DE19734895A1 - Vorrichtung und Verfahren zum Ansteuern wenigstens eines kapazitiven Stellgliedes - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zum Ansteuern wenigstens eines kapazitiven StellgliedesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ansteuern wenig
stens eines kapazitiven Stellgliedes, insbesondere für Kraft
stoffeinspritzventile einer Brennkraftmaschine, nach dem
Oberbegriff von Anspruch 1. Die Erfindung betrifft auch ein
Verfahren zum Betreiben dieser Vorrichtung.
Aus DE 36 21 541 A1 ist eine Vorrichtung zum Ansteuern kapa
zitiver Stellglieder mit einem von einer Spannungsquelle auf
ladbaren Kondensator, einer Lade- und einer Entladespule be
kannt. Die an den kapazitiven Stellgliedern erreichbare Span
nung UP ist auf einen Wert UP < 2UB kleiner als die doppelte
Ausgangsspannung UB der Spannungsquelle begrenzt.
Für eine Hochspannungsversorgung kapazitiver Stellglieder für
Kraftstoffeinspritzventile einer Kraftfahrzeug-Brennkraftma
schine mit UP ≈ 15UB ist diese Schaltung nicht geeignet. Hö
here Spannungen sind bekannterweise mittels Schaltnetzteilen
(SNT) erzeugbar.
Aufgrund der Abmessungen der Spulen des Schaltnetzteils SNT
(Transformator), der Ladespule und der Entladespule sowie de
ren Gewicht entstehen Probleme bei deren Unterbringung in ei
nem fahrzeugspezifischen Gehäuse.
Es ist Aufgabe der Erfindung, Abmessungen und Gewicht einer
Vorrichtung zum Ansteuern wenigstens eines kapazitiven Stell
gliedes so zu reduzieren, daß diese ohne Komplikationen in
ein fahrzeugspezifisches Gehäuse paßt.
Aufgabe der Erfindung ist auch, ein Verfahren zum Betreiben
dieser Vorrichtung anzugeben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des An
spruchs 1 gelöst.
Durch eine Verkoppelung des Schaltnetzteils mit der Schalt
endstufe wird die Funktion von Lade- und Entladespule durch
die Sekundärspule LS des Schaltnetzteil-Transformators SNT
übernommen, welche dann als Umschwingspule arbeitet. Die gro
ße und schwere Ladespule (oder Entladespule) kann dadurch
eingespart werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden unter
Bezugnahme auf die schematische Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 die Schaltung des Ausführungsbeispiels, und
Fig. 2 ein Flußdiagramm über den Ablauf des erfindungsgemä
ßen Ansteuerverfahrens.
Fig. 1 zeigt die Schaltung eines Ausführungsbeispiels nach
der Erfindung zum Ansteuern von weiter nicht dargestellten
Kraftstoffeinspritzventilen einer Kraftfahrzeug-Brennkraftma
schine über kapazitive (piezokeramische) Stellglieder Px (x =
1 bis n) mittels einer nicht näher ausgeführten Steuerschal
tung ST, die Teil eines als Kasten angedeuteten, mikroprozes
sorgesteuerten Motorsteuergerätes ECU ist.
An den Anschlüssen +B und GND einer Bordspannungsquelle B,
die eine Batteriespannung von beispielsweise 12 V liefert,
liegt eine Reihenschaltung der Primärspule LP eines Transfor
mators T und eines elektronischen Schalters T1, vorzugsweise
eines PMOS-Transistors, welcher von der Steuerschaltung ST
angesteuert wird. Transformator T und Ladeschalter T1 sind
Teil eines Schaltnetzteils SNT, welches nicht näher ausge
führt, sondern nur durch einen strichlierten Kasten angedeu
tet ist. Dieses Schaltnetzteil SNT arbeitet nach dem Sperr
wandler-Prinzip.
