DE19625382A1 - Vielzweckfahrzeug - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Vielzweckfahrzeug gemäß
dem Hauptanspruch mit einem einachsigen Fahrerteil, an das in
Fahrtrichtung vorn unterschiedliche lenkbare einachsige Vor
satzteile ankuppelbar sind.
Das Prinzip des Fahrzeugs ist, daß es aus zwei Teilen für
bestimmte Anwendungszwecke in unterschiedlichstem Kombinatio
nen zusammengekuppelt werden kann, um eine möglichst vielsei
tige Verwendbarkeit zu erreichen. Dabei dient das Fahrerteil
als Antriebsteil, in welchem über einen Antrieb, beispiels
weise einen Pedalantrieb oder einen Motorantrieb, das gesamte
Fahrzeug angetrieben werden kann. Der Motorantrieb kann einen
Elektromotor oder einen Kolbenmotor als Antriebswelle aufwei
sen, wobei der Motor auch mit dem Pedalantrieb in Form eine
Hybridantriebs verknüpft sein kann, so daß beide abwechselnd
oder gemeinsam auf die Antriebsachse wirken können. Zur
Unterbringung des Fahrers kann das Fahrerteil einen Fahrer
sitz aufweisen.
An das Fahrerteil sind unterschiedliche lenkbare einachsige
Vorsatzteile ankuppelbar, beispielsweise als Lasten oder
Personenbeförderungsteil, die in ihren unterscheidlichen
Zweckbestimmungen die Vielzwecknutzung des Fahrzeug ermög
lichen.
Das Fahrerteil dient als Grundgerät, das mit einer Tretkurbel
ausgestattet sein kann, die über eine Übertragungsvorrichtung,
beispielsweise eine über Kettenzahnräder laufende Kette, auf
eine vorzugsweise am in Fahrtrichtung hinteren Ende des Fahrer
teils angeordnete Antriebsachse einwirkt. Auf die gleiche
Antriebsachse kann ein Motorantrieb der eingangs geschil
derten Art einwirken, wobei die unterschiedlichsten Motor
arten Verwendung finden können. Bevorzugt wird ein Gleich
strommotor eingesetzt, der über einen Akkumulator mit Lade
regler und Drehzahlsteller und Potentiometer mit Energie
versorgt wird. Der Motorantrieb kann ebenso wie der Pedal
antrieb über einen Freilauf mit der Antriebsachse in Wirk
verbindung stehen. Dadurch kann sowohl der Pedalantrieb
als auch der Motorantrieb jeweils an der Antriebsachse
angreifen oder außer Eingriff kommen, aber auch beide
zusammen.
Wirken Pedalantrieb und Motor bei einem Hybridantrieb
gemeinsam auf die Antriebsachse, so kann beim Fahren der
Motor bei der Betätigung des Pedalantriebs mithelfen.
Solange der Akkumulator noch Energie abgibt, kann nur mit
dem Motor gefahren werden. Gibt der Akkumulator keine
Energie mehr ab, so kann trotzdem mit dem Pedalantrieb
weiter gefahren werden. Damit ist das Fahrzeug immer
betriebsbereit.
Bei diesem Hybridantrieb kann die Antriebskette des Pedal
antriebs mit einem Kettenspanner versehen sein, der mit
einem Schalter kombiniert ist. Wird der Pedalantrieb mit
dem Rücktritt gebremst, so lockert sich beim Zurücktreten
der Tretkurbel die zurücklaufende Kette, was durch den
Kettenspanner aufgefangen wird. Durch die Bewegung des
Kettenspanners wird über den Schalter der Motor ausge
schaltet.
Als Vorsatzteil kann im einfachsten Fall ein Einradvorsatz
Verwendung finden, der aus einem Vorderrad mit Trommelbremse
und drehbarer Lenkstange bestehen kann. Er wird, ebenso wie
die übrigen Vorsatzteile, beispielsweise über eine Steck
kupplung mit dem Fahrerteil verbunden und bildet auf diese
Weise ein Dreirad zur Personenbeförderung.
