DE19632955C1 - Verfahren zur Sanierung von Rohrleitungen - Google Patents
Verfahren zur Sanierung von RohrleitungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Sanierung von Rohrleitungen, wobei die an
mindestens zwei Enden offene Rohrleitung mit vorzugsweise vorgewärmter Luft ge
trocknet, Innenbeläge durch mittels Unterdruck oder Überdruck durch die Rohrleitung
strömende Abrasivmittel entfernt, die Rohrleitung ggf. mittels vorgewärmter Luft auf
geheizt und schließlich mit einem viskosen, aushärtenden Beschichtungsmaterial
innenbeschichtet wird.
Grundsätzlich sei an dieser Stelle angemerkt, daß es sich bei den zu sanierenden
Rohrleitungen um bereits installierte Leitungen handelt, die unterschiedliche Strö
mungsmedien führen können. So kann es sich bspw. um Zu- und/oder Ablaufleitun
gen für Wasser oder Gas in Wohn-, Industrie- und Kommunalanlagen handeln, wobei
darunter auch Haushalts- und Industrieabwasserleitungen fallen. Sämtliche dieser
Leitungen neigen zu Verkrustungen, die vor allem auf Kalkablagerungen aus dem
Wasser bzw. Abwasser, auf Rostbildung an der Innenwandung der Leitung, auf Aus
scheidungen aus dem Strömungsmedium, auf Reaktionsprodukte zwischen dem
Strömungsmedium und mitgeführten Substanzen sowie dem Leitungsmaterial, etc.
sowie auf daraus kombinierte Effekte zurückzuführen sind. Die zuvor genannten Er
scheinungen führen zu Querschnittsverjüngungen und oftmals auch zu Leckagen,
wodurch der Transport des Strömungsmediums gestört, wenn nicht sogar unmöglich
gemacht wird.
Das hier beanspruchte Verfahren zur Sanierung von Rohrleitungen hilft eine kom
plette Erneuerung der Rohrleitung zu vermeiden, was sich insbesondere hinsichtlich
komplett installierter Sanitäreinrichtungen, Abwassereinrichtungen, Klimaanlagen,
etc. als ganz besonders vorteilhaft erweist. Hier sind nämlich die Rohrleitungen nach
Entfernen der Armaturen mehr oder weniger frei zugänglich, so daß das bean
spruchte Reinigungs- und Beschichtungsverfahren angewendet werden kann. We
sentlich ist jedenfalls, daß eine Rohrleitung an mindestens zwei offenen Enden zu
gänglich gemacht werden muß, so daß die einzelnen Verfahrensschritte durchführbar
sind. Das beanspruchte Verfahren schließt eine herkömmliche Reparatur der Rohr
leitungen - zumindest bereichsweise - nicht aus, so daß komplette Rohrleitungsnetze
durchaus auch teilweise erneuert und teilweise nach dem beanspruchten Verfahren
saniert werden können.
Verfahren der in Rede stehenden Art sind seit geraumer Zeit aus der Praxis bekannt.
Lediglich beispielhaft wird hier auf die europäische Patentschrift 0 299 134 und auf
die internationale Veröffentlichung WO 95/09320 verwiesen.
Aus der europäischen Patentschrift 0 299 134 ist ein gattungsbildendes Verfahren
bekannt, wobei das Trocknen der Rohrleitung, das Entfernen der Innenbeläge in der
Rohrleitung, das Vorwärmen der Rohrleitung und schließlich das Innenbeschichten
der Rohrleitung mittels Druckluft erfolgt. Mit anderen Worten wird nach dem bekann
ten Verfahren Druckluft als Trägermedium durch die Rohrleitung hindurch ge
drückt.
