DE19627496C2 - Phenoxyharz-gehärtetes modifiziertes Phenolharz - Google Patents
Phenoxyharz-gehärtetes modifiziertes PhenolharzInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein modifiziertes Phenolharz und insbesondere ein modi
fiziertes Phenolharz, das durch ein Phenoxyharz gehärtet worden ist.
Konventionelle Harze, wie sie in einem Pultrusions-Verfahren (einem Strang
gießverfahren für verstärkte Kunststoffe) zur Herstellung eines faserverstärk
ten Harz-Verbundmaterials verwendet werden, sind wärmegehärtete Harze,
beispielsweise ungesättigte Polyesterharze und Epoxyharze. Phenolharz, das
dafür bekannt ist, daß es ausgezeichnete mechanische und elektrische Eigen
schaften insbesondere bei erhöhten Temperaturen aufweist, wurde bisher zur
Herstellung von faserverstärkten Produkten durch Prepreg-Bildungs (Vorim
prägnierungs)-, Compoundier-, Reaktionsspritzgieß- oder Pultrusions-
Verfahren verwendet, die Verwendung eines Phenolharzes als Bindemittel bei
der Herstellung eines faserverstärkten Verbundmaterial-Produkts ist bisher
jedoch nicht so populär im Vergleich zu anderen aufgrund seiner spröden Na
tur, die eine schlechte Kupplung mit der Faser verursacht, aufgrund seiner
niedrigen Aushärtungsrate und aufgrund des Nebenprodukts (Wasser), das
gebildet werden kann und Hohlraumdefekte verursacht. In der Verbundwerk
stoffindustrie ist man daher bemüht, die Qualität und die Eigenschaften eines
pultrudierten faserverstärkten Harz-Verbundwerkstoffes auf Phenolharzbasis
zu verbessern.
Es wurden bereits mehrere Methoden entwickelt, um ein Phenolharz zu härten.
So wird beispielsweise in dem US-Patent 2 267 390 China-Holzöl (Tungöl)
verwendet, in dem japanischen Patent Nr. 29-7595 wird Kolophonium (Rosin)
verwendet, in dem US-Patent 2 675 335 wird Alkylphenol verwendet, in dem
US-Patent 4 125 502 wird Vinylacetat verwendet und in dem US-Patent
4 157 324 wird ein stark ortho-verethertes Phenolharz vom Resol-Typ zum
Härten von Phenolharz verwendet. Bei allen diesen Verfahren sind jedoch
Modifizierungsmittel erforderlich, die eine bestimmte Zeitspanne mit dem Phe
nolharz reagieren, um den gewünschten Härtungseffekt zu erzielen.
Derzeit wird ein m-Hydroxyphenol-Katalysator verwendet, um die Gelierzeit
des Phenolharzes zu verkürzen, so daß es zur Herstellung eines faserver
stärkten Verbundwerkstoff-Produkts verwendet werden kann; durch die Zuga
be des m-Hydroxyphenol-Katalysators werden aber auch die Lagerbeständig
keit des Phenolharzes und die Topfzeit des Phenolharzes vermindert.
Es ist bekannt, daß die Kupplung zwischen einem Phenolharz und der Ober
fläche einer üblichen Faser schlecht ist, und daß zur Herstellung eines faser
verstärkten Phenolharzes Filamente, die einer speziellen Oberflächenbehand
lung unterzogen worden sind, erforderlich sind. So stehen beispielsweise Fi
lamente von Glasfaserherstellern, z. B. von Clark-Schwebel Fiberglass Corp.,
USA, zur Verfügung, die einer speziellen Oberflächenbehandlung mit einem
Kupplungsmittel auf Isocyanat-Basis unterworfen worden sind. Diese in spe
zieller Weise behandelten Filamente führen zu höheren Material- und Produk
tionskosten und es ist ein zusätzlicher Arbeitsgang erforderlich, um die ver
schiedenen Filamente zu verändern.
