DE19705884A1 - Plasma-Zündvorrichtung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine gattungsgemäße Vor
richtung zum Zünden eines Plasmas für die Katho
denzerstäubung gemäß dem Oberbegriff des Patentan
spruchs 1.
Die Behandlung von Werkstückoberflächen mittels
plasmagestützten Verfahren ist bekannt. Derartige
Verfahren sind z. B. als Plasmadiffusion, Plasma-Chemical-Vapour-Deposition,
Physical-Vapour-Deposition
(PVD) Plasma-Ätzen, Plasma-Polymerisation
oder Ionenimplantation bekannt. Bei
derartigen verfahren werden die zu behandelnden
Werkstücke zunächst in eine abgeschlossene Behand
lungskammer eingebracht, welche sodann auf Unter
druck evakuiert wird, um anschließend mit einem
Gas oder Gasgemisch bis zu einem Druck p zwischen
1×10-2 mbar und 1×10-4 mbar gefüllt zu werden.
Um ein für die vorgenannten Verfahren geeignetes
Plasma herzustellen, befinden sich in der Behand
lungskammer eine Kathode und eine Anode, zwischen
denen ein elektrisches Feld derartig eingestellt
ist, daß nach Zündung des Plasmas letzteres zwi
schen der Kathode und der Anode aufrecht erhalten
wird. Zum Aufbringen dünner Schichten auf Substra
te besteht die Kathode selbst aus dem zu zerstäu
benden, z. B. auf den Werkstücken aufzubringenden
Schichtmaterial. Die im Plasma erzeugten Ionen
werden auf die Kathode hin beschleunigt und zer
stäuben diese, wobei sich das zerstäubte Kathoden
material schichtweise auf der Werkstückoberfläche
unter Ausbildung einer homogenen Einzelschicht
oder einer abwechselnden Schichtenfolge zu einer
Gesamtschicht niederschlägt. Bei sämtlichen vorge
nannten Plasmabehandlungsverfahren ist gewünscht,
daß das Plasma ohne Verzögerung und ohne Ausbil
dung von Plasmainstabilitäten während der Plasma
zündphase auf die zu behandelnden Werkstücke ein
wirken kann. Bei den herkömmlichen Vorrichtungen
zur Erzeugung eines Plasmas konnten derartige
zeitliche Schwankungen der Plasmakenngrößen sowohl
bei der Plasmazündung als auch während des Plasma
betriebes nicht ausreichend verhindert werden, was
z. B. bei der Kathodenzerstäubung nachteilig zu in
ihrer Schichtdicke inhomogenen aufgesputterten
Schichtenfolgen führt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine zu
verlässige Plasmazündvorrichtung bereitzustellen,
mittels welcher sowohl der Plasmazündprozeß repro
duzierbar einstellbar ist, aber auch mit der das
Plasma mit definierten reproduzierbaren Plasma
kenngrößen betreibbar ist.
Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen des Patent
anspruchs 1 dadurch gelöst, daß in der das Plasma
einschließenden Behandlungskammer Mittel vorgese
hen sind, mit welchen freie Ladungsträger erzeug
bar sind, welche mit dem zu zündenden, noch nicht
ionisierten Gas und/oder dem gezündeten Plasma
wechselwirken. Auf Grund ihrer thermi
schen/kinetischen Energie stoßen diese freien La
dungsträger mit einzeln in der Behandlungskammer
vorhandenen Gasatomen zusammen, wobei diese Gas
teilchen ionisiert werden. Diese ionisierten Gas
teilchen werden anschließend in dem zwischen der
Sputterkathode und der zugehörigen Anode aufgebau
ten elektrischen Feld derartig beschleunigt, daß
weitere Ladungsträgerlawinen entstehen, welche
sich über die gesamte Entladungszone des Plas
maraums erstrecken, so daß das Plasma zu einer
selbständig brennenden Entladung gezündet wird.
Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht
insbesondere darin, daß das Plasma wegen der defi
nierten Regelung der Menge der frei erzeugbaren
Ladungsträger ohne zeitliche Instabilitäten sowohl
während des eigentlichen Zündzeitpunktes aber auch
während der nachfolgenden Plasmaentladung erzeugt
werden kann. Durch die Stoßionisation der freige
setzten Ladungsträger wird insbesondere zu Beginn
der Plasmazündung das Plasmagas besonders effektiv
und mit einem wesentlich höheren Ionisationsgrad
und Wirkungsgrad als bei herkömmlichen Vorrichtun
gen ionisiert. Durch die Erfindung erfolgt die
Plasmaeinwirkung auf die zu bearbeitenden, insbe
sondere mittels Kathodenzerstäubung zu beschich
tenden Werkstoffoberflächen zeitlich stabil, wo
durch die aufgetragenen Schichten homogen und frei
von durch Instabilitäten des Plasmas freigesetzten
Partikeln aufwachsen.
