DE19748684A1 - Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton - Google Patents
Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine Materialbahn, insbesondere aus Papier oder KartonInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum direkten oder indirekten
Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Mate
rialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, umfassend eine gegen einen
Untergrund anstellbare Funktionseinheit, wobei der Untergrund bei direktem
Auftrag die Materialbahn und bei indirektem Auftrag die Oberfläche eines
Übertragselements ist, welches das flüssige oder pastöse Medium an die
Materialbahn überträgt, und ferner umfassend eine Stellvorrichtung zum
Anstellen der Funktionseinheit gegen den Untergrund, wobei die Stellvor
richtung wenigstens ein Kraftgerät und wenigstens ein auf die Funktions
einheit einwirkendes Stellelement aufweist.
Die Funktionseinheit kann im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
eine Vorrichtung zum Egalisieren oder/und Dosieren des auf den Untergrund
aufgetragenen Mediums sein, beispielsweise eine Rakelklinge, eine Rollrakel
oder dergleichen. Es ist jedoch ebenso möglich, daß die Funktionseinheit ein
Auftragswerk ist, mit dessen Hilfe das flüssige oder pastöse Medium auf
den Untergrund aufgetragen wird. Zur Vereinfachung der nachfolgenden
Diskussion wird die Erfindung im folgenden am Beispiel einer Rakelklinge
zum Egalisieren oder/und Dosieren der auf den Untergrund aufgetragenen
Schicht an Auftragsmedium erläutert werden. Es sei jedoch ausdrücklich
darauf verwiesen, daß analoge Probleme in entsprechender Weise auch bei
anderen Funktionseinheiten auftreten und daß auch bei diesen anderen
Arten von Funktionseinheiten die Erfindung mit Vorteil eingesetzt werden
kann.
Beim Egalisieren oder/und Dosieren der auf den Untergrund aufgebrachten
Schicht an Auftragsmedium ist eine präzise Anstellung der Rakelklinge
gegen den Untergrund von großer Bedeutung. Sollte die Rakelklinge im
Betrieb nämlich zu weit vom Untergrund entfernt angeordnet sein, so trägt
sie nicht die erwünschte Menge an Auftragsmedium wieder vom Untergrund
ab, so daß sich insgesamt ein zu hohes Strichgewicht ergibt. Im Extremfall
kann es sogar geschehen, daß die Rakelklinge nicht einmal in der Lage ist,
die Auftragsmediumschicht in dem gewünschten Maße zu glätten. Ist die
Rakelklinge hingegen in einem zu geringen Abstand von dem Untergrund
angeordnet, so trägt sie zu viel Auftragsmedium ab, so daß sich insgesamt
ein zu niedriges Strichgewicht ergibt. Im Extremfall kann es dabei sogar zu
Beschädigungen der Materialbahn, des Übertragselements oder der Rakel
klinge kommen. Aus den vorstehend genannten Gründen müssen bei Auf
tragsvorrichtungen der gattungsgemäßen Art präzise einstellbare Stell
vorrichtungen, insbesondere präzise einstellbare Kraftgeräte, eingesetzt
werden. Derart präzise Kraftgeräte bzw. Stellvorrichtungen sind aber in
Anschaffung und Wartung entsprechend kostspielig.
Demgegenüber ist es Aufgabe der Erfindung, eine Auftragsvorrichtung der
gattungsgemäßen Art anzugeben, welche in Anschaffung und Unterhalt
vergleichsweise kostengünstig ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das wenigstens
eine Kraftgerät mit dem wenigstens einen Stellelement über einen ins
Langsame übersetzenden Getriebemechanismus verbunden ist. Der erfin
dungsgemäß zwischen Kraftgerät und Stellelement vorgesehene Getriebe
mechanismus wirkt sich insbesondere in zweierlei Hinsicht vorteilhaft aus.
Zum einen können aufgrund der Übersetzung ins Langsame (im folgenden
kurz "Untersetzung" genannt) relativ ungenaue Kraftgeräte eingesetzt
werden, da die Bewegung des Stellelements verglichen mit jener des Kraft
geräts infolge der Untersetzung eine entsprechend höhere Genauigkeit auf
weist. Zum anderen können auch leistungsärmere Kraftgeräte eingesetzt
werden, da das Kraftgerät aufgrund seines verglichen mit einem Kraftgerät
ohne Untersetzung längeren Stellwegs die gleiche Stellenergie bei geringerer
Stelleistung liefern kann. Die geringeren Anforderungen an Stellgenauigkeit
und Stelleistung wirken sich vorteilhaft auf die Anschaffungskosten der
Kraftgeräte aus.
