DE19648645C1 - Verfahren zum Vorgeben der Beidrückweite - Google Patents
Verfahren zum Vorgeben der BeidrückweiteInfo
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Description
Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Rangiertechnik und be
trifft ein Verfahren zum Vorgeben der Beidrückweite für ein
Richtungsgleis in einer Ablaufanlage mit Laufzielbremsung,
bei dem aus vorab bestimmten Laufeigenschaftswerten eine zu
erwartende mittlere Laufweite der Abläufe prognostiziert
wird.
Unter einem Ablauf ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung
ein nach Trennung von einem ursprünglichen Zugverband einzeln
und selbsttätig in ein Richtungsgleis laufender Wagen oder
Wagenverband zu verstehen, wie ausführlich zum Beispiel in ETR 36
(1987), Seiten 575 ff im Zusammenhang mit der
Laufzielbremsung einer Ablaufanlage im Rangierbahnhof Bologna
beschrieben.
Bei derartigen Schwerkraft-Ablaufanlagen kann es aufgrund der
unterschiedlichen Laufeigenschaften der in ein gemeinsames
Richtungsgleis einzeln einlaufenden Wagen oder Wagenverbände
(Abläufe) zu einer beachtlichen Lückenbildung kommen. Um für
eine möglichst weitgehend kuppelreife Füllung von Richtungs
gleisen zu sorgen, sind Einrichtungen bekannt, die in ein
gemeinsames Richtungsgleis eingelaufene Wagen oder Wagenver
bände auf Pufferkontakt zusammenschieben (sogenanntes Beidrücken)
Mit Hilfe der Beidrückeinrichtung wird im Richtungsgleis auch
Platz für nachfolgende Abläufe geschaffen. Als Beidrückein
richtungen können zum Beispiel an oder zwischen den Richtungsgleisen
angeordnete Einrichtungen oder auf den Gleisen verkehrende
Räumfahrzeuge (Räumlokomotiven) dienen.
Da ein Beidrücken mit Räumfahrzeugen zwar sehr flexibel, aber
systembedingt nur dann durchgeführt werden kann, wenn kein
Zulauf in das zu räumende Richtungsgleis erfolgt, ist eine
optimale Disposition der Räumvorgänge von großem wirtschaft
lichen Interesse. Weil außerdem die mögliche Räumgeschwindig
keit durch die maximal zulässigen Auflaufgeschwindigkeiten
sehr begrenzt ist, ist eine optimierte Vorgabe der von der
Beidrückeinrichtung in das Richtungsgleis zurückzulegenden
bzw. freizuräumenden Weglänge (nachfolgend auch Räumhub oder
Beidrückweite genannt) von wesentlicher Bedeutung.
Aus der DE 42 30 061 A1 ist ein Verfahren der eingangs ge
nannten Art bekannt, bei dem zunächst unter bekannten äußeren
Bedingungen Laufeigenschaftswerte (Rollwiderstände) der
einzelnen Wagen eines rangierbahnhofsspezifischen Wagenparks
ermittelt und deren Summenhäufigkeiten bestimmt werden. Aus
der statistischen Verteilung einer laufeigenschaftsbestim
menden Größe (zum Beispiel des Rollwiderstandes) des Wagenparks wird
die zu erwartende mittlere Laufweite für nachfolgende Abläufe
abgeschätzt. Das bekannte Verfahren nutzt die Erkenntnis, daß
wesentlich größere Laufweiten in der Praxis nur von einem
geringen Anteil des Wagenparks erreicht werden, so daß ein
jeweils vollständiges Beidrücken (Blockfahrt) nicht zweck
mäßig ist. Es wird daher auf die mittlere zu erwartende Lauf
weite abgestellt, die für die Beidrückeinrichtung vorzugs
weise als Obergrenze für die vorzugebende Beidrückweite
angesetzt wird.
Das bekannte Verfahren hat sich insbesondere beim Ablauf von
Einzelwagen mit homogenen Laufeigenschaften in der Praxis be
währt. Bei in ihrem Laufverhalten stark inhomogenen Abläufen
wird jedoch mitunter zum Beispiel bei beladenen Wagen durch die
Richtungsgleisbremse - die die Wagen gemäß dem angestrebten
Laufziel auf eine Einlaufgeschwindigkeit abbremst, die an dem
Laufziel einen unkritischen Auflaufstoß gewährleistet - ein
sehr hoher Anteil kinetischer Energie entzogen.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht daher in
der Schaffung eines Verfahrens, das energetisch und
hinsichtlich der Auslastung der Beidrückeinrichtungen
optimierte Vorgaben für die Beidrückweite liefert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren der
eingangs genannten Art dadurch gelöst, die Beidrückweite um
einen Beidrückzuschlag größer als die prognostizierte
mittlere Laufweite bemessen wird und daß der Beidrückzuschlag
ermittelt wird, indem für den nächsten Ablauf überdurch
schnittlich gute Laufeigenschaftswerte angenommen werden.
