierende bzw. Blutwert
solcher Medikationen im Behandlungsverlauf überwacht werden
könnte. Ist der Wert eines Analyts oder eines biologischen
Agens ausreichend von Bedeutung, muß der Patient im allgemei
nen eine Klinik oder ein Labor aufsuchen und sich einer Ve
nenpunktion unterziehen, so daß ein Test mit einem teuren
klinischen Instrument durchgeführt werden kann. Die Fähig
keit, den Patienten in der Arztpraxis oder zu Hause billig zu
überwachen, könnte die Resultate verbessern. Angesichts der
derzeitigen Auflagen, die Kostenrentabilität im Gesundheits
wesen zu verbessern, wären billige, leicht zu nutzende Alter
nativen zu teuren Testverfahren willkommen.
Vom Nationalen Gesundheitsamt wurde eine Großuntersu
chung durchgeführt, um den Nutzen einer langfristigen genauen
Blutzuckerkontrolle für Diabetiker zu bewerten. Die als
"DCCT" bekannte Studie belegte, daß die langfristige genaue
Kontrolle der Blutzuckerwerte von Patienten in direkter Be
ziehung zur Gesundheit der Patienten steht. Eine Möglichkeit
für Mediziner, die Kontrolle eines Patienten zu überwachen,
besteht darin, daß der Patient ein Blutzucker-Überwachungssy
stem verwendet, das eine Speichereinheit zur Registrierung
des Blutzuckerwerts und anderer Informationen hat, z. B. Da
ten und Zeiten.
Derzeit verwenden viele Diabetiker ein in US 5 304 468 A
(Phillips et al.) beschriebenes Testverfahren. Dieses
System weist ein elektronisches Meßgerät und einen Wegwerf-
Reagensstreifen auf. Das Meßgerät liest die Farbänderung des
Streifens ab, die mit der Konzentration des Analyts in der
auf den Streifen aufgetragenen Probe korreliert. Das Meßgerät
ist ein teures und kompliziertes Instrument, das mehrere
Lichtquellen oder Detektoren verwendet, um die Reagensfarbänderung
von der Probenfarbe zu isolieren. Vom Benutzer ist der
Kalibriercode für das Meßgerät so auszuwählen, daß er dem Ka
libriercode für die Teststreifen entspricht. Auf diese Weise
trägt das Meßgerät einem breiten Bereich von Teststreifen-
Leistungswerten Rechnung.
US 4 637 403 A (Garcia et al.) beschreibt ein inte
griertes System, das ein Verfahren bereitstellt, bei dem der
Patient einen Einschnitt im Finger vornimmt, um eine Blutpro
be zu nehmen, die anschließend durch die Vorrichtung verwen
det wird, um die Analytmenge in der Probe abzulesen. Dieses
System nutzt ein komplexes Reflexionssystem zum Ablesen des
Analytwerts in der Probe.
US 5 279 294 A (Anderson et al.) beschreibt ein hemd
taschengroßes Handgerät zur quantitativen Messung von Glucose
oder Analyten in biologischen Flüssigkeiten. Das Gerät hat
ein hochentwickeltes Elektroniksystem und ein Probenahmesy
stem, die in eine Vorrichtung integriert sind, um die Analyt
menge in einer Körperflüssigkeitsprobe zu bestimmen.
US 5 515 170 A (Matzinger et al.) beschreibt die
Schwierigkeiten, einen Streifenhalter und ein Optiksystem
sauber zu halten, sowie die Notwendigkeit, den Teststreifen
in der richtigen Perspektive der Optik zu präsentieren.
EP 0 351 891 B1 (Hill et
al.) beschreibt ein elektrochemisches System und Elektroden,
die zur Bestimmung von Blutzuckerwerten in vitro geeignet
sind. Das System erfordert den Einsatz teurer Elektroden und
eines hochentwickelten Ablesegeräts, um Blutzuckerwerte zu
bestimmen.
US 4 994 167 A (Shults et al.) beschreibt eine Meßvor
richtung zum Bestimmen des Vorhandenseins und der Menge einer
Substanz in einer biologischen Flüssigkeit unter Verwendung
elektrochemischer Verfahren. Dieses System erfordert ein kom
pliziertes Instrument und Verfahren, damit der Patient das
quantitative Ergebnis bestimmt.
US 5 580 794 A (Allen; nachveröffentlicht) beschreibt eine zum ein
maligen Gebrauch bestimmte Einweg-Meßvorrichtung zur Bestim
mung des Vorhandenseins und der Menge einer Substanz in einer
biologischen Flüssigkeit unter Verwendung von Reflexionsver
fahren. Dieses System nutzt ein Optik- und Elektronikpaket,
die in einer einzelnen Ebene vereinigt sind.
Zum einmaligen Gebrauch bestimmte Wegwerfvorrichtungen
wurden zur Analyse von Analyten in Körperflüssigkeiten ent
wickelt. US 3 298 789 A (Mast) beschreibt ein System, bei
dem Vollblut auf einen Reagensstreifen aufgetragen wird. Nach
einem genauen, vom Benutzer zeitlich festgelegten Zeitraum
muß das Blut vom Benutzer abgewischt werden. Ein Enzymsystem
reagiert mit der in der Probe vorhandenen Glucose, um eine
Farbänderung zu erzeugen, die proportional zur Glucosemenge
in der Probe ist. Abgelesen werden kann der Streifen visuell
durch Vergleich mit einer aufgedruckten Farbintensitätsskala
oder in einem elektronischen Instrument.
US 5 418 142 A (Kiser et al.) beschreibt eine Vorrich
tung zum einmaligen Gebrauch, die keine Blutabnahme oder
Farbabstimmung erfordert. Die in der Probe vorhandene Analyt
menge wird semiquantitativ abgelesen.
