DE19653059A1 - Verfahren zum Betrieb eines Brenners - Google Patents
Verfahren zum Betrieb eines BrennersInfo
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- F23D11/10—Burners using a direct spraying action of liquid droplets or vaporised liquid into the combustion space the spraying being induced by a gaseous medium, e.g. water vapour
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Brenners, gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Zur Zerstäubung von flüssigen Brennstoffen werden unter anderem sogenannte
Vollstrahlzerstäuber eingesetzt. Bei einer solchen Düse wird der flüssige Brenn
stoff aus einer Vorkammer durch eine kreisförmige Einspritzöffnung bestimmter
Führungslänge unter hohem Druck ausgestoßen. Der sich ergebende Brenn
stoffstrahl zerfällt in mehr oder weniger ruhender Umgebung zu einem feinen
Spray. Um einen zur Verbrennung ausreichend feinen Spray zu erzeugen ist je
doch ein relativ hoher Brennstoffdruck erforderlich, wie er nur bei Vollast einer
Gasturbinenanlage anliegt. Demgegenüber wird beispielsweise beim Zünden ei
ner Brennkammer oder beim Hochfahren nach dem Zünden aufgrund des niedri
gen Brennstoffdurchsatzes nur ein geringer Brennstoffdruck benötigt. Weil jedoch
bei Teillast der Gasturbinenanlage die Zerstäubung des flüssigen Brennstoffs mit
tels eines Vollstrahlzerstäubers naturgemäß zu relativ großen Tropfen führt,
sind die herkömmlichen Vollstrahlzerstäuber für den Teillastbetrieb einer Gastur
binenanlage nicht geeignet.
Um dennoch feine Tropfen zu erzielen, kann die Düse zusätzlich mit einer soge
nannten Zündstufe versehen werden. Dabei handelt es sich um einen zweiten
Zerstäuber, der für entsprechend kleine Durchsätze ausgelegt ist und daher bei
Teillast eine ausreichend feine Zerstäubung des Flüssigbrennstoffs gewährleistet.
Eine solche Lösung ist aus dem Lehrbuch "Atomization and sprays" von A.
Lefebvre, West Lafayette, Indiana 1989, S. 120, Fig. 4.21 bekannt. Diese Düse
mit ihren beiden Brennstoffzuleitungen und mit zwei radial übereinander liegen
den Brennstoffkanälen, welche je nach benötigtem Brennstoffmassenstrom beauf
schlagt werden, benötigt jedoch einen relativ großen Bauraum. Zudem sind die
verwendeten Bauteile naturgemäß filigran, wodurch die Düse störanfälliger wird.
Die Verwendung von mehr als zwei Zerstäubern in einer Düse führt zu einer Ver
stärkung der genannten Nachteile. Außerdem ist eine entsprechende Anzahl von
Brennstoffzuleitungen mit diversen Regelventilen erforderlich, wodurch nicht nur
der konstruktive Aufwand sondern auch die Kosten steigen. Beim Umschalten auf
den jeweils benötigten Zerstäuber treten Unstetigkeiten im Brennstoffstrom auf,
die zum Verlöschen des Brenners führen können.
Aus der gleichen Quelle, jedoch S. 142-144 und Fig. 4.50 ist ein Zerstäuber für
flüssige Brennstoffe bekannt, bei dem stromauf der Einspritzöffnung ein Hilfsgas
in den Flüssigkeitsstrom eingebracht wird. Dazu ist im Inneren des Flüssigbrenn
stoffrohres ein Gasrohr angeordnet, welches stromauf der Einspritzöffnung endet
und mit mehreren Austrittsöffnungen für das Hilfsgas versehen ist. Die Eindüsung
des Hilfsgases in den Flüssigkeitsstrom erfolgt mit geringer Geschwindigkeit und
mit gegenüber dem Flüssigkeitsstrom nur unwesentlich höherem Druck. Das in
die Flüssigkeit austretende Hilfsgas bildet Gasblasen, durch deren Einfluß relativ
dünne Flüssigkeitsfetzen und -bänder im Flüssigkeitsstrom entstehen. Weil sol
che Flüssigkeitsströme mit geringerem Durchmesser leichter zu einem feinen
Spray aufgelöst werden können, wird auf diese Weise die Zerstäubung des flüs
sigen Brennstoffs verbessert. Mit dem Eindüsen des Hilfsgases in das Flüssig
brennstoffrohr wird der zu zerstäubende Gesamtvolumenstrom erhöht, so daß
mittels eines Vollstrahlzerstäubers auch bei Teillast eine ausreichende Zerstäu
bung des Brennstoffs erreichbar ist.
