DE19730098A1 - Hochverzugsstreckwerk - Google Patents
HochverzugsstreckwerkInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Hochverzugsstreckwerk gemäß Oberbegriff des
Anspruches 1.
Aus der deutschen Gebrauchsmusteranmeldung 894 vom 7.8.1952 der
"Globus" Gummi- und Asbestwerke GmbH ist es bekannt, daß
Hochverzugsriemchen für Kammgarn-, Baumwoll- und Hartfaser-Spinnereien,
die im Streckfeld der Spinnmaschinen als Transport- und Führungsriemchen
dienen, aus einem Kunststoff hergestellt werden können. Dieser Kunststoff
ergibt ein Riemchen, das eine griffige Oberfläche aufweist und doch wiederum
glatt ist, wie es nach Ansicht des Standes der Technik bei diesen Riemchen
verlangt wird.
Aus dem deutschen Gebrauchsmuster 87 03 714 sind Verzugsriemchen für
Streckwerke an Faserspinnmaschinen bekannt, die über den gesamten
Umfang eine oder mehrere Rillen eingeschnitten haben. Die Rillen haben eine
Tiefe von 0,3 bis 1 mm und eine Rillenbreite von 2 bis 6 mm. Sie können in
einem Riemchen oder in beiden Riemchen eingeschnitten sein. Es soll damit
eine Verdichtung des Faserbartes erfolgen.
Aus der US-P 4553290 ist ein Riemchen bekannt, das durch einen geeigneten
Aufbau den Spannungen und damit Verformungen und Brüchen besser
standhalten soll. Es soll damit eine höhere Lebensdauer und ein gleichmäßiger
Verzug des Faserbandes erreicht werden. Als nachteilig wird in der US-P
4553290 eine in Längsrichtung des Riemchens erfolgte Verformung F
gesehen, da damit nicht genügend Druck auf die Fasern des Faserbandes
aufgebracht werden kann. Ebenfalls als nachteilig wird bei diesem Stand der
Technik betrachtet, daß bei einer zu dünnen Außenschicht a1 die im Riemchen
eingelagerte Fadenschar Verformungen der Oberfläche erzeugt. Diese
Verformungen sollen ebenfalls vermieden werden und die Oberfläche soll
möglichst glatt sein.
Obwohl alle diese Maßnahmen nach dem Stand der Technik die Lebensdauer
des Riemchens erhöhen und/oder den Verzug des Faserbandes
vergleichmäßigen sollten, konnten insbesondere bei sehr hohen Verzügen gute
Ergebnisse nicht erzielt werden. Es mußten die Randbedingungen, wie
beispielsweise das Spinnklima optimal eingestellt sein, um brauchbare
Ergebnisse in der Gleichmäßigkeit des Verzugs und Lebensdauer des
Riemchens zu erzielen. Das optimale Spinnklima ist aber sehr unterschiedlich
in Abhängigkeit des zu verspinnenden Fasermaterials. Außerdem ist es teuer,
ein stets gleichmäßiges Spinnklima in den Spinnsälen aufrechtzuerhalten.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, die bestehenden Nachteile zu
vermeiden und besonders bei hohen Verzügen ein gleichmäßiges Faserband
und damit ein gleichmäßiges Garn zu erhalten. Darüber hinaus ist es eine
weitere Aufgabe der Erfindung, auch bei ungünstigem trockenem Spinnklima
eine unzulässige Faserausbreitung im Streckwerk, speziell bei
Baumwollfasern, zu vermeiden, um ein gleichmäßiges, wenige Dick- und
Dünnstellen und Nissen aufweisendes Garn zu erhalten.
Die Aufgaben werden durch eine Struktur mit den Merkmale des Anspruches 1
gelöst. Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Weiterentwicklungen.
Durch die Erfindung ist es erstmals gelungen, auch bei extrem trockenem
Spinnklima einen gleichmäßigen Faserbandverzug zu erzielen. Speziell
Baumwollfasern, die sehr empfindlich gegenüber einem ungünstigen
Spinnklima sind, laufen bei erfindungsgemäßen Hochverzugsstreckwerken im
Bereich der Riemchen nicht mehr auseinander. Die Fasern des Faserbandes
werden dabei immer sicher geführt. Damit ist ein höherer Verzug möglich. Mit
der Erfindung ist es nunmehr auch möglich, sehr feine Baumwollgarne bei
bisher unzureichendem Spinnklima herzustellen und die Garneigenschaften zu
verbessern. Erfindungsgemäße Streckwerke sind zum Beispiel bei Ring-, Luft-,
Umwinde-, Rotor- oder Friktionsspinnmaschinen einsetzbar.
