DE19648081A1 - Gurtstraffer für einen Sicherheitsgurt - Google Patents
Gurtstraffer für einen SicherheitsgurtInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Gurtstraffer mit den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Im normalen Fahrbetrieb eines Kraftfahrzeugs liegt der Si
cherheitsgurt relativ locker am Körper des Fahrzeuginsassen
an. Bei einem Unfall besteht dann die Gefahr, daß sich der
Körper des Fahrzeuginsassen trotz Blockierung der Wickel
welle des Aufrollautomaten zu weit nach vorne bewegen kann.
Auch sind die Gurtbandlagen auf der Wickelwelle des Aufroll
automaten relativ locker aufgewickelt, so daß diese Gurtlose
trotz Blockierung der Wickelwelle durch einen Filmspuleffekt
zu einer zu starken Vorverlagerung des Fahrzeuginsassen füh
ren kann.
Aus der EP 0 629 531 A1 ist eine Vorrichtung zum pyrotechni
schen Drehantrieb einer Wickelwelle eines Sicherheits
gurtaufrollautomaten bekannt geworden, die zwei kolbenför
mige Antriebskörper aufweist, die durch die Antriebskraft
von pyrotechnischen Treibladungen auf geraden oder kurven
förmigen Führungsbahnen bewegbar sind. Die Antriebskörper
weisen zahnstangenartige Verzahnungen auf, die mit einem
Wickelwellenzahnrad in Eingriff gebracht werden können, so
daß sie mit diesem kämmen und dabei ihre Längsbewegung in
eine Rotation des Wickelwellenzahnrades übertragen. Die
Zündung der Treibladung des zweiten Antriebskörpers kann
derart gesteuert ausgelöst werden, daß die beiden Antriebs
körper das Wickelwellenzahnrad in einer zeitlichen Aufein
anderfolge antreiben.
Aus der DE 44 29 731 A1 ist ein Getriebe zum Übertragen der
Antriebsbewegung eines Gurtstrafferantriebs auf eine Gurt
spule eines Sicherheitsgurtaufrollers bekannt geworden. Das
Getriebe ist als Umlaufgetriebe und insbesondere als ein
Planetengetriebe mit einem ortsfest angeordneten Hohlrad und
wenigstens einem Planetenrad, auf das der Gurtstrafferan
trieb wirkt, sowie mit einem Sonnenrad, das mit der Gurt
spule kuppelbar oder drehfest verbunden ist, ausgebildet.
Der Antrieb des Planetenrades erfolgt mit Hilfe eines Gurt
strafferantriebs, der als Gasgenerator ausgebildet ist und
über einen Treibgaskanal einen Kolben antreibt, der über
eine Schubstange mit der Planetenradachse verbunden ist. Das
Hohlrad, das Sonnenrad und das Planetenrad weisen Ver
zahnungen auf, die miteinander in Eingriff sind. Bei gezün
detem Gasgenerator rollt durch die erzeugte Schubbewegung
das Planetenrad auf dem ortsfesten Hohlrad ab. Dabei wird
gleichzeitig das Sonnenrad rotiert. Bei Verwendung von zwei
Planetenrädern sind diese mit einer Koppel miteinander ver
bunden, um bei gleichzeitiger Zündung eine gemeinsame Schub
bewegung auszuführen. Dieses Planetengetriebe bedingt jedoch
eine erhebliche Baugröße, die eine kompakte Anordnung an
einem Sicherheitsgurt-Aufrollautomaten erschwert.
Der vorliegenden Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe
zugrunde, einen Gurtstraffer mit den Merkmalen des Oberbe
griffs des Anspruchs 1 im Hinblick auf einen kompakten
Aufbau und seine Funktionsfähigkeit zu verbessern.
Diese Aufgabe wird durch einen Gurtstraffer mit den Merk
malen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Während beim erstgenannten Stand der Technik die
Geschwindigkeit und die Länge des Antriebskörpers, der am
Wickelwellenzahnrad tangential entlang bewegt wird, die
Rotationsgeschwindigkeit und den Rotationswinkel der Wickel
welle bestimmen, wird bei dem erfindungsgemäßen Gurtstraffer
lediglich ein Planetenrad auf einer möglichst kurzen und
platzsparenden Bewegungsbahn im Gehäuse geführt, wobei es
das zentrale Sonnenrad in Rotation versetzt. Durch geeignete
Wahl des Größenverhältnisses von Planetenrad zu Sonnenrad
kann der erforderliche Gurtstrafferweg bzw. die dafür
erforderliche Wickelwellenrotation ohne ein zusätzliches
Übersetzungsgetriebe zwischen Sonnenrad und Wickelwelle
erreicht werden.
