DE19651005A1 - Anordnung zur Ableitung von als nicht verkehrsfähig bestimmter Milch bei Melkanlagen - Google Patents
Anordnung zur Ableitung von als nicht verkehrsfähig bestimmter Milch bei MelkanlagenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Ableitung von als nicht verkehrsfähig bestimm
ter Milch bei Melkanlagen mit einer Milch- und Spülleitung sowie weiteren Leitungen und
in die Milch- und Spülwege eingeordneten Melkzeugen, Ventilen, Behältern und Meßvor
richtungen, insbesondere einem Milchmengenmeßgerät je Melkplatz der Melkanlage.
Es ist bekannt, bei Melkanlagen den Melkablauf für jeden Melkstand der Melkanlage in
einer an das individuelle Melkverhalten des jeweils gemolkenen Tieres abgestimmten
Weise zu steuern. Dabei erfolgt die Steuerung im allgemeinen in Abhängigkeit zum zeit
lichen Verlauf des Volumenstromes der an dem jeweiligen Melkstand ermolkenen Milch.
Auf ihrem Weg in eine Milchsammelleitung durchströmt die der Kuh über das Melkzeug
entzogene Milch dazu ein Milchmengenmeßgerät.
In der Praxis besteht dabei die Forderung, daß Milch, welche aufgrund von Qualitäts
beeinträchtigungen nicht für den Handel oder eine Weiterverarbeitung vorgesehen werden
kann, nicht in die Milchsammelleitung abfließen darf. Um dies zu gewährleisten, wird von
den Tieren, eine Vormelkprobe genommen. Stellt sich dabei heraus, daß die von dem
jeweiligen Tier abgegebene Milch, beispielsweise wegen einer Mastitis, nicht verkehrs
fähig ist, so muß ein solches Tier zwar trotzdem gemolken werden, jedoch muß die dabei
ermolkene Milch getrennt von der Milch gesunder Tiere gesammelt werden.
In Melkanlagen mit Herdenmanagement wird dem Melker auch von entsprechenden Ein
richtungen der Melkanlage vor dem Ansetzen des Melkzeugs signalisiert, daß die Kuh an
dem entsprechenden Melkplatz krank ist bzw. vom Tierarzt behandelt wurde und die
Milch daher nicht verkehrsfähig ist.
In den Fällen, wo dem Melker durch die Bewertung der Vormelkprobe oder ein entspre
chendes Signal von den Anlagenteilen zur Tiererkennung bekannt wird, daß bei einem
Tier eine Erkrankung vorliegt, oder wo er sich aufgrund einer eigenen visuellen Bewer
tung des Euterzustandes dazu entschließt, setzt er bei diesem Tier ein gesondertes
Melkzeug an, um die Milch des Tieres in einem Behälter zu sammeln, der sich zwischen
diesem Melkzeug und der Melkleitung befindet, oder diese Milch über eine separate
Melkleitung abzuleiten. Diese Vorgehensweise ist jedoch sehr aufwendig und für den
Melker wenig komfortabel. Außerdem ist der apparative Aufwand, insbesondere beim
Einsatz gesonderter Melkleitungen für die nicht verkehrsfähige Milch, verhältnismäßig
hoch, zumal auch die für die Ableitung der Milch zusätzlich vorzusehenden Baugruppen in
das Reinigungssystem der Melkanlage einzubeziehen sind.
Bei noch stärker automatisierten Anlagen ist es möglich, die Milchqualität während des
Melkprozesses beispielsweise durch Sensoren zu ermitteln. Jedoch können bei bekannten
Melkanlagen dieser Art die bei der sich unmittelbar anschließenden Auswertung gewonne
nen Werte über den Zustand der Milch in diesem Fall nicht dem Zweck dienen, nicht ver
kehrsfähige Milch abzuleiten, da es dem Melker dann nicht mehr möglich ist, in geeigne
ter Weise in den Melkprozeß einzugreifen und die Milch einem gesonderten Behälter oder
einer separaten Melkleitung zuzuleiten.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zu schaffen, welche die
Ableitung nicht verkehrsfähiger Milch aus den Milchwegen einer Melkanlage mit ge
ringem apparativen Aufwand ermöglicht und bei vorhandenen Melkanlagen leicht nach
rüstbar ist.