Die Sekundärspule LS des Transformators T ist mit ihrem er
sten Anschluß über einen Kondensator C mit dem Minuspol GND
der Spannungsquelle B und mit ihrem zweiten Anschluß mit den
einen Anschlüssen parallelliegender kapazitiver Stellglieder
Px verbunden. Jeder andere Anschluß der kapazitiven Stell
glieder Px (P1 bis Pn) ist über zwei jeweils nur in einer
Richtung stromleitende, elektronische Schalter T3x und T4x
mit dem Minuspol GND der Spannungsquelle B verbunden, wobei
der jeweils eine Schalter T3x als Ladeschalter dient und vom
jeweiligen Stellglied Px zum Minuspol GND leitend steuerbar
ist, und der jeweils andere Schalter T4x als Entladeschalter
dient und vom Minuspol GND zum jeweiligen Stellglied Px lei
tend steuerbar ist.
Zwischen dem zweiten Anschluß der Sekundärspule LS und dem
Minuspol GND ist eine Reihenschaltung einer Abkommutie
rungsspule LA und eines zum Minuspol GND hin stromleitend
steuerbaren elektronischen Abkommutierungsschalters T2 und
parallel zu dieser Reihenschaltung eine Diode D, welche in
Richtung vom Minuspol GND zum zweiten Anschluß der Sekundär
spule LS stromleitend ist, angeordnet.
Vorzugsweise sind der Abkommutierungsschalter T2, die Lade
schalter T3x und die Entladeschalter T4x Thyristorschalter,
die beim Stromnulldurchgang (wenn der durch sie fließende
Strom sein Vorzeichen wechselt) von selbst verlöschen.
Nachstehend wird ein Verfahren zum Betreiben der beschriebe
nen Ansteuerschaltung anhand der Zeichnung erläutert.
Ausgehend von einem eingeschwungenen Zustand, in welchem alle
Schalter T1, T2, T3x und T4x nichtleitend sind, der Transfor
mator T stromlos ist, die kapazitiven Stellglieder Px (P1 bis
Pn) entladen und der Kondensator C etwa halb geladen ist,
wird zum Aufladen des Kondensators C der Ladeschalter T1 nach
dem Sperrwandlerprinzip getaktet angesteuert (T1 = 1; I in
Fig. 2).
Es fließt ein Ladestrom IL (Fig. 1) von der Sekundärspule LS
durch den Kondensator C und die Diode D zurück in die Sekun
därspule LS.
Hat die Kondensatorspannung UC einen vorgegebenen Sollwert
UCsoll erreicht (Fig. 2, II), wird Ladeschalter T1 deakti
viert (Fig. 2; III). Der Kondensator C ist damit beispiels
weise auf eine Spannung UCsoll aufgeladen.
Zum Aufladen eines vollständig entladenen Kondensators C
(nach längeren Betriebspausen) muß Ladeschalter T1 erforder
lichenfalls längere Zeit getaktet angesteuert werden, um den
Kondensator C auf den Sollwert UCsoll aufzuladen.
Soll nun beispielsweise Stellglied P1 angesteuert werden, wo
zu der Steuerschaltung ST ein Steuersignal st (st = 1; Fig.
2, IV) zugeführt wird, so wird Ladeschalter T31 gezündet
(Fig. 2; V). Es fließt nun ein Ladestrom IP von dem als
Spannungsquelle dienenden Kondensator C über die Sekundärspu
le LS, die jetzt als Umschwingspule arbeitet, in das Stell
glied P1, und von diesem über den leitenden Ladeschalter T31
zurück zum Kondensator C. Das Kraftstoffeinspritzventil wird
geöffnet.
Sobald die Stellgliedspannung UP einen vorgegebenen Sollwert
UPsollerreicht hat, wird Abkommutierungsschalter T2 gezündet
(Fig. 2; VI). Dadurch wird Ladeschalter T31 sofort nichtlei
tend (der Thyristor erlischt und geht in den Sperrzustand
über), da der Ladestrom durch das Stellglied null wird und
über die Abkommutierungsspule LA und den Abkommutierungs
schalter T2 in den Kondensator C umgeleitet wird; wenn er zu
null wird, verlischt Abkommutierungsschalter T2 von selbst.
Der Abkommutierungszweig ermöglicht einerseits eine einfache
Spannungszumessung für das jeweilige Stellglied und anderer
seits eine negative Aufladung des Kondensators C (negative
Vorspannung). Durch die negative Vorspannung des Kondensators
C wird eine vollständige Entladung der Stellglieder gewähr
leistet.
Damit ist der Ladevorgang des Stellgliedes P1 beendet und das
Stellglied bleibt solange geladen, bis das Steuersignal st
endet (st = 0; Fig. 2, VIII).