Das bekannte Verfahren weist den ganz erheblichen Nachteil auf, daß sich Leckagen
während der Anwendung des Verfahrens bzw. während der Druckluftbeaufschlagung
nicht bzw. so gut wie nicht feststellen lassen. Folglich besteht hier die Gefahr, daß
trotz enormer Leckagen die Innenbeschichtung durchgeführt wird, wobei ein
Schließen der Leckagen nahezu ausgeschlossen ist. Insoweit wird eine große
Leckage bzw. ein Loch in der Rohrleitung durch Beschichtung geradezu "veredelt"
und kann nicht mehr wirksam geschlossen werden.
Auch bei dem aus der WO 95/09320 bekannten Verfahren geht es um die Sanierung
von Frischwasserleitungen mit geringem Querschnitt, wobei die Trocknung der
Rohrleitung sowie das Sandstrahlen der Innenbeläge und das anschließende Be
schichten ausschließlich mittels Unterdruck erfolgt. Jedenfalls sorgt auch hier eine
Druckdifferenz zwischen einlaßseitigem und auslaßseitigem Ende der Rohrleitung zu
einer Beschleunigung der Luft und somit der Abrasivmittelteilchen und auch des Be
schichtungsmaterials.
Die bislang bekannten Verfahren zur Sanierung von Rohrleitungen - insbesondere
Frischwasserleitungen - lassen sich jedoch nur dann anwenden, wenn die Rohrlei
tungen einen relativ geringen Strömungsquerschnitt aufweisen. Nur im Falle eines
der Frischwasserzuleitungen üblichen geringen Rohrleitungsquerschnittes ist man
nämlich in der Lage, über herkömmliche Kompressoren hinreichend Druckluft bzw.
Unterdruck zur Verfügung zu stellen, um wiederum eine hinreichende Strömung
durch die Rohrleitung hindurch zu realisieren. Sollen dagegen Abwasserleitungen,
Schutzwasserleitungen, Leitungen von Klimaanlagen oder dgl., d. h. Leitungen mit
relativ großen Leitungsquerschnitten saniert werden, so läßt sich das aus den zuvor
genannten Druckschriften bekannte Verfahren - ganz gleich ob mit Druckluft oder
Unterdruck arbeitend - nicht mehr oder nur noch bedingt anwenden. So lassen sich
die Abrasivmittelteilchen bspw. nicht mehr hinreichend in der Rohrleitung beschleuni
gen bzw. wäre zur hinreichenden Beschleunigung ein derart großes Fördervolumen
an Druckluft erforderlich, wie es mobile Kompressoren jedenfalls nicht mehr bereit
stellen können. Im übrigen wären die hier anfallenden Energiekosten ebenfalls nicht
mehr zu verantworten.
Aus der DE-OS 24 33 774 ist für sich gesehen ebenfalls ein Verfahren zur Innenbe
schichtung von bereits verlegten Rohrleitungen aus Stahl oder Guß mittels Kunststoff
bekannt, wobei dort das Abrasivmittel mittels eines im Rohr hydraulisch zentrierten
Führungsrohres über ein am freien Ende des Führungsrohres angeordnete Düse
unter einem Winkel von 45° gleichzeitig rundum auf die Innenfläche des abrasiv zu
behandelnden Rohres gestrahlt wird. Auf einer Seite des Rohres findet eine Absau
gung des Abrasivmittels statt, wobei sich diese Absaugung auf das Abrasivmittel
nebst abgelöster Bestandteile nach dem Strahlvorgang bezieht. Jedenfalls dient die
Absaugung keineswegs zur Realisierung des abrasiven Effektes, sondern lediglich
zur Absaugung nach dem eigentlichen Strahlungsvorgang.
Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Sa
nierung von Rohrleitungen derart auszugestalten und weiterzubilden, daß sich unter
Verwendung bislang üblicher Kompressoren auch Leitungen mit größeren Strö
mungsquerschnitten sanieren lassen, so bspw. Abwasserleitungen, Schutzwasser
leitungen, Leitungen von Klimaanlagen, etc.
Das erfindungsgemäße Verfahren löst die voranstehende Aufgabe durch die Merk
male des Patentanspruches 1. Danach ist das Verfahren zur Sanierung von Rohrlei
tungen der eingangs genannten Art derart ausgebildet, daß der effektive Strömungs
querschnitt der Rohrleitung durch Einbringen eines sich zumindest bereichsweise
durch die Rohrleitung hindurch erstreckenden Verdrängungskörpers verringert wird.
Erfindungsgemäß ist hier zunächst erkannt worden, daß man Rohrleitungen mit
größerem Durchmesser jedenfalls dann nach den bekannten Überdruck-/Unterdruck-
Methoden sanieren kann, wenn man den effektiven Strömungsquerschnitt der Rohr
leitung verringert. Eine solche Verringerung des effektiven Strömungsquerschnittes
wird in erfindungsgemäßer Weise dadurch erreicht, daß in die Rohrleitung ein sich
zumindest bereichsweise durch die Rohrleitung hindurch erstreckender Verdrän
gungskörper eingebracht wird. Dieser Verdrängungskörper erstreckt sich vorzugs
weise mittig durch die Rohrleitung hindurch, so daß zwischen dem Verdrängungskör
per und der Innenwandung der Rohrleitung eine Art mehr oder weniger gleichförmi
ger Ringkanal entsteht. Durch entsprechende Dimensionierung des Verdrängungs
körpers läßt sich der wirksame Strömungsquerschnitt bspw. eines Abwasserrohres
auf ein Minimum reduzieren, so daß die Leistung der bei der Sanierung von Frisch
wasserleitungen verwendeten herkömmlichen Kompressoren vollkommen ausreicht.
Erfindungsgemäß wird demnach eine Verringerung des Strömungsquerschnitts der
Rohrleitung vorgenommen, anstelle einer sonst naheliegenden Erhöhung der För
derleistung bzw. des Förderdrucks des Kompressors. Letztendlich werden hier zu
mindest in strömungstechnischer Hinsicht Verhältnisse geschaffen, wie man sie aus
der Sanierung von Frischwasserleitungen kennt.
Bei dem Verdrängungskörper handelt es sich in vorteilhafter Weise um ein länglich
ausgeführtes Teil, welches sogar auf einen vorgebbaren Durchmesser aufblasbar
sein könnte. Ebenso kann es sich bei dem Verdrängungskörper um einen elastischen
Schlauch handeln, der in seinem Außendurchmesser so gewählt wird, daß er den
wirksamen Strömungsquerschnitt innerhalb der Rohrleitung auf ein hinreichendes
Maß verringert. Dieser Schlauch könnte von einem offenen Ende her durch die Ab
wasserleitung hindurchgeschoben werden, bis er an dem anderen freien Ende wieder
heraustritt. Ebenso wäre es denkbar, den Schlauch über einen Köder in die Rohrlei
tung hinein und bis ans andere offene Ende der Rohrleitung und dort wieder heraus
zu ziehen.
In ganz besonders vorteilhafter Weise könnte der Schlauch als Strömungspfad für die
Strömungsmedien der einzelnen Bearbeitungsschritte dienen. So könnte nach Ent
leerung der Rohrleitung die zum Trocknen der Rohrleitung dienende Luft über den
Schlauch in die Rohrleitung hineingeblasen werden. Eine Trocknung der Rohrleitung
wäre jedoch auch bei einer geringeren Strömung ohne Einbringen eines Schlauches
möglich.
Nach der Trocknung der Rohrleitung könnte dann das Gemisch aus Luft und Abra
sivmittelteilchen durch den Schlauch hindurch in die Rohrleitung hineingeblasen wer
den. Gleiches gilt für das Beschichtungsmaterial, wobei sowohl der Sandstrahlvor
gang als auch der eigentliche Beschichtungsvorgang dadurch begünstigt werden
können, daß vom anschlußseitigen Ende des Schlauches her durch die Rohrleitung
hindurch abgesaugt wird. Bei der abrasiven Behandlung der Innenwandung der
Rohrleitung wäre die Beschleunigung der Abrasivmittelteilchen begünstigt. Das Be
schichtungsmaterial würde in verstärktem Maße in Richtung des anschlußseitigen
Endes des Schlauches gefördert werden, wodurch wiederum eine homogene Be
schichtung der Innenwandung der Rohrleitung begünstigt wird.
Nun ist es von ganz besonderem Vorteil, wenn die Luft, das Abrasivmittel und ggf.
das Beschichtungsmaterial über eine am auslaßseitigen Ende des Schlauches ange
ordnete Düse in die Rohrleitung geblasen werden. Je Arbeitsgang, d. h. bspw. beim
Vorgang des Trocknens, beim anschließenden Sandstrahlen und auch bei dem sich
dort wiederum anschließenden Beschichten, könnte man den Schlauch mit vorgeb
barer Geschwindigkeit vom anschlußseitigen Ende her aus der Rohrleitung allmäh
lich herausziehen, so daß sich die Düse durch die Rohrleitung hindurch bewegt. Je
nach der hier realisierbaren Geschwindigkeit kann eine stärkere Abrasion an der In
nenwandung oder eine stärkere Beschichtung mittels Beschichtungsmaterial erfol
gen.
Die Düse könnte dabei derart ausgestaltet sein, daß sie allseitig zur Innenwandung
der Rohrleitung hin abstrahlt, so daß sich die Düse und zumindest teilweise auch der
Schlauch innerhalb der Rohrleitung selbst zentrieren. Letztendlich wäre ein Kontak
tieren der Düse mit der Innenwandung der Rohrleitung weitestgehend verhindert und
würde die Düse quasi mittig innerhalb der Rohrleitung "schweben".
Ebenso wäre es denkbar, wenn der Düsenkopf als endlos drehendes Bauteil ausge
führt wäre und beim Abstrahlen dreht, wobei ein verwirbelter Sprühnebel erzeugt
wird. Eine homogene Abrasion einerseits und Beschichtung andererseits wäre somit
innerhalb der Rohrleitung gewährleistet.
Mit einer besonderen Ausgestaltung der Düse könnte ein weiterer Vorteil dahinge
hend erreicht werden, daß der Schlauch bzw. die Düse einen eigenen Antrieb durch
die Rohrleitung hindurch erfährt, nämlich aufgrund eines schräg gegen die Innen
wandung der Rohrleitung gerichteten Luftstrahls. Letztendlich würde sich der
Schlauch von alleine durch die Rohrleitung hindurchdrücken bzw. hindurchschieben,
wobei am anschlußseitigen Ende eine Aufnahme des Schlauches erforderlich ist.
Als weitere aktive Maßnahme könnte man das auslaßseitige Ende des Schlauches
bzw. die Düse innerhalb der Rohrleitung durch eine Art Fahrwerk zentrieren. Insoweit
wäre gewährleistet, daß das auslaßseitige Ende des Schlauches bzw. die Düse auf
jeden Fall einen Kontakt zu der Innenwandung der Rohrleitung vermeiden. Dazu
könnten mindestens drei elastische oder federnde Fahrwerksarme - bspw. mit Rollen
ausgestattet - vorgesehen sein, die den Schlauch bzw. die Düse an der Innenwan
dung der Rohrleitung - in etwa zentriert - abstützen.
Ein ganz besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß es
zumindest weitgehend von einer Seite der Rohrleitung her durchgeführt werden
kann, nämlich auf der Anschluß- bzw. Saugseite. Lediglich das viskose Beschich
tungsmaterial könnte am anderen Ende eingegeben werden, wobei dies vor dem An
saugen erfolgen kann, so daß wiederum eine einzige Bedienungsperson an
saugseitig den eigentlichen Beschichtungsvorgang starten und durchführen kann.
Schließlich bringt das hier beanspruchte Verfahren den ganz erheblichen Vorteil mit
sich, daß das saugseitig erzeugte Vakuum zum offenen Ende der Rohrleitung hin ab
fällt. Folglich werden losgerissene Partikel mit abnehmender Entfernung zum auslaß
seitigen bzw. unterdruckseitigen Ende hin stärker mitgerissen, so daß aufgrund des
sich zum auslaßseitigen Ende hin einstellenden Druckgefälles Verstopfungen wirk
sam vermieden sind, da diese nämlich mit abnehmendem Abstand zum auslaßseiti
gen Ende hin in höherem Maße los- bzw. mitgerissen werden. Schließlich lassen sich
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren Leckagen dadurch ermitteln, daß sich im
Falle einer Leckage am auslaßseitigen Ende ein geringerer Unterdruck einstellt. Tritt
dieser Abfall des Unterdrucks schlagartig auf, läßt dies auf ein plötzlich aufgerissenes
Loch in der Rohrleitung schließen.
Hinsichtlich einer besonders umweltschonenden Durchführung des erfindungsge
mäßen Verfahrens ist es von Vorteil, wenn die zum Trocknen der Rohrleitung die
nende vorgewärmte Luft nicht einfach abgesaugt, sondern vielmehr über eine Filter
einrichtung aus der Rohrleitung heraus bzw. durch die Rohrleitung hindurch gesaugt
wird. Dem dazu dienenden Kompressor könnte die Filtereinrichtung direkt vorge
schaltet werden, so daß keine gesonderten Gerätschaften erforderlich sind.
Bei dem zum Entfernen der Innenbeläge dienenden Abrasivmittel könnte es sich um
von strömender Luft getragene Partikel jedweder Art handeln, die jedoch härter sein
müßten als die zu entfernenden Innenbeläge. Dabei hat es sich insbesondere bei der
Sanierung von Wasserleitungen bewährt, daß die Partikel eine Korngröße im Bereich
von unter 0,3 mm bis über 6 mm aufweisen. Ein spezifisches Gewicht von unter oder
über 3,0 g/cm³ hat sich ebenfalls als vorteilhaft herausgestellt, wobei in diesem Falle
Luft als Trägermedium dient. Im konkreten könnte es sich bei den abrasiv wirkenden
Partikeln um Korund oder Quarzsand handeln. Ebenso könnten die abrasiv wirken
den Partikel als Metallteilchen, insbesondere als ferromagnetische Teilchen, ausge
führt sein. Aufgrund solcher Partikel wäre eine anschließende magnetische Trennung
der abrasiv wirkenden Partikel von den losgelösten Innenbelägen möglich, die - wie
bereits zuvor erwähnt - aus Rost und/oder Kalk bestehen.
Das Aufbringen des Beschichtungsmittels und somit einerseits eine gute Benetzung
mit der Innenwandung der Rohrleitung und andererseits ein schnelles anschließen
des Aushärten wird ganz besonders dadurch begünstigt, daß die Rohrleitung nach
Entfernen der Innenbeläge auf eine über der Raumtemperatur liegende Temperatur
aufgeheizt wird. Dabei hat sich eine Temperatur von etwa 40°C ganz besonders be
währt. Das Aufheizen der Rohrleitung könnte wiederum durch Hindurchsaugen auf
geheizter Luft erfolgen, die solange durch die Rohrleitung hindurch gesaugt wird, bis
am auslaßseitigen Ende die gewünschte Temperatur erreicht ist. Diese könnte man
wiederum über den Temperaturabfall zwischen dem einlaßseitigen Ende und dem
auslaßseitigen Ende der Rohrleitung detektieren. Wesentlich ist jedenfalls, daß das
Aufheizen der Rohrleitung durch Hindurchsaugen aufgeheizter Luft und nicht etwa
durch Hindurchdrücken von Preßluft erfolgt. Schließlich könnte die zum Aufheizen
der Rohrleitung dienende vorgewärmte Luft ebenfalls über eine Filtereinrichtung
abgesaugt werden, wobei auch diese Filtereinrichtung dem zum Ansaugen dienen
den Kompressor direkt vorgeschaltet sein kann.
Des weiteren könnte in ganz besonders vorteilhafter Weise das Aufheizen der Rohr
leitung ausschließlich oder zusätzlich durch eine dem Schlauch zugeordnete Heizein
richtung erfolgen. Insoweit wäre das Ansaugen von aufgeheizter Luft nicht zwingend
erforderlich, wenn die Kapazität der in die Rohrleitung eingesaugten Heizeinrichtung
ausreicht. Jedenfalls könnte die Heizeinrichtung gerade bei extrem langen Rohrlei
tungen ein Abkühlen der endseitig angesaugten Luft vermeiden, so daß der Auf
wärmvorgang ganz erheblich beschleunigt wird. Die dazu verwendete Heizein
richtung könnte in weiter vorteilhafter Weise als Heizdraht, insbesondere als selbst
regelnder Heizdraht, ausgeführt sein, der in dem Schlauch geführt oder um den
Schlauch gewickelt würde. Ein solcher Heizdraht könnte bspw. auch im Sinne einer
Widerstandsheizung mit keramischer Isolation des Heizleiters ausgeführt sein.
Grundsätzlich sind hier jedoch sämtliche in eine Rohrleitung bzw. in den Schlauch
einführbare Einrichtungen anwendbar.
In die ggf. aufgeheizte Rohrleitung wird dann das Beschichtungsmaterial eingegeben,
und zwar vorzugsweise ebenfalls über den Schlauch. Anschlußseitig wird zusätzlich
Unterdruck erzeugt. Aufgrund dieses Unterdruckes wird das Beschichtungsmaterial
nach Austritt aus dem Schlauch bzw. aus der Düse in die Rohrleitung eingesaugt,
wobei aufgrund der unterschiedlichen Viskosität zwischen Luft und dem Beschich
tungsmaterial das viskose Beschichtungsmaterial an die Rohrwandung gedrückt wird
und dort diese benetzt. Im Falle der Verwendung von Harz bzw. Kunstharz oder
Kunststoff als Beschichtungsmaterial ergibt sich eine nahtlose Beschichtung der In
nenwandung der Rohrleitung, wobei die zum Einziehen des Beschichtungsmaterials
erforderliche Druckdifferenz durch das auslaßseitige Vakuum unterstützt wird.
Im Falle erheblicher Leckagen kann das Beschichtungsmaterial eingelagerte Fasern,
insbesondere Kurzfasern, aufweisen, wobei es sich hier in ganz besonders vorteil
hafter Weise um Glasfasern handeln kann. Diese Glasfasern würden sich aufgrund
der irregulär ausgestalteten Austrittsöffnungen dort querstellen bzw. verhaken und
dem viskosen Beschichtungsmaterial einen hinreichenden Halt zum Verstopfen der
Leckage vermitteln. Insoweit ließen sich zumindest kleine Löcher verschließen und
Leckagen beheben.
Des weiteren wäre es insbesondere zur Vermeidung weiterer Umweltbelastungen
bzw. erforderlicher Entsorgungen von ganz besonderem Vorteil, wenn das am freien
Ende der Rohrleitung angebrachte Beschichtungsmaterial mengenmäßig derart be
messen wird, daß die Innenwandung der Rohrleitung zwar insgesamt beschichtet
wird, daß aber saugseitig keine wesentlichen Mengen an Beschichtungsmaterial aus
der Rohrleitung austreten. Mit anderen Worten könnte man aufgrund der sich übli
cherweise einstellenden Beschichtungsdicke und der Länge der zu beschichtenden
Rohrleitung die erforderliche Menge an Beschichtungsmaterial zumindest in etwa
vorgeben, ohne daß saugseitig Mengen des Beschichtungsmaterials austreten und
entsprechend entsorgt werden müssen.
Des weiteren könnte nach dem erfindungsgemäßen Verfahren beim endseitigen
Saugen das freie Ende der Rohrleitung zumindest zeitweise verschlossen werden,
wobei über den sich allmählich einstellenden Unterdruck etwaige Leckagen detek
tierbar sind. Wird kaum ein Unterdruck erreicht, weist das zu sanierende Lei
tungssystem eine ganz erhebliche Leckage auf.
Will man die bspw. bereits gereinigte Rohrleitung vor der eigentlichen Beschichtung
hinsichtlich ihres Zustandes untersuchen oder will man nach der Beschichtung die
Qualität der Beschichtungsmaßnahme überprüfen, könnte hierzu ein optisches Mittel
zur Inspektion der Rohrleitung bzw. zur Qualitätskontrolle der Innenbeschichtung in
die Rohrleitung ebenfalls eingesaugt werden. Auch hier könnte der Schlauch zur
Einführung dienen. Bei dem optischen Mittel könnte es sich im einfachsten Falle um
eine Glasfaserleitung handeln, die einerseits Licht in die Rohrleitung verbringen und
andererseits dort reflektierte Lichtstrahlen aus der Rohrleitung heraus führen kann.
Glasfaserbündel bzw. unterschiedliche Glasfaserleitungen mit unterschiedlichen Auf
gaben könnten vorgesehen sein. Bei ganz besonders anspruchsvoller Ausgestaltung
könnte das optische Mittel eine Art Endoskopieeinrichtung umfassen, d. h. eine in die
Rohrleitung einsaugbare Miniatur-Kamera mit entsprechender Beleuchtung und so
gar mit miniaturisiertem, fernbedienbarem Handwerkszeug zur Probennahme oder
dgl.
Nun ist es auch möglich, über den Schlauch einen Ultraschallgeber zum Lösen von
Oberflächenbelägen auf der Innenwandung der Rohrleitung in die Rohrleitung ein
zuführen. Gleichermaßen könnte über den Schlauch ein Laserstrahl zum Lösen der
Oberflächenbeläge auf der Innenwandung der Rohrleitung in die Rohrleitung einge
speist bzw. eingekoppelt werden, wobei die Einkopplung mittels Lichtleitfasern erfol
gen kann.
Abschließend sei besonders hervorgehoben, daß das beanspruchte Verfahren auf
der grundsätzlichen Idee einer Verringerung des Strömungsquerschnittes durch Ein
bringung eines Verdrängungskörpers in die Rohrleitung beruht. Folglich läßt sich die
hier konkret beanspruchte Lehre gemäß Patentanspruch 1 auch unter Berücksichti
gung weiterer vorteilhafter Verfahrensschritte realisieren.
Claims (20)
1. Verfahren zur Sanierung von Rohrleitungen, wobei die an mindestens zwei En
den offene Rohrleitung mit vorzugsweise vorgewärmter Luft getrocknet, Innenbeläge
durch mittels Unterdruck oder Überdruck durch die Rohrleitung strömende Abrasiv
mittel entfernt, die Rohrleitung ggf. mittels vorgewärmter Luft aufgeheizt und schließ
lich mit einem viskosen, aushärtenden Beschichtungsmaterial innenbeschichtet wird,
dadurch gekennzeichnet, daß der effektive Strömungsquerschnitt der
Rohrleitung durch Einbringen eines sich zumindest bereichsweise durch die Rohrlei
tung hindurch erstreckenden Verdrängungskörpers verringert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdrängungskör
per in die Rohrleitung eingeführt und auf einen vorgebbaren Durchmesser aufblasbar
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft, das Abrasiv
mittel und ggf. das Beschichtungsmaterial über einen sich durch die Rohrleitung hin
durch erstreckenden, als Verdrängungskörper dienenden Schlauch in die Rohrleitung
geblasen werden und daß die Luft, das Abrasivmittel und ggf. das Beschichtungs
material von dem anschlußseitigen Ende des Schlauches her durch die Rohrleitung
hindurch bzw. aus der Rohrleitung heraus gesaugt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft, das Abrasiv
mittel und ggf. das Beschichtungsmaterial über eine am auslaßseitigen Ende des
Schlauches angeordnete Düse in die Rohrleitung geblasen werden und daß der
Schlauch je Arbeitsgang mit vorgebbarer Geschwindigkeit vom anschlußseitigen
Ende her aus der Rohrleitung herausgezogen wird, so daß sich die Düse durch die
Rohrleitung hindurch bewegt.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse all
seitig zur Innenwandung der Rohrleitung hin abstrahlt, so daß sich die Düse und zu
mindest teilweise auch der Schlauch innerhalb der Rohrleitung selbst zentrieren.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich
der Düsenkopf beim Abstrahlen dreht und dabei einen verwirbelten Sprühnebel er
zeugt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schlauch bzw. die Düse einen eigenen Antrieb durch die Rohrleitung aufgrund eines
schräg gegen die Innenwandung der Rohrleitung gerichteten Luftstrahls erfährt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
auslaßseitige Ende des Schlauchs bzw. die Düse innerhalb der Rohrleitung durch
eine Art Fahrwerk zentriert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch bzw. die
Düse über mindestens drei elastische oder federnde Fahrwerksarme an der Innen
wandung der Rohrleitung abgestützt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die zum Trocknen der Rohrleitung dienende vorgewärmte Luft über eine Filterein
richtung abgesaugt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
es sich bei dem Abrasivmittel um von strömender Luft getragene Partikel mit einer
Korngröße vorzugsweise im Bereich zwischen 0,3 mm und 6 mm und einem spezifi
schen Gewicht von vorzugsweise geringfügig unter oder über 3,0 g/cm³ handelt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
die Rohrleitung nach Entfernen der Innenbeläge auf etwa 40°C aufgeheizt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufheizen
der Rohrleitung durch Hindurchsaugen aufgeheizter Luft erfolgt, wobei die zum Auf
heizen der Rohrleitung dienende vorgewärmte Luft vorzugsweise über eine Filterein
richtung abgesaugt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Auf
heizen der Rohrleitung ausschließlich oder zusätzlich durch eine dem Schlauch zu
geordnete Heizeinrichtung erfolgt.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinrich
tung als in dem Schlauch geführter oder um den Schlauch gewickelter, vorzugsweise
selbstregelnder Heizdraht ausgeführt ist.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß
als Beschichtungsmaterial Harz, vorzugsweise Kunstharz bzw. Kunststoff, verwendet
wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß
über den Schlauch ein optisches Mittel zur Inspektion der Rohrleitung bzw. zur Qua
litätskontrolle der Innenbeschichtung in die Rohrleitung einführbar ist.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das optische
Mittel eine Glasfaserleitung umfaßt und zumindest im weitesten Sinne als Endosko
pieeinrichtung ausgeführt ist.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß
über den Schlauch ein Ultraschallgeber zum Lösen von Oberflächenbelägen auf der
Innenwandung der Rohrleitung in die Rohrleitung einführbar ist.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß
über den Schlauch ein Laserstrahl zum Lösen von Oberflächenbelägen auf der In
nenwandung der Rohrleitung in die Rohrleitung einspeisbar bzw. einkoppelbar ist.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996132955 DE19632955C1 (de) | 1996-08-16 | 1996-08-16 | Verfahren zur Sanierung von Rohrleitungen |
| PCT/DE1997/001752 WO1998008019A1 (de) | 1996-08-16 | 1997-08-16 | Verfahren zur sanierung von rohrleitungen |
| AU41109/97A AU4110997A (en) | 1996-08-16 | 1997-08-16 | Method for the renovation of pipelines |
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| DE1996132955 DE19632955C1 (de) | 1996-08-16 | 1996-08-16 | Verfahren zur Sanierung von Rohrleitungen |
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| DE19632955C1 true DE19632955C1 (de) | 1998-01-15 |
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