DE19730174A1 - Bauteil - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Bauteil mit mindestens einem zumindest abschnittsweise
flächigen Bewehrungselement, wobei der Grundkörper des Bauteils im wesentlichen
aus einer hydraulisch abgebundenen Matrix besteht. Als Beispiel für ein solches
Bauteil sei hier ein Betonbauteil mit oder ohne Armierung genannt.
Insbesondere im Zuge von Sanierungsmaßnahmen ist es oftmals erforderlich, ein
zelne Bauteile eines Bauwerks mit einer Zusatzbewehrung zu versehen. Hierfür sind
aus der Praxis verschiedene Verfahren bekannt.
So wird bspw. in der deutschen Patentschrift 43 33 782 ein Verfahren zum Anbringen
einer Zusatzbewehrung an einem armierten Betonbauteil beschrieben, bei dem
zunächst mit Hilfe eines Hochdruckwasserstrahls Nuten in die Oberfläche des Beton
bauteils eingebracht werden. In den Nuten werden dann Bewehrungselemente aus
Stahl angeordnet. Anschließend werden die Nuten wieder mit Beton verfüllt, wobei
die Bewehrungselemente in den Beton eingebettet werden und so in den Nuten fixiert
werden.
Dieses aus der deutschen Patentschrift 43 33 782 bekannte Verfahren erweist sich in
der Praxis jedoch in mehrerlei Hinsicht als problematisch. So müssen die in dem
Betonbauteil erzeugten Nuten verhältnismäßig groß sein, da die Bewehrungsele
mente aus Stahl relativ viel Platz beanspruchen. Außerdem erfordert das Verfüllen
der Nuten mit Spritzbeton eine dem Größtkorn angepaßte Mindestauftragsdicke. Bei
der Dimensionierung der Nuten muß schließlich noch berücksichtigt werden, daß
eine Mindestdicke der Betondeckung für die Bewehrungselemente eingehalten wer
den muß, um eine Korrosion der Bewehrungselemente zu verhindern. Die nachträg
lich integrierten Bewehrungselemente sollten in eine etwaig bereits vorhandene Be
wehrung des Bauteils eingefädelt werden, was sich oftmals sehr aufwendig gestaltet.
Da bei dem bekannten Verfahren, insbesondere beim Erzeugen der Nuten in dem
Bauteil, große Mengen an Wasser anfallen, kann das Verfahren nur sehr einge
schränkt angewandt werden. So scheidet eine Anwendung im Inneren von Gebäuden
praktisch aus. Insgesamt ist das bekannte Verfahren mit einem vergleichsweise
großen Aufwand und daher mit relativ hohen Kosten verbunden.
Bei einem anderen bekannten Verfahren zum nachträglichen Verstärken von Beton
bauteilen werden Lamellen aus kohlenstoff-faserverstärkten Kunststoffen auf die
Oberfläche des Bauteils geklebt. Dazu muß die Oberfläche des Bauteils in geeigneter
Weise, nämlich durch Strahlen, Schleifen oder ähnliches und Auftragen einer Haft
brücke bzw. einer Kratzspachtelung, vorbereitet werden.
Auch dieses Verfahren erweist sich in der Praxis aus mehreren Gründen als proble
matisch. Insbesondere läßt sich das Verfahren nur eingeschränkt anwenden, was
darauf zurückzuführen ist, daß der Verbund zwischen einem Betonbauteil und einer
aufgeklebten Bewehrung relativ steif ist. So liegen die im Klebeverbund bis zum
Bruch möglichen Verschiebungen im Bereich unter 0,2 mm, während die möglichen
Verschiebungen einbetonierter Rippenstähle im Bereich von 1 mm liegen. Der Ver
bund einer einbetonierten Betonstahlbewehrung ist also deutlich duktiler. Infolge läßt
der Klebeverbund nur eine verhältnismäßig geringe Krafteinleitung in die Lamelle zu.