Die erfindungsgemäß vorgesehene Kupplungseinrichtung
ermöglicht es, daß sich das Sonnenrad im Normalbetrieb des
Sicherheitsgurtaufrollers frei drehen kann, da es vom
Planetenrad entkoppelt ist. Auch wenn das Sonnenrad mit der
Wickelwelle drehfest verbunden ist, kann daher das Gurtband
auf- und abgewickelt werden. Erst nach dem Auslösen des
Gurtstraffers wird das Planetenrad eingekuppelt, d. h. mit
dem Sonnenrad und der gehäusefesten Verzahnung in gleich
zeitigen Eingriff gebracht, so daß eine Strafferbewegung auf
das Sonnenrad und damit auf die Wickelwelle übertragen wird.
Durch die zwei in Abfolge ausgelösten Antriebseinheiten
ergibt sich eine über den Bewegungsweg verteilte längere
Antriebskrafterzeugung mit durch die Antriebskraft
entwicklung einstellbaren Beschleunigungsverläufen. Das
Sonnenrad kann mit der Wickelwelle über eine Kupplung
koppelbar sein, wie sie beispielsweise in der DE 43 27 134 A1
oder der DE 44 18 438 A1 beschrieben ist, oder es ist mit
der Wickelwelle oder einem Zwischenteil rotatorisch ge
koppelt oder mit dieser fest verbunden.
Die Antriebseinheiten können mechanisch, z. B. mittels
Federkraftspeicher, pyrotechnisch mit ein Treibgas
erzeugenden Treibladungen oder mittels Gasdruck aus einem
Gasspeicher betrieben werden.
Die Kraft- und Bewegungseinleitung auf das Planetenrad
erfolgt zweckmäßigerweise durch eine Kurbel, eine Kurbel
scheibe oder ein vergleichbares Element, die im Gehäuse oder
an einer Lagerwelle des Sonnenrades drehbar gelagert ist. Im
Gehäuse kann die Lagerung auch exzentrisch zur Mittelachse
des Sonnenrades angeordnet sein. Diese Kurbel oder Kurbel
scheibe erstreckt sich radial über das Sonnenrad hinaus und
stellt an diesem Abschnitt eine Lagerung für das Planetenrad
bereit, so daß dieses auf der Verzahnung am Gehäuse ablaufen
kann und dabei das Sonnenrad in Rotation versetzen kann. Die
Lagerung führt das Planetenrad beim Einkuppeln einwärts zum
Sonnenrad und ist zweckmäßigerweise als Langloch ausge
bildet, das zwei Lagerendpositionen für eine Lagerachse des
Planetenrades festlegt.
An einem zweiten Hebelarm der Kurbelscheibe ist zumindest
eine Eingriffsstelle vorgesehen, an der die beiden Antriebs
einheiten nacheinander oder auch zeitlich zeitweise über
lappend in Bewegungs- und Kraft- bzw. Drehmomentüber
tragungseingriff sind.
Besonders vorteilhaft ist eine Ausgestaltung der Erfindung,
wonach die erste Antriebseinheit nach einem bestimmten Bewe
gungsweg einen Zünder oder Auslöser für eine Treibladung der
zweiten Antriebseinheit auslöst. Damit ist eine funktions
sichere und zeitgenaue Zündung oder Auslösung gewährleistet,
denn ausschließlich das Bewegungsverhalten der ersten
Antriebseinheit ist bestimmend für das Zündverhalten, so daß
keine weiteren fehleranfälligen Steuerteile erforderlich
sind. Die Auslösung kann auf verschiedenen physikalischen
Prinzipien beruhen, wobei zweckmäßigerweise eine mechanische
Auslösung angewendet wird, bei der ein Teil der
Antriebseinheit direkt oder über ein zwischengeschaltetes
Element auf einen Zünder einwirkt. Vorzugsweise ist ein
solches Element ein Zündhebel, der von der Kurbel zeitgenau
betätigt wird und den Zünder der zweiten Antriebseinheit
auslöst. Der Zündhebel ist zweckmäßigerweise an einem Pleuel
der zweiten Antriebseinheit schwenkbar angebracht und wird
von einem Zapfen an der bewegten Kurbel verschwenkt.