US 5 451 350 A (Macho et al.) beschreibt eine zum ein
maligen Gebrauch bestimmte Vorrichtung zur Bestimmung eines
Analyts in einer biologischen Probe.
US 5 522 255 A (Neel et al.) beschreibt einen Flüssig
keitsdosis-, Durchfluß- und Koagulationssensor für ein medi
zinisches Instrument, das eine nichtflüchtige elektronische
Kalibriervorrichtung im System zur Prüfung der Kalibrierung
des Reagensstreifens verwendet.
US 5 053 199 A (Keiser et al.) beschreibt einen elek
tronisch lesbaren Informationsträger zur Verwendung mit einer
medizinischen Vorrichtung.
US 5 366 609 A (White et al.) beschreibt ein Biosen
sor-Meßgerät mit einem einsteckbaren Speicherschlüssel. Die
Vorrichtung verwendet einen einsteckbaren Speicherschlüssel,
der zur Steuerur der Betriebsabläufe des Meßgeräts dient.
US 5 307 263 A (Brown) beschreibt ein modulares Ge
sundheitsüberwachungssystem auf Mikroprozessorbasis, das so
gestaltet ist, daß es Daten von einem Testsystem zur Gesund
heitsüberwachung erfaßt, z. B. einem Blutzucker-Überwachungs
meßgerät.
WO 96/13707 A2 betrifft eine Vorrichtung zur Analyse von Substanzen, die in
einer Körperflüssigkeit enthalten sind. Das Probe-Auslese-Instrument ist
konstruiert, um mit einer Vielzahl von Teststreifensätzen verwendet zu werden.
Die Messung der Farbe und Schattierung jedes Teststreifens erfolgt, wenn der
Teststreifen in das Instrument eingesetzt wird. Die Farb- und
Schattierungsinformation wird dann in eine Losnummer konvertiert. Diese
Losnummer wird anschließend mit einer in einem ROM-Speicher des
Testinstruments enthaltenen Information verglichen, um herauszufinden, ob die
korrespondierende Losnummer des jeweiligen Teststreifens im Speicher der
Vorrichtung enthalten ist. In dem Fall, daß die Losnummer des Teststreifens nicht
mit der im Speicher gespeicherten Losnummer übereinstimmt, kann kein Test
durchgeführt werden und der Benutzer muß ein entsprechend anderes
Speichermodul einsetzen. Dieses Speichermodul ist eine Plug-in-Vorrichtung, die
während des Betriebs der Vorrichtung im Testinstrument eingesetzt bleiben muß.
Desweiteren wird auf DE 37 39 046 A1, DE 32 33 809 A1, DE 28 19 645 A1 und
US 5 418 142 verwiesen.
Trotz vieler Verbesserungen bleiben die Kosten und die
Komplexität der Messung von Analytwerten in biologischen Pro
ben für Patienten und das Gesundheitswesen ein Hauptthema.
Sogar Patienten, denen die Aufwendungen für die Blutzucker
überwachung erstattet werden, müssen oft das Meßgerät kaufen
und auf die Rückzahlung warten. Die Notwendigkeit, die Kali
brierung eines Meßgeräts und die verwendeten Streifen oder
Elektroden abzugleichen, führt zu Leistungsfehlern und stei
gert Kosten und Komplexität für die Hersteller. Mit einem
billigen, vereinfachten quantitativen Testsystem zur periodi
schen Überwachung von Bestandteilen biologischer Flüssigkei
ten, z. B. Glucose in Blut, hätten Patienten größeren Zugang
zu Tests und würden ihr Befinden verbessern sowie die Kosten
ihrer Behandlung reduzieren.
Derzeit erfordern vorhandene Kalibriermechanismen das
Laden eines Kalibrierchips, eines Kalibrierstreifens, die
Eingabe eines Kalibriercodes oder die Verwendung eines ma
schinenlesbaren Mechanismus auf dem Streifen, um die Reakti
onsinterpretation der Meßgeräte zu modifizieren. Diese Ver
fahren können zu Ablesefehlern beim Analyt führen, auf den
getestet wird, indem die falsche Kalibriervorrichtung mit ei
nem Los von Streifen verwendet oder der falsche Kalibriercode
für das Los von Streifen eingegeben wird.
Zudem wäre ein System, das eine kleinere Flüssigkeits
probe benötigt, für viele Patienten attraktiv. Die Entwick
lung geht hin zu kleineren Probengrößen, aber die meisten
Vorrichtungen erfordern immer noch etwa 10 µl Blut. Vielen
Patienten fällt es schwer, routinemäßig eine ausreichende
Probe auf die Streifen oder Elektroden aufzutragen. Unzurei
chende Probenahme kann fehlerhafte Ergebnisse verursachen
oder es notwendig machen, daß der Benutzer einen teuren Test
streifen wegwirft und den Ablauf zum Auftragen der Probe wie
derholt.
Ein weiteres Problem ist die Verwendung veralteter Test
streifen mit dem Meßgerät. Derzeit ist das Verfallsdatum und
der Verfallszeitraum nach Öffnen auf dem Behälter für die
Teststreifen aufgedruckt. Problematisch für den Patienten ist
hierbei, wenn er die Datumsangabe auf dem Behälter nicht beachtet.
Die Streifen können zu einem Fehler beim Ablesen füh
ren, was eine falsche Reaktion/Behandlung durch den Patienten
verursachen kann.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die aus dem Stand
der Technik bekannten Mängel auszuräumen und einen verbesserten
Teststreifen zur Analyse einer Körperflüssigkeitsprobe und zum Aus
werten in einem Testinstrument bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen an
gegeben.
