DE19647894A1 - Biegerichtmaschine - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Biegerichtmaschine für längliche
Werkstücke, mit auf einem Maschinentisch angeordneten Werkstück
aufnahmen zum drehbaren Erfassen der Enden des Werkstücks, mit
mindestens zwei in Abstand auf dem Maschinentisch angeordneten
Richtunterlagen zum Abstützen des Werkstücks in seiner Längs
richtung, mit mindestens einem zwischen den Richtunterlagen
angeordneten Richtstempel zum Einwirken auf das Werkstück, sowie
mit einer mittels eines Antriebes in Richtung des Werkstückes
und von diesem weg verstellbaren Betätigungsvorrichtung, die den
Richtstempel aufnimmt.
Eine derartige Biegerichtmaschine ist aus der DE 42 15 795 C1
bekannt. Bei dieser ist die Betätigungsvorrichtung als Schwenk
vorrichtung ausgebildet. Sie weist einen zweiarmigen Hebel auf,
der in der Mitte in einem auf dem Maschinentisch angeordneten
Schwenklager gelagert ist, wobei am freien Ende des einen Arms
über einen Schwenkkopf die Verbindung mit dem Richtstempel
erfolgt und am freien Ende des anderen Arms der Antrieb an
greift.
Die bekannte Biegerichtmaschine weist grundsätzliche Nachteile
auf: Die Lagerung des Richtstempels in einer Schwenkvorrichtung
bedingt, daß die Wirkrichtung des Richtstempels über den
gesamten Richthub nicht linear gerichtet ist, sondern entlang
einer Kreisbahn. Dies führt zu einer unsymmetrischen Belastung
von Werkstücken unterschiedlichen Durchmessers bei deren
Ausrichtvorgang. Überdies ist die Schwenkvorrichtung aufwendig
im Maschinentisch zu lagern und es erfordert die Gestaltung des
zweiarmigen Hebels einen erhöhten Bauaufwand.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Biegericht
maschine der eingangs genannten Art so weiter zu bilden, daß bei
einfacher Bauweise ein exaktes, richtungsgenaues Biegerichten
des Werkstückes gewährleistet ist. Das Bauteil, das den Richt
stempel aufnimmt und relativ zum Maschinentisch beweglich
angeordnet ist, soll einfach in diesem gelagert sein und beim
Biegerichten der Richtstempel, unabhängig von dem Durchmesser
des jeweiligen Werkstückes, eine symmetrische Belastung auf das
Werkstück ausüben. Die Belastung soll aus einer exakten Rich
tung, konkret nur von oben aufgebracht werden.
Gelöst wird die Aufgabe bei einer Biegerichtmaschine der
eingangs genannten Art dadurch, daß die Betätigungsvorrichtung
als Brücke ausgebildet ist, die den Richtstempel in der ver
tikalen Flucht des Werkstückes aufnimmt und mittels des An
triebes die Brücke in einer vertikalen Ebene verstellbar ist.
Unter vertikaler Flucht wird dabei bei einem rotationssym
metrischen Werkstück dessen Achse verstanden.
Besondere Bedeutung kommt bei der erfindungsgemäßen Biegericht
maschine die Ausbildung der Betätigungsvorrichtung als Brücke
zu. Diese ist geeignet, auf einfache Art und Weise den Richt
stempel aufzunehmen und ausschließlich in einer definierten,
vertikalen Richtung relativ zum Maschinentisch verstellbar. Dies
bedingt, daß von dem Richtstempel nur eine Belastung von oben in
das Werkstück eingeleitet werden kann, unabhängig davon, welchen
Durchmesser das Werkstück aufweist. Es kann damit auf einfache
Art und Weise eine symmetrische Belastung in das Werkstück
eingeleitet werden. Gemäß einer besonderen Ausführungsform der
Erfindung ist vorgesehen, daß die Brücke Schenkel aufweist, die
neben dem Maschinentisch angeordnet sind, sowie einen die
Schenkel verbindenden, oberhalb des Maschinentisches angeord
neten Steg, der den Richtstempel aufnimmt. In einfachster
Gestaltung besitzt die Brücke zwei Schenkel, die der Steg
verbindet. Der Steg kann auch als horizontal angeordnete,
viereckige Platte ausgebildet sein, in deren Ecken die ver
tikal positionierten Schenkel angreifen. Die Brücke ist in
diesem Fall in Art eines Tisches ausgebildet, der mit vier
Beinen versehen ist.
