DE19721624A1 - Dachentwässerungsvorrichtung - Google Patents
DachentwässerungsvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Dachentwässerungsvorrich
tung mit Abdeckung für den Einsatz auf Flachdächern.
Dachentwässerungsvorrichtungen bestehen üblicherweise
aus einem trichterförmigen Einlauf und einem sich daran
anschließenden Rohrstutzen. Der Einlauf wird in das
Dach eingesetzt und der Rohrstutzen an ein Ablaufrohr
angeschlossen. Damit das Rohrsystem nicht verschmutzt,
sind die Einlauföffnungen üblicherweise geschützt,
vielfältige Ausführungen sind hierzu bekannt.
In einer einfachen Ausführung wird der Einlauf mit ei
ner perforierten Platte abgedeckt. Dachentwässerungen
dieser Art neigen jedoch dazu, schnell zu verstopfen.
Weiterhin bekannt sind zylinderförmige perforierte Ab
deckungen, die nicht mehr so schnell verstopfen, da das
Wasser über den um den Zylinder angesammelten Schmutz
steigt und dann durch die Öffnungen im Zylinder in den
Einlauf fließt.
Die Leistungsfähigkeit einer Dachentwässerung wird häu
fig durch Ansaugen von zuviel Luft beeinträchtigt. Im
oberen Bereich der Einlauföffnung bildet sich ein Was
serwirbel, der Luft mitreißt, wodurch die Strömung des
Wassers im Rohr beeinträchtigt wird. Daher kann die
volle Ablaufleistung des Rohres nicht ausgenutzt wer
den.
Aus EP 0 146 561 B1 ist ein Dachablauf mit Schmutzgit
ter bekannt, der eine den Einlauf überdeckende Platte
aufweist. Die Platte ist in vertikalem Abstand zur
Dachebene angeordnet und bildet so eine ringsum offene
Einlauföffnung, in der sich ein aus im wesentlichen
dreieckigen Rippen bestehendes Einlaufgitter befindet.
Das Einlaufgitter überragt die Platte vertikal, so daß
bei verstopfter Außenseite des Einlaufgitters das Was
ser über das Einlaufgitter steigt und an dem Platten
rand vorbei in die Einlauföffnung abfließen kann. Bei
dieser Konstruktion wird das Einsaugen von Luft im we
sentlichen verhindert. Die Vorrichtung hat aber eine
relativ große Bauhöhe und bei starkem Wasseranfall kann
sich unterhalb der Platte ein Kavitationsraum bilden,
der nicht mit Wasser gefüllt ist und in dem sich ein
Vakuum ausbildet. Dadurch wird der Strömungsverlauf
beeinträchtigt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Dachent
wässerungsvorrichtung mit verbessertem Ablaufverhalten
zu schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale
des Patentanspruches 1 gelöst.
Gemäß der Erfindung weist die Dachentwässerungsvorrich
tung eine Abdeckvorrichtung auf, die aus einem mulden
förmigen Teller mit Bodenöffnung und einem die Teller
mulde im wesentlichen überdeckenden Deckel besteht,
wobei die Tellermulde in einen Trichterteil eines Ein
lauftrichters der Dachentwässerungsvorrichtung ein
taucht. Der Trichterteil mündet in einen Rohrstutzen
ein, an den ein Ablaufrohr angeschlossen wird. Die Ein
lauföffnung wird von dem Außenrand des Tellers und dem
Einlauftrichter gebildet.
Da der Deckel den Rohrstutzen abdeckt, werden Luftein
strömungen weitestgehend verhindert. Das Ablaufverhal
ten wird weiterhin dadurch verbessert, daß die Unter
seite der Tellermulde in den Trichterteil eingreift und
so ein ring- und trichterförmiger Kanal gebildet wird.
Bei starkem Wasseranfall füllt das Wasser den Kanal
vollständig aus, so daß keine Luft vom Umfang her in
den Rohrstutzen eindringen kann. Kavitationsräume un
terhalb des Deckels können sich nicht ausbilden, da
sich in der Tellermulde eine Bodenöffnung befindet, die
eine Verbindung nach außen hat und so für einen Luft
ausgleich sorgt, wobei die Luftzufuhr im Vergleich zu
einem nicht abgedeckten Rohr gedrosselt wird. So kann
sich kein Vakuum, welches eine gleichmäßige Strömung
stört, ausbilden.
Bevorzugterweise sind die Unterseite der Tellermulde
und die Oberseite des Trichterteils parallel zueinander
ausgebildet.
