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Hintergrund der Erfindung
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1. Anwendungsgebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Kontrolle
bzw. Steuerung des Sauerstoffgehaltes in Ventilmetall-Materialien
und insbesondere auf ein Verfahren zur Kontrolle bzw. Steuerung
des Sauerstoffgehaltes in Pulvern aus Tantal, Niob und Legierungen
davon, die geeignet sind zur Herstellung von Kondensatoren, und
in Anoden-Sinterkörpern,
die aus Tantal, Niob und Legierungen davon hergestellt sind.
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2. Beschreibung des Standes
der Technik
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Ventilmetalle
können
verwendet werden zur Herstellung von Verarbeitungs-Produkten, beispielsweise Stangen,
Blechen, Platten, Drähten,
Rohren und Stäben,
sowie von Vorformen für
die nachfolgende thermisch-mechanische Bearbeitung. Außerdem können Kondensatoren
hergestellt werden durch Pressen von agglomerierten Tantal-Pulvern
unter Bildung eines Pellets, Sintern des Pellets in einem Ofen unter
Bildung eines porösen
Formkörpers
(Elektrode), woran sich gelegentlich eine Desoxidation der Elektrode
durch Umsetzung mit einem reaktionsfähigen Metall wie Magnesium
anschließt,
und anschließende
Durchführung
einer Anodisierung des Formkörpers
in einem geeigneten Elektrolyten unter Bildung eines zusammenhängenden
dielektrischen Oxidfilms auf dem Sinterkörper.
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Wie
dem Fachmann bekannt, umfassen Ventilmetalle im allgemeinen Tantal,
Niob und Legierungen davon und dazu können auch gehören Metalle
der Gruppen IVB, VB und VIB und Legierungen davon. Ventilmetalle
werden beispielsweise beschrieben von Diggle in "Oxides and Oxide Films", Band 1, Seiten
94-95, 1972, Marcel Dekker, Inc., New York.
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Tantal
und Niob werden im allgemeinen aus ihren Erzen in Form von Pulvern
extrahiert. Beispielsweise können
Tantal-Pulver, die für
die Verwendung in Hochleistungs-Kondensatoren
geeignet sind, durch chemische Reduktion, z.B. durch Natrium-Reduktion, von Kaliumfluorotantalat
hergestellt werden.
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In
diesem Verfahren wird das Kaliumfluorotantalat aus einem aufbereiteten
Erz in Form eines trockenen kristallinen Pulver gewonnen. Das Kaliumfluorotantalat
wird geschmolzen und durch Natrium-Reduktion zu metallischem Tantalpulver
reduziert. Das gebildete Tantalpulver wird dann mit Wasser gewaschen
und mit Säure
ausgelaugt. Das getrocknete Tantalpulver wird dann gewonnen, bei
Temperaturen bis zu etwa 1500°C thermisch
agglomeriert und bis auf eine körnige
Konsistenz zerkleinert. In der Regel wird das körnige Pulver dann in Gegenwart
eines Getter-Materials mit einer höheren Affinität für Sauerstoff
als das Ventilmetall bei erhöhten
Temperaturen von bis zu etwa 1000°C
desoxidiert und dann mit einer Säure
ausgelaugt, um restliche Metall-Verunreinigungen und ihre Oxide
zu entfernen. Dann wird das Pulver getrocknet, zu einem Pellet gepreßt, gesintert
unter Bildung eines porösen
Formkörpers
und einer Anodisierung in einem geeigneten Elektrolyten unterworfen
unter Bildung eines zusammehängenden
dielektrischen Oxidfilms auf dem Sinterkörper. Solche Desoxidationsverfahren
werden in dem
US-Patent Nr. 5
242 481 , in
DE-C-4030470 ,
DE-C-4030469 und
in
DE-C-4003253 beschrieben.
Bei einem anderen Verfahren wird das Pulver durch Hydrierung eines
geschmolzenen Tantalblockes, Zerkleinern der hydrierten Schnitzel
(Abfälle)
und Dehydrieren hergestellt. In allen Fällen ist es möglich und
manchmal zweckmäßig, das
gesinterte Anoden-Pellet in einem Verfahren ähnlich dem vorstehend für das Pulver
beschriebenen zu desoxidieren.
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Ventilmetall-Pulver,
insbesondere Pulver von Tantal, Mob und ihren Legierungen, die für die Herstellung
von Kondensatoren geeignet sind, sollten eine ausreichende Elektroden-Oberflächengröße ergeben, wenn
sie gepreßt
und gesintert werden. Das Verhältnis
ufV/g des Kondensators ist proportional zur Oberflächengröße des porösen Sinterkörpers. Je
größer die
spezifische Oberfläche
nach dem Sintern ist, um so größer ist
das Verhältnis
ufV/g. Die Reinheit des Pulvers ist ebenfalls ein wichtiges Merkmal
bei seiner Verwendung zur Herstellung eines Kondensators. Eine metallische
und nicht-metallische Verunreinigung kann den dielektrischen Oxidfilm
auf den Kondensatoren beeinträchtigen
(abbauen). Zwar können
hohe Sintertemperaturen zur Entfernung einiger flüchtiger
Verunreinigungen angewendet werden, die hohen Temperaturen können aber
auch zu einer Schrumpfung des porösen Formkörpers und zu einer Abnahme
seiner spezifischen Oberflächengröße und damit
der Kapazität
des resultierenden Kondensators führen. Es ist daher wichtig,
den Verlust an spezifischer Oberflächengröße unter den Sinterbedingungen
minimal zu halten.
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Bei
der Herstellung von beispielsweise Tantal-Kondensatoren, wird in
der Regel Tantal-Pulver unter Vakuum erhitzt, um eine Agglomeration
des Pulvers zu bewirken, während
gleichzeitig eine Oxidation des Tantals vermieden wird. Nach dieser
Behandlung nimmt jedoch das Tantal-Pulver häufig eine beträchtliche
Menge an zusätzlichem
Sauerstoff auf, weil die anfängliche
Oberflächenschicht
des Oxids während
des Erhitzens in dem Metall in Lösung
geht und sich bei der anschließenden
Einwirkung von Luft eine neue Oberflächenschicht bildet, wodurch
der Gesamt-Sauerstoffgehalt des Pulvers erhöht wird. Während der späteren Verarbeitung
dieser Pulver zu Anoden für
Kondensatoren kann der gelöste
Sauerstoff als Oberflächenoxid
rekristallisieren und zu einem Spannungs-Kurzschluß oder zu
einer hohen Strom-Leckage des Kondensators durch Kurzschluß durch
die dielektrische Schicht des amorphen Oxids beitragen.
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Da
die Technologie der Kondensatoren ständig Ventilmetall-Pulver mit
größeren Oberflächen fordert, übersteigt
das Erfordernis der Sauerstoff-Kontrolle die Wirksamkeit der derzeit
verfügbaren
Verfahren zur Sauerstoff-Kontrolle. Daher könnten die elektrischen Eigenschaften
von Kondensatoren verbessert werden, wenn der Sauerstoff-Gehalt
während
der Pulver-Verarbeitung kontrolliert bzw. gesteuert, d.h. verringert
oder etwa konstant gehalten werden könnte.
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Ein
Verfahren zur Desoxidation von Ventilmetallpulvern wie Tantalpulver
besteht darin, Erdalkalimetalle, Aluminium, Yttrium, Kohlenstoff
und Tantalcarbid mit dem Tantalpulver zu mischen. Die Erdalkalimetalle, Aluminium
und Yttrium bilden jedoch schwerschmelzbare Oxide, die entfernt
werden müssen,
beispielsweise durch Säureauslaugung,
bevor das Material zur Herstellung von Kondensatoren verwendet werden
kann. In der Regel wird eine Säureauslaugung
nach der Desoxidation durchgeführt
unter Verwendung einer starken Mineralsäure-Lösung, beispielsweise einer
Fluorwasserstoffsäure-Lösung, bei
erhöhten
Temperaturen von bis zu 100°C,
um die schwerschmelzbaren Oxid-Verunreinigungen
aufzulösen.
Der Kohlenstoff-Gehalt muß kontrolliert
bzw. gesteuert werden, weil er ebenfalls für die Kondensatoren nachteilig
sein kann, selbst bei Gehalten von nur 50 ppm. Es wurden auch bereits
andere Verfahren vorgeschlagen, z.B. die Anwendung einer Thiocyanat-Behandlung
oder die Verwendung einer reduzierenden Atmosphäre bei der Tantalpulver-Verarbeitung, um
eine Oxidation zu verhindern und einen niedrigen Sauerstoff-Gehalt
zu erzielen.
