DE19646454A1 - Verfahren zur Bearbeitung von Blattgut, wie z. B. Banknoten - Google Patents
Verfahren zur Bearbeitung von Blattgut, wie z. B. BanknotenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bearbeitung von Blattgut, wie z. B.
Banknoten gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff ist beispielsweise aus der
DE-OS 27 60 166 bekannt. Mit Hilfe eines Vereinzelers wird das in einem Sta
pel vorliegende Blattgut Blatt für Blatt vereinzelt und an eine Transport
strecke übergeben, die das vereinzelte Blattgut durch die Vorrichtung trans
portiert.
Entlang des Transportweges sind mehrere Sensoreinheiten angebracht, wo
bei jede Sensoreinheit Meßdaten bestimmter Merkmale des Blattguts detek
tiert und zu einem Meßergebnis zusammenfaßt. Der Aufbau der hier ver
wendeten Sensoreinheiten ist in der DE-PS 27 60 165 gezeigt. Jede Sensorein
heit weist einen Meßwertaufnehmer auf, der bestimmte Merkmale des Blatt
guts erfaßt und in ein elektrisches Signal umwandelt. Dieses Signal wird in
einer Signalaufarbeitungsstufe umgeformt. Im allgemeinen findet hier die
Umsetzung des meist analogen Signals in digitale Meßdaten statt. Die Meß
daten werden dann anschließend in einer Auswerteeinheit der Sensoreinheit
zu einer Ja/Nein-Aussage umgeformt. Diese bildet dann das Meßergebnis
der Sensoreinheit und wird in einem Zentralspeicher dem jeweiligen Blatt
gut zugeordnet gespeichert.
Der Zentralspeicher wird als Verbindung zum Datenaustausch zwischen den
Einheiten der Vorrichtung genutzt. Auf ihn können alle Einheiten zugreifen
und die Daten schreiben oder lesen, die zur Bearbeitung des Blattguts not
wendig sind. In dem Zentralspeicher ist zu mehreren Blättern jeweils ein
Datensatz gespeichert.
Aus den in dem Zentralspeicher zu jedem Blattgut gespeicherten Meßer
gebnissen der Sensoreinheiten wird in einer zentrale Auswerteeinheit zu
nächst eine Auswerteinformation erstellt. Mittels einer in der Auswerteein
heit gespeicherten Entscheidungstabelle werden aus den Auswerteinforma
tionen die Zielorte für das betreffende Blattgut ermittelt. Die Zielorte können
beispielsweise Stapler zur Stapelung des Blattguts oder Shredder zur Ver
nichtung des Blattguts sein. Auch die Zielorte für das entsprechende Blattgut
sind im Zentralspeicher gespeichert. Anhand der gespeicherten Information
über den Zielort wird das Blattgut von der Transporteinheit entsprechend
geleitet und die tatsächliche Ablage überprüft.
Bei dem bekannten System werden von den Sensoreinheiten lediglich
Ja/Nein-Aussagen als Meßergebnis geliefert. Für Sensoreinheiten, deren
Meßergebnisse sich nicht auf eine Ja/Nein-Aussage beschränken, sondern
mit einem höheren Informationsgehalt ausgestattet sind, wie beispielsweise
die Länge oder die Breite des Blattguts in mm, eine Maßzahl für die Ver
schmutzung oder ähnlichem, ist die Erstellung einer Entscheidungstabelle
zur Ableitung einer Sortierklasse bzw. eines Zielortes für das Blattgut auf
wendig und wird relativ schnell unübersichtlich und somit fehleranfällig.
Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Bearbeitung von Blattgut vorzuschlagen, mit dem Meßergebnisse mit
höherem Informationsgehalt verarbeitbar und aus diesen Meßergebnissen
auf einfache und sichere Weise eine Sortierklasse für das Blattgut abgeleitet
werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Hauptanspruchs gelöst.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, die Ableitung einer Sor
tierklasse aus den jeweils anfallenden Meßergebnissen eines Blattguts an
hand eines Sortierbaums zu ermitteln. Die Struktur des Sortierbaums, d. h.
die Anzahl der Knoten sowie die Zahl der hierarchisch geordneten Ebenen
kann je nach Anzahl der gewünschten Sortierklassen und der jeweiligen
Aufgabenstellung bei der Bewertung des Blattguts sehr unterschiedlich sein.
So kann beispielsweise eine Aufgabenstellung darin bestehen, einen Stapel
gemischter Banknoten nach der jeweiligen Denomination sowie nach ver
schmutzten und nicht verschmutzten Noten in der jeweiligen Denomination
zu sortieren. In jedem Fall ist in jedem Sortierknoten des Sortierbaums we
nigstens für ein Meßergebnis ein Wertebereich festgelegt. Bis auf den ober
sten Sortierknoten des Sortierbaums wird zu jedem Wertebereich eines Meß
ergebnisses in einem Sortierknoten des Sortierbaums im zugeordneten, dar
überliegenden Sortierknoten ein entsprechender Wertebereich dieses Meß
ergebnisses vorgesehen. Der Wertebereich des Meßergebnisses im Sortier
knoten ist entweder ein Teilbereich oder gleich dem Wertebereich des ent
sprechenden Meßergebnisses des zugeordneten, darüberliegenden Sortier
knotens. Bevorzugt wird in jedem Sortierknoten des Sortierbaums für jedes
Meßergebnis ein Wertebereich festgelegt.
