DE19648251A1 - Spindeleinheit für eine Bohr- oder dergleichen Werkzeugmaschine - Google Patents
Spindeleinheit für eine Bohr- oder dergleichen WerkzeugmaschineInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spindeleinheit für
eine Bohr- oder dergleichen Werkzeugmaschine mit einer oder meh
reren vorschub- und drehangetriebenen Werkzeugspindeln und min
destens zwei Lagerstellen je Werkzeugspindel.
Bei bekannten Spindeleinheiten dieser Art sind die Werkzeug
spindeln in Pinolen gelagert und diese wiederum werden im Spin
delgehäuse axial geführt. Beispiele für diese Konstruktion sind
in DT 20 11 664 B2, DE 20 10 460 B2 und DE 25 16 178 C2 zu fin
den. Diese Lagerung ist aufgrund der Teilevielzahl aufwendig und
damit kostspielig. Zudem leidet auch die Präzision der Spindella
gerung unter der Kumulationsmöglichkeit von Toleranzen.
Die in DE 40 16 480 A1 offenbarte Spindeleinheit kommt ohne
eine Pinole aus. Bei dieser Spindeleinheit wird jede Werkzeug
spindel mittels eines im Spindelgehäuse geführten, durch ein
Druckmittel beaufschlagten Kolbens vorgelegt. Dieser Kolben be
sitzt eine zentrale Bohrung, welche den Außenring eines Kugella
gers aufnimmt, dessen Innenring auf der Werkzeugspindel sitzt.
Diese Lageranordnung bildet das hintere Lager. Am vorderen Ende
jeder Werkzeugspindel ist, auf dieser sitzend, ein Klemmrollen
freilauf angeordnet, der zusammen mit unmittelbar neben den
Klemmrollen des Freilaufs angeordneten Lagern zu einer Einheit
zusammengefaßt ist. Der Klemmrollenfreilauf dient der Drehmomen
tenkopplung zwischen einem in diesem Bereich angeordneten Ober
tragungszahnrad und der Werkzeugspindel. Das Übertragungszahnrad
besitzt einen verlängerten Schaft, der zweifach im Spindelgehäuse
gelagert ist, sowie eine zentrale Bohrung, welche von der Werk
zeugspindel durchsetzt ist und den Klemmrollenfreilauf mit den
beiden zugeordneten Lagern aufnimmt. Diese Lager bilden zusammen
die vordere Lageranordnung. Dabei dienen die neben den Klemmrol
len angeordneten Lager neben der reinen Lagerfunktion (in Ver
bindung mit den Lagern des Übertragungszahnrades) der Längsfüh
rung jeder Werkzeugspindel in deren Verschiebebereich. Auch diese
Spindeleinheit weist trotz der fehlenden Pinolen die oben be
schriebenen Nachteile auf.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Spindelein
heit der eingangs angeführten Art zur Verfügung zu stellen, die
sich durch eine sehr einfache Lagerung der Werkzeugspindel(n)
auszeichnet.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mittels einer gattungsge
mäßen Spindeleinheit dadurch gelöst, daß jede Werkzeugspindel
oberflächengehärtet und geschliffen sowie im Verschiebebereich in
Nadellagern gelagert ist, wobei die Werkzeugspindel jeweils den
Innenring der Nadellager bildet und die Außenringe der Nadellager
direkt an der Bohrungswandung des Spindelgehäuses gelagert sind.
