DE19650649A1 - Pflug - Google Patents
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Classifications
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A01—AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
- A01B—SOIL WORKING IN AGRICULTURE OR FORESTRY; PARTS, DETAILS, OR ACCESSORIES OF AGRICULTURAL MACHINES OR IMPLEMENTS, IN GENERAL
- A01B15/00—Elements, tools, or details of ploughs
- A01B15/02—Plough blades; Fixing the blades
Landscapes
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Pflug nach dem Ober
begriff des Patentanspruchs 1.
Ein Pflug ist bekanntlich ein wichtiges Ackergerät zum
Wenden, Mischen, Lockern und Krümeln des Bodens. Beim
Pflügen wird der Boden streifenweise durch das Schar abge
schnitten, durch das Schar und das Streichblech angehoben,
seitlich abgedrückt, gewendet und abgelegt. Die Tiefe der
Sohle der auf diese Weise gebildeten Furche beträgt bei
herkömmlichen Pflügen etwa 30 bis 40 cm. Aufgrund der be
nannten Wirkungen kommt es zu einer Auflockerung und Wen
dung des Bodens, Abschneiden von Bewuchs, Einmischen von
Pflanzenresten und Dünger und zu einer sauberen, günstigen
Oberschicht für die Saatbestellung.
Ungünstig wirken sich beim herkömmlichen Pflügen u. a. zwei
Erscheinungen aus:
- 1. Bei regelmäßigem Pflugeinsatz bildet sich in Abhängig keit von der Bodenart unterhalb der Pflugtiefe durch das Abschneiden mit dem Schar, durch das Gewicht (Druck) und den Schlupf der Schlepperfurchenräder eine Verdichtungsschicht, die Pflugsohle.
- 2. Bei tiefem Pflügen über 25 cm Bearbeitungstiefe wird durch das Wenden der weniger aktive Boden (weniger durchwurzelt, geringere Aktivität des Bodenlebens), der sich in der untersten Schicht befindet, nach oben be fördert. Dadurch kann es nach dem Pflügen wegen der ge ringeren Strukturstabilität dieser ehemals unteren Bo denschicht an der Oberfläche zur Verschlämmung und unter Umständen größeren Erosionsgefahr kommen.
Wegen der teils ungünstigen Wirkung von Pflügen werden
auch andere Bodenbearbeitungsgeräte eingesetzt, wie zum
Beispiel Grubber, Fräsen oder Zinkenrotoren. Letztere auch
deshalb, weil Pflüge einen hohen Leistungsbedarf haben.
Letztere Geräte haben den Nachteil, daß sie den Boden
nicht wenden und damit die Unkraut- und Ungrasbekämpfung
schwieriger gestalten. Außerdem machen die Ernterückstän
de, die auf der Oberfläche verbleiben, Schwierigkeiten bei
der Einbringung der Saat.
Bekannt sind Zweischichtenpflüge und Pflugkörper mit Un
tergrundlockerern. Bei diesen Streichblechpflügen sind ei
genständige Zusatzausrüstungen unterhalb und hinter dem
eigentlichen Schar angebracht. Diese sollen die durch das
vorlaufende Schar gebildete Pflugsohle auflockern, ohne
aber die gelockerte Erde in die gepflügte Krume mit einzu
mischen. Wie der Name "Zweischichtenpflug" besagt, soll
die Schichtung des Bodens erhalten bleiben.
Ferner sind Nasenschare oder Meißelschare bekannt, die das
Ziel haben, den besseren Einzug des Pfluges zu ermögli
chen und die Standzeit des Schars zu erhöhen. Die Meißel
oder Nasen unterfahren die eigentliche Pflugsohle um weni
ge Zentimeter (weniger als 5 cm) und sind schmal.
