DE19730225A1 - Handwerkzeug für teilbehinderte Personen - Google Patents
Handwerkzeug für teilbehinderte PersonenInfo
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Description
Im Umfeld der häuslichen Pflege-, Altenpflege - und Krankenpflege hat sich zu
nehmend ein Bedarf an Hilfsvorrichtungen ergeben, die für Personen, die sich
zumindest vorübergehend in einem hilfsbedürftigen oder behinderten Zustand
befinden, eigene, von Pflegepersonal und Angehörigen weniger abhängige Tä
tigkeiten zu lassen, um für diesen Personenkreis sowohl die physischen - als
auch die psychischen Belange zur Erhaltung bzw. Zurückgewinnung der persön
lichen Selbstständigkeit zu fördern.
Die vorliegende Erfindung zielt auf dieses Umfeld und betrifft ein Handwerkzeug,
insbesondere für bewegungsbehinderte Personen, die eine möglichst vielseitige
Handhabe für verschiedene Anwendungen im täglichen Leben benötigen. Diese
Anwendungen betreffen z. B. eine Anziehhilfe beim Be- u. Entkleiden, ein Aufhe
bewerkzeug für tiefer liegende Gegenstände oder auch eine sogenannte Bug
sierhilfe für leichtere und verschiebbare Gegenstände, wie Kleinmöbel und ande
re Haushaltsgegenstände.
Untersuchungen haben ergeben, daß sich hierfür als Basiseinheit ein mit der auf
den gleichen Anmelder zurückgehenden DT-PS 43 29 447.2 und dem
DT-GM 72 33 265.1 bekanntgewordenes, zangenartig aufgebautes und einhändig
benutzbares Handwerkzeug besonders gut eignet. Dieses Gerät verfügt über eine
stielartig ausgebildete Handhabe, die aus einem mit einem festen Griffteil verse
henen und zu einem Etagenbogen ausgeformten Rohr besteht, in dem ein aus
einem Seilzug bestehendes Kraftübertragungsorgan zwischen einem Griffhebel
und einem beweglichen, abgefederten Zangenteil koaxial verläuft.
Dieses bekannte zangenartige Handwerkzeug, das sich in der Praxis für die ge
stellte Aufgabe hervorragend bewährt hat, und das insbesondere als Unkrautzan
ge bereits zu einer erheblichen Körperschonung der Benutzer beitragen konnte,
weist im vorderen Zangenbereich, der im wesentlichen aus einem festen und ei
nem beweglichen Zangenteil besteht, noch einige freiliegende Funktionsteile, wie
Rückstellfeder, Seilzug und den für letzteren vorgesehene Angriffshebel des be
weglichen Zangenteils auf. Diese konstruktive Ausgestaltung würde sich bei einer
Nutzung gemäß dem Einsatzgebiet des erfindungsgemäßen Handwerkzeuges stö
rend auswirken, da sich die freiliegenden und auch vorstehenden Teile an herum
stehenden Gegenständen und in Kleidungsstücken verfangen - oder gar zu Ver
letzungen führen könnten. Weiterhin sind bei dem vorbekannten Handwerkzeug
sowohl das feste Zangenteil als auch das bewegliche Zangenteil so ausgerichtet,
daß sie sich im Ruhezustand vornehmlich quer zur Längsrichtung des Stieles er
strecken, und daß die Schließbewegung des beweglichen Zangenteiles mit seiner
Zangenbacke gegenüber derselben des festen Zangenteiles - die beide klingen
artig ausgebildet sind und im geschlossenen Zustand mit ihren freien Enden
rechtwinklig aufeinanderstoßen - in der Längsrichtung des Stieles zum Zangenen
de hin erfolgt.
Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, ein zangenartiges Handwerkzeug der
angegebenen Art im Zangenbereich so umzugestalten, daß sich eine universellere
Anwendbarkeit, insbesondere im häuslichen Umfeld behinderter Personen, ergibt.
Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß das feststehende Zangenteil aus einer im
wesentlichen geradlinig verlaufenden und in bekannter Weise klingenartig ausgebil
deten Zangenbacke besteht, die sich in der Längsrichtung des Zangenstieles eben
flächig erstreckt, daß die bewegliche, ebenfalls klingenartig ausgebildete Zangen
backe durch die Stirnkante des freien Endes des beweglichen Zangenteiles gebildet
wird, die für einen Schließvorgang der Zange der festen Zangenbacke seitlich und
quer zu der Längsrichtung des Zangenstieles gegenüberstellbar ist, wobei das be
wegliche Zangenteil zwischen zwei parallel zueinander verlaufenden und sich
rechtwinklig aus der Ebene der feststehenden Zangenbacke erstreckenden Ab
deckblechen verschwenkbar gelagert ist.