Erfindungsgemaß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß bei einer Anordnung zur Ablei
tung nicht verkehrsfähiger Milch bei Melkanlagen mit einer Milchsammel- und einer
Spülleitung sowie weiteren Leitungen und in die Milch- und Spülwege eingeordneten
Melkzeugen, Ventilen, Behältern und Meßvorrichtungen, insbesondere einem Milch
mengenmeßgerät je Melkplatz, das Milchmengenmeßgerät über einen unteren Ein- und
Auslaufstutzen mit einem oder mehreren steuerbaren Ventilen verbunden ist und an dem
oder den Ventilen Verbindungsleitungen angeordnet sind, die das oder die Ventile mit der
Milchsammelleitung und der Spülleitung verbinden, wobei entsprechend einem ersten
Schaltzustand des oder der Ventile über die zur Milchsammelleitung führende Verbin
dungsleitung eine Verbindung des Ein- und Auslaufstutzens mit der Milchsammelleitung
gebildet ist, so daß die während des Melkens ermolkene Milch aus dem Milchmengen
meßgerät in die Milchsammelleitung fließt und entsprechend einem zweiten Schaltzustand
über eine in die Spülleitung mündende Verbindungsleitung eine Verbindung des Ein- und
Auslaufstutzens mit der Spülleitung besteht, so daß entweder während des Melkens nicht
verkehrsfähige Milch aus dem Milchmengenmeßgerät in die Spülleitung abfließt oder
während der Reinigung der Melkanlage aus der Spülleitung ein Spülmittel in das Milch
mengenmeßgerät eingetragen wird.
Es ist im Sinne der Erfindung, daß bei einer Ausgestaltung der Anordnung am Ein- und
Auslaufstutzen des Milchmengenmeßgerätes ein steuerbares Ventil angeordnet ist, das
zwei mögliche Schaltzustände aufweist, so daß entweder eine Verbindung zwischen dem
Milchmengenmeßgerät und der Milchsammelleitung oder eine Verbindung zwischen dem
Milchmengenmeßgerät und der Spülleitung gebildet ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemaßen Anordnung besteht darin,
daß am Ein- und Auslaufstutzen des Milchmengenmeßgerätes zwei Ventile angeordnet
sind, die unabhängig voneinander schaltbar sind, aber als logische Ventileinheit arbeiten,
wobei die Ventile in ihren Schaltzuständen so aufeinander abgestimmt sind, daß entspre
chend einem dritten Schaltzustand der durch sie gebildeten Ventileinheit das Milchmengen
meßgerät gegen beide Verbindungsleitungen verschlossen ist, während ein das Milch
mengenmeßgerät gegenüber beiden Verbindungsleitungen öffnender Schaltzustand der
Ventileinheit verhindert ist.
Eine in der Form mit einer am Ein- und Auslaufstutzen des Milchmengenmeßgerätes
angeordneten Ventileinheit ausgestaltete Anordnung ist besonders vorteilhaft weiterge
bildet, wenn in dem Milchmengenmeßgerät eine erste Elektrode und im Bereich zwischen
dem Ein- und Auslaufstutzen des Milchmengenmeßgerätes und der Milchsammelleitung
eine zweite Elektrode eingeordnet ist, so daß durch den Abstand der Elektroden zuein
ander ein Volumen bestimmt ist, bis zu dessen Füllung mit Milch während des Melkens
die Ventileinheit das Milchmengenmeßgerät gegen die Verbindungsleitungen verschließt.
Besonders vorteilhaft ist die erfindungsgemaße Anordnung ausgebildet, wenn in dem
Milchmengenmeßgerät Mittel zu einer automatischen Bestimmung der Milchqualität
während des Melkens angeordnet sind. Selbstverständlich schließt dabei die automatische
Überwachung der Milchqualität die visuelle Beurteilung des Euters einer zu melkenden
Kuh durch den Melker und ein von ihm als notwendig erachtetes, von der Steuerung
unabhängiges manuelles Eingreifen in den Melkablauf nicht aus. Unabhängig davon, ob
die Ansteuerung des bzw. der zwischen dem Milchmengenmeßgerät und den Verbindungs
leitungen eingeordneten Ventile durch ein manuelles Eingreifen des Melkers oder automa
tisch erfolgt, ist eine Ausgestaltung, welche die vorübergehende Ansammlung der Milch
im Bereich zwischen der zur Milchsammelleitung führenden Verbindungsleitung und dem
Milchmengenmeßgerät ermöglicht, für eine zuverlässige Bewertung besonders günstig.
