DE19712105A1 - Verbundbaudecke für Hochbauten - Google Patents
Verbundbaudecke für HochbautenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Gebäudedecke in Verbundbau
weise, bestehend aus einer großflächigen Betondecke und
mit diesen verbundenen Stahlträgern, vorzugsweise Dop
pel-T-Trägern, die aus einem im wesentlichen senkrecht
verlaufenden Steg bestehen und an einem Ende ein Unter
gurt und an dem anderen Ende ein Obergurt aufweisen.
Decken von Hochbauten werden häufig aus sogenanntem
Ortbeton gegossen. Dazu werden Schalungen in Deckenhöhe
angebracht und beispielsweise mit Teleskopstützen abge
stützt. Auf die Schalungen wird vor Ort Fertigbeton ge
gossen, der anschließend abbindet und aushärtet. Nach
dem Aushärten des Ortbetons werden die Teleskopstützen
und die Schalungen wieder entfernt.
Vor dem Eingießen des Ortbetons werden in die Hohlräume
der späteren Betondecken Armierungseisen eingelegt.
Diese Armierungseisen müssen zuvor miteinander ver
flochten werden und verleihen der fertigen Decke nach
ihrem Aushärten die entsprechende Festigkeit. Problema
tisch dabei ist das sehr hohe Eigengewicht solcher Dec
ken. Dadurch wird ein Großteil der möglichen Deckenbe
lastungen bereits durch das Eigengewicht verbraucht.
Auch ist das Flechten der Armierungseisen sehr arbeits
aufwendig und kostenintensiv.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Hoch
baudecke der eingangs beschriebenen Art zu schaffen,
die bei gleicher oder höherer Tragfähigkeit leichter
ist und mit einer geringeren Stahlbewehrung auskommt.
Gelöst wird die Aufgabe dadurch, daß zwischen den ein
zelnen Doppel-T-Trägern Verschalungen vorgesehen sind,
die Verschalungen unter Bildung von Hohlräumen in einem
vorbestimmten Abstand eine Stegummantelung der Stege
der Doppel-T-Trägern bilden und eine Ortbeton-Oberdecke
die Doppel-T-Träger vollständig umschließend um die
Verschalungen gegossen ist.
Durch diese Maßnahmen wird eine Hochbaudecke geschaf
fen, bei der lediglich Stegbereiche sowie die Obergurte
und die Untergurte der Doppel-T-Träger mit Beton umman
telt sind. Dadurch wird die Korrosion vermieden und
zwischen den Doppel-T-Trägern Hohlräume geschaffen, die
das Betongewicht wesentlich verringern. Die Räume zwi
schen den Stahlträgern tragen im Grunde nichts zur
Tragfähigkeit der Decke bei, jedoch weisen sie, wenn
sie wie bisher üblich mit Ortbeton gefüllt sind, ein
erhebliches Gewicht auf, das die Tragfähigkeit der Dec
ke negativ beeinflußt. Durch die erfindungsgemäß vorge
sehenen Hohlräume zwischen den Doppel-T-Trägern wird
dieses Gewicht gespart und bei gleichem Stahlaufwand
die Tragfähigkeit einer Decke wesentlich vergrößert.
Die Untergurte der Doppel-T-Träger sind zudem durch die
Unterdecke abgedeckt und vor Feuereinwirkung geschützt.
Im Bauzustand weist eine derartige Unterdecke eine so
weit erhöhte Tagfähigkeit auf, daß beim Eingießen der
Ortbeton-Oberdecke auf Abstützungen, beispielsweise
mittels Teleskopstützen verzichtet werden kann. Ferner
kann es vorgesehen sein, daß Versorgungsleitungen in
den freien Hohlräumen zwischen den Stegummantelungen
verlegt sind.
Weitere vorteilhafte Maßnahmen sind in den Unteransprü
chen beschrieben. Die Erfindung ist in der beiliegenden
Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher be
schrieben; es zeigt:
Fig. 1 die schematische Schnittdarstellung einer
erfindungsgemäßen Hochbaudecke in Ver
bundbauweise, mit einer leichten, die
Verschalung ermöglichenden Unterdecke und
einer die Profilstege und die Obergurte
umschließende, gegossenen Ortbetondecke;
Fig. 2 die schematische Schnittdarstellung eines
Fertigbau-Deckenteils, mit eingegossenen
Doppel-T-Trägern.
Die in der Fig. 1 dargestellte Gebäudedecke 10 besteht
im wesentlichen aus einer leichten Unterdecke 11 und
einer schweren Oberdecke 13 aus Ortbeton. Die Unterdec
ke 11 ist als ein Fertigbau-Deckenteil 30 aus Beton
vorgefertigt. Zwischen der Unterdecke 11 und der Ober
decke 13 sind Doppel-T-Träger 12 angeordnet, die Unter
gurte 18 und Obergurte 19 aufweisen. Die Untergurte 18
und die Obergurte 19 werden von Stegen 12a auf Abstand
gehalten. Die Doppel-T-Träger 12 bestehen aus Stahl und
nehmen später im Einbauzustand die Schubkräfte der Ge
bäudedecke 10 auf.
