DE19513444C2 - Vorrichtung zum hydromechanischen Umformen - Google Patents
Vorrichtung zum hydromechanischen UmformenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum hydromechanischen
Umformen von Blechen nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Beim hydromechanischen Umformen von metallischen Bauteilen wird
in dem Werkzeug ein sehr hoher Druck erzeugt, der das Material
des Werkstücks gegen den Formhohlraum des Werkzeugs anlegt. Nach
diesem Prinzip arbeiten Pressen zum Außenhochdruckumformen und
zum Innenhochdruckumformen. Es ist hierbei erforderlich, die
Werkzeughälften oder Werkzeugteile entsprechend gegeneinander
vorzuspannen, um zum einen ein Austreten von Wasser zu vermeiden
und um zum anderen die Ränder des Werkstücks mit einer ausrei
chenden Niederhalterkraft zu beaufschlagen.
Die DE 42 01 819 A1 betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum hydraulischen Aufweiten von rohrförmigen Hohlprofilen.
Hierbei wird ein Rohr in einem vorgegebenen Bereich aufgeweitet.
Hierzu ist dieser Bereich von Formteilen umgeben, die symme
trisch zur Rohrmittenachse angeordnet sind und denen jeweils ei
ne Kolben-Zylinder-Einheit zugeordnet ist. Zum Aufweiten wird
der Innendruck aufgebracht und kontinuierlich gesteigert; ent
sprechend werden die Kolben-Zylinder-Einheiten ausgefahren. Da
mit wird eine unkontrollierte Aufweitung verhindert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum
hydromechanischen Umformen zu schaffen, welche bei einfachem
Aufbau und einfacher, kostengünstiger Herstellbarkeit zur Auf
bringung hoher Umformkräfte geeignet ist.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Hauptan
spruchs gelöst, die Unteransprüche zeigen weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung.
Bei konventionellen Pressen ist es nachteilig, daß entweder ein
sehr großer apparatetechnischer Aufwand erforderlich ist, um die
Werkzeughälften vorzuspannen oder daß die erforderliche Dichtig
keit - bedingt durch elastische Verformungen des Werkzeugs -
nicht erzielt werden kann. Hier setzt die vorliegende Erfindung
an. Unter Verwendung einer größeren Anzahl an Zuhaltezylindern
ist es möglich, eine Werkzeughälfte gegen die andere in geeigne
ter Weise vorzuspannen. Die Zuhaltezylinder können sehr platz
sparend aufgebaut sein. Durch die Verwendung mehrerer Zylinder
können einzelne Bereiche des Werkzeugs gezielt abgestützt wer
den. Da die Zylinder nur einen extrem geringen Hub aufweisen
müssen, ist nur ein sehr kleines Hydraulikvolumen zu ihrer Betä
tigung erforderlich. Dies wiederum bringt den Vorteil, daß die
Zylinder praktisch hysteresefrei arbeiten können.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist einen biegesteifen Rahmen
zur Aufnahme des Druckzylinders bzw. der Druckzylinder und des
Werkzeuges, ein Pressenober- und -unterteil, die beide starr
miteinander verbunden sind, ein aus Ober- und Unterteil beste
hendes Werkzeug mit einer Vorrichtung zum Öffnen und Herausneh
men des Werkstückes, und Zylinder zum axialen Abdichten, Stau
chen, Beschneiden usw., und Einzelzylinder zum partiellen, ge
zielten Aufbringen von Schließkräften für das Überwinden der
Kraftresultierenden aus dem Innendruck multipliziert mit der An
lagefläche und dem evtl. erwünschten Nachfließen des Materials
des Werkstückes an den Einspannstellen.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird anstelle des bei ex
trem hohen Preßdrücken erforderlichen großen Hubes einer
Hochleistungspresse mit entsprechend hohen Kosten eine wesent
lich billigere und besonders effektive Lösung dadurch erzielt,
daß eine relativ kleine Vorrichtung (Presse) mit steifem Rahmen,
minimalem Hub, innenliegendem Druckkissen und partieller mosaik
förmig zusammengesetzter Kraftzuordnung geschaffen wird. Die
partielle Kraftzuordnung erfolgt durch Verwendung von Zuhaltezy
lindern, die auf das bewegliche Werkzeugteil einwirken, die dem
im Werkstückträger aufgebrachten Innendruck entgegenwirken, und
die durch unterschiedliche, der Druckaufbaukurve analog der ge
wünschten Werkstückteilformen entsprechende Drücke beaufschlagt
werden, sowie durch eine gezielte Geometrie der Druckkissen.