Vorteil des Verfahrens ist es, daß durch die Einführung von Wertebereichen
Meßergebnisse mit höherem Informationsgehalt verarbeitbar sind. Die
übersichtliche Struktur des Sortierbaums gewährleistet, daß Fehler beim Er
stellen des Sortierbaums weitestgehend vermieden werden können und un
ter Verwendung des Sortierbaums auf einfache und sichere Weise eine Sor
tierklasse für das Blattgut abgeleitet werden kann. Durch die hohe Flexibili
tät des Sortierbaums ist eine Anpassung an unterschiedliche Aufgabenstel
lungen leicht möglich.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Un
teransprüchen und der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfin
dung anhand der Figuren. Es zeigen:
Fig. 1 Prinzipskizze einer Vorrichtung zur Bearbeitung von Blatt
gut,
Fig. 2 Prinzipskizze eines Sortierbaums,
Fig. 3 Tabelle einiger beispielhafter Eigenschaften des Blattguts,
Fig. 4 Werteraum eines zweidimensionalen Sortierbaums,
Fig. 5 Prinzipskizze des zweidimensionalen Sortierbaums,
Fig. 6 Tabelle der Wertebereiche der Sortierknoten,
Fig. 7 Tabelle der Wertebereiche der Reportknoten,
Fig. 8 Werteraum eines zweidimensionalen Sortierbaums mit einer
ersten Möglichkeit zur Generierung von Reporträumen,
Fig. 9 Werteraum eines zweidimensionalen Sortierbaums mit einer
zweiten Möglichkeit zur Generierung von Reporträumen,
Fig. 10 Tabelle der Unterräume,
Fig. 11 Tabelle der Werteräume der Reportknoten zur ersten Möglich
keit,
Fig. 12 Tabelle der Werteräume der Reportknoten zur zweiten Mög
lichkeit,
Fig. 13. Prinzipdarstellung einer Regelmatrix.
Die Fig. 1 zeigt eine Prinzipskizze einer Vorrichtung zur Bearbeitung von
Blattgut. Die Vorrichtung weist eine Steuereinrichtung 10 auf, die über eine
Datenleitung 20 mit einer Anzahl L von Sensoren 30.1 bis 30.L verbunden ist.
Die Sensoren 30.1 weisen jeweils einen Meßwertaufnehmer 30.1 auf, der be
stimmte Merkmale des Blattgutes erfaßt und in elektrische Signale umwan
delt. Diese werden dann in digitale Meßdaten MD umgewandelt und zu ei
ner Auswerteeinheit 32.1 übermittelt. Diese leitet aus den Meßdaten MD des
Meßwertaufnehmers 31.1 mindestens ein Meßergebnis ME ab. Die von den
Sensoren 30.L abgeleiteten Meßergebnisse ME werden dann zur Steuerein
richtung 10 übertragen. Die Sortiereinheit 10 empfängt eine Anzahl N von
Meßergebnissen ME von den Sensoren 30.L und leitet aus den Meßergebnis
sen ME1 bis MEN eines Blattgutes eine Sortierklasse für das entsprechende
Blattgut ab. Anhand der abgeleiteten Sortierklasse wird dem Blattgut ein
Sortierziel 40.m aus einer Anzahl M von Sortierzielen zugewiesen. Bei den
Sortierzielen kann es sich um Stapler, Shredder oder ähnliches handeln. Die
Sortierziele weisen jeweils eine Erkennungseinrichtung 41.m auf, mit der sie
die für sie bestimmten Blätter erkennen.
Zur Ableitung der Sortierklasse eines Blattgutes wird zunächst ein Sortier
baum erstellt, der in der Steuereinrichtung 10 gespeichert wird. Eine Prin
zipskizze eines Sortierbaums ist in der Fig. 2 gezeigt. Ausgehend von einem
obersten Sortierknoten K0 werden diesem Knoten eine Anzahl K von Sor
tierknoten K01 bis K0K zugeordnet. Der Index des Sortierknotens beschreibt
die Ebene oder Tiefe des Sortierbaums und den zugeordneten, darüberlie
genden Sortierknoten. Die Anzahl der Indices steht für die Ebene des Sor
tierbaums bzw. für die Tiefe des Knotens. Ein Index bedeutet die erste Ebe
ne, zwei Indices die zweite Ebene, usw. Der oberste Sortierknoten liegt in der
ersten Ebene und hat als Index die 0. Die dem obersten Sortierknoten zuge
ordneten Knoten liegen eine Ebene unter dem obersten Sortierknoten, also in
der zweiten Ebene, und weisen somit zwei Indices auf. Der erste Index zeigt
den Index des Mutterknotens und der letzte und zweite Index numiert die
zugeordneten Knoten von 1 bis K durch. Analog ergeben sich die in der drit
ten Ebene gezeigten Indices der Knoten. Der Knoten K02Q bezeichnet somit
den Q-ten Knoten, der dem Knoten K02 zugeordnet ist.
Für jeden Sortierknoten K des Sortierbaums sind für jedes Meßergebnis ME1
bis MEN Wertebereiche festgelegt. Die Wertebereiche sind Intervalle mit ei
ner unteren Grenze a und einer oberen Grenze b. Die Grenzen sind jeweils
oben mit dem Index des entsprechenden Meßergebnisses und unten mit dem
Index des entsprechenden Knotens bezeichnet. Die Wertebereiche im ober
sten Knoten K0 können prinzipiell beliebig gewählt werden. Vorteilhaft ist es
jedoch, die Wertebereiche so zu wählen, daß der entsprechende Wertebe
reich eines Meßergebnisses jeweils die Gesamtheit der möglichen Meßer
gebnisse umfaßt.
Die Wertebereiche eines Meßergebnisses in einem Sortierknoten, der nicht
der oberste Sortierknoten K0 des Sortierbaums ist, sind entweder ein Teilbe
reich oder gleich dem Wertebereich des entsprechenden Meßergebnisses des
zugeordneten, darüberliegenden Sortierknotens. Für die Intervallgrenzen
der zweiten Ebene gilt somit an 0<= an 0k und bn 0k<= bn 0. Analog gilt bei
spielsweise für die dem Knoten K02 untergeordneten Knoten K021 bis K02Q,
daß an 02<= an 02q und bn 02q<=bn 02.
Da die Wertebereiche der einzelnen Meßergebnisse somit mit der Tiefe der
entsprechenden Sortierknoten im allgemeinen kleiner werden und somit das
Blattgut immer exakter beschreiben, stellen die Knoten eine Einteilung der
Meßergebnisse in Sortierklassen dar. Die entsprechende Sortierklasse ist in
der Fig. 2 jeweils in Klammem hinter der Knotenbezeichnung benannt. Dem
obersten Sortierknoten K0 ist hierbei die Sortierklasse "Reject", dem Sortier
knoten K02 ist beispielsweise die Sortierklasse "10 DM, unfit" und dem Sor
tierknoten K021 die Sortierklasse "10 DM, fit" zugewiesen. Die Sortierklassen
stellen jeweils eine verbale Beschreibung der durch die Wertebereiche des
entsprechenden Knotens beschriebenen Grenzen bestimmter Eigenschaften
dar.