Jede der rotierenden, oberflächengehärteten und geschliffenen
Werkzeugspindeln schiebt sich während der Vorschub- bzw. Rück
stellbewegung durch die Nadellager und wird dabei durch diese
axial und radial geführt. Dabei übernimmt die zylindrische Werk
zeugspindel zusätzlich die Funktion eines Lagerinnenringes. Diese
Lagerung kommt mit sehr wenig Teilen aus, wodurch sie sehr ein
fach und die Kumulationsmöglichkeit von Toleranzen eingeschränkt
ist. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Lagerung besteht
darin, daß die Paarung Werkzeugspindel/Nadellager relativ geringe
radiale Abmessungen besitzt, d. h. bei gleichem Durchmesser der
Spindelgehäusebohrung kann die Werkzeugspindel stärker ausgeführt
werden und damit größere Biegemomente aufnehmen. Besondere Vor
teile bieten die geringen radialen Abmessungen der Paarung Werk
zeugspindel/Nadellager bei Mehrspindeleinheiten. Hier können die
Werkzeugspindeln entweder bei Beibehaltung ihres Achsabstandes
stärker ausgeführt werden, oder aber bei Beibehaltung ihres
Durchmessers kann der Achsabstand verringert werden. Diese Mög
lichkeiten sind insbesondere interessant, wenn die erfindungsge
mäße Lagerung mit einer neuartigen Drehmomentenkopplung zwischen
dem Antrieb und den Werkzeugspindeln kombiniert wird, die sich
ebenfalls durch eine relativ geringe radiale Abmessung auszeich
net. Diese Kombination ist in einem der unten stehenden Ausfüh
rungsbeispiele beschrieben.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbei
spielen näher erläutert. In der dazugehörigen Zeichnung zeigt:
Fig. 1 einen Schnitt durch eine Spindeleinheit nach einem
ersten Ausführungsbeispiel,
Fig. 2 einen Schnitt durch eine Mehrspindeleinheit nach
einem zweiten Ausführungsbeispiel,
Fig. 3 eine Seitenansicht der Einheit gemäß Fig. 2, und
Fig. 4 einen Blick von unten auf die Einheit gemäß Fig. 3
mit einer schematischen Darstellung des gemeinsamen
Riemenantriebs- und Verlaufs.
In der nachfolgenden Beschreibung und in den Figuren sind
gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführung kann es sich sowohl um
eine Einspindel- als auch um eine Mehrspindeleinheit handeln. Des
weiteren ist anstelle des beschriebenen Riemenantriebs ebenso ein
Zahnradantrieb möglich.
Mit 1 ist ein Spindelgehäuse bezeichnet, an das ein Antriebs
motor 2 über eine Konsole angeflanscht ist. Diese Anflanschung
ist als Explosionszeichnung dargestellt. Auf der Motorwelle 3
sitzt eine Zahnriemenscheibe 4 mit beidseitigen Bordscheiben 5
zur Führung eines Zahnriemens 6, der zur Zahnriemenscheibe 7 ei
ner im Spindelgehäuse 1 gelagerten Werkzeugspindel 8 führt, was
in Fig. 1 nur angedeutet ist. Die Zahnriemenscheibe 7 sitzt auf
einer Übertragungshülse 9, welche mittels von Lagern 10 drehbar
im Spindelgehäuse 1 gelagert ist. Die Übertragungshülse 9 ist
über Keile 11 formschlüssig mit der Werkzeugspindel 8 verbunden,
welche mit den Keilen 11 korrespondierende Längsnuten (aus der
Figur nicht ersichtlich) aufweist. Beim Vorschub der Werkzeug
spindel 8 bzw. auch bei deren Rückstellung gleiten die Keile 11
in den Nuten. Gleichzeitig wird die Rotationsbewegung der Zahn
riemenscheibe 7 auf die Werkzeugspindel 8 übertragen. Auf diese
Weise ist eine Drehmomentenkopplung zwischen der Zahnriemenschei
be 7 und der Werkzeugspindel 8 hergestellt. Es versteht sich da
bei von selbst, daß sich die Längsnuten der Werkzeugspindel 8
über den gesamten Verschiebe- bzw. Vorschubbereich erstrecken.
Der Vorschub der Werkzeugspindel 8 erfolgt mittels eines
pneumatischen Zylinders 16, der seitlich an das Spindelgehäuse 1
angesetzt ist. Seine Kolbenstange 15 ist an ihrem aus dem Zylin
der 16 herausragenden Ende mit einer Verbindungsplatte 19 verbun
den, in der das vordere Ende der Werkzeugspindel 8 gelagert ist.
Bei Beaufschlagung des pneumatischen Zylinders 16 fährt der Kol
ben 15 nach unten und nimmt bei dieser Bewegung die Werkzeug
spindel 8 mit.
Insoweit entspricht die oben beschriebene Spindeleinheit dem
Stand der Technik.