Die Erfindung überwindet die Mängel des Standes der Tech
nik durch Bereitstellung eines
Teststreifens zum einmaligen Gebrauch, womit kleine Pro
bengrößen, z. B. 3 µl, gelesen und die Menge eines Analyts in
der kleinen Probe bestimmt werden können.
Teststreifen können ge
meinsam mit einem Testinstrument in einer Packung verpackt werden, was ein synchroni
siertes System schafft, das zur Durchführung einer spezifi
schen Anzahl von Tests verwendet werden kann. Das Testinstru
ment wird dem Benutzer ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung
gestellt, dessen Nutzen darin besteht, ein neues Testinstrument
mit jedem Kauf einer neuen Teststreifenpackung zu haben. Da
durch braucht der Patient nichts für Testausrüstungen auszu
geben, um eine spezifische Erkrankung oder Therapie zu über
wachen.
Das Testinstrument kann
als Teil eines Startpakets mit einer Probenahmevorrichtung
und den Teststreifen bereitgestellt sein. Ersatzteststreifen
könnten ohne Vorrichtung oder Probenehmer gesondert erworben
werden, wenn eine längere Lebensdauer des Testinstruments be
vorzugt ist. Sollen beispielsweise zusätzliche Merkmale auf
genommen werden, z. B. Möglichkeiten zur Datenverwaltung,
könnten die Kosten steigen, was zugunsten einer längeren Nut
zungsdauer des Testinstruments spräche.
Zum Testinstrument gehören ein optisches Formlinsensy
stem, das aus einem oder mehreren Kanälen besteht, sowie ein
einfaches Elektronikpaket, das aus lichtemittierenden Dioden
(LED), einer Analog-Digital-Wandlerelektronik, einer Prozes
soreinheit, einem Lesespeicher und einem digitalen Anzeigesy
stem besteht. Das Testinstrumentengehäuse hat ein Positio
niersystem, das mit dem Teststreifen zusammenwirkt, um eine
feste Anordnung und Ausrichtung für das Testkissen innerhalb
des Streifens und der Optik zu erzeugen.
Die aufgetragene Körperflüssigkeit reagiert mit den Rea
genzien, mit denen das Testkissen im Teststreifen imprägniert
ist, und die resultierende Farbänderung wird durch das Optik
system gelesen. Das Signal wird umgewandelt und auf der digi
talen Anzeige als Analytkonzentration in der Probe angezeigt.
Erfindungsgemäß vorteilhaft ist die Verwendung einer
kleinen Probengröße, z. B. etwa 3 µl, also ein Bruchteil des
sen, was für die meisten Blutzuckertests erforderlich ist,
und durch Patienten leichter gewonnen werden kann.
Vorteilhaft ist,
daß ein einfaches billiges Testinstrument und ein
ergänzender Reagensteststreifen bereitgestellt wird.
Vorteilhaft ist ferner die Verwendung
von Reagensteststreifen, die auf das Testinstrument und/oder
eine Kalibriervorrichtung kalibriert sind, die jeweils einma
lig ablesbare Mechanismen sein können, was die potentiellen
Probleme einer erneuten Verwendung der Kalibriervorrichtung
mit dem falschen Los von Teststreifen beseitigt.
Das Testinstrument kann auf den Satz von Reagensteststreifen,
mit dem es geliefert wird, vorkalibriert oder damit synchro
nisiert sein, wodurch der Benutzer keine Kalibrierinformatio
nen abgleichen oder eingeben muß.
Vorteilhaft ist weiterhin ein System,
das für eine vorbestimmte Anzahl von Testergebnissen gestal
tet ist, was die Unterhaltung minimiert, z. B. Reinigung oder
Batterieaustausch.
Vorteilhaft ist weiter,
daß kein separater Teststreifenhalter benötigt
wird, was das Zusammenwirken des Einwegabschnitts des Testsy
stems mit dem wiederverwendbaren Testinstrument vereinfacht.
Vorteilhaft ist zudem, daß ein Patient
das Meßgerät für die Teststreifen nicht zu kalibrieren
braucht oder das Verfallsdatum im Auge behalten muß, da die
Informationen in einen zum einmaligen Gebrauch bestimmten Ka
librierchip eingegeben sind.
Die Erfindung wird
anhand der Beschreibung zusammen mit den beigefügten Zeich
nungen deutlich werden, in denen gleiche Bezugszahlen gleiche
Elemente bezeichnen.
Fig. 1A und 1B zeigen eine Perspektivansicht einer Ausführungsform
eines Teststreifens mit einem Testkissen und einem Halter zur
Körperflüssigkeitsanalyse.
Fig. 2 ist eine Perspektivansicht einer Ausführungsform eines
geeigneten Testinstruments mit einem Testkissenhalter.
Fig. 3 zeigt ein geeignetes Testinstrument und einen Teststreifen,
der in Verbindung mit dem Testinstrument steht.
Fig. 4 ist ein Blockschaltbild der Elektronik und Optik eines
geeigneten Testinstruments zum Lesen des Teststreifens.
Fig. 5A und 5B zeigen ein Verfahren zum Bestätigen der
Benetzung des Testkissens und des Kontakts, um die Zeitmes
sung zu starten.
Fig. 6 zeigt einen Ausstattungssatz mit einem
geeigneten Testinstrument und den Teststreifen.
Fig. 7 zeigt einen Ausstattungssatz mit
Testinstrument, Teststreifen und Probenahmevorrichtungen.
Fig. 8 zeigt die Verwendung zweier Detektoren und zweier
Emitter in einem Optiksystem.