In der Fig. 3 sind beispielhaft einige Eigenschaften mit ihren möglichen Wer
tebereichen dargestellt. Die einzelnen Wertebereiche können hierbei unter
schiedliche Qualitäten aufweisen. Die Eigenschaft "Denomination" kann hier
beispielsweise fünf diskrete Werte annehmen, während die Verschmutzung,
die Eselsohren oder die Flecken, einen beliebigen Wert in einem bestimmten
Intervall zwischen 0 und 100% annehmen können. Eigenschaften, wie bei
spielsweise Lage, Sicherheitsfaden oder Wasserzeichen, weisen nur zwei
diskrete Werte auf.
Die Bezeichnung der Sortierklassen ist hier so gewählt, daß man in etwa auf
die Wertebereiche zumindest einiger Eigenschaften schließen kann. Der
Ausdruck "fit" kann beispielsweise dafür stehen, daß die prozentualen An
teile der Verschmutzung, Eselsohren und Flecken der Banknote, gering sind.
Der Ausdruck "unfit" bedeutet, daß die prozentualen Anteile dieser Eigen
schaften hoch sind. Da es sich bei der Denomination um eine diskrete Eigen
schaft handelt, ist diese direkt in den Knoten mit ihrem entsprechenden Wert
angegeben. Die Sortierklasse "Reject" wird so interpretiert, daß dieses Blatt
gut von der Vorrichtung nicht ordnungsgemäß bearbeitet werden kann.
Um einem Blattgut eine Sortierklasse zuzuweisen, wird in dem Sortierbaum
der Sortierknoten in der tiefsten Ebene gesucht, bei dem alle Meßergebnisse
ME1 bis MEN des Blattguts in den entsprechenden Wertebereichen der Me
ßergebnisse des Sortierknotens liegen. Bevorzugt werden die Wertebereiche
der Sortierknoten rekursiv überprüft, d. h. ausgehend vom obersten Sortier
knoten K0 wird überprüft, ob es in der ersten Ebene einen Sortierknoten gibt,
bei dem alle Meßergebnisse des Blattgutes in den entsprechenden Wertebe
reichen der Meßergebnisse des Sortierknotens liegen. Ist dies der Fall, wer
den die diesem Knoten in der dritten Ebene zugeordneten Sortierknoten in
gleicher Weise überprüft. In analoger Weise wird so der Knoten ermittelt,
der sich in der tiefsten Ebene des Sortierbaums befindet und bei dem alle
Meßergebnisse des Blattgutes in den entsprechenden Wertebereichen der
Meßergebnisse dieses Sortierknotens liegen. Dem Blattgut wird dann die
Sortierklasse des ermittelten Sortierknotens zugewiesen.
Existieren in einer Ebene mehrere Sortierknoten, bei denen alle Meßergeb
nisse des Blattguts in den entsprechenden Wertebereichen der Meßergebnis
se der Sortierknoten liegen, werden diese Sortierknoten bevorzugt in einer
festgelegten Reihenfolge überprüft.
Generell werden somit zunächst die Sortierknoten in die Tiefe des Sortier
baums überprüft und danach die Sortierknoten innerhalb einer Ebene des
Sortierbaums.
Beispielsweise für ein Blattgut, dessen Meßergebnisse in den entsprechenden
Wertebereichen der Meßergebnisse des Sortierknotens K021 mit der Sortier
klassen "10 DM, fit" liegen, wird zunächst überprüft, ob die Meßergebnisse
des Blattgutes in den entsprechenden Wertebereichen der Meßergebnisse der
Sortierknoten K01 liegen. Dieses ist jedoch nicht der Fall, da der Wert der De
nomination verschieden ist. Da die Wertebereich der dem Sortierknoten K01
untergeordneten Knoten K011 bis K01P im allgemeinen kleiner oder maximal
gleich den entsprechenden Wertebereichen der Meßergebnisse des Sortier
knotens K01 sind, kann auch keiner dieser Knoten die für das Blattgut pas
sende Sortierklasse beschreiben, so daß diese Knoten nicht weiter überprüft
werden müssen.
Für den Sortierknoten K02 ergibt sich, daß alle Meßergebnisse des Blattguts
in den entsprechenden Wertebereichen des Sortierknotens K02 liegen. Somit
wird der Sortierbaum zunächst weiterhin in der Tiefe abgearbeitet. In der
festgelegten Reihenfolge wird dann zunächst der Sortierknoten K021 über
prüft und festgestellt, daß alle Meßergebnisse des Blattgutes in den entspre
chenden Wertebereichen der Meßergebnisse des Sortierknotens K021 liegen.
Da hier dem Knoten K021 keine weiteren Sortierknoten zugeordnet sind,
wird dem Blattgut die Sortierklasse des Sortierknotens K021, also "10 DM,fit"
zugewiesen. Eine weitere Überprüfung der Knoten K021 bis K02Q, die in der
Reihenfolge hinter dem Sortierknoten K021 angeordnet sind, entfällt.
Weiterhin wird jedem Sortierknoten ein Werteraum W zugeordnet, der als
kartesisches Produkt aller Wertebereiche der in dem Sortierknoten festgeleg
ten Meßergebnisse definiert ist. Für den Sortierknoten K0 gilt beispielsweise
W(K0) = [a1 0, b1 0]×[a2 0, b2 0]×. . .×[aN 0, bN 0]. Für alle anderen Sortierknoten
wird in analoger Weise verfahren.
Um die Effizienz des Verfahrens weiter zu steigern, werden die Werteräume
der Sortierknoten, die einem anderen Sortierknoten zugeordnet sind, so ge
wählt, daß diese disjunkt sind. Beispielsweise sind die Knoten K01 bis K0K
dem Sortierknoten K0 zugeordnet. Die Wertebereiche der Sortierknoten K01
bis K0K werden nun so gewählt, daß die dazugehörigen Werteräume der
Sortierknoten K01 bis K0K disjunkt sind. Für die Werteräume der Sortierkno
ten K011 bis K01P, die dem Sortierknoten K01 zugeordnet sind und die anderen
Sortierknoten wird entsprechend verfahren. Der Vorteil einer solchen Defi
nition der Wertebereiche in den Sortierknoten ist es, daß die Überprüfung
des Sortierbaumes anhand der Meßergebnisse eines Blattgutes unabhängig
von der Reihenfolge der Bearbeitung der Sortierknoten innerhalb einer Ebe
ne immer zum gleichen Sortierknoten führt.