Die Werkstückteilformen können beliebiger Art sein, z. B. quadra
tisch, rechteckförmig, kreisrund, rautenförmig, vieleckförmig,
unregelmäßig geformt usw. Es können komplizierte Werkstückfor
men kalt geformt werden, die in Einzelabschnitten unterschiedli
che Formen und unterschiedliche Volumina mit unterschiedlichen
Aufweitungen und Materialstreckungen haben, denen demzufolge un
terschiedliche Drücke bzw. Druckstärken an den unterschiedli
chen Einzelabschnitten aufgegeben werden. Je nach der gewünsch
ten Form und dem davon abhängigen Verformungsgrad des Werkstüc
kes werden die Zuhaltezylinder mit sehr unterschiedlichen Drüc
ken bzw. Zuhaltekräften beaufschlagt. Die werkstückbezogenen
Zuhaltezylinder legen die Zuhaltung fest und sind in der Geome
trie den jeweiligen Werkstückteilflächen angepaßt. Dabei ist es
vorteilhaft, daß die Zuhaltezylinder umsetzbar oder verschiebbar
gelagert sein können. Der Druckverlauf steht im Verhältnis zur
Umformarbeit, damit ein gezieltes Nachfließen des Materials er
reicht werden kann. Die partielle Unterteilung wird einerseits
geometrisch, andererseits druck- bzw. kraftmäßig vorgenommen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist so ausgelegt, daß auf un
terschiedliche Druckanforderungen rasch reagiert werden kann,
insbesondere weil eine sehr steife Konstruktion, ein geringes
Ölvolumen und ein extrem geringer Hub (einige mm) zur Anwendung
kommen, und weil die Vorrichtung praktisch hysteresefrei betrie
ben werden kann. Die steife Rahmenkonstruktion der Vorrichtung
ist sehr billig zu bauen und hat den Vorteil, daß sie sehr hoch,
beispielsweise mit mehreren tausend Tonnen, belastet werden
kann.
Generell ist die erfindungsgemäße Vorrichtung verwendbar für ho
he Zuhaltekräfte bei minimalem Wege bzw. Hub. Die Vorrichtung
ist sehr kompakt und erfordert in der Konstruktion keine beson
ders hohe Genauigkeit. Die Zuhaltezylinder können Winkelabwei
chungen und Maßungenauigkeiten kompensieren, so daß sie den
Spalt ausfüllen. Das innen liegende Druckkissen ist z. B. in
Form von Gummimembranen, verschweißten Blechplatinen oder Klop
perböden ausgebildet. Im Falle der Verwendung von Gummimembra
nen sind an den Öffnungsstellen zwischen oberem und unterem
Werkzeug Stützbleche vorgesehen, die aufvulkanisiert sein kön
nen.
Die Zuhaltezylinder sind Membranzylinder mit kleinem Volumen und
geringer Kompressionsmenge, die nahezu hysteresefrei arbeiten;
sie sind geometrisch so ausgelegt und mit differenziertem Druck
beaufschlagt, daß sie in Abhängigkeit von dem jeweiligen Innen
druck die dazugehörige ideale Schließkraft lokal aufbringen kön
nen. Die Vorrichtung ist dadurch automatisierbar, daß das
Druckkissen verfahrbar ausgebildet wird und das Werkzeug zum
Wechseln des Werkstückes selbsttätig geöffnet werden kann. Die
ses Öffnen und das Herausnehmen des Werkstückes aus dem Werkzeug
erfolgt vorzugsweise mit Hilfe von Servozylindern.
Nachstehend wird die Erfindung in Verbindung mit der Zeichnung
anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
Fig. 2 eine Schemadarstellung eines Werkstückes in Drauf
sicht, das die Aufteilung der Zuhaltezylinder am
Werkzeug zeigt,
Fig. 3-12 verschiedene Ausführungsformen von partiellen Zu
haltezylindern,
Fig. 13 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung mit ausgefahrenem Druckkissen und ge
schlossenem Werkzeug,
Fig. 14 eine Darstellung eines Ausführungsbeispiels der er
findungsgemäßen Vorrichtung mit ausgefahrenem
Druckkissen und geöffnetem Werkzeug, und
Fig. 15 den Kurvenverlauf der Schließkraft und des Innen
druckes in Abhängigkeit von der Zeit.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung (Presse) besteht aus ei
nem Werkzeugoberteil 1 und einem Werkzeugunterteil 2, die das
Werkstück 3 umschließen und seitlich bei 4 und 5 festklemmen,
ferner aus partiellen Zuhaltezylindern 6, 7, 8, 9 sowie einem
Pressenoberteil 10 und einem Pressenunterteil 11, die Bestand
teil des gesamten Pressenrahmens 12 sind. Eine Ausführungsform
eines Werkstückes 3 ist in Fig. 2 dargestellt. Hierbei sind den
Teilflächen dieses Werkstückes in der Draufsicht partielle Zu
haltezylinder, die durch Quadrate und Rechtecke 6, 7, 8 usw.
dargestellt sind, zugeordnet. Die partiellen Zuhaltezylinder
wirken auf das Werkzeugoberteil 1 ein und werden mit unter
schiedlichen Zuhaltedrücken zum Aufbringen der partiellen
Schließkräfte beaufschlagt.
