DE19723803C2 - Vorrichtung zum Reinigen eines im Zylinder einer Hubkolbenmaschine angeordneten Meßwertaufnehmers - Google Patents
Vorrichtung zum Reinigen eines im Zylinder einer Hubkolbenmaschine angeordneten MeßwertaufnehmersInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen eines im Zylinder einer
Hubkolbenmaschine in einer Ausnehmung in der Zylinderwand angeordneten
Meßwertaufnehmers zur kapazitiven Abstandsmessung des Kolbens.
Kapazitive Meßverfahren werden bei Hubkolbenmaschinen unter anderem für die
Messung von Ventilhub und die Totpunktmarkierung, aber auch für die Messung
von Kolbenspiel und Gleitflächenverschleiß eingesetzt, da dieses eine einfache und
problemlose Messung ermöglicht. Diese Meßwerte werden zusammen mit anderen
für die Arbeitsdiagnose und die Verschleißüberwachung der Hubkolbenmaschine
verwendet, um im Hinblick auf eine zustandsorientierte Maschinenwartung durch
eine Zusammenfassung des Austausches von Verschleißteilen die Ausfallzeiten zu
minimieren und die Reparaturkosten zu reduzieren.
Beim kapazitiven Meßverfahren zur Messung des Kolbenspiels und des
Gleitflächenverschleisses ist ein kapazitiver Meßwertaufnehmer in einer
Ausnehmung der Zylinderwand etwas zurückversetzt angeordnet. Durch eine
Veränderung des Abstandes zwischen dem kapazitiven Meßwertaufnehmer und
dem an der Ausnehmung in der Zylinderwand bzw. Kolbengleitbahn
vorbeigleitenden Kolben wird die Kapazität des Meßwertaufnehmers verändert.
Der Abstand zwischen dem kapazitiven Meßwertaufnehmer und dem daran
vorbeigleitenden Kolben wird nun mit zunehmendem Verschleiß des Kolbens
größer, so daß durch eine Veränderung der Kapazität eine Aussage über den
Gleitflächenverschleiß bzw. das Kolbenspiel möglich ist.
Hier tritt nun jedoch das Problem auf, daß sich in der Ausnehmung in der
Zylinderwand, in welcher der kapazitive Meßwertaufnehmer angeordnet ist,
Schmutz, Abriebpartikel, Polymerisationsprodukte aus dem Fördermedium und
dergleichen ablagern können. Dies führt zu einer Verfälschung der Meßwerte, da
der kapazitive Meßwertaufnehmer dann wegen der darauf befindlichen
Ablagerungen einen geringeren Abstand zwischen dem Meßwertaufnehmer und
dem Kolben anzeigt, als er tatsächlich vorhanden ist. Diese Verfälschung der
Meßwerte ist im Hinblick auf eine wirkungsvolle Verschleißüberwachung und
effektive Arbeitsdiagnose als nachteilig anzusehen, da trotz geringem angezeigtem
Verschleiß der tatsächliche Verschleiß so hoch ist, daß die Hubkolbenmaschine
nicht mehr im geforderten Leistungsbereich arbeitet.
Vor diesem Hintergrund ist es daher Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung
zum Reinigen eines im Zylinder einer Hubkolbenmaschine in einer Ausnehmung
in der Zylinderwand angeordneten Meßwertaufnehmers zur kapazitiven
Abstandsmessung des Kolbens zur Verfügung zu stellen, die die Ablagerung von
Schmutz, Abriebpartikeln und dergleichen auf dem kapazitiven
Meßwertaufnehmer wirkungsvoll verhindert und so unverfälschte Meßwerte
ermöglicht.
Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung zum Reinigen eines im
Zylinder einer Hubkolbenmaschine in einer Ausnehmung der Zylinderwand
angeordneten Meßwertaufnehmers zur kapazitiven Abstandsmessung des Kolbens,
bei der mindestens ein Kanal zum Zuführen eines unter Druck stehenden Fluids in
die Ausnehmung vorhanden ist, wobei der Druck des Fluids größer als der Druck
eines vom Kolben verdichteten Mediums ist und in dem mindestens einen
Kanal ein Rückschlagventil angeordnet ist.