Durch diese Maßnahmen wird erreicht, daß ein Benutzer, der die erfindungsgemäß
ausgestattete Zange z. B. als eine Anziehhilfe benutzt, dieselbe mit der festen Zan
genbacke bequem und zuverlässig in der Steckrichtung (d. h. in der Richtung, die mit
der Längsachse der gesamten Zange zusammenfällt) zwischen seiner Körperober
fläche und z. B. in einem Schuh oder einem Strumpf einstecken kann. Nachfolgend
wird das Kleidungsstück über den Griffhebel, den Seilzug und letztlich die bewegli
che Zangenbacke ergriffen und nachfolgend über den Fuß und das Bein gezogen
bzw. von denselben abgestreift. Gleiches gilt natürlich auch für das An- und Auszie
hen anderer Kleidungsstücke, wie zum Beispiel Hosen etc., wobei bekanntlich mit
den Füßen über von Hand vorgehaltene Gegenstände gestiegen - und stets
zwangsläufig eine erhebliche, durch die Anwendung der erfindungsgemäßen Zange
weitgehend vermeidbare Körperkrümmung ausgeführt werden muß.
Durch die Lagerung der beweglichen Zangenbacke zwischen den seitlichen Ab
deckblechen sind auch alle an den Funktionen der Zange im vorderen Bereich be
teiligten Teile zwischen denselben so eingeschlossen, daß es nicht zu
Behinderungen an Kleidungsstücken oder anderen Gegenständen - oder gar zu
Verletzungen kommen kann.
Versuche haben ergeben, daß sich die erfindungsgemäße Zange bei geübter An
wendung wie ein verlängerter Arm verhält, was natürlich auch zur Folge hat, daß es
eine linke und eine rechte Zange geben muß, d. h., daß bei schweren Bewegungs
behinderungen auch zwei entsprechend ausgeformte Zangen zur Anwendung ge
langen müssen. Die im wesentlichen ebenflächig ausgebildete feste Zangenbacke
übernimmt dann jeweils die Daumenfunktion. Hieraus ergibt sich eine konstruktive
Anpassung der erfindungsgemäßen Zange an diese Anforderung, was leicht durch
eine um 180° verdrehte Befestigung des gesamten vorderen Zangenbereiches an
dem Zangenstiel erreichbar ist.
Weiterhin haben Versuche ergeben, daß die Zange gemäß der Erfindung für die
anatomischen Belange bei Menschen am günstigsten ausgestaltet ist, wenn sich die
Ebene der festen Zangenbacke und somit die Berührungslinie beider Backen in der
Richtung des auch einen günstigen Schwerpunkt der gesamten Zange erzeugenden
Etagenbogens der stielartigen Handhabe erstreckt, d. h., wenn die Funktionsrichtung
beider Zangenbacken quer zu der Schwerpunktlinie der gesamten Zange verläuft.
Für spezielle Anwendungen, bei denen die neue Zange einzeln benutzt wird, oder
bei denen eine häufigere Änderung der Wirkungslinie der Zangenfunktion wün
schenswert ist, kann die neue Zange so ausgestaltet sein, daß der gesamte Zan
genkopf mit seiner festen und losen Zangenbacke entgegen der Wirkung eines Ar
retiermittels auf dem Zangenstiel um dessen Längsachse manuell verdrehbar gela
gert ist.
Durch weiterführende Untersuchungen im Anwendungsumfeld der erfindungsgemä
ßen Zange hat sich herausgestellt, daß behinderte Personen, die z. B. für eine
Venen-Therapie Stützstrümpfe etc. tragen müssen, die je nach Produkt und thera
peutischen Erfordernissen sehr stramm sein können, häufig selbst nicht dazu in der
Lage sind, die für das Überstreifen derselben erforderliche Kraft - zumindest in einer
gebückten Körperhaltung aufzubringen.