Der Kolben kann mit einem Dichtelement versehen sein.
Dadurch wird erreicht, daß der Kolben, wenn er z. B. mit
einer weiteren Passung, d. h. mit größerem Spiel, in der
Führung eingepaßt ist, oder wenn die einstückige Kolben-
Pleuel-Einheit eine Pendelbewegung ausführen kann, dennoch
zum Treibgasraum hin ausreichend abgedichtet ist. Ein sol
ches Dichtelement ist vorzugsweise ein gemäß dem deutschen
Gebrauchsmuster DE 295 14 068.2 U1 ausgebildetes
Kunststoff-Dichtelement.
Die Führungen für die Antriebseinheiten sind als Druckrohre
mit beliebigem Querschnitt wie rund, oval oder annähernd
rechteckig gestaltet und zweckmäßigerweise als einstückige
topfartige Elemente mit einer angeformten Endseite
ausgebildet, so daß sie keine Trennfugen aufweisen. Sie
können in der Ebene des Sonnenrades den Platzverhältnissen
am Gehäuse entsprechend angeordnet werden. Neben den beiden
Antriebseinheiten kann z. B. in einer zweiten Ebene
zumindest eine weitere Antriebseinheit vorgesehen sein, die
ebenso auf die Kurbelscheibe einwirken kann und die in
zeitlich synchronisierter Aufeinanderfolge zu den ersten
Antriebseinheiten zündbar ist.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungs
beispielen unter Bezugnahme auf Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 in einer Draufsicht in schematischer Darstellung
einen erfindungsgemäßen Gurtstraffer in Ausgangs
stellung;
Fig. 2 in einer Explosionsdarstellung die wesentlichen
Teile des in Fig. 1 dargestellten Gurtstraffers; und
Fig. 3 bis 8 in einer teilweise geschnittenen Draufsicht
den erfindungsgemäßen Gurtstraffer im Bewegungs
ablauf beim Gurtstraffen von einer Ausgangsstellung
(Fig. 3) bis zu einer Endstellung (Fig. 8).
Ein erfindungsgemäßer Gurtstraffer enthält (siehe Fig. 1 und
2) ein Gehäuse 1, das Teil eines Sicherheitsgurt-Aufroll
automaten (nicht dargestellt) ist oder seitlich an diesem
angebracht ist. In den Fig. 1 und 3 bis 8 ist der
Gurtstraffer in aufgeschnittener Ansicht, wie z. B. in einer
Trennebene von zwei Gehäusehälften 2 und 3 oder einer
Auflageebene einer Abdeckung, dargestellt. Ein zentrales
Zahnrad oder Sonnenrad 4 ist in dem Gehäuse 1 mit einer
Lagerwelle 5 drehbar gelagert, wobei es mit der Lagerwelle 5
einstückig hergestellt ist oder auf dieser, z. B. mit einem
Formschlußprofil 6, drehfest befestigt ist. Die Lagerwelle 5
kann koaxial zu einer Wickelwelle des Sicherheitsgurt-Auf
rollautomaten angeordnet und mit dieser fest verbunden
sein oder sie ist mit der Wickelwelle über eine bekannte
Kupplung rotatorisch koppelbar. Auf der Lagerwelle 5 des
Sonnenrades 4 ist eine Kurbel 7 drehbar gelagert, die aus
zwei parallelen, beidseits des Sonnenrades 4 angeordneten
Kurbelscheiben 7 und 7' bestehen kann.
In einem über das Sonnenrad 4 radial hinaus stehenden
Lagerabschnitt 8 der Kurbel 7 ist ein Langloch 9
ausgebildet, in dem eine Lagerachse 10 eines in der Ebene
des Sonnenrades 4 angeordneten Planetenzahnrades oder
Planetenrades 11 drehbar aufgenommen ist.