Ein Phenoxyharz ist ein Harz vom Bisphenol-A-Typ der folgenden Formel:
worin n eine ganze Zahl von 38 bis zu einer ganzen Zahl von mehr als 60 be
deutet. Ein Phenoxyharz ist im Unterschied zu einem üblichen flüssigen
Epoxyharz, das einen n-Wert von unter 15 hat, fest. Das Phenoxyharz ist ver
wendbar zur Herstellung von Formkörpern unter Anwendung eines Spritzgieß
verfahrens, ähnlich wie ein thermoplastisches Harz, und es kann auch als
wärmegehärtetes Harz verwendet werden, wenn man es mit einem Härter
mischt.
Nach diesseitiger Erkenntnis gibt es keinen Stand der Technik, in dem vorge
schlagen oder nahegelegt wird, ein Phenoxyharz zum Härten eines Phenol
harzes zu verwenden, die Aushärtungsgeschwindigkeit eines Phenolharzes zu
erhöhen, ohne seine Lagerbeständigkeit in nachteiliger Weise zu beeinflus
sen, und gleichzeitig die Kupplung zwischen einem Phenolharz und einer Fa
ser zu verbessern. Es ist bisher kein Verfahren entwickelt worden, mit dessen
Hilfe man das Phenoxyharz erfolgreich in das Phenolharz einmischen kann.
Derwent Referat Nr. 88-366386/51 zu JP-B-63060248 beschreibt ein Lager,
umfassend eine Gleitschicht aus einem Tetrafluorethylen-Harzfasern enthal
tenden Gewebe, das auf einer Platte haftet durch die Verwendung einer Haft
schicht aus einem Phenoxyharz und einem denaturierten Phenolharz.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung sind die ersten, die mit Erfolg eine
neue Methode zum Einmischen von Phenoxyharz in Phenolharz entwickelt
haben, wodurch ein modifiziertes Phenolharz mit einer verbesserten Zähigkeit,
Lagerbeständigkeit und Grenzflächenkupplung mit anderen Substraten erhal
ten wird.
Das Hauptziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein modifiziertes
Phenolharz zu schaffen, das durch Phenoxyharz gehärtet worden ist.
Um dieses Ziel zu erreichen, wird erfindungsgemäß ein modifiziertes Phenol
harz, das durch ein Phenoxyharz gehärtet worden ist, zur Verfügung gestellt,
das unter Anwendung der folgenden Stufen erhältlich ist:
- a) Mischen eines Phenoxyharzes mit einem gewichtsdurchschnittlichen Molekulargewicht von 10 000 bis 1 000 000 mit Phenol in einem Ge wichtsverhältnis Phenoxyharz: Phenol von 1,5 : 1 bis 1 : 1 bei einer er höhten Temperatur unter Bildung einer klebrigen Mischung;
- b) Mischen der klebrigen Mischung der Stufe (a) mit einem Säurekatalysa tor unter Bildung einer viskosen Mischung mit einer verhältnismäßig niedrigen Viskosität, verglichen mit der klebrigen Mischung; und
- c) Mischen der viskosen Mischung der Stufe (b) mit einem Phenolharz vom Resol-Typ zur Bildung eines modifizierten Phenolharzes, in dem das Phenolharz vom Resol-Typ einen Feststoffgehalt von 60 bis 75 Gew.-% und einen Gehalt an freiem Aldehyd von 5 bis 10 Gew.-% auf weist, wobei die Menge des in der Mischung verwendeten Säure- Katalysators 2 bis 10 Gew.-% beträgt und die Menge des in der Mi schung verwendeten Phenoxyharzes 3 bis 25 Gew.-% beträgt, bezogen auf das Phenolharz vom Resol-Typ.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben überraschend gefunden, daß
die Viskosität der klebrigen Mischung in der Stufe (a) signifikant vermindert
werden kann durch Zugabe des Säure-Katalysators. Es wird angenommen,
daß der Säure-Katalysator bewirkt, daß das Phenoxyharz in der klebrigen Mi
schung zum Ladungsträger wird und damit seine Löslichkeit in dem polaren
Phenol-Lösungsmittel verbessert wird, wodurch das Mischen des Phenoxyhar
zes mit dem Phenolharz vom Resol-Typ erleichtert wird.