Die neue Zange sieht optional eine Zusatzvorrichtung für das vorstehend angeführte
Einsatzfeld auf. Diese besteht aus einem Stützelement, das an der ebenen, jeweils
der Körperseite des Anwenders zugewendeten Seitenfläche der feststehenden Zan
genbacke vom Anwender selbst oder von einem Sanitätshelfer anbringbar ist. Die
ses Stützelement nimmt an der festen Zangenbacke eine solche Lage ein, daß es
sich in einem definierten Abstand zu deren freiem Ende befindet, derart, daß sich ein
Stützwiderlager für die sodann gleichzeitig als ein Hebel wirksame Zange ergibt,
wobei die feste Zangenbacke neben ihrer Greif- und Ziehfunktion dann gleichzeitig
den Stützstrumpf partiell von der Körperoberfläche abheben kann, was zu einer er
heblichen Erleichterung des Überstreifvorgangs führt.
Weitere, den Gegenstand der Erfindung weiterbildende Merkmale ergeben sich aus
der Beschreibung und den Zeichnungen, die nachfolgend aufgeführt sind.
Es zeigen:
Fig. 1 die schaubildliche Darstellung eines rechtshändigen, zan
genartigen Handwerkzeuges gemäß der Erfindung,
Fig. 2 die schaubildliche Darstellung eines linkshändigen, zangen
artigen Handwerkzeuges gemäß der Erfindung,
Fig. 3 den Längsschnitt des erfindungsgemäßen Handwerkzeuges
mit einem feststehenden Zangenkopf,
Fig. 4 u. 5 den Längs- bzw. Querschnitt eines ersten Ausführungsbei
spiels mit einem verdrehbaren Zangenkopf,
Fig. 6 die schaubildliche Darstellung eines zweiten Ausführungs
beispiels mit einem verdrehbaren Zangenkopf,
Fig. 7 die schaubildliche Darstellung eines ersten Ausführungsbei
spiels einer Zusatzvorrichtung,
Fig. 8 die schaubildliche Darstellung eines zweiten Ausführungs
beispiels der Zusatzvorrichtung gemäß Fig. 7,
Fig. 9 eine Einzelheit bezüglich eines Sicherungselementes an
dem erfindungsgemäßen Handwerkzeug.
Wie die Fig. 1 zeigt, besteht das nachfolgend beschriebene Handwerkzeug aus ei
nem Zangenkopf 1, der an einer als eine Handhabe wirksamen Stange befestigt ist.
Diese Stange dient als ein Zangenstiel 2, der aus einem vorzugsweise aus Alumini
um gefertigten Rohr mit einem runden Querschnitt besteht. An seinem als Griffteil
wirksamen Ende ist der Zangenstiel 2 mit einem z. B. aus einem Kunststoff oder Holz
gefertigten Griff 3 versehen. In einer Bohrung 4, die durch eine den Zangenstiel 2
durchragende Lagerhülse 5 gebildet wird, ist ein Griffhebel 6 verschwenkbar gela
gert, der im Ruhezustand des hier beschriebenen Handwerkzeuges durch die im
Gegenuhrzeigersinn wirksame Kraft einer Rückstellfeder 7 (siehe Fig. 3) mit einem
Anschlag 8 auf dem Außenmantel des Zangenstieles 2 aufliegt. Diese Rückstellfeder
7 wirkt mittelbar auf einen Seilzug 9, der durch den Zangenstiel 2 hindurchgeführt
ist, und zwar soweit, bis er durch einen in dem Mantel des Zangenstieles 2
vorgesehenen Durchbruch 10 aus demselben austreten und mittels einer Verbin
dungsöse an dem Griffhebel 6 angreifen kann. Da der Zangenstiel 2 durch eine
Kröpfung 11 zu einem Etagenbogen ausgeformt ist, und der Durchbruch 10 sich in
der Krümmung 12 des abgesenkten Bereiches des Etagenbogens befindet, kann der
Seilzug 9 dabei eine gestreckte Lage einnehmen.
Durch die Kröpfung 11 in dem Zangenstiel 2 ergibt sich zudem ein günstiger
Schwerpunkt für den Benutzer dieses Handwerkzeuges, da durch die Wirkung des
so ausgerichteten Etagenbogens das Gewicht des gesamten Zangenkopfes 1 und
des unteren Bereiches des Zangenstieles 2 die Zange dann selbsttätig senkrecht
ausrichtet, wenn deren Griff 3 in ergonomisch richtiger Weise zwischen dem Dau
men und der Handinnenfläche gehalten - und der Griffhebel 6 von den restlichen
Fingern ergriffen wird.
