DE19709347C1 - Tragstruktur im Radhausbereich einer Kraftfahrzeugkarosserie - Google Patents
Tragstruktur im Radhausbereich einer KraftfahrzeugkarosserieInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Tragstruktur im Radhausbereich einer Kraft
fahrzeugkarosserie nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei allgemein bekannten Kraftfahrzeugkarosserien für Personenwagen,
insbesondere bei Stahlblechkarosserien umfaßt die Tragstruktur im Rad
hausbereich jeweils einen Längsträger und ein durch wenigstens ein Rad
hausblech gebildetes Radhaus, die regelmäßig direkt oder indirekt durch
Zwischenbleche verbunden sind.
Die Tragstruktur im Vorderwagen umfaßt dabei allgemein zwei beabstan
dete vordere Längsträger, die jeweils im Radhausbereich bogenförmig zur
Fahrzeugaußenseite für einen Anschluß an zugeordnete Schweller geführt
sind. Die vorderen Längsträger liegen meist höher als die Schweller, so daß
die Längsträger im Radhausbereich auch nach unten zu den Schwellern
abgekröpft sind. Diese Strukturen liegen regelmäßig im Vorderwagen je
doch oft auch im Heckbereich eines Kraftfahrzeugs in Verbindung mit hin
teren Längsträgern vor.
Bei einem Aufprall in Fahrzeuglängsrichtung ist das Hohlprofil der Längs
träger im Bereich der Abkröpfungen und Biegungen besonders stark bean
sprucht und kann bei hohen Aufprallenergien kollabieren. In einem sol
chen Fall wird die durch das Hohlprofil im wesentlichen bestimmte Träger
stabilität schlagartig erheblich reduziert, wodurch entsprechend die Ab
stützfunktion und Energieabsorption dieses Längsträgers stark vermindert
werden.
Um die Gefahr einer Kollabierung der Trägerprofile im Bogenbereich der
Radhauser zu verringern, sind bereits Trägerprofilverstärkungen bekannt.
Aus der DE 31 14 379 A1 und der US 5 031 958 sind Radhausstrukturen
eines Personenkraftwagens bekannt, bei denen die Versteifung mittels zu
sätzlicher Versteifungselemente erfolgt. Solche zusätzlichen Versteifungs
elemente sind jedoch Zusatzteile, die die Teilevielfalt und den Herstellungs
aufwand der Karosserie ungünstig erhöhen.
Weiter ist aus der DE 39 09 388 A1 eine Längsträgerabstützung für ein
Kraftfahrzeug bekannt, die ein aus zwei Profilblechen zusammengesetztes
Hohlprofil aufweist, in das zur Versteifung des Längsträgers zusätzlich ein
Verstärkungsblech eingesetzt ist. Damit ist auch hier die Teilevielfalt und
damit der Herstellungsaufwand für die Karosserie ungünstig erhöht.
Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, eine Tragstruktur im Rad
hausbereich einer Kraftfahrzeugkarosserie so weiterzubilden, daß eine Trä
gerprofilverstärkung eines dortigen Längsträgers auf einfache Weise mit
geringem Herstellungs- und Montageaufwand geschaffen wird.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Gemäß Anspruch 1 umfaßt das Radhausblech einen unteren Radhaus
blechfortsatz, der in den Längsträger integriert ist und der als Längsträger
profilverstärkung wenigstens eine Ausprägung enthält, dergestalt, daß
diese Ausprägung im Innenbereich des Längsträgers liegt und mit
Blechwänden als Verstärkungstege etwa in dessen Querrichtung verläuft.
Dadurch ist das Trägerprofil des Längsträgers gegen ein Kollabieren, insbe
sondere bei einem Längsaufprall abgestützt.
Durch die Herstellung der Abstützungen als Ausprägungen in einem unte
ren Radhausblechfortsatz sind keine separaten Verstärkungsbleche und
somit keine Zusatzteile erforderlich. Damit ist bei guter Funktion eine ein
fache und preiswerte Herstellung sowie Montage möglich.