Dabei kann diese bei der Ausgestaltungsform mit einer Ventileinheit durch entsprechende
Ansteuerung der die Einheit bildenden Ventile mögliche vorübergehende Ansammlung der
Milch zeitgesteuert oder entsprechend einer bereits angegebenen Ausgestaltung mit zwei
Elektroden füllstandsgesteuert erfolgen. In jedem Falle ermöglicht das Ansammeln der
Milch und die damit verbundene Milchberuhigung eine exaktere Beurteilung ihrer wichtig
sten Parameter. Dies ist für eine ständige Kontrolle der Milchqualität ebenso bedeutungs
voll, wie für eine mögliche Früherkennung von Erkrankungen der Tiere. So kann beispiels
weise eine ständige Erfassung des Leitwertes der Milch zur Früherkennung einer Mastitis
dienen. Dabei ist in beruhigter Milch die Bestimmung ihres Leitwertes wesentlich exakter
möglich als bei fließender Milch.
Ebenso vorteilhaft wirkt sich diese Tatsache aber auch aus, wenn die zur üblichen monatli
chen Milchprüfung zu entnehmende Probe aus einem solchen beruhigten Milchvolumen
entnommen wird.
Die erfindungsgemäße Anordnung zeichnet sich durch ihren einfachen Aufbau aus. So
ermöglicht der Einsatz der Anordnung einen Verzicht auf zusätzliche Rohrleitungen zur
Ableitung der nicht verkehrsfähigen Milch. Auch zusätzliche Mittel, die erforderlichen
falls ein Umstecken von Milchleitungen- oder Schläuchen in der Nähe des Milch
mengenmeßgerätes bzw. vor der Milchsammelleitung ermöglichen, entfallen. Durch den
einfachen Aufbau der Anordnung ist zudem eine leichte Nachrüstbarkeit vorhandener
Melkanlagen gegeben. Die Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht es außerdem, in vor
teilhafter Weise für den Melker während des Melkens flexibel auf festgestellte Qualitäts
beeinträchtigungen der Milch reagieren zu können.
Weitere bedeutende Vorteile der erfindungsgemaßen Anordnung ergeben sich bei deren
Aufbau mit einer drei Schaltzustände ermöglichenden Ventileinheit, insbesondere im Hin
blick auf die Bewertung der Milchqualität, aber auch zur Entscheidungsfindung darüber,
ob es erforderlich ist, ein Tier dem Tierarzt vorzustellen. Dies ergibt sich aus der Tatsa
che, daß sich aus der Bewertung der Milch Rückschlüsse auf den (Gesundheitszustand einer
Kuh ziehen lassen. Dabei lassen sich die hierfür relevanten Werte wesentlich genauer aus
beruhigter, also nicht fließender Milch gewinnen. So kann eine ständige prophylaktische
Erfassung des Leitwertes erfolgen. Wird dabei erkannt, daß sich der Leitwert geringfügig
ändert, so kann zwar die gewonnene Milch durchaus noch verkehrsfähig sein, es kann sich
aber erforderlich machen, das Tier einem Tierarzt vorzustellen, damit dieser in einer
Untersuchung feststellen kann, ob sich bei der Kuh die Entstehung einer Mastitis ab
zeichnet.
Auch für die im allgemeinen monatlich durchzuführende Milchprüfung läßt die Probenent
nahme aus einem solchen beruhigten Milchvolumen eine genauere Bestimmung der wesent
lichen Qualitätsparameter zu.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Anordnung besteht in der Flutung des
Milchmengenmeßgerätes mit der Spülflüssigkeit durch einen unteren Einlaß. Schatten für
die Spülflüssigkeit wie sie bei einer Flutung des Milchmengenmeßgerätes von oben an
Einbauten des Meßgerätes vielfach auftreten, werden durch die vorliegende Anordnung
unterbunden. Auch die Klarspülung des Melkzeuges und der sich daran anschließenden
Milchschläuche ist durch die Anordnung der Spülleitung unterhalb des Milchmengenmeß
gerätes besonders vorteilhaft durchführbar. Dazu werden die Melkzeuge in einen Eimer
mit Spülflüssigkeit gegeben, welche über die Melkzeuge, die Milchschläuche und das
Milchmengenmeßgerät in die unter Unterdruck stehende Spülleitung abgesaugt wird.
Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. In den
zugehörigen Zeichnungen zeigen
Fig. 1 die erfindungsgemäße Anordnung mit einem an dem Ein- und Auslaufstutzen
eines Milchmengenmeßgerätes angeordneten 3/2-Wegeventil,
Fig. 2 die Anordnung mit zwei an dem Ein- und Auslaufstutzen eines Milchmengen
meßgerätes angeordneten 2/2-Wegeventilen.
Bei der Ausrüstung einer Melkanlage mit der erfindungsgemäßen Anordnung ist jedem
Melkplatz der Melkanlage eine solche Anordnung entsprechend der Ausbildung nach
Fig. 1 oder 2 zugeordnet.
Die Fig. 1 stellt die Erfindung mit einem am Ein- und Auslaufstutzen 2 des Milchmengen
meßgerätes 1 angeordneten 3/2-Wegeventil 3 dar. Während des Melkvorganges nimmt das
Ventil 3 normalerweise einen Schaltzustand ein, bei dem die ermolkene, über den An
schlußstutzen 11 für das Melkzeug in das Milchmengenmeßgerät 1 einfließende Milch aus
diesem über den Ein- und Auslaufstutzen 2 und die Verbindungsleitung 7 in die Milchsam
melleitung 9 abfließt. Bei dem hier beispielhaft dargestellten Milchmengenmeßgerät 1,
handelt es sich um eine Kippschale, die der Ermittlung des Milchflusses und der Milch
menge während des Melkvorganges dient, um in Abhängigkeit des ermittelten Milchflus
ses den Melkvorgang zu steuern. Das Milchmengenmeßgerät 1 ist dabei vorteilhaft zumin
dest teilweise von außen einsehbar ausgeführt, so daß während seiner Reinigung eine visu
elle Bewertung des Reinigungserfolges möglich ist. In Abhängigkeit von einer, durch die
Entnahme einer Vormelkprobe festgestellten Beeinträchtigung der Milchqualität oder einer
entsprechenden Meldung eines eingesetzten Herdenmanagementsystems, kann der Melker
über ein an seinem Standplatz angeordnetes, hier nicht dargestelltes Betätigungsmittel eine
Umschaltung des Ventils 3 bewirken. Liegen dem Melker also Informationen vor, daß die
von der Kuh zu melkende Milch nicht verkehrsfähig ist, so bringt er das Ventil 3 in einen
Schaltzustand, bei dem einerseits die Verbindung zwischen dem Milchmengenmeßgerät 1
und der Milchsammelleitung 9 unterbrochen und andererseits eine Verbindung zwischen
dem Meßgerät und der Spülleitung 10 hergestellt ist. Milch, welche nicht geeignet ist in
den Handel gebracht oder der Weiterverarbeitung zugeführt zu werden, wird so in die
Spülleitung 10 abgeleitet. Damit die in die Spülleitung 10 abfließende Milch nicht im
Spülkreislauf verbleibt, müssen an der Spülleitung 10 nur noch hier nicht dargestellte
Mittel vorgesehen werden, um die Milch wieder aus dem Spülkreislauf zu entfernen. Im
allgemeinen wird man dafür im Bereich des Spülautomaten eine Ableitung dieser Milch in
einen gesonderten, ebenfalls nicht dargestellten Behälter vorsehen.
