DE19715101A1 - Verfahren zur Steuerung einer graphischen Maschine - Google Patents
Verfahren zur Steuerung einer graphischen MaschineInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer
grafischen Maschine.
Die Befehlseingabe als Teil des Mensch-Maschine Dialogs an grafischen Maschinen insbesondere
Druckmaschinen, wird im allgemeinen mit Schalterelementen, Tastaturen, berührungssensitiven
Bildschirmen (Touch-Screens) oder Lichtgriffeln an einem zentralen Bedienpult vorgenommen. Bei
größeren Maschinenkonfigurationen sind zusätzlich zu dem zentralen Bedienpult jeweils an den
einzelnen Druckwerken sowie in der Nähe der Auslage und im Anlegerbereich zumeist elektro
mechanisch arbeitende Bedienelemente auf gesonderten Bedientableaus angeordnet. Begründet durch die
Baugrößen von Druckmaschinen, insbesondere Rollendruckmaschinen mit einer Vielzahl von
Druckwerken, ist die Anordnung mehrerer Bedientableaus mit mehreren Schalterelementen zur
Steuerung derselben Maschinenfunktionen an unterschiedlichen Positionen aus arbeitsökonomischen und
vor allem sicherheitstechnischen Gründen eine Notwendigkeit. Durch die Bestrebungen der
Druckmaschinenhersteller, immer kompaktere und somit platzsparendere Bauformen bei
Druckmaschinen zu realisieren, ergeben sich verbunden mit dem Erfordernis, auch arbeitsergonomische
Gesichtspunkte zu berücksichtigen, für die Anordnung der Bedienelemente Sachzwänge.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen, mit dessen Hilfe die Bedienung
einer Maschine der obengenannten Art durch akustische Signale zusätzlich zur oder anstatt der
Möglichkeit der Bedienung mit Hilfe von konventionellen Bedienelementen vorgenommen werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch den kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausführungen sind in den Ansprüchen aufgeführt.
Dadurch wird erreicht, daß der Bediener seine Position innerhalb eines mit der Senderreichweite
festlegbaren Radius frei wählen und beliebige, zum jeweiligen Zeitpunkt technologisch mögliche,
Steuerbefehle geben kann, die von der Maschine bestätigt und ausgeführt werden. Begründet durch die
hohen Verarbeitungsgeschwindigkeiten beim Einsatz insbesondere von Rollendruckmaschinen sind
schon minimale Verkürzungen der Reaktionszeiten bei der Bedienung der Maschine von großem
wirtschaftlichen Interesse. Die Zeit, die verstreicht, bis der Bediener den für den Produktionsablauf
notwendigen nächsten Befehl, insbesondere im Störfall, durch Betätigen eines fest an der Maschine
lokalisierten Schalterelements geben kann, wird mit Hilfe der Bedienung der grafischen Maschine
mittels Spracherkennungs- und Sprachsteuerungssystem maßgeblich reduziert.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Tatsache, daß der Bediener die Möglichkeit hat, die
Produktionsparameter mittels Sprache zu beeinflussen, während er mit den Händen andere Tätigkeiten
aus-. Ein Beispiel hierfür ist das manuelle Messen zonaler Farbdichten des Druckprodukts, wobei
zur Optimierung des Farbauftrages die Maschineneinstellungen durch Sprachbefehle korrigiert werden,
ohne daß der Bediener das Druckprodukt oder das Meßgerät aus den Händen legen muß, um für die
einzelnen Zonen die Schieberstellung oder den Messerspalt zu verändern. Die Möglichkeit des zeitlich
parallelen Ausführens von Beobachtungs-, Kontroll- und Stellvorgängen spart Zeit und Makulatur.
Besonders vorteilhafte Wirkungen sind beim Einsatz des Erfindungsgegenstandes für die
Gewährleistung von Sicherheitsanforderungen sowohl zum Schutz des Bedieners als auch zur
Absicherung der Maschine gegen unbefugte Benutzung zu verzeichnen. Zusätzlich zu den gemäß dem
Stand der Technik angeordneten Schalterelementen für die Notausfunktion kann die Maschine
erfindungsgemäß per Sprachbefehl von jedem beliebigen Standort im Bereich der Senderreichweite
gestoppt werden, was eine erhöhte Arbeitssicherheit des Bedieners zur Folge hat. Neben dieser
sicherheitsrelevanten Wirkung kann die unbefugte Benutzung der Maschine durch den
Erfindungsgegenstand verhindert werden, indem das Spracherkennungs- und Sprachsteuerungssystem
anhand des individuellen Sprachmusters die Bedienperson erkennt und die Bedienung durch
unterschiedlich zugelassene und eingewiesene Personen ermöglicht und diesen Personen unterschiedliche
Bedienhierarchien und Befehlsstrukturen oder Bedienzeiträume zuordnet. Die neue Bedienphilosophie,
die die Sprache, welche das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen darstellt, zur Steuerung
von grafischen Maschinen einsetzt, entlastet den Menschen als Bedienperson, da sie seinen naturlichen
Gewohnheiten besser Rechnung trägt als konventionelle Bedienelemente.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird nachfolgend erläutert.