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Andere
Verfahren zur Kontrolle bzw. Steuerung des Sauerstoff-Gehaltes von
Ventilmetall-Materialien, wie Tantal, Niob und Legierungen davon,
umfassen die Verwendung von Getter-Materialien. So beschreibt beispielsweise
Hard in dem
US-Patent Nr. 4 722
756 das Erhitzen der Materialien in einer Wasserstoffgas
enthaltenden Atmosphäre
in Gegenwart eines Metalls wie Zirkonium oder Titan, das gegenüber Sauerstoff
aktiver ist als Tantal oder Niob. Ein anderes Verfahren zur Kontrolle
bzw. Steuerung des Sauerstoff-Gehaltes von Ventilmetall-Materialien
wird von Fife in dem
US-Patent
Nr.4 964 906 be schrieben. Dieses Verfahren umfaßt das Erhitzen
eines Tantalmaterials in einer Sauerstoff enthaltenden Atmosphäre in Gegenwart
eines Tantal-Getter-Metalls,
das eine Sauerstoff-Konzentration aufweist, die niedriger ist als
diejenige des Tantalmaterials. Obgleich durch diese Verfahren eine
gewisse Kontrolle bzw. Steuerung des Sauerstoff-Gehaltes von Ventilmetall-Materialien
möglich
ist, besteht der Wunsch, die elektrischen Eigenschaften von Ventilmetall-Kondensatoren
zu verbessern, insbesondere solchen, die aus Tantal, Niob und Legierungen
davon hergestellt worden sind, durch Kontrolle bzw. Steuerung, d.h.
Herabsetzung oder etwa Konstanthaltung des Sauerstoff-Gehaltes der
Ventilmetall-Pulver. Es besteht daher ein Bedarf für Verbesserungen
des Verfahrens zur Herabsetzung des Sauerstoff-Gehaltes dieser Materialien,
insbesondere nachdem sie einem Desoxidationsprozeß unterworfen worden
sind.
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Neben
den Problemen mit Pulvern und Kondensator-Anwendungen können die
hohen Sauerstoff-Gehalte in hergestellten Verarbeitungs-Produkten
aus Ventilmetallen auch die Duktilität der Produkte vermindern.
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Ziel
der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Kontrolle
bzw. Steuerung des Sauerstoff-Gehaltes in Ventilmetall-Materialien
zu schaffen. Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung besteht
darin, ein Verfahren zur Kontrolle bzw. Steuerung des Sauerstoff-Gehaltes
in Ventilmetall-Pulvern, wie Tantal, Niob und Legierungen davon,
die zur Herstellung von Kondensatoren geeignet sind, bereitzustellen,
insbesondere nachdem die Pulver einem Desoxidationsprozeß unterworfen
worden sind.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur Kontrolle
bzw. Steuerung des Sauerstoff-Gehaltes in Ventilmetall-Materialien,
beispielsweise Pulvern von Tantal, Niob und ihren Legierungen. Das
Verfahren umfaßt
das Auslaugen eines desoxidierten Ventilmetall-Materials in einer
Säureauslaugungs-Lösung bei einer Temperatur unterhalb
Raumtemperatur. Bei einer Ausfüh rungsform
umfaßt
das Verfahren zur Kontrolle bzw. Steuerung des Sauerstoff-Gehaltes in Ventilmetall-Materialien
die Desoxidation eines Ventilmetall-Materials, die Herstellung und Abkühlung einer
Säureauslaugungs-Lösung auf
eine Temperatur unterhalb Raumtemperatur und das Auslaugen des desoxidierten
Ventilmetall-Materials in der gekühlten Säureauslaugungs-Lösung. Es
wurde gefunden, daß mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren
sowohl die Sauerstoff- als auch die Fluorid-Konzentrationen in Ventilmetall-Materialien
herabgesetzt werden, da die Anwendung erniedrigter Säureauslaugungs-Temperaturen
einen niedrigeren Sauerstoff-Gehalt für eine gegebene Menge einer Auslaugungs-Säure, wie
Fluorwasserstoffsäure,
ergibt.
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Gemäß einem
anderen Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Herstellung eines Ventilmetall-Materials, wie Tantal, Niob und
Legierungen davon, das einen kontrollierten bzw. gesteuerten Sauerstoff-Gehalt
aufweist. Das Verfahren umfaßt
die Herstellung eines Ventilmetall-Pulvers und die Agglomeration
des Pulvers. Das agglomerierte Ventilmetall-Pulver wird dann in
Gegenwart eines Getter-Materials, das eine höhere Affinität für Sauerstoff
hat als das Ventilmetall, desoxidiert. Das desoxidierte Ventilmetall
wird dann in einer Säureauslaugungs-Lösung bei
einer Temperatur unterhalb Raumtemperatur ausgelaugt, um irgendwelche
Getter-Material-Verunreinigungen zu entfernen. Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird das ausgelaugte Ventilmetall-Pulver
gewaschen und getrocknet. Das Pulver wird dann gepreßt unter
Bildung eines Pellets, das gesintert wird unter Bildung eines porösen Formkörpers. Der
Formkörper
wird dann in einem Elektrolyten anodisiert unter Bildung eines dielektrischen
Oxidfilms auf der Pellet-Oberfläche.
Bei einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein gesinterter
Formkörper
mit einem (reaktiven) Getter-Material, beispielsweise Magnesium,
das eine höhere
Affinität
für Sauerstoff
hat als das Ventilmetall, umgesetzt. Der gesinterte Formkörper wird
dann in einer Säureauslaugungs-Lösung bei
einer Temperatur unterhalb Raumtemperatur ausgelaugt und in einem
Elektrolyten anodisiert unter Bildung eines Oxidfilms.
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Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kontrolle bzw.
Steuerung, d.h. zur Herabsetzung oder etwa Konstanthaltung des Sauerstoff-Gehaltes
in Ventilmetall-Materialien, wie Tantal, Niob und ihren Legierungen,
die für
die Herstellung von Kondensatoren, gesinterten Anoden-Formkörpern und
Verarbeitungs-Produkten aus Tantal, Niob und Legierungen davon geeignet
sind. Das Verfahren umfaßt
das Auslaugen eines desoxidierten Ventilmetall-Materials in einer Säureauslaugungs-Lösung bei
einer Temperatur unterhalb Raumtemperatur.
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Wie
oben angegeben, können
Ventilmetall-Pulver von Kondensator-Qualität nach verschiedenen Verfahren
hergestellt werden, beispielsweise durch chemische Reduktion ihrer
Erze oder durch Elektronenstrahl- oder Vakuumlichtbogenschmelzen
eines Ventilmetall-Blockes. Bei der chemischen Reduktion eines Ventilmetall-Pulvers
wie Tantalpulver, wird Kaliumflorotantalat gewonnen, geschmolzen
und durch Natrium-Reduktion zu metallischem Tantalpulver reduziert.
Das getrocknete Tantalpulver wird dann gewonnen (abgetrennt), unter Vakuum
thermisch agglomeriert, um eine Oxidation des Tantals zu vermeiden,
und zerkleinert. Da die Sauerstoff-Konzentration des Ventilmetall-Materials bei der
Herstellung von Kondensatoren kritisch ist, wird das körnige Pulver
dann bei Temperaturen bis zu etwa 1000°C in Gegenwart eines Getter-Materials wie Magnesium, das
eine höhere
Affinität
für Sauerstoff
als das Ventillmetall aufweist, desoxidiert. Dann wird das Pulver
mit einer Säure
ausgelaugt, um Verunreinigungen, beispielsweise Magnesium und Magnesiumoxid,
zu entfernen, bevor das Material zur Herstellung von Kondensatoren
verwendet wird. In der Regel wird die Säureauslaugung durchgeführt unter
Verwendung einer starken Mineralsäure-Lösung, wie Fluorwasserstoffsäure, Salpetersäure, Schwefelsäure, Chlorwasserstoffsäure und
dgl., bei erhöhten
Temperaturen von bis zu 100°C,
um eventuell vorhandene Metall- und Metalloxid-Verunreinigungen
aufzulösen.
Vorzugsweise wird Salpetersäure
und/oder Fluorwasserstoffsäure
in der Auslauglösung
verwendet wegen ihrer Fähigkeit,
die meisten Metall- und Metalloxid-Verunreinigungen sowie auch Ventilmetall-Feinteile
aufzulösen.