Besonders vorteilhaft ist eine solche Trägerprofilverstärkung einsetzbar,
wenn gemäß Anspruch 2 der Längsträger im Bereich des Radhauses seit
lich und/oder nach unten gekröpft ist und somit bei einem Längsaufprall
das Längsträgerhohlprofil durch die Bogenführung zum Kollabieren und
Einknicken neigt. Besonders vorteilhaft ist diese Verstärkungsmaßnahme
im Vorderwagen als Schutzmaßnahme bei einem Frontaufprall einsetzbar.
Gegebenenfalls sind entsprechende Strukturen auch im Heckbereich eines
Fahrzeugs verwendbar, so daß eine solche Trägerprofilverstärkung auch
gegen einen Auffahraufprall vorteilhaft einsetzbar sind.
Grundsätzlich können je nach den Gegebenheiten und der vorhandenen
geometrischen Anordnung angepaßte Formen von Ausprägungen verwen
det werden. Besonders vorteilhaft sind solche Ausprägungen nach An
spruch 3 topfförmig zur Fahrzeuginnenseite ausgeformt. Eine Herstellung
ist durch übliches Tiefziehen möglich, wobei zudem die Ausprägungen in
sich stabile Erhebungen darstellen, die in Richtung der Topfachse einen
erheblichen Abstützwiderstand aufbringen. Im Gegensatz zu bekannten
Verstärkungsblechen, die als Querstege in die Längsträgerhohlprofile ein
geschweißt sind, kann wegen der selbständigen Stützfunktion der Töpfe
deren Verbindung zu einer angrenzenden Trägerwand ggf. unterbleiben.
Ein besonders hohes Abstützvermögen haben solche topfförmigen Ausprä
gungen, wenn sie mit schräg angestellten Wandflächen in der Art von Ke
gelstümpfen oder Pyramidenstümpfen ausgeführt sind.
Nach Anspruch 4 werden vorteilhaft im kritischen Bogenbereich des
Längsträgers mehrere, der Reihe nach angeordnete Ausprägungen ange
bracht, um den ganzen Bogen auszusteifen.
In einer konkreten Ausführungsform nach Anspruch 5 ist die Längsträger
innenwand durch ein inneres Schließblech des Längsträgers oder durch
einen aufgekanteten Rand eines Bodenblechs gebildet. Die Ausprägungen,
insbesondere die Topfböden liegen zweckmäßig ohne Zwischenraum an
der Längsträgerinnenwand an, um von vorneherein jedes Ausknicken zu
unterbinden. An den Anlagestellen können die Ausprägungen mit der
Längsträgerinnenwand insbesondere durch Schweißen verbunden sein,
wodurch ggf. eine weitere Stabilitätserhöhung erreicht wird.
Nach Anspruch 6 wird die Längsträgeraußenwand und/oder die Längsträ
gerbodenwand insbesondere als durchgehende Abdeckung der Ausprägun
gen durch wenigstens ein äußeres Schließblech des Längsträgers gebildet.
Anhand einer Zeichnung werden Ausführungsbeispiele der Erfindung nä
her erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Schnitts einer Tragstruktur im
linken vorderen Radhaus einer Kraftfahrzeugkarosserie entlang der
Linie B-B aus Fig. 2,
Fig. 2 einen Vertikalschnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 1,
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht von Einzelblechteilen im Bereich eines
vorderen linken Radhauses in einer Explosionsdarstellung, und
Fig. 4 den Bereich gemäß Fig. 3 mit verbundenen Blechteilen.
