DE19629787A1 - Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine - Google Patents
Ringspinn- oder RingzwirnmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine mit
mehreren Spinn- oder Zwirnstellen, die jeweils eine Spindel,
einen Spinn- oder Zwirnring, eine Liefereinrichtung zum Liefern
eines zu verdrehenden Faserverbandes zu der Spindel sowie eine
Dralleinrichtung enthalten, die der Spindel in einer ihr ange
näherten Position vorgeordnet ist.
Derartige Dralleinrichtungen sind in verschiedenen Ausführungen
bekannt. Sie können beispielsweise starr oder frei beweglich auf
der Spindelspitze angeordnet sein, unabhängig von der Spindel
drehbare Drehkörper aufweisen oder in sonstiger Weise, zum
Beispiel pneumatisch, arbeiten. Sie dienen dazu, dem Faserverband
gleich nach dem Verlassen der Liefereinrichtung eine Drehung zu
erteilen. Hierdurch wird die Zugfestigkeit in dem Bereich zwi
schen der Liefereinrichtung und der Dralleinrichtung erhöht.
Außerdem wird die Zugspannung in diesem Bereich verringert, da
die Dralleinrichtung den Zugkräften, die von dem Spinn- oder
Zwirnring und gegebenenfalls von einem Fadenballon ausgehen,
einen Widerstand entgegensetzt. Dies führt dazu, daß die Anzahl
der Fadenbrüche herabgesetzt und die Umdrehungsgeschwindigkeit
der Spindel erhöht werden kann. Allerdings bringen solche Drall
einrichtungen Probleme mit sich, wenn die Spulen gewechselt
werden sollen.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift Nr. 22 35 165 ist eine
Dralleinrichtung bekannt, die an der Spitze der Spindel ange
bracht ist und die Gestalt eines sogenannten Spinnfingers hat. Er
wird von der rotierenden Spindel mitgenommen und dient als
Drehkörper für den laufenden Faserverband. Da sich die Drallein
richtung in unmittelbarer Nähe der Spindel in deren axialer
Verlängerung befindet, wird ein reduzierter Fadenballon gebildet.
Dies wirkt sich günstig auf die Fadenspannung aus. Zum Spulen
wechsel wird der Faserverband von dem Spinnfinger freigelegt.
Dies geschieht durch gesteuertes Vor- und Rückdrehen der Spindel
und durch den Einsatz eines Fadenfängers.
Aus der GB-PS 972 478 ist eine Dralleinrichtung bekannt, die als
Spindelaufsatz frei drehbar auf der Spindelspitze angeordnet ist.
Sie ist auf der Umfangsseite mit einer wendelartig verlaufenden
Nut versehen, durch die der Faserverband geführt ist. Durch diese
Ausbildung soll vermieden werden, daß nach einem Spulenwechsel
der Faden neu aufgefädelt werden muß.
Aus der CH-PS 505 921 ist eine Dralleinrichtung bekannt, die
einen unabhängig von der Spindel angetriebenen Drehkörper auf
weist. Die Dralleinrichtung ist in einigem Abstand von der
Spindelspitze angeordnet. Hierdurch soll unter anderem vermieden
werden, daß der Drehkörper das Auswechseln der Spule behindert.
Um diesen Zweck zu erreichen, muß die genannte Dralleinrichtung
einen Mindestabstand zu der Spindel aufweisen.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, bei einer Ringspinn- oder
Ringzwirnmaschine eine Dralleinrichtung in der Nähe der Spindel
derart auszubilden und anzuordnen, daß der Spulenwechsel einfach
durchgeführt werden kann. Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß
die Dralleinrichtung unter Mitnahme des Faserverbandes in eine
von der Spindel entfernte Position bewegbar ist.