Der Erfindung liegt die wesentliche Kenntnis zugrunde, daß
eine optimale Beidrückweite sich eher an der Laufweite eines
überdurchschnittlich gut laufenden Ablaufs orientieren
sollte. Die Erfindung ermöglicht damit vorteilhafterweise die
Nutzung der Tatsache, daß statistisch betrachtet die Hälfte
der Abläufe über die mittlere Laufweite hinaus in das Rich
tungsgleis einlaufen könnte. Dies ist aber nur ausnutzbar,
wenn planmäßig nach bestimmten Kriterien eine über die
mittlere Laufweite hinausgehende freie Richtungsgleislänge
geschaffen wird.
Ein wesentlicher erfindungsgemäß erreichbarer Vorteil besteht
darin, daß ein zuerst einlaufender und sein jenseits der
mittleren Laufweite liegendes Laufziel nicht erreichender -
insbesondere leichter - (unterdurchschnittlich schlechter)
Ablauf durch nachfolgende Abläufe mit vergleichsweise hoher
kinetischer Energie weiter in das Richtungsgleis beigedrückt
wird. Die dabei genutzte Energie müßte sonst bei dem
nachfolgenden Räumen von der Beidrückeinrichtung aufgebracht
werden. Dieser Effekt wird nachfolgend auch als sekundäres
Beidrücken und die dabei umgesetzte Energie als sekundäre
Beidrückarbeit bezeichnet. Die Möglichkeit zum energetisch
optimierten Betrieb einer Ablaufanlage durch Ausnutzung der
sekundären Beidrückarbeit eines nachfolgenden Ablaufes wird
erst mit der vorliegenden Erfindung dadurch geschaffen, daß
nach Maßgabe der erfindungsgemäß vorgegebenen Beidrückweite
ein optimiert über die zu erwartende mittlere Laufweite
hinausgehender freier Richtungsgleisabschnitt zur Verfügung
steht. Da andererseits ein vollständiges Beidrücken auf Block
nicht wirtschaftlich ist, stellt das erfindungsgemäße
Verfahren einen ausgewogenen Kompromiß zwischen den genannten
Einflußfaktoren dar.
Eine in der Praxis besonders vorteilhafte Realisierung des
erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß der
Beidrückzuschlag nach der Formel
berechnet wird, wobei bedeuten:
ΔVRE Differenz Einlaufgeschwindigkeit/Endgeschwindigkeit (Stillstand) des nächsten Ablaufs
ΔVAuflauf Differenz Auflaufgeschwindigkeit/Endgeschwindigkeit (Stillstand) des darauf folgenden Ablaufs
LWm prognostizierte mittlere Laufweite des Ablaufs.
ΔVRE Differenz Einlaufgeschwindigkeit/Endgeschwindigkeit (Stillstand) des nächsten Ablaufs
ΔVAuflauf Differenz Auflaufgeschwindigkeit/Endgeschwindigkeit (Stillstand) des darauf folgenden Ablaufs
LWm prognostizierte mittlere Laufweite des Ablaufs.
Zur Vermeidung von unzulässig hohen Auflaufstößen erweist es
dich als vorteilhaft, wenn die Einlaufgeschwindigkeit mit
geringer werdender freier Richtungsgleislänge geringer
bemessen wird.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird die Beidrückweite auf einen Höchstwert
begrenzt wird, der der verbleibenden freien Richtungsgleis
länge nach Abzug der Längen der bislang in dem Richtungsgleis
befindlichen Abläufe entspricht. Damit wird verhindert, daß
beim Beidrücken bereits auf Block stehende Abläufe zum Beispiel über
einen Richtungsgleishemmschuh hinausgeschoben werden.
Insbesondere bei nachfolgenden langen Ablaufgruppen ist es
vorteilhaft, deren Länge bei der Vorgabe der Beidrückweite zu
berücksichtigen, weil anderenfalls möglicherweise die ver
bleibende freie Richtungsgleislänge sogleich wieder erheblich
eingeschränkt ist. Diesbezüglich sieht eine vorteilhafte Wei
terbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, daß die Bei
drückweite um die Länge des nächsten, nach dem Bedrücken in
das Richtungsgleis einlaufenden Ablaufs verlängert wird.