Eindeutige Verbesserungen wurden beispielsweise erzielt bei einer Temperatur
von 20°C, 25% relativer Luftfeuchtigkeit und einem 200-fachen Verzug. Es
wurden im Garn weniger Fehler und insbesondere beim Ringspinnen höhere
Garnfestigkeiten festgestellt als bei Verwendung herkömmlicher Riemchen.
Ist die Oberflächenstruktur der Riemchen im wesentlichen längsorientiert, so
werden die Fasern seitlich geführt. Sie legen sich in die Struktur hinein und
werden damit an einem seitlichen Auswandern gehindert.
Korrespondieren die Strukturen zweier zusammenarbeitender Riemchen derart,
daß sie ineinandergreifen, so wird eine besonders gute Führung der Fasern
erreicht. Die einzelnen Fasern werden in der Struktur seitlich gehalten und
werden dadurch gehindert, zum Rand der Riemchen zu wandern. Damit wird
ein ausreichender Druck und eine gute Führung auf das Faserband ausgeübt.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Oberflächenstruktur in
die Riemchen eingeschliffen wird. Damit wird einfach und kostengünstig die
Oberfläche des Riemchens bearbeitet. Durch das Schleifen ist es außerdem
einfach, eine längsorientierte Struktur zu erzielen. Die gewünschte,
vorbestimmte Tiefe der Struktur ist durch das Schleifen genau und schnell
herzustellen.
Es ist sehr vorteilhaft, wenn die Oberfläche des Riemchens eine Mikrostruktur
mit einer Tiefe von weniger als 0,3 mm aufweist. Die Fasern, welche ebenfalls
nur eine sehr geringe Dicke aufweisen, werden auch durch diese Mikrostruktur
in dem Riemchen gut kontrolliert. Durch Versuche wurde bestätigt, daß eine
Tiefe von weniger als 0,3 mm besonders bei Baumwolle bereits sehr gute
Verbesserungen in der Gleichmäßigkeit des verstreckten Faserbandes auch
bei einem an sich ungünstigen Raumklima ergibt. Besonders gute Ergebnisse
wurden erzielt bei einer Struktur mit einer Rauhtiefe in Querrichtung zwischen
0,03 und 0,01 mm und in Längsrichtung von etwa 0,006 bis 0,007 mm. Diese
Rauhtiefe in Längsrichtung entspricht etwa der Rauhtiefe, wie sie bei
unbehandelten Riemchen in Längs- und Querrichtung im Stand der Technik
üblich ist. Vorteilhafterweise wird diese Rauhtiefe mittels eines
Schleifvorganges oder mit Hilfe eines Lasers, der die Struktur in die Oberfläche
einbrennt, hergestellt.
In einer besonderen Ausführungsform des Hochverzugsstreckwerkes weisen
Oberriemchen und Unterriemchen Nut und Feder auf. Diese wirken derart
zusammen, daß die Feder, oder auch Steg genannt, des Oberriemchens in die
Nut des Unterriemchens eingesetzt ist. Es kann auch die Nut im Unterriemchen
und die Feder im Oberriemchen angeordnet sein. Die Oberfläche der
Riemchen kann wiederum die Struktur des erfinderischen
Hochverzugsstreckwerkes aufweisen, oder die Nut und Feder ist so niedrig,
daß sie selbst die Struktur darstellt.
Es ist auch möglich, daß nicht nur eine Nut und eine Feder pro Riemchenpaar
vorgesehen ist, sondern eine Mehrzahl von Nuten und Federn
zusammenwirken. Diese haben vorzugsweise eine sehr geringe Tiefe, so daß
sich wiederum eine Mikrostruktur der erwähnten Dimension ergibt. Dadurch
behält das zwischen den Riemchen geführte Faserband im wesentlichen die
Ausbreitung, die es beim Einlauf zwischen die Riemchen hatte. Die Mehrzahl
von Nuten und Federn können einen rechteckförmigen, trapezförmigen oder
bogenförmigen Querschnitt aufweisen.