Durch die Erfindung wird erreicht, daß die Spindel für einen
Spulenwechsel, insbesondere für automatisch arbeitende Ein
richtungen, frei zugänglich wird. Die Dralleinrichtung braucht
nicht einen Mindestabstand zu der Spindel zu haben. Für ihre
Anordnung kann deshalb die spinntechnisch günstigste Stelle
gewählt werden. Das umständliche Abfädeln von der Dralleinrich
tung entfällt. Der Faserverband verbleibt vielmehr während des
Spulenwechsels in der Dralleinrichtung und wird zusammen mit ihr
aus dem Bereich der Spindel wegbewegt. Nach dem Spulenwechsel
wird der Faserverband zusammen mit der Dralleinrichtung wieder in
die der Spindel angenäherte Position bewegt. Ein Wiedereinlegen
des Faserverbandes in die Dralleinrichtung ist nicht erforder
lich.
Als Dralleinrichtungen im Sinne der vorliegenden Erfindung kommen
die verschiedensten Ausführungen in Betracht. Es muß allerdings
sichergestellt sein, daß die Dralleinrichtung nicht durch die
Spindel am Wegbewegen in die entfernte Position gehindert wird.
Da die Erfindung sich auf Ringspinn- oder Ringzwirnmaschinen
bezieht, kommen als Liefereinrichtungen die Ausgangswalzen von
Streckwerken sowie die Lieferwerke von Zwirneinrichtungen in
Betracht. Unter Faserverbänden werden verstreckte Faserbänder
oder Vorgarne, Fäden und alle sonstigen Faserverbände verstanden,
die versponnen oder verzwirnt werden können.
Die Dralleinrichtung ist so ausgebildet, daß der Faserverband
beim Wegbewegen nicht aus der Dralleinrichtung herausgelangen
kann. Sie kann Führungsflächen aufweisen, gegen die der Faser
verband sowohl während seines Laufes zu der Spindel als auch beim
Wegbewegen der Dralleinrichtung anliegt. Zur Drehungserteilung
kann auf den Faserverband während seines Laufes entlang der
Führungsflächen eingewirkt werden, beispielsweise durch pneuma
tische Mittel oder durch Drehen der Führungsfläche.
In vorteilhafter Ausgestaltung weist die Dralleinrichtung einen
Drehkörper mit einer Führungsfläche auf, über die der Faserver
band führbar ist.
Es ist hierbei vorteilhaft, wenn der Drehkörper im Abstand zu der
Spindel angeordnet ist, ohne sie zu berühren. Hierdurch wird das
Wegbewegen der Dralleinrichtung von der Spindel erleichtert.
In vorteilhafter Ausgestaltung ist der Drehkörper unabhängig von
der Spindel antreibbar.
Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform ist der Drehkör
per von der sich drehenden Spindel mitnehmbar.
Dies kann vorteilhaft in der Weise geschehen, daß die Spindel und
der Drehkörper jeweils gegenpolige Magnete aufweisen, durch die
die Drehbewegung der Spindel auf den Drehkörper übertragbar ist.
Es ist hierbei vorteilhaft, wenn die Magnete als Permanentmagnete
ausgebildet sind.
In vorteilhafter Weiterbildung weisen die Spindel und der Dreh
körper Anlaufflächen zum Schutz bei unbeabsichtigtem gegen
seitigem Berühren auf. Die Gefahr des gegenseitigen Berührens ist
groß, da die Magnete der Spindel und des Drehkörpers einander
sehr nahe gegenüberliegen müssen. Es kommt hinzu, daß die sich
drehende Spindel Kreiselbewegungen durchführt und auch axiale
Bewegungen der Spindel nicht ausgeschlossen sind.
In vorteilhafter Ausgestaltung ist die Dralleinrichtung mit einem
Fadenführer gemeinsam gehalten. Die Dralleinrichtung kann dann im
Falle eines Spulenwechsels gemeinsam mit dem Fadenführer wegbe
wegt werden.
In vorteilhafter Ausgestaltung ist die Dralleinrichtung quer zur
Längsrichtung der Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine bewegbar,
vorzugsweise verschwenkbar.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist die Dralleinrichtung
an einer in Längsrichtung der Ringspinn- oder -zwirnmaschine
verlaufenden Stange gehalten. Es kann hierbei in zweckmäßiger
Weise vorgesehen werden, die Dralleinrichtung einzeln um die
Stange zu verschwenken oder sie durch Verdrehen der Stange,
gegebenenfalls zusammen mit benachbarten Dralleinrichtungen, zu
verschwenken.
Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus den zu den Figuren
beschriebenen Ausführungsbeispielen.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Ausschnitt aus einer in Vorderansicht dargestellten
Ringspinnmaschine mit mehreren Spinnstellen mit einer ersten
Ausführungsform von Dralleinrichtungen,
Fig. 2 eine Seitenansicht einer Spinnstelle der Ringspinnma
schine
der Fig. 1, wobei die Dralleinrichtung in einer der Spindel
angenäherten Position ist,
Fig. 3 die Spinnstelle der Fig. 2, wobei die Dralleinrichtung
in einer von der Spindel entfernten Position ist,
Fig. 4 eine vergrößerte, teilweise geschnittene Darstellung
einer Dralleinrichtung der Fig. 2,
Fig. 5 eine zweite Ausführungsform einer Dralleinrichtung
ähnlich der Darstellung in Fig. 4,
Fig. 6 eine vergrößerte, teilweise geschnittene Darstellung
einer dritten Ausführungsform einer Dralleinrichtung.
In Fig. 1 ist eine Längsseite einer Ringspinnmaschine 1 aus
schnittsweise dargestellt. Die Ringspinnmaschine 1 enthält eine
Vielzahl von baugleichen Spinnstellen 2, 3, die in Längsrichtung
der Ringspinnmaschine 1 jeweils benachbart zueinander angeordnet
sind. Die nachfolgende Beschreibung der Spinnstelle 3 gilt auch
für die übrigen Spinnstellen 2 der Ringspinnmaschine 1.
Jede Spinnstelle 3 enthält ein Streckwerk 4 und eine zu Dreh
bewegungen angetriebene Spindel 5, auf deren Schaft 6 eine Garn
hülse 7 aufgesteckt werden kann. Während des Spinnbetriebes wird
ein Vorgarn 8 oder ein Faserband in dem Streckwerk 4 auf die
gewünschte Feinheit verzogen. Das aus dem Streckwerk 4 austre
tende, verstreckte Vorgarn oder Faserband wird als Faserverband 9
zu der Spindel 5 geliefert. Hierbei dienen zwei Ausgangswalzen
10, 11 des Streckwerkes 4 als Liefereinrichtung 12. Der Faser
verband 9 wird in weiter unten noch zu beschreibender Weise einer
Drehung unterworfen. Er wird schließlich als Garn 13 auf die
Garnhülse 7 aufgewunden.
Zwischen dem Streckwerk 4 und der Garnhülse 7 wird der Faserver
band 9 durch einen Fadenführer 14, eine Dralleinrichtung 15 und
einen um einen Spinnring 16 umlaufenden Läufer 17 geführt. Er
wird hierbei von der rotierenden Spindel 5 und dem Läufer 17
gezogen.
Die Spindel 5 ist mit ihrem Spindelgehäuse 18 an einer Spindel
bank 19 angeschraubt, die sich auf einer Maschinenlängsseite in
Längsrichtung der Ringspinnmaschine 1 erstreckt und an der auch
die Spindeln benachbarter Spinnstellen 2 in entsprechender Weise
befestigt sind. Die Spindelbank 19, die auf einer Maschinen
längsseite in mehrere Teilstücke unterteilt sein kann, ist in
nicht dargestellter Weise starr an einem Maschinenrahmen der
Ringspinnmaschine 1 befestigt.
Der Spinnring 16 ist an einer Ringschiene 20, der Fadenführer 14
an einer Stange 21 und die unmittelbar über der Spindel 5 be
findliche Dralleinrichtung 15 an einer Stange 22 befestigt. Die
Ringschiene 20, die Stange 21 und die Stange 22 erstrecken sich
auf einer Maschinenlängsseite jeweils in Längsrichtung der
Ringspinnmaschine 1. Sie tragen auch die Spinnringe, die Faden
führer und die Dralleinrichtungen der übrigen Spinnstellen 2
einer Maschinenlängsseite.