Das andere Ende des Seilzuges 9, das aus dem offenen Ende des Zangenstieles
herausragt, ist mittels einer Plombe an einem freien Schenkel 14 eines beweglichen
Zangenteiles 15 befestigt, das an zwei Abdeckblechen 16 u. 17, zwischen denen
eine Lagerachse 18 verläuft, verschwenkbar gelagert ist.
Die Abdeckbleche 16 u. 17 sind homogener Bestandteil eines feststehenden Zan
genteiles 19 und ragen zueinander parallel als rechtwinklig abgebogene seitliche
Lappen aus der Ebene dessen Basisbereiches 20 heraus. Dieses feststehende Zan
genteil 19 weist eine Zangenbacke 21 auf, die sich in der Längsrichtung des Zan
genstieles 2 geradlinig und ebenflächig an die Ebene des Basisbereiches 20 an
schließt, wobei die in den Innenbereich der Zange weisende Oberfläche 22 an ihrem
freien Ende als Gegenlager für die Zangenbacke 23 des beweglichen Zangenteiles
15 dient.
Das bewegliche Zangenteil 15 besteht aus einem im wesentlichen u-förmig ausge
bildeten Bügel, welcher der feststehenden Zangenbacke 21 mit seiner offenen Seite
gegenüberliegt, und dessen aus der Lagerachse 18 bestehendes Drehlager, das
sich quer zur Längsrichtung des Zangenstiels 2 erstreckt, innerhalb des Winkels
zwischen seinem Basissteg 25 und seinem mit dem Seilzug 9 verbundenen freien
Schenkel 14 vorgesehen ist, derart, daß sich im geschlossenen Zustand der Zange
ein in den Längsrichtungen seines Drehlagers gesehen offenes Rechteck ergibt,
wobei das bewegliche Zangenteil 15 mit der kleinflächigen Stirnkante 26 seiner
Zangenbacke 23 im wesentlichen senkrecht auf der größerflächigen Oberfläche 22
der feststehenden Zangenbacke 21 aufliegt.
Die beiden Zangenbacken 21 und 23 sind klingenartig ausgebildet, was zum einen
bewirkt, daß die feststehende Zangenbacke 21 bequem z. B. zwischen einem Kör
perteil des Anwenders und einem Strumpf oder Schuh eingeschoben werden kann,
und daß sich zum anderen durch eine geringe Nachgiebigkeit eine gleichmäßige
Kraftübertragung zwischen den Zangenbacken über die gesamte Zangenbreite er
gibt.
Die beiden Zangenbacken 21 u. 23 weisen zudem im wesentlichen über ihre ge
samte Länge eine gleichmäßige Breite ohne vorspringende Kanten und Ecken auf,
wodurch sichergestellt ist, daß sich der Zangenkopf 1 nicht in Kleidungsstücken oder
an anderen Gegenständen verfangen kann. Hierzu trägt auch bei, daß die an der
Funktion der beweglichen Zangenbacke beteiligten Teile, wie z. B. der freie Schenkel
14 des beweglichen Zangenteiles 15, die Lagerachse 18, das freiliegende Ende 13
des Seilzuges 9 und die Rückstellfeder 7 durch die seitlichen Abdeckbleche 16 u. 17
nach außen abgeschirmt sind. Dieses gilt auch für einen Federeinhängearm 27
(siehe Fig. 3), der sich zwischen den Abdeckblechen 16 u. 17 des feststehenden
Zangenteiles 19 aus einem der Lagerwinkel 28 des beweglichen Zangenteiles 15 in
Richtung zu dem Zangenstiel 2 hin erstreckt, und an dem die Rückstellfeder 7 an
greift.
Der Zangenkopf 1 ist bei dem hier zunächst beschriebenen Ausführungsbeispiel an
dem Zangenstiel 2 in einer solchen Lage befestigt, daß die Zangenbacke 23 des
beweglichen Zangenteiles 15 der Oberfläche 22 der feststehenden Zangenbacke 21
für einen Schließvorgang seitlich und quer zur Längsrichtung des Zangenstieles 2
gegenüberstellbar ist, wobei die Berührungslinie beider Zangenbacken 21 u. 23 par
allel zur Schwerpunktlinie, das heißt, in der Kröpfrichtung der gesamten Zange ver
läuft.
