DE19716663C1 - Vorrichtung zum hydrostatischen Umformen von kaltumformbarem metallischem Flachmaterial - Google Patents
Vorrichtung zum hydrostatischen Umformen von kaltumformbarem metallischem FlachmaterialInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum hydrosta
tischen Umformen von kaltumformbarem metallischem Flachma
terial, mit einer oberen Matrizenplatte, auf die ein
vertikal beweglicher Pressenstößel einwirkt und einer auf
einem Pressentisch gelagerten unteren Matrizenplatte, wobei
mindestens eine Matrizenplatte mit einer der gewünschten
Form des Blechkörpers entsprechenden Gravur und beide
Matrizenplatten innerhalb und/oder gegenüberliegend der
Gravur mit Druckmittelkanälen versehen sind und wobei obere
und untere Matrizenplatte den umzuformenden Bereich des
Blechteils abdichtend zwischen sich aufnehmen.
Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der
DE 41 34 596 A1 der Anmelderin bekannt, in der ein Verfahren
zum hydrostatischen Umformen von insbesondere ebenen flä
chenhaften Blechkörpern aus kaltumformbaren Metallen und
diesbezüglicher Vorrichtung dargestellt und beschrieben
ist. In dieser an sich vorteilhaften Vorrichtung können
Blechbereiche in gewünschter Weise - beispielsweise mit Be
reichen unterschiedlicher Wandstärke - umgeformt werden.
Es ist Tatsache, daß das in einer solchen Vorrichtung
verarbeitete Blech, welches als Bandmaterial (Coil) von den
Walzwerken geliefert wird, Liefertoleranzen von einigen
1/100 mm aufweist. Diese Liefertoleranzen enthalten neben
einer generellen Blechdickentoleranz auch
Dickenabweichungen über die Coilbreite sowie über die
Coillänge. Da es darüber hinaus auch keine 100%ige
Parallelität zwischen der oberen und unteren Matrizenplatte
geben kann, ist es in der Praxis zu Problemen gekommen. So
kann es beim hydraulischen Umformen manchmal in der
Dichtungszone zu Verschmiedungen kommen, die im umgeformten
Blech später als Abdruck zu erkennen sind. Diese
Verschmiedungen sind damit zu erklären, daß beispielsweise
in Bereichen, in denen das Walzblech eine größere Dicke
aufweist, die Flächenpressung so groß wird, daß die
Oberfläche des Bleches beschädigt wird. Daher hat man
versucht, bei der hydraulischen Umformung mit geringeren
Anpreßkräften zu arbeiten. Dies kann jedoch bei dem
beispielsweise ca. 1500 bar hohen Umformdruck zu Abdich
tungsproblemen führen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine neue Vorrich
tung zum hydrostatischen Umformen von kaltumformbarem me
tallischem Flachmaterial zu schaffen, mit der bei zumindest
gleichbleibender Qualität der Umformung außerhalb des Um
formungsbereiches keine Beschädigungen der Blechoberfläche
auftreten.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den Merkma
len des Patentanspruchs 1, insbesondere den Merkmalen des Kenn
zeichenteils, wonach die obere und/oder untere Matrizen
platte gegenüber dem Pressenstößel und/oder dem
Pressentisch die Blechdickentoleranzen ausgleichend
gelagert sind, daß wenigstens eine der beiden
Matrizenplatten biegsam ausgebildet ist und daß zwischen
der mindestens einen biegsamen Matrizenplatte und dem
Pressenstößel und/oder dem Pressentisch eine allseitig
eingespannte hydraulisch wirksame Schicht angeordnet ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat den Vorteil, daß
sich mindestens eine Matrizenplatte während des hydrostati
schen Umformvorganges im wesentlichen vollständig an die
Oberfläche des umzuformenden Flachmaterials anschmiegen
kann, so daß unabhängig vom Blechdickenverlauf jeder Be
reich des abdichtend von oberer und unterer Matrizenplatte
beaufschlagten Bleches (Dichtungszonen) mit einer im we
sentlichen gleichen Flächenpressung beaufschlagt wird.
Damit werden einerseits Verschmiedungen (Kanten, Absätze,
Eindrückungen) vermieden und andererseits eine ausreichende
gleichmäßige Abdichtung des Umformbereiches gewährleistet.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung
ist darüberhinaus die obere Matrizenplatte aus mindestens
zwei lediglich aufeinanderliegenden dünnen Teilplatten ge
bildet. Diese Anordnung ermöglicht den Einsatz von relativ
dünnen, beispielsweise nur 10 mm dicken Matrizenplatten,
die eine geringere Biegesteifigkeit aufweisen. Des weiteren
wird es durch diese Bauweise möglich, die zum Führen der
Druckflüssigkeit vorgesehenen Kanäle auf einfachere Weise
in die Oberfläche einer der beiden Matrizenplatten einzu
fräsen.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der
Erfindung ist die hydraulisch wirksame Schicht aus im we
sentlichen inkompressiblen, unter Druck fließfähigem Medium
gebildet. Durch eine derartige Ausbildung der hydraulisch
wirksamen Schicht ist einerseits eine gleichmäßige Kraft
übertragung und andererseits auch ein Bewegungsspielraum
für die obere Matrizenplatte gewährleistet. Bei einer be
vorzugten Ausführungsform kann diese Schicht letztlich aus
Polyurethan gebildet sein.
