DE19733531A1 - Molch - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Molch zum Durchfahren von Rohrleitungsnetzen,
bestehend aus einem rotationssymmetrischen, garnrollenartigen und aus
Kunststoff hergestellen Grundkörper, der zwei im Abstand ausgebildete
ringförmige Anlageflächen zum dichtenden Anliegen an der Innenwand der
Rohrleitung und kuppenartig gewölbte Frontflächen aufweist.
Rohrleitungssysteme in der Chemie- und Verfahrenstechnik zum Transport von
flüssigen Medien der unterschiedlichsten Art besitzen ein umfangreiches
Rohrleitungsnetz mit erheblicher Länge (bis zu 50 km), das von außen nur
eingeschränkt zugänglich ist. Man bringt daher sogenannte Molche in das
Innere der Rohrleitungen ein, die - ähnlich wie bei Rohrpostsystemen -
druckluftbetätigt die Rohrleitungen mit hoher Geschwindigkeit (ca. 5 m/sec)
durchfahren. Damit die Molche das gesamte Rohrleitungsnetz gezielt
durchfahren können, sind im Rohrleitungsnetz sogenannte Molchweichen
eingebaut, mittels derer die Molche in verschiedene Rohrleitungen bzw.
Rohrleitungsabschnitte eingesteuert werden können.
Die Molche besitzen eine magnetische Markierung in Form eines eingebauten
Permanentmagneten, die es erlaubt, ständig ihre Position zu erfassen und auf
der Steuerwarte anzuzeigen.
Molche haben die unterschiedlichsten Aufgaben zu erfüllen. Eine Hauptaufgabe
ist die Reinigung der Rohrleitungen bei einem Wechsel des zu
transportierenden bzw. zu befördernden Mediums. In einem solchen Fall
müssen die beteiligten Rohrleitungen unter Einsatz eines Reinigungsmittels von
dem bisher geförderten Medium gesäubert werden. Eine weitere Aufgabe
besteht darin, eine bestimmte Menge eines vorgegebenen flüssigen Mediums
gezielt an eine bestimmte Stelle des Rohrleitungsnetzes zu transportieren. Dazu
wird die zu befördernde Flüssigkeit zwischen zwei Molche eingegeben, die
dann zusammen mit der zwischen ihnen eingeschlossenen Flüssigkeit an den
vorgegebenen Ort gesteuert werden.
Eine weitere Aufgabe besteht beispielsweise in der Entnahme einer Probe der
im Rohrleitungssystem geförderten Flüssigkeit.
Aus der vorbeschriebenen Art der Verwendung der Molche wird deutlich, daß
an sie erhebliche Anforderungen gestellt werden, die von den bekannten
Molchen nur ungenügend erfüllt werden.
In Fig. 14 ist ein konventioneller Molch gemäß dem Stand der Technik in
einer Draufsicht dargestellt. Er besteht aus einem rotationssymmetrischen
Körper mit einer Konfiguration, die an eine Garnrolle erinnert. Der
Durchmesser D des Molches ist an den Innendurchmesser der zu
durchfahrenden Rohrleitungen angepaßt. Er besitzt zwei im Abstand A
zueinander angeordnete Anlageflächen 1 zum dichtenden Anliegen an der
Innenwand der Rohrleitung mit beidseitig abgeschrägten Flanken 2, 3, an
deren äußere Flanke sich jeweils eine kuppelartige Wölbung 4 anschließt. Im
Mittelteil des Molches ist ein Permanentmagnet 5 eingebettet.
Die konventionellen Molche nach Fig. 14 sind typischerweise einstückig aus
einem Elastomer, einem geschäumten Gummimaterial hergestellt. Durch seine
realtive Weichheit kann der Molch zwar daher geschmeidig dem Verlauf der
Rohrleitungen folgen, er besitzt jedoch auf der anderen Seite dadurch
nachstehende wesentliche Nachteile.