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
Fig. 1A und 1B sind eine Perspektivansicht des Teststreifens 11,
wobei der Teststreifen 11 ein Testkissen 12 und einen Testkissenhalter
13 zur Analyse von Körperflüssigkeit 16 aufweist. Der Test
streifen 11 ist mit einem Griff 14 versehen, mit dem der Pa
tient den Streifen 11 hält. Der Griff arbeitet als Docht, um
die Körperflüssigkeit 16 zum Testkissen 12 zu übertragen, und
ist dazu mit einem Kanal 10 versehen. Das Testkissen 12 kann
aus einer saugfähigen Matrix gebildet sein, die mit einem
Reagenssystem imprägniert wurde, das Enzyme, Indikatoren und
Bluttrennmittel aufweist.
Der Teststreifen 11 ist mit einem Ausrichtmechanismus
versehen, der eine Aussparung 17 und einen Vorsprung 18 aufweisen
kann, die am Bodenabschnitt 15 des Teststreifens 11
angeordnet sind. Diese arbeiten so, daß sie eine feste Anord
nung und Orientierung des Teststreifens 11 zu einem Testinstrument
21 gewährleisten, indem sie in entsprechende
Abschnitte des Testinstruments gemäß der nachfolgenden Erläu
terung eingreifen.
Nachfolgend wird anhand der Figuren ein zum Auswerten des
Teststreifens geeignetes Testinstrument beschrieben, wobei auch auf den
Teststreifen Bezug genommen wird.
Fig. 2 ist eine Perspektivansicht des Testinstruments
21, das zum Lesen des Teststreifens 11
dient. Das Testinstrument 21 hat ein Gehäuse 22, das mit ei
nem Betrachtungsfenster 23 und einem Andockabschnitt 37
zum Paaren mit der Aussparung 17 und dem Vor
sprung 18 des Teststreifens 11 versehen ist. Der Andockab
schnitt 37 kann aufweisen: einen in einer Halteklammer 19 an
geordneten Schlitz 20, der so arbeitet, daß er den Griff 14
des Teststreifens 11 in seine Position führt, zusammen mit
einer Aussparung 24, die sich mit dem Vorsprung 18 des Test
streifens 11 paart. Dadurch ist eine richtige Ausrichtung zum
genauen Ablesen gewährleistet, was in Fig. 3 dargestellt ist,
die das Testinstrument 21 in der Betriebsposition in Verbin
dung mit dem Teststreifen 11 zeigt.
Außerdem ist das Testinstrument 21 mit einem Sensor 45
zum Messen der Analytkonzentration in der Probe 16 zusammen
mit einer Anzeige 49 zur Ergebnisanzeige versehen. Der Sensor
45 kann ein optischer Sensor sein und kann gemäß Fig. 8 ge
paarte Lichtemitter- und Detektorbauelemente aufweisen. Ins
besondere messen eine LED 50 und ein Fotodetektor 51
reflektiertes Licht vom probehaltigen Testkissen 12. Dieses
reflektierte Licht ist proportional zur Analytmenge in der
Probe, was sich durch das Ausmaß der Reaktion der Probe/des
Analyts mit dem Reagens auf dem Testkissen widerspiegelt. Um
gebungslicht wird durch eine Gestaltung des Teststreifens 11
und des Testinstruments 23 blockiert, was die Fehler mini
miert, die durch Umgebungslicht induziert werden, das die Re
flexionsablesung verfälscht. Zu einer solchen Gestaltung kann
eine geeignete Größenbegrenzung des Betrachtungsfensters 23
bei gleichzeitiger Auswahl ausreichend opaker Materialien für
das Material des Gehäuses 22 gehören, aus dem das Betrach
tungsfenster gebildet ist. Durch Gewährleistung einer richti
gen Ausrichtung ist die Verfälschung durch
Umgebungslicht ebenfalls minimiert.
Es können zahlreiche optische Lösungen ver
wendet werden, u. a. der Einsatz von Durchlicht anstelle von
reflektiertem Licht, mehrere LED/Detektor-Paare und deren
verschiedene Anordnungen. Erwogen ist auch, daß abweichend
von der Eins-zu-Eins-Entsprechung verschiedene
Verhältnisse zwischen Lichtquellen und Lichtdetektoren ver
wendet werden können.
Es ist ferner eine LED 53 vorgesehen und
entspricht einem Fotodetektor 52. Die Fotodetektoren 51 und
52 können so ausgewählt sein, daß sie bei verschiedenen
Lichtintensitätswerten arbeiten, so daß Licht unter oder mit
einem vorbestimmten Intensitätsschwellwert durch einen Foto
detektor gemessen wird, während Licht über dem Schwellwert
durch den anderen Fotodetektor gemessen wird. Alternativ kann
ein Detektor zur Messung des Reflexionsvermögens einer be
stimmten Farbkomponente verwendet werden, während der andere
das Reflexionsvermögen einer anderen Farbkomponente mißt,
oder ein Detektor kann die gesamte Lichtintensität messen,
während der andere eine Farbkomponente mißt. Außerdem könnte
ein (nicht gezeigter) Referenzdetektor eingesetzt werden, um
die Beeinträchtigung der LED-Intensität im Zeitverlauf zu
kompensieren. In einer alternativen Anordnung kann die Mes
sung von einem Detektor verwendet werden, um den Hämatokrit
wert oder Sauerstoffgehalt des Bluts zu kompensieren.