Das Pulver wird dann gewaschen und getrocknet, zu einem Pellet gepreßt, gesintert
unter Bildung eines porösen
Formkörpers
und in einem geeigneten Elektrolyten anodisiert unter Bildung eines
zusammenhängenden
dielektrischen Oxidfilms auf dem Sinterkörper. In einigen Fällen wird
der Sinterkörper
mit Magnesium desoxidiert in einem ähnlichen Verfahren wie bei der
Pulver-Behandlung vor dem Anodisieren.
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Auf
das Desoxidationsverfahren folgt in der Regel ein Mineralsäureauslaugungsverfahren,
um irgendwelche Verunreinigungen aufzulösen. Außerdem ist es bekannt, daß mit der
Auslaugungslösung,
beispielsweise mit Fluorwasserstoffsäure, die Sauerstoff-Konzentration
weiter herabgesetzt werden kann durch Auflösung sehr kleiner Ventilmetall-Teilchen
(Feinteilchen). Die Verwendung von Fluorwasserstoffsäure kann
jedoch zu einer unerwünschten
Zunahme der Fluorid-Konzentration bei den resultierenden Teilchen
und demgemäß zu einer
unerwünschten
Korrosion an der Verfahrensapparatur führen. In der Regel enthält die Mineralsäure-Lösung weniger
als 10 Gew.-% Fluorwasserstoffsäure.
Vorzugsweise werden weniger als 5 Gew.-% Fluorwasserstoffsäure in der
Säureauslaugungs-Lösung verwendet,
um restliche Metall- und
Metalloxid-Verunreinigungen aufzulösen bei gleichzeitiger Minimierung
der Fluorid-Konzentration; am meisten bevorzugt ist die Verwendung
von weniger als 1 Gew.-% Fluorwasserstoffsäure. Es sei jedoch darauf hingewiesen,
daß eine
Auslaugungs-Lösung,
die keine Fluorwasserstoffsäure
enthält,
um so Fluorid-Verunreinigungen zu eliminieren, ebenfalls geeignet
ist, vorausgesetzt, daß die
Lösung
wirksam ist in bezug auf die Herabsetzung der Sauerstoff-Konzentration
der Ventilmetall-Teilchen durch Auflösung der Verunreinigungen und
Feinteile.
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In
der Regel werden während
der Säureauslaugung
nach der Desoxidation erhöhte
Temperaturen (oberhalb Raumtemperatur bis etwa 100°C) angewendet,
um die Aktivität
der Säurelösung bei
der Auflösung irgendwelcher
restlicher Metall- und Metalloxid-Verunreinigungen wie Magnesium
und Magnesiu moxid auf dem Ventilmetall-Material zu erhöhen. Die
Hochtemperatur-Säureauslaugung
nach der Desoxidation führt auch
zu einer Ätzung
der Ventilmetall-Teilchen und vergrößert, ihre Oberfläche, wodurch
ein unerwünschter Anstieg
der Sauerstoff-Konzentration bei der nachfolgenden Einwirkung der
Atmosphäre
erhalten wird. Infolgedessen kann eine weitere Bearbeitung erforderlich
sein, um die Sauerstoff-Konzentration der Ventilmetall-Materialien
zu kontrollieren bzw. zu steuern, um ihre Eignung für die Herstellung
eines Kondensators und für
verwandte Anwendungszwecke zu gewährleisten.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
wird jedoch die Säureauslaugung
nach der Desoxidation bei Temperaturen unterhalb Raumtemperatur
durchgeführt,
um den Auslaugungs-Effekt auf die Teilchen-Oberflächengröße zu minimieren,
d.h. die restlichen Metall- und Metalloxid-Verunreinigungen zu entfernen
unter gleichzeitiger Kontrolle der nachteiligen Ätzung und der Zunahme der Sauerstoff-Konzentration
der Ventilmetall-Materialien. Wie dem Fachmann bekannt, ist unter "Raumtemperatur" im allgemeinen eine
Innenraumtemperatur zwischen etwa 20 und etwa 25°C (68-77°F) zu verstehen. Da die chemischen
Reaktionen während
der Säureauslaugung
exotherm sind, ist die anfängliche
Auslaugungs-Temperatur häufig
die niedrigste Temperatur in dem Verfahren; sie kann vor der Zugabe
des Ventilmetalls, nach der Zugabe des Ventilmetalls oder während der
Säureauslaugung
gemessen werden. Am typischsten ist die Auslaugungs-Temperatur die
Temperatur der Säureauslaugungs-Lösung vor
der Zugabe des Ventilmetall-Materials. In den Fällen der (nachstehend beschriebenen)
erfindungsgemäßen Beispiele
ist die Säureauslaugungs-Temperatur definiert
als die Temperatur der Säureauslaugungs-Lösung vor
der Zugabe des desoxidierten Ventilmetall-Materials.
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Es
ist klar, daß die
Herabsetzung der Temperatur bei Beginn der Säureauslaugung zu einer im allgemeinen
niedrigeren Temperatur während
des Verfahrens führt
als sie gemessen worden wäre,
wenn die Lösung
vor der Zugabe des Ventilmetall-Materials Raumtemperatur oder höher als
Raumtemperatur gehabt hätte.
Für großtechnische
Auslaugungen, bei denen eine große Menge an Wärmeenergie
freigesetzt wird, muß eine
aktive Kühlung
angewendet werden, um die Wärme
abzuführen.
Bei einer kleintechnischen Säureauslaugung
können
die Recktanten (die Auslaugungs-Lösung und/oder das Ventilmetall-Material) gekühlt werden, bevor
sie miteinander gemischt werden, um die Wärme wirksam abzuführen. Die
Säureauslaugungs-Lösung wird
hergestellt und gekühlt
unter Anwendung von Verfahren, wie sie dem Fachmann bekannt sind.
So kann beispielsweise die Säurelösung und/oder
das Ventilmetall-Material
vorgekühlt
werden, der Säureauslaugungs-Behälter kann
vorgekühlt
werden und/oder es kann der Säureauslaugungs-Lösung Eis
zugegeben werden, nachdem die Lösung
in einen Auslaugungs-Behälter
gegeben worden ist. Es wurde gefunden, daß Säureauslaugungs-Lösungen mit
Temperaturen im wesentlichen unterhalb Raumtemperatur am wirksamsten
sind in bezug auf die Entfernung von restlichen Metall- und Metalloxid-Verunreinigungen
bei gleichzeitiger Kontrolle bzw. Steuerung der resultierenden Sauerstoff-Konzentration
der Ventilmetall-Materialien. Eine bevorzugte Temperatur der Säureauslaugungs-Lösung ist
unter etwa 20°C,
besonders bevorzugt beträgt
die Temperatur der Säureauslaugungs-Lösung weniger
als etwa 0°C,
um die Wärmeenergie
der Reaktion zwischen der Säureauslaugungs-Lösung und
den restlichen Metall- und Metalloxid-Verunreinigungen wirksam zu
entfernen und den Auslaugungslösungs-Effekt
auf die Oberfläche
des Ventilmetall-Materials zu verlangsamen.
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Obgleich
das erfindungsgemäße Verfahren
wirksam ist in bezug auf die Kontrolle bzw. Steuerung unerwünschter
Sauerstoff-Konzentrationen sei darauf hingewiesen, daß eine Minimal-Konzentration
an Sauerstoff auf den Ventilmetall-Teilchen während der normalen Verarbeitung
zurückbleibt
aufgrund ihrer hohen Affinität
für Sauerstoff.
Dieser Gehalt reicht in der Regel aus, um die Oberfläche der
Teilchen zu passivieren. Bei der Herstellung von Ventilmetall-Pulvern von Kondensator-Qualität sind niedrigere
Gehalte an Sauerstoff auf den Ventilmetall-Teilchen bevorzugt. So
enthalten beispielsweise Tantalpulver für die Verwendung in Kondensatoren
vorzugsweise weniger als 3000 ppm, besonders bevorzugt weniger als
2400 ppm Sauerstoff. Es wurde gefunden, daß auf gesinterten Tantal-Elektroden-Formkörpern ähnliche
Sauerstoff-Gehalte
akzeptabel sind.
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Die
vorliegende Erfindung wird durch die folgenden Beispiele, welche
die Erfindung lediglich erläutern sollen,
ohne sie jedoch darauf zu beschränken,
näher erläutert.