Diese Krafteinleitung ist zudem stark von der vorhandenen Betonqualität und der sich
daraus ergebenden Haftzugfestigkeit abhängig. Die Lamelle kann nur zu maximal
40% der Zugfestigkeit ausgenutzt werden. Eine weitere Einschränkung der Anwen
dungsmöglichkeiten von aufgeklebten faserverstärkten Lamellen als Zusatzbeweh
rung besteht darin, daß die Bauteiloberfläche lediglich Unebenheiten unter 5 mm bei
2 m Meßlänge aufweisen darf. Auch eine Anwendung bei Bauteilen, bei denen
Schubrisse rechnerisch möglich sind, d. h. bei Bauteilen mit erforderlicher Schubbe
wehrung, ist problematisch, da in diesem Falle ein sog. Abschälbruch infolge eines
Schubrißversatzes auftreten kann. Schließlich sei noch angemerkt, daß eine aufge
klebte Bewehrung immer auch vor mechanischen Beschädigungen geschützt werden
muß und auch besondere Vorkehrungen für den Brandfall getroffen werden müssen,
um einem Ausfall der Bewehrung vorzubeugen.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Bauteil der in Rede stehenden Art
mit einer Bewehrung in Form von flächigen Bewehrungselementen anzugeben, das
bei einem guten Trageverhalten relativ duktil ist.
Das erfindungsgemäße Bauteil löst die voranstehende Aufgabe durch die Merkmale
des Patentanspruches 1. Danach ist das eingangs genannte Bauteil so ausgestaltet,
daß das Bewehrungselement zumindest abschnittsweise in einem Schlitz in der
Oberfläche des Grundkörpers angeordnet ist und zumindest über eine Veranke
rungslänge in dem Schlitz fixiert ist und so mit dem Grundkörper verbunden ist.
Erfindungsgemäß ist zunächst erkannt worden, daß sowohl die Trage- als auch die
Deformationseigenschaften eines Bauteils ganz wesentlich durch die Art und Anord
nung der Bewehrungselemente und die Art des Verbundes zwischen dem Grundkör
per des Bauteils und den Bewehrungselementen bestimmt werden. Des weiteren ist
erkannt worden, daß sich flächige Bewehrungselemente gut zur Verstärkung von
Betonbauteilen eignen. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, die flächigen Beweh
rungselemente in geeigneten Ausnehmungen in der Oberfläche des Bauteils anzu
ordnen, nämlich in Schlitzen, so daß jedes Bewehrungselement zweiseitig, d. h. über
seine beiden Hauptoberflächen, mit dem Grundkörper des Bauteils verbunden wer
den kann. Diese Art der Anordnung der Bewehrungselemente erweist sich als hinrei
chend oberflächennah, um ein gutes Trageverhalten des Bauteils zu gewährleisten.
Außerdem kann auf diese Weise ein duktiles Verbundverhalten realisiert werden, das
dem einer einbetonierten Betonstahlbewehrung nahekommt. So wurde in Versuchen
eine Verschiebung zwischen einem flächigen Bewehrungselement in Form einer La
melle und Beton von 0,8 mm erreicht. Außerdem konnte bei einer Verankerungs
länge von 25 cm eine im Vergleich zu aufgeklebten Lamellen dreifache Kraft in die
Lamelle eingeleitet werden.
Bedingt durch die spezielle Anordnung der flächigen Bewehrungselemente in dem
erfindungsgemäßen Bauteil können relativ große Kräfte verankert werden. Das Be
wehrungselement wird hier also gut ausgenutzt. Daneben ist das Verbundverhalten
des erfindungsgemäßen Bauteils derart duktil, daß kein Sprödbruch zu erwarten ist.
Die Kraftübertragung wird weder durch Schub- noch durch Biegerisse gestört.