Ferner ist eine optische Anordnung mit
einem Formkunststofflinsensystem 48 versehen, um Licht zu und
von der Probe auf dem Testkissen 12 zu fokussieren. Durch ei
ne solche Anordnung kann das Licht zu und von einer kleinen
Reaktionsfläche fokussiert werden, was die Größe des Testkis
sens 12 und die notwendige Probenmenge zur Durchführung des
Testverfahrens reduziert. Zu dadurch realisierten Vorteilen
zählt die Verringerung der Größe/der Kosten der eingesetzten
Matrix sowie der Menge erforderlicher teurer Reagenzien.
Die Optik kann eine geeignete optische
Filterung zur Meßoptimierung aufweisen, oder elektronische
Filter- und Maskiertechniken können zur Verbesserung von Si
gnal-Rausch-Werten zum Einsatz kommen. Zu einer optischen
Filterlösung bei durchzuführender Blutanalyse
gehört die Verwendung bekannter Membranmaterialien mit einem
Blockierfüllmittel, um eine opake Membran zu bilden, die In
terferenz von roten Blutkörperchen blockiert und die Trennung
roter Blutkörperchen von relativ durchsichtiger Flüssigkeit
unterstützen kann.
Eine weitere optische Konfiguration verwendet mehrere
LED- und Fotodetektorpaare. Ein erstes Paar dient dazu, die
primäre Analytbestimmung zu erreichen. Ein zweites Paar dient
zur Überwachung der Testeinleitung und zur Hämoglobin- und
Hämatokritquantifizierung. Nachfolgende Paare dienen zur
Überwachung nativer Farbeffekte lymphatischer und ikterischer
Proben. Zusätzliche optische Paare werden in Verbindung mit
zugegebenen chemischen Komponenten im Streifen zur spezifi
schen Bestimmung möglicher Interferenzfaktoren, z. B. pH-
Wert, relative Dichte usw., sowie zur spezifischen Bestimmung
zusätzlicher Analyte, z. B. Cholesterin, Triglyceride usw.,
verwendet. Eine solche Analyse, eventuell mit unterschiedli
chen Wellenlängen, ist für die Überwindung störender Effekte
aus der Probe und der Umgebung überaus nützlich. Durch Aus
wahl von Wellenlängenpaaren, die so abgestimmt sind, daß sie
Testkomponenten detektieren, läßt sich der Beitrag des Ana
lyts, des Hämatokrits und der roten Blutkörperchen im Test
fall isolieren und quantifizieren. Es ist die
Interferenz aus der Umgebung minimiert, indem ihre Effekte
abgetrennt werden und jeder unter Verwendung mehrerer opti
scher Systeme unabhängig überwacht wird. Durch Erfassen und
Quantifizieren läßt sich der Einzelbeitrag zur Messung von
der Analytmessung subtrahieren. Angesichts immer billigerer
Rechenleistung und mit einem einzigartigen Aufbau mehrerer
optischer Systeme zu äußerst geringen Kosten ist die beschriebene
Vorrichtung problemlos auf den diagnostischen Einsatz
im Hausgebrauch anwendbar.
Der Teststreifen 11 weist ein Testkissen 12 auf, das
sich in einem Testkissenhalter 13 befindet. Dieser Halter
bildet eine Einrichtung zum genauen Positionieren des Test
kissens 12 gegenüber dem Sensor 45 zusätzlich zur Bereitstel
lung einer Einrichtung zum Blockieren von Umgebungslicht, um
die Analyse nicht zu beeinflussen. Imprägniert ist das Test
kissen 12 mit der geeigneten chemischen Zusammensetzung, da
mit eine kolorimetrische Analyse des Testanalyts erfolgen
kann, und kann daher ein stabiles absorbierendes Substrat
bilden.
Der Teststreifen 11 unterscheidet sich auf
vielfältige Weise von derzeitigen Teststreifen. Bei derzeiti
gen Teststreifen bildet der nichtporöse Träger einen Griff
für den Patienten [US 5 526 120 A (Jina et al.)] und/oder eine
Einrichtung zum Ausrichten des Teststreifens in einem Strei
fenhalter [US 5 515 170 A (Matzinger et al.)]. Der beschriebene
Teststreifen bildet dagegen einen Träger für das Testkissen.
Der Streifen kommt fest am Testinstrument zu sitzen und ge
währleistet eine ordnungsgemäße Ausrichtung. Außerdem dichtet
er die Optikfläche vor Umgebungslicht und Blutverunreinigung
ab. Dadurch bietet er die gesamte Funktionalität eines Test
streifens und Teststreifenhalters eines herkömmlichen Refle
xionssystems. Zusätzlichen Nutzen zeigt der Teststreifen
durch seine Entfernung nach jedem Test, was den einfachen Zu
gang zum Optikbereich zur Reinigung bei Bedarf erleichtert.
Mit diesem Kombinationsteil werden die Gesamtkosten des Sy
stems weiter gesenkt. Beim Einsetzen in die Nachweisvorrich
tung 21 schließen die Kontakte des Teststreifens 11 einen
Stromkreis, was die Vorrichtung einschaltet. Bei Entfernung
des Teststreifens schaltet sich die Vorrichtung aus. Dadurch
erübrigt sich ein EIN/AUS-Kreis oder eine Handlung des Pati
enten zum Ein- oder Ausschalten des Testinstruments.