In der schematischen Schnittdarstellung nach Fig. 1 ist ein vorderer linker
Tragstrukturbereich 1 einer Kraftfahrzeugkarosserie dargestellt mit einem
vorderen Längsträger 2 und einem aus wenigstens einem Radhausblech 3
gebildeten Radhaus 4. Der vordere Längsträger 2 verzweigt sich zu einem
gerade durchgehenden Längsbodenträger und zu einem Längsträgerbogen
6, der nach außen abgekröpft ist und eine Anbindung zu einem Schweller 7
herstellt. Der vordere Längsträger 2 liegt zudem höher als der Schweller 7,
so daß im Bereich des Längsträgerbogens 6 auch eine Kröpfung nach un
ten vorliegt.
In der Schnittdarstellung der Fig. 2 ist der Längsträger im Bereich des
Längsträgerbogens 6 gezeigt. In Verbindung von Fig. 1 und Fig. 2 ist er
sichtlich, daß das Radhausblech 3 einen unteren Radhausblechfortsatz 8
umfaßt, der in das Hohlprofil des Längsträgers bzw. des Längsträgerbogens
6 integriert ist. Dazu sind im Radhausblechfortsatz zwei zur Fahrzeugin
nenseite hinweisende, nebeneinanderliegende, topfförmige Ausprägungen
9, 10 enthalten. Je nach den Gegebenheiten können auch noch weitere
Ausprägungen 9, 10 verwendet werden. Die Ausprägungen 9, 10 liegen er
sichtlich im Innenbereich des Längsträgerbogens 6, wobei Blechwände 11
als Verstärkungsstege etwa in Querrichtung des Längsträgerprofils verlau
fen.
Die Längsträgerinnenwand ist als durchgehende Abdeckung und als Anla
ge- und Verbindungswand für die Topfböden 12, 13 durch einen aufgekan
teten Rand 14 eines Bodenblechs 15 gebildet, wobei dieses mit einem
Randflansch 16 oberhalb der Ausprägungen 9, 10 mit dem Radhausblech 3
verschweißt ist. Auch der Anlagebereich zwischen den Topfböden 12, 13
und dem Rand 14 des Bodenblechs 15 ist verschweißt.
Die äußere und untere Wand des Längsträgers im Bereich des Längsträ
gerbogens 6 bildet ein Winkelblech als Schließblech 17 des Längsträgers,
das mit einem Randflansch 18 mit dem Radhausblechfortsatz 8 und mit
einem Randflansch 19 von unten her mit dem Bodenblech 15 verschweißt
ist. Zudem ist der untere Rand des Radhausblechfortsatzes 18 über einen
Randflansch 20 mit dem Schließblech 17 verschweißt.
In den Fig. 3 und 4 ist eine konkrete Ausführungsform dargestellt, wobei in
Fig. 3 die Einzelblechteile im Bereich eines Radhauses getrennt und in
Fig. 4 zusammengesetzt dargestellt sind.
Auch in den Fig. 3 und 4 ist die Tragstruktur im Bereich eines vorderen
linken Radhauses 4 mit einem Radhausblech 3 gezeigt sowie ein Längsträ
gergrundteil 21.
Der vordere Längsträger 2 verzweigt sich in Fig. 4 zu einem etwa gerade
durchlaufenden Längsbodenträger 5 und über einen Längsträgerbogen 6 zu
einem Anschluß an einen Schweller 7.
Im Bereich des Längsträgerbogens 6 weist das Radhausblech 3 einen unte
ren Radhausblechfortsatz 8 auf, aus der eine pyramidenstumpfförmige
Ausprägung 9 zur Fahrzeuginnenseite hin ausgeformt ist. Im fertig mon
tierten Zustand schließt sich in dieser Ausführungsform ein aufgekanteter
Randbereich 28 des Längsträgergrundteils 21 an, wobei durch Verwendung
ggf. weiterer Schließteile der Längsträgerbogen 6 zu einem Hohlprofil ge
schlossen wird.
