DE19734129A1 - Kanülenbehälter - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Kanü
lenbehälter zur Sammlung von gebrauchten Kanülen, meist
Kanülenbox genannt, wie er in Arztpraxen und Krankenhäu
sern benutzt wird, um für Injektionen, Infusionen oder
dergl. verwendete Nadeln und Kanülen bis zur Entsorgung
auf zubewahren. Die Entsorgung von möglicherweise infek
tiösem Abfall dieser Art bedarf eines besonderen Auf
wands und die Sammlung und Aufbewahrung bis zu diesem
Zeitpunkt soll möglichst problem- und gefahrlos möglich
sein.
Vorliegend geht es speziell um das Abwerfen von Kanülen
in den Behälter, und zwar von Kanülen, die zur Blutent
nahme mit einer Vakuum-Blutentnahmevorrichtung verwendet
wurden. Die bei dieser Technik der Blutentnahme verwen
deten Geräte sind in Fig. 7 bis 9 gezeigt, wobei Fig. 7
die Ansicht einer Kanüle, Fig. 8 die Seitenansicht eines
Leitgehäuses der Vorrichtung und Fig. 9 die Ansicht des
Leitgehäuses von unten zeigen.
Das schwach konisch ausgebildete, oben offene und dort
gegenüberliegende Flanschlappen 2 aufweisende Leitgehäu
se 1 hat am unteren Ende eine Rastverriegelung 3 für die
Kanüle 4. Diese hat vorn einen distalen, in eine Vene
des Patienten einzustechenden Abschnitt 5 und hinten
einen ebenfalls in einer Stechspitze endenden proximalen
Abschnitt 6, der ins Innere des Leitgehäuses 1 ragt.
Zwischen diesen Abschnitten befindet sich eine Rastkon
sole 7, die aus einem vorderen Flansch 8, einem hinteren
Kegelflansch 9 und einem zwischen diesen gelegenen Zy
linderabschnitt 10 besteht. Der proximale Kanülen
abschnitt 6 ist von einer die Sterilität gewährleisten
den Gummihülle 11 umgeben.
Die Rastverriegelung 3 besteht im wesentlichen aus zwei
einander gegenüberliegenden Rastbacken 15, die mit ihrem
Außenrand 16 über den unteren Durchmesser des Leitgehäu
ses 1 vorstehen, im Bereich der Achse ein eine Zentral
öffnung 18 freilassendes Fenster und jenseits der Achse
eine Einbuchtung 20 des Fensterrandes aufweisen. Bei
Betrachtung von Fig. 9 gehört also die mit dem Bezugs
zeichen 20 versehene, links von der Achse ersichtliche
Einbuchtung zur Rastbacke 15, deren Außenrand 16 nach
rechts weist. Die Rastbacken 15 sind federelastisch nach
außen beaufschlagt, d. h. die Einbuchtungen suchen, sich
einander zu nähern.
Zum Gebrauch wird eine Kanüle 4 von vorne durch die
Rastverrieglung 3 in das Leitgehäuse eingesetzt, wobei
der Kegelflansch 9 die Einbuchtungen 20 auseinander
treibt (und sich die Außenränder 16 einander annähern),
bis der Zylinderabschnitt 10 erreicht wird und die Rast
backen auseinanderspringen und ihre Einbuchtungen 20
hinter dem Kegelflansch 9 einfallen und die Kanüle 4
fixieren.
Nach Abnahme einer nicht dargestellten Schutzkappe vom
distalen Kanülenabschnitt 5 wird dieser in eine Vene des
Patienten eingestochen und eine vakuumierte Ampulle mit
Durchstoßverschluß in das Leitgehäuse 1 geschoben, bis
der proximale Kanülenabschnitt 6 nach Durchstoßen der
eigenen Gummihülle 11 und des Durchstoßverschlusses der
Ampulle in diese eindringt und das dort vorhandene Vaku
um beginnt, das Blut einzusaugen und die Ampulle zu fül
len. Nach der Füllung wird die Ampulle aus dem Gehäuse 1
herausgezogen.
Nach dem Zurückziehen der noch mit dem Gehäuse 1 verkup
pelten Kanüle aus der Vene kann die Kanüle dadurch ent
fernt werden, daß man mit Daumen und Zeigefinger die
Rastbacken 15 durch Druck auf ihre Außenränder 16 zu
sammendrückt, so daß sich die Einbuchtungen 20 vonein
ander entfernen, die Kanüle freigegeben wird und unter
der Wirkung ihres Gewichts heraus und in den Kanülenbe
hälter fällt.
Nachteilig ist bei dieser Handhabung, daß die Manipula
tionen der die Blutentnahme vornehmenden Person präzise
ablaufen müssen. Es besteht die Gefahr, daß die Kanüle
nicht oder noch nicht genau über oder in der Abwerföff
nung des Sammelbehälters positioniert ist und schon
freigegeben wird, so daß sie neben den Behälter oder ne
ben die Abwerföffnung auf den Deckel des Behälters fällt
und dann doch ergriffen werden muß, um schließlich ins
Behälterinnere befördert zu werden.