Der Einradvorsatz kann auch, beispielsweise zur Bedienung
durch Personen mit eingeschränkten Beinfunktionen, mit einem
zusätzlichen Handkurbelantrieb ausgerüstet sein, der mit Frei
lauf und Freilaufsperre zum Rückwärtsfahren ausgestattet sein
kann. Er kann über eine Antriebskette oder einen Zahnriemen
das Vorderrad antreiben und zusätzlich eine Trommelbremse
und Fußstützen aufweisen.
Weiterhin können verschiedene Zweiradvorsätze vorgesehen sein,
die jeweils zwei Räder an einer Achse aufweisen. Solche Zwei
radvorsätze sind vorzugsweise mit einer Achsschenkellenkung
versehen und weisen insbesondere Trommelbremsen auf, die
über Bedienungshebel an der Lenkvorrichtung des Zweiradvor
satzes betätigbar sind. Durch solche Zweiradvorsätze wird
in der Kombination mit dem Fahrerteil das Zweiradfahrzeug
in ein Vierradfahrzeug umgestaltet, wodurch auch leicht
gehbehinderte, schwindelanfällige oder ältere Personen das
Fahrzeug problemlos benutzen können.
Ein Zweiradvorsatz mit Achsschenkellenkung kann beispiels
weise als Lastenkorbvorsatz ausgestaltet sein, der einen
Transportkorb enthält. Weiterhin kann der Zweiradvorsatz
als Kindersitzvorsatz oder Vorsatz mit einem für Erwachsene
geeigneten Sitz ausgestaltet sein. Mit einem Fahrzeug mit
diesem Vorsatz können selbst Personen mit schwersten Be
hinderungen befördert werden.
Die verschiedenen Vorsatzgeräte lassen sich auch ohne das
Fahrerteil einsetzen, wenn anstelle des Fahrerteils eine
Zusatzstützvorrichtung mit den Vorsatzgeräten kombiniert
wird. Diese Zusatzvorrichtung kann aus einem einfachen
Stützrad bestehen, das beispielsweise über die für die
Verbindung zwischen Fahrerteil und Vorsatzteil vorgesehene
Kupplungseinrichtung mit dem Vorsatzteil verbunden werden
kann. Durch Ankuppeln eines solchen Stützrads kann aus den
unterschiedlichen Zweiradvorsätzen jeweils eine fahrbare
Einheit geschaffen werden, wobei z. B. aus einem Vorsatz
zur Personenbeförderung ein Rollstuhl oder ein Fahrsitz
und aus einem Lastenbefördeungsvorsatz ein Lastkarren
erhalten werden kann.
Die Verbindung zwischen dem Fahrerteil und den unterschied
lichen Vorsatzteilen kann durch eine beliebige Steck- oder
Schraubverbindung hergestellt werden. Wegen der einfachen
Montage wird vorzugsweise eine Steckkupplung verwendet, die
beispielsweise aus einem offenen Rohr an einem der zu ver
bindenden Teile und einem in das Rohr einführbaren Steck
bolzen am anderen Teil bestehen kann. Auch fluchtende
Ösenteile mit darin einführbaren Verbindungsbolzen sind
zur Verbindung bevorzugt geeignet.
Fig. 1 zeigt ein Dreiradfahrzeug zur Personenbeförderung;
Fig. 2 zeigt ein weiteres Dreirad zur Personenbeförderung
mit einem Vorsatzteil mit Kurbelantrieb;
Fig. 3 zeigt ein Vierradfahrzeug zur Lastenbeförderung;
Fig. 4 zeigt ein Vierradfahrzeug zur Personenbeförderung;
Fig. 5 zeigt ein weiteres Fahrzeug zur Personenbeförderung
für erwachsene Personen;
Fig. 6 zeigt das abgekuppelte Vorsatzteil der Fig. 5 mit
einem Stützrad;
Fig. 7 zeigt ein weiteres Vierradfahrzeug zur Personen
beförderung mit einem zusätzlichen Kindersitz;
Fig. 8 zeigt eine Ansicht der Achsschenkellenkung eines
Vorsatzteils in einer Draufsicht;
Fig. 9 zeigt eine Seitenansicht der Lenkung der Fig. 8;
Fig. 10 zeigt verschiedene Ausführungen der Achsgabeln
für einrädrige Frontradausführungen;
Fig. 11 zeigt eine Detailansicht eines Fahrerteils in
einer Seitenansicht.