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Beispiel I
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Es
wurden die Änderungen
der Konzentration der Fluorwasserstoffsäure (HF), der Konzentration
der Salpetersäure
(HNO3) und der Temperatur der Säureauslaugung
eines Tantalpulvers nach der Desoxidation bewertet.
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Die
HF-Konzentration (ml/lb ausgelaugtes Tantal-Pulver), die Auslaugungs-Temperatur (°C) und die HNO3-Konzentration (Gew.-%) wurden variiert,
um die optimalen Auslaugungs-Bedingungen zu bestimmen. Diese Faktoren
wurden variiert unter Verwendung von Tantalpulver der Sorte C255,
erhältlich
von der Firma Cabot Performance Materials Division of Cabot Corporation,
Boyertown, PA. Das Tantalpulver der Sorte C255 ist ein Mittel- bis
Hochspannungs-Flockenpulver
für die
Verwendung bei 15000 bis 18000 CV/g.
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Das
Tantalpulver wurde hergestellt, indem man zuerst einen 600 ml-Kunststoff-Auslaugungs-Behälter kühlte, indem
man ihn in einen Trog aus rostfreiem Stahl stellte, der ein Bad
aus Eiswürfen
und grobem Salz enthielt. In den Auslaugungs-Behälter wurden etwa 250 ml entionisiertes
Wasser gegeben. Dann wurden in den Auslaugungs-Behälter langsam
unter Rühren
etwa 125 ml einer HNO3 von Reagens-Qualität mit einer Konzentration
zwischen etwa 68 und etwa 70 % gegeben. Zum Durchmischen der Flüssigkeiten
wurde ein mit Kunststoff beschichteter Propeller-Rührer mit
einem Durchmesser von 5,1 cm (2 inches), der auf etwa 425 upm eingestellt
war, verwendet. Die Temperatur der HNO3/Wasser-Mischung
wurde auf etwa 20°C
abgekühlt
und bei diesem Wert gehalten. Nachdem die gewünschte Temperatur erreicht
worden war, wurden etwa 0,45 kg (1 lb) flockiges Tantalpulver der
Sorte C255 während
des Rührens
in den Auslaugungs-Behälter
gegeben. Vor seiner Zugabe in den Auslaugungs-Behälter wurde
das Tantalpulver einem Magnesiumdesoxidations-Verfahren unterworfen.
Nach der Tantal-Zugabe wurden etwa 5 ml einer HF von Reagens-Qualität mit einer
Konzentration zwischen etwa 48 und etwa 51 % langsam unter Rühren in
den Auslaugungs-Behälter
gegeben. Nach der HF-Zugabe wurde der Inhalt des Auslaugungs-Behälters etwa
30 min lang durchmischt.
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Nachdem
das Tantalpulver etwa 30 min lang ausgelaugt worden war, wurde der
Rührer
abgestellt und die Temperatur betrug, wie gemessen wurde, etwa 5°C. Das Tantalpulver
wurde dann sich absetzen gelassen und die Säure wurde dekantiert. Dann
wurde das Tantalpulver in einen 4000 ml-Kunststoff-Behälter überführt und
unter Verwendung von entionisiertem Wasser von Raumtemperatur gewaschen.
Das Tantalpulver wurde dann absitzen gelassen und das Waschwasser
wurde dekantiert. Die Waschstufe wurde wiederholt, bis die elektrische
Leitfähigkeit
des dekantierten Waschwassers weniger als 10 μMohs/cm betrug. Die Wasser-Leitfähigkeit
wurde gemessen unter Verwendung eines Cole-Parmer-Leitfähigkeitsmessers,
Modell 1500-00.
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Nachdem
die gewünschte
Wasser-Leitfähigkeit
erreicht worden war, wurde die Tantal-Lösung unter Verwendung eines
Büchner-Trichters,
von Filterpapier und einer Vakuumpumpe abfiltriert. Das feuchte
Tantalpulver wurde abgetrennt und in eine Pfanne aus rostfreiem
Stahl überführt. Dann
wurde das Pulver in einem Vakuumofen bei etwa 82°C (180°F) etwa 6 h lang getrocknet.
Das getrocknete Tantalpulver wurde durch ein 50 mesh-Sieb gesiebt
und analysiert. Das obengenannte Verfahren wurde wiederholt unter
Verwendung von Portionen aus der gleichen Mischungscharge des desoxidierten
Tantalpulvers, wobei die HF-Konzentration, die Auslaugungs-Temperatur
(definiert als die Temperatur der HNO
3/Wasser-Lösung vor
der Tantal-Zugabe) und die HNO
3-Konzentration variiert
wurden, um die optimalen Auslaugungs-Bedingungen zur Kontrolle des Sauerstoff-Gehaltes
in dem Tantalpulver zu bestimmen. Die Bereiche jeder Variablen (einschließlich HF,
HNO
3 und Auslaugungs-Temperatur) und die
Versuchs-Ergebnisse (Fluorid- und Sauerstoff-Konzentration und BET-Oberflächengröße, bestimmt
nach dem ASTM-Verfahrens D4567 im kontinuierlichen N
2-Strom)
sind in der folgenden Tabelle 1 zusammengefaßt. Tabelle 1
| Probe
Nr. | HF
(ml/lb Ta) | HNO3 (Gew.-%) | Temp.
(°C) | F
(ppm) | Sauerstoff (ppm) | BET
(m2/g) |
| 1 | 1 | 23
000 | 20 | 24 | 1888 | 0,52 |
| 2 | 1 | 70
000 | 20 | 32 | 2061 | 0,55 |
| 3 | 5 | 23
000 | 20 | 69 | 1433 | 0,44 |
| 4 | 5 | 70
000 | 20 | 131 | 1498 | 0,51 |
| 5 | 1 | 23
000 | 80 | 37 | 2490 | 0,79 |
| 6 | 1 | 70
000 | 80 | 35 | 2491 | 0,86 |
| 7 | 5 | 23
000 | 80 | 144 | 2725 | 1,19 |
| 8 | 5 | 70
000 | 80 | 301 | 4183 | 2,00 |
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Wie
in der Tabelle 1 angegeben, führt
eine niedrigere Säureauslaugungs-Temperatur zu einem
kontrollierten Sauerstoff-Gehalt in dem fertigen Tantalpulver. Die
Proben 1 bis 4 wurden bei einer Säureauslaugungs-Temperatur von
20°C bewertet,
wobei der HF-Gehalt zwischen 1 und 5 ml HF pro lb Tantal (Proben
1 und 2 bzw. Proben 3 und 4) variiert wurde und die HNO3-Konzentration
in den Proben auf Werte zwischen 23,0 und 70,0 Gew.-% eingestellt
wurden. Wie erwartet, wurde unter den Proben 1 bis 4 bei den Tantal-Materialien der
Proben 3 und 4 ein niedrigerer Sauerstoff-Gehalt gemessen wegen
des zusätzlichen
HF-Gehalts, der die kleinsten Tantal-Teilchen (Feinteilchen) aus
dem Tantal-Material auflöste.
Es sei darauf hingewiesen, daß jede der
Proben 1 bis 4, bei denen eine niedrigere Temperatur der Auslaugung
angewendet wurde, der Sauerstoff-Gehalt auf akzeptable Wert (weniger
als etwa 2100 ppm Sauerstoff) kontrolliert (eingestellt) wurde.
Die mit einer geringeren HF-Zugabe hergestellten Materialien sind
bevorzugt. Die Einstellung der HNO3-Konzentra tion
(zwischen den Proben 1 und 2 bzw. 3 und 4) scheint nur einen minimalen
Effekt auf den Sauerstoff-Gehalt des fertigen Tantalpulvers zu haben.
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Die
Proben 5 bis 8 wurden bei einer Säureauslaugungs-Temperatur von
80°C bewertet,
während
der Hf-Gehalt zwischen 1 und 5 ml HF pro lb Tantal (Proben 5 und
6 bzw. Proben 7 und 8) variiert und die HNO3-Konzentration
auf Werte zwischen 23,0 und 70,0 Gew.-% bei den Proben eingestellt
wurde. In jeder dieser Proben überstieg
der Sauerstoff-Gehalt den Bereich von etwa 2400 ppm. Bei den Tantal-Materialien
der Proben 5 und 6, bei denen ein niedrigerer HF-Gehalt angewendet
wurde, wurde jedoch ein niedrigerer Sauerstoff-Gehalt gemessen, weil bei einer hohen
Temperatur die Zunahme der Oberflächengröße als Folge der Ätzung durch
HF die Entfernung von sehr kleinen Teilchen überwiegt.