Durch die Fig. 2 wird eine Ausbildung der erfindungsgemäßen Anordnung veranschau
licht, bei der am Ein- und Auslaufstutzen 2 des Milchmengenmeßgerätes 1 zwei unab
hängig voneinander schaltbare Ventile 4, 5 angeordnet sind. Logisch sind diese beiden
unabhängig voneinander schaltbaren Ventile 4, 5 zu einer Ventileinheit 6 zusammenge
faßt, die in der Weise angesteuert wird, daß die Ventile 4, 5 zueinander nur bestimmte,
fest vorgesehene Schaltzustände einnehmen. Ebenso wie das Ventil 3 nach der Fig. 1,
kann die Ventileinheit 6 der durch die Fig. 2 gegebenen Ausführung einen ersten Schaltzu
stand einnehmen, bei dem eine Verbindung zwischen dem Milchmengenmeßgerät 1 und
der Milchsammelleitung 9 besteht und einen zweiten Schaltzustand, durch den das Milch
mengenmeßgerät 1 über die Verbindungsleitung 8 mit der Spülleitung 10 verbunden ist.
Im ersten Fall ist also das Ventil 4 geöffnet, während gleichzeitig das Ventil 5 geschlossen
ist, dagegen stellen sich für den zweiten Fall an den Ventilen 4, 5 umgekehrte Schaltzu
stände ein. Gegenüber der in der Fig. 1 dargestellten Ausführungsform besteht jedoch bei
dieser Ausgestaltung der Anordnung zusätzlich die Möglichkeit, beide Ventile 4, 5 so
anzusteuern, daß sie geschlossen sind, wodurch das Milchmengenmeßgerät 1 sowohl
gegen die Verbindungsleitung 7 als auch gegen die Verbindungsleitung 8 gesperrt ist. In
diesem Schaltzustand der Ventileinheit 6 ist es möglich, daß sich beim Melken im Bereich
zwischen der Verbindungsleitung 7 und dem Milchmengenmeßgerät 1 eine Milchmenge
ansammelt und eine Beruhigung der Milch erfolgt. Der Vorteil besteht darin, daß sich die
nicht fließende, beruhigte Milch wesentlich exakter bewerten läßt. Insbesondere ist eine
Bewertung der Milch im Rahmen einer Leitwertmessung mittels hier nicht dargestellter
Elektroden im Milchmengenmeßgerät 1 zuverlässig nur bei beruhigter Milch möglich.
Vorteile ergeben sich bei dieser Ausführungsform aber auch durch eine vereinfachte und
präzisere Durchführung der allgemein üblichen monatlichen Milchprüfung, welche der
Ermittlung weiterer Kenngrößen über die Beschaffenheit der Milch und der Kontrolle über
die Einhaltung der Hygieneanforderungen dient. Zur Durchführung dieser Prüfung ist es
gemäß der in der Fig. 2 wiedergegebenen Ausgestaltung der Anordnung möglich an den
Stutzen zur Probenentnahme 14 ein Probenentnahmegefäß anzuschließen. Hierbei wirkt
sich die Möglichkeit vorteilhaft aus, durch eine entsprechende Ansteuerung der Ventilein
heit 6 zunächst ein bestimmtes Milchvolumen anzustauen und zu beruhigen und anschlie
ßend nach der Freigabe der Verbindung 7 mit dem angeschlossenen Probenentnahmegefäß
die Probe aus dem vollen Milchstrom zu entnehmen. Die von einer solchen Probe be
stimmbaren Qualitätsparameter sind präziser als die bei einer Probenentnahme aus dem un
mittelbar beim Melken abgegebenen nicht beruhigten Milchstrahl erhaltenen, weil Luft
und Turbulenzen nicht zu einer Verfälschung der Meßergebnisse führen. Dies gilt im be
sonderen Maße für die Bestimmung des Kalzium- oder des Fettgehaltes.
Die Einnahme und Auslösung des Schaltzustandes der Ventileinheit 6, bei dem eine
Ansammlung und Beruhigung der Milch erfolgt, kann zeitgesteuert oder füllstandsge
steuert erfolgen. In dem dargestellten Beispiel erfolgt das Ansammeln der Milch füllstands
gesteuert, wobei die Elektrode 15 die Obergrenze des zwischen dem Ventil 4 und einem
Bypaß 12 anzusammelnden Milchvolumens festlegt.