Die Ringschiene 20 und die Stange 21 sind mit einer nicht dar
gestellten Hubeinrichtung der Ringspinnmaschine 1 verbunden. Die
genannte Hubeinrichtung ermöglicht ein Heben und Senken der
Ringschiene 20 und der Stange 21 in Richtung der Pfeile A bzw. B.
Die Stange 22 kann nicht gehoben und gesenkt werden.
Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich ist, können die Stange
21 und die Stange 22 jeweils in Richtung der Pfeile C und D
verdreht werden. Bei einer Drehung werden der Fadenführer 14 und
die Dralleinrichtung 15 in radialer Richtung von der verlängerten
Achse 23 der Spindel 5 wegbewegt.
In Fig. 2 und 3 ist die Spinnstelle 3 in jeweils unterschied
lichen Betriebspositionen gezeigt. Bei der in Fig. 2 darge
stellten Betriebsposition wird das Garn 13 während eines Spinn
vorgangs auf die zum Teil befüllte Garnhülse 7 aufgewunden. Bei
der in Fig. 3 dargestellten Betriebsposition ist der Spinnvor
gang abgeschlossen und der Spinnring 16 zum Bilden von Unter
windungen in einen Unterwindebereich 24 abgesenkt. In dieser
letztgenannten Betriebsposition, die weiter unten noch näher
erläutert wird, kann ein Spulenwechsel durchgeführt werden.
Während des Spinnvorgangs (Fig. 2) befindet sich die Drall
einrichtung 15, die einen Drehkörper 25 (vergleiche auch Fig. 4)
aufweist, in einer der Spindel 5 angenäherten Position 15′. Der
Fadenführer 14 befindet sich in der Position 14′, d. h. im Bereich
der verlängerten Achse 23 der Spindel 5. Der Drehkörper 25, durch
den der Faserverband 9 hindurchgeführt ist, wird in der gleichen
Richtung gedreht wie die Spindel 5, wobei seine Drehachse der
verlängerten Achse 23 der Spindel 5 entspricht. Hierdurch erhält
der Faserverband 9 eine Drehung in dem Bereich zwischen der
Dralleinrichtung 15 und dem Streckwerk 4. Da die Dralleinrichtung
15 in unmittelbarer Nähe der Spindel 5 angeordnet ist, wird ein
nur kleiner Fadenballon 26 gebildet. Die erwähnte Drehung des
Faserverbandes 9 und der reduzierte Fadenballon 26 wirken sich,
wie eingangs bereits erläutert wurde, günstig auf die Fadenspan
nung aus.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, ist der Drehkörper 25 in einem
Wälzlager 27 drehbar gelagert. Das Wälzlager 27 ist über einen
Haltearm 28 mit der Stange 22 verbunden.
Der Drehkörper 25 enthält einen axial durchgehenden Kanal 29,
durch den der Faserverband 9 hindurchgeführt wird. Der Kanal 29
verläuft, auf der dem Streckwerk 4 zugewandten Seite des Dreh
körpers 25 beginnend, zunächst koaxial zur Achse 23 der Spindel
5. Er verläuft sodann nach einer Krümmung radial schräg nach
unten und mündet etwa in Höhe der Spindelspitze in geringem
Abstand von der Umfangsseite des Schaftes 6 der Spindel 5. Die
Umfangsfläche des in Umfangsrichtung geschlossenen Kanals 29
bildet eine Führungsfläche 30 für den laufenden Faserverband 9.
Der Schaft 6 endet an der Spindelspitze mit einem Außenkonus 31.
Dem Außenkonus 31 liegt mit geringem Abstand ein Innenkonus 32
des Drehkörpers 25 gegenüber, so daß ein enger Ringspalt 33
zwischen dem Schaft 6 und dem Drehkörper 25 gebildet wird. An dem
Außenkonus 31 sind in Umfangsrichtung verteilt mehrere Permanent
magnete 34 angebracht. An dem Innenkonus 32 sind ebenfalls in
Umfangsrichtung verteilt mehrere Permanentmagnete 35 angebracht,
die gegenpolig zu den Permanentmagneten 34 sind und diesen
gegenüberliegen. Außerdem sind an dem Innenkonus 32 wenigstens
zwei einander gegenüberliegende Anlaufflächen 36 angebracht, die
in den Ringspalt 33 hineinragen.