- 1. Durch die relativ breiten ebenen Dichtflächen 1 besitzt der Molch praktisch keine abstreifende Schaberwirkung, was sich insbesondere dann nachteilig bemerkbar macht, wenn das zu entfernende flüssige Medium bereits an der Innenwandung der Rohrleitung angekrustet ist. Um die geforderte Reinheit der Rohre zu erzielen, ist dann der Einsatz von großen Mengen an Reinigungsmitteln in Form von Lösungsmitteln notwendig, in Verbindung mit Mehrfachdurchläufen des Molches, was die Entsorgung der Reinigungsmaterialien und damit den Anlagenbetrieb verteuert.
- 2. Da das Elastomer-Material relativ großporig ist, diffundiert das Reinigungs-Lösungsmittel in den Molch, das bei einer anderen Anwendung des Molches in unerwünschter Weise mit dem jeweiligen flüssigen Medium in dem Rohrleitungssystem reagieren kann.
- 3. Der Molch kann sich mit der ihn umgebenden Flüssigkeit, insbesondere den Lösungsmitteln, quasi so vollsaugen, daß er aufquillt und in der Rohrleitung stecken bleibt. Wenn erhöhter Druck aufgebracht wird, um den Molch wieder zu bewegen, besteht die große Gefahr, daß der Molch in einer Rohrleitungskrümmung die Rohrleitungswand wie ein Geschoß durchschlägt und Menschen sowie Einrichtungen in der Umgebung gefährdet. Es bleibt dann oft nichts anderes übrig, als das Rohrstück, in dem der Molch festsitzt, herauszuschneiden und durch ein anderes Rohrstück zu ersetzen.
- 4. Durch die Konzeption seiner Konfiguration ist der bekannte Molch in
seiner Einsatzbreite beschränkt. Er kann nicht flexibel genug auf die
unterschiedlichen Anforderungen bei unterschiedlichen Anwendungen
reagieren.
Besonders nachteilig ist aufgrund seiner Konfiguration, daß er insbesondere im Krümmungsbereich bei der vorlaufenden Dichtfläche eine Keilöffnung bildet, in der sich Schmutzteilchen bzw. verkrustete Reste der zu entfernenden Flüssigkeit sammeln, die zu einem Blockieren des Molches führen können. - 5. Die Praxis hat gezeigt, daß der bekannte Molch infolge der Weichheit des Materiales, aus dem er gefertigt ist, keine hohen Standzeiten, d. h. nur eine verhältnismäßig kurze Lebensdauer hat. Da die Kosten für einen Molch immerhin bei ca. DM 300,- liegen, macht es sich mit Nachteil kostenmäßig deutlich bemerkbar, wenn die Molche sehr schnell verschleißen und ständig in kurzen Intervallen durch einen neuen Molche ersetzt werden müssen.
- 6. Trifft ein Molch hart, z. B. auf einen Rohrkrümmer auf, kann er sich zerlegen; zumindest gehen dann Materialpartikel von ihm ab, die zu einem Blockieren des Molches führen können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ausgehend von dem eingangs
bezeichneten Molch, diesen so auszubilden, daß er eine hohe Standzeit hat,
eine ausgezeichnete mechanische Reinigungswirkung erbringt, sich flexibel an
die unterschiedlichen Bedingungen bei unterschiedlichen Anwendungen
anpassen kann und nicht seine Konfiguration aufgrund der Lösungsmittel bzw.
der zu transportierenden flüssigen Medien ändert.
Die Lösung dieser Aufgabe gelingt gemäß dieser Erfindung dadurch, daß
zumindest der Grundkörper aus einem harten Thermoplast-Material besteht und
die Anlageflächen als elastisch nachgebende Ringlippen aus einem harten
Kunststoff mit Abstreifkanten ausgebildet sind.
Der so ausgebildete Molch besitzt, wie noch im einzelnen zu beschreiben sein
wird, eine ausgezeichnete Schaberwirkung, ist neutral gegenüber der ihn
umgebenen Flüssigkeiten, kann nicht aufquillen und damit insoweit im System
steckenbleiben, ist flexibel hinsichtlich der Anforderungen bei den
unterschiedlichsten Anwendungen, besitzt sehr hohe Standzeiten und zerlegt
sich nicht, wenn er hart auf das Innere der Rohrleitung in einer Krümmung
auftrifft.