Anstelle von Rechteckzacken sind für manche Fasern auch Dreieckszacken
von Vorteil. Diese üben auf die Fasern eine nicht so hohe Seitenführung aus
wie Rechteckzacken. Allerdings sind sie für die Fasern auch schonender, da
die Fasern keiner Scherwirkung unterliegen. Eine derartige
Oberflächenstruktur kann abgesehen von bestimmten Fasern, welche eine
hohe Seitenführungskraft benötigen, auch bei einem weniger hohen Verzug
des Streckwerkes vorteilhaft sein, da bei niedrigeren Verzügen auch die
Tendenz der Fasern zum Auseinanderlaufen geringer ist.
Eine noch geringere Seitenführungskraft kann eine gewölbte
Oberflächenstruktur der Riemchen ausüben, wenn die Wölbung konvex ist. Sie
kann aber auch vergrößert sein, wenn die Wölbung konkav ist, oder wenn sie
wellenförmig ist. Besonders günstige Wirkungen auf die Führung der Fasern
können erzielt werden, wenn die Strukturen der beiden Riemchen
korrespondieren und beispielsweise ineinandergreifen.
Eine vorteilhafte Wirkung auf die Fasern wird auch dadurch erzielt, daß in
Querrichtung des Riemchens unterschiedliche Strukturen angeordnet sind. So
kann es für eine besonders schonende Führung vorteilhaft sein, daß in den
Randbereichen des Riemchens Strukturen mit einer großen
Seitenführungskraft, beispielsweise mit einer Rechteckstruktur vorgesehen
sind. In dem mittleren Bereich des Riemchens kann dagegen beispielsweise
eine gezackte, gewellte oder sogar glatte Oberfläche mit einer geringeren
Seitenführungskraft angeordnet werden. Damit werden die Fasern, wenn sie
aus dem zentralen Bereich des Riemchens abwandern wollen, stärker
zurückgehalten und bleiben im mittleren Bereich des Riemchens.
Die Strukturen der korrespondierenden Riemchen müssen nicht immer gleiche
Tiefen aufweisen. Es kann bei manchen Fasern auch vorteilhaft sein; wenn in
Ober- und Unterriemchen unterschiedliche Strukturen eingebracht sind. Eine
schonende und sichere Führung im zentralen Bereich der Riemchen kann
damit erzielt werden.
Obwohl es sich erwiesen hat, daß die Struktur auf dem Riemchen im
wesentlichen längsorientiert sein muß, kann auch vorgesehen sein, daß sie in
Längsrichtung immer wieder unterbrochen ist. Durch Mikroschuppen wird eine
gute Führung der Fasern erreicht. Es ist auch möglich, in Bezug auf die
Längsrichtung des Riemchens eine keilförmig ausgerichtete Struktur
vorzusehen.
Bei allen erfindungsgemäßen Strukturen ist es wichtig, daß bei Riemchen, bei
denen Fäden zur Verstärkung eingelagert sind, diese Fäden bei der
Bearbeitung der Struktur nicht verletzt werden. Es ist daher erforderlich, daß
die Struktur eine geringere Tiefe aufweist, als die äußere, auf den Fäden
aufgetragene Schicht des Riemchens dick ist.
Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Fasern, sowohl Naturfasern, als auch
Kunstfasern, muß die geeignetste Oberflächenstruktur durch Versuche erprobt
werden. Die Anzahl der Versuche ist allerdings durch die hier ausführlich
beschriebenen Wirkungsweisen unterschiedlicher Strukturen auf eine geringe
Zahl beschränkbar.
Neben der beschriebenen besonders vorteilhaften Bearbeitung des Riemchens
durch Schleifen, ist es auch durch andere spanabhebende Fertigungsverfahren
oder durch entsprechende Guß-, Präge- oder Brennverfahren möglich, die
geeignete Struktur zu erlangen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Hochverzugsstreckwerk,
Fig. 2 bis 4 ein Ober- und ein Unterriemchen im Querschnitt,
Fig. 5 bis 8 ein Ober- oder Unterriemchen im Querschnitt,
Fig. 9 ein Ober- oder Unterriemchen in perspektivischer Teilansicht.