In dem Gehäuse 1 ist des weiteren konzentrisch zur
Mittelachse 12 des Sonnenrades 4 eine kreisbogenförmig
angeordnete, zum Sonnenrad 4 weisende Innenverzahnung 13
vorgesehen, deren radialer Abstand von der Mittelachse 12
derart gewählt ist, daß das Planetenrad 11 bei einer
Drehbewegung der Kurbel 7 im Gegenuhrzeigersinn einerseits
auf der Innenverzahnung 13 unter eigener Rotation abläuft
und andererseits dabei durch Verzahnungseingriff mit dem
Sonnenrad 4 dieses im Gegenuhrzeigersinn rotatorisch
antreibt. Die Innenverzahnung 13 weist einen Einlaufbereich
14 auf, in dem zumindest der erste Zahn 15 der Verzahnung 13
nach außen versetzt angeordnet ist, wie dies durch eine den
Teilkreis der Verzahnung 13 angebende, nach außen gebogene,
strichpunktierte Linie 16 schematisch dargestellt ist.
In der in Fig. 1 dargestellten Ausgangsstellung des
Gurtstraffers befindet sich das Planetenrad 11 mit seiner
Verzahnung 17 im Einlaufbereich 14 der Innenverzahnung 13.
Dabei ist seine Lagerachse 10 in einer solchen radial
äußeren Position in dem Langloch 9 angeordnet, daß kein
Eingriff zwischen der Verzahnung des Sonnenrades 4 und der
Verzahnung 17 des Planetenrades 11 besteht oder möglich ist.
In dieser Stellung kann sich daher das Sonnenrad 4 frei
drehen. Ein (nicht dargestelltes) Sicherungselement hält das
Planetenrad 11 in dieser Position. Das z. B. aus Kunststoff
hergestellte Sicherungselement kann bei Aufbringen einer
Antriebskraft das Planetenrad 11 aus dieser Position
freigeben, z. B. durch Abscheren eines Sicherungsstiftes
oder dergleichen.
In dem Gehäuse 1 ist ein pyrotechnischer Antrieb mit einer
Primär-Antriebseinheit 20 und einer Sekundär-Antriebseinheit
21 angeordnet. Eine einen Kolben 22 und ein Pleuel 23
aufweisende Kolben-Pleuel-Einheit der Primär-Antriebseinheit
20 ist in einer Längsführung 24, die sich von einem Eck
bereich 25 des Gehäuses 1 schräg einwärts erstreckt, derart
aufgenommen, daß der Kolben 22 in dem Eckbereich 25 angeord
net ist und einen Expansionsraum 26 am Ende der Längsführung
24 begrenzt. Die Längsführung 24 ist beispielsweise wie ein
Topf einstückig als Druckrohr mit einem geschlossenen Ende
am Expansionsraum 26 ausgebildet und in eine entsprechende
Ausnehmung in dem Gehäuse 1 bzw. den Gehäusehälften 2, 3
eingesetzt.
In dem Expansionsraum 26 ist eine Treibladung 27 eines
Primär-Gasgenerators der Primär-Antriebseinheit 20
angeordnet und durch eine Öffnung 28 in dem Topf 24, z. B.
mittels eines darin angebrachten Zünders, zündbar.
Das Pleuel 23 der Kolben-Pleuel-Einheit 22, 23 kann gemäß
der Darstellung in den Figuren mit dem Kolben 22 fest
verbunden oder einstückig ausgebildet sein, kann jedoch auch
in der Bildebene schwenkbar am Kolben angebracht sein. An
seinem dem Kolben 22 gegenüberliegenden freien Ende 29
enthält das Pleuel 23 einen Schubzapfen 30, der in einer
primären Eingriffsstelle in Form einer dem Schubzapfen 30
angepaßten Vertiefung oder Ausnehmung 31 der Kurbel 7
anliegt. Die Ausnehmung 31 öffnet sich im wesentlichen in
Umfangsrichtung zur Kolben-Pleuel-Einheit 22, 33 hin, so daß
eine Bewegung des Kolbens 22 und des Pleuels 23 über den
Schubzapfen 30 in eine Rotationsbewegung der Kurbel 7 in
Gegenuhrzeigersinn übertragen wird. Der Schubzapfen 30
bewegt sich dabei auf einem Kreisbogen, während das Pleuel
23 gleichzeitig mit dem Kolben 22 in einer Pendelbewegung
verschwenkt wird. Bei einem am Kolben verschwenkbaren Pleuel
führt der Kolben selbst keine Schwenkbewegung bei seiner
Längsbewegung in der Führung aus. Der Schubzapfen 30 ist in
seiner Stellung an der Ausnehmung 31 um einen Winkel von
beispielsweise etwa 130° bis 150° gegenüber der Lagerachse
10 des Planetenrades 11 versetzt.