Im Unterschied dazu ist die Werkzeugspindel 8 oberflächenge
härtet und geschliffen, was in der Figur nicht darstellbar ist.
Neu sind auch die beiden Nadellager 12. Der Außenring 13 dieser
Nadellager 12 ist direkt an der Bohrungswandung des Spindelgehäu
ses 1 gelagert und die Werkzeugspindel 8 übernimmt die Funktion
des Innenringes. Während der Vorschubbewegung gleitet die ro
tierende Werkzeugspindel durch die Nadellager 12 und wird durch
diese axial und radial geführt.
Diese Lageranordnung kommt mit sehr wenigen Teilen aus und
ist daher kostengünstig herstellbar. Darüber hinaus wird die
Werkzeugspindel sehr präzise geführt, da die geringe Anzahl der
dafür erforderlichen Teile eine mögliche Kumulation von Toleran
zen begrenzt.
Aus der Darstellung gemäß Fig. 1 ist auch gut zu erkennen,
daß die Paarung Werkzeugspindel 8/Nadellager 12 im Vergleich
mit dem Stand der Technik eine relativ geringe radiale Ausdehnung
besitzt. Die Werkzeugspindel 8 kann dadurch stärker ausgeführt
werden, was ebenfalls zur Präzision der Bearbeitungsvorgänge, wie
z. B. Bohren und Fräsen von Werkstücken, beiträgt.
In den Fig. 2-4 ist eine Mehrspindeleinheit dargestellt,
in der eine erfindungsgemäße Nadellagerung der Werkzeugspindeln 8
in Kombination mit einer neuartigen Drehmomentenkopplung zwischen
dem Antrieb und den Werkzeugspindeln 8 verwirklicht ist.
In diesem Ausführungsbeispiel ist jede Werkzeugspindel 8
mittels eines bekannten Kupplungsstücks 14 über eine Kolbenstange
15 mit einem pneumatischen Zylinder 16 verbunden, der oben auf
das Spindelgehäuse 1 aufgesetzt ist. Aufgrund der Konstruktion
des Kupplungsstücks 14 wird die bei Beaufschlagung des pneumati
schen Zylinders 16 erfolgende axiale Bewegung der Kolbenstange 15
auf die rotierende Werkzeugspindel 8 übertragen. Der Verschiebe
bereich der Werkzeugspindeln 8 ist aus den Fig. 2 und 3 er
sichtlich, wobei die maximale Vorschubstellung der Werkzeug
spindeln 8 mit gestrichelten Linien und die Ruhestellung mit
Vollinien dargestellt ist. Auf ihrem Verschiebeweg gleiten die
rotierenden Werkzeugspindeln 8 durch die beiden Nadellager 12.
Dabei werden sie durch diese axial und radial geführt.
Ein Elektromotor 2 dient dem gemeinsamen Antrieb der Werk
zeugspindeln 8, von denen in diesem Ausführungsbeispiel sechs
vorgesehen sind, wie aus den Fig. 3 und 4 hervorgeht. Der
Elektromotor 2 ist an das Spindelgehäuse 1 angeflanscht. Auf sei
ner Welle 3 sitzt eine Zahnriemenscheibe 4 mit beidseitigen Bord
scheiben 5 zur Führung eines beidseitig gezahnten Zahnriemens 6.
Zur Drehmomentenkopplung ist jede Werkzeugspindel 8 mit einer
Zahnriemenscheibe 17 ausgestattet, die direkt auf den Werkzeug
spindeln 8 sitzen und kraftschlüssig mit diesen verbunden sind.
Diese Zahnriemenscheiben 17 haben eine große axiale Ausdehnung,
die mindestens dem Vorschubbereich der Werkzeugspindeln 8 ent
spricht, wie aus Fig. 1 zu erkennen ist. Anhand dieser Figur er
kennt man auch, daß die Zahnriemenscheiben 17 eine sehr geringe
radiale Ausdehnung haben. Sie ergänzen sich dadurch in idealer
Weise mit der ebenfalls schmal bauenden, erfinderungsgemäßen Na
dellagerung der Werkzeugspindeln 8, da entweder deren Achsabstand
bei größerem Durchmesser der Werkzeugspindeln 8 beibehalten wer
den oder aber der Achsabstand bei gleichbleibendem Durchmesser
der Werkzeugspindeln 8 verringert werden kann. Nach dem Stand der
Technik waren diese Effekte nur durch Kompromisse, wie z. B.
größere Achsabstände bzw. schwächere Werkzeugspindeln und Lager,
oder gar nicht möglich.