Die dargestellte Tragstruktur hat folgende Funktion:
Bei einem Frontaufprall wird über den vorderen Längsträger 2 Aufprall
energie unter anderem in den Längsträgerbogen 6 geleitet. Dabei wirken
die Ausprägungen 9, 10 als Trägerprofilverstärkungen, die das Trägerhohl
profil gegen ein Kollabieren und Einknicken abstützen. Durch die Herstel
lung der Stützelemente in der Art einfacher Ausprägungen am ohnehin
vorhandenen Radhausblech 3 wird eine kostengünstige Anordnung mit ge
ringer Teilevielfalt und einfacher Montage erreicht.
Claims (6)
1. Tragstruktur im Radhausbereich einer Kraftfahrzeugkarosserie,
mit einem durch wenigstens ein Radhausblech (3) gebildeten Radhaus
(4) und einem Längsträger (2, 6), der als Hohlprofilträger eine Träger
profilverstärkung im Bereich des Radhauses (4) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Radhausblech (3) einen unteren Radhausblechfortsatz (8) um
faßt, der in den Längsträger (6) integriert ist und der als Trägerprofil
verstärkung wenigstens eine Ausprägung (9, 10) enthält, dergestalt daß
diese im Innenbereich des Längsträgers (6) liegt und mit Blechwänden
(11) als Verstärkungsstege etwa in Längsträgerquerrichtung verlauft, so
daß das Trägerprofil des Längsträgers (6) gegen ein Kollabieren abge
stützt ist.
2. Tragstruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Längsträger (6) im Bereich des Radhauses (4) seitlich und/oder nach un
ten gekröpft ist.
3. Tragstruktur nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
wenigstens eine Ausprägung (9, 10) topfförmig zur Fahrzeuginnenseite
hin ausgeformt ist.
4. Tragstruktur nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeich
net, daß mehrere Ausprägungen (9, 10) in einem Bereich angeordnet
sind, in dem der Längsträger mit einem Längsträgerbogen (6) an einen
Schweller (7) anschließt.
5. Tragstruktur nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeich
net,
daß die Längsträgerinnenwand durch ein inneres Schließblech des Längsträgers oder durch einen aufgekanteten Rand (14) eines Boden blechs (15) gebildet ist, und
daß die Ausprägungen (9, 10), insbesondere die Böden (12, 13) topfför miger Ausprägungen an der Längsträgerinnenwand (14) anliegen und gegebenenfalls damit verbunden sind.
daß die Längsträgerinnenwand durch ein inneres Schließblech des Längsträgers oder durch einen aufgekanteten Rand (14) eines Boden blechs (15) gebildet ist, und
daß die Ausprägungen (9, 10), insbesondere die Böden (12, 13) topfför miger Ausprägungen an der Längsträgerinnenwand (14) anliegen und gegebenenfalls damit verbunden sind.
6. Tragstruktur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeich
net, daß die Längsträgeraußenwand und/oder die Längsträgerboden
wand insbesondere als durchgehende Abdeckung der Ausprägungen (9,
10) durch wenigstens ein äußeres Schließblech (17) des Längsträgers (6)
gebildet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997109347 DE19709347C1 (de) | 1997-03-07 | 1997-03-07 | Tragstruktur im Radhausbereich einer Kraftfahrzeugkarosserie |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997109347 DE19709347C1 (de) | 1997-03-07 | 1997-03-07 | Tragstruktur im Radhausbereich einer Kraftfahrzeugkarosserie |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19709347C1 true DE19709347C1 (de) | 1998-06-18 |
Family
ID=7822551
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997109347 Expired - Lifetime DE19709347C1 (de) | 1997-03-07 | 1997-03-07 | Tragstruktur im Radhausbereich einer Kraftfahrzeugkarosserie |
Country Status (1)
| Country | Link |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8100 | Publication of the examined application without publication of unexamined application | ||
| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8320 | Willingness to grant licenses declared (paragraph 23) | ||
| R120 | Application withdrawn or ip right abandoned | ||
| R120 | Application withdrawn or ip right abandoned |
Effective date: 20150422 |