In der in Fig. 1 und 3 dargestellten Ausgangs- oder Bereit
schaftsstellung des Gurtstraffers erfolgt die Zündung des
Primär-Gasgenerators 20 nach dem Auslösen eines Sensors
(nicht dargestellt) auf elektrische oder mechanische Weise.
Dies ist aus dem Stand der Technik bekannt und wird daher
nicht näher beschrieben. Das erzeugte Treibgas treibt den
Kolben 22 in der Längsführung 24 vorwärts (siehe Fig. 4).
Dabei versetzt das Pleuel 23 die Kurbel 7 in Rotation, die
wiederum das Planetenrad 11 aus seiner Ruheposition auf
einer kreisförmigen Einlaufkurve am Einlaufbereich 14 in
einen Verzahnungseingriff mit dem Sonnenrad 4 bewegt, wobei
das Planetenrad 11 auf der Innenverzahnung 13 um das
Sonnenrad 4 abläuft. Die Einlaufbewegung des Planetenrades
11 ist eine Kombination aus einer Schwenkbewegung im
wesentlichen um eine Zahnspitze des Planetenrades 11, die
sich im Einlaufbereich 14 der Innenverzahnung 13 befindet,
und der sich anschließenden Abrollbewegung auf der Kreisbahn
an der Innenverzahnung 13. Diese kombinierte Einlaufbewegung
führt zu einem anfänglichen Vorbeigleiten aufeinander
treffender Zahnspitzen, wenn sich das Planetenrad 11 dem
Sonnenrad 4 nähert, und damit zu einem sicheren Einkuppel
vorgang. Das Langloch 9 ist diesem Bewegungsablauf
entsprechend unter einem Winkel zu einem radialen Strahl von
der Mittelachse 12 und insbesondere gekrümmt ausgebildet,
wobei die radial innere Lagerposition der Lagerachse 10
gegenüber der radial äußeren Lagerposition in
Umfangsrichtung zurückversetzt ist, beispielsweise um einen
Winkel von 4 bis 5°.
Das an der Innenverzahnung 13 abrollende Planetenrad 11
versetzt dann das Sonnenrad 4 in Rotation (Fig. 4 bis 7),
die wiederum auf die Wickelwelle zum Straffen des Sicher
heitsgurtes übertragen wird.
Die Sekundär-Antriebseinheit 21 weist eine einen Kolben 32
und ein Pleuel 33 aufweisende Kolben-Pleuel-Einheit 32, 33
auf, die in einer Längsführung 34, die sich von einem
benachbarten Eckbereich 35 (in Fig. 1 links unten) des
Gehäuses 1 schräg einwärts in etwa in Richtung auf das
Planetenrad 11 erstreckt, derart aufgenommen ist, daß der
Kolben 32 in dem Eckbereich 35 angeordnet ist und einen
Expansionsraum 36 begrenzt, in dem eine Treibladung 37 eines
Sekundär-Gasgenerators angeordnet ist.
Das Pleuel 33 der Kolben-Pleuel-Einheit 32, 33 ist am Kolben
32 fest angebracht oder integraler Teil des Kolbens 32, kann
jedoch auch schwenkbar am Kolben befestigt sein, wie dies
bei der Primär-Antriebseinheit 20 beschrieben ist. An seinem
dem Kolben 32 gegenüberliegenden freien Ende 38 ist eine
Eingriffsstelle in Form einer konkaven Schubfläche 39
ausgebildet, deren Form an einen eine zweite Eingriffsstelle
bildenden Schubzapfen 40 an der Kurbel 7 angepaßt ist. Der
Schubzapfen 40 ist an der Kurbel 7 in einem Winkelabstand
von z. B. etwa 20° bis 40° von der primären Eingriffsstelle
31 versetzt angebracht.
Des weiteren enthält die zweite Kolben-Pleuel-Einheit 32, 33
einen Fangarm 41, der einen vorderseitigen Fanghaken 42
aufweist, welcher zu dem Schubzapfen 40 der Kurbel 7 hin
geöffnet ist und an dessen Form angepaßt ist.
Die zweite Kolben-Pleuel-Einheit 32, 33 weist weiterhin
einen Zündhebel 43 auf, der um eine Schwenkachse 44 an dem
Pleuel 33 derart schwenkbar gelagert ist, daß sein vorderes
Ende 45 einen Eingriffsbereich 46 für den Schubzapfen 40
bildet und sein gegenüberliegendes hinteres Ende 47 einen
Zünder 48 auslösen kann, der im Kolben 32 angeordnet ist und
die pyrotechnische Ladung 37 des Sekundär-Gasgenerators, der
im Kolben 32 oder außerhalb davon im Expansionsraum
angeordnet sein kann, zündet.