In Fig. 1 ist ein erfindungsgemäßes Hochverzugsstreckwerk 1 in
Seitenansicht dargestellt. Derartige Hochverzugsstreckwerke werden in
Spinnmaschinen, insbesondere in Ringspinnmaschinen oder
Luftspinnmaschinen, eingesetzt. Besonders in Luftspinnmaschinen werden für
die Herstellung sehr feiner Garne hohe Verzüge eingestellt. Dies bedeutet, daß
ein Faserband 2, das in das Streckwerk 1 eingeführt wird, sehr stark verstreckt
wird. Dabei wird beispielsweise aus einem 1 cm langen dicken Faserband 2 am
Eingang des Streckwerkes 1 ein 200 cm langes dünnes Faserband am
Ausgang des Streckwerkes 1. Um einen derart hohen Verzug bei großen
Liefergeschwindigkeiten fahren zu können, mußte bisher ein optimales
Spinnklima herrschen. Besonders bei Naturfasern war dies sehr wichtig, da
diese sehr empfindlich auf das Klima reagieren und bei falschen Einstellungen
die Haftung aneinander verlieren und dann seitlich aus dem Streckwerk laufen.
Um den gewünschten Verzug des Faserbandes zu erreichen, werden in dem
Streckwerk 1 Walzenpaare mit unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten
betrieben. Ein Eingangswalzenpaar mit Oberwalze 3 und Unterwalze 4 hat eine
niedrigere Geschwindigkeit als das Ausgangswalzenpaar mit Oberwalze 5 und
Unterwalze 6. Der Geschwindigkeitsunterschied der beiden Walzenpaare 3, 4
und 5, 6 entspricht dem gewünschten Verzug, der in einem Vorverzugsfeld und
einem Hauptverzugsfeld erreicht wird.
Damit das Faserband 2 allmählich auf den gewünschten Verzug gebracht wird,
ist zwischen Eingangswalzenpaar 3, 4 und Ausgangswalzenpaar 5, 6 ein
Riemchenpaar 11, 12 mit Oberwalze 7 und Unterwalze 9, sowie Führung 8 und
9 angeordnet. Die jeweiligen Walzen- bzw. Riemchenpaare werden über nicht
dargestellte, bekannte Vorrichtungen aneinandergepreßt, um das Faserband 2
zu führen und die Fasern in dem sogenannten Vorverzugsfeld zwischen
Eingangswalzenpaar 3, 4 und dem Riemchenpaar 11, 12, sowie in dem
Hauptverzugsfeld zwischen Riemchenpaar 11, 12 und Ausgangswalzenpaar 5,
6 zu verziehen, das heißt die einzelnen Fasern gegeneinander zu verschieben.
Es sind auch Streckwerke mit mehr als den gezeigten beiden Walzenpaaren
und dem einen Riemchenpaar möglich.
Ziel des Hochverzugsstreckwerkes 1 ist, es ein vorbestimmtes, möglichst
gleichmäßiges, dünnes Faserband am Ausgang des Streckwerkes 1 zu
erhalten, während am Eingang ein möglichst schweres Faserband vorgelegt
wurde. Faserbandbrüche müssen möglichst vermieden werden. Dazu ist es
notwendig, daß die Fasern möglichst den Kontakt zueinander nicht verlieren.
Diese Gefahr besteht insbesondere im Bereich des Riemchenpaares 11, 12,
wo sich einzelne Fasern aus dem Faserverband lösen können und seitlich aus
dem Riemchenpaar 11, 12 austreten können oder zumindest sich unzulässig
weit ausbreiten können.
In den folgenden Figuren sind Ausführungsbeispiele von erfindungsgemäßen
Riemchen dargestellt.
Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt eines Oberriemchens 111 und eines
Unterriemchens 121. Beide Riemchen sind in einem Querschnitt dargestellt.