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Die
Gesamt-Ergebnisse zeigen, daß der
Fluorid-Gehalt des fertigen Pulvers durch die in der Säureauslaugung
verwendete HF-Menge bestimmt wird. Darüber hinaus sind, wie erwartet,
die Oberflächengrößen der
Teilchen proportional zum Sauerstoff-Gehalt des fertigen Pulvers.
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Daraus
ist zu ersehen, daß die
Anwendung von niedrigen Auslaugungs-Temperaturen wichtig ist, um sowohl
den Sauerstoff-Gehalt als auch den Fluorid-Gehalt gemeinsam zu verringern,
weil eine niedrige Temperatur einen niedrigeren Sauerstoff-Gehalt
für eine
gegebene HF-Menge ergibt und die niedrigstmögliche Hf-Menge benötigt wird,
um den Fluorid-Gehalt in dem fertigen Pulver zu kontrollieren.
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Beispiel II
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Es
wurden Änderungen
der Konzentration der Fluorwasserstoffsäure (HF) (ml/lb ausgelaugtes
Tantalpulver) und der Temperatur der Säureauslaugung des Tantalpulvers
nach der Desoxidation durchgeführt,
um die optimalen Auslaugungs-Bedingungen für die Kontrolle bzw. Steuerung
des Sauerstoff-Gehaltes
des Pulvers zu bestimmen.
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Diese
Faktoren wurden variiert unter Verwendung von Tantalpulver der Sorte
C515, erhältlich
von der Firma Cabot Performance Materials Division of Cabot Corporation,
Boyertown, PA. Das Tantalpulver der Sorte C515 ist ein kugelförmiges Niedrig-
bis Mittelspannungs-Pulver für
die Verwendung bei 35000 bis 45000 CV/g.
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Das
Tantalpulver wurde hergestellt durch vorheriges Mischen von 1 l
HNO3 von Reagens-Qualität mit einer Konzentration zwischen
etwa 68 und etwa 70 % und etwa 2 l entionisiertem Wasser in einem
Behälter. Die
Temperatur der HNO3/Wasser-Lösung wurde
herabgesetzt durch Stellen des Behälters in einen Schaumstoffkasten,
der ein Bad aus Eiswürfeln
und grobem Salz enthielt. Dann wurde ein mit Kunststoff beschichtetes Stahlfaß mit Leitblechen,
das als Auslaugungs-Behälter
verwendet wurde und ein Volumen von etwa 100 l hatte, vorgekühlt durch
Zugabe von etwa 8 bis etwa 10 lbs Eis und genügend entionisiertem Wasser,
um das Eis in dem Auslaugungs-Behälter zu bedecken. Der Behälter wurde
dann etwa 10 min lang gedreht, das Eis/Wasser wurde abgegossen und
der Behälter
wurde mit entionisiertem Wasser gespült. Die HNO3/Wasser-Lösungs-Temperatur
wurde dann mit einem Thermoelement gemessen und betrug etwa –16°C (0°F). Die HNO3/Wasser-Lösung wurde dann zu dem vorgekühlten Auslaugungs-Behälter zugegeben
und in den Auslaugungs-Behälter
wurden unter Rühren
etwa 5 lbs kugelförmiges
Tantalpulver der Sorte C515 gegeben. Vor seiner Einführung in
den Auslaugungs-Behälter
wurde das Tantalpulver einem Magnesiumdesoxidations-Verfahren unterworfen
und es wurde bis auf etwa –50
mesh gesiebt, um irgendwelche Klumpen zu entfernen. Nach der Tautal-Zugabe
wurde HF von Reagens-Qualität
mit einer Konzentration zwischen etwa 49 und etwa 51 % langsam unter
Rühren
in den Auslaugungs-Behälter
gegeben. Nach der HF-Zugabe wurde der Inhalt des Auslaugungs-Behälters etwa
30 min Tang durchmischt.
-
Nachdem
das Tantalpulver etwa 30 min lang ausgelaugt worden war, wurde der
Rührer
abgeschaltet. Das Tantalpulver wurde dann etwa 10 min lang absitzen
gelassen, danach wurde entionisiertes Wasser zugegeben und die Säure/Wasser-Mischung
wurde dekantiert. Das Tantalpulver wurde dann unter Verwendung von entionisiertem,
Wasser von Raumtemperatur und unter Anwendung einer 2-minütigen Rotationsperiode
gewaschen. Das Tantalpulver wurde dann absitzen gelassen und das
Waschwasser wurde dekantiert. Die Waschstufe wurde wiederholt, bis
die elektrische Leitfähigkeit
des dekantierten Waschwassers weniger als 10 µMohs/cm betrug. Die Wasser-Leitfähigkeit
wurde gemessen unter Verwendung eines Cole-Parmer-Leitfähigkeitsmesser,
Modell 1500-00.
-
Nachdem
die gewünschte
Wasser-Leitfähigkeit
erreicht worden war, wurde das Wasser dekantiert und das Tantalpulver
wurde abfiltriert. Das feuchte Tantalpulver wurde abgetrennt und
in eine Pfanne aus rostfreiem Stahl überführt. Das Pulver wurde dann
in einem auf etwa 82°C
(180°F)
eingestellten Vakuumofen etwa 6 h lang getrocknet. Das obengenannte
Verfahren wurde wiederholt unter Variieren der HF-Konzentration
und der Auslaugungs-Temperatur (definiert als die Temperatur der
HNO
3/Wasser-Lösung vor der Tantal-Zugabe), um die optimalen
Auslaugungs-Bedingungen zur Kontrolle des Sauerstoff-Gehaltes in
Tantalpulver zu bestimmen. Die Bereiche jeder Variablen (z.B. von
HF und der Auslaugungs-Temperatur) und die Versuchs-Ergebnisse (die
Fluorid- und Sauerstoff-Konzentration und die BET-Oberflächengröße, bestimmt
nach dem ASTM-Verfahren D4567 im kontinuierlichen N
2-Strom)
sind in der Tabelle 2 zusammengefaßt. Tabelle 2
| Probe
Nr. (°C) | HF
(ml/lb Ta) | Temp. | F
(ppm) | BET
(m2/g) | Sauerstoff (ppm) |
| 1 | 1 | –12,0 | <60,0 | 0,63 | 2289 |
| 2 | 5 | –16,0 | 88,0 | 0,71 | 2021 |
| 3 | 1 | 31,0 | <68,0 | 0,81 | 2742 |
| 4 | 5 | 33,0 | 112,0 | 0,69 | 1884 |
-
Wie
in der Tabelle 2 angegeben, führt
eine verminderte Säureauslaugungs-Temperatur zu einem
kontrollierten Sauerstoff-Gehalt in dem fertigen Tantalpulver. Die
Proben 1 und 2 wurden bewertet bei Verwendung von 1 bzw. 5 ml HF
pro lb Tantal bei Säureauslaugungs-Temperaturen
von –12,0
und –16,0°C.
-
Wie
erwartet, wurde ein niedrigerer Sauerstoff-Gehalt bei dem Tantal-Material
der Probe 2 gemessen wegen des zusätzlichen HF-Gehaltes, das weitere
kleine Tantal-Teilchen auflöste.
Als Folge des zusätzlichen HF
war jedoch der Fluorid-Gehalt des Tantal-Materials der Probe 2 höher. Weil
der Sauerstoff-Gehalt
der Proben 1 und 2 gesteuert (kontrolliert) wird, ist das mit einem
verminderten HF-Gehalt (Probe 1) hergestellte Material (Probe 1)
bevorzugt wegen des niedrigeren resultierenden Fluorid-Gehaltes.
-
Obgleich
der niedrigste Sauerstoff-Gehalt bei dem Tantal-Material der Probe
4 gemessen wurde, ist dies ein Ergebnis des hohen HF-Gehaltes in
der Auslaug-Lösung
und demgemäß der verkleinerten
Oberflächengröße. Ein
unerwünscht
hoher Fluorid-Gehalt wurde auch in der Probe 4 gemessen. Wie oben
angegeben, sind erhöhte
Temperaturen dafür
bekannt, daß sie
die Aktivität
der Säurelösung beim
Auflösen
von Verunreinigungen auf dem Ventilmetall-Material erhöhen. Die Kombination von erhöhtem HF-Gehalt
bei einer erhöhten
Temperatur in der Probe 4 führte
jedoch zu einer verminderten Oberflächengröße. Eine niedrigere HF-Menge
in der Säureauslaugungs-Lösung bei
einer erhöhten
Temperatur in der Probe 3 führte
zu einer Zunahme der Oberflächengröße, weil
die Teilchen-Oberfläche
geätzt
und nicht aufgelöst
wurde.