Zweckmäßig ist die Brücke in einem maschinenfesten Bauteil
relativ zu diesem beweglich gelagert, insbesondere in einer den
Maschinentisch aufnehmenden Grundplatte.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist
vorgesehen, daß die Brücke im Bereich ihrer Schenkel federnd in
der Grundplatte gelagert ist. Der Vorteil der federnden Lagerung
der Brücke ist darin zu sehen, daß der Antrieb ausschließlich
dem Zweck dient, den in der Brücke gelagerten Richtstempel in
Richtung des Werkstückes zu verfahren, und dies entgegen der
Kraft der einen oder mehreren Federn, die zwischen der Grund
platte und der Brücke angreifen. Grundsätzlich könnte die Brücke
auch im Maschinentisch federnd gelagert sein.
Vorteilhaft weist der Antrieb als stationär gelagerte Elemente
einen Motor und eine von diesem angetriebene Welle, sowie
mindestens eine mit der Welle drehfest verbundene Kurvenscheibe
auf, die mit einem Ansatz der Brücke zusammenwirkt. Die Ver
stellung der Brückenplatte erfolgt damit mittels der angetriebe
nen Kurvenscheibe, die mit dem brückenseitigen Ansatz zusammen
wirkt. Grundsätzlich ist eine derartige bauliche Gestaltung
geeignet, sowohl die Absenkbewegung als auch die Anhebbewegung
der Brücke zu erzeugen. Liegt der Ansatz außen an der Kurven
scheibe an und wirkt eine Rückstellkraft ausübende Feder auf die
Brücke, stellt die Feder sicher, daß der Ansatz immer an der
Kurvenscheibe anliegt und entsprechend der jeweiligen Winkel
stellung der Kurvenscheibe mehr oder weniger angehoben bzw.
abgesenkt ist. Es ist aber auch denkbar, die Scheibe mit einer
kurvenförmig angeordneten Nut zu versehen, in die der Ansatz, in
Breitenrichtung der Nut gesehen, im wesentlichen spielfrei
eingreift. Entsprechend der Winkelstellung der Kurvenscheibe
wird der Ansatz, der die Verbindung zur Brücke herstellt, aktiv
angehoben oder abgesenkt. Zweckmäßig ist der Ansatz als Rolle
ausgebildet, so daß die Relativbewegung zwischen Ansatz und
Kurvenscheibe weitgehend reibungsfrei erfolgen kann.
Eine baulich besonders einfache Gestaltung sieht vor, daß die
Welle im Maschinentisch drehbar gelagert ist und auf gegenüber
liegenden Seiten des Maschinentisches Kurvenscheiben drehfest
mit der Welle verbunden sind, die mit den Ansätzen zusammen
wirken.
Sofern vorhanden, sollten die das Anheben der Brücke bewirkenden
Federelemente als Druckfedern ausgebildet sein, die zwischen
jedem Schenkel der Brücke und der Grundplatte angeordnet sind.
Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der
Beschreibung der Figuren und in den Figuren selbst dargestellt,
wobei bemerkt wird, daß alle Einzelmerkmale und Kombinationen
von Einzelmerkmalen erfindungswesentlich sind.
In den Figuren ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbei
spieles dargestellt, ohne auf dieses beschränkt zu sein. Es
zeigt in schematischer Darstellung:
Fig. 1 die erfindungsgemäße Biegerichtmaschine in einer
Vorderansicht und
Fig. 2 die Biegerichtmaschine in einer Seitenansicht (Ansicht
X gemäß Fig. 1).