Im Vergleich mit den bekannten, vorab beschriebenen Zusatzbewehrungen erweist
sich die erfindungsgemäße Bewehrungsmethode aus verschiedenen Gründen als
vorteilhaft. So ist bspw. die Qualität des Bauteilgrundkörpers, insbesondere dessen
Haftzugfestigkeit, für die Anwendung der erfindungsgemäßen Bewehrungsmethode
von untergeordneter Bedeutung. Unebenheiten in der Oberfläche des Grundkörpers
lassen sich einfach durch eine entsprechende Schlitztiefe korrigieren. Schlitze, wie
sie für eine erfindungsgemäße Anordnung der flächigen Bewehrungselemente erfor
derlich sind, lassen sich einfach und kostengünstig durch Schneiden in dem Grund
körper des Bauteils erzeugen. Die Herstellung solcher Schlitze ist auch in Innenräu
men durchführbar. Eine weitergehende Oberflächenbehandlung ist hier nicht erfor
derlich. Da die flächigen Bewehrungselemente zumindest abschnittsweise in Schlit
zen in der Oberfläche des Bauteils angeordnet werden, sind die Bewehrungsele
mente bzw. der Verbund zwischen dem Grundkörper des Bauteils und den Beweh
rungselementen weitgehend gegen mechanische Beschädigungen geschützt, so daß
die Bewehrungselemente ihre Funktionsfähigkeit auch im Brandfalle nicht vollständig
einbüßen. Insgesamt ist die Bewehrung des erfindungsgemäßen Bauteils also relativ
stabil. Die Tragfähigkeit des Bauteils hängt nicht allein von der Zugfähigkeit des Ma
terials des Grundkörpers ab, sondern wird wesentlich auch durch die Bewehrung
mitbestimmt.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten für die Realisierung des Bewehrungsele
mentes im Rahmen des erfindungsgemäßen Bauteils. In einer besonders einfachen
Variante ist das Bewehrungselement in Form einer streifenförmigen Lamelle ausge
bildet. Ein solches Bewehrungselement kann einfach in einem Schlitz angeordnet
werden, und zwar so, daß die beiden Hauptoberflächen des Bewehrungselements
parallel zu den Seitenwandungen des Schlitzes orientiert sind. Entspricht die Tiefe
des Schlitzes dann noch mindestens der Breite der streifenförmigen Lamelle, so kann
das Bewehrungselement sogar so in dem Schlitz angeordnet werden, daß es nicht
aus der Oberfläche des Grundkörpers herausragt, also vollständig gegen mechani
sche Beschädigungen oder andere widrige Umwelteinflüsse geschützt ist.
In einer anderen vorteilhaften Variante weist das Bewehrungselement zumindest ab
schnittsweise ein L- oder T-förmiges Profil auf. Ein solches Bewehrungselement wird
dann mit einem ersten Abschnitt seines Profils in dem Schlitz im Grundkörper des
Bauteils angeordnet, so daß mindestens ein weiterer Abschnitt seines Profils auf der
Oberfläche des Grundkörpers aufliegt. Derartige Bewehrungselemente weisen ge
genüber streifenförmigen Bewehrungselementen einen größeren Bewehrungsquer
schnitt auf, obwohl sie sich hinsichtlich ihrer Anordnung und Fixierung im Grundkör
per des Bauteils nicht von streifenförmigen Bewehrungselementen unterscheiden.
Bewehrungselemente mit einem L- oder T-förmigen Profil sind insbesondere dann
von Vorteil, wenn lediglich Schlitze mit verhältnismäßig geringer Tiefe in die Oberflä
che des Grundkörpers eingebracht werden können, bspw. im Falle von Bauteilen, die
bereits eine sehr oberflächennahe Bewehrung aufweisen. Derartige Bauteile können
dann trotz geringer Schlitztiefe mit Bewehrungselementen versehen werden, die
einen relativ großen Bewehrungsquerschnitt aufweisen. Durch die Fixierung dieser
Bewehrungselemente in den Schlitzen zeigt das Bauteil ein insgesamt vergleichs
weise gutes duktiles Verhalten.
Wie bereits erwähnt, wild das Bewehrungselement zumindest über eine Veranke
rungslänge in dem Schlitz fixiert. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Beweh
rungselement jeweils endseitig in dem Schlitz fixiert wird. In der Regel ist nämlich
eine endseitige Fixierung des Bewehrungselements zur Einleitung der auftretenden
Kräfte hinreichend.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten für die Fixierung des Bewehrungselements
in dem Schlitz. In einer einfachsten Variante, auf die nachfolgend noch näher einge
gangen werden soll, wird ein Verbund zwischen dem Bewehrungselement und dem
Grundkörper im Bereich des Schlitzes erzeugt. Alternativ oder auch ergänzend dazu,
kann das Bewehrungselement auch mechanisch im Schlitz des Grundkörpers fixiert
werden. Die mechanische Fixierung des Bewehrungselements ermöglicht gleichzeitig
auch ein Vorspannen des Bewehrungselements, was die Einsatzmöglichkeiten des
erfindungsgemäßen Bauteils deutlich verbessert.