Während des Reinigungsvorganges der Melkanlage wird über die, zwischen dem Milch
mengenmeßgerät 1 und der Spülleitung 10, durch das jeweilige Ventil 3 oder 5 freigege
bene Verbindung ein Spülmittel aus der Spülleitung 10 in das Milchmengenmeßgerät 1
eingetragen. Die von unten erfolgende Flutung des Milchmengenmeßgerätes 1 mit einem
Spülmittel füllt dieses bis auf die Höhe des Bypasses 12 an, über den das Spülmittel dann
in die Milchsammelleitung 9 abläuft. Die erfindungsgemäße Anordnung weist gegenüber
Anordnungen, welche aus dem Stand der Technik bekannt sind, auch hinsichtlich des
erzielten Reinigungseffektes Vorteile auf. Bei Einrichtungen nach dem Stand der Technik
erfolgt die Zufuhr des Spülmittels in das Milchmengenmeßgerät 1 üblicherweise von oben.
Bei der Reinigung ergeben sich dadurch unterhalb der Kippwaage 13 Schatten für das
Spülmittel, durch welche die Reinigung dieser Bereiche erschwert wird. Die Zufuhr des
Spülmittels von unten vermeidet diesen Nachteil. Durch eine genügend starke Flutung des
Milchmengenmeßgerätes 1 mit dem Spülmittel werden auch die oberen Bereiche des
Meßgerätes mit hinreichender Güte gereinigt, wobei an der Oberseite der Kippwaage 13
durch das schwerkraftbedingte Herunterfallen des in die oberen Bereiche des Meßgerätes
eingetragenen Spülmittels im wesentlichen keine Spülmittelschatten entstehen.
Sowohl bei einer Ausgestaltung entsprechend der Fig. 1, als auch bei einer Ausführung
der Erfindung im Sinne der Fig. 2 erweist sich die Anordnung der gleichzeitig zur Ab
leitung nicht verkehrsfähiger Milch und als Spülleitung dienenden Leitung 8 unterhalb des
Milchmengenmeßgerätes 1 auch insoweit als vorteilhaft, als daß durch ein intervall
mäßiges Öffnen und Schließen des zugehörigen Ventils 3 bzw. 5 eine Reinigung dieser
Leitung nach dem Gegenstromprinzip erfolgt.
Dadurch, daß die erfindungsgemäße Anordnung den Verzicht auf ein gesondertes
Melkzeug zum Melken erkrankter Tiere ermöglicht, und so über das Melkzeug einmal
verkehrsfähige Milch von einer gesunden Kuh ermolken wird, und ein anderes Mal nicht
verkehrsfähige Milch einer kranken Kuh fließt, werden besonders hohe Anforderungen an
die Reinigung dieses Melkzeuges gestellt. Dieser Forderung kann durch die Anordnung
der Spülleitung 10 unterhalb des Milchmengenmeßgerätes 1 jedoch besonders gut entspro
chen werden. So ist es möglich, dem Melkzeug Spülmittel zuzuführen und dieses über alle
möglicherweise von nicht verkehrsfähiger Milch benetzte Milchwege in die Spülleitung 10
abzusaugen. Hierzu ist es lediglich erforderlich, das Melkzeug in einen entsprechenden
mit einem Spülmittel gefüllten Behälter zu geben und über das oder die Ventile den Weg
zu der mit Unterdruck beaufschlagten Spülleitung 10 freizuschalten.