In der in Fig. 1 dargestellten Ruhe- oder Ausgangsstellung
sind sowohl das Pleuel 33 und der Fangarm 41 wie auch der
Zündhebel 43 z. B. durch ein Sicherungselement (nicht
dargestellt) gehalten, so daß der mit der Kurbel 7 bewegbare
Schubzapfen 40 im Auslösefall zuerst auf den Zündhebel 43
trifft (siehe Fig. 5) und diesen verschwenkt, wobei der
Zünder 48 und damit der zweite Gasgenerator 37 in einem
definierten und durch konstruktive Auslegung festlegbaren
Zeitpunkt gezündet wird. Der weiterbewegte Schubzapfen 40
trifft auf den Fangarm 41 (Fig. 6) und greift in den Fang
haken 42 ein. Das durch den entstandenen Treibgasdruck
schlagartig bewegte Pleuel 33 kann den am Fangarm 41
gehaltenen Schubzapfen 40 somit sicher ergreifen und mit
seiner Schubfläche 39 weiter antreiben (Fig. 7).
Ein Anschlag (nicht dargestellt) begrenzt die Vorwärts
bewegung des Kolbens 22, 32, so daß sie den jeweiligen
Expansionsraum 26 bzw. 36 in der Längsführung 24 bzw. 34
abgedichtet halten. Dies ergibt eine Geräuschreduzierung
beim Betrieb des Gurtstraffers, da sich der Explosionsdruck
nicht schlagartig, sondern nur über Leckage nach außen hin
abbauen kann. Beispielsweise kann in dem Gehäuse 1 eine
Führungsnut ausgebildet sein, in der ein seitliches Ende des
Schubzapfens 30 geführt ist. Das Ende der Führungsnut bildet
dann einen Anschlag.
Bei einem Übersetzungsverhältnis bzw. einem Verhältnis der
Anzahl der Zähne des Planetenrades 11 zum Sonnenrad 4 von
i = 0,3 ergibt die überlagerte Verschwenk- und Rotations
bewegung des ablaufenden Planetenrades 11 einen Rotations
winkel des Sonnenrades 4 von 487° und erfüllt somit die zum
Gurtstraffen erforderliche Rotationsbewegung der Wickelwelle
ohne ein zwischengeschaltetes Übersetzungsgetriebe.
Die Kolben 22, 32 können in Längsrichtung leicht konisch
ausgebildet sein, damit sie die Schwenk- oder Pendelbewegung
der Kolben-Pleuel-Einheiten zulassen und mitmachen können.
Die Abdichtung jedes Kolbens 22, 32 gegenüber der jeweiligen
Führung 24 bzw. 34 kann über ein separates Dichtelement 50
bzw. 51 am Kolben oder durch den Kolben selbst erfolgen, der
in diesem Fall derart ausgebildet ist, daß er sich durch den
Druck des Treibgases radial in dem erforderlichen Maß
geringfügig ausweitet.
Die Innenverzahnung 13 kann statt Ausbildung als integraler
Bestandteil des Gehäuses 1 auch ein in das Gehäuse 1
eingesetztes Teil sein, das aus einem Material mit höherer
Festigkeit gegenüber jener des Materials des Gehäuses
bestehen kann und als separates Teil leichter herstellbar
ist. Sie kann mit einer Verzahnung oder Profilierung am
Gehäuse festgelegt sein.
Am Kolbenboden eines oder beider Kolben 22 bzw. 32 oder an
der jeweiligen Führung bzw. dem Druckrohr kann eine
zusätzliche Treibladung angebracht sein, die durch die
Treibladung des jeweiligen Gasgenerators gezündet wird und
somit eine zusätzliche Kolbenantriebskraft bereitstellen
kann, die besondere Antriebskraftverläufe realisieren läßt.
Die Innenverzahnung 13 kann auf einen gegenüber den Dar
stellungen in den Figuren kleineren Winkelbereich beschränkt
sein, so daß das Planetenrad 11 in seiner in Fig. 8 darge
stellten Endposition ohne Eingriff mit der Innenverzahnung
13 ist und daher durch das Sonnenrad 4 frei drehbar ist.