Zur mechanischen Fixierung des Bewehrungselements in dem Schlitz könnte das
Bewehrungselement mit einer Verdickung versehen sein, die in einer entsprechen
den Erweiterung des Schlitzes angeordnet ist. Dazu könnte der Schlitz an einer Stelle
durch eine Bohrung vergrößert sein. Aufgrund der in der Erweiterung des Schlitzes
angeordneten Verdickung wird das Bewehrungselement an einem Punkt mechanisch
in dem Schlitz gehalten und kann nun auch vorgespannt werden.
In einer anderen vorteilhaften Variante umfaßt das Bewehrungselement mindestens
ein Verankerungsteil zur mechanischen Fixierung in dem Schlitz. Als Verankerungs
teil könnte eine Lamelle mit einem L- oder T-förmigen Profil dienen, indem ein erster
Abschnitt dieses Profils in dem Schlitz in der Oberfläche des Grundkörpers angeord
net und dort fixiert ist. Des weiteren umfaßt ein derartiges Bewehrungselement min
destens einen Abschnitt in Form einer streifenförmigen Lamelle. Diese Lamelle
könnte mit dem Verankerungsteil beispielsweise über den Abschnitt seines Profils
verbunden sein, der auf der Oberfläche des Grundkörpers aufliegt, und könnte
ebenfalls auf der Oberfläche des Grundkörpers aufliegen. Genausogut könnte die
Lamelle aber auch mit dem in dem Schlitz angeordneten Abschnitt des Veranke
rungsteils verbunden sein und in einer entsprechenden Verlängerung des Schlitzes
angeordnet sein. Grundsätzlich kann das Verankerungsteil zwar an einer beliebigen
Stelle des Bewehrungselements angeordnet sein; in der Praxis erweist es sich aber
als vorteilhaft, wenn das Verankerungsteil endseitig an dem Bewehrungselement an
geordnet ist, bzw. zwei Verankerungsteile jeweils an den Enden des Bewehrungs
elements vorgesehen sind.
Im Hinblick auf eine in technischer Hinsicht einfache Realisierung des erfindungsge
mäßen Bauteils ist es vorteilhaft, wenn die Schlitze im wesentlichen senkrecht zur
Oberfläche des Grundkörpers orientiert sind. Die vorliegende Erfindung läßt sich aber
auch mit einer anderen Orientierung der Schlitze realisieren.
Wie bereits erwähnt, sind die Bewehrungselemente zumindest über eine Veranke
rungslänge in dem Schlitz fixiert. Für bestimmte Anwendungen kann es aber auch
von Vorteil sein, ein Bewehrungselement über seine gesamte Länge in dem Schlitz
zu fixieren.
Grundsätzlich können im Rahmen des erfindungsgemäßen Bauteils Bewehrungs
elemente aus ganz unterschiedlichen Materialien verwendet werden. Als besonders
vorteilhaft haben sich jedoch Bewehrungselemente aus einem Kunststoff mit einer
Faserverstärkung, vorzugsweise in Form von Kohlefasern, Aramidfasern und/oder
Glasfasern, erwiesen. Derartige Bewehrungselemente sind korrosionsbeständig und
weisen eine sehr hohe Zugfestigkeit bei kleinem Querschnitt auf, so daß insgesamt
auch nur relativ geringe Schlitztiefen erforderlich sind.
Wie bereits erwähnt, kann ein Bewehrungselement rein mechanisch in dem Schlitz
fixiert werden. In der Regel wird aber ein Verbund zwischen dem Bewehrungsele
ment und dem Grundkörper im Bereich des Schlitzes hergestellt. Dazu eignen sich
Klebstoffe auf Epoxidharzbasis oder auch Polyesterharzbasis. In einer anderen vor
teilhaften Variante kann das Bewehrungselement auch mit Hilfe einer Zementsus
pension, vorzugsweise einer feinen Zementmilch, in dem Schlitz fixiert werden.