Als funktionell oder operativ äquivalent zu dem Säure-Katalysator für die
Zwecke der vorliegenden Erfindung wird ein Elektrolyt mit katalytischen Fähig
keiten angesehen.
Das erfindungsgemäße modifizierte Phenolharz, das durch ein Phenoxyharz
gehärtet worden ist, ist unter Anwendung der oben angegebenen Stufen (a)
bis (c) erhältlich.
In Stufe (a) liegt das Gewichtsverhältnis von Phenoxyharz: Phenol im Bereich
von 1,5 : 1 bis 1 : 1, vorzugsweise bei 1 : 1.
In Stufe (c) beträgt die Menge des in der Mischung verwendeten Phenoxyhar
zes 3 bis 25 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Phe
nolharz vom Resol-Typ.
Ein für die erfindungsgemäße Verwendung geeignetes Phenoxyharz hat die
oben angegebene Formel (I) und ist auf dem Markt erhältlich; es kann herge
stellt werden durch Umsetzung von Bisphenol-A mit Epichlorhydrin, z. B. Epi-
[1,2]-chloro-[3]-propan. Die Herstellung dieses Phenoxyharzes ist allgemein
bekannt. Das Phenoxyharz hat bei Raumtemperatur eine ausgezeichnete me
chanische Festigkeit. Außerdem weist das Phenoxyharz eine Etherbindung
und einen Hydroxylrest auf, die beide mit der Phenolgruppe des Phenolharzes
vom Resol-Typ eine Wasserstoffbindung bilden können, wenn das Phenoxy
harz mit dem Phenolharz vom Resol-Typ gemischt wird. Daher betrifft die vor
liegende Erfindung nicht nur ein modifiziertes Phenolharz, das durch ein
Phenoxyharz gehärtet worden ist, sondern auch eine kompatible Polymermi
schung, die aus einem Phenolharz vom Resol-Typ und einem Phenoxyharz
besteht. Die Etherbindung und der Hydroxylrest des Phenoxyharzes können
auch die Kupplung zwischen dem modifizierten Phenolharz und einem
Substrat verbessern, wenn es als Beschichtungs-Zusammensetzung, als
Klebstoff oder als Bindemittel eines faserverstärkten Harz-Verbundwerkstoffes
verwendet wird.
Ein geeignetes Verfahren zur Herstellung des Phenolharzes vom Resol-Typ
besteht darin, eine Kondensationsreaktion zwischen einer überschüssigen
Menge an Formaldehyd oder dgl. und Phenol in Gegenwart eines alkalischen
Katalysators durchzuführen. Dieses Verfahren ist allgemein bekannt, bei
spielsweise aus dem US-Patent 4 419 400, auf dessen Inhalt hier ausdrücklich
Bezug genommen wird.
Der Säure-Katalysator, auch bekannt als Härter, ist allgemein bekannt und
umfaßt den organischen Säure-Katalysator, wie er in dem britischen Patent
1 363 277 beschrieben ist, auf dessen Einzelheiten hier ausdrücklich Bezug
genommen wird. Ein bevorzugter Katalysator wird ausgewählt aus der Gruppe,
bestehend aus p-Toluolsulfonsäure, Phenolsulfonsäure, Benzoesäure und
Phosphorsäure. Die Menge des verwendeten Säure-Katalysators liegt im Be
reich von 2 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Phenolharzes vom
Resol-Typ, und sie beträgt vorzugsweise etwa 5 Gew.-%.
Ein für die erfindungsgemäße Verwendung geeignetes Phenol umfaßt bei
spielsweise Phenol, o-Kresol, m-Kresol, p-Kresol, Dimethylphenol, Ethylphe
nol, p-Phenylphenol, p-Butylphenol, p-Pentylphenol, Bisphenol-A und m-
Dihydroxybenzol, ohne daß die Erfindung darauf beschränkt ist.