Das Signalerzeugungssystem, mit dem die Testkissenmatrix
imprägniert ist, kann aus unterschiedlichen Indikatorsystemen
hergestellt sein, z. B. 3-Methyl-2-benzothiazolinonhydrazon
(MBTH) und 8-Anilino-1-naphthalensulfonat (ANS) [US 5 453 360 A
(Yu)], MBTH und 3-Dimethylaminobenzoesäure (DMAB) [US 5 049 487 A
(Phillips et al.)], 3-Methyl-2-benzothiazolinon-Hy
drazon-Sulfonatnatriumsalz (MBTH-SO4) und ANS [US 5 776 719 A (Douglas
et al.; nachveröffentlicht)] MBTH-SO4 und N-(3-Sulfopropyl)
anilin (HALPS) [US 4 396 714 (Maeda et al.) und US 5 776 719 A (Douglas
et al.; nachveröffentlicht)], MBTH-SO4 und N-Ethyl-N-(3-sulfo
propyl)anilin (ALPS) [US 4 396 714 (Maeda et al.) und US 5 776 719 A
(Douglas et al.; nachveröffentlicht)]. Vom Fachmann könnte
ein alternatives Indikatorsystem gestaltet werden. Das im
Reagenskissen enthaltene Oxidase-Enzymsystem erzeugt Wasser
stoffperoxid, das verwendet wird, um den Indikator mit Unter
stützung von Peroxidase umzuwandeln, die als Katalysator
wirkt.
In einer Ausführungsform ist eine
poröse Membran mit den Reagenzien durch Eintauchen der troc
kenen Membran in ein Reagenstauchbad imprägniert. Überschüs
sige Flüssigkeit wird von der Membranoberfläche abgewischt,
und die Membran wird in einem Ofen schonend getrocknet. An
dieser Stelle kann ein nachfolgendes Eintauchen und Trocknen
erfolgen. Eine Ausführungsform für ein Verfahren
mit zwei Tauchbädern ist wie folgt:
Ansatz mit MBTH-SO4 und ALPS
| Tauchbad A |
| Endkonzentration |
| in Citratpuffer, pH-Wert 7 |
0,1 M |
| AL=L<Ausgangsstoff Tauchbad A |
| EDTA |
0,08% |
| Mannitol |
0,19% |
| Gantrez-S95 |
0,53% |
| Klucel 99-EF |
20,00 µM |
| Crotein-SPA |
7,45% |
| AL=L<Enzymreagenzien |
| Glucoseoxidase |
0,92% |
| Peroxidase |
0,54% |
| AL=L<Tauchbad B |
| AL=L CB=3<in 70% Ethanol@ |
MBTH-SO4 |
0,66% |
| ALPS |
2,00% |
| SOS |
0,20% |
Durch Zusammenstellung eines Systemausstattungssatzes
mit einem Testinstrument und einer spezifischen Anzahl syn
chronisierter Teststreifen zum Testen eines spezifischen Ana
lyts läßt sich ein einfaches, kostenrentables Testverfahren
und der entsprechende Ablauf realisieren.
Fig. 4 ist ein Blockschaltbild des Verarbeitungsbetriebs.
Das Testinstrument 21 weist einen Mikroprozes
sor 41 auf, der den Betrieb des Testinstruments 21 steuert.
Aktiviert wird das Testinstrument 21 durch einen Schaltmecha
nismus, der einen mechanischen Einschaltknopf 34 sowie Kon
takte 30 bis 33 aufweisen kann, die bei Drücken des Einschaltknopfs 34
einen entsprechenden Stromkreis schließen. Durch Schließen
dieses Stromkreises wird der Betrieb der Vorrichtung ausge
löst, indem dem Mikroprozessor 41 gemeldet wird, daß eine
Meßablesung eines positionierten Teststreifens 11 durchzufüh
ren ist. Der Teststreifen kann einer aus einer Anzahl von
Teststreifen im Los sein, die ein Zähler registriert. Alter
nativ kann der Stromkreis über eine Flüssigkeitsverbindung
mittels der Testprobe geschlossen werden, wobei die Kontakte
30 und 31 als Sonden zur Kontaktierung mit dem Testkissen 12
des Teststreifens 11 arbeiten, um so das Testinstrument 21
bei Erfassung der Probe auf dem richtig positionierten Test
streifen 11 zu aktivieren.
Fig. 5A und 5B zeigen ein Verfahren zum Bestätigen der
Benetzung des Testkissens 12, um das Testinstrument 21 zu
starten. Der Teststreifen 11 von Fig. 5B ist so konfiguriert,
daß er Kontakte 54 und 55 hat, die auf seinem Testkissen 12
angeordnet sind. Die Kontakte 54 und 55 haben einen begrenz
ten Abstand voneinander und stehen nur durch einen durch die
Probe gebildeten Flüssigkeitskontakt in elektrischer Verbindung. Die
Körperflüssigkeit 16 als Probe wird auf den Teststreifen 11 aufgetragen
und benetzt das Testkissen 12 sowie die Kontakte 54 und 55.
Die Kontakte 54 und 55 stehen mit den Kontakten 30 und 31 am
Testinstrument 21 in Verbindung, so daß bei Benetzung ein
Stromkreis geschlossen wird, was das Testinstrument 21 star
tet und die Analyse der Probe beginnt. Natürlich könnten
andere Aktivierungslösungen genutzt werden.
Eine solche Lösung kann eine optische oder mechanische
Erfassung des Teststreifens 11 im Andockabschnitt 37 sein.
Nach Aktivierung erfolgt eine Messung der Reaktion der
Probe mit dem Reagens auf dem Teststreifen 11 unter Verwen
dung des optischen Sensors 45. Natürlich braucht der Sensor
selbst kein optischer Sensor zu sein: es
kann z. B. auch eine elektrochemische Erfassung erfolgen. Der
Mikroprozessor leitet ein elektrisches Signal vom Sensor 45
mit den elektrooptischen Vorrichtungen 50 und 52 ab und ver
arbeitet es, um ein Nachweissignal als Anzeige für die Ana
lytkonzentration in der getesteten Probe zu erzeugen. Eine
ASIC 43 (anwendungsspezifische integrierte Schaltung) und ein
Speicher, z. B. ein RAM (Direktzugriffspeicher) 42 oder ROM
(Lesespeicher), können im Zusammenhang mit dem Mikroprozessor
41 verwendet werden, während die Meßergebnisse anschließend
auf der Anzeige 49, z. B. eine LCD-Anzeige, angezeigt werden können. Alternativ
können die Ergebnisse im RAM 42 zur späteren Betrachtung oder
Verarbeitung gespeichert werden. Die spätere Verarbeitung
kann mit dem Testinstrument selbst oder mit anderen Vorrichtungen
erfolgen, denen die Meßergebnisse übermittelt werden können.
