DE19705852A1 - Vorrichtung zum Balancieren insbesondere für therapeutische Zwecke - Google Patents
Vorrichtung zum Balancieren insbesondere für therapeutische ZweckeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Balancieren insbesondere für therapeutische
Zwecke mit einer Wippe, bei der unterhalb eines Brettes zum Draufstellen mit den beiden
Füßen (oder auch Händen) eine gewölbte Unterstützung angeordnet ist, mittels der das
Brett ausgehend von seiner horizontalen Ausgangslage entweder auf die eine oder auf die
andere Seite kippbar ist.
Derartige Kippbretter zum Balancieren, welche insbesondere für therapeutische Zwecke
eingesetzt werden, sind bekannt. Sie weisen grundsätzlich ein Brett auf, auf das sich die
entsprechende Person mit einem oder mit beiden Füßen draufstellen und die Balancier
übungen ausführen kann. Zu diesem Zweck ist an der Unterseite des Brettes eine Unter
stützung angeordnet, so daß das Balanciergerät sowohl zu der einen als auch zu der ande
ren Seite hin kippbar ist.
Ein Balanciergerät der eingangs angegebenen Art ist aus der FR-OS 2 177 449 bekannt.
Dabei ist an der Unterseite eines rechteckigen Brettes eine halbzylinderförmige Kippleiste
angeordnet, welche eine Unterstützung für das Brett definiert, so daß dieses sowohl zur
einen als auch zur anderen Seite hin kippbar ist. Mit diesem Balanciergerät soll in erster
Linie der Gleichgewichtssinn geschult sowie darüber hinaus die Beinmuskulatur gestärkt
werden. Nachteil bei diesem bekannten Gerät ist, daß es für therapeutische Zwecke nur
beschränkt einsatzfähig ist.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Vor
richtung zum Balancieren zu schaffen, welche insbesondere für therapeutische Zwecke
universell einsetzbar ist.
Als technische Lösung wird mit der Erfindung vorgeschlagen, daß auf der Oberseite
des Brettes zwei Drehteller zum Draufstellen mit den Füßen (oder auch Händen) angeord
net sind.
Dadurch ist ein Balanciergerät geschaffen, welches für therapeutische Zwecke universell
einsetzbar ist. Die beiden Drehteller sind dabei auf der Oberseite, d. h. auf der Trittfläche
des Kippbrettchens drehbar gelagert. Auf diese beiden Drehteller stellt sich der Patient mit
seinen beiden Füßen. Selbstverständlich kann der Patient statt mit seinen Füßen auch sei
ne Hände drauflegen und entsprechend geeignete Übungen ausführen. Steht der Patient
auf dem Kippbrett, kann er während der Kippbewegung mit seinen Beinen eine Drehbewe
gung ausführen. Statt dessen ist es auch möglich, daß der Patient bei der Kippbewegung
der versuchten Rotation der Drehteller entgegenwirkt, so daß sich diese nicht drehen. Dies
dient dem Beinachsenstabilisationstraining. Das Balanciergerät ist somit nach biomechani
schen Gesichtspunkten konzipiert und eignet sich sowohl zur proprioceptiven Stimulation
als auf für ein multiaxiales Balancetraining. Das Balanciergerät ist dabei einfach zu bedie
nen und ermöglicht auch ein Abstufung des Schwierigkeitsgrades. Mit ihm ist sowohl ein
spezifisches Training der unteren Extremität oder des Schultergürtels als auch ein komple
xes Rückentraining, beispielsweise in Kombination mit einem Zugapparat möglich.
Eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Balanciervorrichtung schlägt vor, daß die Wöl
bung der Unterstützung teilkreisförmig ausgebildet ist. Während der Kippbewegung führt
somit das Kippbrett eine gleichmäßige Kippbewegung aus. Selbstverständlich kann die
Wölbung auch jede andere beliebige und geeignete Form aufweisen, beispielsweise als
Teilellipsoid mit dem Effekt, daß mit unterschiedlichen Kippwinkeln das Balanciergerät un
terschiedliche Kippbestrebungen hat. Dies kann entsprechend den therapeutischen Be
dürfnissen variiert werden.