Neben dem voranstehend beschriebenen Bauteil betrifft die Erfindung auch ein Ver
fahren zum Anbringen einer Zusatzbewehrung an einem Betonbauteil, bei dem min
destens ein Schlitz in der Oberfläche des Betonbauteils erzeugt wird, der Schlitz zu
mindest bereichsweise mit einem Bindemittel verfüllt wird, ein zumindest abschnitts
weise flächiges Bewehtungselement aus einem faserverstärkten Kunststoff zumin
dest abschnittsweise in dem Schlitz angeordnet wird und das dabei verdrängte, aus
dem Schlitz austretende Bindemittel entfernt wird. Der Schlitz könnte in vorteilhafter
Weise entweder geschnitten oder gefräst werden. Als Bindemittel könnte ein ge
eigneter Klebstoff oder auch eine selbstabbindende Zementsuspension verwendet
werden.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in
vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden. Dazu ist einerseits auf die
Patentansprüche, andererseits auf die nachfolgende Erläuterung dreier Ausfüh
rungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung zu verweisen. In Verbindung mit
der Erläuterung der bevorzugten Ausführungsbeispiele werden auch im allgemeinen
bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre erläutert. In der Zeich
nung zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels für
ein erfindungsgemäßes Bauteil,
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels
für ein erfindungsgemäßes Bauteil und
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines dritten Ausführungsbeispiels für
ein erfindungsgemäßes Bauteil.
In Fig. 1 ist ein Bauteil 1 dargestellt, dessen Grundkörper 2 aus einer hydraulisch ab
gebundenen Matrix - hier Beton - besteht. Das Bauteil 1 umfaßt des weiteren ein flä
chiges Bewehrungselement 3. Dieses Bewehrungselement 3 ist in einem Schlitz 4
angeordnet, der in die Oberfläche 5 des Grundkörpers 2 eingebracht ist. Das Beweh
rungselement 3 ist zudem zumindest über eine Verankerungslänge in dem Schlitz 4
fixiert und so mit dem Grundkörper 2 verbunden.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Bewehrungselement 3 handelt es sich um eine strei
fenförmige Lamelle, deren Breite im wesentlichen der Tiefe des Schlitzes 4 ent
spricht. Das Bewehrungselement 3 ist nun so in dem Schlitz 4 angeordnet, daß es
nicht aus der Oberfläche 5 des Grundkörpers 2 herausragt.
Der Schlitz 4 ist hier im wesentlichen senkrecht zur Oberfläche 5 des Grundkörpers 2
orientiert. Das Bewehrungselement 3 ist mit Hilfe eines geeigneten Bindemittels 6
über seine gesamte, Länge in dem Schlitz 4 fixiert. Als Bindemittel 6 kommt eine Ze
mentsuspension in Frage oder auch ein auf das Material des Bewehrungselements 3
abgestimmter Klebstoff. Als Material für das Bewehrungselement hat sich ein faser
verstärkter Kunststoff bewährt, insbesondere ein Kohlefaserkunststoff oder auch ein
Kunststoff mit einer Verstärkung aus Aramidfasern und/oder Glasfasern. Derartige
Bewehrungselemente lassen sich gut mit Hilfe von Epoxidharzklebstoffen oder Poly
esterharzklebstoffen fixieren.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Bauteil 1 handelt es sich um ein nachträglich mit einer
Zusatzbewehrung in Form des flächigen Bewehrungselements 3 versehenes Beton
bauteil. Zum Anbringen dieser Zusatzbewehrung wurde zunächst der Schlitz 4 in der
Oberfläche 5 des Bauteils 1 erzeugt. Der Schlitz 4 kann bspw. geschnitten oder auch
gefräst worden sein. Anschließend wurde der Schlitz 4 zumindest bereichsweise mit
einem Bindemittel 6, nämlich einem geeigneten Klebstoff oder auch einer Ze
mentsuspension, verfüllt. Danach wurde dann das flächige Bewehrungselement 3,
das im vorliegenden Falle durch eine faserverstärkte Kunststofflamelle gebildet ist, in
dem Schlitz 4 angeordnet. Dabei wurde zumindest ein Teil des Bindemittels 6 aus
dem Schlitz 4 verdrängt. Dieses ausgetretene Bindemittel ist abschließend entfernt
worden.