Letztlich ist eine besonders bevorzugte Ausführungs
form dadurch gekennzeichnet, daß die biegsame Matrizen
platte über Schaftschrauben vertikal bewegbar am
Pressenstößel angeordnet ist. Diese beispielhafte
Ausbildung der Lagerung der oberen und/oder unteren
Matrizenplatte ermöglicht auf einfache Weise eine Verbin
dung von Pressenstößel bzw. dem Pressentisch mit der jewei
ligen Matrizenplatte, ohne daß eine Lageanpassung der Ma
trizenplatte an den Blechdickenverlauf behindert wird.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. Es
zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Vorrichtung zum
hydrostatischen Umformen,
Fig. 2 einen Querschnitt durch eine Vorrichtung gemäß
Schnittlinie II-II in Fig. 1 und
Fig. 3 eine Draufsicht auf eine am Pressentisch ange
ordnete untere Matrizenplatte.
In den Zeichnungen ist eine Vorrichtung zum hydrosta
tischen Umformen von kaltumformbarem metallischem Flachma
terial insgesamt mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet.
Die der sogenannten Streck-Stülp-Umformung dienende
Vorrichtung 10 weist ein Säulenführungsgestell 11 auf,
welches aus einem Oberteil 12 und einem Unterteil 13 be
steht und in dem das eigentliche Umformwerkzeug angeordnet
ist.
Das Säulenführungsgestell 11 ist zwischen einem nur
angedeuteten Pressenstößel 15a und einem Pressentisch 15b
gelagert, wobei das Oberteil 12 des Säulenführungsgestells
11 mit dem Pressenstößel 15a bewegungsverbunden ist. Ober-
und Unterteil 12 und 13 des Säulenführungsgestells 11 sind
über Führungszylinder 14 beweglich miteinander verbunden.
Am Oberteil 12 des Säulenführungsgestells 11 ist eine obere
Grundplatte 16 schraubbefestigt. Beidseitig der oberen
Grundplatte 16 sind Bauteile 17 angeordnet, die der verti
kal beweglichen Aufnahme von Schaftschrauben 18 dienen. Ein
Gewindeabschnitt 19 der Schaftschraube 18 greift in eine
Gewindebohrung 20 einer nur 10 mm dicken oberen Matrizen
platte 21 ein. An einer Oberseite 22 der Matrizenplatte 21
liegt eine weitere dünne Matrizenplatte 23 an, die auch als
Kanalführungsplatte bezeichnet werden kann, da sie im we
sentlichen Kanäle 24 für die Druckflüssigkeit aufnimmt. Auf
diese Art und Weise können die Kanäle 24 auf einfache Weise
in die nach dem Zusammenbau zur oberen Matrizenplatte 23
weisende Oberfläche 25 der Matrizenplatte 23 eingefräst
werden, wobei zusätzlich angeordnete Dichtungen 26 das Aus
treten der Druckflüssigkeit während des Betriebs verhin
dern. Die Matrizenplatte 23 wird zwischen den beidseitig
angeordneten Bauteilen 17 in Vertikalrichtung geführt,
wobei zwischen der Matrizenplatte 23 und der oberen Grund
platte 16 eine hydraulisch wirksame Schicht 27 angeordnet
wird, die beispielsweise aus einem inkompressiblem unter
Druck fließfähigem Medium, wie Vulkollan (R) besteht.
Eine Unterfläche 28 der Matrizenplatte 21 weist eine
erste Gravur 29 auf, in denen jeweils die Druckmittelkanäle
24 münden.
Auf dem Unterteil 13 des Säulenführungsgestells 11 ist
des weiteren eine untere Grundplatte 30 schraubbefestigt.
Auf der Grundplatte 30 ist die untere Matrizenplatte 31 be
festigt, die der Gravur 29 der oberen Matrizenplatte 21 ge
genüberliegend eine die Endform darstellende Gravur 32 auf
weist. Auch diese Gravur 32 ist über Druckmittelkanäle 24
mit einer nicht dargestellten Druckmittelpumpe verbunden.
Beidseitig der Gravur 32 ist eine zur oberen Matrizenplatte
21 weisende Dichtfläche 33 mit Längsvertiefungen 34 verse
hen, deren Querschnitte dem Querschnitt der Gravur 32 (s.
Fig. 2) entsprechen. Die Gravur 32 und die Längsvertiefun
gen 34 sind beabstandet voneinander in der unteren Matri
zenplatte 31 angeordnet, so daß dazwischen Dichtflächenbe
reiche 33 angeordnet sind, die parallel zur Unterfläche 28
der oberen Matrizenplatte 21 verlaufen.