Wenn der Schaft 6 der Spindel 5 rotiert, wird der Drehkörper 25
durch die von den Permanentmagneten 34 und 35 ausgeübte Magnet
kraft in der Drehbewegung mitgenommen. Die Umdrehungszahl des
Drehkörpers 25 ist hierbei wenigstens annähernd gleich wie die
Umdrehungszahl des Schaftes 6.
Die in Fig. 2 dargestellte angenäherte Position 15′ der Drall
einrichtung 15 wird während des gesamten Spinnvorgangs beibehal
ten. Der Drehkörper 25 wird somit während des gesamten Spinnvor
gangs von dem Schaft 6 der Spindel 5 in der Drehbewegung mitge
nommen, so daß der Faserverband 9 die gewünschte Drehung erhält.
Die beschriebene Anordnung hat den Vorteil, daß zwischen den
Ausgangswalzen 10, 11 und der Dralleinrichtung 15 bereits die
Drehung erteilt wird und daß die Fadenspannung, die durch den
Fadenballon 26 und den Läufer 17 hervorgerufen wird, nicht in die
Zone der Drehungserteilung gelangt. Erst nach der Drehungsertei
lung wird das bereits fertige Garn 13 mit der beim Ringspinnen
unvermeidbaren Fadenspannung beaufschlagt.
Nach Beendigung des Spinnvorganges (Fig. 3) wird der Spinnring
16 bei allen Spinnstellen 2, 3 der Ringspinnmaschine 1 in die Höhe
des Unterwindebereichs 24 abgesenkt. Die Stangen 21 und 22 werden
in Richtung der Pfeile C und D verdreht, so daß bei jeder Spinn
stelle 2,3 der Fadenführer 14 und die Dralleinrichtung 15 aus dem
Bereich der verlängerten Achse 23 der Spindel 5 herausgeschwenkt
werden. Die Dralleinrichtung 15 befindet sich nun in einer von
der Spindel 5 entfernten Position 15′′. Der Fadenführer 14
befindet sich in der Position 14′′. Der Faserverband 9 erstreckt
sich nun von dem Streckwerk 4 durch den abgeschwenkten Faden
führer 14, die abgeschwenkte Dralleinrichtung 15 und den mit dem
Spinnring 16 abgesenkten Läufer 17 hindurch zu dem Unterwinde
bereich 24 der Spindel 5. Die mit Garn 13 befüllte Garnhülse 7
kann ohne Behinderung, auch mittels einer automatischen
Doffeinrichtung, in Richtung des Pfeils B abgezogen und durch
eine leere Garnhülse ersetzt werden. Nach dem Aufsetzen der
leeren Garnhülse auf den Schaft 6 der Spindel 5 können der
Fadenführer 14 und die Dralleinrichtung 15 wieder in die in Fig.
2 dargestellten Positionen 14′ und 15′ zurückgeschwenkt werden.
Der Spinnvorgang kann nun von neuem beginnen.
Die in Fig. 5 dargestellte zweite Ausführungsform einer Drall
einrichtung 37 unterscheidet sich von der Dralleinrichtung 15 der
Fig. 1 bis 4 im wesentlichen dadurch, daß Permanentmagnete 38
und 39 in einer anderen Position angebracht sind. Die Permanent
magnete 38 des Schaftes 6 sind an dessen äußerer Umfangsseite
angeordnet. In entsprechender Weise sind die gegenpoligen Per
manentmagnete 39 an dem Innenumfang des Drehkörpers 40 der
Dralleinrichtung 37 angeordnet.