Eine wesentliche Verfeinerung des erfindungsgemäßen Verfah
rens läßt sich unter Berücksichtigung des unterschiedlichen
Laufverhaltens verschiedener Wagen- oder Wagenverbandsklassen
- beispielsweise infolge unterschiedlicher Beladung oder
Windempfindlichkeit - und/oder Umgebungsbedingungen dadurch
erreichen, daß für verschiedene Klassen und/oder Umgebungs
bedingungen spezifische mittlere Laufweiten prognostiziert
werden.
Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft anhand einer
Zeichnung weiter erläutert; es zeigen
Fig. 1 schematisch einen Ausschnitt einer Ablaufanlage;
Fig. 2 einen funktionalen Zusammenhang zwischen Rollwider
ständen und Summenhäufigkeiten eines Fahrzeugparks und
Fig. 3 einen Ausschnitt der Auflaufanlage gemäß Fig. 1.
Mit Fig. 1 soll anhand einer ersten Situation auf einer
Ablaufanlage prinzipiell ein Ausführungsbeispiel des
erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben werden. Die
Ermittlung der den Vorgaben für die Beidrückweiten zugrunde
liegenden Ausgangswerte wird nachfolgend erläutert. An einem
Ablaufberg AB einer Ablaufanlage mit Laufzielbremsung ist das
Ende eines entkuppelten, zu neuen Einheiten zusammenzu
stellenden Zuges Z erkennbar. Ein nächstfolgender aktueller
Ablauf A - d. h. der nächste abzudrückende Wagen 1 - soll in
das dargestellte Richtungsgleis RG bis zu einem vorgegebenen
Laufziel einlaufen. Zur Laufzielbremsung in das mit einem
Hemmschuh HS versehene Richtungsgleis RG dient eine Rich
tungsgleisbremse RB. Die Richtungsgleisbremse RB bremst den
Wagen oder Wagenverband soweit ab, daß seine letzte Achse mit
einer von dem Gleisfüllstand und der damit maximal möglichen
Laufweite abhängigen Einlaufgeschwindigkeit vRE in das an
schließende Richtungsgleis RG entlassen wird. Die Einlaufge
schwindigkeit vRE wird dabei so bemessen, daß der Wagen oder
Wagenverband am Gleisende oder am Laufziel beim Auflaufen auf
einen dort befindlichen Wagen 2 eine zulässige Auflaufge
schwindigkeit VAuflauf nicht überschreitet. Diese Auflaufge
schwindigkeit beträgt üblicherweise weniger als 1,5 m/s.
In dem Richtungsgleis RG befinden sich bereits zum Stillstand
gekommene vorhergehende Abläufe 2, 3 und 4. Vor dem Abdrücken
des Wagens 1 wird eine optimierte Beidrückweite BW ermittelt,
die eine Beidrücklok BL in das Richtungsgleis RG unter
zumindest teilweisem Vorschub (Räumen) der Wagen 2 und 3 bzw.
des Wagenverbandes 4 zurücklegen muß. Dazu wird aus vorab
ermittelten Laufeigenschaftswerten eine mittlere Laufweite
LWm des Ablaufs prognostiziert. Wie grundsätzlich aus der
DE 42 30 061 A1 bekannt, kann die zu erwartende mittlere
Laufweite aus dem Laufverhalten des Wagenparks und insbeson
dere aus der statistischen Verteilung der Rollwiderstände WR
(Fig. 2) prognostiziert werden.
Fig. 2 zeigt schematisch den aus der DE 42 30 061 Al
bekannten funktionalen Zusammenhang zwischen den
Rollwiderständen WR in ‰ und deren Summenhäufigkeit in %
eines repräsentativen Wagenparks. Dabei sind drei
Wagenklassen mit unterschiedlichem Laufverhalten [⚫; ○; +]
definiert worden. Dieser Zusammenhang ist teillogarithmisch
aufgetragen, um eine lineare Darstellung zu gewinnen. Aus
diesen Werten lassen sich in bekannter Weise der mittlere
Rollwiderstand WRm, der vom Durchschnitt der Wagen (also S = 50%)
erreicht wird, und die zu erwartende mittlere Laufweite
ermitteln.