Der Grundkörper kann auf verschiedene Weise hergestellt sein. Er kann gemäß
einer ersten Ausgestaltung der Erfindung einstückig aufgebaut sein mit aus
demselben Material angeformten oder von außen eingesetzten elastisch
nachgebenden Ringlippen mit Abstreifkanten.
Ein derartiger Grundkörper ist verhältnismäßig einfach und billig herzustellen.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung wird jedoch vorzugsweise der
Grundkörper modular aus zwei axial zusammenfügbaren Endteilen mit den
kuppelartig gewölbten Frontflächen und mit axialen zylindrischen Fortsätzen
und einem hohlen, die zylindrischen Fortsätze aufnehmenden Mittelteil mit
einer konkav ausgebildeten äußeren Mantelfläche aufgebaut.
Dieser modulare Aufbau ermöglicht mit großem Vorteil eine sehr flexible
Anpassung des Molches an den jeweiligen Anwendungszweck.
Weitere ausgestaltende Merkmale der Erfindung, insbesondere hinsichtlich der
Ausgestaltung der Ringlippen mit den Abstreifkanten, ergeben sich anhand der
Beschreibung von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen der
Erfindung.
Es zeigen:
Fig. 1 mit zwei Unteransichten 2A bis 2D eine erste Ausführungsform
eines modular aufgebauten Molches,
Fig. 2 einen einstückig aufgebauten erfindungsgemäßen Molch mit
einem Mehrfachdichtlippensystem,
Fig. 3 einen modular aufgebauten Molch mit einem zusammengesetzten
Mehrfachlippensystem entsprechend Fig. 2,
Fig. 4 ein zweites Ausführungsbeispiel eines gemäß der Erfindung
modular aufgebauten Molches,
Fig. 5 bis 8 verschiedene Ausbildungen der Dichtlippen mit Abstreifkante bei
Dichtlippen, die unmittelbar an das Mittelteil angeformt sind,
Fig. 9 eine Kombination eines Abstreifringes gemäß des Molches nach
Fig. 4 mit einer am Mittelteil angeformten Dichtlippe
entsprechend der Fig. 6,
Fig. 10 eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Molches mit
einem Ringkragen, der ein Federelement umgreift, und
Fig. 11 eine Ausführungsform entsprechend Fig. 10 mit einer
noppenartigen Außenfläche des Ringkragens,
Fig. 12 in einer Ausschnittvergrößerung die schwimmende Lagerung des
Dicht- und Abstreifringes,
Fig. 13 in einer Ausschnittsvergrößerung einen Dicht- und Abstreifring
mit Dehnungsfuge, und
Fig. 14 eine Ausführung des Molches gemäß dem Stand der Technik.
In Fig. 1 ist in einem Längsschnitt eine bevorzugte Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Molches dargestellt, der gemäß einer Weiterbildung der
Erfindung modular aus Bausteinen aufgebaut ist, die in den Fig. 1A-1D
für sich dargestellt sind.
Der rotationssymmetrische, garnrollenartige Grundkörper des Molches besteht
aus zwei miteinander verschraubbaren, die gewölbten Frontflächen 4
vorgebenden Endteilen 6, 7 mit zylindrischen Fortsätzen 6a, 7a gemäß Fig.
1A und 1B und einem Mittelteil gemäß Fig. 1C. Das Endteil 6 mit der
kuppenartig gewölbten Frontfläche 4 besitzt ein Innengewinde 9, und das
Endteil 7 mit der kuppenartig gewölbten Frontfläche 4 besitzt ein
entsprechendes Außengewinde 10. Beim Zusammenbau der Teile 6, 7 und 8
wird zunächst das Mittelteil 8 auf den zylindrischen Fortsatz 6a des Endteiles 6
geschoben, und danach werden die Endteile 6 und 7 miteinander verschraubt.