In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung bilden
der Umfang des Deckels und der obere Rand der Teller
mulde eine Überlauföffnung. Bei sehr starkem Wasseran
fall oder bei Verschmutzung der Einlauföffnung fließt
Wasser durch die Überlauföffnung ab, so daß auch in
diesen Fällen ein Ablaufen des Wassers garantiert ist.
Auf dem Dach befindliches von Regenwasser angeschwemm
tes Laub oder anderer Schmutz kann sich in der ringför
migen Einlauföffnung festsetzen und so das Wasser
aufstauen. Das Wasser fließt dann nicht mehr durch ei
nen von der Unterseite des Tellers und der Oberseite
des Trichterteils gebildeten Kanal, sondern durch die
Überlauföffnung und die Bodenöffnung des Tellers ab.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß dadurch ein
starker Unterdruck in dem Kanal aufgebaut wird. Dieser
Druck reicht aus, um das Laub von der Einlauföffnung
wegzusaugen. Die Dachentwässerungsvorrichtung ist somit
selbstreinigend.
In bevorzugter Ausführung der Erfindung beträgt der
obere Durchmesser der Tellermulde das Drei- bis Vierfa
che des Durchmessers des Rohrstutzens. Bei diesem Ver
hältnis wird das Wasser auf einer hinreichend langen
Strecke kanalisiert, so daß eine gleichmäßige Strömung
entsteht.
Bevorzugterweise ist der Deckel in der Ebene des Tel
lerrandes angeordnet. Dadurch kann der Aufbau der Dach
entwässerungsvorrichtung sehr flach gehalten werden und
die Verstopfungsgefahr wird vermindert.
In vorteilhafter Ausführung der Erfindung entspricht
die Querschnittsfläche des Rohrstutzens im wesentlichen
dem Eintrittsquerschnitt der Einlauföffnung. Somit sind
die Abflußleistungen von Einlauföffnung und Rohrstutzen
annähernd gleich. Dies garantiert eine sehr gleichmäßi
ge Strömung des Wassers.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
anhand der Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt einer Dachentwässerungs
vorrichtung 1 für ein Flachdach, bestehend aus einem
Einlauftrichter 2 und einer Abdeckvorrichtung 3. In
Flachdächern, üblicherweise aus Beton bestehend, sind
Öffnungen vorhanden, in die ein Einlauftrichter 2 ein
gesetzt wird, welcher z. B. einstückig aus Kunststoff
geformt ist. Anschließend wird das Dach mit einer Dach
haut 20 bedeckt, die bis in den Einlauftrichter 2 hin
eingeführt wird. Die Abdeckvorrichtung 3 ist durch hier
nicht dargestellte Stützen schwebend über dem Einlauf
trichter 2 gehalten.
Der Einlauftrichter 2 weist einen Trichterteil 4 und
einen sich daran anschließenden Rohrstutzen 5 auf. Am
oberen Rand des Trichterteils 4 geht dieser in eine mit
der Dachfläche bündige horizontale Fläche über. Die
Abdeckvorrichtung 3 besteht aus einem muldenförmigen
Teller 6 und einem Deckel 7. Der Teller 6 weist einen
Tellerrand 8 auf, der eine Tellermulde 9 mit einer zen
tralen Bodenöffnung 10 umschließt. Der Teller 6 taucht
etwa bis zur Hälfte des Trichterteils 4 in diesen ein.
Die Außenkante des Tellerrandes 8 und die Oberseite des
Einlauftrichters 2 bzw. die Dachhaut 20 bilden eine
ringförmige vertikale Einlauföffnung 11 am Umfang der
Dachentwässerungsvorrichtung 1. Daran schließt sich ein
ring- und trichterförmiger Kanal 12 an, der von der Un
terseite des Tellers 6 und von der Oberseite des Ein
lauftrichters 2 gebildet wird. Der Kanal 12 geht in den
Rohrstutzen 5 über. Der Kanal 12 hat eine gleichmäßige
Höhe a von 10 bis 20 mm. Der Deckel 7 hat einen Durch
messer, der etwas kleiner ist als der obere Durchmesser
der Tellermulde 9 und ist mit radial abstehenden Stüt
zen auf dem oberen Rand der Tellermulde 9 aufgelegt, so
daß zwischen den Stützen mehrere Überlauföffnungen 13
gebildet werden.
Der Rohrstutzen 5 weist einen Nenn-Innendurchmesser von
70 mm auf. Alle anderen Maße der Dachentwässerungsvor
richtung 1 sind von diesem Maß abhängig, da die Ablauf
leistung der Dachentwässerungsvorrichtung 1 der Ablauf
leistung des Ablaufrohres angepaßt wird. Die Tiefe des
Trichterteils 4 beträgt 30 mm und der obere Durchmesser
250 mm. Der Teller 6 hat einen Durchmesser von 350 mm,
wobei der obere Durchmesser der Tellermulde 9 dem des
Trichterteils 4 entspricht. Der Durchmesser der Boden
öffnung 10 ist gleich dem des Rohrstutzens 5.