Es versteht sich, daß die erfindungsgemäßen Vorteile mit jeder Art von ins
Langsame übersetzendem Getriebemechanismus erzielt werden können, bei
spielsweise auch mit einem Spindeltrieb, bei welchem die schnelle Umfangs
bewegung einer Schraubspindel in eine langsame Linearbewegung eines mit
der Schraubspindel zusammenwirkenden Schraubmutterkörpers untersetzt
wird. Aufgrund ihres einfachen und mechanisch robusten Aufbaus haben
sich jedoch Hebelmechanismen als besonders vorteilhaft erwiesen.
Im Hinblick auf eine besonders kompakte räumliche Anordnung von Kraft
gerät, Getriebemechanismus und Stellelement wird vorgeschlagen, einen
Hebelmechanismus mit wenigstens einem Kniehebel einzusetzen. Gemäß
einer konstruktiv einfachen und kostengünstigen Ausführungsform kann der
Kniehebel von einem Blechstreifen gebildet sein, der einenends mit dem
Stellelement verbunden ist, der sich andernends an einem Stützelement
abstützt und an dem etwa im Bereich seiner Längsmitte das Kraftgerät
angreift.
Mit besonderem Vorteil können erfindungsgemäße Stellvorrichtungen bei der
Profilierung der Rakelklinge bzw. allgemein der Funktionseinheit in Quer
richtung der Materialbahn eingesetzt werden. Unter der Querrichtung der
Materialbahn wird dabei eine in einer lokalen Materialbahnebene liegende,
jedoch zur Laufrichtung der Materialbahn orthogonal verlaufende Richtung
verstanden. Bei der vorstehend angesprochenen Profilierung der Funktions
einheit geht es darum, beispielsweise thermisch bedingte oder gravita
tionsbedingte Verformungen des Trägerbalkens, auf dem die Funktions
einheit gehalten ist, durch eine entsprechende Verformung der Funktions
einheit selbst auszugleichen. Hierdurch kann beispielsweise erreicht werden,
daß die gegen den Untergrund angestellte Kante einer Rakelklinge über die
gesamte Arbeitsbreite den gewünschten Abstand vom Untergrund aufweist
bzw. mit der gewünschten Linienpreßkraft gegen den Untergrund angestellt
ist. Diese Verformung der Funktionseinheit wird üblicherweise mittels einer
Mehrzahl von Kraftgeräten bewerkstelligt, welche in Querrichtung benach
bart angeordnet sind und entweder über eine Mehrzahl von Stellelementen
oder über ein gemeinsames Stellelement auf die Rakelklinge einwirken. Im
letzteren Fall muß zusätzlich zur Rakelklinge auch das gemeinsame Stell
element verformt werden. Zur Minderung der zur Verformung erforderlichen
Kraft kann auch ein geschlitztes Stellelement verwendet werden. Wenn die
Stellvorrichtung eine Mehrzahl von in Querrichtung benachbarten Kraft
geräten aufweist, die über zugehörige Getriebemechanismen mit wenigstens
einem Stellelement zusammenwirken, so kann die zur Verformung der Funk
tionseinheit und ggf. des einen gemeinsamen Stellelements erforderliche
Energie mit relativ leistungsarmen und somit kostengünstigen Kraftgeräten
aufgebracht werden.
Gewünschtenfalls kann das Stellelement auch in Querrichtung translatorisch
hin- und herbewegbar angeordnet sein. Ferner ist es möglich, eine Hin- und
Her-Kippbewegung des Stellelements oder/und der Funktionseinheit um eine
in Querrichtung verlaufende Achse vorzusehen.
Die Erfindung wird im folgenden an Ausführungsbeispielen anhand der
beigefügten Zeichnung näher erläutert werden. Es stellt dar:
Fig. 1 eine teilweise geschnittene, perspektivische Teilansicht
einer erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung;
Fig. 2 eine grobschematische Seitenansicht der Anordnung
gemäß Fig. 1 zur Erläuterung deren Funktion und
Fig. 3 und 4 Ansichten analog Fig. 2 weiterer Ausführungsbeispiele.