Die Höhlung 7c in dem Endteil 7 dient dabei zur Aufnahme des
Permanentmagneten 5, bzw. alternativ (nicht dargestellt) eines Behältnisses mit
einer Flüssigkeit, die magnetisierte Teilchen enthält. Eine derartige Ausführung
vermindert das Gewicht des Molches und seine geschoßartige Wirkung.
Die beiden Endteile 6, 7 besitzen jeweils eine Ausnehmung 6b, 7b mit
Schrägflächen zur Aufnahme eines O-Ringes 11, der nach innen jeweils von
einer Schrägfläche 8a des Mittelteiles 8 gehalten wird. Auf diesen, das Innere
des Grundkörpers abdichtenden O-Ring ist ein Ring 12 mit einer Abstreifkante
12a schwimmend gelagert, der in seiner seitlichen (axialen) Bewegung durch
die Randabschnitte der Schrägflächen 6b und 7b begrenzt wird. Dieser Ring 12
sorgt dafür, daß der Molch einmal dicht in der Rohrleitung geführt ist und zum
anderen durch die Abstreifkante 12a eine hohe mechanische
Reinigungswirkung, insbesondere bei angekrusteten Resten des flüssigen
Mediums in den Rohrleitungen, besitzt. Die schwimmende Lagerung (siehe
auch Fig. 12/13) sorgt dafür, daß der Ring 12 in gekrümmten
Leitungsabschnitten eine eliptische Form annehmen kann, entsprechend dem
abzudichtenden Querschnitt.
Die den Grundkörper bildenden Teile 6, 7 und 8 bestehen aus einem harten
Thermoplast, z. B. dem Werkstoff Avalon 42 oder 50. Der Ring 12, der einem
besonders hohen Verschleiß ausgesetzt ist, besteht aus einem
hochverschleißfesten, dehnungsfähigen Kunststoff, beispielsweise aus PE
UHMW (Polyethylen Ultra-High-Molecular-Weighted); einem Werkstoff, wie
er z. B. bei künstlichen Hüftgelenken verwendet wird. Die O-Ringe 11 sind
handelsüblicher Art und bestehen aus einem üblichen Werkstoff. Sie können
auch aus elastischem PTFE bestehen.
Der in Fig. 1 dargestellte Molch besitzt gegenüber dem bekannten Molch
nach Fig. 14 wesentliche Vorteile:
- 1. Durch die harte und dennoch dehnungsfähige Abstreifkante 12a besitzt der Molch eine hocheffektive mechanische Reinigungswirkung bei einem minimalen Aufwand an reinigendem Lösungsmittel, was die spezielle Entsorgung der Reinigungsmittel wesentlich verbilligt.
- 2. Das harte thermoplastische Material, aus dem der Grundkörper aufgebaut ist, hat eine glatte, geschlossene Oberfläche und nimmt keine Flüssigkeit auf, mit der der Molch in Kontakt kommt. Der Molch bleibt sozusagen chemisch neutral.
- 3. Durch das harte thermoplastische Material kann der Molch auch nicht aufquillen und insoweit in der Rohrleitung steckenbleiben.
- 4. Durch die modulare Konzeption des Molches ist er flexibel in Erfüllung der unterschiedlichen Anforderungen bei unterschiedlichen Anwendungen, aus unterschiedlich aufgebauten Grundelementen zusammensetzbar. Dabei verhindert die Ausbildung der Abstreifkante 12a, daß sich vor der Dichtfläche eine keilförmige Öffnung bildet, in der sich Schmutzteilchen sammeln und den Molch zum Blockieren bringen könnten.
- 5. Der Molch hat eine hohe Standzeit. Zum einen ist dies dadurch bedingt, daß der harte Thermoplast nahezu verschleißfrei ist, und zum anderen dadurch, daß der Abstreifring 12, der dem höchsten Verschleiß ausgesetzt ist, einzeln gewechselt werden kann, ohne daß der Grundkörper deswegen entsorgt werden müßte.
- 6. Wenn der Molch einmal hart auf ein Anlagenteil aufschlägt, dann zerlegt er sich nicht und es lösen sich auch keine Schmutzteilchen von ihm. Er wird lediglich deformiert und verursacht keine Sekundärprobleme.
Um zu zeigen, wie groß die Spanne der Ausführungsformen nach der
Erfindung ist, ist in Fig. 2 ein komplett einstückig aus einem harten
Thermoplast hergestellter Molch mit einem mehrlippigen Dicht- und
Abstreifsystem 13 aus demselben Material und einem eingebetteten
Permanentmagneten 5 dargestellt. Durch diese zahlreichen schmalen Lippen
des Systems 13 hat das Dicht- und Abstreifsystem 13 eine elastisch
nachgebende dichtende Eigenschaft und gleichzeitig durch die vorderen Kanten
13a der Lippen eine gute mechanische Abstreifwirkung. Obwohl der Molch aus
einem harten Kunststoff besteht, ist er durch die Geometriegebung
anschmiegsam.
In Fig. 3 ist in einer Art Explosionsdarstellung ein Molch mit einem
modularen Aufbau nach Fig. 1 und einem Mehrfachlippensystem 13 gemäß
Fig. 2 gezeigt.
Der in Fig. 2 noch einstückige Grundkörper wird gemäß Fig. 3 entsprechend
der Darstellung in den Fig. 1A und 1B aus zwei miteinander verschraubbaren,
die gewölbten Frontflächen 4 vorgebenden Endteilen 6, 7 mit zylindrischen
Fortsätzen 6a, 7a, jedoch ohne das Mitteilteil 8 nach Fig. 1C aufgebaut.
Anstelle dieses Mittelteiles werden auf den zylindrischen Fortsatz 6a des
Endteiles 6 eine Vielzahl von unterschiedlich ausgebildeten Dicht- und
Abstreifringen aufgeschoben, von denen in Fig. 3 der Einfachheit halber nur
ein solcher Ring 13b mit abgeknickten Lippen dargestellt ist. Bei der
Ausführungsform nach Fig. 3 wird praktisch das am Grundkörper angeformte
Mehrfachlippensystem nach Fig. 2 in einzelne Lippenelemente zerlegt, die
beispielsweise entsprechend der Konfiguration nach Fig. 2 auf das Endteil 6
aufgeschoben werden. Beim Verschrauben der beiden Endteile 6, 7 mittels
ihrer Gewinde 9, 10 werden die Lippenringe praktisch zwischen den Flächen
6e und 7e eingeklemmt, d. h. miteinander verspannt.
Das System nach Fig. 3 ermöglicht mit großem Vorteil eine hohe Flexibilität
in der Anpassung des Molches an spezielle Gegebenheiten. So können
beispielsweise die Dicht- und Abstreifringe 13b aus unterschiedlichen
Kunststoffen bestehen, mit Ringen aus einem weichen Kunststoff, die
vorwiegend eine Dichtfunktion haben, und Ringen aus einem harten
Kunststoff, die vorwiegend eine reinigende, eine abstreifende Funktion haben.
Die Lippenringe 13b können auch um 180° versetzt angeordnet werden. In der
in Fig. 3 dargestellten Lage mit der Abstreifkante 13a nach vorne ist die
Schabewirkung ausgeprägt. In umgekehrter Einbaulage ist die Dichtfunktion
stärker ausgeprägt.