Auf dem Boden 1 liegt eine Grundplatte 2 auf, auf der ihrerseits
eine im wesentlichen quaderförmiger Maschinentisch 3 aufliegt
und mit der Grundplatte 2 verbunden ist. Der Maschinentisch 3
nimmt im Bereich seiner oberen, horizontalen Fläche 4 zwei
Werkstückaufnahmen 5 auf. Diese dienen dem drehbaren Erfassen
der Enden 6 eines Werkstückes 7, das beispielsweise als Zylin
derstab ausgebildet ist. Die Werkstückaufnahmen 5 haben bei
spielsweise die Gestalt von Pinolen mit Körnerspitzen 8, die in
entsprechende Ansenkungen in den Enden des Werkstückes 7
eingreifen. Zwischen den Werkstückaufnahmen 5 ist der Maschinen
tisch im Bereich seiner oberen Fläche 4 mit zwei in Abstand
zueinander angeordneten Richtunterlagen 9 zum Abstützen des
Werkstückes 7 in seiner Längsrichtung angeordnet. In der Mitte
zwischen den beiden Richtunterlagen 9 befindet sich ein im
Maschinentisch 3 gelagertes Meßgerät 10 zum Ermitteln der
Durchbiegung des Werkstückes 7.
Unterhalb der Richtunterlagen 9 ist im Maschinentisch 3 eine
Welle 11 drehbar und dabei axial festgelegt gelagert. Die
Drehachse 12 der Welle 11 ist parallel zur Drehachse 13 des
Werkstückes 7 und unterhalb dieser angeordnet. Die Welle 11 ragt
beidseitig aus dem Maschinentisch 3 und nimmt in unmittelbarer
Nachbarschaft des Maschinentisches 3 auf jeder Seite eine
Kurvenscheibe 14 drehfest auf. Die Welle 11 ist im Bereich eines
Endes mittels eines Antriebes 15 antreibbar, der einen Elek
tromotor und ein Untersetzungsgetriebe aufweist. Der Antrieb 15
ist über einen Flansch 16 in der Grundplatte 2 gelagert.
Den Maschinentisch 3 umgibt eine Brücke 17. Diese weist eine
parallel zur oberen Fläche 4 des Maschinentisches 3 angeordnete
rechteckige Platte 18 auf, sowie vier Schenkel 19, die im
Bereich der Ecken der Platte 18 mit dieser verbunden sind.
Mittels oberhalb der Platte 18 angeordneter Rippen 20 ist die
Platte 20 biegesteif ausgebildet. Die Schenkel 19 der Brücke 17
sind in den Eckbereichen des quaderförmigen Maschinentisches 3
angeordnet und stützen sich über zwischen den Schenkeln 19 und
der Grundplatte 2 angeordnete Druckfedern 21 auf der Grundplatte
2 ab. Die unteren Enden der Schenkel 19 sind dabei in Man
schetten 22 geführt, die mit der Grundplatte 2 verbunden sind
und die unteren Bereiche der Schenkel 19 überdecken. Die der
jeweiligen Kurvenscheibe 14 zugeordneten beiden Schenkel 19 der
Brücke 17 sind in ihrem unteren Bereich mittels eines Steges 23
verbunden. In diesem ist eine Rolle 24 drehbar gelagert, wobei
die Drehachse 25 der Rolle 24 parallel zur Drehachse 12 der
Welle 11 unterhalb dieser angeordnet ist. Die die Brücke 17
beaufschlagenden Druckfedern 21 drücken die beiden mit der
Brücke 17 verbundenen Rollen 24 mit ihren gekrümmten Umfangs
flächen 26 gegen die gekrümmten Umfangsflächen 27 der mit diesen
zusammenwirkenden Kurvenscheiben 14. Die Kurvenscheiben sind
dabei so ausgebildet, daß der Zustellhub der Brücke 17 zum
Ausführen des Biegerichtvorganges einem Schwenkwinkel der
jeweiligen Kurvenscheibe 14 von ungefähr 270° entspricht.
Die Platte 18 der Brücke 17 nimmt in der vertikalen Flucht des
Werkstückes 7 einen zusammen mit der Brücke 7 verfahrbaren
Richtstempel 28 auf. Dieser ist in vertikaler Flucht zwischen
den beiden Richtunterlagen 9 angeordnet und symmetrisch zu der
durch die Achsen 12 von Welle 11 und Achse 13 von Werkstück 7
verlaufenden Ebene 29 positioniert. So ist sichergestellt, daß
beim vertikalen Bewegen der Brücke 17 der Richtstempel 28 immer
exakt von oben auf das Werkstück 7 einwirkt, unabhängig davon,
welchen Durchmesser das Werkstück aufweist.