Beim Betrieb fließt das Wasser durch die Einlauföffnung
11 und wird von dem Kanal 12 in den Rohrstutzen 5 und
ein daran angeschlossenes Ablaufrohr geführt. Die Höhe
a des Kanals 12 ist über die gesamte radiale Erstrec
kung im wesentlichen konstant. An dem Rohrstutzen 5
entsteht ein nach unten gerichteter Sog, der bestrebt
ist, Luft in den Rohrstutzen 5 einzusaugen. Da die Bo
denöffnung 10 vorhanden ist, findet ein Druckausgleich
mit der Umgebung statt. Ohne diesen Druckausgleich wür
de sich über dem Rohrstutzen 5 ein Kavitationsraum aus
bilden. Eine gleichmäßige kontinuierliche Strömung wäre
nicht zu realisieren. Der über dem Rohrstutzen 5 ange
brachte Deckel 7 verhindert, daß Schmutz in den Rohr
stutzen 5 fällt oder daß zu viel Luft angesaugt wird.
Durch die Überlauföffnungen 13 wird eine geringe Menge
Luft angesogen, die ausreicht, ein Vakuum zu verhin
dern.
Ist die Einlauföffnung 11 z. B. mit Laub verstopft,
staut sich das Wasser auf dem Flachdach und fließt dann
über den Tellerrand 8 in die Überlauföffnungen 13 und
von dort durch die Tellermulde 9 und die Bodenöffnung
10 in den Rohrstutzen 5. Die Überlauföffnungen 13 sind
nun mit Wasser gefüllt, so daß kein Druckausgleich mehr
stattfindet. Dadurch wird die in dem Kanal 12 befindli
che Luft von der Strömung abgesaugt, so daß sich in dem
Kanal 12 ein Unterdruck bildet, der den Schmutz von der
Einlauföffnung 11 in den Rohrstutzen 5 zieht, und somit
die Einlauföffnung 11 wieder benutzbar macht.
Claims (9)
1. Dachentwässerungsvorrichtung (1) für ein Flachdach
mit einem Einlauftrichter (2), der einen in einen
Rohrstutzen (5) einmündenden Trichterteil (4) auf
weist, und einer den Einlauftrichter (2) über
deckenden, über dem Flachdach angeordneten Abdeck
vorrichtung (3), wobei zwischen dem Einlauftrich
ter (2) und der Abdeckvorrichtung (3) ein ringför
miger Einlauf (11) gebildet ist, der sich nach
innen in einen Kanal (12), der als trichter
förmiger Ring ausgebildet ist, fortsetzt und wobei
die Abdeckvorrichtung (3) einen muldenförmigen
Teller (6) mit Bodenöffnung (10) und einen die
Tellermulde (9) im wesentlichen überdeckenden
Deckel (7) aufweist, wobei die Tellermulde (9) in
den Trichterteil (4) eintaucht und von einem um
laufenden Tellerrand (8) umgeben ist.
2. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß Anspruch 1, da
durch gekennzeichnet, daß die Unterseite der Tel
lermulde (9) im wesentlichen parallel zu der Ober
seite des Trichterteils (4) verläuft.
3. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß Anspruch 1 oder
2, dadurch gekennzeichnet, daß sich zwischen dem
Rand des Deckels (7) und dem Tellerrand (8) oder
im Deckel (7) mindestens eine als Überlauf dienen
de Öffnung (13) befindet.
4. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der An
sprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bo
denöffnung (10) des Tellers (6) im wesentlichen
den gleichen Durchmesser hat wie der Rohrstutzen
(5).
5. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der An
sprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der obere
Durchmesser der Tellermulde (9) das Dreifache bis
Vierfache des Durchmessers des Rohrstutzens (5)
beträgt.
6. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der An
sprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß der Dec
kel (7) in der Ebene des Tellerrandes (8) angeord
net ist.
7. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der An
sprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß die Quer
schnittsfläche des Rohrstutzens (5) im wesentli
chen dem Eintrittsquerschnitt zwischen Tellerrand
(8) und Oberseite des Einlauftrichters (2) am Um
fang des Tellerrandes entspricht.
8. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der An
sprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe
der Tellermulde (9) im wesentlichen gleich der
Tiefe des Trichterteils (4) ist.
9. Dachentwässerungsvorrichtung gemäß einem der An
sprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß der ver
tikale Abstand des Tellers (6) von dem Einlauf
trichter (2) an allen Stellen zwischen 10 und 20
mm beträgt.
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