Ein strichpunktiert dargestelltes Metallblech 35 wird
beispielsweise in Vorschubrichtung x (s. Fig. 2 und 3) in
die Vorrichtung 10 eingeschoben. Dabei liegt das Blech 35
auf den Dichtflächenbereichen 33 der unteren Matrizen
platte 31 und wird seitlich durch Führungselemente 36 ge
führt. Während der Zustellung der Vorrichtung 10 durch Ab
senken des Pressenstößels 15a legt sich die biegsame obere
Matrizenplatte 21 unabhängig vom Blechdickenverlauf an die
Oberfläche des Bleches 35 an. Dies geschieht unter gleich
zeitiger Lageveränderung von oberer Matrizenplatte 21 und
Kanalführungsplatte 23. Diese Lageveränderung wird durch
die hydraulisch wirksame Schicht 27 einerseits sowie die
in Vertikalrichtung bewegliche Verbindung zwischen oberer
Matrizenplatte 21 und Säulenführungsgestell 11 möglich.
Da die Blechdickentoleranzen sich lediglich im Bereich
einiger 1/100 mm bewegen, sind selbstverständlich die zur
vollständigen Anlage der biegsamen oberen Matrizenplatte 21
sich innerhalb der Vorrichtung 10, insbesondere im Bereich
der oberen Matrizenplatte 21, ergebenden Lageveränderungen
nur sehr geringfügig. Sie führen jedoch dazu, daß
unabhängig vom Blechdickenverlauf und von eventuell nicht
vorhandener Parallelität von oberer und unterer Ma
trizenplatte 21, 31 während des hydrostatischen Umformvor
ganges ein im wesentlichen gleichmäßiger Flächendruck auf
das zu verformende Blech 35 im Bereich der Dichtungszonen
ausgeübt wird.
Während der Verformung wird nun Druckmittel zunächst
über die untere Matrizenplatte 31 in die Gravur 32 einge
preßt, so daß sich das Blech 35 der Gravur 29 folgend an
die Unterfläche 28 der oberen Matrizenplatte 21 anlegt. Un
mittelbar darauf wird dann umgekehrt durch die obere Matri
zenplatte 21 hindurch die Gravur 29 mit Druckmittel beauf
schlagt, so daß sich der teilumgeformte Blechbereich an die
untere Gravur 32 anlegt. Danach wird die Vorrichtung 10
geöffnet und das Blech 35 um ein Schrittmaß in x-Richtung
bewegt, so daß der umgeformte Bereich in einer Vertiefung
34 angeordnet ist. Nach einem weiteren Zufahren der Vor
richtung 10 beginnt der nächste Umformvorgang.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum hydrostatischen Umformen von kalt
umformbaren metallischen Flachmaterial, mit einer oberen
Matrizenplatte, auf die ein vertikal beweglicher
Pressenstößel einwirkt und einer auf einem Pressentisch
gelagerten unteren Matrizenplatte, wobei mindestens eine
Matrizenplatte mit einer der gewünschten Form des
Blechkörpers entsprechenden Gravur und beide
Matrizenplatten innerhalb und/oder gegenüberliegend der
Gravur mit Druckmittelkanälen versehen sind und wobei obere
und untere Matrizenplatte den umzuformenden Bereich des
Blechteils abdichtend zwischen sich aufnehmen, dadurch
gekennzeichnet, daß die obere und/oder untere Matrizen
platte (21, 31) gegenüber dem Pressenstößel (15a) und/oder
dem Pressentisch (15b) die Blechdickentoleranzen
ausgleichend gelagert sind, daß wenigstens eine der beiden
Matrizenplatten (21, 31) biegsam ausgebildet ist und daß
zwischen der mindestens einen biegsamen Matrizenplatte (21,
31) eine allseitig eingespannte hydraulisch wirksame
Schicht (27) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die obere Matrizenplatte (21) aus mindestens zwei
lediglich aufeinanderliegenden dünnen Teilplatten (21, 23)
gebildet wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die hydraulisch wirksame Schicht (27) aus im
wesentlichen inkompressiblen, unter Druck fließfähigem Me
dium gebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schicht (27) aus Polyurethan gebildet
wird.
5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die biegsame Matrizen
platte (21) über Schaftschrauben (18) vertikal bewegbar am
Pressenstößel (15a) angeordnet ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
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Publications (1)
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| DE19716663C1 true DE19716663C1 (de) | 1998-06-25 |
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ID=7827191
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| DE1997116663 Expired - Fee Related DE19716663C1 (de) | 1997-04-22 | 1997-04-22 | Vorrichtung zum hydrostatischen Umformen von kaltumformbarem metallischem Flachmaterial |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19716663C1 (de) |
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1997
- 1997-04-22 DE DE1997116663 patent/DE19716663C1/de not_active Expired - Fee Related
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