Die vorliegende Erfindung stellt eine Gestaltung der
Abwerföffnung eines Kanülenbehälters zur Verfügung, mit
dem diese Nachteile vermieden sind. Die Lösung dieser
Aufgabe ergibt sich aus dem Patentanspruch 1; weitere
Ausbildungen des Erfindungsgedankens sind in den Unter
ansprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend durch die Beschreibung
von drei Ausführungsbeispielen anhand der Fig. 1 bis 6
weiter erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen Schnitt durch den Deckel eines Kanülen
behälters im Bereich von dessen Abwerföffnung
in einer ersten Ausbildungsform;
Fig. 2 die Draufsicht auf die Abwerföffnung gemäß
Fig. 1;
Fig. 3 einen Schnitt durch den Deckel eines Kanülen
sammelbehälters im Bereich von dessen Abwerf
öffnung in einer zweiten Ausbildungsform;
Fig. 4 die Draufsicht auf die Abwerföffnung gemäß
Fig. 3;
Fig. 5 einen Schnitt durch den Deckel eines Kanülen
sammelbehälters im Bereich von dessen Abwerf
öffnung in einer dritten Ausbildungsform;
Fig. 6 die Draufsicht auf die Abwerföffnung gemäß
Fig. 5;
Fig. 7 bis 9 die einleitend beschriebenen Elemente der
Vakuum-Blutentnahmevorrichtung.
Im Deckel 30 eines nicht dargestellten Kanülensammelbe
hälters ist eine Abwerföffnung 32 ausgebildet, die einen
nach innen ragenden Kragen 34 aufweist, dessen kegel
stumpfförmige Innenfläche 36 sich nach unten verjüngt.
Der große Durchmesser oben ist etwas größer als der Ab
stand zwischen den Außenrändern 16 der Rastbacken 15 in
deren Ausgangszustand und der kleine Durchmesser unten
ist etwas kleiner als der Minimalabstand zwischen diesen
Außenrändern 16 bei eingedrückten Rastbacken.
Bei dieser Geometrie der Abwerföffnung braucht das Leit
gehäuse 1 mit eingekuppelter Kanüle zum Abwerfen dersel
ben nur senkrecht nach unten in die Abwerföffnung 32
gestoßen zu werden, so daß die Außenränder 16 der Rast
backen 15 von der Kegelstumpf-Innenfläche 36 erfaßt
werden und die Rastbacken zueinander hin gedrückt werden
und die Kanüle freigeben, die dann ins Behälterinnere
fällt. Ausreichend ist hier die translatorische Bewegung
des Einstoßens des Gehäuses in Richtung der Achse; ein
gewisses Hin- und Herschaukeln kann dabei unterstützend
wirken.
Die Abwerföffnung 42 gemäß Fig. 3 hat in Tiefenrichtung
einen oberen Abschnitt 43 und einen hieran anschließen
den, stufenartig abgesetzten unteren Abschnitt 44, der
einen zylindrischen Kragen darstellt. Die Umfangsfläche
des oberen Abschnitts 43 setzt sich zusammen aus zwei
bezüglich der Achse spiralig gekrümmten Wandabschnitten
45 und zwei ebenen, rechtwinklig zueinander stehenden
Wandabschnitten 46, 47. Diese Abschnitte bilden gemäß
Fig. 4 eine zentralsymmetrische Figur. Die einander ge
genüberliegenden ebenen Wandabschnitte 47 haben einen
Abstand voneinander, der den Abstand der Außenränder 16
der Rastbacken 15 in deren Ausgangszustand etwas über
trifft.
Bei dieser Öffnungsgeometrie wird zum Abwerfen der Kanü
le die Rastverriegelung 3 des Gehäuses 1 in den oberen
Öffnungsabschnitt 43 so eingetaucht, daß die Außenränder
16 der Rastbacken 15 gegenüber den ebenen Wandabschnit
ten 47 zu liegen kommen. Dann wird das Leitgehäuse 1 im
Uhrzeigersinn gedreht, so daß die Außenränder 16 auf die
spiraligen Wandabschnitte 45 auflaufen und bei der wei
teren Drehung von diesen eingedrückt werden, bis die
Kanüle freigegeben wird und ins Behälterinnere fällt.
Hier genügt also eine rotatorische Bewegung des Gehäuses
zum Abwerfen der Kanüle.
Es versteht sich, daß die Geometrie der Wand des oberen
Öffnungsabschnitts 43 auch anders gestaltet sein kann,
beispielsweise nur einen spiraligen Abschnitt aufweisen
kann, dem ein zur Achse konzentrischer Kreisbogen gegen
überliegt. In diesem Falle würde beim Drehen des Gehäu
ses 1 nicht nur eine Rotation desselben um seine Achse
stattfinden, sondern auch eine kleine Wanderung der Ge
häuseachse parallel zu sich selbst bleibend auf einer
kurzen gekrümmten Bahn. Wesentlich ist, daß die Abstände
der einander gegenüberliegenden Wandbereiche in einer
achsrechten Ebene bei Drehung dieser Ebene im einen oder
anderen Drehsinn kontinuierlich abnehmen.