Weiterhin kann jedem Sortierknoten des Sortierbaumes ein Reportknoten
zugeordnet werden, der sich von einem Sortierknoten lediglich darin unter
scheidet, daß ihm an Stelle einer Sortierklasse eine Reportnachricht zuge
ordnet ist. Auch in jedem Reportknoten wird für jedes Meßergebnis ein Wer
tebereich festgelegt, wobei der Wertebereich des Meßergebnisses in einem
Reportknoten ein Teilbereich oder gleich dem Wertebereich des entspre
chenden Meßergebnisses des zugeordneten Sortierknotens ist.
Im Gegensatz zu den Sortierknoten können einem Reportknoten keine wei
teren Knoten zugeordnet werden. Die Menge der einem Sortierknoten zuge
ordneten Reportknoten ist in der Fig. 2 mit der Bezeichnung R gekennzeich
net. Die oberen Indices der Menge von Reportknoten R bezeichnen den zu
geordneten Sortierknoten K. Die ersten Indices eines Reportknotens bezeich
nen analog zum Sortierknoten, den darüberliegenden, zugeordneten Sortier
knoten. Der letzte Index eines Reportknotens numeriert die einzelnen Re
portknoten durch, die dem darüberliegenden, zugeordneten Sortierknoten
zugeordnet sind.
Analog zum Sortierknoten kann jedem Reportknoten ein Werteraum zuge
ordnet werden, der als kartesisches Produkt aller Wertebereiche der in dem
Reportknoten festgelegten Meßergebnisse definiert ist. Jedem darüberlie
genden Sortierknoten wird nun ein Sortierraum, der als Vereinigung aller
Werteräume der dem Sortierknoten zugeordneten Sortierknoten definiert ist,
und ein Reportraum zugeordnet, der als Vereinigung aller Werteräume der
dem Sortierknoten zugeordneten Reportknoten definiert ist.
Bevorzugt werden die Wertebereiche der Meßergebnisse in den Reportkno
ten so festgelegt, daß der Reportraum und der Sortierraum des Sortierkno
tens disjunkt sind. Wiederum bevorzugt wird der Reportraum zusätzlich so
gewählt, daß die Vereinigung von Reportraum und Sortierraum eines Sor
tierknoten den Werteraum des Sortierknotens ergibt. Diese Vorgehensweise
gewährleistet, daß jedem Blattgut anhand seiner Meßergebnisse entweder
ein Sortierknoten oder ein Reportknoten zugeordnet werden kann.
Liegen alle Meßergebnisse eines Blattgutes in den den entsprechenden Wer
tebereichen der Meßergebnisse eines Reportknotens, so wird dem Blattgut
neben der Reportnachricht die Sortierklasse des darüberliegenden Sortier
knotens zugewiesen.
Werden die Werteräume aller Reportknoten eines Sortierknotens disjunkt
gewählt, so erhält man für jedes Blattgut abhängig von den Meßergebnissen
eine eindeutige Reportnachricht. Im allgemeinen ist es jedoch nicht notwen
dig, daß die Werteräume aller Reportknoten disjunkt sind. In diesem Fall ist
es möglich, daß die Meßergebnisse eines Blattgutes in die Werteräume meh
rerer Reportknoten fallen. Im Gegensatz zu den Sortierknoten werden bei
den Reportknoten jeweils alle dem Sortierknoten zugeordneten Reportkno
ten überprüft, so daß in diesem Fall dem Blattgut auch die Reportnachrich
ten mehrerer Reportknoten zugewiesen werden können.
Im folgenden soll ein Beispiel für einen zweidimensionalen Sortierbaum ge
geben werden, d. h., daß der Sortierbaum lediglich auf zwei Meßergebnissen
basiert. In der Fig. 4 ist der Werteraum des obersten Knotens K0 dargestellt.
Auf den Achsen ist das Meßergebnis ME1 (Denomination) und das Meßer
gebnis ME2 (Verschmutzung) dargestellt. Bei der Eigenschaft "Denomi
nation" handelt es sich um eine Eigenschaft mit fünf diskreten Werten, wäh
rend die Werte der Verschmutzung kontinuierlich in einem Bereich von 0 bis
100% variieren können.
Der entsprechende Sortierbaum ist in der Fig. 5 dargestellt. Ausgehend von
dem obersten Knoten K0 weist dieser Baum in der zweiten Ebene zwei Sor
tierknoten K01 und K02 sowie eine Menge von Reportknoten R° auf, die hier
vier Reportknoten R01 bis R04 beinhaltet. Dem Sortierknoten K01 sind in der
dritten Ebene zwei Sortierknoten K011 und K011 sowie eine Menge von Re
portknoten R01 mit einem Reportknoten R011 zugeordnet. Dem Sortierknoten
K02 ist in der dritten Ebene ein Sortierknoten K021 und eine Menge Report
knoten R02 mit zwei Reportknoten R021 und R022 zugeordnet. Die den Sortier
knoten zugeordneten Wertebereiche für die Meßergebnisse ME1 und ME2
sind in der Tabelle in Fig. 6 dargestellt. Die Wertebereiche der Meßergebnis
se ME1 und ME2 der Reportknoten sind in der Tabelle der Fig. 7 dargestellt.
Die sich aus den Wertebereichen ergebenden Werteräume der Sortierknoten
bzw. Reportknoten sind in der Fig. 4 dargestellt. Der Werteraum des Sortier
knotens K0 wird durch das umfassende Quadrat gekennzeichnet. Die Werte
räume der Sortierknoten der zweiten Ebene des Sortierbaums sind schraffiert
dargestellt. Die Werteräume der Sortierräume der dritten Ebene sind weiß
gekennzeichnet. Die Reportknoten der zweiten Ebene sind in Dunkelgrau
und die Reportknoten der dritten Ebene in Hellgrau dargestellt.