Die Figuren veranschaulichen die Ausführungsform der erfindungs
gemäßen Biegerichtmaschine in einer stark vereinfachten Dar
stellung. Es versteht sich ohne weiteres, daß diese Maschine im
Rahmen der Erfindung vielfältig modifiziert sein kann. So sind
zweckmäßig die Richtunterlage 9 und der Richtstempel 28 in
Längsrichtung des Werkstückes 7 verschiebbar, es kann ein
zusätzlicher Antrieb zum Drehen des Werkstückes vorgesehen sein
und es kann die Zustellbewegung der Brücke statt über Kurven
scheiben auch durch andere geeignete Mittel erfolgen.
Claims (13)
1. Biegerichtmaschine für längliche Werkstücke, mit auf einem
Maschinentisch angeordneten Werkstückaufnahmen zum dreh
baren Erfassen der Enden des Werkstückes, mit mindestens
zwei in Abstand auf dem Maschinentisch angeordneten
Richtunterlagen zum Abstützen des Werkstückes in seiner
Längsrichtung, mit mindestens einem zwischen den Richt
unterlagen angeordneten Richtstempel zum Einwirken auf das
Werkstück, sowie mit einer mittels eines Antriebes in
Richtung des Werkstückes und von diesem weg verstellbaren
Betätigungsvorrichtung, die den Richtstempel aufnimmt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungsvorrichtung als
Brücke (17) ausgebildet ist, die den Richtstempel (28) in
der vertikalen Flucht (29) des Werkstückes (7) aufnimmt und
mittels des Antriebes (15) die Brücke (17) in einer
vertikalen Ebene (29) verstellbar ist.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Brücke (17) Schenkel (19), die neben dem Maschinentisch (3)
angeordnet sind, sowie einen, die Schenkel (19) verbinden
den, oberhalb des Maschinentisches (3) angeordneten Steg
(18), der den Richtstempel (28) aufnimmt, aufweist.
3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Brücke (17) in einem maschinenfesten Bauteil (2)
relativ zu diesem beweglich gelagert ist, insbesondere in
einer den Maschinentisch (3) aufnehmenden Grundplatte (2).
4. Maschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Brücke (17) im Bereich ihrer Schenkel (19) federnd in der
Grundplatte (2) gelagert ist.
5. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Antrieb als stationär gelagerte Elemente
einen Motor mit Getriebe (15) und eine von diesen angetrie
bene Welle (11), sowie mindestens eine mit der Welle (11)
drehfest verbundene Kurvenscheibe (14) aufweist, die mit
einem Ansatz (24) der Brücke (17) zusammenwirkt.
6. Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ansatz (24) als Rolle ausgebildet ist.
7. Maschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Welle (11) im Maschinentisch (3) drehbar gelagert
ist und auf gegenüberliegenden Seiten des Maschinentisches
(3) Kurvenscheiben (14) drehfest mit der Welle (11)
verbunden sind, wobei die Kurvenscheiben (14) mit den
Ansätzen (24) zusammenwirken.
8. Maschine nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß mittels der mindestens einen Kurvenscheibe
(14) der Richtstempel (28) in Richtung des Werkstückes (7)
zustellbar und mittels mindestens einer entgegen dieser
Zustellrichtung des Richtstempels (28) wirksamen Feder (21)
der Richtstempel (28) vom Werkstück (7) weg bewegbar ist.
9. Maschine nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen jedem Schenkel (19) der Brücke (17)
und der Grundplatte (2) eine Druckfeder (21) angeordnet
ist.
10. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Zustellhub der Brücke (17) einem Schwenk
winkel der Kurvenscheibe (14) von mehr als 180°, ins
besondere 270° entspricht.
11. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Brücke (17) senkrecht zu ihrer
Stellrichtung geführt ist, insbesondere mittels Manschetten
(22)
12. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß der Motor als Elektromotor ausgebildet
ist.
13. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß der Motor stationär in der Grundplatte
(2) der Maschine gelagert ist.
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