In Fig. 4 ist ein entsprechend der Fig. 1 modular aufgebauter Molch
dargestellt. Soweit die Teile in Fig. 4 mit denjenigen in Fig. 1
übereinstimmen, sind die gleichen Bezugszeichen verwendet. Der wesentliche
Unterschied zwischen den beiden Ausführungsformen liegt in der Lagerung des
O-Ringes 11 und der Ausbildung des Dicht- und Abstreifringes, der deswegen
in Fig. 4 mit dem neuen Bezugszeichen 14 versehen ist. Während in der
Fig. 1 auf den Endteilen 6 und 7 zwei abgeschrägte Flächen 6b und 7b
vorgesehen sind, sind bei der Ausführungsform nach Fig. 4 nur eine
abgeschrägte Fläche 6b bzw. 7b und zwei gerade Strecken 6c und 7d
vorgesehen. Ferner hat der Dicht- und Abstreifring 14 nicht nur eine scharfe
Abstreifkante 14a sondern auch eine Nase 14b, die für einen guten Kontakt
zwischen dem O-Ring 11 und der schrägen Fläche 6b bzw. 7b der Endteile 6
bzw. 7 sorgt. Bei dieser Ausführungsform ist eine gute Halterung des Dicht-
und Abstreifringes 14 gegeben sowie eine Dichtwirkung in das Innere des
Grundkörpers des Molches.
In der Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsform eines Molches mit einem
modularen Aufbau entsprechend derjenigen nach den Fig. 1 und 4 gezeigt.
Gleiche Element sind daher auch in der Fig. 5 mit denselben Bezugsziffern
wie in den Fig. 1 und 4 bezeichnet. Im Gegensatz zu dem Molch nach
Fig. 1 bzw. 4 sind keine separaten O-Ringe bzw. Dicht- und Abstreifringe
vorgesehen, sondern das dichtende und abstreifende Element ist beidseitig an
dem Mittelteil 15 als vorspringende Nasen bzw. Lippen 19 mit der
Abstreifkante 15a angeformt. Das Mittelteil 15 besteht zwar ebenfalls, wie die
Endteile 6 und 7, aus einem harten Thermoplast-Kunststoff, jedoch sind die
Lippen 19 durch ihre langgestreckte Ausführung so nachgiebig, daß sie eine
ausreichende Dichtwirkung im Inneren des Rohrleitungssystems erzeugen.
Der Molch nach Fig. 5 ist wesentlich einfacher als derjenige nach Fig. 1
bzw. 4 aufgebaut und erfüllt für bestimmte Anwendungen seinen Zweck.
In Fig. 6 ist ein Molch vergleichbar mit demjenigen in Fig. 5 dargestellt,
bei der jedoch die an dem Mittelteil 15 angeformten Lippen 19 keinen geraden
sondern einen hohlschliffartigen Abschluß haben. Durch diesen
hohlschliffartigen Abschluß 15b wird eine schärfere Abstreifkante vorgegeben
als es bei dem geraden Abschluß bei der Fig. 5 möglich ist.
In der Fig. 7 ist eine Ausführungsform entsprechend den Fig. 5 und 6
dargestellt, bei der die an dem Mittelteil 15 unmittelbar angeformten Dicht-
und Abstreifelemente 19 eine spitzzulaufende abknickende scharfe Kante 15c
aufweisen.
Die Fig. 8 zeigt eine weitere Variante des Prinzipes der unmittelbar an das
Mittelteil angeformten ringlippenartigen Dicht- und Abstreifelemente. Bei der
Ausführungsform nach Fig. 8 ist ebenfalls eine scharfe Abstreifkante
vorgesehen durch eine füßchenartige Ausbildung des vorderen Endes 15d der
Lippen 19.
Die Ausführungsformen nach den Fig. 5 bis 8 lassen erkennen, daß der
Molch durch einen einfachen Austausch des Mittelteiles bei sonst gleichen
Elementen auf einfache Weise dem jeweiligen Anwendungszweck angepaßt
werden kann.
Die Fig. 9 zeigt eine Kombination der Konzeption der Fig. 1 und 4 mit
derjenigen nach den Fig. 5 bis 8. Auf der einen Seite besitzt der Molch ein
an dem Mittelteil 15 angeformtes ringförmiges Dicht- und Abstreifelement
entsprechend demjenigen nach Fig. 6, wogegen er auf der anderen Seite
entsprechend der Konzeption nach Fig. 4 ausgebildet ist, mit einem separaten
O-Ring 11 und einem speziellen Dicht- und Abstreifring 14.