Zum Entladen des Stellgliedes P1 wird Entladeschalter T41 ge
zündet (Fig. 2; IX), wodurch ein Entladestrom vom Stellglied
P1 über die wieder als Umschwingspule arbeitende Sekundärspu
le LS in den Kondensator C fließt. Der Stromkreis schließt
sich vom Kondensator C über den Entladeschalter T41 zum Stell
glied P1.
Ist das Stellglied P1 entladen (UP = 0 V), so übernimmt die
Diode D den noch fließenden Strom. Sinkt dieser unter den
Wert des Haltestromes des Entladeschalters T41, so verlischt
dieser und geht in den Sperrzustand über; das Stellglied ist
entladen (Up = 0) und der Ansteuervorgang damit beendet.
Der nächste Ansteuervorgang desselben Stellgliedes P1 oder
eines anderen Stellgliedes P2 bis Pn erfolgt auf dieselbe
Weise, wie für das Stellglied P1 beschrieben.
Zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens werden der
Steuerschaltung ST neben dem Steuersignal st die Kondensator
spannung UC, die Stellgliedspannung UP und die Zylindernummer
x für das Stellglied Px des zu betätigenden Kraftstoffein
spritzventils zugeführt. Mit diesen und anderen, nicht er
wähnten Daten, wie beispielsweise Motordrehzahl, Kurbelwel
lenstellung, Last (oder Fahrpedalstellung) etc., berechnet
die Steuerschaltung ST die Ein- und Ausschaltsignale für den
Ladeschalter T1 bzw. die Steuersignale zum Zünden der Lade
schalter T2, T3x und der Entladeschalter T4x in der oben an
gegebenen Weise.
Claims (4)
1. Vorrichtung zum Ansteuern wenigstens eines kapazitiven
Stellgliedes (Px; x = 1 bis n), insbesondere für Kraftstoff
einspritzventile einer Brennkraftmaschine, mit einer von ei
ner Gleichspannungsquelle (B) gespeisten Schaltung mit einem
Kondensator (C), einer Ladespule, einer Entladespule (LS) und
wenigstens einem Lade- und einem Entladeschalter (T3x, T4x),
dadurch gekennzeichnet,
daß der Gleichspannungsquelle (B) ein Schaltnetzteil (SNT) nachgeschaltet ist, welches einen Transformator (T) enthält,
daß die Primärspule (LP) des Transformators (T) in Reihen schaltung mit einem elektronischen Schalter (T1) an den An schlüssen (+B, GND) der Gleichspannungsquelle (B) liegt,
daß die Sekundärspule (LS) die Funktion der Lade- und der Entladespule übernimmt, und mit ihrem ersten Anschluß über den Kondensator (C) mit dem Minuspol (GND) der Spannungsquel le (B) verbunden ist,
daß der zweite Anschluß der Sekundärspule (LS) mit den einen Anschlüssen der parallellgeschalteten kapazitiven Stellglie der (Px) verbunden ist,
daß der andere Anschluß jedes Stellgliedes (Px) über jeweils zwei nur in einer Richtung stromleitende, elektronische Schalter (T3x, T4x) mit dem Minuspol (GND) der Spannungsquel le (B) verbunden ist, wobei der eine Schalter (T3x) als Lade schalter dient und vom Stellglied (Px) zum Minuspol (GND) leitend steuerbar ist, und der andere Schalter (T4x) als Ent ladeschalter dient und vom Minuspol (GND) zum jeweiligen Stellglied (Px) leitend steuerbar ist, und
daß zwischen dem zweiten Anschluß der Sekundärspule (LS) und dem Minuspol (GND) eine Reihenschaltung einer Abkommutie rungsspule (LA) und eines zum Minuspol (GND) hin stromleitend steuerbaren elektronischen Schalters (T2) und parallel zu dieser Reihenschaltung eine Diode (D), welche in Richtung vom Minuspol (GND) zum zweiten Anschluß der Sekundärspule (LS) stromleitend ist, angeordnet ist.