Durch die Zuführung eines Fluids in die den kapazitiven Meßwertaufnehmer
enthaltende Ausnehmung in der Zylinderwand der Hubkolbenmaschine wird
die Ausnehmung gespült, so daß dort befindliche Ablagerungen von Schmutz,
Abriebpartikeln, Polymerisationsprodukten aus dem Fördermedium und der
gleichen entfernt werden und neu in die Ausnehmung geführte derartige
Partikel sich nicht ablagern können. Damit wird der Abstand zwischen dem
kapazitiven Meßwertaufnehmer und dem daran vorbeigleitenden Kolben der
Hubkolbenmaschine nicht durch Ablagerungen künstlich verringert, so daß der
kapazitive Meßwertaufnehmer den realen Abstand erfassen und das
entsprechende Signal an eine Auswertvorrichtung weitergeben kann. Damit
wird eine aktuelle Arbeitsdiagnose und eine zuverlässige
Verschleißüberwachung ermöglicht, was im Hinblick auf eine
zustandsorientierte Maschinenwartung wünschenswert ist.
Das in die den kapazitiven Meßwertaufnehmer enthaltende Ausnehmung der
Zylinderwand der Hubkolbenmaschine geführte Fluid unter Druck, welcher
vorteilhafterweise größer als der Druck des vom Kolben verdichteten Mediums
ist. Damit kann das unter Druck stehende verdichtete Medium keinen Schmutz,
Abriebpartikel oder dergleichen in die Ausnehmung drücken, so daß die
Gefahr von Ablagerungen auf dem kapazitiven Meßwertaufnehmer deutlich
verringert wird.
Um bei einem Ausfall der unter Druck stehenden Fluidzuführung oder bei
einem plötzlich im Arbeitsraum der Hubkolbenmaschine entstehenden
Überdruck, beispielsweise durch eine Explosion, den Austritt des verdichteten
Mediums aus dem Zuführkanal für das Fluid zu verhindern, ist in dem
Zuführkanal ein Rückschlagventil angeordnet. Damit wird die
Betriebssicherheit der Hubkolbenmaschine erhöht und ein störungsfreier
Betrieb auch bei einem Ausfall der Fluidzuführung gewährleistet.
Der Kanal zur Zuführung des Fluids in die Ausnehmung ist in einer
vorteilhaften Weiterbildung in der Zylinderwand der Hubkolbenmaschine
angeordnet und dabei bevorzugt ringförmig um die Ausnehmung herum
angeordnet und weist mehrere zur Ausnehmung gerichtete Öffnungen auf.
Damit wird eine gleichmäßige Zuführung des Fluids in die Ausnehmung
ermöglicht, was im Hinblick auf eine gleichmäßige Ausspülung der
Ausnehmung zur Beseitigung bzw. Verhinderung von Ablagerungen
wünschenswert ist.
Eine andere bevorzugte Ausführungsform sieht vor, daß der mindestens eine
Zufuhrkanal zum Zuführen des Fluids in die in der Zylinderwand angeordnete
Ausnehmung zur Aufnahme des kapazitiven Meßwertaufnehmers im
Meßwertaufnehmer angeordnet ist. Damit sind in der Zylinderwand der
Hubkolbenmaschine keine zusätzlichen Kanäle auszubilden, so daß der
Zylinder der Hubkolbenmaschine einfach gestaltet werden kann und sich daher
der Konstruktions- bzw. Herstellungaufwand der Hubkolbenmaschine im
wesentlichen nicht erhöht. Weiterhin kann hier durch den Austausch des
Meßwertaufnehmers leicht eine Veränderung der Kanalgeometrie erreicht
werden, da durch Einsatz von Meßwertaufnehmern mit unterschiedlicher
Kanalgeometrie ohne großen Aufwand eine an den jeweiligen Bedarf angepaßte
Spülung der Ausnehmung möglich ist.
In einigen Fällen kann es notwendig sein, eine besonders effektive Spülung der
Ausnehmung zu gewährleisten, so daß eine weitere Ausführungsform vorsieht,
Zuführkanäle sowohl in der Zylinderwand der Hubkolbenmaschine als auch im
Meßwertaufnehmer anzuordnen. Damit können große Mengen Fluid in die
Ausnehmung eingebracht werden, um eine besonders gründliche Ausspülung
der Ausnehmung zu gewährleisten.