In Fig. 1 ist eine Egalisier-/Dosiervorrichtung 12 einer Vorrichtung 10 zum
Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums 14 auf eine Materialbahn
16 dargestellt. Die Materialbahn 16 ist im Bereich der Auftragsvorrichtung
10 um eine Stützwalze 18 herumgeführt, welche sich in der Ansicht gemäß
Fig. 1 entgegen dem Uhrzeigersinn dreht und somit die Materialbahn 16
in Richtung des Pfeils B fördert.
Das Auftragsmedium 14 wird mittels eines in Fig. 1 nicht dargestellten, in
der Ansicht gemäß Fig. 1 links von der Egalisier-/Dosiereinrichtung 12
angeordneten Auftragswerks auf die Materialbahn 16 aufgebracht, und zwar
beispielsweise im Überschuß. Das Auftragsmedium wird dann durch die
Bewegung der Stützwalze 18 zur Egalisier-/Dosiereinrichtung 12 transpor
tiert.
Die Egalisier-/Dosiereinrichtung 12 umfaßt in der Ausführungsform gemäß
Fig. 1 eine Rakelklinge 20, welche mittels einer Stellvorrichtung 22 gegen
die Oberfläche 16a der Materialbahn 16 angestellt ist, und zwar mit einer
Egalisier- bzw. Dosierkante 20a. Hierzu umfaßt die Stellvorrichtung 22 ein
auf die Rakelklinge 20 einwirkendes Stellelement 24 und eine Mehrzahl von
in Querrichtung Q der Materialbahn 16 nebeneinander angeordneter Kraft
geräte 26, beispielsweise pneumatisch oder hydraulisch betätigbare
Zylinder-Kolben-Einheiten, welche über Blechstreifen 28 auf das Stell
element 24 einwirken.
Die Blechstreifen 28 sind mit ihrem in Fig. 1 linken Ende an dem Stell
element 24 und mit ihrem in Fig. rechten Ende an einem Stützelement 30
befestigt, beispielsweise festgeschraubt, vernietet oder dergleichen. Etwa
im Bereich ihrer Längsmitte sind die Blechstreifen 28 mit den freien Enden
der verstellbaren Wirkelemente 26a der Kraftgeräte 26 verbunden. Die
Rakelklinge 20, das Stellelement 24, das Stützelement 30 und die Kraft
geräte 26 sind auf einem in Fig. 1 lediglich grobschematisch angedeuteten
Rakelbalken 32 der Egalisier-/Dosiereinrichtung angeordnet.
Erfindungsgemäß ist die Dicke d der Blechstreifen 28 einerseits so gering
bemessen, daß sie von den Kraftgeräten 26 ohne weiteres elastisch verbo
gen werden können, andererseits ist die Dicke d aber so groß bemessen,
daß beispielsweise bei einem Ausfahren eines Wirkelements 26a eines Kraft
geräts 26 ausgehend von einer Stellung, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist,
der Blechstreifen 28 nicht einfach mit "Wellenschlagen" reagieren kann,
sondern die aus dieser Bewegung des Kraftgeräts 26 resultierende Verfor
mung des Blechstreifens 28 zu einer Spreizung des am Rakelbalken 32 befe
stigten Schenkels 24a des Stellelements 24 und des Stützelements 30
führt.
Auf diese Weise bilden der zwischen Kraftgerät 26 und Stellelement 24
verlaufende Abschnitt 28a jedes Blechstreifens 28 und dessen zwischen
Kraftgerät 26 und Stützelement 30 verlaufender Abschnitt 28b einen Knie
hebel 34 (siehe Fig. 2), wenn auch keinen idealen Kniehebel 34 mit zwei
in sich starren Hebelabschnitten 34a und 34b, welche über ein Kniehebel
gelenk 34c miteinander verbunden sind. Wie bei einem idealen Kniehebel
wird jedoch mittels der Blechstreifen 28 eine langhubige Bewegung L des
Wirkelements 26a des Kraftgeräts 26 in eine kurzhubige Bewegung K des
Stellelements 24 untersetzt.