Wie man gut sieht, sind die Werteräume der Sortierknoten der zweiten Ebe
ne Teilmengen des Werteraums des Sortierknotens der ersten Ebene und die
Werteräume der zu den Sortierknoten der zweiten Ebene zugeordneten Sor
tierknoten der dritten Ebene wiederum Teilmengen des entsprechenden
Werteraums der zugeordneten Sortierknoten der zweiten Ebene. Die gefor
derte Tiefenrelation für die Sortierknoten ist somit gewährleistet. Weiterhin
sind die Werteräume innerhalb einer Ebene disjunkt.
Die Werteräume der Reportknoten sind so gewählt, daß sie zu den Werte
räumen der Sortierknoten der zweiten Ebene disjunkt sind. Weiterhin ergibt
die Vereinigung der Werteräume aller Knoten der zweiten Ebene den Werte
raum des zugeordneten, darüberliegenden Sortierknotens K0, so daß die
Meßergebnisse eines Blattgutes entweder im Werteraum eines Sortierkno
tens oder eines Reportknotens der zweiten Ebene liegen. Für die Knoten der
dritten Ebene und die entsprechenden zugeordneten Sortierknoten der zwei
ten Ebene gilt dies analog.
Durch die oben beschriebene Struktur des Sortierbaums ist gewährleistet,
daß die Wertebereiche der Meßergebnisse in den einzelnen Knoten nur in
bestimmten Bereichen verändert werden können. Um zu verhindern, daß
bestimmte Wertebereiche in den Sortierknoten unberechtigt geändert wer
den können, wird den Wertebereichen und/oder den Intervallgrenzen der
Meßergebnisse in jedem Knoten zumindest teilweise jeweils ein Sicherheits
wert zugeordnet. Mittels dieses Sicherheitswertes wird geregelt, unter wel
chen Bedingungen der zugeordnete Wertebereich und/oder die Intervall
grenze geändert werden kann. Diese Bedingungen können z. B. vom Be
triebszustand der Vorrichtung oder von der Person des Bedieners abhängen.
Ist beispielsweise ein Bediener nicht befugt, Wertebereiche und/oder Inter
vallgrenzen eines bestimmten Meßergebnisses zu ändern, kann dieser Wer
tebereich und/oder diese Intervallgrenze in jedem Knoten mit einem ent
sprechenden Sicherheitswert gesichert werden.
Eine weitere Möglichkeit der Absicherung des Sortierbaums besteht darin,
daß bestimmten Knoten direkt ein Sicherheitswert zugeordnet wird. Über
diesen Sicherheitswert kann beispielsweise geregelt werden, unter welchen
Bedingungen in dem Knoten bestimmte Wertebereich geändert werden dür
fen. Sind bestimmte Wertebereiche bereits durch einen eigenen Sicherheits
wert gesichert, kann beispielsweise für den entsprechenden Wertebereich
der jeweils höhere Sicherheitswert festgelegt werden. Weiterhin kann mittels
des Sicherheitswertes geregelt werden, unter welchen Bedingungen ein Kno
ten entfernt werden darf. Es ist auch möglich, über den Sicherheitswert zu
regeln, unter welchen Bedingungen einem Knoten weitere Knoten zugeord
net werden dürfen.
Die Vergabe von Sicherheitswerten im Sortierbaum ermöglicht es somit, daß
Manipulationen des Sortierbaums auf einfache Weise gesteuert und diese
nur von berechtigten Personen mit entsprechenden Sicherheitswerten
durchgeführt werden können.
Um Fehler bei der Änderung von Intervallgrenzen der Wertebereiche inner
halb des Sortierbaums zu vermeiden, können die Intervallgrenzen zumin
dest teilweise mit einer bestimmten Markierung versehen werden. Wird eine
markierte Intervallgrenze geändert, so werden automatisch auch alle ande
ren Intervallgrenzen entsprechend geändert, die mit dieser Markierung ver
sehen sind.
Durch diese Maßnahme ist es möglich, die relativ große Anzahl von Frei
heitsgraden bei der Wahl der Intervallgrenzen der einzelnen Wertebereiche
auf ein überschauliches Maß einzuschränken. Zusätzlich können auch die
Markierungen der Intervallgrenzen durch Zuordnung eines Sicherheitswerts
gegen unberechtigte Änderungen gesichert werden.
Um die Erstellung eines Sortierbaumes weiter zu vereinfachen, ist es mög
lich, zunächst die Baumstruktur der Sortierknoten einschließlich der Festle
gung der Wertebereiche der einzelnen Meßergebnisse zu erstellen. Die den
Sortierknoten zugeordneten Reportknoten lassen sich automatisch generie
ren. Grundgedanke hierbei ist, daß der Sortierraum und der Reportraum
eines jeden Sortierknotens disjunkt sind und die Vereinigung von Sortier
raum und Reportraum eines Sortierknotens den Wertebereich des Sortier
knotens ergibt.
Verschiedene Möglichkeiten zur automatischen Generierung von Report
knoten sind in Fig. 8 und Fig. 9 gezeigt, wobei die Beispiele im wesentlichen
dem Beispiel aus Fig. 4 entsprechen. Wie schon in Fig. 5 gezeigt, sind dem
Sortierknoten K0 zwei Sortierknoten K01 und K02 zugeordnet. Der Report
raum des Sortierknotens K0 ist in Fig. 8 dunkelgrau und der Sortierraum
durch die Werteräume der zugeordneten Sortierknoten K01 und K02 in hell
grau dargestellt.
Zur automatischen Generierung der Menge von Reportknoten R0 wird der
Werteraum des Sortierknotens K0 entlang der gestrichelten bzw. punktierten
Linien zerlegt, wobei die Linien jeweils entlang der Intervallgrenzen der
Wertebereiche der Meßergebnisse der zugeordneten Sortierknoten K01 und
K02 laufen. Aus dieser Zerlegung ergeben sich sieben Unterräume U01 bis
U07, die jeweils in der rechten oberen Ecke des entsprechenden Unterraums
bezeichnet sind. Die Wertebereiche der Unterräume U01 bis U07 sind in der
Tabelle der Fig. 10 dargestellt.