Ein vorteilhaftes Fluid zur Ausspülung der den kapazitiven Meßwertaufnehmer
enthaltenden Ausnehmung ist Stickstoff, ebenso ist jedoch auch Luft ein
geeignetes vorteilhaftes Fluid. Es können jedoch auch noch andere Fluide
verwendet werden, sofern sie das Fördermedium bzw. das zu verdichtende
Medium nicht beeinflussen oder verunreinigen.
Vorteilhaft ist es zudem, das Fluid kontinuierlich der Ausnehmung zuzuführen,
da dann durch die kontinuierliche Ausspülung der Ausnehmung eine
Ablagerung von Schmutz, Abriebpartikeln oder dergleichen nicht möglich ist.
Die Erfindung wird nun nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügte
Zeichnung näher erläutert.
Die Figur zeigt einen Ausschnitt einer Zylinderwand 30 einer
Hubkolbenmaschine im Schnitt. Dargestellt ist eine Ausnehmung 38 mit einem
darin angeordneten Meßwertaufnehmer 40. An der Ausnehmung 38 in der
Zylinderwand 30 gleitet der Kolben 20 der Hubkolbenmaschine in Richtung
des Pfeiles A oszillierend vorbei. Der Meßwertaufnehmer 40 weist an seinem
zum Kolben 20 weisenden Ende einen Meßkopf 42 auf, der im hier
dargestellten Beispiel ein kapazitiver Meßkopf ist. Der Meßkopf 42 ist dabei
etwas zurückgesetzt in der Ausnehmung 38 der Zylinderwand 30 angeordnet.
Um den Rand der Ausnehmung 38 der Zylinderwand 30 herum ist innerhalb
der Zylinderwand ein ringförmiger Kanal 34 angeordnet. Dieser ist mit einer
ebenfalls in der Zylinderwand 30 angeordneten Zuleitung 32 verbunden, die
wiederum mit einer in dem Meßwertaufnehmer 40 angeordneten Zuleitung 44
in Strömungsverbindung ist. Von dem Kanal 34 gehen mehrere Bohrungen 36
in Richtung der Ausnehmung 38 ab und sind zu der Ausnehmung 38 hin offen.
Vorteilhafterweise sind die Bohrungen 36 dabei mit jeweils gleichem Abstand
zueinander angeordnet.
Im Betrieb der Hubkolbenmaschine mißt der Meßwertaufnehmer 40 mit seinem
in der Ausnehmung 38 der Zylinderwand 30 angeordneten kapazitiven
Meßkopf 42 den Abstand zum daran oszillierend vorbeigleitenden Kolben 20.
Der dabei ermittelte Meßwert wird über eine nicht dargestellte Leitung einer
ebenfalls nicht dargestellten Auswerteeinheit zugleitet, um das Kolbenspiel
bzw. den Kolbenverschleiß zu berechnen. Diese Werte werden dann für eine
aktuelle Arbeitsdiagnose bzw. eine aktuelle Verschleißüberwachung im
Hinblick auf eine zustandsorientierte Maschinenwartung verwendet. Um nun zu
verhindern, daß Schmutz, Abriebpartikel, Polymerisationsprodukte des
Arbeitsmediums oder dergleichen in die Ausnehmung 38 in der Zylinderwand
30 gelangen und sich dort auf dem kapazitiven Meßkopf 42 ablagern, wird ein
Fluid über die Zuleitung 44 im Meßwertaufnehmer 40, die Zuleitung 32 in der
Zylinderwand 30, den Kanal 34 und die davon abzweigenden Bohrungen 36
der Ausnehmung 38 in der Zylinderwand 30 zugeleitet. Das Fluid steht dabei
unter einem Druck, der größer ist als der Druck des vom Kolben 20
verdichteten Mediums, so daß in der Ausnehmung 38 der Zylinderwand 30 ein
permanenter Überdruck herrscht. Damit können im Arbeitsmedium der
Hubkolbenmaschine enthaltene Partikel gleich welcher Art nicht in die
Ausnehmung 38 der Zylinderwand 30 gelangen und sich folglich auch nicht auf
dem Meßkopf 42 des Meßwertaufnehmers 40 absetzen, was zu einer
Verfälschung der Meßergebnisse führen würde. Die im Arbeitsmedium
enthaltenen Partikel werden vielmehr durch den im Spalt zwischen der
Zylinderwand 30 und dem Kolben 20 entstehenden Strom mitgerissen und aus
dem Kolbenspalt und damit von der Ausnehmung 38 in der Zylinderwand 30
entfernt.