-
Diese
Zunahme der Oberflächengröße führte zu
einem Sauerstoff-Gehalt von mehr als 2700 ppm.
-
Die
obengenannten Ergebnisse bestätigen
auch, daß der
Fluorid-Gehalt durch die in der Säureauslaugung verwendete HF-Menge
bestimmt wird. Die gleiche HF-Menge (1 ml/lb Ta) wurde in den Proben
1 und 3 sowie in den Proben 2 und 4 unter Variieren der Auslaugungs-Temperatur
verwendet. Wie angegeben, wurde bei den verminderten Temperaturen
zwar der Sauerstoff-Gehalt auf akzeptable Werte herabgesetzt, der
Fluorid-Gehalt wurde jedoch nur marginal vermindert. Es sei jedoch
darauf hingewiesen, daß das
Variieren des HF-Gehaltes
zwischen den Proben 1 und 2 und den Proben 3 und 4 (1 bzw. 5 ml/lb
Ta) und durch Anwendung verminderter Temperaturen für die Proben
1 und 2 und erhöhter
Temperaturen für
die Proben 3 und 4 höhere Fluorid-Gehalte in den Proben
2 und 4 erhalten wurden, bei denen höhere HF-Gehalte in der Säureauslaugungs-Lösung verwendet
worden waren.
-
Daraus
ist zu ersehen, daß die
Anwendung niedrigerer Säureauslaugungs-Lösungs-Temperaturen wichtig
ist, um sowohl den Sauerstoff-Gehalt als auch den Fluorid-Gehalt
gemeinsam zu senken, weil niedrige Temperaturen einen niedrigeren
Sauerstoff-Gehalt für
eine gegebene HF-Menge ergeben und die geringstmögliche HF-Menge erforderlich
ist, um den Fluorid-Gehalt in dem fertigen Pulver zu kontrollieren.
-
Beispiel III
-
Es
wurden Änderungen
der Temperatur der Säureauslaugung
eines Niobpulvers nach der Desoxidation durchgeführt, um die optimalen Auslaugungs-Bedingungen für die Kontrolle
des Sauerstoff-Gehalts des Pulvers zu bestimmen.
-
Die
Temperatur der Säureauslaugung
wurde variiert unter Verwendung eines desoxidierten Niobpulvers
der Sorte WCb-C, erhältlich
von der Firma Cabot Performance Materials Division of Cabot Corporation, Boyertown,
PA. Das Niobpulver der Sorte WCb-C ist ein von einem Block abgeleitetes
Pulver mit geringer Oberflächengröße. Das
Niobpulver der Sorte WCb-C wurde zuerst desoxidiert durch Mischen
einer 1 kg-Probe mit 0,4 % Magnesium in einem Tantal-Trog. Der Trog
wurde dann, nachdem er in eine Retorte gestellt worden war, abgedeckt
und in einem Ofen in einer Argon-Atmosphäre etwa 1 h lang bei einer
Temperatur von 750°C erhitzt.
Nach diesem Zeitraum wurde an die Retorte ein Vakuum angelegt, das
Argon wurde entfernt und es wurde ein Enddruck von weniger als etwa
400 µm
angelegt und etwa 1 h lang aufrechterhalten. Dann wurde die Retorte
auf eine Temperatur von weniger als etwa 200°C abgekühlt und aus dem Ofen entnommen.
Nachdem das System auf eine Temperatur von weniger als etwa 40°C abgekühlt worden
war, wurde es durch Zugabe von Luft vor dem Öffnen der Retorte passiviert
und das Niobpulver wurde entnommen. Das resultierende desoxidierte
Niobpulver wies einen Sauerstoff-Gehalt von 1767 ppm auf.
-
Dann
wurde das desoxidierte Niobpulver in drei Säureauslaugungen unterschiedlicher
Temperatur behandelt, um die Wirksamkeit der Säureauslaugungs-Temperatur auf
die Kontrolle des Sauerstoff-Gehalts Pulvers zu bestimmen. Die Säureauslaugungs-Lösung wurde
hergestellt durch vorheriges Mischen von etwa 55 ml HNO3 von
Reagens-Qualität
mit einer Konzentration von etwa 68 % und etwa 110 ml entionisiertem
Wasser (wobei 165 ml einer 23 %igen HNO3-Lösung erhalten
wurden) in einem 250 ml-Kunststoff-Behälter. Dann wurde etwa 100 g
des desoxidierten Niobpulvers der Sorte WCb-C während des Rührens in den Auslaugungs-Behälter gegeben.
Nach der Zugabe des Niobpulvers wurden dann etwa 0,9 ml HF von Reagens-Qualität mit einer
Konzentration von etwa 49 % unter Rühren langsam in den Auslaugungs-Behälter gegeben.
Nach der HF-Zugabe wurde der Inhalt des Auslaugungs-Behälters etwa
30 min lang durchmischt.
-
Nachdem
das Niobpulver etwa 30 min lang ausgelaugt worden war, wurde der
Rührer
abgestellt. Dann ließ man
das Niobpulver sich etwa 10 min lang abset zen, danach wurde zusätzliches
entionisiertes Wasser zugegeben und die Säure/Wasser-Mischung wurde dekantiert.
Das Niobpulver wurde dann unter Verwendung von entionisiertem Wasser
von Raumtemperatur gewaschen. Danach wurde das Niobpulver absitzen
gelassen und das Waschwasser wurde dekantiert. Die Waschstufe wurde
wiederholt, bis die elektrische Leitfähigkeit des dekantierten Waschwassers
weniger als 10 µMohs/cm
betrug.
-
Nachdem
die gewünschte
Wasser-Leitfähigkeit
erreicht worden war, wurde das Wasser dekantiert und das Niobpulver
wurde abfiltriert. Danach wurde das fezchte Niobpulver abgetrennt
und in einem Vakuumofen bei etwa 85°C getrocknet. Das obengenannte
Verfahren wurde wiederholt, wobei die Auslaugungs-Temperatur (definiert
als die Temperatur der HNO
3/Wasser-Lösung vor
der Zugabe des Niobpulvers) variiert wurde, um die optimale Auslaugungs-Temperatur zur Kontrolle
des Sauerstoff-Gehaltes in dem Niobpulver zu bestimmen. Das Niobpulver
wurde bei Temperaturen von etwa 30°C, etwa 3°C und etwa 55°C zu der
23 %igen HNO
3-Lösung zugegeben. Die 3°C- Säureauslaugungs-Lösung wurde
durch Abkühlen
der 23 %igen HNO
3-Lösung in einem Eis/Salzbad hergestellt;
die 55°C-Säureauslaugungs-Lösung wurde
hergestellt unter Verwendung von erhitztem entionisiertesm Wasser
(etwa 60°C)
zur Bildung der Säure/Wasser-Auslaugungs-Lösung und
unter Verwendung eines heißen
Wasserbades (zwischen etwa 45 und etwa 50°C), um die erhöhte Temperatur
aufrechterhalten. Die Versuchsergebnisse (Sauerstoff-Konzentration) sind
in der nachstehenden Tabelle 3 zusammengefaßt. Tabelle 3
| Probe
Nr. | Sauerstoff
(ppm) (30°C) | Sauerstoff
(ppm) (3°C) | Sauerstoff
(ppm) (55°C) |
| 1 | 379 | 234 | 773 |
| 2 | 595 | 558 | 1007 |
| 3 | 648 | 574 | 968 |
| 4 | 558 | 431 | 791 |
| 5 | 672 | 567 | 962 |
| Durchschnittswert | 570 | 473 | 900 |
-
Wie
in der Tabelle 3 angegeben, führt
eine gekühlte
Säureauslaugungs-Lösung zu einem verminderten
Sauerstoff-Gehalt in dem fertigen Niobpulver. Das Pulver, das mit
der 3°C-Säureauslaugungs-Lösung ausgelaugt
wurde, wies einen durchschnittlichen Sauerstoff-Gehalt von 473 ppm
auf, der um etwa 100 ppm geringer war als bei dem Pulver, das mit
der 30°C-Säureauslaugungs-Lösung ausgelaugt
worden war. Das Pulver, das mit der wärmsten Säureauslaugungs-Lösung (etwa
55°C) ausgelaugt
worden war, wies einen durchschnittlichen Sauerstoff-Gehalt von
900 ppm auf, der um 330 ppm höher
war als bei dem Pulver, das nahe bei Umgebungstemperatur ausgelaugt
worden war, und fast das Doppelte des Sauerstoff-Gehalts des Pulvers
betrug, das mit der kältesten
Säureauslaugungs-Lösung ausgelaugt
worden war. Deshalb ist die Anwendung von niedrigen Säureauslaugungs-Temperaturen
wichtig zur Kontrolle (Verringerung) des Sauerstoff-Gehalts in desoxidierten
Ventilmetall-Materialien
wie Niobpulver.