1
Milchmengenmeßgerät
2
Ein- und Auslaufstutzen
3
Ventil
4
Ventil
5
Ventil
6
Ventileinheit
7
Verbindungsleitung
8
Verbindungsleitung
9
Milchsammelleitung
10
Spülleitung
11
Anschlußstutzen
12
Bypaß
13
Kippwaage
14
Probenentnahme
15
Elektrode
16
Elektrode
Claims (5)
1. Anordnung zur Ableitung von als nicht verkehrsfähig bestimmter Milch bei Melkan
lagen mit einer Milchsammel- und einer Spülleitung sowie weiteren Leitungen und in
die Milch- und Spülwege eingeordneten Melkzeugen, Ventilen, Behältern und
Meßvorrichtungen, insbesondere einem Milchmengenmeßgerät je Melkplatz,
dadurch gekennzeichnet, daß das Milchmengenmeßgerät (1) über einen unteren
Ein- und Auslaufstutzen mit einem oder mehreren steuerbaren Ventilen (3, 4, 5)
verbunden ist und an dem oder den Ventilen (3, 4, 5) Verbindungsleitungen (7, 8)
angeordnet sind, die das oder die Ventile (3, 4, 5) mit der Milchsammelleitung (9)
und der Spülleitung (10) verbinden, wobei entsprechend einem ersten Schaltzustand
des oder der Ventile (3, 4, 5) über die Verbindungsleitung (7) eine Verbindung des
Ein- und Auslaufstutzens (2) mit der Milchsammelleitung (9) gebildet ist, so daß die
während des Melkens ermolkene Milch aus dem Milchmengenmeßgerät (1) in die
Milchsammelleitung (9) fließt und entsprechend einem zweiten Schaltzustand über die
Verbindungsleitung (8) eine Verbindung des Ein- und Auslaufstutzens mit der Spül
leitung (10) besteht, so daß entweder während des Melkens nicht verkehrsfähige
Milch aus dem Milchmengenmeßgerät (1) in die Spülleitung (10) abfließt oder
während der Reinigung der Melkanlage aus der Spülleitung (10) ein Spülmittel in das
Milchmengenmeßgerät (1) eingetragen wird.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Ein- und Auslauf
stutzen des Milchmengenmeßgerätes (1) ein steuerbares Ventil (3) angeordnet ist, das
zwei mögliche Schaltzustände aufweist, so daß entweder eine Verbindung zwischen
dem Milchmengenmeßgerät (1) und der Milchsammelleitung (9) oder eine Verbin
dung zwischen dem Milchmengenmeßgerät (1) und der Spülleitung (10) gebildet ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Ein- und Auslauf
stutzen des Milchmengenmeßgerätes (1) zwei Ventile (4, 5) angeordnet sind, die
unabhängig voneinander schaltbar sind, aber als logische Ventileinheit (6) arbeiten,
wobei die Ventile (4, 5) in ihren Schaltzuständen so aufeinander abgestimmt sind,
daß entsprechend einem dritten Schaltzustand der durch sie gebildeten
Ventileinheit (6) das Milchmengenmeßgerät (1) gegen beide
Verbindungsleitungen (7, 8) verschlossen ist, während ein das Milchmengenmeß
gerät (1) gegenüber beiden Verbindungsleitungen (7, 8) öffnender Schaltzustand der
Ventileinheit (6) verhindert ist.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Milchmengen
meßgerät (1) eine erste Elektrode (15) und im Bereich zwischen dem Ein- und Aus
laufstutzen des Milchmengenmeßgerätes (1) und der Milchsammelleitung (9) eine
zweite Elektrode (16) eingeordnet ist, so daß durch den Abstand der
Elektroden (15, 16) zueinander ein Volumen bestimmt ist, bis zu dessen Füllung mit
Milch während des Melkens die Ventileinheit (6) das Milchmengenmeßgerät (1)
gegen die Verbindungsleitungen (7, 8) verschließt.
5. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Milchmengenmeßgerät (1) Mittel zu einer automatischen Bestimmung der
Milchqualität während des Melkens angeordnet sind.
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| DE19717905C2 (de) * | 1997-04-24 | 2001-09-13 | Impulsa Gmbh Elsterwerda Melk | Verfahren zur Herabsetzung der Belastung des Euters und zur Verbesserung der Milchabgabe beim maschinellen Melken sowie Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
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| EP0628244A1 (de) * | 1993-06-10 | 1994-12-14 | Maasland N.V. | Verfahren zum Melken von Tieren und Vorrichtung zu deren Anwendung |
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1996
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Patent Citations (2)
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| EP0628244A1 (de) * | 1993-06-10 | 1994-12-14 | Maasland N.V. | Verfahren zum Melken von Tieren und Vorrichtung zu deren Anwendung |
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Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE19717905C2 (de) * | 1997-04-24 | 2001-09-13 | Impulsa Gmbh Elsterwerda Melk | Verfahren zur Herabsetzung der Belastung des Euters und zur Verbesserung der Milchabgabe beim maschinellen Melken sowie Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
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| WO2001074147A1 (en) * | 2000-03-31 | 2001-10-11 | Delaval Holding Ab | Automatic milking |
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