Wie die Fig. 3 weiter aufzeigt, ist der Zangenstiel 2 an seinem mit dem Zangenkopf
1 verbundenen Ende 29 mit zwei Durchgangsbohrungen 30 versehen, die ihn quer
zu der Kröpfrichtung seines Etagenbogens durchkreuzen. Diese Durchgangsboh
rungen 30 korrespondieren mit zwei Einsteckbohrungen 31, die in dem Basisbereich
20 des feststehenden Zangenteiles 19 vorgesehen sind und zur Aufnahme von Be
festigungsschrauben 32 dienen. Innerhalb des Zangenstieles 2 ist ein mit Gewinde
bohrungen 33 versehenes Gegenlager 34 derart einsteckbar angeordnet, daß der
rohrförmige Zangenstiel 2 mit dem feststehenden Zangenteil 19 mittels der Befesti
gungsschrauben 32 fest zusammenfügbar ist. Daraus, daß die Durchgangsbohrun
gen 30 praktisch an zwei Seiten des Zangenstieles vorhanden sind, läßt sich ent
nehmen, daß der Zangenkopf 1 an dem Zangenstiel 2 in um 180° zueinander ver
drehten Lagen montierbar ist, wodurch sowohl linkshändige als auch rechtshändige
Zangen leicht herstellbar sind.
An dem aus dem Endstück 29 des Zangenstieles 2 herausragenden Ende des
Gegenlagers 34 ist eine Federeinhängenase 35 vorgesehen, an der die Rückstellfe
der 7 des beweglichen Zangenteiles 15 angreift. Der Innenquerschnitt des Zangen
stieles 2 und die Abmessungen des Gegenlagers 34 sind so bemessen, daß für die
Funktion des Seilzuges 9 auch dann noch ein ausreichender Raum zur Verfügung
steht, wenn der Zangenstiel 2 im Bereich seines Endes 29 für eine einwandfreie
Befestigung leicht abgeflacht wird.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel, das insbesondere für solche Einsätze kon
zipiert ist, bei denen nur eine Zange zur Anwendung gelangt, und die dann z. B. für
links - und rechtshändige Benutzung anpaßbar sein muß, ist der gesamte Zangen
kopf 1 auf dem Zangenstiel 2 um dessen Achslinie verdrehbar gelagert (siehe Fig. 4
u. 5). Dieses wird dadurch erreicht, daß an dem Basisbereich 20 des feststehenden
Zangenteiles 19 zwischen dessen Abdeckblechen 16 u. 17 ein u-förmig ausgebilde
ter Lagerbock 36 befestigt ist, dessen freie Schenkel 37 u. 38 sich quer zur Längs
richtung der Zange erstrecken, und die jeweils eine Lagerbohrung 39 bzw. 40 auf
weisen. Diese Lagerbohrungen weisen gegenüber dem eingeschobenen Zangenstiel
2, 29 ein Lagerspiel auf. Auf dem Zangenstiel befindet sich im montierten Zustand
eine koaxial aufgeschobene Sicherungshülse 41, deren Länge dem Abstand zwi
schen den Schenkein 37 u. 38 des Lagerbockes 36 entspricht.
Die Sicherungshülse 41 ist mittels eines Befestigungsbolzens 42, der den Zangen
stiel 2 zumindest im Innenbereich durchragt, mit letzterem fest verbunden. Hierdurch
ergibt sich eine zuverlässige Lagesicherung des gesamten Zangenkopfes 1 auf dem
Zangenstiel. Für eine Arretierung des Zangenkopfes 1 in Drehrichtung ist eine
Bremsvorrichtung 43 vorgesehen, die z. B. aus einer Blattfeder 44 bestehen kann,
und die zwischen dem Außenmantel der Sicherungshülse 41 und der Basis des La
gerbockes 36 eingelegt ist. Für eine Reibkrafterhöhung ist diese Blattfeder 44 in
einem Teilbereich dem Außenmantel der Sicherungshülse 41 angepaßt, so daß sie
dieselbe in einem Teilbereich umschlingt.
Bei diesem Ausführungsbeispiel besteht die Rückstellfeder für das bewegliche Zan
genteil 15 - und somit auch für den Seilzug 9 und den Griffhebel 6 - aus einer
Druckfeder 24, die koaxial auf dem Seilzug 9 aufgeschoben - und zwischen dem
Befestigungsbolzen 42 und dem freien Schenkel 14 des beweglichen Zangenteiles
15 eingespannt ist.