Zur Erhöhung der Sicherheit kann noch ein nicht dargestelltes Rückschlagventil
in der Zuleitung 44 im Meßwertaufnehmer 40 oder auch in der Zuleitung 32 in
der Zylinderwand 30 angeordnet werden. Dieses würde eine Leckage des
Arbeitsmediums aus der Hubkolbenmaschine bei einem Ausfall der Fluidzufuhr
vermeiden. Aber auch bei einem plötzlichen Überdruck im Arbeitsraum der
Hubkolbenmaschine, beispielsweise infolge einer Verpuffung oder Explosion,
würde ein Ausfluß des Arbeitsmediums aus der Hubkolbenmaschine wirkungsvoll
verhindert.
Bei der hier dargestellten Anordnung wird das Fluid über eine Zuleitung 44 im
Meßwertaufnehmer 40 und eine damit strömungsverbundene Zuleitung 32 in der
Zylinderwand 30 der Ausnehmung 38 zugeführt. Es ist jedoch auch möglich,
allein über eine Zuleitung nur im Meßwertaufnehmer 40 Fluid der Ausnehmung
38 zuzuführen, was einen verringerten Konstruktions- und Herstellungsaufwand
bedeuten würde, da Zuleitungen und Kanäle mit Bohrungen in der Zylinderwand
30 vermieden werden würden.
Es ist weiterhin auch denkbar, das Fluid der Ausnehmung 38 in der Zylinderwand
30 diskontinuierlich zuzuführen. Möglich wäre hier eine Kopplung der Zuführung
des Fluids mit dem Druckverlauf im Arbeitsraum der Hubkolbenmaschine.
Die hier beschriebene Reinigungsvorrichtung zum Reinigen eines im Zylinder
einer Hubkolbenmaschine angeordneten Meßwertaufnehmers liefert somit einen
Beitrag zur Erzielung der zustandsorientierten Maschinenleitung, da damit eine
zuverlässige und störungsfreie Erfassung von wichtigen Meßwerten für die
aktuelle Arbeitsdiagnose und die Verschleißüberwachung möglich ist.
20
Kolben
30
Zylinderwand
32
Zuleitung
34
Kanal
36
Bohrung
38
Ausnehmung
40
Meßwertaufnehmer
42
Meßkopf
44
Zuleitung
A Pfeil/Bewegungsrichtung
A Pfeil/Bewegungsrichtung
Claims (8)
1. Vorrichtung zum Reinigen eines im Zylinder einer Hubkolbenmaschine
in einer Ausnehmung (38) in der Zylinderwand (30) angeordneten
Meßwertaufnehmers (40) zur kapazitiven Abstandsmessung des Kolbens
(20), dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Kanal
(44, 32, 34, 36) zum Zuführen eines unter Druck stehenden Fluids in die
Ausnehmung (38) vorhanden ist, wobei der Druck des Fluids größer als
der Druck eines vom Kolben (20) verdichteten Mediums ist und in dem
mindestens einen Kanal (44, 32, 34, 36) ein Rückschlagventil angeordnet
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
mindestens eine Kanal (32, 34, 36) in der Zylinderwand (30) angeordnet
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal
(34) ringförmig um die Ausnehmung (38) herum angeordnet ist und
mehrere zur Ausnehmung (38) gerichtete Öffnungen (36) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
mindestens eine Kanal (44) im Meßwertaufnehmer (40) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der mindestens eine Kanal in der Zylinderwand
(30) und im Meßwertaufnehmer (40) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Fluid Stickstoff ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß das Fluid Luft ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Fluid kontinuierlich der Ausnehmung (38)
zugeführt wird.
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Publications (2)
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