Der Nachteil eines solchen Zerstäubers ist jedoch, daß er nicht bei Vollast der
Gasturbinenanlage, d. h. bei hohem Brennstoffdruck eingesetzt werden kann. Um
bei diesem Betriebszustand das Eindüsen des Hilfsgases in den Flüssigbrennstoff
und damit die Funktionsfähigkeit des Zerstäubers zu gewährleisten, muß das
Hilfsgas hoch verdichtet werden. Dies ist jedoch sehr aufwendig und nicht ohne
externe Energiezufuhr möglich. Daher haben derartige Zerstäuber bisher kaum
Verbreitung gefunden.
Die Erfindung versucht, alle diese Nachteile zu vermeiden. Ihr liegt die Aufgabe
zugrunde, ein einfaches und für alle Betriebszustände geeignetes Verfahren zum
Betrieb eines Brenners zu schaffen.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß bei einem Verfahren gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1, das Hilfsgas nur bei der Zündung sowie bei
Teillast des Brenners zugeführt und die Zufuhr bei hohen Lastbereichen unterbro
chen wird.
Damit kann die an sich bekannte Zerstäuberdüse nunmehr sowohl an Zünd- und
Niedriglastbedingungen als auch unter hohen Lastbedingungen und natürlich bei
Vollast optimal angepaßt werden. Auf diese Weise wird das jeweilige Anwen
dungsspektrum einer solchen Zerstäuberdüse bzw. eines mit ihr ausgestatteten
Brenners wesentlich erweitert. Ihr Einsatz bei einer mit unterschiedlichen Ver
brennungsluftdrücken, wie z. B. bei einer Gasturbine, betriebenen Brennkammer
wird dadurch erst ermöglicht.
Allgemein kann durch die im Brenner erfolgende Vormischung des flüssigen
Brennstoffs mit dem Hilfsgas eine emissionsärmere Verbrennung erzielt werden.
Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich beim Einsatz des Verfahrens in axial gelager
ten Brennkammern, bei denen die Brenner in unterschiedlichen geodätischen Hö
hen angeordnet sind. Durch die Zufuhr des Hilfsgases kann die ansonsten insbe
sondere beim Zünden auftretende, ungleichmäßige Verteilung des Flüssigbrenn
stoffs deutlich verringert und damit die Funktionssicherheit der Brennkammer er
höht werden.
Es ist besonders zweckmäßig, wenn das Hilfsgas auch bei Unterbrechung der
Versorgung des Brenners mit flüssigem Brennstoff weiterhin zugeführt wird. Auf
diese Weise kann die Zerstäuberdüse zusätzlich gespült und damit ihrem Verko
ken vorgebeugt werden.
Ferner ist es vorteilhaft, wenn das Hilfsgas aus einem Druckbehälter oder einem
Hilfsverdichter zum Brenner geliefert wird. Entsprechend den konkreten Einsatz
bedingungen des Brenners ist damit jeweils eine geeignete Quelle für das Hilfs
gas gegeben.
Besonders vorteilhaft wird verdichtete Luft als Hilfsgas zugeführt. Dazu wird bei
Bedarf entweder Umgebungsluft verdichtet oder komprimierte Luft aus dem be
reits vor dem Zünden des Brenners gefüllten Druckbehälter verwendet. Der Ein
satz von Umgebungsluft als Hilfsgas ist deshalb besonders günstig, weil sie stän
dig zur Verfügung steht.