In einer der bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung wer
den das Phenoxyharz und Phenol bei 150°C miteinander gemischt und gerührt
unter Bildung eines klebrigen Materials, dem unter Rühren
p-Toluolsulfonsäure zugesetzt wird, und man erhält eine viskose Mischung mit
einer Viskosität bei 150°C von 200 mPa.s (cP). Die viskose Mischung wird auf
90°C abgekühlt, während ein Phenolharz vom Resol-Typ auf die gleiche Tem
peratur erhitzt wird, und dann werden sie miteinander gemischt und gut gerührt
zur Herstellung eines erfindungsgemäß modifizierten Phenolharzes. Das mo
difizierte Phenolharz hat nach dem Abkühlen auf 30°C eine Viskosität von 500
bis 2800 mPa.s (cP), die nach einem Zeitraum von 28 h auf 2100 bis
4250 mPa.s (cP) ansteigt. Die Viskosität wurde nach dem ASTM D2393-
Verfahren mit einem Brookfield-Viskometer bestimmt.
Wie allgemein bekannt, können mineralische Füllstoffe, wie z. B. Talk, Silici
umdioxid und Ton, dem flüssigen Harz zugesetzt werden, um die mechani
schen Eigenschaften der pultrudierten Verbundwerkstoffe zu verbessern. Die
Menge, in der die genannten mineralischen Füllstoffe zugegeben werden, be
trägt 10 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des modifizierten Phenol
harzes.
Das erfindungsgemäße modifizierte Phenolharz kann zumindest bei der Her
stellung einer Beschichtungs-Zusammensetzung, einer Klebstoff-Zusammen
setzung und eines faserverstärkten Harz-Verbundwerkstoffes verwendet wer
den. Bei jeder dieser Anwendungen bildet das verwendete erfindungsgemäße
modifizierte Phenolharz eine beträchtlich geringere Menge an Wasser-Neben
produkt während der Vernetzung desselben, so daß der aus der Verdampfung
von Wasser resultierende Hohlraumgehalt vermindert wird. Auf diese Weise
werden die Zähigkeit und mechanische Festigkeit der Endprodukte deutlich
verbessert.
Die Erfindung wird in den folgenden Beispielen, in denen alle Teile und Pro
zentsätze, wenn nichts anderes angegeben ist, auf das Gewicht bezogen sind,
anhand eines Pultrusions-Verfahrens näher erläutert.
Das modifizierte Phenolharz wurde nach der in der folgenden Tabelle I ange
gebenen Formulierung hergestellt.
| Bestandteil | |
| Gewicht (g) | |
| 1) Phenoxyharz | 15 |
| 2) Phenol | 15 |
| 3) p-Toluolsulfonsäure | 5 |
| 4) Phenolharz vom Resol-Typ | 100 |
- 1) das Phenoxyharz wird hergestellt von der Firma Union Carbide Com pany, USA, und hat ein gewichtsdurchschnittliches Molekulargewicht von 23 000;
- 2) das Phenol ist eine Verbindung von Reagens-Qualität und erhält lich von der Firma Japan Pure Chemicals Industrial Co., (Japan);
- 3) die p-Toluolsulfonsäure ist eine Verbindung von Reagens-Qualität und erhältlich von der Firma Japan Pure Chemicals Industrial Co. (Japan)
- 4) das Phenolharz vom Resol-Typ ist ein im Handel erhältliches Harz vom Phenol-Formaldehyd-Resol-Typ mit einem Feststoffgehalt von 70 bis 75 Gew.-%, das unter der Bezeichnung PF-750 von der Firma Chang Chun Plastics Co., Ltd., Taiwan, vertrieben wird.