Aus der FR 500 482 ist ein Tiefkulturpflug bekannt gewor
den, bei dem einteilig mit dem Schar ein Tiefenscharab
schnitt geformt ist, dessen Spitze wegen des zwangsläufig
flachen Einstellwinkels nur wenige Zentimeter tiefer
pflügt. Schließlich ist aus der DE 12 62 660 ein Tiefkul
turscharpflug bekannt geworden, bei dem unterhalb eines
Streichblechs ein fest angeordneten Scharwerkzeug (Normal
schar) und ein an diesem Scharwerkzeug angeschraubtes
leicht gewölbtes Tiefkulturschar angebracht ist. Ziel beim
bekannten Pflug ist, eine Vertiefung der Ackerkrume zu er
reichen. Der bekannte Pflug verwendet einen herkömmlichen
Pflugkörper, bei dem auf das vorhandene Schar eine Schar
verlängerung zusätzlich aufgeschraubt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Pflug zu
schaffen, bei dem die allgemeine Pflugtiefe vermindert
wird bei gleichzeitiger Sicherstellung der Durchwurze
lungsfähigkeit. Ferner sollen der Zugkraftbedarf, der Ver
schleiß und die Erosion reduziert werden.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs
1 gelöst.
Bei dem erfindungsgemäßen Pflug sind für das untere Ab
schneiden des Pflugbalkens, d. h. für das Ausbilden der
Pflugsohle zwei getrennte Schare vorhanden, die in unter
schiedlicher Arbeitstiefe wirken, nämlich in 15 bis 22 cm
Tiefe beim Flachschar und in 28 bis 35 cm Tiefe beim Tie
fenschar.
Das senkrechte Abschneiden des Balkens an der Landseite
erfolgt teilweise durch die stumpfe Seite des Tiefen
schares im unteren Teil und durch das sich anschließende
Streichblech (bzw. die Verschleißecke des Streichbleches)
im Bereich der oberen Krume.
Erfindungswesentlich ist darüber hinaus, daß die beiden
Scharwerkzeuge unterhalb des gemeinsamen Streichbleches
eine gestufte Anordnung besitzen. Wegen der unterschied
lichen Tiefe wird das Streichblech oberhalb des Tiefen
schares weiter heruntergezogen als oberhalb des Flach
schars.
Bei einer Ausgestaltung der Erfindung liegt die obere
Kante des Tiefenschars etwa in Höhe der unteren Kante
(Schneide) des Flachschars.
Bei dem erfindungsgemäßen Pflug sind Flachschar und Tie
fenschar an entsprechenden Trägerabschnitten des Träger
rumpfes angebracht, insbesondere angeschraubt. Beide
Schare führen den aufgebrochenen Boden auf ein gemeinsames
Streichblech, das gegenüber herkömmlichen Pflügen eine
deutlich verringerte Höhe hat, entsprechend der reduzier
ten Arbeitstiefe des Flachschares.
Zur landseitigen Abstützung verfügt der Pflugkörper über
eine seitliche Anlage, die vorzugsweise bis zur Pflugsohle
des Tiefschares herabreicht.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Pfluges wird die allgemei
ne Pflugtiefe vermindert, wobei jedoch durch das Tiefen
schar eine Tiefenfurche mit gegenüber durch Furchenbreite
begrenzter Breite geformt ist, vorzugsweise ein Drittel
der gesamten Furchenbreite. Es findet ein gleichzeitiges
Anheben und Wenden des Bodens aus der Tiefenfurche zusam
men mit dem von dem Flachschar abgeschnittenen Erdbalken
statt. Durch diese Ausbildung der Pflugschare wird zum ei
nen eine Pflugsohlenverdichtung vermieden, da das Schlep
perrad auf der an sich höher liegenden Pflugsohle läuft
und diese beim folgenden Pflügen teilweise durch den Tie
fenscharabschnitt aufgebrochen und durch lockere Erde er
setzt wird. Zum anderen wird jedoch eine geringere Ar
beitstiefe als bei herkömmlichen Pflügen erhalten, wobei
jedoch gleichzeitig durch die Tiefenfurche die Durchwurze
lungsfähigkeit erhalten bleibt. Bei der Erfindung wird
mithin weniger "toter Boden" aus größerer Tiefe nach oben
geholt, welcher das Wachstum beeinträchtigt, zur Ver
schlämmung führt und die Erosion fördert; die Pflanzenwur
zeln können aus dem gesamten Bereich über und beidseits
der Tiefenfurche in diese hineinwachsen.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Pfluges liegt
in der leichteren Rückverfestigungsmöglichkeit des Bodens
nach der pflügenden Bearbeitung. Schließlich wird auch
eine bessere Befahrbarkeit des Bodens erhalten, d. h. der
Schlepper trifft auf einen geringeren Rollwiderstand, weil
weniger Boden gelockert wird. Darüber hinaus werden auf
diese Weise der Zugkraftbedarf und der Verschleiß redu
ziert.
Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist der die Ver
schleißecke bildende vordere Abschnitt des Streichblechs
getrennt geformt und erstreckt sich bis zur Schneide des
Tiefenschars.
Das Tiefenschar kann nach einer weiteren Ausgestaltung der
Erfindung mit Verschleißspitzen versehen werden. Der An
stellwinkel des Tiefenscharabschnitts ist in einer anderen
Ausgestaltung der Erfindung flacher als der des Flach
schars. Dies ergibt sich auch daraus, daß das Flachschar
sich in dem Bereich an das Streichblech anschließt und das
bei üblicher Ausgestaltung sich nach hinten erstreckt,
jetzt aber schmaler ist. Da es nach oben hin steiler wird,
ist auch das Normalschar entsprechend steiler auszuführen,
um einen stoß-knickfreien Übergang zwischen Normalschar
und Streichblech bereitzustellen.
In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung hat die Anla
ge etwa die gleiche Tiefe wie das Tiefenschar.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen nä
her erläutert.
Fig. 1 zeigt die Vorderansicht der Werkzeuge eines Pfluges
nach der Erfindung,
Fig. 2 zeigt die Werkzeuge nach Fig. 1 in einer ersten
Seitenansicht,
Fig. 3 zeigt die Werkzeuge nach Fig. 1 in einer zweiten
Seitenansicht, d. h. auf der gegenüberliegenden Sei
te,
Fig. 4 zeigt die Rückansicht der Werkzeuge nach Fig. 1.
In den Fig. 1 bis 4 ist ein Streichblech 10 zu erken
nen, das über mehrere Bolzen 12 an einem Trägerrumpf be
festigt ist, der, wie aus den Fig. 3 und 4 hervorgeht,
im wesentlichen aus einem Sattel 14 besteht. An dem Sattel
ist, wie in den Fig. 1 und 2 angedeutet, ein Grindel 15
angebracht zur Anbringung der Pflugwerkzeuge an einem ge
eigneten Gestell.
Das Streichblech 10 ist an der Vorderseite von einer Ver
schleißecke 18 abgeschlossen. Man erkennt, daß das untere
Ende der Verschleißecke 18, die ebenfalls über Bolzen 20
an einem Trägerabschnitt des Rumpfes befestigt ist, weiter
nach unten gezogen ist als das Streichblech 10. Die untere
Kante, die durch diese beiden Teile gebildet ist, ist mit
hin gestuft zur Bildung eines vorderen Kantenabschnitts 22
und eines hinteren Kantenabschnitts 24. An die untere Kan
te 22 der Verschleißecke 18 schließt sich ein Tiefenschar
26 an, das über Bolzen 28 mit einem nach unten gezogenen
Trägerabschnitt 30 des Rumpfes verbunden ist. An die hin
tere bzw. seitliche Kante der Verschleißecke 18 anstoßend
ist ein Normal- oder Flachschar 32 mittels Bolzen 34 mit
einem weiteren Trägerabschnitt des Rumpfes verbunden. Die
untere Kante 36 des Flachschars 32 liegt etwa in Höhe der
oberen Kante des Tiefenschars 26 bzw. des Kantenabschnitts
22. Wie erkennbar, ist das Streichblech 10 deutlich schma
ler als ein herkömmliches, da ihm im unteren Teil ein
Stück genommen ist, so daß entsprechend das Flachschar 32
einen steileren Winkel aufweist all das Tiefenschar 26.
Die Abmessungen von Tiefenschar 26 und Normalschar 32 sind
derart, daß von der gesamten Breite, welche die erzeugte
Furche ausmacht, etwa ein Drittel vom Tiefenschar 26 er
zeugt wird. Die Arbeitstiefe des Tiefenschars beträgt zwi
schen 28 und 35 cm, während die Arbeitstiefe des Normal
schars etwa 15 bis 22 cm beträgt.