Ein Fertigbau-Deckenteil 30 ist in der Fig. 2 darge
stellt. In die Oberseite 22 eines Fertigbau-Deckenteils
30 sind die Untergurte 18 der Doppel-T-Trägern 12 ein
gegossen. Die Untergurte 18 der Doppel-T-Träger 12 sind
dadurch zugleich vor Brandeinwirkungen geschützt.
Zum besseren Verbund der Untergurte 18 mit der Unter
decke 11, sind diese an ihrer Unterseite mit Kopfbolzen
14 versehen. Die Kopfbolzen 14 weisen von den Untergur
ten 18 weg und sind in den Beton der Unterdecke 11 ein
gegossen. Die Untergurte 18 sind dadurch fest mit dem
Beton der Unterdecke 11 verbunden. Zusätzlich können
Längsbewehrungen 16 in die Unterdecke 11 eingegossen
sein.
Wie die Untergurte 18 sind auch die Obergurte 19 mit
nach außen weisende Kopfbolzen 15 versehen. Die Kopf
bolzen 14 und 15 sind vorzugsweise eingeschraubt oder
angeschweißt. Die Unterdecke 11 ist dadurch als tragen
des Element in die Gebäudedecke 10 einbezogen. Die Dic
ke der Oberdecke 13 ist etwas größer als es der Länge
der Kopfbolzen 15 entspricht, die auf den Obergurten 19
der Doppel-T-Träger 12 vorgesehen sind.
Die Untergurte 18 liefern einen Bewehrungsanteil für die
Unterdecke 11, während die Obergurte 19 einen Beweh
rungsanteil für die Oberdecke 13 liefern. In die Ober
decke 13 sind Längsbewehrungen 29 eingegossen. Die Be
wehrung 29 der Oberdecke 13 können dabei direkt auf die
Obergurte 19 gelegt werden. Dadurch wird die Montage
aufwand erheblich verringert, denn die Längsbewehrungen
29 müssen nicht mehr wie bisher in einem vorgeschriebe
nen Abstand zu den Obergurten 19 verflochten werden.
Zwischen den einzelnen Doppel-T-Trägern 12 werden vor
Ort Schalungsprofile 17 auf die Oberseiten 22 der Un
terdecke 11 eingesetzt. Die Schalungsprofile 17 sind im
Schnitt U-förmig, wobei die Profilböden 26 parallel zu
der Unterdecke 11 verlaufen, während die Profilränder
27 im wesentlichen parallel zu den Stegen 12a der Dop
pel-T-Träger 12 verlaufen.
Die freien Enden der Profilränder 27 der Schalungspro
file 17 verlaufen in einem vorbestimmten Abstand zu den
freien äußeren Rändern 28 der Untergurte 18, und die
Profilränder 27 verlaufen in einem vorbestimmten Ab
stand zu den Stegen 12a und der Doppel-T-Träger 12.
Nach dem Anbringen der Schalungsprofile 17, die bei
spielsweise aus einem Stahlblech bestehen können, wird
Ortbeton um die Doppel-T-Träger 12 und die Schalungs
profile 17 gegossen. Dabei entstehen zum einen zwischen
den Profilrändern 27 Stegummantelungen 24, die die Dop
pel-T-Träger 12 vor Korrosion schützen. Zum anderen
entstehen durch die Schalungsprofile 17 vor Ort Hohl
räume 23 in der Gebäudedecke 10, die ihr Gesamtgewicht
erheblich verringern. In die Stegummantelungen 24 kön
nen Längsbewehrungen 25 eingegossen sein.
Wie die Fig. 2 weiter zeigt, kann die leichte Unter
decke 11 als Fertigteil vorgefertigt werden. Die Unter
decke 11 dient dabei zugleich als Schalung für die
Oberdecke 13, die nachträglich aus Ortbeton aufgegossen
wird.
Um das Fertigbau-Deckenteil 30 leichter handhaben zu
können, sind die Obergurte 19 der Doppel-T-Träger 12
mit Anschlagösen 20 versehen, vorzugsweise sind diese
angeschweißt. In die Anschlagösen 20 können beispiels
weise Kranhaken eingehängt werden. Ebenso können die
Stege 12a der Doppel-T-Träger 12 mit Bohrungen 32 ver
sehen sein.
Zum Verbauen vor Ort kann auf die schematisch darge
stellten Teleskopstützen 31 verzichtet werden, denn die
Unterdecke 11 wirkt zugleich als eine untere Schalung
für die Oberdecke 13. Die Unterdecke 11 weist im Bauzu
stand eine sehr hohe Tragfähigkeit auf. Sie ist ausrei
chend stabil und kann den frisch eingegossenen Ortbeton
der Oberdecke 13 tragen.
Die Fertigbaudecke 30 wird dazu vor Ort eingebaut. Da
nach werden den Doppel-T-Trägern 12 die Schalungsprofi
len 17 eingefügt, und der Ortbeton der Oberdecke 13
wird eingegossen. Die Unterdecke 11 dient dabei zu
gleich als untere Schalung. Die fertige Gebäudedecke 10
weist keine Tragfähigkeitsverluste auf.
Durch die Vielzahl von Hohlräumen 23 wird das Gewicht
der Gebäudedecke 10 erheblich reduziert und ihr Flä
chenträgheitsmoment erheblich vergrößert. In den Hohl
räumen 23 können Versorgungsleitungen 33 verlegt wer
den. Sie sind hier geschützt und optisch unauffällig
untergebracht.
10
Gebäudedecke
11
Unterdecke
12
Doppel-T-Träger
12
a Steg
13
Oberdecke
14
,
15
Kopfbolzen
16
Längsbewehrung
17
Schalungsprofil
18
Untergurt
19
Obergurt
20
Anschlagöse
21
Unterseite
22
Oberseite
23
Hohlraum
24
Stegummantelung
25
Längsbewehrung
26
Profilboden
27
Profilrand
28
freier Rand
29
Längsbewehrung
30
Fertigbau-Deckenteil
31
Teleskopstütze
32
Bohrung
33
Versorgungsleitung
Claims (13)
1. Gebäudedecke in Verbundbauweise, bestehend aus ei
ner großflächigen Betondecke und mit diesen verbundenen
Stahlträgern, vorzugsweise Doppel-T-Trägern, die aus
einem im wesentlichen senkrecht verlaufenden Steg be
stehen und an einem Ende ein Unterzug und an dem ande
ren Ende ein Oberzug aufweisen, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den einzelnen Doppel-T-Trägern (12) Ver
schalungen (17) vorgesehen sind, die Verschalungen (17)
unter Bildung von Hohlräumen (23) in einem vorbestimm
ten Abstand eine Stegummantelung (24) der Stege (12a)
der Doppel-T-Trägern (12) bilden und eine Ortbeton-
Oberdecke (13) die Doppel-T-Träger (12) vollständig um
schließend um die Verschalungen (17) gegossen ist.
2. Gebäudedecke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Doppel-T-Träger (12) an ihren Unterzügen
(18) mit Kopfbolzen (18) und an ihren Oberzügen (19)
mit Kopfbolzen (15) versehen sind.
3. Gebäudedecke nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kopfbolzen (14) eines Unterzu
ges (14) in die Oberseite (22) der Unterdecke (11) ein
gegossen sind.
4. Gebäudedecke nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kopfbolzen (15) eines Oberzuges
(19) in die Oberdecke (13) eingegossen sind.
5. Gebäudedecke nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Unterdecke (11) mit den Doppel-
T-Trägern (12) extern vorgefertigt ist.
6. Gebäudedecke nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Oberdecke (13) aus Ortbeton be
steht.
7. Gebäudedecke nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Oberdecke (13) einstückig mit
den Stegummantelungen (24) verbunden ist.
8. Gebäudedecke nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß in die Stegummantelungen (24)
Längsbewehrungen (25) eingegossen sind.
9. Gebäudedecke nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Doppel-T-Träger (12) mit An
schlagösen (20) versehen sind.
10. Gebäudedecke nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich
net, daß die Anschlagösen (20) an den Obergurten (19)
der Doppel-T-Träger (12) vorgesehen sind.
11. Gebäudedecke nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Stege (12a) der Doppel-T-Träger
(12) mit Bohrungen (32) versehen sind.
12. Gebäudedecke nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß Versorgungsleitungen (33) in den
Hohlräume (23) zwischen den Stegummantelungen (24) ver
legt sind.
13. Gebäudedecke nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bewehrung (29) der Oberdecke
(13) direkt auf die Obergurte (19) der Doppel-T-Träger
(12) gelegt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712105A DE19712105A1 (de) | 1997-02-24 | 1997-03-15 | Verbundbaudecke für Hochbauten |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19708743 | 1997-02-24 | ||
| DE19712105A DE19712105A1 (de) | 1997-02-24 | 1997-03-15 | Verbundbaudecke für Hochbauten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19712105A1 true DE19712105A1 (de) | 1998-09-03 |
Family
ID=7822178
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19712105A Ceased DE19712105A1 (de) | 1997-02-24 | 1997-03-15 | Verbundbaudecke für Hochbauten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19712105A1 (de) |
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- 1997-03-15 DE DE19712105A patent/DE19712105A1/de not_active Ceased
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