Eine Möglichkeit zur automatischen Generierung der Reportknoten besteht
nun darin, jedem Reportknoten einen dieser Unterräume als Werteraum zu
zuweisen und die Wertebereiche der Meßergebnisse des Reportknotens ent
sprechend zu wählen.
Um die Anzahl der automatisch generierten Reportknoten möglichst gering
zu halten, werden die Unterräume bevorzugt jedoch vor der Zuordnung zu
einem Reportknoten geeignet zusammengefaßt.
Eine erste Möglichkeit der Zusammenfassung ist in der Fig. 8 dargestellt,
wobei in einem Reportknoten jeweils die Unterräume zusammengefaßt wer
den, deren Wertebereiche bezüglich des Meßergebnisses ME1 (Denomina
tion) gleich sind und deren Wertebereiche des Meßergebnisses ME2 (Ver
schmutzung) aneinandergrenzen, so daß diese zu einem größeren Wertebe
reich zusammengefaßt werden können. Die aus der Zusammenfassung von
Unterräumen entstehenden Reportknoten sind in der Fig. 11 tabellarisch
dargestellt. Die Grenzen zwischen den Reportregeln R sind in der Fig. 8
durch strichlierte Linien dargestellt, während die Grenzen zwischen zwei
Unterräumen durch eine punktierte Linie dargestellt werden.
Im Reportknoten R03 sind die Unterräume U03, U04 und U05 zusammengefaßt,
da diese Unterräume bezüglich des ersten Meßergebnisses ME1 gleiche Wer
tebereiche aufweisen und die Wertebereiche bezüglich des Meßergebnisses
ME2 nebeneinanderliegen und somit zu einem größeren Wertebereiche zu
sammengefaßt werden können. Im Gegensatz dazu lassen sich die Unter
räume U01 und U02 nicht zu einem Reportknoten zusammenfassen, da sie
zwar bezüglich des Meßergebnisses ME1 die gleichen Wertebereiche aufwei
sen, aber die Wertebereiche bezüglich des Meßergebnisses ME2 nicht neben
einanderliegen und somit nicht zu einem größeren Wertebereich zusam
mengefaßt werden können.
Eine zweite Möglichkeit zur automatischen Generierung von Reportknoten
ist in der Fig. 9 dargestellt. Hier werden im Gegensatz zur ersten Möglich
keit die Unterräume zusammengefaßt, bei denen die Wertebereiche des
Meßergebnisses ME2 gleich sind und die Wertebereiche der Meßergebnisse
ME1 nebeneinanderliegen. Die aus der Zusammenfassung resultierenden
Reportknoten R'01 bis R'02 sind tabellarisch in Fig. 12 dargestellt. Auch hier
sind analog die Grenzen zwischen den Reportregeln durch strichlierte Linien
und die Grenzen zwischen den Unterräumen durch punktierte Linien darge
stellt.
Wie man aus dem obigen Beispiel erkennt, hängen sowohl die Anzahl als
auch die Werteräume der generierten Reportknoten davon ab, in welcher
Reihenfolge die bei der Zerteilung auftretenden Unterräume zusammenge
faßt werden. Auch die automatisch generierte Reportnachricht hängt von
der Reihenfolge der Bearbeitung der Meßergebnisse ab. Beispielsweise im
Reportknoten Rom in Fig. 8 könnte die automatisch generierte Reportnach
richt "Denomination" lauten. Aus der Reportnachricht läßt sich somit ledig
lich ableiten, daß es sich bei dem Schein mit der Sortierklasse des Sortierkno
tens K0 um eine Banknote mit einer Denomination gehandelt hat, die in kei
nem Werteraum eines zugeordneten Sortierknotens auftritt. Ein Rückschluß
auf deren Verschmutzung ist aus dieser Reportnachricht nicht abzuleiten.
Die automatisch generierte Reportnachricht des Reportknotens R'01 aus der
Fig. 9 könnte beispielsweise "Verschmutzung" lauten. Aus dieser Report
nachricht geht jedoch nicht eindeutig hervor, welche Denomination das
Blattgut besessen hat.
Es ist bei dieser Art der automatischen Generierung von Reportknoten somit
maßgeblich, in welcher Reihenfolge die Meßergebnisse bearbeitet werden.
Eine Verallgemeinerung dieses Beispiels für höher dimensionale Werteräu
me, d. h. für eine beliebige Anzahl N von Meßergebnissen, ist in analoger
Weise möglich. Bei Bedarf ist es für den Fachmann auch möglich, andere
Verfahren zur automatischen Generierung von Reportknoten anzuwenden.
Um die Überprüfung des Sortierbaumes anhand der Meßergebnisse eines
Blattguts durch die Steuereinheit 10 einfach zu gestalten, kann der Sortier
baum einschließlich der automatisch generierten Reportknoten auf eine dazu
geeignete Form abgebildet werden. Eine solche Form ist beispielsweise die in
Fig. 13 dargestellte Regelmatrix.
Zur Erstellung dieser Regelmatrix wird jeweils der im obersten Sortierkno
ten K0 definierte Wertebereich eines jeden Meßergebnisses in nebeneinan
derliegende Partitionen zerlegt, wobei die Partitionsgrenzen mindestens die
Intervallgrenzen a und b der Wertebereiche der entsprechenden Meßergeb
nisses aller anderen Knoten enthalten. Für das Meßergebnis ME1 (Denomi
nation) aus dem obigen Beispiel ergibt sich eine Zerlegung des Wertebe
reichs des Sortierknotens K0 in fünf Partitionen mit 5 DM, 10 DM, 20 DM, 50
DM und 100 DM. Das Meßergebnis ME2 (Verschmutzung) wird auch in fünf
Partitionen zerlegt, die jeweils die Intervalle [0%, 20%], [20%, 40%], [40%,
60%], [60%, 80%] und [80%, 100%] beinhalten.
Vorzugsweise werden die Partitionsgrenzen so gewählt, daß diese lediglich
einer Partition zugeordnet sind. Die Partitionen sind somit disjunkt und de
ren Vereinigung ergibt jeweils den Wertebereich des Sortierknotens K0 des
entsprechenden Meßergebnisses.