Die Abwerföffnung 52 gemäß Fig. 5 hat rechteckige Quer
schnitte, die gebildet sind von zwei einander gegenüber
liegenden parallelen Wänden 53, 54, einer zu diesen
rechtwinklig verlaufenden Senkrechtwand 55 und einer
dieser gegenüberliegenden, eine Rampenfläche 57 bilden
den Schrägwand 56. Die Deckelfläche 30 steht über die
Senkrechtwand 55 um einen kleinen Betrag über und bildet
so einen Einhak-Überstand 58. Der Abstand zwischen der
Senkrechtwand 55 und der Rampenfläche 57 am oberen Ende
derselben ist etwas größer als der Abstand zwischen den
Außenrändern 16 der Rastbacken 15 in deren Ausgangszu
stand.
Das Abwerfen einer Kanüle geschieht bei dieser Öffnungs
geometrie derart, daß man durch eine Absenk- und/oder
Kippbewegung die Rastverrieglung 3 derart in den oberen
Bereich der Öffnung bringt, daß eine der Rastbacken 15
mit ihrem Außenrand 16 an der Senkrechtwand 55 unter dem
Einhak-Überstand 58 zu liegen kommt. Eine anschließende
Kippbewegung nach rechts läßt dann die andere Rastbacke
mit ihrem Außenrand auf die Rampenfläche 57 auflaufen,
die bei Fortsetzung der Kippbewegung ein Zusammendrücken
der Rastbacken und damit eine Freigabe der Kanüle be
wirkt. Hier ist also eine rotatorische Bewegung um eine
Querachse ausreichend zum Abwerfen der Kanüle.
1
Leitgehäuse
2
Flanschlappen
3
Rastverriegelung
4
Kanüle
5
distaler Abschnitt
6
proximaler Abschnitt
7
Rastkonsole
8
vorderer Flansch
9
Kegelflansch
10
Zylinderabschnitt
11
Gummihülle
15
Rastbacke
16
Außenrand
18
Zentralöffnung
20
Einbuchtung
30
Deckel
32
Abwerföffnung
34
Kragen
36
Kegelstumpf-Innenfläche
42
Abwerföffnung
43
oberer Öffnungsabschnitt
44
unterer Öffnungsabschnitt
45
spiraliger Wandabschnitt
46
ebener Wandabschnitt
47
ebener Wandabschnitt
52
Abwerföffnung
53
Parallelwand
54
Parallelwand
55
Senkrechtwand
56
Schrägwand
57
Rampenfläche
58
Einhak-Überstand
Claims (5)
1. Kanülenbehälter zur Sammlung von gebrauchten Kanülen
mit wenigstens einer Öffnung zum Einwerfen der Kanülen,
gekennzeichnet durch eine Öffnung (32, 42, 52) mit einer
solchen inneren Geometrie, daß durch Einführung des vor
deren Endes des Gehäuses (1) einer Vakuum-Blutentnahme
vorrichtung in diese Öffnung und eine Rotations- und/oder
Translationsbewegung des Gehäuses die Rastbacken
(15) zusammengedrückt werden und die Kanüle (4) freige
geben wird.
2. Kanülenbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Abwerföffnung (32) eine Kegelstumpf-Innen
fläche (36) aufweist.
3. Kanülenbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß ein oberer Abschnitt (43) der Abwerföffnung
(42) wenigstens einen spiraligen oder spiralähnlichen
Wandabschnitt (45) aufweist.
4. Kanülenbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Abwerföffnung (52) eine eine Rampenfläche
(57) bildende Schrägwand (56) aufweist und gegenüber
derselben ein Einhak-Überstand (58) ausgebildet ist.
5. Kanülenbehälter nach einem oder mehreren der vorher
gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Be
hälter einen Deckel (30) besitzt und die Abwerföffnung
in diesem ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997134129 DE19734129C2 (de) | 1997-08-07 | 1997-08-07 | Kanülenbehälter |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997134129 DE19734129C2 (de) | 1997-08-07 | 1997-08-07 | Kanülenbehälter |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19734129A1 true DE19734129A1 (de) | 1999-02-11 |
| DE19734129C2 DE19734129C2 (de) | 2000-06-21 |
Family
ID=7838213
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19734129C2 (de) |
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Also Published As
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|---|---|
| DE19734129C2 (de) | 2000-06-21 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
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| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
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Owner name: SARSTEDT AG & CO. KG, DE Free format text: FORMER OWNER: RIGLING GMBH, 75382 ALTHENGSTETT, DE Effective date: 20110825 |
|
| R082 | Change of representative |
Effective date: 20110825 Effective date: 20110901 |
|
| R071 | Expiry of right |