In den Fig. 3-12 sind verschiedene Ausführungsformen derar
tiger partieller Zuhaltezylinder dargestellt. Dabei ist mit 13
jeweils die Druckmittelzuleitung, mit 14 das Pressenoberteil,
mit 15 das Werkzeugoberteil und ein Druckkissen 22, z. B. mit 16
eine Gummimembran (Fig. 3 und 4), mit 17 (Fig. 5 und 6)
ein Stahlblech, in den Fig. 7 und 8 mit 18 eine Gummiblase,
in Fig. 9 und 10 mit 19 eine Blechblase jeweils mit Stützblechen
20 an den beiden gegenüberliegenden Enden, und in den Fig. 11
und 12 mit 21 eine Membran 21 aus Gummi oder Blech dargestellt.
Die jeweils zusammengehörigen Fig. 3 und 4, 5 und 6, usw.
zeigen in der ersten Darstellung jeweils den geschlossenen und
in der zweiten Darstellung den geöffneten Zustand.
Die Fig. 13 und 14 zeigen eine schematische Darstellung einer
erfindungsgemäßen Ausführungsform der Vorrichtung, bei der ein
Druckkissen 22 ausfahrbar und ausgefahren dargestellt ist. Das
Druckkissen 22 dient zur Abstützung des Werkzeugoberteils 1 so
wie zur Kraftübertragung während des Umformvorgangs und kann,
wie in Fig. 13 und 14 gezeigt, die Zuhaltezylinder umfasssen.
Dieses Ausfahren kann selbsttätig gesteuert werden und gibt den
Raum über dem Werkzeugoberteil 1 frei, so daß das Werkzeugober
teil 1 durch Hilfszylinder 23, 24 angehoben und das Werkstück 3
aus der Presse entfernt werden kann.
In der graphischen Darstellung nach Fig. 15 sind die Schließ
drücke, die die erforderliche Schließkraft SK für das Werkzeug
ergeben, in Verbindung mit dem im Werkstückinneren herrschenden
Innendruck PI dargestellt. Dabei sind die Kurven SKI und SKII,
zusammen mit dem Gesamtschließdruck SK für die Teilzylinder I
und II für die in der erfindungsgemäßen Vorrichtung herrschenden
Bedingungen aufgetragen, während die Schließkraft SK, als kon
stante horizontale Linie angedeutet ist; diese Schließkraft ist
erforderlich, wenn keine Regelung vorhanden ist. SK bezeichnet
die Schließkraft des Werkzeuges bzw. eines der Zuhaltezylinder,
die für das gezielte Nachfließen im Klemmbereich zwischen den
beiden Werkzeughälften notwendig ist, an der Stelle A (Anliege
punkt) berührt das Werkstück die Innenkontur des Werkzeuges,
wenn im Werkstückinneren ein entsprechender Druck aufgebaut
wird. Durch fortwährend abgestimmtes Klemmen des Werkstückes
wird ein gezieltes Nachfließen des Werkstückmaterials bei einem
Aufweiten erzielt.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum hydromechanischen Umformen, mit einem Rah
men zur Aufnahme eines zumindest ein Oberteil (1) und ein
Unterteil (2) umfassenden Werkzeugs, sowie mit Druck
erzeugungsmitteln zum Schließen des Werkzeugs und zum Auf
bringen eines Umformdrucks im Bereich des Werkzeugs zur
Umformung eines Werkstücks (3), dadurch gekennzeichnet,
daß dem Werkzeug mehrere Zuhaltezylinder (6, 7, 8, 9)
zugeordnet sind, welche jeweils zur Aufbringung einer
gewünschten Schließkraft und zur Abstützung des Werkzeugs
auf separate Bereiche des Werkzeugs separat geregelt in
Einwirkung bringbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zuhaltezylinder (6, 7, 8, 9) im Bereich des Werkzeug-
Unterteils (2) angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zuhaltezylinder (6, 7, 8, 9) an
einer gemeinsamen Druckeinheit (22) gelagert sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Druckeinheit (22) zum Öffnen des Werkzeugs seitlich
ausfahrbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zuhaltezylinder (6, 7, 8, 9) in
Form von Membranzylindern ausgebildet sind.
Priority Applications (1)
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| DE (1) | DE19513444C2 (de) |
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- 1995-04-13 DE DE1995113444 patent/DE19513444C2/de not_active Expired - Fee Related
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|---|---|
| DE19513444A1 (de) | 1996-10-17 |
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