Eine konstruktiv einfache Möglichkeit in der Ausbildung der Unterstützung besteht darin,
daß diese durch zwei Kufen gebildet ist. Diese beiden Kufen sind an der Unterseite des
Brettes festgelegt und verlaufen vorzugsweise im Randbereich längs der Längskante des
Kippbrettchens. Der besondere Vorteil der beiden Kufen liegt einerseits in der einfachen
Konstruktion, andererseits ist im Bereich zwischen den beiden Kufen genügend Platz, um
zusätzliche Elemente unterzubringen, beispielsweise eine Verstelleinrichtung für die beiden
Drehteller.
Eine weitere Weiterbildung schlägt vor, daß die Drehteller in Kipprichtung der Wippe gese
hen entweder hintereinander oder schräg versetzt angeordnet sind. Durch diese Anordnung
der beiden Drehteller kann sich der Patient optimal auf das Balanciergerät stellen und da
durch einen optimalen therapeutischen Zweck erzielen. Da die Füße mehr oder weniger
immer hintereinander in Kipprichtung gesehen auf dem Balancierbrett stehen, können die
Kippbewegungen des Balanciergerätes vom Patienten ohne weiteres ausgeglichen werden.
Eine weitere Weiterbildung schlägt vor, daß wenigstens einer der beiden Drehteller in sei
ner Position auf dem Brett vorzugsweise stufenlos verstellbar ist. Durch die Verschiebung
der Drehteller und damit der relativen Positionsveränderung zueinander lassen sich die
Achsen der Drehteller individuell einstellen, auch im Hinblick auf eine Abstufung des
Schwierigkeitsgrades. Zum Verstellen der Drehteller kann beispielsweise das Brett entspre
chende Verschiebeschlitze aufweisen, in denen die Drehlagerungen der Drehteller aufge
nommen sind und entsprechend verstellt werden können.
Eine Weiterbildung hiervon schlägt vor, daß der eine Drehteller im wesentlichen in
Kipprichtung und der andere Drehteller im wesentlichen quer zur Kipprichtung der Wippe
verstellbar ist. Durch diese Verstellmöglichkeiten der Drehteller lassen sich so gut wie sämt
liche gewünschten Positionen der Drehteller auf dem Brett einstellen und somit auf optimale
Weise eine individuelle Anpassung an die jeweiligen individuellen Bedürfnisse erzielen.
Eine weitere Weiterbildung schlägt vor, daß die Drehteller bezüglich des Brettes fixierbar
sind. Dies kann durch eine entsprechende Feststelleinrichtung geschehen. Der Vorteil in
der Fixierung der Drehteller auf dem Brett liegt darin, daß sich der Patient beim ersten
Kontakt mit dem Balanciergerät erst einmal an die Kippbewegung gewöhnen kann, ohne
daß er gleich Schwierigkeiten dadurch bekommt, daß sich die Drehteller zusätzlich noch
drehen. Auch kann durch die Fixierung der Drehteller das Balanciergerät in herkömmlicher
Art und Weise verwendet werden.
Eine weitere Weiterbildung schlägt vor, daß die Drehteller eine Auflage für die Füße auf
weisen. Durch eine entsprechend ausgebildete Auflage kann der Halt des Patienten mit
seinen Füßen auf den Drehtellern verbessert werden.
Schließlich wird in einer Weiterbildung vorgeschlagen, daß die Wippe derart bezüglich des
Bodens fixierbar ist, daß sie nicht mehr kippbar ist. Dies kann technisch dadurch realisiert
werden, daß die Unterseite des Brettes entsprechende Verschwenkarme aufweist, die für
die Kippsicherung in die entsprechende Stellung verschwenkt und dort fixiert werden. Der
Vorteil der Kippsicherung liegt darin, daß sich der Patient - wie bei der Drehtellerfixierung -
zunächst einmal an das Balanciergerät gewöhnen kann, ohne daß es beim ersten Drauf
stehen gleich eine Kippbewegung durchführt.
Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Balanciergerätes wird nachfolgend an
hand der Zeichnungen beschrieben. In diesen zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht des Balanciergerätes;
Fig. 2 eine Seitenansicht des Balanciergerätes in Fig. 1;
Fig. 3 eine Stirnansicht des Balanciergerätes in Fig. 1;
Fig. 4 eine Draufsicht auf das Balanciergerät in Fig. 1, allerdings oh
ne die Drehteller (gestrichelt angedeutet).
Das Balanciergerät insbesondere für therapeutische Zwecke ist als Wippe 1 ausgebildet.
Die Wippe 1 weist dabei ein rechteckiges Brett 2 auf. Dieses Brett 2 ist an der Unterseite
mit der eigentlichen Wippeinrichtung ausgestattet. Diese besteht aus einer gewölbten Un
terstützung 3 in Form zweier Kufen 4, welche parallel zu den beiden Längskanten des
rechteckigen Brettes 2 verlaufen. Diese Kufen 4 sind als Kreissegment ausgebildet, so daß
die beiden Kufen 4 zusammen einen virtuellen Boden in Form einer Teilmantelzylinderflä
che definieren. Der Boden ist dabei nicht durchgehend, sondern zwischen den beiden Ku
fen 4 ist der Zwischenraum offen und von unten zugänglich. Weiterhin weist die Unterseite
des Brettes 2 Abstützelemente 5 auf, welche in den Zeichnungen nur schematisch ange
deutet sind. Diese Abstützelemente 5 können derart verstellt, beispielsweise verschwenkt
werden, daß sie zusätzlich zu den Kufen 4 noch auf dem Boden aufliegen und dadurch
eine Kippbewegung des Balanciergerätes verhindert wird.
Auf der Oberseite 6 des Brettes 2 sind zwei Drehteller 7 angeordnet. Die Ebenen der
Drehteller 7 sind dabei parallel zur Ebene des Brettes 4 ausgerichtet. Wie die Draufsicht auf
das Brett 2 in Fig. 4 erkennen läßt, weist das Brett 2 zwei Verstellschlitze 8 für jeweils einen
Drehteller 7 auf. Dabei ist der eine Verstellschlitz 8 in Kipprichtung des Balanciergerätes
ausgerichtet, während der andere Verstellschlitz 8 senkrecht hierzu ausgerichtet ist. In die
sen Verstellschlitzen 8 sind die beiden Drehteller 7 stufenlos verstellbar angeordnet. Die
Verstelleinrichtung besteht dabei jeweils aus einem Auflagesockel 9 für den jeweiligen
Drehteller. Dieser Auflagesockel 9 ist von oben auf den jeweiligen Verstellschlitz 8 aufge
steckt. Unterseitig weist der Auflagesockel 9 einen durchgehenden Gewindebolzen auf, auf
den ein Festspannrad 10 aufgeschraubt ist, so daß der Auflagesockel 9 gegen das Brett 2
im zugedrehten Zustand verspannt wird. Auf dem Auflagesockel 9 ist dann der jeweilige
Drehteller 7 drehbar gelagert. Weiterhin weisen die beiden Drehteller 7 oberseitig noch je
weils eine Auflage 11 auf. Schließlich ist noch eine - in den Zeichnungen nicht dargestellte -
Einrichtung vorgesehen, mittels der die beiden Drehteller 7 jeweils fixiert werden können, so
daß eine Drehbewegung unterbunden wird.