Der Schlitz 4 ist hier ca. 3 mm breit und ca. 3 cm tief. Er reicht maximal bis zu einer
etwaigen inneren Bewehrung des Bauteils 1. Die Kunststofflamelle 3 weist eine Dicke
von ca. 1,5 mm auf und eine Höhe von ca. 27 mm. Mit der in Fig. 1 dargestellten Di
mensionierung und Anordnung des Bewehrungselements 3 in dem Schlitz 4 wird ge
währleistet, daß das Bewehrungselement 3 vollständig in das Bindemittel 6 in dem
Schlitz 4 eingebettet ist. Auf diese Weise wird ein besonders guter Verbund zwischen
dem Bewehrungselement 3 und dem Grundkörper 2 des Bauteils 1 hergestellt. Au
ßerdem ist das Bewehrungselement 3 auch vor mechanischen und anderen widrigen
äußeren Einflüssen geschützt.
In Fig. 2 ist ein weiteres Bauteil 7 mit einem Grundkörper 2 dargestellt, der mit einem
Schlitz 4 versehen ist. Als Bewehrungselement dient hier aber nicht wie im Falle des
in Fig. 1 dargestellten Bauteils eine streifenförmige Lamelle, sondern eine Kombina
tion aus einem oder mehreren Verankerungsteilen 8 und einer streifenförmigen La
melle 9. Das Verankerungsteil 8 weist ein T-förmiges Profil auf. Ein erster Abschnitt
dieses Profils ist in dem Schlitz 4 festgeklebt, während die beiden anderen Abschnitte
des Profils auf der Oberfläche 5 des Grundkörpers 2 angeordnet sind. Zusätzlich
kann auch noch eine Klebeverbindung zwischen diesen beiden Abschnitten des Pro
fils und der Oberfläche 5 des Grundkörpers 2 bestehen. Die streifenförmige Lamelle
9 ist nun mit den beiden auf der Oberfläche 5 des Grundkörpers 2 angeordneten Ab
schnitten des Profils des Verankerungsteils 8 verbunden. Zusätzlich kann die strei
fenförmige Lamelle 9 auch noch auf der Oberfläche 5 des Grundkörpers 2 festgeklebt
sein. Mit Hilfe des Verankerungsteils 8 bzw. mehrerer solcher Verankerungsteile läßt
sich das Bewehrungselement insgesamt auch vorgespannt an dem Bauteil 7 anbrin
gen.
In Fig. 3 ist eine weitere Verankerungsmöglichkeit für ein in einem Schlitz 4 angeord
netes Bewehrungselement 3 dargestellt. Dazu weist der Schlitz 4 in dem Grundkör
per 2 des in Fig. 3 dargestellten Bauteils 10 endseitig eine Erweiterung 11 in Form
einer Bohrung auf. In dieser Erweiterung 11 ist das mit einer Verdickung 12 verse
hene Ende eines streifenförmigen Bewehrungselements 3 angeordnet. Durch diese
mechanische Fixierung des einen Endes des Bewehrungselements 3 läßt sich das
Bewehrungselement 3 insgesamt vorspannen.
Abschließend sei noch angemerkt, daß sich Bewehrungselemente in Form von fa
serverstärkten Kunststofflamellen, insbesondere in Form von Kohlefaserkunst
stofflamellen besonders gut zur Realisierung des erfindungsgemäßen Bauteils bzw.
zum nachträglichen Anbringen einer Zusatzbewehrung an einem Betonbauteil eig
nen. Dies ist insbesondere auf die sehr hohe Zugfestigkeit solcher Lamellen auch bei
kleinen Querschnitten zurückzuführen.