Wie aus Fig. 4 hervorgeht, läuft der doppelseitig gezahnte
Zahnriemen 6 von der Zahnriemenscheibe 4 des Motors 2 kommend zu
nächst über eine Führungs-Zahnriemenscheibe 18, die den Werkzeug
spindeln 8 vorgelagert ist, und dann mäanderförmig um die Zahn
riemenscheiben 17 der Werkzeugspindeln 8. Diese mäanderförmige
Zahnriemenführung ist in Umlaufrichtung des Zahnriemens gesehen,
zwischen den beiden letzten Werkzeugspindeln 8 unterbrochen, da
der Zahnriemen 6 von der letzten Zahnriemenscheibe 17, in bezug
auf die Darstellung gemäß Fig. 4 nach oben ablaufen muß. Bei un
gerader Werkzeugspindelanzahl kann die mäanderförmige Zahnriemen
führung zwischen den Werkzeugspindeln 8 konsequent eingehalten
werden.
Von der im Umlauf letzten Zahnriemenscheibe 17 läuft der
Zahnriemen 6 über eine weitere Führungs-Zahnriemenscheibe 18 zur
Motor-Zahnriemenscheibe 4 zurück.
Die beiden Führungs-Zahnriemenscheiben 18 sind beidseitig mit
Bordscheiben versehen, was aus den Figuren nicht hervorgeht. Sie
dienen neben einer Zwangsführung des Zahnriemens 6 im Nahbereich
der Werkzeugspindeln 8 gleichzeitig als Spannscheiben für den
Zahnriemen 6.
Beim Vorschub der Werkzeugspindeln 8 schieben sich diese mit
den langen Zahnriemenscheiben 17 durch den laufenden Zahnriemen
6, d. h., die Rotationsbewegung wird also während des Vorschubs
bis zum Hubende weiterhin direkt auf die Werkzeugspindeln 8 über
tragen.
Aufgrund der vorgelagerten Zwangsführung des Zahnriemens 6
durch die Führungs-Zahnriemenscheiben 18 wird eine funktionsbe
einträchtigende Auslenkung des Zahnriemens 6 während des axialen
Vorschubs der Werkzeugspindeln 8/Zahnriemenscheiben 17 weitest
gehend vermieden. Von Vorteil sind diesbezüglich auch hohe Dreh
zahlen, die bei einer Zahnriemenbreite von ca. 20 mm zwischen
8000 bis 10 000 Umdrehungen 1/min liegen sollte, und eine runde
Zahnform des Zahnriemens.
Claims (1)
- Spindeleinheit für eine Bohr- oder dergleichen Werkzeugma schine mit einer oder mehreren vorschub- und drehangetriebenen Werkzeugspindeln und mindestens zwei Lagerstellen für jede Werk zeugspindeln, dadurch gekennzeichnet, daß jede Werkzeugspindel (8) oberflächengehärtet und geschliffen sowie im Verschiebebe reich in Nadellagern (12) gelagert ist, wobei jede Werkzeugspin del (8) jeweils den Innenring der Nadellager (12) bildet und die Außenringe (13) der Nadellager (12) direkt an der Bohrungswan dung des Spindelgehäuses (1) gelagert sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996148251 DE19648251A1 (de) | 1996-11-21 | 1996-11-21 | Spindeleinheit für eine Bohr- oder dergleichen Werkzeugmaschine |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996148251 DE19648251A1 (de) | 1996-11-21 | 1996-11-21 | Spindeleinheit für eine Bohr- oder dergleichen Werkzeugmaschine |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19648251A1 true DE19648251A1 (de) | 1998-05-28 |
Family
ID=7812383
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996148251 Withdrawn DE19648251A1 (de) | 1996-11-21 | 1996-11-21 | Spindeleinheit für eine Bohr- oder dergleichen Werkzeugmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE19648251A1 (de) |
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