Das Balanciergerät funktioniert wie folgt:
Zunächst werden die beiden Drehteller 7 auf dem Brett 2 entsprechend den Wünschen eingestellt. Zu diesem Zweck werden die Festspannräder 10 etwas gelockert, so daß der Auflagesockel 9 im zugehörigen Verstellschlitz 8 in die gewünschte Position stufenlos ver schoben werden kann. Nachdem die gewünschte Position der Drehteller 7 erreicht ist, wer den die Festspannräder 10 wieder angezogen.
Zunächst werden die beiden Drehteller 7 auf dem Brett 2 entsprechend den Wünschen eingestellt. Zu diesem Zweck werden die Festspannräder 10 etwas gelockert, so daß der Auflagesockel 9 im zugehörigen Verstellschlitz 8 in die gewünschte Position stufenlos ver schoben werden kann. Nachdem die gewünschte Position der Drehteller 7 erreicht ist, wer den die Festspannräder 10 wieder angezogen.
Anschließend kann sich der Benutzer mit seinen beiden Füßen auf die Drehteller 7 drauf
stellen und seine entsprechenden Übungen machen, wobei eine überlagerte Bewegung
möglich ist, nämlich zum einen eine Kippbewegung der Wippe 1 und zum anderen eine
Drehbewegung der Füße bzw. Beine auf den beiden Drehtellern 7. Für Eingewöhnungs
zwecke kann der Benutzer zunächst die Wippenfixierung (mit den Abstützelementen 5)
und/oder die Drehtellerfixierung aktivieren.
Das beschriebene Balanciergerät ist nach biomechanischen Gesichtspunkten konzipiert. Es
eignet sich sowohl zur proprioceptiven Stimulation als auch für ein multiaxiales Balancetrai
ning. Das Gerät ist dabei einfach zu bedienen und ermöglicht eine Abstufung des Schwie
rigkeitsgrades. Mit dem Balancegerät ist sowohl ein spezifisches Training der unteren Ex
tremität oder des Schultergürtels als auch ein komplexes Rückentraining beispielsweise in
Kombination mit einem Zugapparat möglich. Durch das stufenlose Verschieben der beiden
Drehteller 7 lassen sich die Achsen individuell einstellen.
Bezugszeichenliste
1 Wippe
2 Brett
3 gewölbte Unterstützung
4 Kufe
5 Abstützelement
6 Oberseite
7 Drehteller
8 Verstellschlitz
9 Auflagesockel
10 Festspannrad
11 Auflage
2 Brett
3 gewölbte Unterstützung
4 Kufe
5 Abstützelement
6 Oberseite
7 Drehteller
8 Verstellschlitz
9 Auflagesockel
10 Festspannrad
11 Auflage
Claims (9)
1. Vorrichtung zum Balancieren insbesondere für therapeutische Zwecke
mit einer Wippe (1), bei der unterhalb eines Brettes (2) zum Draufstellen mit den beiden
Füßen (oder auch Händen) eine gewölbte Unterstützung (3) angeordnet ist, mittels der
das Brett (2) ausgehend von seiner horizontalen Ausgangslage entweder auf die eine
oder auf die andere Seite kippbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf der Oberseite (6) des Brettes (2) zwei Drehteller (7) zum Draufstellen mit den
Füßen (oder auch Händen) angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wölbung der Unterstützung (3) teilkreisförmig ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Unterstützung (3) durch zwei Kufen (4) gebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehteller (7) in Kipprichtung der Wippe (1) gesehen entweder hintereinander
oder schräg versetzt angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens einer der beiden Drehteller (7) in seiner Position auf dem Brett (2) vor
zugsweise stufenlos verstellbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der eine Drehteller (7) im wesentlichen in Kipprichtung und der andere Drehteller
(7) im wesentlichen quer zur Kipprichtung der Wippe (1) verstellbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehteller (7) bezüglich des Brettes (2) fixierbar sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehteller (7) eine Auflage (11) für die Füße aufweisen.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wippe (1) derart bezüglich des Bodens fixierbar ist, daß sie nicht mehr kippbar
ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
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