15 g Phenoxyharz und 15 g Phenol wurden unter reinem Stickstoff bei
150°C 1 h lang miteinander gemischt und gerührt, und es wurde ein mischba
res klebriges Material erhalten. Dann wurden 5 g p-Toluolsulfonsäure zu dem
klebrigen Material zugegeben, die resultierende Mischung wurde etwa 3 min
lang gründlich gerührt und es wurde eine Lösung erhalten, die bei 150°C eine
Viskosität von etwa 200 mPa.s (cP) hatte. Diese Lösung wurde in einem Ofen
bei 90°C gehalten und war gebrauchsfertig für das Mischen mit dem Phenol
harz vom Resol-Typ.
100 g Phenolharz vom Resol-Typ wurden in einem Ofen 15 min lang auf 90°C
erhitzt, dann zu der 90°C-Lösung unter schwachem Rühren zugegeben und es
wurde eine mischbare viskose Lösung gebildet.
Die obengenannten Verfahrensmaßnahmen wurden wiederholt, außer daß das
Gewicht des Phenoxyharzes geändert wurde, zur Herstellung von modifizier
ten Phenolharz-Produkten mit anderen Prozentsätzen (phr) von Phenoxyharz,
bezogen auf das Gewicht des Phenolharzes vom Resol-Typ.
Das oben hergestellte modifizierte Phenolharz wurde in einen Imprägnie
rungsbehälter gegeben und bei einer Raumtemperatur von 30°C darin gehal
ten. 20 Rovings einer 764-NT-218-Glasfaser (PPG Co., USA) wurden in ein
Bad des Imprägnierungsharzes gezogen, das bei 30°C gehalten wurde. Die
764-NT-218 Glasfasern hatten ein spezifisches Gewicht von 2,54 und ein ein
zelner Strang dieser Fasern hatte einen Durchmesser von 13,1 um und eine
Zugfestigkeit von 1,55.103 MPa. Die imprägnierten Glasfaser-
Roings wurden durch eine Abquetschöffnung hindurchgeführt, um über
schüssiges Harz und Luft zu entfernen, und dann wurden sie durch eine 82 cm
lange, 1,27 cm breite und 0,319 cm dicke Aushärtungsdüse hindurchgeführt.
Sowohl auf der Oberseite als auch auf der Unterseite der Düse waren zwei
Sätze von individuell gesteuerten elektrischen Plattenheizeinrichtungen instal
liert, wobei der erste und der zweite Satz von Plattenheizeinrichtungen eine
Länge von 30 cm und eine Temperatur von 180°C bzw. 200°C hatten. Die
Zuggeschwindigkeit wurde auf 30 cm/min festgelegt. Das fertige pultrudierte
Verbundwerkstoff-Produkt wies einen Fasergehalt von 50 Vol.-% und ein
spezifisches Gewicht von 1,60 auf.
Die nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren zusammen mit modifizier
ten Phenolharzen, die unterschiedliche Gehalte an Phenolharz vom Resol-Typ
enthielten, hergestellten, glasfaserverstärkten modifizierten Phenolharz-
Verbundwerkstoffe wurden nach dem ASTM D3039-, ASTM D790- und ASTM
D256-Verfahren getestet zur Bestimmung ihrer Zugfestigkeit, Biegefestigkeit
und Izod-Kerbschlagzähigkeit. Die Ergebnisse sind in der Tabelle II angege
ben.
Tabelle II
Die fertig pultrudierten Verbundwerkstoffe wurden außerdem einer Nach
härtungsbehandlung bei einer Temperatur von 180°C für einen Zeitraum von
1 h unterworfen. Die Zugfestigkeit, die Biegefestigkeit und die Izod-
Kerbschlagzähigkeit der nachgehärteten Verbundwerkstoffe sind in der Tabel
le III angegeben.