Das Dreirad zur Personenbeförderung der Fig. 1 besteht aus
einem Fahrerteil 30 und einem Vorsatzteil 32, das ein einziges
Vorderrad 11 enthält. Das Vorsatzteil 32 ist über eine Steck
kupplung 11, die aus einem Bolzen 34 einem Steckrohr 36 be
steht, mit dem Fahrerteil 30 verbindbar.
Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Dreirads zur
Personenbeförderung, bei welchem das Vorsatzteil 32 eine
Handkurbel 12 enthält, von der aus über eine Antriebskette
14 das vordere Rad als Antriebsrad 13 angetrieben werden
kann. Da diese Ausführungsform für Personen mit eingeschränk
ter Beinfunktion gedacht ist, enthält diese Ausführungsform
vorzugsweise feste Fußstützen 16 und einen bequemen Sitz 17,
der als Schalensitz ausgeführt ist. Ein Bremshebel 15 kann
eine im Antriebsrad 13 angeordnete Trommelbremse betätigen.
Fig. 3 zeigt ein Vierradfahrzeug zur Lastenbeförderung.
Es enthält das gleiche Fahrerteil wie in den vorigen Figuren,
das zweirädrige Vorsatzteil ist als Lastenbeförderungsteil
ausgebildet, welches einen Grundrahmen 38 enthält, auf dem
ein Lastenkorb 40 befestigbar ist. Die vorderen und hinteren
Räder sind mit Schutzblechen 29 abgedeckt. Am vorderen Lenker
sind Bremshebel 19 angeordnet, die Trommelbremsen in den
vorderen Rädern 18 betätigen.
Ein weiteres Fahrzeug mit einem Vorsatzteil zur Personen
beförderung ist in Fig. 4 dargestellt. Das Vorsatzteil 32
enthält einen Kindersitz 42, der auf dem Grundrahmen 38
angeordnet ist.
In Fig. 5 ist ein weiteres Vierradfahrzeug zur Personen
beförderung dargestellt. Das Vorsatzteil 32 enthält eine
Sitzvorrichtung, die für Erwachsene geeignet ist.
Das Vorsatzteil 32 kann in abgekuppeltem Zustand mit einem
Stützrad 20 kombiniert werden, das eine Nachlaufführung
aufweist und mit der Steckkupplung 10 des Vorsatzteils
kombiniert werden kann. Auf diese Weise kann das Fahrzeug
der Fig. 5 leicht in den in Fig. 6 dargestellten Rollstuhl
verwandelt werden.
Das Fahrerteil 30 kann dadurch verändert werden, daß hinter
dem Fahrersitz oder davor ein zusätzlicher Kindersitz 42
angeordnet wird. Dadurch läßt sich beispielsweise das
Fahrzeug der Fig. 5 in ein Familienfahrzeug umwandeln,
wie es in Fig. 7 dargestellt ist.
Die Achsschenkellenkung eines zweirädrigen Vorsatzteils 32
ist in Fig. 8 dargestellt. Die Drehbewegung der Lenkstange 21
wird über einen Hebel 44 auf die Schubstange 25 übertragen,
und von dort über Hebel 46 auf die Spurstange 24 übertragen,
die die Achsschenkel 23 über Spurstangenhebel in Nachlauf
ausführung in die Gewünschte Lenkrichtung dreht. Die Vor
derräder 22 sind vorzugsweise luftbereift.
Fig. 9 zeigt die gleiche Achsschenkellenkung wie Fig. 8 in
einer Seitenansicht. Das Vorsatzteil 32 ist über die Steck
kupplung 10 mit dem Fahrerteil 30 verbunden, wobei der in
das Steckrohr 36 eingeführte Bolzen 34 mit einer Sicherung
46 gegen Herausrutschen gesichert ist. Die Achsen der
Vorderräder 22 sind in üblicher Weise an Achsschenkelbolzen
26 angeordnet. Die Räder 22 weisen Trommelbremsen 27 auf.
Verschiedene Ausführungsformen von einrädrigen Vorsatzteilen
sind in Fig. 10 dargestellt. Fig. 10a zeigt die Ausführung
für eine Anordnung, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist, wäh
rend Fig. 10b die Ausführungsform der Fig. 2 mit einem
Kettenrad 28 für den Kettenantrieb darstellt.