Eine Möglichkeit ist eine Modemverbindung
mit einer entfernten Verarbeitungseinheit, z. B. über Tele
fonleitungen. Außerdem können die Informationen zur Speiche
rung an einen Internet-Standort oder eine elektronische
Wandtafel zur späteren Abfrage
oder Prüfung durch medizinisches Personal übermittelt werden.
Es kann
ein Kalibrierchip 40 gemäß Fig. 4 verwendet werden. Der Kalibrierchip ist
lösbar an das Testinstrument 21 zur elektronischen Kommunika
tion mit dem Mikroprozessor 41 anschließbar. Er kann jeder
flüchtige oder nichtflüchtige Speicher sein, u. a. Mikropro
zessoren zum einmaligen Gebrauch, EPROM oder EEPROM. Der Ka
librierchip 40 enthält Kalibrierinformationen, die für das
Reagens eindeutig spezifisch sind, das mit einem speziellen
Satz von Teststreifen 11 bereitgestellt wird, die mit dem Ka
librierchip geliefert werden. Auf diese Weise lassen sich
Losunterschiede im Reagens unter Verwendung der notwendigen
Informationen und der fortschrittlichen Technik kompensieren,
während gleichzeitig der Benutzer diese Informationen nicht
einzugeben oder beizusteuern braucht. Dies minimiert Fehler
und erleichtert Einsatz und Genauigkeit des Testinstruments
21 stark.
Die nach Auftrag der Körperflüssigkeit 16 auf das Testkis
sen zustande kommende Farbe ist proportional zur Analytmenge
in der aufgetragenen Probe. Das Testinstrument 21 mißt
über den Sensor 45 und Mikroprozessor 41 die Reflexionsände
rung infolge der Entwicklung der durch das Reagens auf dem
Teststreifen 11 erzeugten spezifischen Farbe. Diese wird als
Eingabe für eine Funktion verwendet, die das Reflexionsvermö
gen mit dem Analytwert in Beziehung setzt, oder für eine Ta
belle, die den Reflexionswert mit dem Analytwert korreliert.
Die Funktion oder Tabelle muß im System gespeichert sein, da
mit es auf der Anzeige 49 eine Ablesung des Analytwerts in
der Probe 16 erzeugt und anzeigt. Während die meisten derzeit
verwendeten Meßgeräte Funktionen zur Umwandlung von Refle
xionsablesungen in Analytkonzentrationen einsetzen, erfordert
dieser Weg, daß die Funktion stabil und gut verstanden ist.
Durch Verwendung einer Nachschlagetabelle können spezifische
Werte für das Reflexionsvermögen und ihre entsprechenden Ana
lytwerte gespeichert werden. Das Testinstrument nutzt diese
Tabelle und interpoliert zwischen den Tabellenwerten, um re
lativ genaue Ablesungen zu liefern. Erreichbar ist dies in
einem System, z. B. dem beschriebenen, da
die Tabelle für jedes hergestellte Reagenslos schnell er
stellt werden kann.
Die Kalibrie
rung kann auf der Reaktion, die durch ein spezifisches Los von
Teststreifen erzeugt wird beruhen. Damit besteht keine Notwendigkeit
zur Vorsortierung und Prüfung der LED 50 und 53, was die Ko
sten des Sensors 45 stark verringert. Außerdem kann durch
diesen Kalibrierschritt bei der Herstellung die Vorrichtung
einen breiten Bereich von Variablen kompensieren, auf die man
normalerweise in Reflexionssystemen stößt. Die spezifischen
Kalibrierdaten für die mit dem Testinstrument gelieferten
Teststreifen 11 können im (nicht gezeigten) Lesespeicher der
Einheit gespeichert sein. Alternativ kann ein Bezugsstreifen
zum Einstellen der Kalibrierinformationen für dieses Los von
Streifen vorgesehen werden, und der Bezugsstreifen kann mit
ihm geliefert werden. Es kann ein Zähler vorgesehen sein, um
das Testinstrument 21 auf die Durchführung nur einer spezifi
schen Anzahl vor. Tests zu beschränken, die mit der Menge der
mit der Vorrichtung gelieferten Teststreifen 11 korreliert.
Eingebaut sein können weitere Einschränkungen, z. B. Informa
tionen über das Verfallsdatum für das spezifische Los von
Teststreifen 11, wobei diese Informationen im ROM des Meßin
struments oder im Kalibrierchip 40 oder im Bezugsstreifen
enthalten sind.
Alternativ kann ein eher traditioneller Kalibrieransatz
gewählt sein. Ein Kalibrieralgorithmus mit bedarfsweise meh
reren Einstellungen könnte im System programmiert sein, wenn
das Testinstrument eine längere vorgesehene Lebensdauer hat
und mit mehreren Sätzen von Teststreifen zu verwenden ist.