In der Zeichnung zeigt die dort dargestellte einzige Figur das Schema des Spracherkennungs- und
Sprachsteuerungssystems.
Die in der Figur dargestellte und mit dem Sende- und Empfangsmodul 2 verbundene akustische
Kommunikationshardware 1 hat die Aufgabe, die Schallwellen der Sprache des Bedieners mittels
Mikrofon bei Unterdruckung des Störschalls aufzunehmen und in ein vorzugsweise analoges,
elektrisches Signal umzuwandeln. Zusätzlich werden mit einem Impulsgeber Impulse von definierter
zeitlicher Länge in Abhängigkeit von Schaltzuständen eines oder mehrerer an der Hör-Sprech-Garnitur
angebrachten Schalter erzeugt und dem Sprachsignal überlagert. Die vom Impulsgeber erzeugten
randscharfen Signale dienen z. B. zur Aktivierung oder Deaktivierung des Sprachsteuersystems oder zur
Realisierung der Notaus- oder anderer Funktionen. Abhängig von der Schalterstellung ist entweder die
Sprachsteuerung, die Sprachsteuerung und die konventionelle Maschinensteuerung oder nur die
konventionelle Maschinensteuerung aktiv.
Der Mikrophonbügel der Hör-Sprech-Garnitur ist vorzugsweise drehbar gelagert und so ausgebildet
daß durch das Wegschwenken desselben ein Schalter betätigt wird. Damit wird erreicht, daß der
Bediener durch das Bewegen des Mikrophons z. B. die Sprachsteuerung wahlweise aktivieren oder
deaktivieren kann. Das elektrische Sprachsignal und die überlagerten zeitlichen Impulse werden
daraufhin moduliert und mit Hilfe von Sende- und Empfangsmodul 2 drahtlos übertragen. Als
Trägerfrequenzen sind Frequenzen im VHF- oder UMF-Band besonders geeignet. Nach der
Demodulation des zeitlichen Signals wird in der Audio-Verknüpfung, Verteilung, Aufbereitung 3 das
Sprachsignal mit den überlagerten zeitlichen Impulsen parallel an die Sprachinterpreter IPC 4, die
Sprachinterpreter Hardware 5 und den Sprachinterpreter Verifikator 6 zur weiteren Verarbeitung
weitergeleitet. Mehrere parallel angeordnete Sprachinterpreter IPC 4 interpretieren in kommerziell
bekannter Weise durch Vergleich mit gespeicherten Sprachsignalmustern (Frequenzanalyse) einzelner
Befehle oder Befehlsfolgen das neue Sprachsignal und leiten die Ergebnisse an den Logik IPC 7
Der Sprachinterpreter Verifikator 6 vergleicht ebenfalls gespeicherte Sprachsignalmuster mit dem neuen
Sprachsignal, wobei hier die Bedienperson als solche erkannt und verifiziert wird. Auch die Ergebnisse
dieses Vergleichs werden anschließend im Logik IPC 7 weiterverarbeitet. Die Aufgabe des Logik IPC 7
besteht darin, unter der Verwendung von gespeichertem Fachwissen die eingehenden Informationen vom
Sprachinterpreter Verifikator 6 mit denen der Sprachinterpreter IPC 4, sowie mit denen der
Sprachinterpreter Hardware 5 untereinander sinnvoll zu verknüpfen. Im Logik PC sind sowohl die den
einzelnen Bedienpersonen zugeordneten Befehlsumfänge wie auch die durchzuführenden
Verknüpfungsarten bei verschiedenen Befehlen und Befehlsebenen gespeichert. Ein sicherheitsrelevanter
Befehl wie z. B. der Notaus-Befehl wird realisiert, wenn ein einziger Sprachinterpreter IPC 4 oder die
Sprachinterpreter Hardware 5 als Ergebnis der Spracherkennung diesen an den Logik IPC 7 weitergibt.
In jedem Fall wird das Ergebnis der Spracherkennung dem Bediener angezeigt. Dies erfolgt durch die
optische Anzeige 15 (Bildschirm Zustandsampel) mittels herkömmlicher elektro-mechanischer
Anzeigeelemente an den Bedientableaus der grafischen Maschine 13 sowie die Sprachausgabe 8 durch
Worte und/oder Wortfolgen. Über die Sprachausgabe erhält der Bediener drahtlos Bereitschafts-,
Steuerungszustands-, Betriebszustands- und Fehlermeldungen, wird über Fortschritte bei
Parameterveränderungen, Stellvorgängen oder Befehlsausführung informiert und kann Leistungs- und
Servicedaten der grafischen Maschine 13 abrufen und im Dialog Einfluß nehmen. Zur zusätzlichen
Absicherung der grafischen Maschine 13 gegen Schäden dient die Sicherheitsüberwachung 9, die dem
Maschinensteuerungs-IPC oder SPS 14 vorgelagert ist. Ein Mikrocontroller prüft die Steuerbefehle, die
vom Spracherkennungssystem kommen auf Fehler die sich als Ergebnis von Hard- oder
Softwaredefekten des Spracherkennungssystems eingestellt haben könnten und zu einer Nicht- oder
Fehlfunktion oder zur Beschädigung der grafischen Maschine 13 führen würden.