Durch das Vorsehen einer Mehrzahl von Kraftgeräten 26 mit zugeordneten
Blechstreifen 28 ist es möglich, das Stellelement 24 und somit auch die
Rakelklinge 20 zu profilieren, d. h. den Abstand der Rakelkante 20a der
Rakelklinge 20 an jeder Stelle längs der Arbeitsbreite der Rakelvorrichtung
2 auf den gewünschten Wert einzustellen. Die zur Profilierungsverformung
von Stellelement 24 und Rakelklinge 20 erforderliche Kraft kann aufgrund
der Untersetzung durch die Kniehebelbleche 28 von relativ leistungsarmen
Kraftgeräten 26 bereitgestellt werden, an welche man aufgrund der ange
sprochenen Untersetzung auch nur relativ geringe Anforderungen hinsicht
lich der Positioniergenauigkeit zu stellen braucht.
In den Fig. 3 und 4 sind zwei weitere Arten von Getriebemechanismen
dargestellt.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 wird anstelle eines Kniehebels ein
in sich starrer Drehhebel 134 mit Hebelabschnitten 134a und 134b einge
setzt, der bei 134c an einem mit dem Rakelbalken 132 starr verbundenen
Teil 136 drehbar angelenkt ist. Mittels dieses Drehhebels 134 wird eine
langhubige Bewegung L des Wirkelements 126a des Kraftgeräts 126 in eine
kurzhubige Bewegung K eines Stellelements 124 untersetzt. Am freien Ende
des Hebelabschnitts 134b greift das Wirkelement 126a des Kraftgeräts 126
an, während am freien Ende des Hebelabschnitts 134a das Stellelement 124
angeordnet ist.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 4 wird die Drehbewegung des Wirk
elements 226a des Kraftgeräts 226 in eine Linearbewegung K des Stell
elements 224 untersetzt. Hierzu ist das Wirkelement 226a mit einem
Schraubengewinde 226b versehen, welches mit einem entsprechenden Mut
ternkörper 238 zusammenwirkt, an dem das Stellelement 224 angebracht
ist und welcher auf einer am Rakelbalken 232 befestigten Linearführung
240 verschiebbar ist.
Claims (6)
1. Vorrichtung (10) zum direkten oder indirekten Auftragen eines
flüssigen oder pastösen Mediums (14) auf eine laufende Materialbahn
(16), insbesondere aus Papier oder Karton, umfassend:
- - eine gegen einen Untergrund (16a) anstellbare Funktionseinheit (20), wobei der Untergrund bei direktem Auftrag die Ober fläche (16a) der Materialbahn (16) und bei indirektem Auftrag die Oberfläche eines Übertragselements ist, welches das flüssige oder pastöse Medium an die Materialbahn überträgt, und
- - eine Stellvorrichtung (22) zum Anstellen der Funktionseinheit (20) gegen den Untergrund, wobei die Stellvorrichtung (20) wenigstens ein Kraftgerät (26) und wenigstens ein auf die Funktionseinheit (20) einwirkendes Stellelement (24) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Kraftgerät (26) mit dem wenigstens einen Stellelement (24) über einen ins Langsame übersetzenden Getriebemechanismus (28/34; 134; 226b/238) ver bunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Getriebemechanismus ein Hebel
mechanismus (28/34; 134) ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hebelmechanismus wenigstens
einen Kniehebel (34) umfaßt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kniehebel (34) von einem Blech
streifen (28) gebildet ist, der einenends mit dem Stellelement (24)
verbunden ist, der sich andernends an einem Stützelement (30) ab
stützt und an dem etwa im Bereich seiner Längsmitte das Kraftgerät
(26) angreift.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Funktionseinheit (20) eine sich in
Querrichtung (Q) der Materialbahn erstreckende längliche Funktions
einheit ist, und daß die Stellvorrichtung (22) eine Mehrzahl von in
Querrichtung (Q) benachbarten Kraftgeräten (26) aufweist, die über
zugehörige Getriebemechanismen (28) mit wenigstens einem Stell
element (24) zusammenwirken.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Funktionseinheit eine Egalisier-
oder/und Dosiereinrichtung ist, beispielsweise eine Rakelklinge (20),
eine Rollrakel oder dergleichen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997148684 DE19748684A1 (de) | 1997-11-04 | 1997-11-04 | Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton |
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Publications (1)
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Country Status (1)
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