Bei der in Fig. 6 dargestellten dritten Ausführungsform ist eine
Dralleinrichtung 41 mit einem Fadenführer 42 über einen gemein
samen Halter 43 mit einer drehbaren Stange 44 verbunden. Die
Dralleinrichtung 41 enthält einen drehbar gelagerten Drehkörper
45, der durch nicht näher dargestellte Antriebsmittel, bei
spielsweise einen Elektromotor oder Riemen, in Drehung versetzt
werden kann. Der Drehkörper 45 ist von einem Kanal 46
durchdrungen, der in axialer Richtung des Drehkörpers 45
wendelförmig verläuft. Der unabhängige Antrieb macht es möglich,
den Drehkörper 45 langsamer oder schneller als die Spindel 5
laufen zu lassen, um die Drehung den spinntechnischen Gegeben
heiten anzupassen. In der Regel ist eine höhere Geschwindigkeit
des Drehkörpers 45 günstig, wodurch dem Faserverband 9 vorüberge
hend ein geringer Falschdrall überlagert wird.
Die Dralleinrichtung 41 und der Fadenführer 42 sind aus dem
Bereich der verlängerten Achse 23 der Spindel 5 wegbewegbar, so
daß diese für einen Doffvorgang zugänglich wird.
Bei allen hier beschriebenen Ausführungsformen können die Drall
einrichtungen 15, 37 und 41 auch unabhängig von einer Drehbewegung
der sie haltenden Stangen 22, 44 in die von der Spindel 5 ent
fernte Position 15′′ verschwenkt werden. Entsprechendes gilt auch
für die Fadenführer 14, 42. Ein solches unabhängiges Verschwenken
ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn nur an einer einzelnen
Spinnstelle 2 oder 3 ein Spulenwechsel durchgeführt werden soll,
beispielsweise beim Beheben eines Fadenbruches.
Claims (11)
1. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine mit mehreren Spinn- oder
Zwirnstellen, die jeweils eine Spindel, einen Spinn- oder Zwirn
ring, eine Liefereinrichtung zum Liefern eines zu verdrehenden
Faserverbandes zu der Spindel sowie eine Dralleinrichtung ent
halten, die der Spindel in einer ihr angenäherten Position
vorgeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Dralleinrichtung
(15; 37; 41) unter Mitnahme des Faserverbandes (9) in eine von der
Spindel (5) entfernte Position (15′′) bewegbar ist.
2. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Dralleinrichtung (15; 37; 41) einen Dreh
körper (25; 40; 45) mit einer Führungsfläche (30) aufweist, über
die der Faserverband (9) führbar ist.
3. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Drehkörper (25; 40; 45) ohne Berührung der
Spindel (5) im Abstand zu ihr angeordnet ist.
4. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Drehkörper (45) unabhängig von
der Spindel (5) antreibbar ist.
5. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Drehkörper (25; 40) durch die
drehende Spindel (5) antreibbar ist.
6. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Spindel (5) und der Drehkörper (25; 40)
jeweils gegenpolige Magnete (34, 35; 38, 39) aufweisen, durch die
die Drehbewegung der Spindel (5) auf den Drehkörper (25; 40)
übertragbar ist.
7. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Magnete als Permanentmagnete
(34, 35; 38, 39) ausgebildet sind.
8. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spindel (5) und der Drehkörper
(25) Anlaufflächen (36) zum Schutz bei unbeabsichtigtem gegen
seitigem Berühren aufweisen.
9. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine nach Anspruch 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Dralleinrichtung (41) mit einem
Fadenführer (42) gemeinsam gehalten ist.
10. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine nach Anspruch 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Dralleinrichtung (15; 37; 41) quer
zur Längsrichtung der Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine (1)
bewegbar ist.
11. Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine nach Anspruch 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Dralleinrichtung (15; 37; 41) an
einer in Längsrichtung der Ringspinn- oder -zwirnmaschine (1)
verlaufenden Stange (22; 44) gehalten ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996129787 DE19629787A1 (de) | 1996-07-24 | 1996-07-24 | Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996129787 DE19629787A1 (de) | 1996-07-24 | 1996-07-24 | Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19629787A1 true DE19629787A1 (de) | 1998-01-29 |
Family
ID=7800649
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996129787 Withdrawn DE19629787A1 (de) | 1996-07-24 | 1996-07-24 | Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19629787A1 (de) |
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