Auch dieses Beispiel nach Fig. 9 zeigt die universelle Kombinierbarkeit der
vorhandenen Elemente, um flexibel den jeweiligen Anforderungen bei den
unterschiedlichen Anwendungen gerecht zu werden.
Die Fig. 10 zeigt eine Ausführungsform eines Molches gemäß der Erfindung,
bei dem an dem Grundkörper aus einem harten Thermoplasten im Abstand A
zwei Ringkragen 16 einstückig angeformt sind, wobei der Kragen 16 jeweils
eine Feder 17, die im Ausschnitt in Fig. 10A gesondert dargestellt ist,
einschließt. Diese Feder 17 sorgt dafür, daß der Kragen 16 dichtend und
nachgebend an der Innenwand der betreffenden Rohrleitung anliegt, wobei die
vordere Kante des Kragens zugleich eine mechanisch abstreifende Wirkung
hat.
Die Fig. 11 zeigt eine der in Fig. 10 vergleichbare Ausführungsform, bei
der jedoch der Kragen - dort 18 - eine noppenartige Außenstruktur hat. Durch
diese Struktur wird die Elastizität des Kragens erhöht und damit auch die
Dichtwirkung.
Die Fig. 12 zeigt in einer stark schematisierten Ausschnittsvergrößerung aus
Fig. 1 die schwimmende Lagerung des Dicht- und Abstreifringes 12 in der
durch die Flächen 8a und 7b gebildeten Nut 20, die neben dem Dicht- und
Abstreifring 12 auch den nach innen dichtenden O-Ring 11 aufnimmt. Trifft
nun die in Richtung des Pfeiles A vorlaufende Kante 12a z. B. auf eine starke
Kruste an der symbolisch dargestellten Leitungswand 21, dann wird der Ring
12 nach rechts weggekippt, d. h. seine Kante 12b vollführt eine Kippbewegung
in Richtung des Pfeiles B. Damit richtet sich die Abstreifkante 12a auf,
wodurch die Abstreifwirkung erhöht wird. Durch die schwimmende Lagerung
tritt daher ein sich selbst verstärkender Effekt beim Reinigen auf.
Diese schwimmende Lagerung nach Fig. 12 kann auch bei Ringen 12 mit
anderen Profilen als in Fig. 1 dargestellt vorgesehen werden, z. B. auch bei
dem Ring 14 gemäß Fig. 4.
In Fig. 13 ist schließlich in einer vergrößerten Ausschnittsdarstellung ein
Dicht- und Abstreifring 12 vorgesehen, der mindestens eine Dehnungsfuge 12c
besitzt, die es erlaubt, daß sich der Ring 12 besser unterschiedlichen
Querschnitten im Rohrleitungssystem anpassen kann, insbesondere dem
elliptischen Querschnitt beim Durchfahren von Rohrleitungskrümmungen.
Diese Dehnungsfuge 12c kann bei jedem Profil des Dicht- und Abstreifringes
12 vorgesehen werden.
Claims (16)
1. Molch zum Durchfahren von Rohrleitungsnetzen, bestehend aus einem
rotationssymmetrischen, garnrollenartigen und aus Kunststoff
hergestellten Grundkörper (6, 7, 8; 15), der zwei im Abstand
ausgebildete ringförmige Anlageflächen zum dichtenden Anliegen an
der Innenwand der Rohrleitung und kuppenartig gewölbte Frontflächen
(4) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß
zumindest der Grundkörper (6, 7, 8; 15) aus einem harten Thermoplast-
Material besteht und die Anlageflächen als elastisch nachgebende
Ringlippen (12, 13, 14, 16, 18, 19) aus einem harten Kunststoff mit
Abstreifkanten (12a, 13a, 14a, 15a-d) ausgebildet sind.
2. Molch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper
einstückig aufgebaut ist, mit aus demselben Material angeformten oder
von außen eingesetzten elastisch nachgebenden Ringlippen (13, 16, 18)
mit Abstreifkanten.