Wie im Anspruch 2 und 3 vorgeschlagen, bestehen
die die Ladungsträger erzeugenden Mittel aus einem
oberhalb seiner Glühtemperatur erwärmbaren Draht
element bzw. Heizfaden. Zur Erwärmung dieses Heiz
fadens ist dieser mit einer elektrischen Versor
gung verbunden. Als besonders vorteilhaft hat es
sich erwiesen, den Glühdraht vor und zum Zünden
des Plasmas auf ein elektrisches Potential im Be
reich von - 15 V bis - 25 V, vorzugsweise auf
- 20 V zu legen. Der Heizstrom beträgt hierbei
zwischen 1,0 mA und 1,8 mA, vorzugsweise 1,4 mA.
Nach Zündung des Plasmas wird der Emissionsstrom
des Glühfadens auf einen Wert zwischen 1,4 mA und
2,2 mA, vorzugsweise 1,8 mA eingestellt und die
Vorspannung UP auf einen Wert zwischen + 15 V und
+ 25 V, vorzugsweise + 20 V eingestellt.
Durch die vorgenannten Potentialverhältnisse wird
der Glühdraht vorteilhaft insbesondere vor der
Einwirkung des brennenden Plasmas selbst ge
schützt, da die im Plasma erzeugten positiven La
dungsträger z. B. Ionen am Vorspannungspotential
des Heizdrahtes abgestoßen werden. Weiterhin wird
vorgeschlagen, daß durch Messung der Vorspannung
UP sowie des Emissionsstromes IE die Plasmaentla
dung während der Brennphase des Plasmas detektier
bar ist.
Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind
in den Unteransprüchen angegeben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der
einzigen Figur dargestellt und wird im folgenden
näher beschrieben.
In einer Plasmabehandlungskammer 1 befinden sich,
im wesentlichen einander gegenüber liegend ange
ordnet, mindestens eine als Kathode 9 und als An
ode 11 geschaltete Elektroden, welche an der
Strom- bzw. Spannungsversorgung 14, 16 durch Lei
terdurchführungen 5 elektrisch von der Kammerwand
3 isoliert angeschlossen sind. Zum Beschichten
oder zum Ätzen von Werkstoffoberflächen befinden
sich die in der Zeichnung nicht dargestellten
Werkstücke z. B. zwischen der Anode 11 und der Ka
thode 12 bzw. sind die zu beschichtenden Werkstücke
Teil der Anode 11 selbst und das zu zerstäubende,
aufzutragende Material Teil der Kathode 9. Zum
Zünden eines Plasmas zwischen der Kathode 9 und
der Anode 11 wird die Plasmabehandlungskammer 1
zunächst über in der Zeichnung nicht dargestellte
Vakuumpumpeinrichtungen durch den Abpumpstutzen 17
auf einen Unterdruck von ca. 10-4 mbar evakuiert.
Über einen Gaseinlaß 7 wird anschließend das zu
verwendende Plasmagas, z. B. ein Edelgas oder N2,
O2, in die Behandlungskammer 1 eingelassen, wobei
ein Kammerdruck p im Bereich von 5×10-4 mbar bis
5×10-2 mbar eingestellt wird. Zum Zünden des Plas
mas wird zwischen die Kathode 9 und die Anode 11
zunächst eine Zündspannung angelegt. Um die Plas
mazündung zu bewirken, wird anschließend der mit
einer vakuumdichten Leiterdurchführung 5 in die
Kammerwand 3 ragende Glühdraht 6 mittels Strom
durchgang oberhalb seiner Glühtemperatur aufge
heizt. Die dabei aus dem Glühdraht 6 emittierten
Elektronen lösen in dem zwischen der Kathode 9 und
der Anode 11 befindlichen Plasmagas Ionisations
prozesse aus, mittels welcher die anschließende
Entladung des Plasmagases initiiert wird. Zum Zün
den des Plasmas 2 wird der Glühdraht 6 auf ein ge
genüber der Kammerwand negatives Potential UP von
- 20 V elektrisch vorgespannt. Der Emissionsstrom
IE beträgt 1,4 mA. Nach Zünden des Plasmas steigt
der Emissionsstrom IE auf einen Wert von 1,8 mA,
wobei die Vorspannung UP des Glühdrahtes 6 sich
auf + 20 V ändert.