Diese freie Drehbarkeit des Planetenrades 11 und somit des
Sonnenrades 4 gewährleistet, daß der Gurt nach Beendigung
des Straffervorgangs und Aufhebung der Hauptblockierung der
Gurtspule wieder von der Gurtspule abgewickelt werden kann,
wenn das Sonnenrad 4 mit der Wickelwelle der Gurtspule
drehfest gekoppelt ist.
Die Anordnung der Längsführungen und der Gasgeneratoren im
Gehäuse und in ihrer gegenseitigen Positionierung kann in
gewissem Umfang variiert werden, solange nur die darge
stellte kompakte Gestaltung des Gurtstraffers erhalten
bleibt. Dabei müssen die Antriebskraftverläufe der
Antriebseinheiten sowie die jeweils gültigen Hebelarme an
der Kurbel bei der Krafteinleitung berücksichtigt werden.
Claims (25)
1. Gurtstraffer für einen Sicherheitsgurt
mit zumindest zwei in Führungen in einem Gehäuse
bewegbaren Antriebseinheiten, die in zeitlich
abgestimmter Aufeinanderfolge mit einer Wickelwelle
eines Sicherheitsgurtaufrollers in Antriebseingriff
bringbar sind und diese in eine den Gurt straffende
Rotationsbewegung versetzen,
gekennzeichnet durch
ein Sonnenrad (4), das mit der Wickelwelle zum
Gurtstraffen rotatorisch gekoppelt ist, und ein
Planetenrad (11), das durch eine Kupplungseinrichtung
aus seiner Ruhestellung, in der es vom Sonnenrad (4)
entkoppelt ist, in einen Verzahnungseingriff mit dem
Sonnenrad (4) und auf eine kreisbogenförmige
Bewegungsbahn um das Sonnenrad (4) gebracht wird, wobei
es auf einer gehäusefesten Verzahnung (13) abläuft und
gleichzeitig mit einer Außenverzahnung des Sonnenrades
(4) in Rotationsübertragungseingriff ist.
2. Gurtstraffer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß jede Antriebseinheit (20, 21) zur Übertragung ihrer
Antriebsbewegung auf das Planetenrad (11) mit diesem
für einen bestimmten Bewegungsabschnitt des
Planetenrades (11) gekoppelt ist.
3. Gurtstraffer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Kurbel (7) im Gehäuse (1)
drehbar gelagert ist, die eine Lagerung (9) für das
Planetenrad (11) enthält, wobei die Lagerung (9) als
Teil der Kupplungseinrichtung eine Veränderung des
radialen Abstandes der Rotationsachse (10) des
Planetenrades (11) von der Lagerwelle (5) des
Sonnenrades (4) für das Herstellen des Verzahnungs
eingriffs gestattet, und
wobei die Kurbel (7) zumindest eine Eingriffsstelle
(31, 40) zum Eingriff der Antriebseinheiten (20, 21)
und zur Bewegungsübertragung aufweist.
4. Gurtstraffer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kurbel (7) konzentrisch zur Mittelachse (12)
des Sonnenrades (4) drehbar gelagert ist.
5. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die gehäusefeste Verzahnung (13)
als Teil der Kupplungseinrichtung einen Einlaufbereich
(14) aufweist, in dem sich das Planetenrad (11) aus
seiner Ruhestellung zum Sonnenrad (4) bewegt.
6. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Lagerung (9) ein Langloch (9)
in der Kurbel (7) zur Aufnahme einer Lagerachse (10)
des Planetenrades (11) aufweist.
7. Gurtstraffer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das Langloch (9) gekrümmt verläuft.
8. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß bei der Bewegung des Planetenrades
(11) von seiner Ruhestellung in seine Eingriffsstellung
die Drehachse (10) des Planetenrades (11) um etwa 4 bis
50, gemessen als Winkel zwischen den radialen Strahlen
von der Mittelachse (12) des Sonnenrades (4) zu der
jeweiligen Position der Drehachse (10) des Planeten
rades (11), in Umfangsrichtung zurückbleibt.
9. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Sicherungseinrichtung,
insbesondere ein Abreißstift, das Planetenrad (11) in
seiner Ruhestellung sichert.
10. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Antriebseinheiten (20, 21)
pyrotechnisch, mechanisch oder durch Gasdruck
antreibbar sind.
11. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß jede Antriebseinheit (20, 21) einen
Gasgenerator mit einer pyrotechnischen Treibladung (27,
37) und eine Kolben-Pleuel-Einheit (22, 23 bzw. 32,
33), die durch den Gasdruck in einer Führung (24 bzw.
34) bewegbar ist, aufweist.
12. Gurtstraffer nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß das Pleuel (23, 33) am Kolben verschwenkbar ist
oder mit dem Kolben (22 bzw. 32) eine starre Einheit
bildet.
13. Gurtstraffer nach Anspruch 11 oder 12, dadurch
gekennzeichnet, daß der Kolben (22, 32) eine konisch
abgeschrägte Umfangsfläche aufweist.
14. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die Pleuel (23, 33) der
Primär- bzw. Sekundär-Antriebseinheiten (20 bzw. 21)
Eingriffsteile (30 bzw. 39) zum Eingriff mit einer
Primär- bzw. Sekundäreingriffsstelle (31 bzw. 40) der
Kurbel (7) aufweisen.
15. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 11 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kolben (22, 32) in im
Gehäuse (1) aufgenommenen Führungen oder Druckrohren
(24, 34) geführt sind, die insbesondere als topfartige
Elemente teilfugenfrei ausgebildet sind.
16. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch
gekennzeichnet, daß der Primär-Gasgenerator (27) durch
einen elektrischen oder einen mechanischen Zünder
zündbar ist.
17. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Zünder (48) des Sekundär-Gasgenerators
(37) durch eine mechanische
Betätigungseinrichtung (40, 43) zündbar ist.
18. Gurtstraffer nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet,
daß die mechanische Betätigungseinrichtung einen Zünd
hebel (43) aufweist, der einerseits durch ein von der
ersten Antriebseinheit (20) bewegtes Teil, insbesondere
von der Kurbel (7), verschwenkbar ist und dabei
andererseits den Zünder (48) des Sekundär-Gasgenerators
(37) zündet.
19. Gurtstraffer nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zündhebel (43) an der Antriebseinheit (21),
insbesondere an dem Pleuel (33), gelagert ist.
20. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch
gekennzeichnet, daß die zweite Antriebseinheit (21)
einen Fangarm (41) aufweist, in den die bewegte Kurbel
(7) eingreift.
21. Gurtstraffer nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet,
daß der Fangarm (41) durch ein Halteteil in seiner
Ausgangsposition gehalten ist.
22. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 11 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, daß das Pleuel (33) der zweiten
Antriebseinheit (21) eine Schubfläche (39) aufweist.
23. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 11 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, daß am Kolben (22, 32) ein
Dichtelement (50 bzw. 51) angebracht ist.
24. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 11 bis 23,
dadurch gekennzeichnet, daß am Kolben (22, 32) oder an
der Führung (24, 34) eine zusätzliche Treibladung
vorgesehen ist.
25. Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 11 bis 24,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) einen
Anschlag für eine Bewegungsendstellung jedes Kolbens
(22, 32) aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996148081 DE19648081A1 (de) | 1996-11-20 | 1996-11-20 | Gurtstraffer für einen Sicherheitsgurt |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996148081 DE19648081A1 (de) | 1996-11-20 | 1996-11-20 | Gurtstraffer für einen Sicherheitsgurt |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19648081A1 true DE19648081A1 (de) | 1998-05-28 |
Family
ID=7812273
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996148081 Withdrawn DE19648081A1 (de) | 1996-11-20 | 1996-11-20 | Gurtstraffer für einen Sicherheitsgurt |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19648081A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10119504A1 (de) * | 2001-04-20 | 2002-10-24 | Takata Petri Gmbh Ulm | Gurtstraffer für Sicherheitsgurte |
| CN117478028A (zh) * | 2023-12-28 | 2024-01-30 | 安徽固太新能源有限公司 | 一种用于风光发电系统的混合储能装置 |
-
1996
- 1996-11-20 DE DE1996148081 patent/DE19648081A1/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10119504A1 (de) * | 2001-04-20 | 2002-10-24 | Takata Petri Gmbh Ulm | Gurtstraffer für Sicherheitsgurte |
| CN117478028A (zh) * | 2023-12-28 | 2024-01-30 | 安徽固太新能源有限公司 | 一种用于风光发电系统的混合储能装置 |
| CN117478028B (zh) * | 2023-12-28 | 2024-04-02 | 安徽固太新能源有限公司 | 一种用于风光发电系统的混合储能装置 |
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