Bei einer (Fig. 1 und 3) Beidrückweite BW, die sich nur an
der Prognose für die mittlere Laufweite LWm des Ablaufs A
orientiert, würde unberücksichtigt bleiben, daß statistisch
die Hälfte der Ablaufe ein darüber liegendes Laufziel errei
chen könnte. Daher würde in energetisch ungünstiger Weise
gut laufenden Abläufen in der Richtungsgleisbremse ein hoher
Anteil der Bewegungsenergie entzogen werden. Dies ist ins
besondere dann ungünstig, wenn nach einem (ersten) leichten
Ablauf 1, der durch einen verhältnismäßig hohen Rollwider
stand relativ weit vorn am Richtungsgleisanfang stehenbleibt,
ein gutlaufender (schwerer) zweiter Ablauf 5 folgt. Diese
Situation vor dem folgenden Ablauf 5 ist in Fig. 3 darge
stellt. In diesem Fall kann nämlich die erhebliche Ablauf
energie des auflaufenden (zweiten) Ablaufs (Wagen 5) aus
genutzt werden, um den dann gemeinsam laufenden Verband 1, 5
weiter in das Richtungsgleis zu bewegen, wobei die Bewe
gungsenergie überwiegend von dem Wagen 1 verzehrt wird (in
Fig. 3 gestrichelt) angedeutet. Dazu ist aber eine voraus
schauende und optimierte Räumung des Richtungsgleises erfor
derlich. Diese wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
durch Bestimmung eines situationsangepaßten geeigneten Bei
drückzuschlags ΔLW realisiert.
Zunächst wird von den ermittelten Rollwiderständen WR (Fig.
2) ausgehend die zu erwartende mittlere Laufweite bestimmt.
Der mittlere Rollwiderstand WRm beträgt bei dem in Fig. 2
mit ⚫ symbolisierten Wagenpark 2‰. Zwischen dem mittleren
Rollwiderstand Wrm und der mittleren Laufweite LWm besteht
ein hyperbolischer Zusammenhang in der Form:
daraus folgt:
dabei bedeuten:
ΔVRE Differenz Einlaufgeschwindigkeit in das Rich
tungsgleis zur Endgeschwindigkeit (Stillstand)
des Ablaufs
g Erdbeschleunigung
WRm mittlerer Rollwiderstand [die verwendete Einheit ‰ bedeutet die wirkende rollhemmende-Kraft bezogen auf die Eigengewichtskraft des Wagens]
g Erdbeschleunigung
WRm mittlerer Rollwiderstand [die verwendete Einheit ‰ bedeutet die wirkende rollhemmende-Kraft bezogen auf die Eigengewichtskraft des Wagens]
Daneben wird als Resultat der Zuordnung eines überdurch
schnittlich guten Laufverhaltens ein Beidrückzuschlag ΔLW
bestimmt, der eine zusätzliche Laufweite ab dem in Ein
laufrichtung ersten Stillstandsort bei der mittleren
Laufweite LWm ermöglicht. Mit einer Auflaufgeschwindigkeit
ΔVAuflauf des (zweiten), auf den (ersten), bereits stehenden
Ablauf A folgenden Ablaufs ergibt sich aus (1) der Beidrück
zuschlag ΔLW zu:
wobei bedeuten:
ΔVAuflauf Differenz Auflaufgeschwindigkeit auf Wagen 1 zur
Endgeschwindigkeit (Stillstand) des (zweiten)
Ablaufs 5
Nachfolgend werden für verschiedene Gleisfüllzustände
Beispielrechnungen durchgeführt:
Annahmen: Weitgehend leeres Richtungsgleis, so daß eine
Einlaufgeschwindigkeit ΔVRE ≈ 3,5 m/s zum Erreichen eines
entsprechend weiten Laufziels durch einen durchschnittlich
gut laufenden Wagen (WRm = 2‰) angesetzt wird. Die
Auflaufgeschwindigkeit ΔVAuflauf des (zweiten) darauf folgenden
Wagens sei mit 1,5 m/s angenommen.
Annahmen: Bei einem halbgefüllten Richtungsgleis werde eine
Einlaufgeschwindigkeit ΔVRE ≈ 2,5 m/s zum Erreichen des
Laufziels durch einen durchschnittlich gut laufenden Wagen
(WRm = 2‰) angesetzt. Die zulässige Auflaufgeschwindigkeit
ΔVAuflauf des (zweiten) darauf folgenden Wagens sei weiterhin
mit 1,5 m/s angenommen.