Claims (17)
1. Bauteil (1) mit mindestens einem zumindest abschnittsweise flächigen Beweh
rungselement (3), wobei der Grundkörper (2) des Bauteils (1) im wesentlichen aus
einer hydraulisch abgebundenen Matrix besteht,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bewehrungselement (3) zumindest
abschnittsweise in einem Schlitz (4) in der Oberfläche (5) des Grundkörpers (2) an
geordnet ist und zumindest über eine Verankerungslänge in dem Schlitz (4) fixiert ist
und so mit dem Grundkörper (2) verbunden ist.
2. Bauteil (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bewehrungsele
ment (3) im wesentlichen streifenförmig ausgebildet ist.
3. Bauteil (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe des Schlit
zes (4) mindestens der Breite des Bewehrungselements (3) entspricht und daß das
Bewehrungselement (3) so in dem Schlitz (4) angeordnet ist, daß es nicht aus der
Oberfläche (5) des Grundkörpers (2) herausragt.
4. Bauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bewehrungselement
zumindest abschnittsweise ein L- oder T-förmiges Profil aufweist, so daß es mit ei
nem ersten Abschnitt seines Profils in dem Schlitz in der Oberfläche des Grundkör
pers angeordnet ist und mit einem zweiten Abschnitt seines Profils auf der Oberflä
che des Grundkörpers angeordnet ist.
5. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Bewehrungselement (3) jeweils endseitig in dem Schlitz (4) fixiert ist.
6. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Bewehrungselement (3) unter Vorspannung in dem Schlitz (4) angeordnet ist.
7. Bauteil (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das
Bewehrungselement (3) mindestens eine Verdickung (12) aufweist und daß die Ver
dickung (12) in einer entsprechenden Erweiterung (11) des Schlitzes (4) angeordnet
ist.
8. Bauteil (7) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bewehrungsele
ment mindestens eine Lamelle mit einem L- und/oder T-förmigen Profil als Veranke
rungsteil (8) umfaßt, wobei das Verankerungsteil (8) mit einem ersten Abschnitt sei
nes Profils in dem Schlitz (4) in der Oberfläche (5) des Grundkörpers (2) angeordnet
und dort fixiert ist und mit einem zweiten Abschnitt seines Profils auf der Oberfläche
(5) des Grundkörpers (2) angeordnet ist, und daß das Bewehrungselement minde
stens eine streifenförmige Lamelle (9) umfaßt, die mit dem Verankerungsteil (8) ver
bunden ist.
9. Bauteil (7) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Verankerungsteil
(8) endseitig an dem Bewehrungselement angeordnet ist.
10. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schlitz (4) im wesentlichen senkrecht zur Oberfläche (5) des Grundkörpers (2) orien
tiert ist.
11. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
das Bewehrungselement (3) über seine gesamte Länge in dem Schlitz (4) fixiert ist.
12. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
das Bewehrungselement (3) zumindest abschnittsweise aus einem Kunststoff mit ei
ner Verstärkung aus Kohlefasern, Aramidfasern und/oder Glasfasern gebildet ist.
13. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
das Bewehrungselement (3) mit Hilfe von Epoxidharz und/oder Polyesterharz in dem
Schlitz (4) fixiert ist.
14. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
das Bewehrungselement (3) mit Hilfe einer Zementsuspension, vorzugsweise einer
feinen Zementmilch, in dem Schlitz (4) fixiert ist.
15. Verfahren zum Anbringen einer Zusatzbewehrung an einem Betonbauteil (1),
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Schlitz (4) in der Oberfläche (5) des
Betonbauteils (1) erzeugt wird, daß der Schlitz (4) zumindest bereichsweise mit ei
nem Bindemittel (6) verfüllt wird, daß ein zumindest abschnittsweise flächiges Be
wehrungselement (3) aus einem faserverstärkten Kunststoff zumindest abschnitts
weise in dem Schlitz (4) angeordnet wird und daß das dabei verdrängte, aus dem
Schlitz (4) austretende Bindemittel (6) entfernt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz (4) ge
schnitten oder gefräst wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Klebstoff oder eine selbstabbindende Zementsuspension als Bindemittel (6) ver
wendet wird.
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