Die Bremsvorrichtung 43 für den verdrehbar gelagerten Zangenkopf 1 kann, wie die
Fig. 6 zeigt, auch so ausgebildet sein, daß zwischen den beiden freien Schenkeln 37
u. 38 des Lagerbockes 36 für den Zangenstiel 2 mindestens eine Spannschraube 52
vorgesehen ist, mittels der die beiden freien Schenkel 37 u. 38 derart zueinander
verstellbar sind, daß sie die Sicherungshülse 41 zur Erzeugung einer Reibkraft über
deren Stirnflächen zwischen sich einspannen.
Für besondere Anwendungen, die z. B. das Anziehen von besonders strammen und
zähen Stützstrümpfen betreffen kann, ist für die beschriebene Zange optional eine
Hilfsvorrichtung vorgesehen, mittels der z. B. ein Stützstrumpf während des Über
streifvorgangs partiell von der Körperoberfläche des Anwenders abhebbar ist, was
den Anziehvorgang bekanntlich wesentlich erleichtern kann.
Diese Hilfsvorrichtung besteht aus einem Stützelement 45 (siehe Fig. 7), das z. B.
aus einer quer zur Längsrichtung der Zange ausgerichteten Rolle 46 besteht, die
zwischen zwei an den seitlichen Abdeckblechen 16 u. 17 z. B. anschraubbar befe
stigten Tragarmen 47 u. 48 frei drehbar gelagert ist, derart, daß sich dieselbe aus
der Ebene des dem Körper des Anwenders zuzuwendenden Basisbereiches 20 des
feststehenden Zangenteiles 19 deutlich erhebt. In der Längsrichtung der Zange ge
sehen befindet sich diese Rolle 46 gegenüber dem freien Ende der feststehenden
Zangenbacke 21 in einem definiert entfernten Abstand. Hierdurch erhält die Zange
zusätzlich zu ihrer Greif- und Ziehfunktion eine Hebelfunktion.
Dadurch, daß sowohl die feststehende als auch die bewegliche Zangenbacke in der
Längsrichtung der Zange gesehen eine relativ große Länge aufweisen, ist es natur
gemäß möglich, eine größere Stoffmenge z. B. eines Stützstrumpfes oder einer Hose
durch Aufschieben gleichzeitig zu erfassen, was den Überstreifvorgang zusätzlich
erheblich erleichtert.
Wie die Teilansicht gemäß Fig. 8 aufzeigt, kann das Stützelement 45 auch aus ei
nem Profilstück 49 aus Holz oder einem Kunststoff bestehen, das eine gleitfähige
Oberfläche besitzt, das an dem feststehenden Zangenteil 19 durch Verschraubun
gen unmittelbar befestigbar ist, und das mit seiner höchsten Gleitkante 50 - wie
auch bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7 - gegenüber der dem Körper des
Anwenders zuzuwendenden Oberfläche des Zangenkopfes 1 einen deutlich ange
hobenen Abstützpunkt für eine Hebelwirkung der Zangenbacke 21 des festen Zan
genteiles 19 bildet.
Für eine Verbesserung der Greiffähigkeit der beschriebenen Zange können deren
Zangenbacken 21 u. 23 mit Beschichtungen versehen sein, die eine stumpfe oder
rauhe Oberfläche bilden. Diese Beschichtungen, die in den Zeichnungen nicht dar
gestellt sind, können z. B. durch Beklebungen, Tauchen oder chemische Behandlun
gen der Oberflächen gebildet sein.
An dem Griff 3 der Zange kann eine Handschlaufe 51 befestigt sein, die dann von
erheblichem Nutzen ist, wenn ein Anwender das Problem hat, das beschriebene
Handwerkzeug einerseits leicht zu verlieren und andererseits erhebliche Erschwer
nisse beim Aufnehmen von auf dem Boden liegenden Gegenständen zu
haben.