Sie sind vorzugsweise aus Kunststoff hergestellt und weisen im allgemeinen
eine Dicke von bis zu 2 mm auf. In dem Riemchen 111 und 121 ist eine
Fadenschar 13 und 14 eingelagert. Damit wird die Zugfestigkeit und Haltbarkeit
der Riemchen 111 und 121 verbessert. In einer Oberfläche 131 des Riemchens
111 ist eine Feder oder ein Steg 15 angeordnet. Dieser Steg 15 korrespondiert
mit einer Nut 16 in der Oberfläche 132 im Unterriemchen 121. Das Faserband
2 wird hauptsächlich zwischen Steg 15 und Nut 16 geführt. Durch den Absatz
zum äußeren Bereich der Riemchen 111, 121 hin wird ein Ausbreiten des
Faserbandes 2 verhindert. Die Nut 16 ist so niedrig, bzw. der Steg 15 so wenig
hoch, daß bei ihrer Herstellung, zum Beispiel durch Schleifen, die Fadenschar
13 bzw. 14 nicht beschädigt wird. Meist genügt eine Höhe von wenigen Zehntel
Millimetern, um die Vorteile der Erfindung zu erzielen. Es ist auch darauf zu
achten, daß die Fadenschar 13 bzw. 14 nicht frei auf der Oberfläche 131, 132
der Riemchen 111, 121 liegt, da in diesem Fall Fasern an den Fäden anhaften
könnten und sich nach einer gewissen Zeit wieder lösen und zu Dickstellen im
Garn führen könnten.
Die Breite der Nut 16 und des in die Nut 16 eingreifenden Steges 15 ist
vorteilhafterweise so zu wählen, daß alle Fasern des Faserbandes 2 zwischen
Nut und Steg geführt werden. Durch diese Formgebung in Verbindung mit einer
hier nicht dargestellten feinen Oberflächenstruktur, wie sie beispielsweise zu
den folgenden Figuren beschrieben wird, ist eine besonders gute Faserführung
zu erzielen, bei der die Fasern nicht auseinanderlaufen.
Die Tiefe der Nut 16 ist vorteilhafterweise etwas geringer zu wählen als die
Höhe des Steges 15. Damit ist eine Führung des Faserbandes 2 zwischen Nut
16 und Steg 15 gewährleistet.
In Fig. 3 ist ein Oberriemchen 112 mit einer auf Fasern 17 einwirkenden
Oberfläche 133 und ein Unterriemchen 122 mit einer Oberfläche 134 im
Querschnitt dargestellt. Die Oberflächen 133 und 134 weisen eine feine
Oberflächenstruktur auf, die gewölbt ist. Die Wölbung ist jeweils konkav
ausgebildet. Dadurch ist eine relativ hohe Seitenführungskraft auf die Fasern
17 auszuüben. Die einzelnen Fasern 17 liegen in den Wölbungen. Wollen sie
in den Randbereich der Riemchen 112, 122 auswandern, so müssen sie die
Spitze der konkaven Wölbung überwinden. Die Seitenführungskraft wird um so
größer, je näher die Faser 17 zur Spitze der Struktur gelangt. Die Fasern 17
werden dadurch schonend geführt, solange sie nicht auswandern. Sobald sie
allerdings die Bestrebung zum Ausbreiten haben, werden sie durch dies Struktur
daran gehindert.
Wie der Darstellung der Fig. 3 zu entnehmen ist, ist ein ausreichender
Abstand zwischen den eingelagerten Fadenscharen 13 und 14 und der
Oberflächenstruktur vorgesehen. Dieser Abstand gewährleistet einerseits, daß
die Oberfläche nicht durch die Fadenschar beeinflußt ist. Andererseits ist der
Abstand auch so groß, daß genügend Material des Riemchens 112, 122
zwischen Oberfläche 133, 134 und Fadenschar 13, 14 ist, daß die Fäden nicht
durch die Herstellung der Oberflächenstruktur beschädigt wurden.
In Fig. 4 sind Riemchen 113 und 123 im Querschnitt dargestellt. Die
Oberflächen 135 und 136 sind rechteckförmig gestaltet und greifen ineinander.
Die Oberfläche 135 weist eine Tiefe D auf. Die Tiefe D ist größer als eine Tiefe
d der Oberfläche 136. Damit wird eine stärkere Führung der Fasern in den
Bereichen der Riemchen 113, 123 gewährleistet, in denen im Riemchen 113
ein Steg ist. An den Stellen, an denen sich am Riemchen 135 eine Nut
befindet, ist die Führungskraft nicht so groß, und die Fasern werden nur wenig
geführt. Der Unterschied der Tiefen d und D kann sehr gering sein. Er beträgt
in Abhängigkeit von der Anzahl der zu führenden Fasern, das heißt in
Abhängigkeit der Stärke des Faserbandes, im allgemeinen weniger als ein
Zehntel Millimeter. Bereits diese Tiefendifferenz genügt für eine entsprechende
Beeinflussung der Faserführung.