Tabelle III
Wie aus den Daten der Tabellen II und III ersichtlich, ist die Zugfestigkeit des
Glasfaser-modifizierten Phenolharz-Verbundwerkstoffes verbessert, wenn der
Prozentsatz (phr) an Phenoxyharz, bezogen auf das Gewicht des Phenolhar
zes vom Resol-Typ, von 0 auf 12 oder 15% phr ansteigt. Eine entsprechende
Beobachtung wird auch gemacht in bezug auf die Biegefestigkeit der Ver
bundwerkstoffe. Die Ergebnisse zeigen, daß das Mischen des Phenoxyharzes
mit dem Phenolharz vom Resol-Typ einen guten Verstärkungseffekt mit sich
bringt.
In der folgenden Tabelle IV ist die Änderung der Viskosität der oben herge
stellten modifizierten Phenolharz-Produkte angegeben. Die Viskosität wurde
nach dem ASTM D2393-Verfahren unter Verwendung eines Brookfield-
Viscometers bestimmt.
Tabelle IV
Die Daten in der Tabelle IV zeigen, daß die Viskosität des modifizierten Phe
nolharzes mit steigendem Phenoxygehalt zunimmt; die Viskositäts-
Steigerungsrate ist jedoch eher gering, so daß das modifizierte Phenolharz
eine lange Topfzeit hat, die sogar noch länger ist als diejenige des reinen
Phenolharzes vom Resol-Typ, und es weist somit eine gute Lagerbeständig
keit auf.
Claims (7)
1. Modifiziertes Phenolharz, das durch ein Phenoxyharz gehärtet worden ist
dadurch gekennzeichnet, daß es unter Anwendung der folgenden Stufen erhältlich ist:
- a) Mischen eines Phenoxyharzes mit einem gewichtsdurchschnittlichen Molekulargewicht von 10 000 bis 1 000 000 mit Phenol in einem Gewichtsverhältnis Phenoxyharz: Phenol von 1,5 : 1 bis 1 : 1 bei einer erhöhten Temperatur unter Bildung einer klebrigen Mischung;
- b) Mischen der klebrigen Mischung der Stufe (a) mit einem Säure-Katalysator unter Bildung einer viskosen Mischung mit einer verhältnismäßig niedrigen Viskosität, verglichen mit derjenigen der klebrigen Mischung; und
- c) Mischen der viskosen Mischung der Stufe (b) mit einem Phenolharz vom Resol- Typ unter Bildung eines modifizierten Phenolharzes, wobei das Phenolharz vom Resol-Typ einen Feststoffgehalt von 60 bis 75 Gew.-% und einen Gehalt an freiem Aldehyd von 5 bis 10 Gew.-% aufweist und die Menge des zugemischten Säure-Katalysators 2 bis 10 Gew.-% und die Menge des zugemischten Phenoxyharzes 3 bis 25 Gew.-%, bezogen auf das Phenolharz vom Resol-Typ, betragen.
2. Modifiziertes Phenolharz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Phenoxyharz ein gewichtsdurchschnittliches Molekulargewicht von
10 000 bis 100 000 hat.
3. Modifiziertes Phenolharz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Phenoxyharz und das Phenol in einem Gewichtsverhältnis Phenoxyharz:
Phenol von 1 : 1 miteinander gemischt werden.
4. Modifiziertes Phenolharz nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die zugemischte Menge an Säure-Katalysator 5 Gew.-%, beträgt,
bezogen auf das Gewicht des Phenolharzes vom Resol-Typ.
5. Modifiziertes Phenolharz nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die zugemischte Menge an Phenoxyharz
10 bis 15 Gew.-% beträgt, bezogen auf das Gewicht des Phenolharzes vom Resol-Typ.
6. Modifiziertes Phenolharz nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Säure-Katalysator ausgewählt wird aus der Gruppe,
bestehend aus p-Toluolsulfonsäure, Phenolsulfonsäure, Benzoesäure und
Phosphorsäure.
7. Modifiziertes Phenolharz nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Phenol ausgewählt wird aus der Gruppe, bestehend aus
Phenol, o-Kresol, m-Kresol, p-Kresol, Dimethylphenol, Ethylphenol, p-Phenylphenol, p-
Butylphenol, p-Pentylphenol, Bisphenol-A und m-Dihydroxybenzol.
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