Das Fahrerteil 30 ist in Fig. 11 im Detail dargestellt.
Im Rahmen 48 ist eine Tretkurbel 50 mit Pedalen angeordnet,
die über ein Zahnrad, eine Antriebskette und ein Zwischen
glied 20, das eine Gangschaltung enthält, auf die Antriebs
achse wirkt. Die Antriebskette wird durch einen Kettenspan
ner 1 mit Rückholfeder beaufschlagt, der über einen Schalter
bei nachlassender Kettenspannung bei Betätigung der Rück
trittbremse einen Motor 6 ausschalten kann. Der Motor 6,
ein Gleichstrommotor, wirkt über einen schwenkbaren Antrieb
7 auf die hintere Antriebsachse. Sowohl Motorantrieb als
auch Pedalantrieb wirken über einen Freilauf auf die An
triebsachse.
Die Antriebsachse ist mit einem der beiden hinteren Räder,
als Traktionsrad 5 wirkt, starr verbunden. Durch diesen
Einradantrieb wird ein Differential vermieden.
Auf dem Rahmen 48 ist über eine Stange ein Sitz 4 angeordnet.
Der Motor 6 wird über einen mit Laderegler und Drehzahl
steller versehenen Akkumulator 8 mit Energie versorgt.
Im vorderen Teil des Fahrerteils 30 sind in einer Bedie
nungseinheit 9 Gangschalthebel und Drehpotentiometer
zur Regelung der Motordrehzahl angeordnet.
Claims (13)
1. Vielzweckfahrzeug mit einem einachsigen Fahrerteil (30),
an das in Fahrtrichtung vorn unterschiedliche lenkbare
einachsige Vorsatzteile (31) ankuppelbar sind.
2. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
das Fahrerteil (30) einen Fahrersitz (17) aufweist.
3. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Fahrerteil einen auf die Antriebsachse (3) wirkenden
Pedalantrieb (1) und/oder Motorantrieb (6) aufweist.
4. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Vorsatzteil (31) als Lastenbeförderungsteil (32)
ausgebildet ist.
5. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Vorsatzteil (31) als Personenbeförderungsteil (33)
ausgebildet ist.
6. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Vorsatzteil (31) als Lenkteil (34) ausgebildet ist.
7. Vielzweckfahrzeug nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch
gekennzeichnet, daß
das Vorsatzteil (31) über eine Steckkupplung (10) an das Fahrerteil (30) ankuppelbar ist.
das Vorsatzteil (31) über eine Steckkupplung (10) an das Fahrerteil (30) ankuppelbar ist.
8. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1 und 3, dadurch
gekennzeichnet, daß an
der Antriebsachse (3) zwei Räder (35) angeordnet sind, von
denen eines als Traktionsrad (5) dient.
9. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1 und 3, dadurch
gekennzeichnet, daß
der Pedalantrieb (1) und/oder der Motorantrieb (6) als
Hybridantrieb betätigbar sind.
10. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1 und 3, dadurch
gekennzeichnet, daß
der Pedalantrieb (1) und/oder der Motorantrieb (6) jeweils
einen Freilauf aufweisen.
11. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Vorsatzteil (31) ein oder zwei Laufräder (18) enthält.
12. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1 und 6, dadurch
gekennzeichnet, daß
das Vorsatzteil (31) eine auf dessen Laufrad (18) als Antrieb
wirkende Handkurbel (12) enthält.
13. Vielzweckfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß an das Vorsatzteil (31) anstelle des Fahrerteils (30) ein
Stützteil (20) ankuppelbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19625382A DE19625382A1 (de) | 1996-06-25 | 1996-06-25 | Vielzweckfahrzeug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19625382A DE19625382A1 (de) | 1996-06-25 | 1996-06-25 | Vielzweckfahrzeug |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19625382A1 true DE19625382A1 (de) | 1998-01-15 |
Family
ID=7797951
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19625382A Withdrawn DE19625382A1 (de) | 1996-06-25 | 1996-06-25 | Vielzweckfahrzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19625382A1 (de) |
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- 1996-06-25 DE DE19625382A patent/DE19625382A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8130 | Withdrawal |