Je nach Verfügbarkeit kann die Erfindung auch mit inerten Gasen, wie z. B. Stick
stoff, mit Zündgasen (z. B. Propan) oder mit Brenngasen (beispielsweise Erdgas)
realisiert werden.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand eines in einer
Gasturbinenanlage angeordneten Brenners für flüssige Brennstoffe dargestellt.
Die einzige Figur zeigt einen Teillängsschnitt durch den mit einer Zerstäuberdüse
ausgestatteten Brenner.
Es sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt.
Nicht dargestellt sind von der Anlage beispielsweise der Verdichter und die Gas
turbine. Die Strömungsrichtung der Arbeitsmittel ist mit Pfeilen bezeichnet.
In der nicht dargestellten Gasturbinenanlage sind mehrere Brenner 1 angeordnet,
die mit einem flüssiger Brennstoff 2, genauer mit Brennöl betrieben werden. Na
türlich können auch andere geeignete Brennstoffe Verwendung finden.
Jeder Brenner 1 besteht aus einem äußeren Luftrohr 3 und einer koaxial im Inne
ren des Luftrohres 3 angeordneten Zerstäuberdüse 4, welche beide in eine
Brennkammer 5 der Gasturbinenanlage münden. Die Zerstäuberdüse 4 weist ein
Flüssigbrennstoffrohr 6 mit einem Innenraum 7, eine Brennstoffzuleitung 8 und ei
ne kreisförmige Einspritzöffnung 9 auf. Im Innenraum 7 der Zerstäuberdüse 4 ist
ein mit einer Zuleitung 10 verbundenes Gasrohr 11 angeordnet, welches mehrere
Austrittsöffnungen 12 in den Innenraum 7 aufweist. Der Innenraum 7 ist in Rich
tung der Einspritzöffnung 9 verjüngt, d. h. mit einem Führungsstück 13 für das
Brennöl 2 ausgebildet. Die Zuleitung 10 besitzt ein Steuerventil 14, mit dem das
Gasrohr 11 geöffnet oder versperrt werden kann.
Beim Betrieb der Gasturbinenanlage wird jeder Brenner 1 über die entsprechende
Brennstoffzuleitung 8 mit Brennöl 2 versorgt. Dabei gelangt das Brennöl 2 zu
nächst in den Innenraum 7 des Flüssigbrennstoffrohres 6, wo es durch den
Brennstoffdruck in Richtung der Einspritzöffnung 9 weitergefördert wird. Sowohl
während dem Zündvorgang als auch beim Teillastbetrieb der Brenner 1 bzw. der
Gasturbinenanlage wird über die Zuleitung 10 und die m Gasrohr 11 angeordne
ten Austrittsöffnungen 12 als Hilfsgas 15 dienende, verdichtete Luft in das sich im
Innenraum 7 befindliche Brennöl 2 eingeleitet. Diese Endüsung erfolgt mit gerin
ger Geschwindigkeit und mit einem gegenüber dem Brennöl 2 nur unwesentlich
höheren Druck von zirka 0,1 bis 3,0 bar. Durch die zusätzliche Luft 15 wird der
Volumenstrom und damit der Brennstoffdruck erhöht, so daß sowohl bereits beim
Zündvorgang als auch beim Teillastbetrieb der Brenner 1 eine verbesserte Zer
stäubung des Brennöls 2 erzielt werden kann. Zudem bildet das in das flüssige
Brennöl 2 eintretende Hilfsgas 15 Luftblasen aus, durch deren Einfluß das
Brennöl 2 in die Form von dünnen Flüssigbrennstoff-Fetzen und -bändern ge
quetscht wird. Weil somit die einzelnen Teile des Brennöls 2 einen relativ gerin
gen Ausgangsdurchmesser aufweisen, kann beim Eindüsen des Brennöls 2 durch
die Einspritzöffnung 9 eine besonders feine Zerstäubung erreicht werden.