Ist das Ergebnis der Fehlerprüfung durch die Sicherheitsüberwachung 9 negativ, werden die
Steuerbefehle an den Maschinensteuerungs-IPC oder SPS 14 weitergegeben, gehen von dort aus über ein
Feldbussystem 10 und über erforderliche Anpassungshardware für Steuerung 11 der
Maschinensteuerung 12 zu und werden von der grafischen Maschine 13 ausgeführt. In
entgegengesetzter Richtung werden die Daten über Maschinenzustand und -parameter zu dem
Maschinensteuerungs-IPC oder SPS 14 bewegt und gelangen danach direkt in den Logik IPC 7, der über
die optische Anzeige 15 (Bildschirm, Zustandsampel), über die herkömmlichen elektro-mechanischen
Anzeigeelemente an den Bedientablaus der grafischen Maschine 13 und die Sprachausgabe 8 eine
Rückkopplung zum Bediener herstellt.
1
akustische Kommunikationshardware
2
Sende- und Empfangsmodul
3
Audio-Verknüpfung, Verteilung, Aufbereitung
4
Sprachinterpreter IPC
5
Sprachinterpreter Hardware
6
Verifikator
7
Logik IPC
8
Sprachausgabe
9
Sicherheitsüberwachung
10
Feldbussystem
11
Anpassungshardware für Steuerung
12
Maschinensteuerung
13
grafische Maschine
14
Maschinensteuerungs-IPC oder SPS
15
optische Anzeige.
Claims (11)
1. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine das
Sprachsignal des Bedieners aufgenommen, in elektrische Signale umgewandelt, diese drahtlos
übertragen werden und durch Vergleich mit vorgegebenen Werten mittels eines Personalcomputer
ausgewertet und entsprechende Steuersignale zur Steuerung der Maschinenfunktionen erzeugt und
durch Verstelleinrichtungen an den zu verstellenden Baugruppen der Maschine entsprechende
Maschinenparameter eingestellt und dem Bediener angezeigt werden.
2. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Sprachsignal des Bedieners störschallunterdrückt
aufgenommen wird.
3. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragung des elektrischen Signals überwacht und bei Fehlen
der Trägerfrequenz für die drahtlose Übertragung des elektrischen Signals, ein Fehlersignal erzeugt
und angezeigt wird.
4. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Anzeigen der Maschinenparameter und die Befehlsbestätigung
durch akustische Rückkopplung von Worten und/oder Wortfolgen durchgeführt wird.
5. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnete daß durch Vergleich mit vorgegebenen, die Sprache der Bedienperson
charakterisierenden elektrischen Signalen, der Benutzer erkannt und zugewiesen (verifiziert) wird.
6. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß insbesondere zur Umsetzung sicherheitstechnisch relevanter Befehle
statt des Sprachsignals des Bedieners oder überlagert dem Sprachsignal des Bedieners ein von einem
Impulsgenerator erzeugtes zeitliches Signal drahtlos übertragen und das Signal anschließend
ausgewertet und in Form von Steuerbefehlen umgesetzt wird.
7. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß bei der sprachlichen Umsetzung sicherheitstechnisch relevanter
Befehle mehrere Übertragungskanäle für die Übertragung der Steuer- und Rückkopplungssignale
eingerichtet werden.
8. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auswertung des Sprachsignals auf mehreren Personalcomputern
parallel vorgenommen und eine logische Verknüpfung der Ausgangssignale der Personalcomputer als
Funktion des Befehlscharakters durch die nachgeordnete Logikeinheit vorgenommen wird.
9. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auswertung des Sprachsignals des Bedieners mittels
Personalcomputer durch Vergleich mit Vorgabewerten, die von einem mit Fachwissen gespeichertem
Expertensystem vorgegebenen werden, durchgeführt wird.
10. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerzustand der Maschine optisch und/oder akustisch angezeigt
wird.
11. Verfahren zur Steuerung der Maschinenfunktionen einer grafischen Maschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Sprachsignal bei gleichzeitiger Feststellung der Position des
Bedieners aufgenommen, umgewandelt und drahtlos übertragen wird und daß abhängig von der
Position des Bedieners der mittels Sprache umsetzbare Befehlsumfang variiert wird.
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