Die Sortierregeln der Regelmatrix können nun eindeutig aus den Wertebe
reichen der einzelnen Meßergebnisse eines jeden Sortierknotens abgeleitet
werden, indem jede Partition markiert wird, die zumindest Teilmenge des
entsprechenden Wertebereichs des Meßergebnisses des Sortierknotens ist.
Für den Sortierknoten K01 ist beispielsweise die Partition 5 DM, 10 DM des
Meßergebnisses ME1 und die Partition [60%, 80] und [80%, 100%] des Meß
ergebnisses ME2 markiert. Die Vereinigung der markierten Partitionen eines
Meßergebnisses ergibt wiederum den Wertebereich des Meßergebnisses des
entsprechenden Sortierknotens.
Die Reihenfolge der so erstellten Sortierregeln hängt von der Abarbeitungs
reihenfolge der entsprechenden Sortierknoten des Sortierbaums ab. Generell
werden die Sortierregeln, die tiefer gelegenen Sortierknoten entsprechen, vor
den Sortierregeln abgearbeitet, die den zugeordneten, darüberliegenden
Sortierknoten entsprechen. Sortierregeln, die einem Sortierknoten entspre
chen, der einem anderen Sortierknoten zugeordnet ist, werden in der Rei
henfolge der zugeordneten Sortierknoten angeordnet. Jeder Sortierregel
wird dann die Sortierklasse des entsprechenden Sortierknotens zugeordnet.
Die Reportregeln werden in analoger Weise zu den Sortierregeln erstellt und
angeordnet. Jeder Reportregel wird die Reportnachricht des entsprechenden
Reportknotens zugewiesen.
Mittels einer solchen Regelmatrix kann die Sortierklasse bzw. Reportnach
richt abhängig von den Meßergebnissen eines Blattgutes auf einfache Art
und Weise bestimmt werden. Beispielsweise für ein Blattgut mit den Meßer
gebnissen (5 DM, 82%) werden zunächst die Partitionen markiert, in denen
die Meßergebnisse des Blattguts liegen. Man erhält einen Meßergebnisvektor
V1.
Zur Ableitung der Sortierklasse vergleicht man nun die Sortierregeln in ihrer
Reihenfolge mit dem Meßergebnisvektor V1 bis zu der Regel, bei der die
gleichen Partitionen markiert sind, wie im Meßergebnisvektor V1, in diesem
Fall also die Regel 2. Dem Blattgut wird nun die Sortierklasse der Sortierre
gel 2 zugewiesen.
Danach werden die Reportregeln mit dem Meßergebnisvektor V1 verglichen
und alle Reportregeln ermittelt, bei denen die gleichen Partitionen markiert
sind wie bei dem Meßergebnisvektor V1. In diesem Beispiel stimmt keine der
Markierungen der Reportregeln mit den Markierungen des Meßergebnis
vektors V1 überein, so daß dem Blattgut keine Reportnachricht zugeordnet
wird.
Für ein Blattgut mit dem Meßergebnis (50 DM, 48%) ergibt sich in analoger
Weise ein Meßergebnisvektor V2. Ein Vergleich mit den Sortierregeln bzw.
den Reportregeln liefert die Sortierregel 5 und die Reportregel 3, so daß dem
Blattgut die Sortierklasse der Sortierregel 5 und die Reportnachricht der Sor
tierregel 3 zugeordnet wird.
Aufgrund der beschriebenen Struktur der Regelmatrix ist es somit auf ein
fachste Weise möglich, aus vorgegebenen Meßwerten für ein Blattgut eine
Sortierklasse bzw. eine oder mehrere Reportnachrichten abzuleiten. Durch
die automatische Generierung der Regelmatrix aus einem Sortierbaum ist
gewährleistet, daß durch die übersichtliche Struktur des Sortierbaums Fehler
beim Erstellen des Sortierbaums und somit beim Erstellen der Regelmatrix
vermieden werden.
Neben der beschriebenen Struktur der Regelmatrix ist es für den Fachmann
auch möglich, andere Darstellungen des Sortierbaums abzuleiten, die von
der Steuereinrichtung 10 in einfacher Art und Weise verarbeitet werden
können.
Claims (38)
1. Verfahren zur Bearbeitung von Blattgut, wie z. B. Banknoten, bei dem die
folgenden Schritte durchgeführt werden:
- - Erfassen von Meßdaten mittels mindestens eines Sensors,
- - Ableiten von Meßergebnissen aus den erfaßten Meßdaten,
- - Ableiten einer Sortierklasse für das Blattguts aus den Meßergebnissen,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Ableitung der Sortierklasse ein Sortier baum erstellt wird, wobei - - in jedem Sortierknoten des Sortierbaumes wenigstens für ein Meßer gebnis ein Wertebereich festgelegt ist,
- - zu einem Wertebereich eines Meßergebnisses in einem Sortierknoten des Sortierbaumes, der nicht der oberste Sortierknoten des Sortierbau mes ist, im zugeordneten, darüberliegenden Sortierknoten ein entspre chender Wertebereich dieses Meßergebnisses vorhanden ist und
- - der Wertebereich des Meßergebnisses im Sortierknoten ein Teilbereich oder gleich dem Wertebereich des entsprechenden Meßergebnisses des zugeordneten, darüberliegenden Sortierknotens ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Sortier
knoten eine Sortierklasse zugeordnet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, jedem Sortierkno
ten ein Werteraum zugeordnet ist, der als kartesisches Produkt aller Werte
bereiche der in dem Sortierknoten festgelegten Meßergebnisse definiert ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Werteräu
me aller zugeordneten Sortierknoten eines Sortierknotens disjunkt sind.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
einem Sortierknoten des Sortierbaumes, mindestens ein Reportknoten zuge
ordnet ist, wobei
- - in jedem Reportknoten für jedes Meßergebnis ein Wertebereich festge legt ist und
- - der Wertebereich eines Meßergebnisses in einem Reportknoten, ein Teilbereich oder gleich dem Wertebereich des entsprechenden Meßer gebnisses des zugeordneten, darüberliegenden Sortierknotens ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Report
knoten eine Reportnachricht zugeordnet ist.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Report
knoten ein Werteraum zugeordnet ist, der als kartesisches Produkt aller
Wertebereiche der in dem Reportknoten festgelegten Meßergebnisse defi
niert ist und daß jedem Sortierknoten ein Werteraum zugeordnet ist, der als
kartesisches Produkt aller Wertebereiche der in dem Sortierknoten festgeleg
ten Meßergebnisse definiert ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Sortier
knoten ein Sortierraum, der als Vereinigung aller Werteräume der dem Sor
tierknoten zugeordneten Sortierknoten definiert ist, und ein Reportraum
zugeordnet ist, der als Vereinigung aller Werteräume der dem Sortierknoten
zugeordneten Reportknoten definiert ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Report
raum eines Sortierknotens so gewählt wird, das die Vereinigung von Report
raum und Sortierraum des Sortierknotens den Werteraum des Sortierkno
tens ergibt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Report
raum eines Sortierknotens so gewählt wird, das der Reportraum und Sortier
raum des Sortierknotens disjunkt sind.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Werte
räume aller Reportknoten eines Sortierknotens disjunkt sind.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Werte
räume aller zugeordneten Sortierknoten eines Sortierknotens disjunkt sind.