Claims (14)
1. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug für behinderte Personen, mit einer
Handhabe, die aus einem mit einem festen Griffteil versehenen und zu einem
Etagenbogen ausgeformten Rohr besteht, in dem ein aus einem Seilzug gebilde
tes Kraftübertragungsorgan zwischen einem Griffhebel und einem beweglichen,
abgefederten Zangenteil, das an dem Zangenkopf verschwenkbar gelagert ist,
koaxial verläuft, wobei sowohl das bewegliche Zangenteil als auch ein festste
hendes Zangenteil zumindest im Bereich ihrer Zangenbacken klingenartig ausge
bildet sind, und die bewegliche Zangenbacke im geschlossenen Zustand der
Zange mit ihrer im Verhältnis kleinflächigen Stirnfläche im wesentlichen senkrecht
auf der größerflächigen Oberfläche der festen Zangenbacke aufliegt,
dadurch gekennzeichnet,
daß das feststehende Zangenteil (19) eine sich im wesentlichen in der Längs
richtung des Zangenstieles (2) geradlinig und ebenflächig erstreckende Zangen
backe (21) aufweist, daß die Zangenbacke (23) des beweglichen Zangenteiles
(15) durch die Stirnkante (26) deren freien Endes gebildet wird, wobei das be
wegliche Zangenteil (15) zwischen zwei parallel zueinander verlaufenden und
sich rechtwinklig aus der Ebene der feststehenden Zangenbacke (19) erstrecken
den Abdeckblechen (16 u. 17) derart verschwenkbar gelagert ist, daß seine Zan
genbacke (23) für einen Schließvorgang der Zange der festen Zangenbacke (21)
seitlich und quer zur Längsrichtung des Zangenstieles (2) gegenüberstellbar ist.
2. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das bewegliche Zangenteil (15) aus einem im wesentlichen u-förmig ausge
bildeten Bügel besteht, welcher der festen Zangenbacke (23) mit seiner offenen
Seite gegenüberliegt, und dessen Lagerachse (18) sich in dem Winkel zwischen
seinem Basissteg (25) und seinem mit einem manuell betätigbaren Kraftübertra
gungsmittel (Seilzug 9) verbundenen freien Schenkel (14) derart angeordnet ist,
daß sich im geschlossenen Zustand der Zange ein - in der Längsrichtung seiner
Lagerachse (18) gesehen - offenes Rechteck ergibt.
3. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der als ein Rohr ausgebildete Zangenstiel (2) im Bereich seines freien Endes
(29) mit Durchgangsbohrungen (30) versehen ist, die denselben quer zur Kröpf
richtung des Etagenbogens durchkreuzen, daß das feststehende Zangenteil (19)
in seinem Basisbereich (20), der in der Ebene seiner Zangenbacke (21) ausge
richtet ist, im Bereich seiner abgewinkelten Abdeckbleche (16 u. 17) mit ange
paßten Einsteckbohrungen (31) für Befestigungsschrauben (32) versehen ist,
und daß innerhalb des Zangenstieles ein mit Gewindebohrungen (33) versehenes
Gegenlager (34) so vorgesehen ist, daß der gesamte Zangenkopf (1) in zueinan
der um 180° verdrehten Lagen an dem Zangenstiel festsetzbar ist, derart, daß die
Wirklinie der Zangenbacken (21 u. 23) jeweils parallel zur Schwerpunktlinie der
gesamten Zange verläuft.
4. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach den Ansprüchen 1 u. 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß an dem Gegenlager (34) eine aus dem offenen Ende (29) des rohrförmigen
Zangenstieles (2) herausragende Federeinhängenase (36) vorgesehen ist, zwi
schen der und einem an dem beweglichen Zangenteil (15) vorgesehenen, sich im
wesentlichen in der Längsrichtung der Zange erstreckenden Federeinhängearm
(27) eine Rückstellfeder (7) angreift.
5. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß an dem Basisbereich (20) der Zangenbacke (21) des feststehenden
Zangenteiles (19) und zwischen dessen zueinander parallel abgewinkelten Ab
deckblechen (16 u. 17) ein u-förmiger Lagerbock (36) befestigt ist, dessen sich
quer zur Längsrichtung der Zange erstreckende freie Schenkel (37 u. 38) jeweils
eine Lagerbohrung (39 bzw. 40) mit einem Lagerspiel für den Zangenstiel (2)
aufweisen, daß auf dem Zangenstiel eine Sicherungshülse (41) koaxial aufge
schoben ist, die im montierten Zustand zwischen den beiden Schenkein des La
gerbockes mittels eines Befestigungsbolzens (42) an dem Zangenstiel befestigt
ist, und daß an der Sicherungshülse eine Bremsvorrichtung (43) angreift, gegen
deren Wirkung der gesamte Zangenkopf (1) gegenüber dem Zangenstiel verdreh
bar ist.
6. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach Anspruch 1 und einem oder meh
reren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rückstellfeder für das bewegliche Zangenteil (15) eine Druckfeder (24)
ist, die auf dem Seilzug (9) koaxial angeordnet und zwischen dem Befestigungs
bolzen (42) und dem freien Schenkel (14) des beweglichen Zangenteiles (15)
eingespannt ist.
7. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach den Ansprüchen 1 u. 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bremsvorrichtung (43) durch die beiden Schenkel (37 u. 38) des Lager
bockes (36) gebildet wird, die durch eine zwischen denselben wirksame Spann
schraube (52) die Sicherungshülse (41) in axialer Richtung zwischen sich ein
spannen.
8. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach den Ansprüchen 1 u. 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bremsvorrichtung (43) eine zwischen der Sicherungshülse (41) und der
Basis des Lagerbockes (36) eingelegte Blattfeder (44) ist, die der Sicherungshül
se für eine Reibkrafterhöhung in der Form angepaßt ist.
9. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach den Ansprüchen 1, 2, u. 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Befestigungsbolzen (42) für die Sicherungshülse (41) den rohrförmigen
Zangenstiel (2) derart durchragt, daß eine zwischen demselben und dem freien,
mit dem Seilzug (9) verbundenen Schenkel (14) des beweglichen Zangenteiles
(15) eingespannte und koaxial zu dem Seilzug angeordnete Druckfeder (24) ein
Abstützlager vorfindet.
10. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zangenbacke (21) des feststehenden Zangenteiles (19) und/oder die
Zangenbacke (23) des beweglichen Zangenteiles (15) mit stumpfen oder rauhen
Beschichtungen versehen sind.
11. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß an dem feststehenden Zangenteil (19) ein Stützelement (45) derart anbring
bar ist, daß es sich in einem von dem freien, die feststehende Zangenbacke (21)
bildenden Ende definiert entfernten Abstand befindet und sich aus der dem Kör
per des Anwenders zuzuwendenden Oberfläche des Basisbereiches (20) des
feststehenden Zangenteiles erhebt.
12. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach den Ansprüchen 1 u. 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stützelement (45) eine quer zur Längsrichtung der Zange ausgerichtete
Rolle (46) ist, die an Trägerarmen (47 u. 48), die seitlich an den Abdeckblechen
(16 bzw. 17) des feststehenden Zangenteiles (19) befestigbar sind, drehbar gela
gert ist.
13. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach den Ansprüchen 1 u. 11
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stützelement (45) aus einem mit einer gleitfähigen Oberfläche versehe
nen Profilstück (49) besteht, das an der dem Körper des Anwenders zuzuwen
denden Oberfläche des feststehenden Zangenteiles (19) direkt befestigbar ist.
14. Zangenartig aufgebautes Handwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß an dem freien Ende des Griffes (3) des Zangenstieles (2) eine Handschlaufe
(51) befestigbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997130225 DE19730225A1 (de) | 1997-07-15 | 1997-07-15 | Handwerkzeug für teilbehinderte Personen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997130225 DE19730225A1 (de) | 1997-07-15 | 1997-07-15 | Handwerkzeug für teilbehinderte Personen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19730225A1 true DE19730225A1 (de) | 1997-12-04 |
Family
ID=7835721
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997130225 Withdrawn DE19730225A1 (de) | 1997-07-15 | 1997-07-15 | Handwerkzeug für teilbehinderte Personen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19730225A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102007022026A1 (de) | 2007-05-08 | 2008-11-13 | Willi Horcher | Hilfsmittel zum Ausziehen von Strümpfen |
| CN110721005A (zh) * | 2019-11-12 | 2020-01-24 | 宁夏医科大学 | 试验动物体位矫正器 |
-
1997
- 1997-07-15 DE DE1997130225 patent/DE19730225A1/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102007022026A1 (de) | 2007-05-08 | 2008-11-13 | Willi Horcher | Hilfsmittel zum Ausziehen von Strümpfen |
| EP1997407A1 (de) | 2007-05-08 | 2008-12-03 | Willi Horcher | Hilfsmittel zum Ausziehen von Strümpfen |
| CN110721005A (zh) * | 2019-11-12 | 2020-01-24 | 宁夏医科大学 | 试验动物体位矫正器 |
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|---|---|---|---|
| OAV | Applicant agreed to the publication of the unexamined application as to paragraph 31 lit. 2 z1 | ||
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