3. Molch nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch im Bereich jeder
Anlagefläche angeformten, zu Abstreifkanten (13a) spitz zulaufenden
Mehrfach-Ringlippen (13) unterschiedlicher Lange (Fig. 2).
4. Molch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper
modular aus zwei axial zusammenfügbaren Endteilen (6, 7) mit den
kuppelartig gewölbten Frontflächen (4) und axialen zylindrischen
Fortsätzen (6a, 7a) und einem hohlen, die zylindrischen Fortsätze
aufnehmendem Mittelteil (8, 15) mit einer konkav ausgebildeten
äußeren Mantelfläche oder einer Folge von auf den zylindrischen
Fortsätzen aufgeschobenen Ringlippensegmenten (13b) mit
langgestreckten, abgebogenen Lippen unterschiedlicher Länge aufgebaut
ist.
5. Molch nach Anspruch 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß an dem
Grundkörper einstückig und aus demselben Material als Ringlippen
Ringkragen (16, 18) mit einer Abstreifkante angeformt sind, der jeweils
eine ringförmige Spiralfeder (17) umgreift (Fig. 10).
6. Molch nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Ringkragen
(18) eine noppenartige Außenfläche aufweist (Fig. 11).
7. Molch nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Endteile (6,
7) in ihrem Randbereich, der der Wandung des Mittelteiles (8, 15)
gegenüberliegt, Ausnehmungen zur Aufnahme eines O-Ringes (11) und
eines schwimmend gelagerten Dicht- und Abstreifringes (12, 14) mit
ausgebildeter Abstreifkante (12a, 14a) besitzt (Fig. 1).
8. Molch nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Dicht- und
Abstreifring (12, 14) aus dem Kunststoff PE UHMW hergestellt ist.
9. Molch nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Dicht- und Abstreifring (14) neben der Abstreifkante (14a) eine
gebogene Nase (14b) aufweist, die in den Raum zwischen O-Ring (11)
und der Ausnehmung in dem jeweiligen Endteil (6, 7) hineingreift
(Fig. 4).
10. Molch nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Mittelteil
(15) an seinen beiden Enden jeweils eine dem konkaven Verlauf der
Mantelfläche folgende langgestreckte Ringlippe (19) mit spitz
zulaufender Abstreifkante (15a, b, c, d) angeformt ist.
11. Molch nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringlippe
(19) eine gerade Abschlußkante (15a) senkrecht zu ihrer
Streckungsrichtung besitzt (Fig. 5).
12. Molch nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die gerade
Abschlußkante mit einer hohlschliffartigen Ausnehmung (15b) versehen
ist (Fig. 6).
13. Molch nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringlippe
(19) eine abgebogene gerade spitz zulaufende Abschlußkante (15a)
aufweist (Fig. 7).
14. Molch nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringlippe
(19) füßchenartig mit einer ausgedehnten axialen Fußfläche und einer
scharf auslaufenden Kante (15d) ausgebildet ist (Fig. 8).
15. Molch nach Anspruch 7 oder 8, 9 und 10 oder einem der Ansprüche 11
bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß nur ein Endteil (7) in seinem
Randbereich, der der Wandung des Mittelteiles (8, 15) am zugehörigen
Ende gegenüberliegt, Ausnehmungen zur Aufnahme eines O-Ringes
(11) und eines schwimmend gelagerten Dicht- und Abstreifringes (12,
14) mit ausgebildeter Abstreifkante (12a, 14a) besitzt, und das Mittelteil
(8, 15), an seinem anderen Ende eine dem konkaven Verlauf der
Mantelfläche folgende langgestreckte angeformte Ringlippe (19) mit
spitz zulaufender Abstreifkante (15a, b, c, d) besitzt (Fig. 9).
16. Molch nach einem der Ansprüche 7-15, dadurch gekennzeichnet, daß
der Dicht- und Abstreifring (12) Dehnungsfugen (12c) aufweist.
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