13. Verfahren einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
dem Blattgut die Sortierklasse des Sortierknotens in der tiefsten Ebene des
Sortierbaumes zugewiesen wird, bei dem alle Meßergebnisse des Blattguts in
den entsprechenden Wertebereichen der Meßergebnisse des Sortierknotens
liegen.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Wertebe
reiche der Sortierknoten rekursiv überprüft werden.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Sortier
knoten einer Ebene in einer festgelegten Reihenfolge überprüft werden.
16. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß dem Blattgut
die Reportnachrichten der Reportknoten zugewiesen werden, die dem Sor
tierknotens zugeordnet sind, der der Sortierklasse des Blattguts entspricht
und bei denen alle Meßergebnisse des Blattguts in den entsprechenden Wer
tebereichen der Meßergebnisse der Reportknoten liegen.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Report
knoten des Sortierknotens in einer festgelegten Reihenfolge überprüft wer
den.
18. Verfahren nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß den
Wertebereichen und/oder Intervallgrenzen der Meßergebnisse in jedem
Knoten zumindest teilweise jeweils ein Sicherheitswert zugeordnet wird.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß mittels des
Sicherheitswertes geregelt wird, unter welchen Bedingungen der zugeordne
te Wertebereich und/oder die Intervallgrenze geändert werden darf.
20. Verfahren nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß den
Knoten zumindest teilweise jeweils ein Sicherheitswert zugeordnet wird.
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß mittels des
Sicherheitswertes des Knotens geregelt wird, unter welchen Bedingungen
dem Knoten zugeordnete Wertebereiche geändert werden dürfen
22. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß mittels des
Sicherheitswertes des Knotens geregelt wird, unter welchen Bedingungen
der Knoten entfernt werden darf.
23. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß mittels des
Sicherheitswertes des Knotens geregelt wird, unter welchen Bedingungen
dem Knoten weitere Knoten zugeordnet werden dürfen.
24. Verfahren nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß minde
stens einer Intervallgrenze eines Wertebereiches eines Meßergebnisses eine
Markierung zugeordnet wird.
25. Verfahren nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer
Änderung einer Intervallgrenze, der eine Markierung zugeordnet ist, alle
anderen Intervallgrenzen entsprechend geändert werden, denen die gleiche
Markierung zugeordnet ist.
26. Verfahren nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß den Markie
rungen zumindest teilweise jeweils ein Sicherheitswert zugeordnet wird.
27. Verfahren nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß mittels des
Sicherheitswertes geregelt wird, unter welchen Bedingungen die Markierung
geändert werden darf.
28. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Reportknoten einschließlich der Wertebereiche für jedes Meßergeb
nis automatisch generiert werden.
29. Verfahren nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß der Werte
raum eines Sortierknotens entlang der Intervallgrenzen der Wertebereiche
der dem Sortierknoten zugeordneten Sortierknoten in Unterräume zerlegt
wird und aus den Unterräumen die Werteräume der Reportknoten und so
mit die Wertebereiche für die Meßergebnisse der Reportknoten gebildet
werden.
30. Verfahren nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Un
terräume geeignet zu einem Wertebereich eines Reportknotens zusammen
gefaßt werden.
31. Verfahren nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sortierbaum auf eine Regelmatrix abgebildet wird.
32. Verfahren nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, daß die Wertebe
reiche der Meßergebnisse des obersten Sortierknotens in Partitionen zerlegt
werden, wobei die Partitionsgrenzen mindestens die Intervallgrenzen der
Wertebereiche der entsprechenden Meßergebnisse aller anderen Knoten ent
halten.
33. Verfahren nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, daß Aufstellen
einer Regelmatrix aus Regeln, wobei jedem Knoten des Sortierbaums eine
Regel zugeordnet ist und bei der Regel eines Knotens die Partitionen der
Meßergebnisse markiert sind, die zumindest Teilmengen des Wertebereiches
des entsprechenden Meßergebnisses des Knotens sind.
34. Verfahren nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeln
der Sortierknoten in einer Reihenfolge angeordnet sind, wobei die Regeln
der zugeordneten Sortierknoten in der Reihenfolge der zugeordneten Sor
tierknoten und vor den Regeln der übergeordneten Sortierknoten angeord
net sind.
35. Verfahren nach Anspruch 34, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Regel
eines Sortierknotens die Sortierklasse des Sortierknotens zugeordnet ist.
36. Verfahren nach Anspruch 35, dadurch gekennzeichnet, daß dem Blattgut
die Sortierklasse der in der Reihenfolge ersten Regel zugeordnet wird, bei
der mindestens die Partitionen markiert sind, in denen alle Meßergebnisse
des Blattguts liegen.
37. Verfahren nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Regel
eines Reportknotens die Reportnachricht des Reportknotens zugeordnet ist.
38. Verfahren nach Anspruch 37, dadurch gekennzeichnet, daß dem Blattgut
die Reportnachrichten der Regeln zugeordnet werden, bei denen mindestens
die Partitionen markiert sind, in denen alle Meßergebnisse des Blattguts lie
gen.
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