Bei Verwendung eines Mikroprozessors für den Kalibrier
streifen kann der Chip mit seiner eigenen Stromquelle zum
Halten der Speicherinformationen versehen sein. Um bei Ein
satz eines EPROM oder anderen Speicherbauelements als Kali
brierchip dessen erneute Verwendung zu verhindern, kann wahl
weise eine mechanische Verriegelung 44 vorgesehen sein, die
unterbindet, daß der Kalibrierchip ein zweites Mal in das
Testinstrument eingefügt werden kann. Ähnlich können bei Ein
satz eines Mikroprozessors oder EEPROM oder anderen Speicher
bauelements die Daten im Kalibrierchip 40 überschrieben wer
den, oder ein Indikatorbit davon kann nach seiner Verwendung
durch den Mikroprozessor 41 eingeschrieben werden, um seine
erneute Verwendung zu verhindern. Somit werden die im Kali
brierchip 40 gespeicherten Kalibrierinformationen dem Prozes
sorspeicher 42 übermittelt, und der Kalibrierchip wird ge
sperrt, was seine erneute Verwendung unterbindet. Die Kali
brierinformationen enthalten die zulässige Anzahl durchzufüh
render Teststreifenanalysen, wobei die Anzahl mit der Anzahl
von Teststreifen übereinstimmt, die mit dem Ausstattungssatz
bereitgestellt sind. Anschließend kann der Kalibrierchip
selbst entsorgt werden.
Alternativ kann ein (nicht gezeigter) Zähler im Kali
brierchip vorgesehen sein, wobei der Zähler bei jedem Lesen
des Chips dekrementiert wird. Damit läßt sich nur eine be
grenzte Anzahl von Ablesungen durchführen, die der Anzahl von
Teststreifen 11 entspricht, die mit dem Kalibrierchip 40 ge
liefert werden. Erwogen ist ferner, daß Kalibrierinformatio
nen ein Verfallsdatum liefern, was die Verwendung des Kali
brierchips und/oder zugeordneter Streifen danach verhindert,
oder es kann eine Zeitdauer gemessen werden, nach der ein
Einsatz des Chips und/oder zugeordneter Streifen ausgeschlos
sen ist. Beginnen kann die Zeitdauer ab Öffnungszeit einer
Packung, in der der Ausstattungssatz geliefert wird, oder ab
einem beliebigen anderen ähnlichen Zeitpunkt, z. B. die Zeit,
zu der der Kalibrierchip erstmals verwendet wird.
Der Patient benutzt das System, indem er das Testinstru
ment der Packung entnimmt und es auf eine feste Oberfläche
legt. Im nächsten Schritt wird ein Teststreifen entnommen und
in das Testinstrument eingesetzt. Durch Einsetzen des Test
streifens wird die Einheit aktiviert, wodurch ein Ein/Aus-
Knopf oder Schaler für den Strom entfällt. Danach verwendet
der Patient einen Probenehmer 60 (Fig. 7) aus dem Ausstat
tungssatz oder einen separat beschafften, um eine Probe Ka
pillarblut zu entnehmen. Wahlweise kann der Ausstattungssatz
auch mit einer Probenahmevorrichtung 62 versehen sein. Die
Probe wird auf den Teststreifen aufgetragen, was eine Zeit
meßfolge auslöst, und das Testinstrument zeigt nach einer ge
eigneten Zeit die Ergebnisse an. Alternativ kann der Patient
zunächst die Blutprobe auf den Streifen auftragen und dann
den Streifen in das Testinstrument einsetzen, um den Testzy
klus und das Auslesen der Testergebnisse zu aktivieren.
Es gehen mehrere Verbesserungen gegenüber
vorhandener, derzeit genutzter Technologie einher.
Der Patient braucht
kein kostspieliges System zu erwerben, um Körperflüssigkeiten
routinemäßig zu testen. Außerdem entfällt die gegenwärtige
Abhängigkeit vom Kunden, das Testinstrument zu warten sowie
Differenzen zwischen Reagenslosen zu überwachen/kompensieren.
Es wird eine einfach zu nutzende Form für Ana
lyte wie Glucose bereitgestellt, indem eine fortgeschrittene Optik
auf Linsenbasis und billige moderne Elektronik eingebaut
sind. Durch Einsatz einer Optik auf Linsenbasis kann das Sy
stem auf eine kleine Reaktionsfläche fokussieren, was das
Testkissen verkleinert. Das resultierende Testkissen verrin
gert die Kosten der verwendeten Matrix und die Menge benötig
ter teurer Reagenzien, um eine genaue Untersuchung mit Oxida
se und Peroxidase als chemischen Bestandteilen durchzuführen.
Bei einem kleineren Testkissen reicht ein kleineres Probenvo
lumen aus. Das System spart Energie und minimiert die Licht
menge, die vom System zur Bestimmung der Farbänderung benö
tigt wird. Die Optikmodule werden während der Herstellung des
Testinstruments kalibriert.
Das Testinstrument 21 kann zur Verwendung
mit einer spezifischen Menge von Teststreifen 11 im Werk
abgestimmt wurden. Dies begrenzt den Bedarf an Kalibriercodes
und minimiert die vom Patienten geforderte Wartung in Form
von Reinigung, Ersatzbatterien und Kalibriercodeänderungen.
Außerdem verbessert sich die Fähigkeit des Systems, langfri
stig genaue Ergebnisse zu liefern, da ein Testinstrument nur
mit bestimmten Teststreifen synchronisiert ist. Sobald sie
verbraucht sind, wird ein vollkommen neuer Ausstattungssatz
mit einem Testinstrument erworben, das speziell für diese
Teststreifen kalibriert ist. Dadurch entfallen viele der Kom
promisse in der Systemleistung bei derzeitigen Produkten, die
mit Streifen arbeiten müssen, die über einen breiten Bereich
von Produktionsbedingungen und Eingabezuständen hergestellt
werden.