Nut 16 und Steg 15 können eine Art Makrostruktur aufweisen. In diesem Fall
betragen die Tiefen d und D mehr als drei Zehntel Millimetern. Auf den
Oberflächen 135 und 136 ist dann die Mikrostruktur in Längsrichtung der
Riemchen 113 und/oder 123 aufgebracht. D und d können aber auch so klein
sein, daß sie selbst bereits die Mikrostruktur sind. Dann betragen die Tiefen d
und D weniger als 0,3 mm. Die Tiefen d und D der Mikrostruktur werden
vorteilhafterweise in Anlehnung an den Faserdurchmesser gewählt. Fasern
geringen Durchmessers benötigen eher eine Struktur geringer Tiefe, während
Fasern größeren Durchmessers auch eine Struktur größerer Tiefe erfordern,
um eine gute Seitenführung in Längsrichtung zu erhalten.
In Fig. 5 ist ein Oberriemchen 112 dargestellt, in welchem ebenfalls wie in
den anderen Figuren eine Fadenschar 13 eingelagert ist. Das dazugehörige
Unterriemchen ist hier nicht dargestellt. Es ist entweder wie das Oberriemchen
112, oder aber in einer anderen, für die Faserführung günstigen Oberfläche
ausgebildet.
Die Oberfläche 137 weist eine längsorientierte Struktur mit Vertiefungen
weniger als 0,5 mm auf, die gewellt ist. Die Wellen sind gleichmäßig
ausgebildet. Sie bringen eine relativ geringe Seitenführungskraft auf die
Fasern auf. Die Fasern werden aber schonend, das heißt, ohne daß sie einer
starken mechanischen seitlichen Führungskraft ausgesetzt werden, durch das
Riemchen geführt.
Eine trapezförmige Oberflächenstruktur 138 ist in Fig. 6 bei einem Riemchen
115 dargestellt. Die Erhebungen der Struktur sind wiederum so niedrig, daß die
Fadenschar 13 nicht beeinflußt wird. Außerdem sind die Fasern zwischen dem
Riemchen 115 und dem nicht dargestellten Unterriemchen geführt, um den
Verzug im Hochverzugsstreckwerk zu gewährleisten. Bei dieser trapezförmigen
Struktur werden die Fasern erfindungsgemäß am Ausbreiten gehindert, da eine
verstärkte Führung eintritt, sobald sie eine seitliche Bewegungskomponente
erhalten.
Riemchen 116 in Fig. 7 weist keine Fadenschar zur Verstärkung auf. In
Abhängigkeit des verwendeten Materials des Riemchens 116 kann es
ausreichend für die erforderliche Zugfestigkeit und Haltbarkeit sein, wenn auf
die Fadenschar verzichtet wird. Die Oberfläche 139 ist gezackt. Die Zacken
können gleiche Steigung aufweisen und wirken dann ähnlich wie die
trapezförmige Oberfläche aus Fig. 6. Sind sie sägezahnförmig ausgebildet, so
daß die steilere Flanke zum Randbereich hin angeordnet ist und die flachere
Flanke zur Mitte des Riemchens 116 hin angeordnet ist, so werden Kräfte auf
die Fasern ausgeübt, die in Richtung zur Mitte des Riemchens 116 hin größer
sind als in Richtung zum Rand des Riemchens 116. Eine gute Orientierung der
Fasern zur Riemchenmitte wird damit erreicht.
In Fig. 8 ist ein Riemchen 117 beispielhaft dargestellt, deren Oberfläche 140
unterschiedliche Strukturen aufweist. In den Randbereichen des Riemchens
117 ist eine rechteckförmige Struktur für eine starke Seitenführung
vorgesehen, während zur schonenden Führung der Fasern in der Mitte des
Riemchens 117 eine gewellte Struktur eingebracht wurde. Damit werden die
Fasern in dem Bereich, in dem sie sich befinden sollen, nämlich in der Mitte
des Riemchens 117, nur leicht seitlich geführt. Wenn sie den optimalen
Klemmbereich verlassen, werden sie mit einer stärkeren Seitenführungskraft
beaufschlagt und bleiben daher eher im optimalen Bereich des Riemchens
117.