Die Vorspannung UP wird über einen zwischen dem
Glühdraht 6 und einer zusätzlichen Vorspannungs
versorgung 12 geschalteten Widerstand 10 zuge
führt. Zur Kontrolle des Plasmas 2 werden sowohl
die über den Widerstand 10 abfallende Vorspannung
UP mit dem Spannungsmeßgerät 13 wie auch der Emis
sionsstrom IE, z. B. in der Emissionsstromversor
gung 12, elektrisch gemessen. Da zeitliche Insta
bilitäten im Brennverhalten des Plasmas sowohl den
Wert UP wie auch IE beeinflussen, kann durch Ver
gleich dieser Strom- und Spannungswerte eine Plas
maregelung unter Steuerung des Kathoden- bzw. An
odenstroms bzw. -spannung erfolgen, mittels wel
cher zeitliche Schwankungen der charakteristischen
Plasmakenngrößen unterdrückt werden können.
1
Plasmabehandlungskammer
2
Plasmaraum
3
Kammerwandung
4
Plasmazündvorrichtung
5
Leiterdurchführung
6
Glühdraht
7
Gaseinlaßeinrichtung
8
Heizstromversorgung
9
Kathode
10
Widerstandselement
11
Anode
12
Emissionsstromversorgung
13
Spannungsmeßgerät
14
Kathodenversorgung
15
Ladungsträger
16
Anodenversorgung
17
Abpumpstutzen
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Zünden eines Plasmas für die
Kathodenzerstäubung, gekennzeichnet durch La
dungsträger (15) erzeugende Mittel (4), wobei
die Ladungsträger (15) in einer zwischen dem
als Plasma (2) zu zündenden Gas und dem die
Ladungsträger (15) erzeugenden Mitteln (4)
anliegenden elektrischen Potential UP in Rich
tung auf den Plasmaraum (2) beschleunigbar
sind, wodurch das in den Plasmaraum (2) ein
gelassene Gas durch Stoßionisation der La
dungsträger (15) ionisiert wird und als Plas
magasentladung zündet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die die Ladungsträger (15) er
zeugenden Mittel (4) mindestens einen durch
Stromdurchfluß erwärmbaren elektrischen Lei
ter (6) aufweist, wobei der elektrische Lei
ter (6) auf mindestens eine Glühtemperatur
erwärmbar ist, wodurch Elektronen (6) von der
Oberfläche des Leiters vorzugsweise in Rich
tung des Plasmaraums (2) thermisch emittiert
werden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und/oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß der elektrische
Leiter aus Wolfram, vorzugsweise in Form ei
nes Drahtes (6), hergestellt ist.
4. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprü
che 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß vor
Zündung einer Plasmaentladung an dem auf sei
ne Glühtemperatur erwärmten Draht (6) eine
Spannung UP im Bereich von - 15 V bis - 25 V
anliegt, und wobei der aus dem Draht (6)
emittierte Emissionsstrom IP im Bereich von
1,0 mA bis 1,8 mA beträgt.
5. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprü
che 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei
Anwesenheit eines Plasmas an dem auf seine
Glühtemperatur erwärmten Draht (6) eine Span
nung UP im Bereich von + 15 V bis + 25 V an
liegt, und wobei der Emissionsstrom IP im Be
reich von 1,4 mA bis 2,2 mA beträgt.
6. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprü
che 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Spannungsgröße UP und/oder die Stromgröße IP
während der Brenndauer des Plasmas meßbar
sind und diese als elektrische Kenngrößen des
gezündeten Plasmas zu dessen Kontrolle, wel
che vorzugsweise mittels elektronischer Mit
tel erfolgt, vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997105884 DE19705884A1 (de) | 1997-02-15 | 1997-02-15 | Plasma-Zündvorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1997105884 DE19705884A1 (de) | 1997-02-15 | 1997-02-15 | Plasma-Zündvorrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19705884A1 true DE19705884A1 (de) | 1998-08-20 |
Family
ID=7820388
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|---|---|---|---|
| DE1997105884 Withdrawn DE19705884A1 (de) | 1997-02-15 | 1997-02-15 | Plasma-Zündvorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
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