In den Fig. 3 und 4 ist die Anbringung der Pflugwerk
zeuge zu erkennen. Daran ist auch zu sehen, daß eine An
lage 36 mittels Bolzen 38 an einem abgewinkelten Trägerab
schnitt 38 des Sattels 14 befestigt ist. Die Anlage 36,
die sich üblicherweise in Bewegungsrichtung der Pflugwerk
zeuge erstreckt und eine untere gerade Kante 40 aufweist,
erstreckt sich etwa bis in die gleiche Tiefe wie das Tie
fenschar 28. Mit einem horizontalen Trägerabschnitt 42 des
Sattels 14 ist eine Stange 44 verbunden, die bei 46 mit
einem Winkelblech 48 verschraubt ist, die mittels Bolzen
50 an der Rückseite des Streichblechs 10 angebracht ist.
Die Stange 44 besitzt einen Gewindeabschnitt 52, so daß
beim Verdrehen einer Mutter 54 eine mehr oder weniger
große Zugspannung auf das Streichblech 10 erzeugt werden
kann, um dessen Form zu verändern. Dieses konstruktive
Merkmal ist jedoch an sich bekannt.
Aus Fig. 3 ist zu entnehmen, wie der gezeigte Pflug im
Erdboden wirkt. Die Ackerflächenoberseite ist mit 50, die
Sohle des Normalschars 32 mit 52 und die des Tiefenschars
mit 54 bezeichnet. Die Sohle 52 hat z. B. die Tiefe von
20 cm und die Sohle 54 z. B. die Tiefe von 30 cm.
Claims (6)
1. Pflug mit einem Grindel, einem Trägerrumpf, einem
Streichblech, einer Anlage, einem unterhalb des
Streichblechs angeordneten Normalschar und einem sich
über die untere Kante des Flachschars nach unten er
streckenden Tiefenschar im vorderen Bereich, dadurch
gekennzeichnet, daß das Streichblech (10) eine gestufte
untere Kante aufweist mit einem tiefer gelegenen vorde
ren Kantenabschnitt (22) und einem höher gelegenen hin
teren Kantenabschnitt (24), daß das getrennte, an einem
ersten Trägerabschnitt des Trägerrumpfes (14) ange
brachte Tiefenschar (26) unter dem vorderen Kantenab
schnitt (22) und das an einem zweiten Trägerabschnitt
des Trägerrumpfes (14) angebrachte Flachschar (32) un
ter dem hinteren Kantenabschnitt (24) angebracht ist
und die Arbeitstiefe des Flachschars (32) etwa 15 bis
22 cm und die des Tiefenschars 28 bis 35 cm beträgt.
2. Pflug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
obere Kante des Tiefenschars (26) etwa in Höhe der un
teren Kante (36) des Normalschars (32) liegt.
3. Pflug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der die Verschleißecke (18) bildende vordere Ab
schnitt des Streichblechs (10) getrennt geformt ist und
sich bis zur Schneide des Flachschars (32) erstreckt.
4. Pflug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Tiefenschar (26) mit Verschleißspit
zen versehen ist.
5. Pflug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Anlage (39) etwa die gleiche Tiefe
wie das Tiefenschar (26) aufweist.
6. Pflug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Anstellwinkel des Tiefenschars (26)
flacher ist als der des Flachschars (32).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996150649 DE19650649A1 (de) | 1996-12-06 | 1996-12-06 | Pflug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996150649 DE19650649A1 (de) | 1996-12-06 | 1996-12-06 | Pflug |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19650649A1 true DE19650649A1 (de) | 1998-06-10 |
Family
ID=7813833
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996150649 Withdrawn DE19650649A1 (de) | 1996-12-06 | 1996-12-06 | Pflug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19650649A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2001001750A1 (en) | 1999-06-30 | 2001-01-11 | Kverneland Klepp As | Soil loosener arrangement for a plough |
-
1996
- 1996-12-06 DE DE1996150649 patent/DE19650649A1/de not_active Withdrawn
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2001001750A1 (en) | 1999-06-30 | 2001-01-11 | Kverneland Klepp As | Soil loosener arrangement for a plough |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |