DE19527901A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Sanieren von Rohrleitungen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Sanieren von RohrleitungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum
Sanieren von Rohrleitungen, insbesondere von Trink-, Brauch- und
Heizungswasserrohrnetzen in Gebäuden und Anlagen.
Die Innenwände der wasserführenden Rohrleitungen in Gebäuden und
Anlagen sind in Abhängigkeit von der Wasserqualität und dem
Rohrmaterial sowie der Einsatzdauer erheblichen Beanspruchungen
unterworfen, so daß sich Fremdstoffe absetzen oder
Korrosionsschäden eintreten. Es ist daher wünschenswert, ein
Verfahren bereitzustellen, das mit möglichst geringem Aufwand
und kurzer Unterbrechung der Betriebszeit eine nachhaltige
Sanierung der Rohrleitungen ermöglicht, ohne daß dabei die
Wasserqualität nach der Sanierung beeinträchtigt wird.
Bei einem Verfahren der eingangs angegebenen Gattung wird diese
Aufgabe gelöst durch die folgenden Schritte:
- a) Kurzschließen der zu sanierenden Leitungen zur Herstellung eines geschlossenen Kreislaufs von etwa 300 m Länge
- b) Sandstrahlen der Innenfläche des Leitungskreises
- c) Beschichten der gereinigten Innenflächen des Leitungs kreises mit Korrosionsschutzmitteln, vorzugsweise Zinkstaubfarbe
- d) Trocknen der beschichteten Innenflächen mittels tempe rierter Druckluft
- e) Beschichten der getrockneten Innenflächen mit Epoxidharz
- f) Austrocknen der beschichteten Innenflächen des Kreis laufs
- g) Anschließen der abgetrennten Leitungen an das Rohrnetz.
Mit einem derartigen Verfahren ist es möglich,
Rohrleitungssysteme jeder Art und Größenordnung von
Bewässerungsanlagen in Gebäuden und Grundstücken wirkungsvoll zu
sanieren. Zu diesem Zweck genügt es, das Leitungssystem an
geeigneten Stellen zu öffnen und an eine für die Sanierung
vorgesehene Vorrichtung anzuschließen, wobei aufgrund des
Einsatzes von Druckluft die Länge der kurzgeschlossenen Leitung
in der Größenordnung von 300 m liegen kann. Anschließend werden
die aufgezeigten Verfahrensschritte durchgeführt, wobei in
Abhängigkeit von der Anlagengröße der zu sanierenden Leitungen
maximal zwei Wochen benötigt werden. Anschließend ist das Lei
tungssystem wieder voll funktionsfähig.
Die Vorrichtung, die zur Durchführung des Verfahrens geeignet
ist, hat eine Sandstrahlanlage mit einem Sandbehälter, der mit
einer Druckluftleitung verbunden ist, und mit zwei
Filterbehältern zum Reinigen des rückströmenden Sandes, wobei
der Sandbehälter über ein Umschaltbares Ventil an die zu
reinigende Rohrleitung so angeschlossen werden kann, daß die
Strömungsrichtung in der Rohrleitung nach wählbaren
Zeitintervallen, beispielsweise jeweils 5 Minuten, umgekehrt
werden kann. Auf diese Weise wird eine sehr gründliche Reinigung
der Rohre von beiden Enden her ermöglicht.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den
Patentansprüchen und aus der folgenden Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels, das in der Zeichnung dargestellt ist. Es
zeigen:
Fig. 1 das Schaltbild beim Sanieren einer Rohrleitung während
des Sandstrahlens und
Fig. 2 das Schaltbild während eines folgenden
Verfahrensschrittes zum Beschichten der gereinigten Innenflächen
des Leitungskreises.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Rohrleitung 10, die an den Enden
12 geöffnet worden ist, um einen geschlossenen Kreislauf
herzustellen, der die Sanierung der Rohrleitung 10 ermöglicht.
Bei der Rohrleitung 10 kann es sich um eine Kaltwasserleitung,
eine Warmwasserleitung, ein Heizungswasserrohr oder dgl.
handeln, wobei die Gesamtlänge der Rohrleitung 10 300 m nicht
übersteigen sollte.
An die beiden Enden 12 der Rohrleitung 10 ist jeweils ein
Schlauch 14 angeschlossen, dessen Enden über Sperrventile 16 mit
einem umschaltbaren Vierwegeventil 18 verbunden sind.
An einen Eingang 20 des Vierwegeventils 18 ist eine über einen
Schieber 22 absperrbare Druckleitung 24 angeschlossen, die ent
sprechend dem Pfeil 26 mit Druckluft von etwa 7 bar versorgt
werden kann. In die Druckleitung 24 ist hinter einem Sperrventil
28 ein Druckwächter 30 eingesetzt, wobei sich hinter dem
Druckwächter 30 die Druckleitung 24 in zwei zueinander
parallele, mit Sperrventilen 32 versehene Äste 24′ und 24′′
aufteilt.
Über den durchgehenden Ast 24′ der Druckleitung 24 wird in an
sich bekannter Weise mittels eines Saugrohrs 34 Sand o. dgl.,
z. B. Granulat, aus einem Vorratsbehälter 36 angesaugt. Die
Druckluft führt diesen Sand mit hoher Geschwindigkeit über das
Vierwegeventil 18 - in Abhängigkeit von dessen Stellung - in den
nach oben bzw. in den nach unten führenden Schlauch 14 und damit
in die zu reinigende Rohrleitung 10. Über den anderen Schlauch
14 gelangt dann der Sandstrahl mit den mitgerissenen
Verunreinigungen über das Vierwegeventil 18 in eine Rückleitung
38, die mit einem von zwei Filterbehältern 40 verbunden ist.
Welcher der beiden Filterbehälter 40 mit dem rückströmenden und
verunreinigten Sand beschickt wird, hängt von der Stellung der
beiden Ventile 42, 42′ ab, die eine der beiden Leitungen 44 bzw.
44′ in den angeschlossenen Filterbehälter 40 freigeben.
Am unteren Ende der Filterbehälter 40 kann der gereinigte Sand
über eine Rückführleitung 46, in die ein Sperrschieber 48 einge
baut ist, wieder in den Behälter 36 zurückgeführt werden.
Nachdem die Rohrleitung 10 in der beschriebenen Weise so
gereinigt ist, daß sich eine glatte und von Fremdkörpern
befreite Innenfläche ergeben hat, wird der Leitungskreis 10 an
seiner Innenfläche mit einer korrosionshemmenden Farbe,
beispielsweise Zinkstaub, beschichtet. Besonders vorteilhaft
hierfür ist ein Epoxid-Zinkstaub, es kann aber auch eine
Bitumenfarbe verwendet werden. Zu diesem Zweck wird gemäß Fig.
2 ein Ende 12 des Rohres 10 über die Druckleitung 20 an einen
Behälter 50 angeschlossen, der das erwähnte
Korrosionsschutzmittel enthält. Mit einem Druck von etwa 7 bar,
der auch hier wieder über Druckluft (Pfeil 26) erzeugt wird,
wird das Korrosionsschutzmittel über das Saugrohr 34 aus dem
Behälter 50 abgesaugt und in die Leitung 10 gedrückt. Kurz vor
dem Ende 12 der Rohrleitung 10 mündet in die Druckleitung 24
eine weitere Druckluftleitung 52, die den Druckverlust in der
Leitung 24 ausgleicht und für eine bessere Zerstäubung des
Korrosionsschutzmittels sorgt.
Am anderen Ende 12 der Rohrleitung 10 läuft der Rest des
Korrosionsschutzmittels, vorzugsweise Zinkstaubfarbe, in einen
Auffangbehälter 54.
Nach diesem anhand der Fig. 2 erläuterten Verfahrensschritt er
folgt ein Trocknen der beschichteten Innenfläche der Rohrleitung
10 mittels temperierter Druckluft, die über die Leitung 24 zuge
führt wird, wobei selbstverständlich das in das Saugrohr 34
eingesetzte Ventil 56 geschlossen ist. Zum Trocknen der
Innenflächen der Rohrleitung 10 kann auch ein Kältetrockner
eingesetzt werden.
Im Anschluß an diesen Verfahrensschritt werden die getrockneten
Innenflächen der Rohrleitung 10 mit einem Epoxidharz
beschichtet, um dem Rohr 10 eine dauerhafte Schutzschicht zu
verleihen, die lebensmittelneutral sein muß. Hierfür kann die in
Fig. 2 gezeigte Anlage verwendet werden, wobei der Behälter 50
mit dem genannten Expoxidharz gefüllt wird.
Im Anschluß daran erfolgt ein Austrocknen der beschichteten
Innenflächen der Rohrleitung 10, wobei ebenfalls wieder
temperierte Druckluft verwendet werden kann.
Nach dem Austrocknen der Innenflächen der beschichteten Rohrlei
tung 10 ist die Sanierung im wesentlichen abgeschlossen. Sie
wird durch ein Befüllen mit chloriertem Wasser ergänzt, wonach
das abgetrennte Rohr 10 wieder an das Netz angeschlossen werden
kann.
Claims (4)
1. Verfahren zum Sanieren von Rohrleitungen, insbesondere von
Trink-, Brauch- und Heizungswasserrohrnetzen in Gebäuden und
Anlagen, gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
- a) Kurzschließen der zu sanierenden Leitungen zur Herstellung eines geschlossenen Kreislaufs von etwa 300 m Länge,
- b) Sandstrahlen der Innenflächen des Leitungskreises,
- c) Beschichten der gereinigten Innenflächen des Leitungs kreises mit Korrosionsschutzmittel, vorzugsweise Zinkstaubfarbe,
- d) Trocknen der beschichteten Innenflächen mittels tempe rierter Druckluft,
- e) Beschichten der getrockneten Innenflächen mit Epoxid harz,
- f) Austrocknen der beschichteten Innenflächen des Kreis laufs und
- g) Anschließen der abgetrennten Leitungen an das Rohrnetz.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim
Sandstrahlen die Strömungsrichtung des eingeblasenen Sandes oder
Granulats nach wählbaren Zeitintervallen umgekehrt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
zum Sandstrahlen Druckluft zwischen 4 und 7 bar eingesetzt wird.
4. Vorrichtung zum Sanieren von Rohrleitungen, insbesondere von
Trink-, Brauch- und Heizungswasserrohrnetzen in Gebäuden und
Anlagen, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, kennzeichnet durch eine
Sandstrahlanlage mit einem Sandbehälter (36), der mit einer
Luftdruckleitung (24) verbunden ist, und mit zwei
Filterbehältern (40) zum Reinigen des rückströmenden Sandes,
wobei der Sandbehälter (36) über ein umschaltbares Ventil (18)
an die zu reinigende Rohrleitung (10) anschließbar ist derart,
daß die Strömungsrichtung in der Rohrleitung (10) umkehrbar ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1995127901 DE19527901A1 (de) | 1995-07-29 | 1995-07-29 | Verfahren und Vorrichtung zum Sanieren von Rohrleitungen |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1995127901 DE19527901A1 (de) | 1995-07-29 | 1995-07-29 | Verfahren und Vorrichtung zum Sanieren von Rohrleitungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19527901A1 true DE19527901A1 (de) | 1997-01-30 |
Family
ID=7768194
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| DE1995127901 Ceased DE19527901A1 (de) | 1995-07-29 | 1995-07-29 | Verfahren und Vorrichtung zum Sanieren von Rohrleitungen |
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| DE (1) | DE19527901A1 (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| EP3683507A1 (de) * | 2019-01-18 | 2020-07-22 | Innogy SE | Verfahren zum nachrüsten einer bestandsverrohrung |
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-
1995
- 1995-07-29 DE DE1995127901 patent/DE19527901A1/de not_active Ceased
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| DE102019101309A1 (de) * | 2019-01-18 | 2020-07-23 | Innogy Se | Verfahren zum Nachrüsten einer Bestandsverrohrung |
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