Folgende Nebenrechnung zeigt, daß sich der Beidrückzuschlag
als Zuordnung überdurchschnittlich guter Laufeigenschaften
(Rollwiderstand WR) darstellen läßt. Aus (1) nach ΔLW:
Für Beispiel 1 ergibt sich damit:
Für Beispiel 2 ergibt sich damit:
Damit lassen sich für die Annahme überdurchschnittlich guter
Laufeigenschaften (vgl. Fig. 2) definieren:
WRm + ΔWR1 = (2 - 0,3)‰ = 1,7‰ ⇒ ΔWR1 = - 0,5·σ·WRm
WRm + ΔWR2 = (2 - 0,7)‰ = 1,3‰ ⇒ ΔWR2 = - σ·WRm
WRm + ΔWR2 = (2 - 0,7)‰ = 1,3‰ ⇒ ΔWR2 = - σ·WRm
mit
σ Standardabweichung
σ Standardabweichung
Die gesamte vorzugebende Beidrückweite BW (Fig. 1) wird im
ersten Beispiel zu BW1 ≈ 370 m und im zweiten Beispiel zu
BW2 ≈ 220 m. Durch dieses planmäßige Freiräumen des Richtungs
gleises über die mittlere Laufweite LWm hinaus (im Beispiel
um 60 m, das heißt etwa vier Wagenlängen) wird der geschilderte
Effekt des sekundären Beidrückens ausgenutzt und daher eine
weitergehende Füllbarkeit des Richtungsgleises ermöglicht.
Zusätzlich wird aus den bekannten Einzellängen L2, L3, L4 der
Abläufe 2, 3 und 4 die sich beim kuppelreifen lückenlosen
Zusammenschieben (Block) ergebene Blocklänge BL (Fig. 1)
ermittelt. Wenn die vorgegebene Beidrückweite BW größer als
die abzüglich der Blocklänge BL verbleibende freie Länge FGL
des Richtungsgleises RG ist, wird die Beidrückweite auf die
verbleibende freie Richtungsgleislänge FGL begrenzt.
Vorzugsweise wird die Beidrückweite BW um die Länge LA des
nächsten Ablaufs A verlängert.
Wie im Zusammenhang mit Fig. 2 erläutert, können
vorzugsweise verschiedene Klassen hinsichtlich der Laufeigen
schaften bei der Untersuchung des Wagenparks gebildet werden.
In Kenntnis der Klassenzugehörigkeit können dann individuelle
mittlere Laufweiten und entsprechend individuelle Beidrück
werte vorgegeben werden.
Claims (7)
1. Verfahren zum Vorgeben der Beidrückweite für ein Rich
tungsgleis (RG) in einer Ablaufanlage mit Laufzielbremsung,
- - bei dem aus vorab bestimmten Laufeigenschaftswerten eine zu erwartende mittlere Laufweite (LWm) der Abläufe (A) prognostiziert wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
- - die Beidrückweite (BW) um einen Beidrückzuschlag (ΔLW) größer als die prognostizierte mittlere Laufweite (LWm) bemessen wird und
- - daß der Beidrückzuschlag (ΔLW) ermittelt wird, indem für den nächsten Ablauf (A) überdurchschnittlich gute Laufei genschaftswerte angenommen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
- - der Beidrückzuschlag (ΔLW) nach der Formel
berechnet wird, wobei
ΔVRE die Differenz zwischen Einlaufgeschwindigkeit und Endgeschwindigkeit des nächsten Ablaufs,
ΔVAuflauf die Differenz zwischen Auflaufgeschwindigkeit und Endgeschwindigkeit des darauf folgenden Ablaufs und
LWm die prognostizierte mittlere Laufweite des Ablaufs ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Einlaufgeschwindigkeit mit geringer werdender freier
Richtungsgleislänge (FGL) geringer bemessen wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Beidrückweite (BW) auf einen Höchstwert begrenzt wird,
der der verbleibenden freien Richtungsgleislänge (FGL) nach
Abzug der Längen der bislang in dem Richtungsgleis (RG)
befindlichen Abläufe (2, 3, 4) entspricht.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Beidrückweite (BW) um die Länge (LA) des nächsten, nach
dem Beidrücken in das Richtungsgleis einlaufenden Ablaufs (A)
erhöht wird.
6. Verfahren nach einen der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
für verschiedene Klassen und/oder Umgebungsbedingungen
spezifische mittlere Laufweiten prognostiziert werden.
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Also Published As
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| 8100 | Publication of patent without earlier publication of application | ||
| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
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