Die als Hilfsgas 15 dienende Luft wird dem nicht dargestellten Verdichterabschnitt
der Gasturbinenanlage vorverdichtet entnommen und bei Bedarf über einen eben
falls nicht dargestellten Hilfsverdichter auf den erforderlichen Druck gebracht.
Natürlich kann die Luft 15 auch aus einem Druckbehälter zugeführt werden.
Mit zunehmender Last der Gasturbinenanlage nimmt der Brennstoffdurchsatz des
Brenners 1 ständig zu. Analog zum Brennstoffdurchsatz steigt der Brennstoffdruck
im Brenner 1 und in der Zerstäuberdüse 4. Wenn der zu einer ausreichenden Zer
stäubung erforderliche Brennstoffdruck erreicht ist, wird die Luftzufuhr durch
Schließen des Steuerventils 14 unterbrochen. Bei geschlossenem Steuerventil
14, d. h. bei hohem Brennstoffdruck, wird das Brennöl 2 mittels der kreisförmigen
Einspritzöffnung 9 zu einem feinen, für die Verbrennung geeigneten Spray ver
teilt.
Auch während einer Unterbrechung der Versorgung des Brenners 1 mit flüssigem
Brennstoff 2, z. B. beim zeitweiligen Einsatz des Brenners 1 als Zünd-, Pilot- oder
als Stufenbrenner einer gestuften Brennkammer, oder beim Abschalten der Gas
turbinenanlage wird dem Brenner 1 weiterhin Luft 15 zugeführt. Auf diese Weise
wird eine Spülung der Zerstäuberdüse 4 gewährleistet und damit deren Verkoken
vorgebeugt.
Natürlich können alternativ zur verwendeten Luft 15 auch noch andere Hilfsgase,
wie beispielsweise inerte Gase (Stickstoff) oder Zündgase (Propan) oder Brenn
gase (Erdgas) eingesetzt werden.
1
Brenner
2
flüssiger Brennstoff, Brennöl
3
Luftrohr, äußeres
4
Zerstäuberdüse
5
Brennkammer
6
Flüssigbrennstoffrohr
7
Innenraum
8
Brennstoffzuleitung
9
Einspritzöffnung, kreisförmig
10
Zuleitung
11
Gasrohr
12
Austrittsöffnung
13
Führungsstück
14
Steuerventil
15
Hilfsgas, Luft
Claims (9)
1. Verfahren zum Betrieb eines Brenners (1), bei dem mit einem aktuellen
Brennstoffdruck in eine Zerstäuberdüse (4) des Brenners (1) einströmender
flüssiger Brennstoff (2) durch eine Einspritzöffnung (9) ausgestoßen, zu
vor jedoch ein Hilfsgas (15) mit einem nur geringfügig höheren Druck als
der Brennstoffdruck in den flüssigen Brennstoff (2) eingebracht wird, da
durch gekennzeichnet, daß das Hilfsgas (15) bei der Zündung und bei
Teillast des Brenners (1) zugeführt, die Zufuhr bei hohen Lastbereichen
des Brenners (1) jedoch unterbrochen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsgas
(15) auch bei Unterbrechung der Versorgung des Brenners (1) mit flüssi
gem Brennstoff (2) weiterhin zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Hilfsgas (15) aus einem Druckbehälter oder einem Hilfsverdichter zum
Brenner (1) geliefert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß verdichtete Luft
als Hilfsgas (15) zugeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß während der
Zündung und/oder dem Teillastbetrieb des Brenners (1) Umgebungsluft
(15) verdichtet und zum Brenner (1) geliefert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß komprimierte
Luft (15) aus einem vor dem Zünden des Brenners (1) befüllten Druckbe
hälter zum Brenner (1) geliefert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Hilfsgas
(15) ein inertes Gas, vorzugsweise Stickstoff, zum Brenner (1) geliefert
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Hilfsgas
(15) ein Zündgas, vorzugsweise Propan zum Brenner (1) geliefert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Hilfsgas
(15) ein Brenngas, vorzugsweise Erdgas, verwendet wird.
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