-
Beispiel IV
-
Es
wurden Änderungen
der Temperatur einer Säureauslaugung
eines nicht-desoxidierten
Tantalpulvers vorgenommen, um die optimalen Auslaugungs- Bedingungen für die Kontrolle
des Sauerstoff-Gehalts des Pulvers zu bestimmen.
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Die
Temperatur der Säureauslaugung
wurde variiert unter Verwendung eines nicht-desoxidierten Tantalpulvers
der Sorte C275, erhältlich
von der Firma Cabot Performance Materials Division of Cabot Corporation,
Boyertown, PA. Das nicht-desoxidierte Tantalpulver wies einen Sauerstoff-Gehalt
von 8913 ppm auf.
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Die
Säureauslaugungs-Lösung wurde
hergestellt durch vorheriges Mischen von etwa 33 ml HNO3 von Reagens-Qualität mit einer
Konzentration von etwa 68 % und etwa 66 ml entionisiertem Wasser
(wobei 99 ml einer 23 %igen HNO3-Lösung erhalten
wurden) in einem 250 ml-Kunststoff-Behälter. Eine kalte Auslaugungs-Lösung (etwa –3°C) wurde
hergestellt durch Abkühlen
der 23 %igen HNO3-Lösung in einem Eis/Salz-Bad.
Es wurden etwa 120 g des nicht-desoxidierten Tantalpulvers der Sorte
C275 unter Rühren
zu dem Auslaugungs-Behälter
zugegeben. Nach der Zugabe des Tautal-Pulvers wurden dann etwa 0,3
ml HF von Reagens-Qualität
mit einer Konzentration von etwa 49 % unter Rühren langsam in den Auslaugungs-Behälter gegeben.
Nach der HF-Zugabe wurde der Inhalt des Auslaugungs-Behälters etwa
30 min lang durchmischt. Es wurde auch eine zweite Auslaugungs-Lösung (etwa
37°C), hergestellt
unter Verwendung von warmer entionisiertem Wasser, verwendet für die Bildung
von etwa 120 g des vorstehend beschriebenen nicht-desoxidierten
Tantalpulvers.
-
Nachdem
das Tantalpulver etwa 30 min lang ausgelaugt worden war, wurde der
Rührer
abgestellt. Dann wurde das Tantalpulver etwa 10 min lang absitzen
gelassen, danach wurde weiteres entionisiertes Wasser zugegeben
und die Säure/Wasser-Mischung
wurde dekantiert. Das Tantalpulver wurde dann unter Verwendung von
entionisiertem Wasser von Raumtemperatur gewaschen. Danach wurde
das Tantalpulver absitzen gelassen und das Waschwasser wurde dekantiert.
Die Waschstufe wurde wiederholt, bis die elektrische Leitfähigkeit
des dekantierten Waschwassers weniger als 10 µMohs/cm betrug.
-
Nachdem
die gewünschte
Wasser-Leitfähigkeit
erreicht worden war, wurde das Wasser dekantiert und das Tantalpulver
wurde filtriert. Das feuchte Tantalpulver wurde dann abgetrennt
und in einem Vakuumofen bei etwa 85°C getrocknet. Das obengenannte
Verfahren wurde für
jede Lösung
wiederholt, um die optimalen Auslaugungs-Bedingungen für die Kontrolle
des Sauerstoff-Gehaltes
in einem nicht-desoxidierten Tantalpulver zu bestimmen. Die Versuchs-Ergebnisse
(Sauerstoff-Konzentration) sind in der nachstehenden Tabelle 4 zusammengefaßt. Tabelle 4
| Probe
Nr. | Sauerstoff
(ppm) (–3°C) | Sauerstoff
(ppm) (37°C) |
| 1 | 9037 | 8477 |
| 2 | 9112 | 8818 |
| 3 | 9198 | 8994 |
| 4 | 7599 | 8824 |
| 5 | 8794 | 8870 |
| Durchschnittswert | 8748 | 8797 |
-
Wie
in der Tabelle 4 angegeben, wurde weder durch die kalte noch durch
die warme Säureauslaugung der
Sauerstoff-Gehalt des nicht-desoxidierten Tantalpulvers signifikant
verringert. Das Pulver, das mit der Säureauslaugungs-Lösung von niedriger Temperatur
ausgelaugt worden war, wies einen durchschnittlichen Sauerstoff-Gehalt
von 8748 ppm auf und das Pulver, das mit der wärmeren Lösung ausgelaugt worden war,
wies einen durchschnittlichen Sauerstoff-Gehalt von 8797 ppm auf.
Wie oben angegeben, betrug der Sauerstoff-Gehalt des nicht-desoxidierten Ausgangs-Tantalpulvers
8913 ppm. Die Anwendung von niedrigen Säureauslaugungs-Temperaturen
scheint daher un wirksam zu sein in bezug auf die Kontrolle (Herabsetzung)
des Sauerstoff-Gehaltes
in nicht-desoxidierten Ventilmetall-Materialien wie Tantalpulver.
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Beispiel V
-
Es
wurden Änderungen
der Temperatur einer Säureauslaugung
einer gesinterten Tantalanode durchgeführt, um die optimalen Auslaugungs-Bedingungen
für die
Kontrolle des Sauerstoff-Gehaltes der Anode zu bestimmen.
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Die
Temperatur der Säureauslaugung
wurde variiert unter Verwendung von gesinterten Anoden, hergestellt
aus oberflächenbehandeltem
Tantalpulver HP110, erhältlich
von der Firma Cabot Performance Materials Division of Cabot Corporation,
Boyertown, PA. Die Anoden wogen jeweils 476 g bei einer Preßdichte
von 5,0 g/cm3 und sie wurden 30 min lang
bei 1570°C
gesintert. Die Anoden wurden vor dem Auslaugen in kleine Stücke zerschnitten.
-
Die
Säureauslaugungs-Lösung wude
hergestellt durch vorheriges Mischen von etwa 10 ml HNO3 von Reagens-Qualität mit einer
Konzentration von etwa 68 % und etwa 20 ml entionisiertem Wasser
(wobei 30 ml einer 23 %igen HNO3-Lösung erhalten wurden) in einem
100 ml-Kunststoff-Behälter.
Eine kalte Auslaugungs-Lösung
(etwa –3°C) wurde
hergestellt durch Abkühlen
der 23 %igen HNO3-Lösung in einem Eis/Salz-Bad.
Es wurden etwa 3,5 g der Tantal-Anodenstücke unter
Rühren
zu dem Auslaugungs-Behälter
zugegeben. Nach der Zugabe der Tantalanode wurden etwa 0,05 ml HF
von Reagens-Qualität
mit einer Konzentration von etwa 49 % unter Rühren langsam in den Auslaugungs-Behälter gegeben.
Nach der HF-Zugabe wurde der Inhalt des Auslaugungs-Behälters etwa
30 min lang durchmischt. Außerdem
wurde eine zweite Auslaugungs-Lösung
(etwa 42°C),
hergestellt unter Verwendung von warmem entionisiertem Wasser, verwendet
zur Behandlung von etwa 3,5 g der vorstehend beschriebenen Tantal-Anodenstücke.
-
Nachdem
die Tantal-Anodenstücke
etwa 30 min lang ausgelaugt worden waren, wurde der Rührer abgestellt.
Die Tantal-Anodenstücke
wurden dann etwa 10 min lang absitzen gelassen, danach wurde weiteres entionisiertes
Wasser zugegeben und die Säure/Wasser-Mischung
wurde dekantiert. Die Tantal-Anodenstücke wurden
dann unter Verwendung von entionisiertem Wasser von Raumtemperatur
gewaschen. Die Tantal-Anodenstücke
wurden danach absitzen gelassen und das Waschwasser wurde dekantiert.
Die Waschstufe wurde wiederholt, bis die elektrische Leitfähigkeit
des dekantierten Waschwassers weniger als 10 µMohs/cm betrug.