Fig. 9 zeigt eine Draufsicht auf einen Ausschnitt eines Riemchens 141. Es ist
darin die Längsstrukturierung der Oberfläche zu erkennen. Die Struktur kann
entweder durchgängig sein, oder wie in dieser Figur dargestellt, mit Rippen 18
unterbrochen sein. Durch die Rippen 18 ist eine zusätzliche Führung der
Fasern möglich. Die Fasern liegen dann in den Kerben der Struktur der
Oberfläche. Ragen sie über die Kerben in Längsrichtung hinaus, so werden sie
im Bereich der Rippen 18 beim Zusammenwirken mit dem zweiten Riemchen
geklemmt. Das zweite Riemchen kann glatt oder ebenfalls strukturiert sein.
Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt.
Es sind Kombinationen der verschiedenen Strukturen, ebenso wie die
Verwendung anderer längsorientierter Strukturen geringer Tiefe, die eine
Seitenführung der Fasern ergeben, möglich.
Claims (15)
1. Hochverzugsstreckwerk mit Streckwerkswalzen sowie zwei
zusammenwirkenden Riemchen zum Verziehen von einem Faserband,
insbesondere in einer Ringspinn- oder Luftspinnmaschine, dadurch
gekennzeichnet, daß wenigstens eines der Riemchen (11, 12; 111-117,
121-123) auf seiner Oberfläche (131-141) eine im wesentlichen
längsorientierte Struktur mit Erhebungen und Vertiefungen im Bereich
unter 0,5 mm zur Führung der Fasern des Faserbandes (2) aufweist.
2. Hochverzugsstreckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Struktur des einen Riemchens (11, 12; 111-117, 121-123) mit der
Struktur des anderen Riemchens (11, 12; 111-117, 121-123) derart
korrespondiert, daß die Strukturen ineinandergreifen.
3. Hochverzugsstreckwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Struktur in die Riemchenoberfläche (131-141)
geschliffen ist.
4. Hochverzugsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Struktur eine Tiefe von weniger als 0,3 mm
aufweist.
5. Hochverzugsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Struktur vorzugsweise eine Tiefe von weniger
als 0,03 und 0,01 mm aufweist.
6. Hochverzugsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Oberfläche (131-141) der Riemchen (11, 12;
111-117, 121-123) Nut (16) und Feder (15) aufweisen.
7. Hochverzugsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Struktur gewölbt ist.
8. Hochverzugsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Struktur gezackt ist.
9. Hochverzugsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß auf dem Riemchen (11, 12; 111-117, 121-123)
unterschiedliche Strukturen angeordnet sind.
10. Hochverzugsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Tiefe der Struktur bei Oberriemchen und
Unterriemchen (11, 12; 111-117, 121-123) unterschiedlich ist.
11. Hochverzugsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß Oberriemchen und Unterriemchen (11, 12; 111-117,
121-123) unterschiedliche Strukturen aufweisen.
12. Hochverzugsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Struktur in Längsrichtung des Riemchens
(11, 12; 111-117, 121-123) unterbrochen ist.
13. Hochverzugsstreckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Erhebungen kleiner sind als der Abstand
zwischen den Vertiefungen und einer im Riemchen (11, 12; 111-117, 121-123)
eingelagerten Fadenschar (13, 14).
14. Verfahren zur Herstellung eines Riemchens für ein
Hochverzugsstreckwerk gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche (131-141) des
Riemchens (11, 12; 111-117, 121-123) zur Strukturierung geschliffen wird.
15. Verfahren zur Herstellung eines Riemchens für ein
Hochverzugsstreckwerk gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche (131-141) des
Riemchens (11, 12; 111-117, 121-123) zur Strukturierung mit einem Laser
bearbeitet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997130098 DE19730098A1 (de) | 1997-06-04 | 1997-06-04 | Hochverzugsstreckwerk |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997130098 DE19730098A1 (de) | 1997-06-04 | 1997-06-04 | Hochverzugsstreckwerk |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19730098A1 true DE19730098A1 (de) | 1998-12-10 |
Family
ID=7835644
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997130098 Withdrawn DE19730098A1 (de) | 1997-06-04 | 1997-06-04 | Hochverzugsstreckwerk |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19730098A1 (de) |
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1997
- 1997-06-04 DE DE1997130098 patent/DE19730098A1/de not_active Withdrawn
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