daß der Gleichspannungsquelle (B) ein Schaltnetzteil (SNT) nachgeschaltet ist, welches einen Transformator (T) enthält,
daß die Primärspule (LP) des Transformators (T) in Reihen schaltung mit einem elektronischen Schalter (T1) an den An schlüssen (+B, GND) der Gleichspannungsquelle (B) liegt,
daß die Sekundärspule (LS) die Funktion der Lade- und der Entladespule übernimmt, und mit ihrem ersten Anschluß über den Kondensator (C) mit dem Minuspol (GND) der Spannungsquel le (B) verbunden ist,
daß der zweite Anschluß der Sekundärspule (LS) mit den einen Anschlüssen der parallellgeschalteten kapazitiven Stellglie der (Px) verbunden ist,
daß der andere Anschluß jedes Stellgliedes (Px) über jeweils zwei nur in einer Richtung stromleitende, elektronische Schalter (T3x, T4x) mit dem Minuspol (GND) der Spannungsquel le (B) verbunden ist, wobei der eine Schalter (T3x) als Lade schalter dient und vom Stellglied (Px) zum Minuspol (GND) leitend steuerbar ist, und der andere Schalter (T4x) als Ent ladeschalter dient und vom Minuspol (GND) zum jeweiligen Stellglied (Px) leitend steuerbar ist, und
daß zwischen dem zweiten Anschluß der Sekundärspule (LS) und dem Minuspol (GND) eine Reihenschaltung einer Abkommutie rungsspule (LA) und eines zum Minuspol (GND) hin stromleitend steuerbaren elektronischen Schalters (T2) und parallel zu dieser Reihenschaltung eine Diode (D), welche in Richtung vom Minuspol (GND) zum zweiten Anschluß der Sekundärspule (LS) stromleitend ist, angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der elektronische Ladeschalter (T1) ein PMOS-Transistor ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die elektronischen Schalter (T2, T3x, T4x) Thyristoren sind.
4. Verfahren zum Betreiben der Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Aufladen des Kondensators (C) der Schalter (T1) so lange getaktet angesteuert wird, bis die Kondensatorspannung (UC) einen vorgegebenen Sollwert (UCsoll) erreicht, daß zum Ansteuern eines Stellgliedes (Px) der Steuerschaltung (ST) ein Steuersignal (st) zugeführt wird, welche daraufhin den dem Stellglied (Px) zugeordneten Ladeschalter (T3x) zün det, um das Stellglied (Px) aus dem Kondensator (C) über die als Umschwingspule arbeitende Sekundärspule (LS) aufzuladen, bis die Stellgliedspannung (UP) einen vorgegebenen Sollwert (UPsoll) erreicht hat,
daß beim Erreichen des Sollwertes (UPsoll) der Abkommutie rungsschalter (T2) gezündet wird, wodurch das Stellglied (Px) geladen bleibt und der Kondensator (C) negativ vorge spannt wird, und
daß zum Entladen des Stellgliedes (Px) am Ende des Steuersi gnals (st) der dem Stellglied (Px) zugeordnete Entladeschal ter (T4x) gezündet wird, wodurch das Stellglied (Px) über die als Umschwingspule arbeitende Sekundärspule (LS) in den Kon densator (C) entladen wird.
daß zum Aufladen des Kondensators (C) der Schalter (T1) so lange getaktet angesteuert wird, bis die Kondensatorspannung (UC) einen vorgegebenen Sollwert (UCsoll) erreicht, daß zum Ansteuern eines Stellgliedes (Px) der Steuerschaltung (ST) ein Steuersignal (st) zugeführt wird, welche daraufhin den dem Stellglied (Px) zugeordneten Ladeschalter (T3x) zün det, um das Stellglied (Px) aus dem Kondensator (C) über die als Umschwingspule arbeitende Sekundärspule (LS) aufzuladen, bis die Stellgliedspannung (UP) einen vorgegebenen Sollwert (UPsoll) erreicht hat,
daß beim Erreichen des Sollwertes (UPsoll) der Abkommutie rungsschalter (T2) gezündet wird, wodurch das Stellglied (Px) geladen bleibt und der Kondensator (C) negativ vorge spannt wird, und
daß zum Entladen des Stellgliedes (Px) am Ende des Steuersi gnals (st) der dem Stellglied (Px) zugeordnete Entladeschal ter (T4x) gezündet wird, wodurch das Stellglied (Px) über die als Umschwingspule arbeitende Sekundärspule (LS) in den Kon densator (C) entladen wird.
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