-
Nachdem
die gewünschte
Wasser-Leitfähigkeit
erreicht worden war, wurde das Wasser dekantiert und die Tantal-Anodenstücke wurden
abgetrennt und in einem Vakuumofen bei etwa 85°C getrocknet. Das obengenannte
Verfahren wurde für
jede Auslaugungs-Lösung
wiederholt, um die optimale Auslaugungs-Temperatur für die Kontrolle des Sauerstoff-Gehaltes
in gesinterten Tantal-Anoden
zu bestimmen. Die Versuchs-Ergebnisse (Sauerstoff-Konzentration)
sind in der nachstehenden Tabelle 5 zusammengefaßt. Tabelle 5
| Probe
Nr. | Sauerstoff
(ppm) Vorauslaugung | Sauerstoff
(ppm) (–3°C) | Sauerstoff
(ppm) (42°C) |
| 1 | 2630 | 2435 | 2705 |
| 2 | 2432 | 2472 | 2401 |
| 3 | 2502 | 2486 | 2331 |
| 4 | 2444 | 2466 | 2390 |
| 5 | 2424 | 2543 | 2114 |
| 6 | 2488 | 2534 | 2309 |
| 7 | 2446 | 2619 | 2488 |
| 8 | 2651 | 2500 | 2438 |
| 9 | 2475 | 2651 | 2465 |
| 10 | 2552 | 2537 | 2491 |
| 11 | 2557 | 2604 | 2531 |
| 12 | 2605 | 1884 | 2617 |
| Durchschnittswert | 2517 | 2476 | 2441 |
-
Wie
in der Tabelle 5 angegeben, wurde weder durch die kalte noch durch
die warme Säureauslaugung der
Sauerstoff-Gehalt der gesinterten Tantal-Anodenstücke signifikant vermindert.
Die gesinterten Tantal-Anodenstücke,
die mit der Säureauslaugungs-Lösung von
niedriger Temperatur ausgelaugt worden waren, wiesen einen durchschnittlichen
Sauerstoff-Gehalt von 2476 ppm auf und das Pulver, das mit der wärmeren Säureauslaugungs-Lösung ausgelaugt
worden war, wies einen durchschnittlichen Sauerstoff-Gehalt von
2441 ppm auf. Der durchschnittliche Sauerstoff-Gehalt der gesinterten
Tantal-Anodenstücke betrug
2517 ppm. Die Anwendung von erniedrigten Säureauslaugungs-Lösungs-Temperaturen
scheint daher unwirksam zu sein in bezug auf die Kontrolle (Herabsetzung)
des Sauerstoff-Gehaltes von gesinterten Ventilmetall-Materialien
wie Tantalanoden, verglichen mit wärmeren Säureauslaugungs-Lösungen.
-
Beispiel VI
-
Es
wurden Änderungen
in bezug auf die Temperatur der Säureauslaugung eines von einem
Block abgeleiteten Niob-Pulvers durchgeführt, um die optimalen Auslaugungs-Bedingungen
für die
Kontrolle des Sauerstoff-Gehaltes des Pulvers zu bestimmen.
-
Die
Temperatur der Säureauslaugung
wurde variiert unter Verwendung eines nicht-desoxidierten, von einem
Block abgeleiteten WCb-C-Niob-Pulvers, erhältlich von der Firma Cabot
Performance Materials Division of Cabot Corporation, Boyertown,
PA. Das Pulver wurde hergestellt durch Hydrieren und Zerkleinern
eines Niob-Blockes. Das Pulver wurde dann in einem Vakuumofen entgast.
-
Die
Säureauslaugungs-Lösung wurde
hergestellt, indem man zuerst etwa 55 ml HNO3 von
Reagens-Qualität
mit einer Konzentration von etwa 68 % und etwa 110 ml entionisiertes
Wasser (wobei man 165 ml einer 23 %igen HNO3-Lösung erhielt) in einem 250
ml-Kunststoff-Behälter
vormischte. Eine kalte Auslaugungs-Lösung (etwa 0°C) wurde
hergestellt durch Abkühlen
der 23 %igen HNO3-Lösung in einem Eis/Salz-Bad.
Es wurden etwa 200 g des Niobpulvers unter Rühren zu dem Auslaugungs-Behälter zugegeben. Nach
der Zugabe des Niob-Pulvers wurde dann etwa 0,5 ml HF von Reagens-Qualität mit einer
Konzentration von etwa 49 % unter Rühren langsam dem Auslaugungs-Behälter zugesetzt.
Nach der HF-Zugabe wurde der Inhalt des Auslaugungs-Behälters etwa
30 min lang gemischt. Eine zweite Auslaugungs-Lösung (etwa 38°C), die unter
Verwendung von warmem entionisiertem Wasser hergestellt worden war,
wurde verwendet zur Behandlung von etwa 200 g des wie vorstehend
beschriebenen Niobpulvers.
-
Nachdem
das Niobpulver etwa 30 min lang ausgelaugt worden war, wurde der
Rührer
abgestellt. Dann wurde das Niobpulver etwa 10 min lang absitzen
ge lassen, danach wurde weiteres entionisiertes Wasser zugegeben
und die Säure/Wasser-Mischung
wurde dekantiert. Dann wurde das Niobpulver unter Verwendung von
entionisiertem Wasser von Raumtemperatur gewaschen. Das Niobpulver
wurde anschließend
absitzen gelassen und das Waschwasser wurde dekantiert. Die Waschstufe
wurde wiederholt, bis die elektrische Leitfähigkeit des dekantierten Waschwassers
weniger als 10 µMohs/cm
betrug.
-
Nachdem
die gewünschte
Wasser-Leiffähigkeit
erreicht worden war, wurde das Wasser dekantiert und das Niobpulver
wurde abfiltriert. Das feuchte Niobpulver wurde abgetrennt und in
einem Vakuumofen bei etwa 85°C
getrocknet. Das obengenannte Verfahren wurde für jede Auslaugungs-Lösung wiederholt,
um die optimale Auslaugungs-Temperatur zur Kontrolle des Sauerstoff-Gehaltes in einem
von einem Block abgeleiteten Niobpulver zu bestimmen. Die Versuchs-Ergebnisse
(Sauerstoff-Konzentration) sind in der folgenden Tabelle 6 zusammengefaßt. Tabelle 6
| Probe
Nr. | Sauerstoff
(ppm) Vorauslaugung | Sauerstoff
(ppm) (0°C) | Sauerstoff
(ppm) (38°C) |
| 1 | 2337 | 1883 | 1636 |
| 2 | 2481 | 1925 | 1777 |
| 3 | 2412 | 2045 | 1874 |
| 4 | – | 2060 | 1984 |
| 5 | – | 1582 | 1511 |
| Durchschnittswert | 2410 | 1899 | 1756 |
-
Wie
in der Tabelle 6 angegeben, wurde durch die kalte Säureauslaugung
der Sauerstoff-Gehalt des von einem Block abgeleiteten Niobpulvers
nicht signifikant herabgesetzt, verglichen mit der wärmeren Säureauslaugung.
Das Pulver, das mit der Niedertemperatur-Säureauslaugungs-Lösung ausgelaugt
worden war, wies einen durchschnittlichen Sauerstoff-Gehalt von
1899 ppm auf und das Pulver, das mit der wärmeren Säureauslaugungs-Lösung ausgelaugt
worden war, wies einen durchschnittlichen Sauerstoff-Gehalt von
1756 ppm auf. Der durchschnittliche Sauerstoff-Gehalt des von einem
Block abgeleiteten Niobpulvers betrug 2410 ppm. Die Anwendung von
niedrigen Säureauslaugungs-Lösungs-Temperaturen
scheint daher unwirksam zu sein in bezug auf die Kontrolle (Herabsetzung)
des Sauerstoff-Gehaltes von nicht-desoxidierten, von einem Block
abgeleiteten Ventilmetall-Materialien wie Niobpulver, verglichen
mit wärmeren
Säureauslaugungs-Lösungen.
-
Obgleich
vorstehend zur Erläuterung
spezielle Ausführungsformen
der Erfindung im Detail beschrieben worden sind, können verschiedene Änderung
und Modifikationen vorgenommen werden, ohne daß dadurch der Rahmen der vorliegenden
Erfindung verlassen wird. So kann beispielsweise das erfindungsgemäße Verfahren
auch angewendet werden zur Kontrolle bzw. Steuerung des Sauerstoff-Gehaltes
von Verarbeitungs-Produkten aus Ventilmetallen. Die Erfindung ist
daher nur durch die nachfolgenden Patentansprüche beschränkt.